Vermehrung von Kräutern: Aussaat, Stecklinge und Teilung

Kräutervermehrung: Der Schlüssel zu einem üppigen Kräutergarten

Kräuter selbst zu vermehren ist eine faszinierende und lohnende Aufgabe für jeden Hobbygärtner. Es eröffnet eine Welt voller Möglichkeiten und Aromen.

Grüne Daumen, aromatische Ernte: Was Sie über Kräutervermehrung wissen sollten

  • Aussaat, Stecklinge und Teilung sind die Hauptmethoden
  • Jede Kräuterart hat ihre bevorzugte Vermehrungsmethode
  • Timing und richtige Pflege sind entscheidend für den Erfolg
  • Vermehrung fördert Biodiversität und spart Geld

Die Bedeutung der Kräutervermehrung

Kräuter selbst zu vermehren ist mehr als nur eine Gartentätigkeit - es ist eine Kunst und Wissenschaft zugleich. Als ich vor Jahren damit begann, war ich überrascht, wie viel Freude es bereitet, aus einem kleinen Samenkorn oder Steckling eine prächtige Pflanze heranwachsen zu sehen. Die Vermehrung eigener Kräuter bietet zahlreiche Vorteile:

  • Kosteneinsparung: Anstatt ständig neue Pflanzen zu kaufen, können Sie Ihre Lieblinge selbst vermehren.
  • Qualitätskontrolle: Sie wissen genau, wie Ihre Kräuter behandelt wurden - ohne Pestizide oder künstliche Dünger, wenn Sie es so möchten.
  • Sortenvielfalt: Viele seltene oder alte Sorten sind im Handel kaum erhältlich, lassen sich aber leicht selbst vermehren.
  • Nachhaltigkeit: Eigene Vermehrung reduziert Plastikverpackungen und Transportwege.
  • Lerneffekt: Sie verstehen die Pflanzen besser und entwickeln ein tieferes Verständnis für natürliche Prozesse.

In meiner langjährigen Erfahrung als Biologin und leidenschaftliche Gärtnerin habe ich festgestellt, dass die Kräutervermehrung auch eine meditative Qualität hat. Es erdet einen förmlich, mit den Händen in der Erde zu wühlen und neues Leben zu erschaffen.

Überblick über Vermehrungsmethoden

Es gibt drei Hauptmethoden zur Vermehrung von Kräutern, die je nach Art und Vorliebe zum Einsatz kommen:

1. Aussaat

Die Aussaat ist die natürlichste und oft auch günstigste Methode. Sie eignet sich besonders für einjährige Kräuter wie Basilikum, Koriander oder Dill. Aber auch viele mehrjährige Arten lassen sich so vermehren.

2. Stecklinge

Stecklinge sind eine schnelle Methode, um aus einem Teil einer Mutterpflanze eine neue zu ziehen. Besonders gut funktioniert das bei holzigen Kräutern wie Rosmarin, Thymian oder Salbei.

3. Teilung

Bei der Teilung wird eine bestehende Pflanze in mehrere Teile zerlegt, die dann separat weiterwachsen. Diese Methode eignet sich hervorragend für Kräuter, die Horste bilden, wie Schnittlauch oder Zitronenmelisse.

Jede dieser Methoden hat ihre Vor- und Nachteile, und oft ist es eine Frage der persönlichen Vorliebe oder der spezifischen Bedürfnisse der Pflanze, welche man wählt. In meinem Garten verwende ich alle drei Methoden, je nachdem, was ich gerade vermehren möchte.

Aussaat von Kräutern

Geeignete Kräuter für die Aussaat

Die Aussaat ist oft der erste Schritt in die Welt der Kräutervermehrung. Folgende Kräuter eignen sich besonders gut für die Aussaat:

  • Basilikum
  • Koriander
  • Dill
  • Petersilie
  • Kerbel
  • Borretsch
  • Kapuzinerkresse

Aber auch viele mehrjährige Kräuter wie Oregano, Thymian oder Salbei lassen sich aus Samen ziehen, auch wenn es etwas mehr Geduld erfordert.

Zeitpunkt der Aussaat

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend für den Erfolg. Die meisten Kräuter werden im Frühjahr ausgesät, etwa von März bis Mai. Einige Arten wie Petersilie können auch im Spätsommer für eine Herbsternte ausgesät werden. In meinem Garten in Süddeutschland säe ich die ersten frostunempfindlichen Kräuter oft schon Ende Februar in Anzuchtkästen aus, die ich bei Frost ins Haus hole.

Ein Tipp aus der Praxis: Beobachten Sie die Natur. Wenn die ersten Wildkräuter zu keimen beginnen, ist es meist auch Zeit für die Aussaat im Garten.

Vorbereitung des Saatguts

Manche Kräutersamen keimen besser, wenn man sie vorbehandelt:

  • Stratifikation: Kältebehandlung für Samen, die eine Winterruhe benötigen (z.B. Lavendel)
  • Vorquellen: Einweichen der Samen für 12-24 Stunden zur Beschleunigung der Keimung
  • Skarifikation: Anritzen harter Samenschalen (z.B. bei Kapuzinerkresse)

Für die meisten Küchenkräuter ist jedoch keine spezielle Vorbehandlung nötig.

Wahl des richtigen Substrats

Ein lockeres, nährstoffarmes Substrat ist ideal für die Aussaat. Ich mische oft normale Aussaaterde mit Sand im Verhältnis 2:1. Das verhindert Staunässe und fördert eine gute Wurzelbildung. Für Kräuter, die kalkhaltige Böden lieben, wie Thymian oder Salbei, gebe ich etwas zerbröselte Eierschalen dazu.

Aussaattechniken

Je nach Samengröße gibt es verschiedene Techniken:

  • Breitsaat: Für feine Samen wie Thymian oder Majoran. Samen dünn auf der Oberfläche verteilen und leicht andrücken.
  • Reihensaat: Für größere Samen wie Koriander. In flache Rillen säen und leicht mit Erde bedecken.
  • Einzelkornablage: Für große Samen wie Borretsch. Einzeln in kleinen Abständen in die Erde stecken.

Ein alter Gärtnertrick: Mischen Sie feine Samen mit Sand, um sie gleichmäßiger auszubringen.

Pflege der Sämlinge

Die kritischste Phase ist die Zeit direkt nach der Keimung. Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Ich verwende oft eine Sprühflasche, um die zarten Keimlinge nicht zu beschädigen. Sobald die ersten echten Blätter erscheinen, können Sie vorsichtig mit der Düngung beginnen - ich schwöre auf stark verdünnten Brennnesselsud.

Vergessen Sie nicht, die Sämlinge regelmäßig zu pikieren, also in größere Töpfe umzusetzen, sobald sie sich berühren. Das fördert ein kräftiges Wurzelwachstum.

Vermehrung durch Stecklinge

Kräuter, die sich gut für Stecklinge eignen

Die Vermehrung über Stecklinge ist besonders effektiv bei holzigen und halbholzigen Kräutern. Aus meiner Erfahrung eignen sich folgende Arten besonders gut:

  • Rosmarin
  • Lavendel
  • Salbei
  • Thymian
  • Oregano
  • Zitronenverbene
  • Minze

Aber auch krautige Pflanzen wie Basilikum lassen sich erstaunlich gut über Stecklinge vermehren. Es lohnt sich, zu experimentieren!

Beste Zeit für Stecklinge

Der ideale Zeitpunkt für Stecklinge variiert je nach Kräuterart:

  • Frühling bis Frühsommer: Ideal für die meisten Kräuter, da sie in aktiver Wachstumsphase sind.
  • Spätsommer: Gut für halbharte Stecklinge von Lavendel oder Rosmarin.
  • Herbst: Geeignet für hartholzige Stecklinge wie Thymian.

Ein Tipp aus meinem Garten: Achten Sie auf den Mondzyklus. Stecklinge, die bei zunehmendem Mond geschnitten werden, bewurzeln sich oft besser - zumindest ist das meine Erfahrung nach jahrelangem Experimentieren.

Die Vermehrung durch Stecklinge ist eine faszinierende Methode, die es erlaubt, exakte Kopien einer Mutterpflanze zu erzeugen. Mit etwas Übung und Geduld können Sie so Ihren Kräutergarten schnell und effektiv erweitern.

Auswahl und Vorbereitung der Stecklinge

Bei der Vermehrung von Kräutern durch Stecklinge ist die richtige Auswahl und Vorbereitung entscheidend. Wählen Sie gesunde, kräftige Triebe ohne Blüten aus. Schneiden Sie diese am besten morgens, wenn die Pflanzen noch turgeszent sind. Die ideale Länge beträgt etwa 10-15 cm. Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass nur noch 2-3 Blattpaare am oberen Ende bleiben. Der Schnitt sollte schräg und knapp unterhalb eines Blattknotens erfolgen, um die Wurzelbildung zu fördern.

Bewurzelungsmedium und -hormone

Als Bewurzelungsmedium eignet sich eine lockere, nährstoffarme Mischung aus Sand und Torf oder Kokosmark. Dieses Substrat bietet gute Drainage und Belüftung. Für eine bessere Wurzelbildung können Sie Bewurzelungshormone verwenden. Tauchen Sie dafür das untere Ende des Stecklings kurz in das Hormonpulver oder die -lösung. Aber Vorsicht: Weniger ist oft mehr, zu viel Hormon kann kontraproduktiv sein.

Pflege der Stecklinge

Stecken Sie die vorbereiteten Stecklinge vorsichtig in kleine Töpfe oder Anzuchtschalen mit dem Bewurzelungsmedium. Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Eine Plastikhaube oder ein durchsichtiger Plastikbeutel über den Stecklingen erhöht die Luftfeuchtigkeit und fördert die Bewurzelung. Stellen Sie die Stecklinge an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Ort bei etwa 20-25°C. Nach 2-4 Wochen sollten sich erste Wurzeln gebildet haben.

Häufige Probleme und Lösungen

Manchmal wollen Stecklinge einfach nicht anwachsen. Häufige Ursachen sind:

  • Fäulnis: Zu viel Feuchtigkeit kann zu Fäulnis führen. Reduzieren Sie in diesem Fall die Wassergabe und sorgen Sie für bessere Belüftung.
  • Vertrocknen: Zu wenig Feuchtigkeit lässt die Stecklinge vertrocknen. Sprühen Sie regelmäßig mit Wasser oder verwenden Sie eine Abdeckung zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit.
  • Keine Wurzelbildung: Manchmal dauert es einfach länger. Haben Sie Geduld und sorgen Sie für optimale Bedingungen.

Vermehrung durch Teilung

Die Teilung ist eine einfache und effektive Methode zur Vermehrung vieler mehrjähriger Kräuter. Sie eignet sich besonders gut für Pflanzen, die Horste oder dichte Wurzelballen bilden.

Geeignete Kräuter für die Teilung

Folgende Kräuter lassen sich gut durch Teilung vermehren:

  • Schnittlauch
  • Minze
  • Oregano
  • Thymian
  • Zitronenmelisse
  • Estragon

Optimaler Zeitpunkt für die Teilung

Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist das frühe Frühjahr oder der späte Herbst, wenn die Pflanzen nicht in voller Blüte stehen. Im Frühjahr teilt man am besten, kurz bevor die neuen Triebe erscheinen. Im Herbst sollte die Teilung etwa 6 Wochen vor dem ersten Frost erfolgen, damit die geteilten Pflanzen noch Zeit haben, sich einzuwurzeln.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Teilung

1. Graben Sie die gesamte Pflanze vorsichtig aus.

2. Schütteln Sie überschüssige Erde ab, um die Wurzeln freizulegen.

3. Teilen Sie die Pflanze mit den Händen oder einem scharfen, sauberen Messer in mehrere Teile. Jedes Teil sollte mehrere gesunde Triebe und Wurzeln haben.

4. Entfernen Sie abgestorbene oder kranke Teile.

5. Pflanzen Sie die geteilten Stücke sofort wieder ein.

Nachsorge und Einpflanzen

Nach der Teilung ist eine gute Pflege entscheidend. Wässern Sie die neu eingepflanzten Teile gründlich und halten Sie den Boden in den ersten Wochen gleichmäßig feucht. Ein leichter organischer Dünger kann die Wurzelbildung unterstützen. Schützen Sie die Pflanzen in den ersten Tagen vor direkter Sonneneinstrahlung, bis sie sich erholt haben.

Vergleich der Vermehrungsmethoden

Vor- und Nachteile jeder Methode

Aussaat:

  • Vorteile: Kostengünstig, große Mengen möglich, genetische Vielfalt
  • Nachteile: Zeitaufwändig, nicht alle Sorten kommen sortenecht

Stecklinge:

  • Vorteile: Schnelle Vermehrung, identische Kopien der Mutterpflanze
  • Nachteile: Anfällig für Krankheiten, nicht für alle Kräuter geeignet

Teilung:

  • Vorteile: Einfach durchzuführen, sofort große Pflanzen
  • Nachteile: Nur bei bestimmten Kräutern möglich, Stress für die Mutterpflanze

Jede Methode hat ihre Daseinsberechtigung und eignet sich je nach Kräuterart und gewünschtem Ergebnis. Oft ist es sinnvoll, verschiedene Methoden zu kombinieren, um den Kräutergarten optimal zu erweitern und zu pflegen.

Erfolgsquoten und Zeitaufwand bei der Kräutervermehrung

Bei der Vermehrung von Kräutern spielen Erfolgsquoten und Zeitaufwand eine wichtige Rolle. Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die es zu berücksichtigen gilt.

Erfolgsquoten verschiedener Vermehrungsmethoden

Die Aussaat von Kräutern hat oft eine hohe Erfolgsquote, besonders bei einjährigen Kräutern wie Basilikum oder Koriander. Bei optimalen Bedingungen können bis zu 90% der Samen keimen. Mehrjährige Kräuter wie Thymian oder Oregano haben meist eine etwas geringere Keimrate von 60-80%.

Die Stecklingsvermehrung ist bei vielen Kräutern sehr erfolgreich. Bei leicht zu bewurzelnden Arten wie Minze oder Melisse liegt die Erfolgsquote oft bei 80-90%. Schwieriger zu vermehrende Kräuter wie Rosmarin oder Lavendel haben eine Erfolgsquote von 50-70%.

Die Teilung etablierter Pflanzen ist in der Regel sehr erfolgreich, mit Erfolgsquoten von 90-100% bei den meisten Kräutern.

Zeitaufwand und Kostenvergleich

Die Aussaat ist meist kostengünstig, da Saatgut relativ preiswert ist. Der Zeitaufwand variiert je nach Kräuterart. Schnell keimende Kräuter wie Kresse sind schon nach wenigen Tagen erntereif, während Petersilie bis zu drei Wochen zum Keimen braucht.

Stecklinge benötigen mehr Aufmerksamkeit und Pflege, besonders in den ersten Wochen. Der Zeitaufwand ist höher als bei der Aussaat, aber die Pflanzen entwickeln sich schneller. Die Kosten sind moderat, da man meist nur Bewurzelungshormone und Töpfe benötigt.

Die Teilung ist die schnellste Methode, um neue Pflanzen zu gewinnen. Der Zeitaufwand beschränkt sich auf wenige Minuten pro Pflanze. Die Kosten sind minimal, da man nur zusätzliche Töpfe oder Gartenfläche benötigt.

Spezielle Techniken für schwierig zu vermehrende Kräuter

Manche Kräuter gelten als Herausforderung bei der Vermehrung. Hier einige Tipps für besonders knifflige Kandidaten:

Lavendel vermehren

Lavendel lässt sich am besten über Stecklinge vermehren. Schneiden Sie im Spätsommer 10-15 cm lange, nicht blühende Triebe ab. Entfernen Sie die unteren Blätter und tauchen Sie das untere Ende in Bewurzelungshormon. Stecken Sie die Stecklinge in sandiges Substrat und halten Sie sie feucht, aber nicht nass. Eine Plastiktüte über dem Topf schafft ein Mini-Gewächshaus. Nach 4-6 Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben.

Rosmarin vermehren

Rosmarin ist ebenfalls ein Kandidat für die Stecklingsvermehrung. Wählen Sie 10-15 cm lange, kräftige Triebe ohne Blüten. Entfernen Sie die unteren Blätter und schneiden Sie die Basis schräg an. Tauchen Sie das Ende in Bewurzelungshormon und stecken Sie es in ein Gemisch aus Sand und Torf. Halten Sie das Substrat leicht feucht und warm (etwa 20°C). Die Bewurzelung kann 4-8 Wochen dauern.

Salbei vermehren

Salbei lässt sich sowohl durch Aussaat als auch durch Stecklinge vermehren. Für Stecklinge wählen Sie im Frühsommer 10 cm lange Triebspitzen. Entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie die Stecklinge in sandiges Substrat. Halten Sie sie feucht und warm. Nach 3-4 Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben. Bei der Aussaat säen Sie die Samen im Frühjahr flach aus und halten sie feucht. Die Keimung kann 2-3 Wochen dauern.

Kräutervermehrung: Drinnen vs. Draußen

Die Entscheidung, ob man Kräuter drinnen oder draußen vermehrt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beide Umgebungen haben ihre Vor- und Nachteile:

Vorteile der Vermehrung im Haus

  • Kontrollierbare Bedingungen (Temperatur, Licht, Feuchtigkeit)
  • Schutz vor Witterungseinflüssen und Schädlingen
  • Ganzjährige Vermehrung möglich
  • Ideal für empfindliche oder exotische Kräuter

Nachteile der Indoor-Vermehrung

  • Begrenzte Platzverhältnisse
  • Zusätzliche Kosten für Beleuchtung und Heizung
  • Mögliche Probleme mit Luftfeuchtigkeit und Schimmelbildung

Vorteile der Vermehrung im Freien

  • Natürliche Bedingungen fördern robuste Pflanzen
  • Mehr Platz für größere Mengen
  • Kostengünstig, da keine zusätzliche Ausrüstung nötig
  • Bessere Anpassung der Pflanzen an spätere Gartenbedingungen

Nachteile des Outdoor-Anbaus

  • Abhängigkeit von Wetter und Jahreszeiten
  • Gefahr durch Schädlinge und Krankheiten
  • Weniger Kontrolle über Wachstumsbedingungen

Anpassung der Methoden an Indoor-Bedingungen

Bei der Vermehrung von Kräutern im Haus sollten Sie einige Anpassungen vornehmen:

  • Licht: Verwenden Sie bei Bedarf Pflanzenlampen, um ausreichend Licht zu gewährleisten.
  • Luftfeuchtigkeit: Schaffen Sie ein feuchtes Mikroklima durch Abdeckungen oder Luftbefeuchter.
  • Temperatur: Nutzen Sie warme Standorte oder Heizmatten für wärmeliebende Kräuter.
  • Substrat: Verwenden Sie sterile Aussaat- oder Vermehrungserden, um Pilzbefall zu vermeiden.
  • Bewässerung: Gießen Sie vorsichtig und regelmäßig, um Staunässe zu vermeiden.

Werkzeuge und Materialien für die Kräutervermehrung

Die richtige Ausrüstung kann den Erfolg bei der Kräutervermehrung deutlich erhöhen. Hier eine Übersicht über essenzielle und optionale Hilfsmittel:

Essenzielle Ausrüstung

  • Aussaatschalen oder Töpfe: Wählen Sie Behälter mit Drainage-Löchern.
  • Aussaat- und Vermehrungserde: Spezielle, nährstoffarme und lockere Substrate.
  • Gießkanne oder Sprühflasche: Für vorsichtiges Bewässern.
  • Pikierholz oder Bleistift: Zum Vorstechen von Pflanzlöchern.
  • Etiketten und wasserfester Stift: Zur Kennzeichnung der Kräuter.
  • Scharfe Schere oder Messer: Für saubere Schnitte bei Stecklingen.

Optionale hilfreiche Werkzeuge

  • Anzuchthaus oder Mini-Gewächshaus: Schafft optimale Keimbedingungen.
  • Bewurzelungshormone: Fördern die Wurzelbildung bei Stecklingen.
  • Heizmatte: Für gleichmäßige Bodentemperatur bei der Keimung.
  • Pflanzenlampe: Zusätzliche Lichtquelle für Indoor-Vermehrung.
  • Thermometer und Hygrometer: Zur Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
  • Feine Siebe: Zum Abdecken feiner Samen mit Substrat.
  • Vernebler: Für optimale Luftfeuchtigkeit bei Stecklingen.

Mit der richtigen Ausrüstung und etwas Übung können Sie Ihre Lieblingskräuter erfolgreich vermehren und Ihren Kräutergarten kostengünstig erweitern. Denken Sie daran, dass jedes Kraut seine eigenen Bedürfnisse hat und es manchmal etwas Experimentierfreude braucht, um die perfekte Methode zu finden. Viel Spaß und Erfolg bei Ihrer Kräutervermehrung!

Häufige Fehler bei der Kräutervermehrung

Bei der Vermehrung von Kräutern können selbst erfahrene Gärtner ins Stolpern geraten. Werfen wir einen Blick auf typische Probleme und wie man sie vermeiden kann.

Überblick über typische Probleme

  • Zu viel Wasser: Viele Hobbygärtner neigen dazu, ihre Kräuter zu überwässern. Das kann zu Wurzelfäule führen.
  • Zu wenig Licht: Besonders bei der Anzucht von Sämlingen wird oft unterschätzt, wie viel Licht die kleinen Pflänzchen benötigen.
  • Falsche Temperatur: Manche Kräuter mögen es warm, andere eher kühl. Die falsche Temperatur kann die Keimung oder das Wurzelwachstum hemmen.
  • Ungeeignetes Substrat: Ein zu nährstoffreiches oder zu schweres Substrat kann Probleme verursachen.
  • Falsche Jahreszeit: Nicht jedes Kraut lässt sich zu jeder Zeit vermehren. Der Zeitpunkt spielt eine wichtige Rolle.

Lösungsansätze und Präventivmaßnahmen

Um diese Fehler zu vermeiden, hier einige Tipps:

  • Verwenden Sie gut drainierte Töpfe und ein lockeres, sandiges Substrat für die meisten Kräuter.
  • Stellen Sie Sämlinge an einen hellen Ort, aber nicht in die pralle Sonne.
  • Informieren Sie sich über die spezifischen Bedürfnisse jeder Kräuterart bezüglich Temperatur und Feuchtigkeit.
  • Benutzen Sie für Stecklinge ein nährstoffarmes Substrat, um die Wurzelbildung anzuregen.
  • Beachten Sie den natürlichen Rhythmus der Pflanze und vermehren Sie zur richtigen Jahreszeit.

Pflege nach der erfolgreichen Vermehrung

Nach der Vermehrung ist vor der Pflege. Die richtige Behandlung in den ersten Wochen entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg.

Umtopfen und Einpflanzen

Sobald die jungen Pflanzen stark genug sind, sollten sie in größere Töpfe oder ins Freiland umgesetzt werden. Dabei gilt:

  • Wählen Sie einen Topf, der etwa 2-3 cm größer im Durchmesser ist als der vorherige.
  • Verwenden Sie frische, nährstoffreiche Erde.
  • Gießen Sie die Pflanzen vor dem Umtopfen gut an, das erleichtert das Herausnehmen.
  • Setzen Sie die Pflanze auf die gleiche Höhe wie zuvor und drücken Sie die Erde vorsichtig an.

Düngung und Bewässerung

Kräuter sind meist genügsam, aber etwas Pflege schadet nicht:

  • Gießen Sie regelmäßig, aber lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen.
  • Düngen Sie sparsam. Zu viel Dünger kann den Geschmack beeinträchtigen.
  • Verwenden Sie am besten organischen Dünger oder verdünnten Kräutersud.

Schutz vor Schädlingen und Krankheiten

Gesunde Kräuter sind weniger anfällig für Probleme. Trotzdem sollten Sie wachsam sein:

  • Kontrollieren Sie regelmäßig auf Blattläuse, Spinnmilben oder Mehltau.
  • Entfernen Sie befallene Pflanzenteile sofort.
  • Fördern Sie Nützlinge im Garten, die natürliche Schädlingsbekämpfer sind.
  • Bei Topfkräutern hilft oft schon ein Standortwechsel, um Probleme zu lösen.

Nachhaltigkeit und Biodiversität durch Kräutervermehrung

Die Vermehrung von Kräutern ist nicht nur eine Freude für Hobbygärtner, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Erhaltung alter Sorten

Viele alte Kräutersorten sind vom Aussterben bedroht. Durch ihre Vermehrung können wir sie bewahren:

  • Suchen Sie gezielt nach alten, regionalen Sorten.
  • Tauschen Sie Saatgut und Stecklinge mit anderen Gärtnern.
  • Dokumentieren Sie Ihre Erfahrungen mit seltenen Sorten und teilen Sie sie.

Förderung der lokalen Artenvielfalt

Ein vielfältiger Kräutergarten ist ein Paradies für Insekten und andere Tiere:

  • Pflanzen Sie eine bunte Mischung verschiedener Kräuter an.
  • Lassen Sie einige Kräuter blühen – Bienen und Schmetterlinge werden es Ihnen danken.
  • Verzichten Sie auf chemische Pflanzenschutzmittel.

Kräutervermehrung: Ein Abenteuer für alle Sinne

Die Vermehrung von Kräutern ist mehr als nur Gartenarbeit – sie ist ein faszinierendes Abenteuer für alle Sinne. Von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte bietet jeder Schritt neue Erfahrungen und Erkenntnisse.

Ob Sie nun alte Sorten erhalten, Ihre Lieblingsgewürze selbst ziehen oder einfach die Freude am Wachsen und Gedeihen genießen möchten – die Kräutervermehrung hat für jeden etwas zu bieten. Experimentieren Sie mit verschiedenen Methoden, beobachten Sie die kleinen Wunder der Natur und lassen Sie sich von den Düften und Aromen Ihres eigenen Kräutergartens verzaubern.

Denken Sie daran: Jeder Fehlschlag ist eine Chance zum Lernen, und jeder Erfolg ein Grund zur Freude. Also, ran an die Töpfe, Samen und Stecklinge – Ihr nächstes Kräuterabenteuer wartet schon!

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