# Blumenzwiebeln vermehren: Teilung, Brutzwiebeln und Samen je nach Art

> Blumenzwiebeln vermehren: wann du Horste teilst, Brutzwiebeln abnimmst oder Samen säst, mit Zeitpunkten für Tulpe, Lilie, Kaiserkrone, Dahlie und Blaustern.

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- **Bereich:** Blumen › Blumenzwiebeln & Knollen
- **Zuletzt geprüft:** 23. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Wer Blumenzwiebeln vermehren will, hat drei Wege: Horste und Knollen teilen, Brutzwiebeln abnehmen oder Samen reifen lassen. Welcher Weg passt, entscheidet die Art. Wer zur falschen Zeit gräbt, nimmt der Zwiebel das Laub, mit dem sie noch Reserven für die nächste Blüte aufbaut. Ich schaue deshalb vor dem ersten Spatenstich auf zwei Dinge: das Speicherorgan der Pflanze und mein Ziel, also eine Sorte erhalten oder einen Bestand verwildern lassen.

> **Kurz erklärt:** Bei der vegetativen Vermehrung ziehst du neue Pflanzen aus Zwiebeln, Knollen oder Rhizomen der Mutterpflanze. Die Nachkommen sind genetisch mit ihr identisch und behalten ihre Eigenschaften. Bei der generativen Vermehrung über Samen vereinen Sämlinge weibliche und männliche Erbanteile und können deshalb von den Eltern abweichen.

## Welche Methode passt zu welcher Blumenzwiebel?

Die Handgriffe richten sich nach dem Speicherorgan. Tulpen und Narzissen speichern ihre Reserven in verdickten Blattteilen der Zwiebel, Dahlien dagegen in verdickten Wurzeln. Rhizome wie bei Canna oder Bart-Iris sind unterirdische Sprossachsen mit Knoten und Blattansätzen, die Reservestoffe speichern und der vegetativen Vermehrung dienen. Die Tabelle zeigt, welcher Weg zu welcher Art gehört und wann du ihn gehst.

| Art | Methode | Zeitpunkt | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| Tulpe | Tochter- und Brutzwiebeln | in feuchten Lagen ausgraben, wenn der Blütenstängel eingetrocknet ist; pflanzen von Ende September bis Mitte November | verblühte Köpfe entfernen; Tochterzwiebel blüht gegebenenfalls erst im zweiten Jahr |
| Wildtulpen wie Tulipa tarda und Tulipa turkestanica | Brutzwiebeln und Samen | einige Fruchtstände bis zur Samenreife stehen lassen | sommertrockener, ungestörter Platz |
| Kaiserkrone | Tochterzwiebeln | August oder September, unmittelbar wieder einpflanzen | vor allem die Zwiebel ist giftig |
| Lilie | Bestand teilen, Brutzwiebeln | September bis Mitte Oktober; Madonnenlilie im August pflanzen | Brutzwiebeln blühen nach etwa 2 bis 4 Jahren |
| Schneeglöckchen | Teilung | Frühjahr nach der Blüte, sofort wieder pflanzen | Zwiebel trocknet leicht aus |
| Sibirischer Blaustern | Brutzwiebeln, Samen | Brutzwiebeln im Herbst; Samen direkt nach der Reife im Mai und Juni säen | für Selbstaussaat Blüten nicht abschneiden |
| Traubenhyazinthe | Horste teilen | in der Sommerruhe oder im Herbst | Muscari neglectum vermehrt sich auch durch Selbstaussaat |
| Krokus | Brutknollen, Samen | breitet sich ungestört selbst aus | Sämlinge brauchen bis zu vier Jahre bis zur Blüte; Safrankrokus nur über Brutknollen |
| Winterling | Wurzelknollen teilen, Samen | nach der Blüte | ganze Pflanze giftig, besonders die Knolle |
| Hasenglöckchen | Bestand ausgraben und neu verteilen | Frühherbst | breitet sich auch über Ausläufer und Samen aus |
| Garten-Hyazinthe | Samen | frische Samen ins Frühbeet säen | Keimdauer 60 bis 150 Tage |
| Dahlie | Wurzelstock teilen, Kopfstecklinge | Stecklinge im zeitigen Frühjahr aus vorgetriebenen Knollen | jedes Teilstück mit mindestens 1 Knospe |
| Canna | Rhizom teilen | Frühjahr, beim Umtopfen oder zum Vortreiben | Teilstücke mit jeweils 3 bis 5 Augen |
| Bart-Iris | Rhizom teilen | nach der Blüte im Spätsommer | jedes Teilstück mit gesundem Blattfächer und einigen Wurzeln |
| Montbretie | Horste ausgraben, teilen, verpflanzen | etwa alle 3 bis 4 Jahre | Knollen auf Faulstellen prüfen |
| Ananasblume (Eucomis comosa) | Teilung, Blattstecklinge | Blattstecklinge im Sommer | aus Samen bei Eucomis bicolor und Eucomis autumnalis etwa 3 bis 5 Jahre bis zur Blüte |
| Zierlauch | Brutzwiebeln, Samen | Brutzwiebeln bilden sich während der Vegetationszeit in den Blattachseln | aus Samen meist 4 bis 5 Jahre bis zur Blüte |

Nicht jede Art musst du aktiv vermehren. Schneeglöckchen, Blausterne und Krokusse können am passenden Standort über Jahre Blütenteppiche bilden, wenn sie ungestört wachsen dürfen. Schneeglöckchen bilden dabei über Tochterzwiebeln dichtere Trupps und können über Samen, die Ameisen verschleppen, neue Kolonien gründen. Wohin geteilte Horste und neue Gruppen später kommen, legst du am besten [im Beetplaner für deine Gartenflächen](/tools/beetplaner/) fest.

## Woran erkennst du, dass ein Bestand geteilt werden will?

Das deutlichste Zeichen ist eine nachlassende Blüte oder ein schwächeres Wachstum. Wächst ein dichter Lilienbestand nach etwa 3 bis 4 Jahren schwächer, ist das dein Signal zum Teilen. Großblumige Stauden-Iris verjüngst du bei nachlassender Blüte im Spätsommer durch Teilung. Puschkinien lässt du dagegen möglichst ungestört und setzt sie erst um, wenn ihre Blüte nachlässt.

Bei anderen Arten zeigt der Platz den Zeitpunkt an. Zu groß gewordene Horste von Traubenhyazinthen teilst du im Herbst, zu dicht gewordene Hasenglöckchen gräbst du im Frühherbst aus und verteilst sie neu. Montbretien nimmst du etwa alle 3 bis 4 Jahre aus dem Boden, teilst die Horste und verpflanzt sie. Bei Hyazinthen rechnest du ab dem zweiten Standjahr ohnehin mit meist kleineren und lockereren Blütenständen.

## Horste teilen: so gehst du vor

### Der richtige Zeitpunkt

Bei frühlingsblühenden Arten bleibt das Laub stehen, bis es vergilbt ist, weil die Zwiebel bis dahin Reserven für die nächste Blüte aufbaut. Im Mittel dauert dieses Einziehen 6 bis 8 Wochen. Was die Pflege bis dahin verlangt, findest du im [Abschnitt Pflege des Überblicks zu Blumenzwiebeln und Knollen](/blumen/blumenzwiebeln/).

Schneeglöckchen sind die Ausnahme: Sie teilst du im Frühjahr nach der Blüte und pflanzt sie sofort wieder.

### Ausgraben und auslesen

Ich setze die Grabegabel ein Stück neben dem Horst an und hebe ihn als Ganzes heraus. Danach löst du die Zwiebeln mit den Fingern voneinander. Weiter verwendest du nur feste, gesunde Zwiebeln ohne weiche Stellen, Krankheitszeichen oder Fraßspuren. Weiche und matschige Zwiebeln sortierst du aus und entsorgst sie.

Schlechter Austrieb und ausbleibende Blüte können zusammen mit weichen, madenbesetzten Zwiebeln auf die Narzissenfliege hinweisen, die auch Schneeglöckchen befällt. Tulpenzwiebeln prüfst du zusätzlich auf braune Flecken und Pilz-Dauerkörper, denn solche Funde können auf Tulpenfeuer hindeuten.

> **Achtung:** Zwiebeln und Knollen aus der Vermehrung gehören nicht in die Küche. Bei Narzissen sind alle Pflanzenteile giftig, sie enthalten Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin. Wer etwas davon verschluckt, kann schwere Magen-Darm-Beschwerden bekommen, und schon Haut- oder Augenkontakt kann Reizungen verursachen. Bei der Kaiserkrone steckt das Gift vor allem in der alkaloidhaltigen Zwiebel, beim Winterling in der ganzen Pflanze und besonders in der Knolle, beim Atlantischen Hasenglöckchen in allen Teilen und besonders in der Zwiebel. Ich trage beim Teilen und Sortieren Handschuhe.

### Sofort pflanzen oder zwischenlagern

Schneeglöckchenzwiebeln trocknen ohne feste Außenhülle leicht aus, und nach der Teilung im Frühjahr gehören sie sofort wieder in die Erde. Beides zusammen heißt: Bereite den neuen Platz vor, bevor du den Horst aushebst. Für ein natürliches Pflanzbild setzt du sie in Gruppen von 10 bis 15 Zwiebeln. Auch Tochterzwiebeln der Kaiserkrone und Brutzwiebeln des Sibirischen Blausterns kommen gleich wieder in den Boden.

Müssen ausgegrabene Zwiebeln bis zum Herbst warten, lagerst du sie luftig und kühl und kontrollierst sie regelmäßig auf Schimmel und Fäulnis. Luftdichte Beutel nimmst du dafür nicht, weil Schwitzwasser Fäulnis begünstigt.

> **Mini-Checkliste:** Ist der Zeitpunkt für die Art erreicht? Ist der neue Platz vorbereitet? Sind die Zwiebeln fest und frei von weichen Stellen, Flecken und Maden? Ist das Werkzeug sauber? Hast du die Sorte notiert, damit du die Teilstücke später zuordnen kannst?

## Wie nutzt du Brutzwiebeln und Tochterzwiebeln?

### Tulpen

Bei Tulpen beginnt die Vermehrung schon beim Ausputzen. An sommertrockenen Standorten können die Zwiebeln danach im Boden bleiben. In feuchten Lagen gräbst du sie aus, wenn der Blütenstängel eingetrocknet ist. Bis zum Herbst bewahrst du sie mitsamt dem einziehenden Laub kühl und dunkel auf. Dann trennst du die Tochterzwiebeln ab und pflanzt sie von Ende September bis Mitte November.

> **Häufiger Fehler:** Verblühte Tulpenköpfe bleiben stehen. Die Samenbildung kostet die Pflanze Kraft, die sonst in die Brutzwiebeln geht. Bei Wildtulpen, die sich selbst aussäen sollen, lässt du dagegen bewusst einige Fruchtstände bis zur Samenreife stehen.

Eine größere Zwiebel ist ein Hinweis auf eine kräftigere Blüte, und in der niederländischen Zwiebelproduktion werden die großen Zwiebeln verkauft, die jungen Brutzwiebeln dagegen weiterkultiviert. Kleine Tochterzwiebeln sind also Pflanzgut für die kommenden Jahre: Eine Tulpen-Tochterzwiebel blüht gegebenenfalls erst im zweiten Jahr. Ich setze die kleinen Tochterzwiebeln in eine eigene Reihe und stecke ein Schild mit der Sorte dazu.

### Kaiserkronen und Lilien

Kaiserkronen vermehrst du im August oder September über Tochterzwiebeln. Du pflanzt sie unmittelbar nach dem Abtrennen wieder ein.

Bei Lilien gibt es zwei Wege. Für die Teilung hebst du aus einem nachlassenden Bestand die kräftigsten Zwiebeln heraus und setzt sie an einen neuen Platz. Mit abgetrennten Brutzwiebeln dauert es länger, sie blühen nach etwa 2 bis 4 Jahren. Teilen und pflanzen kannst du die meisten Gartenlilien von September bis Mitte Oktober. Madonnenlilien setzt du im August.

### Blaustern, Krokus und Zierlauch

Beim Sibirischen Blaustern trennst du die Brutzwiebeln als Richtwert im Herbst ab und pflanzt sie gleich wieder ein. Krokusse vermehren sich im Garten über Brutknollen und Samen. Der Safrankrokus ist triploid: In der üblichen Gartenkultur vermehrst du ihn über Brutknollen, für eine gewöhnliche Samenzucht eignet er sich nicht. Beim Zierlauch können sich während der Vegetationszeit Brutzwiebeln in den Blattachseln bilden.

## Knollen und Rhizome teilen: Dahlie, Canna, Iris

### Dahlien: Teilstücke und Stecklinge

Bei Dahlien teilst du den Wurzelstock. Jedes Stück behält dabei mindestens 1 Knospe und möglichst viele unverletzte Wurzeln. Frische Verletzungen ermöglichen Pilzen den Eintritt, deshalb muss auch das Pflanzloch die Knolle aufnehmen, ohne dass Teile abbrechen. Ich suche vor dem Schnitt die Knospen am Wurzelhals und lege die Trennlinie so, dass jedes Stück eine davon behält.

Daneben lassen sich Dahlien über Kopfstecklinge vermehren. Diese gewinnst du als Richtwert im zeitigen Frühjahr aus vorgetriebenen Knollen. Vortreiben kannst du die Knollen im Februar oder Anfang März hell, kühl und frostfrei in Töpfen. Stecklinge erhalten die Eigenschaften der Mutterpflanze, genau wie Teilstücke.

### Canna, Bart-Iris und weitere Rhizome

Zu groß gewordene Canna-Horste teilst du beim Umtopfen im Frühjahr. Zum Vortreiben schneidest du die Rhizome in Teilstücke mit jeweils 3 bis 5 Augen. Die Stücke stellst du hell bei etwa 18 °C auf. Innerhalb von 10 bis 12 Wochen entwickeln sie sich so zu Pflanzen. Ins Freie kommen sie erst nach Ende der Frostgefahr, gewöhnlich ab Mitte Mai.

Bart-Iris teilst du nach der Blüte im Spätsommer. Du trennst das Rhizom an den Einschnürungen, sodass jedes Teilstück einen gesunden Blattfächer und einige Wurzeln behält. Danach setzt du es so flach, dass die Oberseite des Rhizoms leicht über dem Boden sichtbar bleibt, und gießt es an.

Bei der weiß blühenden Zimmercalla, einer Rhizompflanze, ist Juli bis August ein Richtzeitraum, um sie beim Umtopfen zu teilen. Die Ananasblume Eucomis comosa vermehrst du durch Teilung des Bestands oder über Blattstecklinge, die du im Sommer gewinnst.

## Wie ziehst du Blumenzwiebeln aus Samen?

### Samenstände stehen lassen

Wenn sich Blaustern, Schneeglanz oder Winterling über Samen ausbreiten sollen, köpfst du sie nach der Blüte nicht. Bei Zwiebelblumen, die sich nicht aussäen sollen, entfernst du die verblühten Köpfe. Beim Sibirischen Blaustern reifen die Samen im Mai und Juni, ausgesät wird direkt nach der Reife. Seine Samen verbreiten auch Ameisen, die von den Elaiosomen angelockt werden. Bei Krokussen liegt der Fruchtknoten unter der Erde, nach der Befruchtung gelangt die Fruchtkapsel an die Oberfläche und setzt dort die reifen Samen frei.

Sämlinge vereinen weibliche und männliche Erbanteile, und Wildtulpen wie Tulipa tarda und Tulipa turkestanica verwildern an sommertrockenen, ungestörten Plätzen auch über Samen, wenn die Fruchtstände stehen bleiben. Samen lohnen sich also dort, wo eine Wildart sich ausbreiten soll. Eine bestimmte Sorte erhältst du nur vegetativ.

> **Mythos-Check:** „Aus den Samen meiner Lieblingstulpe wächst dieselbe Sorte nach.“ Darauf kannst du dich nicht verlassen. Bei Kreuzungen werden die Erbanlagen der Eltern neu kombiniert, deshalb müssen Nachkommen mit den gewünschten Eigenschaften gezielt ausgelesen werden. Bei Tulpen vergehen vom Züchtungsbeginn bis zum Handelsangebot 20 bis 30 Jahre.

### Aussäen in Töpfen

Traubenhyazinthe, Winterling und Kaiserkrone säst du in Töpfe oder Gefäße und stellst sie ins Frühbeet. Für Schneeglöckchen eignet sich frisches, gerade reifes Saatgut, gesät in Gefäße im offenen Frühbeet. Als Substrat nimmst du nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Samen der Armenischen Traubenhyazinthe lässt du in kaltem Wasser vorquellen und bedeckst sie nur leicht mit feinem Splitt. Hyazinthen säst du frisch ins Frühbeet in leichtes, sandiges Substrat.

Für die Keimung braucht die Kaiserkrone eine Kältephase, bis die Sämlinge erscheinen, können 28 bis 196 Tage vergehen. Bei der Garten-Hyazinthe liegt die Keimdauer bei 60 bis 150 Tagen. Winterlinge keimen bei 5 bis 12 °C. Säe so weit auseinander, dass die Sämlinge im ersten Jahr im Topf bleiben können und du sie nicht pikieren musst.

Schneeglöckchen-Sämlinge kultivierst du zunächst zwei Jahre im selben Topf im Frühbeet weiter. Im Frühsommer des zweiten Jahres topfst du die Jungzwiebeln um, solange sie noch Laub tragen. Bei der Kaiserkrone teilst du die Jungzwiebeln auf, sobald sie am Ende der zweiten Vegetationsperiode eingezogen haben. Damit du die Termine nicht aus den Augen verlierst, kannst du den [Aussaatkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/blumenzwiebeln/) neben die Töpfe hängen.

### Dahlien aus Samen

Dahlien aus Samen sind eine eigene Kultur. Die Mignon-Mischung ziehst du im März oder April in Schalen vor und pflanzt sie erst nach Mitte Mai ins Freiland. Als einjährige Blühkultur blüht sie von Juli bis Oktober. Die Knollen, die sie im Sommer bildet, kannst du ausgraben und im Haus überwintern.

> **Zahl im Blick:** Dahliensamen keimen bei 18 bis 20 °C, die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen, und gesät wird 0,5 bis 1 cm tief.

### Wie lange dauert es bis zur ersten Blüte?

Wer vermehrt, plant in Jahren. Die Wartezeit unterscheidet sich deutlich nach Art und Pflanzgut.

| Pflanzgut | Bis zur ersten Blüte |
|---|---|
| Tulpen-Tochterzwiebel | gegebenenfalls erst im zweiten Jahr |
| abgetrennte Lilien-Brutzwiebel | etwa 2 bis 4 Jahre |
| Krokus aus Samen | bis zu vier Jahre |
| Ananasblume (Eucomis bicolor, Eucomis autumnalis) aus Samen | etwa 3 bis 5 Jahre als Richtwert |
| Zierlauch aus Samen | meist 4 bis 5 Jahre |
| Zimmercalla aus Samen | meist mehrere Jahre als grober Richtwert |
| Mignon-Dahlie aus Samen | als einjährige Kultur Blüte von Juli bis Oktober |

## Wie pflegst du junge Brutzwiebeln und Teilstücke?

Frisch gesetzte Zwiebeln und Teilstücke gießt du gründlich an, auch wenn der Boden schon feucht ist, damit die Wurzelbildung beginnen kann. Staunässe vermeidest du dabei. Ich markiere neue Pflanzstellen mit Stäben, solange das Laub noch zu sehen ist, weil viele Frühjahrsblüher im Frühsommer einziehen.

Zwischen jungen Zwiebeln ziehst du Unkraut oder stichst es aus, denn Hacken stört die Entwicklung des Bestands. Beim Sibirischen Blaustern vermeidest du außerdem Trittbelastung. Rasenstellen mit jungen Krokussen mähst du erst, wenn ihre Blätter verwelkt sind.

Bei Tulpen begünstigt eine sommerliche Trockenphase die Blüte der folgenden Saison. Regelmäßige Sommerbewässerung benachbarter Pflanzen kann ruhende Tulpenzwiebeln faulen lassen. Deshalb setzt du keine stark wasserbedürftigen Sommerblumen direkt neben Tulpen, die im Boden bleiben.

Für Beete mit frühlingsblühenden Zwiebeln wird alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist empfohlen. Schneeglöckchen düngst du nicht zusätzlich, weil das lange Blätter auf Kosten der Blüten fördern kann. Wann und wie viel Wasser deine Zwiebeln brauchen, erklärt der Ratgeber dazu, [wie viel, wann und wie du Blumenzwiebeln gießt](/blumen/blumenzwiebeln/blumenzwiebeln-richtig-giessen-tipps-fuer-ueppige-blueten/). Für ein ganzes Beet mit Mischungen zeigt ein eigener Ratgeber, [wie du Zwiebelmischungen nach der Pflanzung bis zur Ruhephase pflegst](/blumen/blumenzwiebeln/blumenzwiebelmischungen-richtig-pflegen-nach-der-pflanzung/).

## Was gehört nicht in die Vermehrung?

Wer teilt, vermehrt auch das, was in der Mutterpflanze steckt. Tomatenbronzeflecken- und Impatiensfleckenvirus können mit vegetativ vermehrtem, infiziertem Pflanzenmaterial weitergegeben werden, und Calla und Dahlien gehören zu ihren Wirten. An Dahlienmosaik erkrankte Knollen bringen auch im Folgejahr kranke Pflanzen hervor. Gelbgrüne Blattmuster und gestauchter Wuchs können auf Mosaik hindeuten. Mosaikflecken, Nekrosen oder Wuchsstörungen allein sichern eine Virusdiagnose aber nicht, erst eine Laboruntersuchung bringt Sicherheit. Für die Vermehrung genügt dir der Verdacht: Solche Pflanzen teilst du nicht.

Zwiebeln aus einem Tulpenbestand mit Tulpenfeuer hebst du nicht zur Wiederpflanzung auf, und die Tulpen wechseln auf ein anderes Beet. Mit Blattälchen befallene Stauden wie Anemonen kommen über den Hausmüll weg, weder auf den Kompost noch in die Vermehrung. Zu den Wirtspflanzen des Stängelälchens gehören unter anderem Galanthus, Muscari und Tulipa, also Schneeglöckchen, Traubenhyazinthen und Tulpen. Es kann weiche, faulende Zwiebeln mit konzentrischen Verbräunungen verursachen, und belastete Erde wandert mit Geräten und Schuhen weiter. Ich reinige Spaten und Messer, bevor ich das nächste Beet bearbeite.

Welche weiteren Schwierigkeiten in gemischten Zwiebelbeeten auftreten, beschreibt der Ratgeber dazu, [welche Probleme bei Blumenzwiebelmischungen entstehen und wie du sie löst](/blumen/blumenzwiebeln/blumenzwiebelmischungen-probleme-und-loesungen-im-garten/).

## Standort, Boden und Winterlager in Kürze

Auch für junge Zwiebeln zählt beim Boden vor allem, dass Wasser abziehen kann. Bei schweren Böden wird eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies empfohlen. Was deine Art an Licht und Boden braucht, steht im Überblick zu Blumenzwiebeln und Knollen im Abschnitt Standort und Boden.

Wie tief und mit welchem Abstand du Teilstücke und Brutzwiebeln setzt, hängt von der Art ab. Die Faustregeln dazu findest du im selben Überblick im Abschnitt Pflanzen.

Nicht winterharte Teilstücke wie Dahlienknollen kommen ins frostfreie Winterlager, Dahlien dunkel bei etwa 4 bis 8 °C. Wann du ausgräbst und wie du lagerst, beschreibt dort der Abschnitt Ausgraben und Überwintern.

## Wann vermehrst du welche Art im Jahreslauf?

Im Frühjahr teilst du Schneeglöckchen nach der Blüte und Canna beim Umtopfen, aus vorgetriebenen Dahlienknollen schneidest du Stecklinge. Mai und Juni gehören den Samen des Sibirischen Blausterns, die du gleich nach der Reife aussäst. Den Sommer nutzt du für Blattstecklinge der Ananasblume, und die Zimmercalla teilst du von Juli bis August. Nach der Blüte im Spätsommer folgen die Bart-Iris, im August oder September die Kaiserkronen. Von September bis Mitte Oktober sind die Lilien dran. Hasenglöckchen verteilst du im Frühherbst neu, Traubenhyazinthen und Blaustern-Brutzwiebeln nimmst du im Herbst auf.

## Häufige Fragen

### Welche Methoden gibt es zur Vermehrung von Blumenzwiebeln?

Du vermehrst Blumenzwiebeln vegetativ, indem du Horste, Knollen oder Rhizome teilst und Brut- oder Tochterzwiebeln abnimmst, oder generativ über Samen. Vegetativ vermehrte Pflanzen tragen das Erbgut der Mutterpflanze und behalten ihre Eigenschaften, Sämlinge können dagegen von den Eltern abweichen. Welche Methode passt, hängt von der Art ab: Kaiserkronen vermehrst du über Tochterzwiebeln, Dahlien durch Teilen des Wurzelstocks und den Sibirischen Blaustern über Brutzwiebeln oder Samen.

### Wann ist der beste Zeitpunkt für die Zwiebelvermehrung?

Das hängt von der Art ab. Schneeglöckchen teilst du im Frühjahr nach der Blüte, Kaiserkronen vermehrst du im August oder September, Lilien teilst du von September bis Mitte Oktober. Horste von Traubenhyazinthen und die Brutzwiebeln des Sibirischen Blausterns nimmst du im Herbst auf. Bei den übrigen frühlingsblühenden Arten wartest du, bis das Laub vergilbt ist, weil die Zwiebel bis dahin Reserven für die nächste Blüte aufbaut.

### Was sind Brutzwiebeln und wie werden sie verwendet?

Brutzwiebeln sind junge Zwiebeln, über die sich Zwiebelpflanzen wie Tulpen, Lilien oder der Sibirische Blaustern vegetativ vermehren; beim Zierlauch können sie sich in den Blattachseln bilden. Du trennst sie ab und pflanzt sie neu, beim Sibirischen Blaustern als Richtwert im Herbst und gleich wieder in die Erde. Weil sie das Erbgut der Mutterpflanze tragen, behalten sie deren Eigenschaften. Bis zur Blüte brauchen sie Zeit, abgetrennte Lilien-Brutzwiebeln etwa 2 bis 4 Jahre.

### Welche Rolle spielt die Samenvermehrung bei Zwiebelblumen?

Samen eignen sich vor allem für Arten, die verwildern sollen, etwa Blaustern, Schneeglanz, Winterling oder Wildtulpen wie Tulipa tarda. Dafür lässt du die abgeblühten Blütenstände bis zur Samenreife stehen. Sämlinge vereinen weibliche und männliche Erbanteile und können von den Eltern abweichen, eine bestimmte Sorte erhältst du so nicht zuverlässig. Außerdem brauchst du Geduld, denn aus Samen gezogene Krokusse können bis zu vier Jahre bis zur ersten Blüte benötigen.

### Stimmt es, dass geteilte Zwiebeln im ersten Jahr nicht blühen?

Das hängt von Art und Größe des Pflanzguts ab, denn eine größere Zwiebel ist ein Hinweis auf eine kräftigere Blüte. Bei Tulpen blüht eine Tochterzwiebel gegebenenfalls erst im zweiten Jahr. Abgetrennte Lilien-Brutzwiebeln brauchen sogar etwa 2 bis 4 Jahre bis zur Blüte. Lass das Laub nach der Blüte stehen, bis es vergilbt ist, damit die Zwiebel Reserven für die nächste Blüte aufbauen kann.

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