# Nachtkerzen vermehren: Selbstaussaat lenken und Stecklinge ausprobieren

> So vermehrst du Nachtkerzen: Samenstände gezielt stehen lassen, reife Samen ernten, Sämlinge vereinzeln und krautige Stecklinge unter Folie bewurzeln.

- **URL:** https://samen.de/blumen/stauden-ziergraeser/nachtkerzen-vermehren-tipps-zur-selbstaussaat-und-stecklingsvermehrung/
- **Bereich:** Blumen › Stauden & Ziergräser
- **Zuletzt geprüft:** 20. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

---

Schneidest du bei der Nachtkerze alle Blütenstände ab, bevor die Samen reifen, kann sie aus deinem Beet verschwinden. Die Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) ist zweijährig und stirbt nach der Samenreife ab. Ich lasse deshalb jedes Jahr ausgewählte Samenstände stehen und lege vorher fest, wo der Nachwuchs wachsen darf. Hier zeige ich dir, wie du die Selbstaussaat lenkst, Samen erntest und Stecklinge ausprobierst.

Im ersten Jahr bildet die Pflanze nur eine bodennahe Blattrosette, im zweiten Jahr folgen Blütenstängel, Blüte und Samen. Geblüht wird von Juni bis September, und abends öffnen sich dabei immer neue Blüten. Wie Zweijährige und Stauden grundsätzlich leben, fasst das [Kurzporträt der Stauden, Zweijährigen und Gräser](/blumen/stauden-ziergraeser/) zusammen.

## Warum du Nachtkerzen vermehren solltest

Der wichtigste Grund liegt im Lebenslauf der Pflanze. Eine einzelne Nachtkerze blüht nur in ihrem zweiten Jahr und geht nach der Samenreife ein. Weil Rosette und Blüte auf zwei Jahre verteilt sind, brauchst du für jeden Sommer beides gleichzeitig im Beet: junge Rosetten und blühende Pflanzen. Diesen Wechsel hält nur neuer Nachwuchs in Gang.

Ein zweiter Grund ist der Abendgarten. Bei der Gewöhnlichen Nachtkerze öffnen sich abends neue Blüten, und bestäubt wird sie überwiegend von Nachtfaltern. Mit mehreren Pflanzen kannst du dieses Aufblühen die ganze Saison über immer wieder beobachten.

Nachwuchs aus eigenen Samen kostet außerdem nichts. Die Art gilt als verwilderungsfähig und sät sich an einem passenden Platz selbst aus. Du musst die Vermehrung also nicht erzwingen, sondern nur lenken.

Stecklinge kommen ins Spiel, wenn eine ganz bestimmte Pflanze unverändert weiterleben soll. Vegetativ vermehrte Pflanzen tragen dieselben genetischen Anlagen wie ihre Mutterpflanze.

## Drei Wege zum Nachwuchs

Bei der Nachtkerze hast du drei Möglichkeiten, und zwei davon beruhen auf Samen. Das passt zu einer zweijährigen Pflanze, die sich ohnehin über ihre Samen erneuert. Der Steckling ist bei ihr ein Versuch, für den ich die allgemeinen Regeln für krautige Stecklinge nutze.

| Weg | Was du tust | Wann er passt |
|---|---|---|
| Selbstaussaat lenken | gesunde Samenstände stehen lassen, Boden darunter freihalten, Sämlinge vereinzeln | wenn der Nachwuchs rund um die Mutterpflanzen wachsen darf |
| Samen ernten und säen | reife Samen sammeln, nachtrocknen, an einen neuen Platz streuen oder lagern | wenn Nachtkerzen an anderer Stelle wachsen sollen |
| Steckling | knospenfreien, nicht verholzten Trieb schneiden und unter Folie bewurzeln | wenn du eine bestimmte Pflanze unverändert erhalten willst |

## So läuft die Selbstaussaat ab

Im zweiten Jahr schiebt die Rosette ihren Blütenstängel, der von Juni bis September blüht. Die Samen reifen dabei nicht auf einmal. In den unteren Kapseln sind sie schon reif, während weiter oben noch Blüten aufgehen. Sind die Kapseln oben offen, fallen Samen heraus. Für die Ernte gehen sie damit verloren, für die Selbstaussaat sind sie der Anfang.

Nach der Samenreife stirbt die Mutterpflanze ab. Aus den ausgefallenen Samen keimen Sämlinge, sobald Temperatur und Feuchte passen. Die Jungpflanzen entwickeln sich langsam und wachsen im ersten Jahr zur Rosette heran. Im Jahr darauf blühen sie, und der Kreislauf beginnt von vorn.

> **Zahl im Blick:** Die Samen der Gewöhnlichen Nachtkerze sind sehr fein. Bei Wild- und Genbankmaterial wiegen tausend Samen 0,2 bis 0,704 g. Keimen können sie zwischen 9 °C als Mindest- und 23 °C als Höchsttemperatur.

## Was für die Selbstaussaat spricht

Der erste Vorteil: Anzucht, Pikieren und Umsetzen fallen weg. Die Nachtkerze bildet eine Pfahlwurzel, und ein Sämling, der an Ort und Stelle keimt, muss nicht umziehen. Außerdem stellt sich der Wechsel der Generationen fast von selbst ein, solange du jedes Jahr Samenstände stehen lässt. Deine Arbeit beschränkt sich auf Auswählen, Freihalten und Vereinzeln.

Dem stehen Nachteile gegenüber. Ort und Zahl der Sämlinge bestimmst du nur teilweise, denn die Samen fallen rund um die Mutterpflanze. Weil sich die Art an passenden Plätzen ausbreitet, gehört das Begrenzen zur Selbstaussaat dazu. Stammt deine Pflanze aus einer Hybridsorte, können die Sämlinge zudem deutlich von der Mutterpflanze abweichen.

> **Mythos-Check:** Selbstaussaat läuft ganz ohne dich? Nicht ganz. Die Jungpflanzen der Gewöhnlichen Nachtkerze entwickeln sich langsam, deshalb begrenzt du die Konkurrenz durch Beikräuter, bis der Bestand geschlossen ist.

## Selbstaussaat gezielt lenken

### Welche Samenstände stehen bleiben

Ich entscheide schon während der Blüte, welche Pflanzen Samen bilden dürfen. Stehen bleiben kräftige, gesunde Stängel an Stellen, an denen ich im nächsten Jahr Rosetten haben möchte. Pflanzen mit Blattflecken oder Mehltau nehme ich dafür nicht, denn auch beim eigenen Nachbau zählt nur gesundes Saatgut. Die übrigen Blütenstände schneide ich nach dem Verblühen ab, bevor ihre Samen reifen. Das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten kann bei vielen Stauden die unerwünschte Selbstaussaat verhindern.

> **Häufiger Fehler:** Mit dem Ernten oder Abschneiden warten, bis der ganze Stängel verblüht ist. Bei der Nachtkerze reifen die unteren Kapseln schon, während oben noch Blüten aufgehen, und aus oben offenen Kapseln fallen Samen heraus. Ich kontrolliere deshalb schon während der Blüte von unten nach oben.

### Samen ernten, bevor sie ausfallen

Willst du Nachtkerzen an einem anderen Platz ansiedeln, erntest du die Samen selbst. Gartensamen werden bei trockenem Wetter geerntet, sobald sie ausgereift sind und sich leicht aus ihrer Hülle lösen. Ich fange an den unteren Kapseln an und arbeite mich mit fortschreitender Reife nach oben vor.

Die Samen breite ich anschließend auf Papier aus und lasse sie nachtrocknen. Beschriftet lagere ich sie kühl, dunkel und trocken. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Als Orientierung bleiben die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen so etwa 3 Jahre keimfähig, eine Garantie für jede Art ist das nicht.

> **Marias Erfahrung:** Ich biege den reifenden Stängel über eine Papiertüte und schüttle die Samen aus den offenen unteren Kapseln hinein. Die Tüte beschrifte ich sofort mit Pflanze und Erntejahr.

### Den Nachwuchs an den richtigen Platz bringen

Die unteren Kapseln reifen schon während der Blüte. Im Feldanbau ist für die Nachtkerze außerdem ein zweijähriges Verfahren mit Aussaat von Ende Juli bis Mitte August beschrieben. Erste reife Samen kannst du deshalb gleich an ihren neuen Platz streuen, statt sie bis zum Frühjahr zu lagern.

Ich streue die Samen auf offenen, sonnigen Boden, den ich vorher gelockert und von Beikräutern befreit habe. Gelockert wird erst, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist. Wann welche Stauden und Zweijährigen gesät werden, zeigt dir der [Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser](/tools/druck/aussaatkalender/stauden-ziergraeser/). Damit du die Plätze nicht vergisst, kannst du [die Flächen für den Nachwuchs im Beetplaner einzeichnen](/tools/beetplaner/).

Sämlinge, die an der falschen Stelle aufgehen, steche ich jung und mit reichlich Erde aus. Die Nachtkerze bildet eine Pfahlwurzel, und die möchte ich beim Umsetzen nicht verletzen.

### Sämlinge vereinzeln und freihalten

Stehen Sämlinge dicht, vereinzelst du sie nach Bildung der ersten Laubblätter mit einem Pikierstab. Fass sie dabei ohne Zug an den Keimblättern. Die kräftigsten lässt du am Platz stehen, die übrigen setzt du um oder entfernst sie.

Als Abstand nehme ich die Werte der Reihensaat. In der Reihe stehen die Pflanzen 25 cm auseinander. Zwischen den Reihen liegen 30 cm. In einer frei ausgesäten Gruppe halte ich mich an diese Maße, auch wenn keine Reihen erkennbar sind.

Danach braucht der Nachwuchs vor allem Platz und Licht. Die Jungpflanzen entwickeln sich langsam, deshalb ziehe ich Beikräuter heraus, bis der Bestand geschlossen ist. Zusätzlich düngen musst du die Gewöhnliche Nachtkerze im Garten nicht.

## Nachtkerzen gezielt aussäen

Möchtest du Nachtkerzen ganz neu ansiedeln, säst du sie im Frühjahr von März bis April direkt ins Beet. Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst und die Jungpflanzen bis zur Blüte begleitest, erklärt der Ratgeber dazu, [wie du Nachtkerzen aus Samen bis zur Blüte heranziehst](/blumen/stauden-ziergraeser/nachtkerzen-vom-samen-zur-bluehenden-pflanze/).

## Warum keimen meine Nachtkerzen nicht?

Bleibt das Saatbeet leer, prüfe ich der Reihe nach Wartezeit, Temperatur, Saattiefe, Feuchte und Alter der Samen. Die Angaben für die Gewöhnliche Nachtkerze helfen dabei.

| Punkt | Angabe |
|---|---|
| Keimdauer | 14 bis 21 Tage; eine weitere Anzuchtempfehlung rechnet bei 20 °C mit Keimung innerhalb von 3 Monaten |
| Keimtemperatur | mindestens 9 °C, höchstens 23 °C |
| Saattiefe | 0,5 cm; eine weitere Anzuchtempfehlung rät zur Saat an der Oberfläche im Licht |
| Aussaatzeit | Direktsaat März bis April; im Feldanbau auch zweijährig mit Aussaat Ende Juli bis Mitte August |

**Wartezeit.** Vor Ablauf der Keimdauer ist ein leeres Beet noch kein Grund zur Sorge. Weil eine Anzuchtempfehlung sogar mit bis zu drei Monaten rechnet, grabe ich ein Saatbeet nicht vorschnell um.

**Temperatur.** Liegt die Bodentemperatur unter dem Minimum von 9 °C, rechne ich noch nicht mit Keimlingen.

**Saattiefe.** Die Samen sind sehr fein, und die Saattiefe liegt bei 0,5 cm. Eine weitere Anzuchtempfehlung rät sogar zur Saat an der Oberfläche im Licht, weil die Samen Licht brauchen oder sehr fein sind. Liegt deine Saat deutlich tiefer, kann das ein Grund sein. Ich halte mich im Beet an den halben Zentimeter und drücke die Erde danach nur an.

**Feuchte.** Während Quellung und Keimung muss das Saatbeet ständig ausreichend feucht bleiben. Ich prüfe die Oberfläche mit dem Finger und gieße mit feiner Brause nach, sobald sie abtrocknet.

**Alter.** Überlagertes Saatgut prüfst du vor der erneuten Aussaat auf Keimfähigkeit. Bei Saatgutresten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du die Keimprobe etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat.

**Konkurrenz.** Manchmal sind die Sämlinge da, aber zwischen Beikräutern kaum zu sehen. Halte die Fläche deshalb frei, damit du die langsam wachsenden Jungpflanzen überhaupt entdeckst.

Säst du in Schalen vor, nimm salzarme Aussaaterde, aus der überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Eine Abdeckung nimmst du beim ersten Keimling ab und stellst die Jungpflanzen hell, aber vor praller Sonne geschützt auf.

## Stecklinge von Nachtkerzen: wann sie sinnvoll sind und welche Triebe passen

### Wann ein Steckling mehr bringt als Samen

Für die Gewöhnliche Nachtkerze sind Samen der naheliegende Weg, weil sie zweijährig ist und sich über Samen erneuert. Ein Steckling lohnt sich, wenn du die Eigenschaften einer bestimmten Pflanze unverändert erhalten willst. Vegetativ vermehrte Pflanzen besitzen dieselben genetischen Anlagen wie ihre Mutterpflanze. Nachkommen aus selbst geernteten Samen von Hybridsorten können dagegen anders aussehen.

Ich arbeite deshalb nach den allgemeinen Regeln für krautige Stecklinge und betrachte jeden Steckling als Test.

### Der richtige Zeitpunkt und die passenden Triebe

Krautige Stecklinge kommen bei dafür geeigneten Beet- und Balkonpflanzen im Sommer infrage. Verwendet werden Triebe einer gesunden Mutterpflanze, die noch nicht verholzt sind und weder Blüten noch Knospen tragen. Gut sind kräftige Triebe, die weder zu weich noch zu hart sind.

Die Nachtkerze blüht von Juni bis September, und für den Steckling brauchst du Triebe ohne Blüten und Knospen. Passendes Material findest du deshalb an Pflanzen, die ihren Blütenstängel gerade treiben, bevor sich Knospen zeigen, oder an Seitentrieben ohne Knospenansatz. Ich nehme dafür Triebspitzen, also Kopfstecklinge. Wie lang ein Kopfsteckling ist und wie viele Blätter er trägt, hängt von der Pflanzenart ab.

### Werkzeug und Material

Viel brauchst du nicht, aber alles sollte sauber sein. Werkzeug, das mit krankheitsbelasteter Erde verschmutzt ist, reinigst du vor dem Schnitt. Die Stecklingserde soll nährstoffarm und durchlässig sein, dafür mischst du sie mit Sand oder Perlit. Die Töpfe brauchen Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

> **Mini-Checkliste:** scharfes, sauberes Messer oder eine saubere Schere · kleine Töpfe mit Abzugslöchern · nährstoffarme, durchlässige Stecklingserde mit Sand oder Perlit · Folienabdeckung · warmer, heller Platz ohne direkte Sonne

## Stecklinge schneiden, stecken und bewurzeln

### Den Steckling vorbereiten

Ich schneide den Trieb mit einem scharfen Messer glatt ab. Danach entferne ich Blüten, Knospen und einen Teil der Blätter. So verdunstet der Steckling weniger Wasser, solange er noch keine Wurzeln hat. Die Blätter im unteren Bereich nehme ich ganz ab, damit ich den Trieb sauber stecken kann.

### Stecken und abdecken

Ich fülle die Töpfe mit der Stecklingserde, stecke den Trieb ein und drücke die Erde rundum an. Beblätterte krautige Stecklinge stehen warm und hell, aber ohne direkte Sonne. Eine Folienabdeckung schützt sie vor übermäßiger Verdunstung.

> **Achtung:** Unter der Folie kann sich Schwitzwasser sammeln. Kontrolliere die Stecklinge täglich auf Schwitzwasser und Schadstellen und lüfte dabei kurz.

### Bewurzelung beobachten

Für krautige Sommerstecklinge geeigneter Beet- und Balkonpflanzen gibt es einen Richtwert. Unter Folie an einem hellen Platz ohne grelle Sonne zeigen sie nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln. Für die Nachtkerze nehme ich diesen Wert als Anhaltspunkt, nicht als Termin. Ich schaue nach, ob Wurzeln am Abzugsloch erscheinen, statt am Steckling zu ziehen.

Kümmert ein Steckling, sieh dir die Wurzeln an. Braune, faule oder vermorschte Wurzeln können auf eine Wurzelkrankheit hindeuten. Befallene Pflanzen entsorgst du über Haus- oder Biomüll, weil im Gartenkompost möglicherweise keine ausreichenden Temperaturen entstehen.

### Umtopfen, abhärten und auspflanzen

Wann du umtopfst, richtet sich nach der Stärke der Bewurzelung. Ist der Topf gut durchwurzelt, setze ich die Jungpflanze in einen größeren Topf um. Ob du Nachtkerzen auch dauerhaft im Topf unter Glas halten kannst, klärt der Ratgeber zu [Licht, Temperatur und Topfkultur von Nachtkerzen im Wintergarten](/blumen/stauden-ziergraeser/nachtkerzen-im-wintergarten-moeglichkeiten-und-herausforderungen/).

Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanze etwa eine Woche an draußen. Sie steht dafür windgeschützt, schattig, aber hell. Den Wechsel ins Freie legst du auf einen bedeckten, wenig windigen Tag, damit die Blätter nicht verbrennen. Im Beet bekommt sie dieselben Abstände wie ein Sämling.

## Selbstaussaat oder Steckling: der Vergleich

| | Gelenkte Selbstaussaat | Steckling |
|---|---|---|
| Arbeit | Samenstände auswählen, Boden freihalten, vereinzeln | schneiden, stecken, Folie täglich kontrollieren, umtopfen, abhärten |
| Erbanlagen | Sämlinge von Hybridsorten können abweichen | dieselben Anlagen wie die Mutterpflanze |
| Platz | Samen fallen rund um die Mutterpflanze, gezielte Saat ist möglich | du bestimmst den Platz beim Auspflanzen |
| Wurzel | der Sämling wächst ohne Umzug am Platz | die Jungpflanze wird umgetopft und ausgepflanzt |
| Verlässlichkeit | folgt dem natürlichen Lebenslauf der Pflanze | Versuch ohne feste Werte für die Nachtkerze |

Für das Staudenbeet rate ich dir zur gelenkten Selbstaussaat. Sie folgt dem Lebenslauf der zweijährigen Pflanze, kostet wenig Arbeit und erspart der Pfahlwurzel das Umsetzen. Ihr Nachteil ist die geringere Kontrolle über Ort und Zahl der Sämlinge, und die gleichst du mit Auswählen und Vereinzeln aus.

Den Steckling nimmst du, wenn eine bestimmte Pflanze mit ihren Eigenschaften erhalten bleiben soll. Er braucht mehr Handgriffe und tägliche Kontrolle, dafür bestimmst du Pflanze und Platz genau. In naturnahen Gärten, Bauern- und Schmetterlingsgärten passt die Selbstaussaat gut, weil sich die Nachtkerze dort ausbreiten darf. In streng geplanten Beeten setzt du auf gezielte Saat an festen Stellen.

## Was junge Nachtkerzen sonst brauchen

Nachtkerzen wollen einen sonnigen Platz, Nachmittagsschatten vertragen sie. Gut sind trockene, sandige bis lehmige und nicht übermäßig nährstoffreiche Böden, auch tiefgründige sandige Lehme und lehmige Sande passen. Mehr zu Licht, Feuchte und pH-Wert steht im Stauden-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Blattflecken und Mehltau können an Nachtkerzen auftreten. Wie du im Staudenbeet vorbeugst, kontrollierst und befallene Teile entfernst, beschreibt der Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf sowie Krankheiten und Schädlinge.

Im Beet eignet sich die Nachtkerze als Beetrand oder für kleine Gruppen, etwa in Bauern-, Schmetterlings- und trockenheitsverträglichen Gärten. Wie du Stauden zu Gruppen zusammenstellst, zeigt der Abschnitt Gestalten und kombinieren im Stauden-Ratgeber.

Die Pfahlwurzel der sicher bestimmten Gewöhnlichen Nachtkerze ist essbar und wird vom Herbst des ersten bis zum Frühjahr des zweiten Wuchsjahres geerntet. Eine geerntete Rosette kommt nicht mehr zur Blüte, lass für den Nachwuchs also genug Pflanzen stehen. Kannst du eine Pflanze nicht sicher bestimmen, verzichtest du auf den Verzehr; mehr zur Verwendung findest du im Ratgeber zur Anzucht vom Samen bis zur Blüte.

## Zu viel Nachwuchs oder keine Blüte

Breitet sich die Nachtkerze stärker aus, als dir lieb ist, schneidest du die Blütenstände früh ab. Weil die unteren Kapseln schon reifen, während oben noch Blüten aufgehen, wartest du damit nicht bis zum Ende der Blüte. Überzählige Sämlinge ziehst du rechtzeitig heraus.

Bleibt die Blüte aus, schau zuerst aufs Alter: Im ersten Jahr bildet die Nachtkerze nur ihre Rosette, geblüht wird im zweiten Jahr. Blüht eine ältere Pflanze nicht, kann der Platz zu schattig oder der Boden zu nährstoffreich sein. Wie du die Blüte förderst, erklärt der Ratgeber zur Anzucht vom Samen bis zur Blüte.

## Häufige Fragen

### Wie funktioniert die Vermehrung von Nachtkerzen durch Selbstaussaat?

Die Gewöhnliche Nachtkerze bildet im ersten Jahr eine Blattrosette, blüht im zweiten Jahr von Juni bis September und stirbt nach der Samenreife ab. Ihre Samen reifen von unten nach oben, und aus Kapseln, die oben offen sind, fallen sie heraus. Lässt du gesunde Samenstände stehen und hältst den Boden darunter frei von Beikräutern, kann an Ort und Stelle neuer Nachwuchs heranwachsen. Die übrigen Blütenstände schneidest du vor der Samenreife ab, damit sich die Art nicht zu stark ausbreitet.

### Was bedeutet der zweijährige Lebenszyklus der Nachtkerze für die Vermehrung?

Aus dem Samen wächst im ersten Jahr nur eine bodennahe Blattrosette, erst im zweiten Jahr folgen Blütenstängel, Blüte und Samen. Danach stirbt die Pflanze ab. Damit es jeden Sommer blüht, brauchst du Rosetten und blühende Pflanzen nebeneinander und deshalb jedes Jahr neuen Nachwuchs aus Samen.

### Worin unterscheidet sich die Stecklingsvermehrung von der Selbstaussaat bei Nachtkerzen?

Bei der Selbstaussaat streut die Pflanze ihre Samen selbst aus, und du lenkst nur, welche Samenstände stehen bleiben und wo Sämlinge wachsen dürfen. Ein Steckling ist ein nicht verholzter Trieb ohne Blüten und Knospen, der in nährstoffarmer, durchlässiger Erde unter Folie Wurzeln bilden soll. Vegetativ vermehrte Pflanzen tragen dieselben Erbanlagen wie die Mutterpflanze, während Sämlinge aus Hybridsorten abweichen können. Bei der zweijährigen Nachtkerze bleibt der Steckling ein Versuch, der sich vor allem lohnt, wenn eine bestimmte Pflanze unverändert erhalten bleiben soll.

### Wie reifen die Samenkapseln der Nachtkerze und wie verteilen sich die Samen?

Bei der Gewöhnlichen Nachtkerze reifen die Samen in den unteren Kapseln schon, während weiter oben noch Blüten aufgehen. Aus Kapseln, die oben offen sind, fallen die sehr feinen Samen heraus und gehen für die Ernte verloren. Willst du Samen sammeln, beginnst du deshalb unten und erntest bei trockenem Wetter, sobald sich die Samen leicht lösen.

### Warum öffnen sich Nachtkerzenblüten erst am Abend?

Bei Oenothera biennis öffnen sich abends neue Blüten, sodass du das Aufblühen während der ganzen Saison immer wieder beobachten kannst. Gesteuert wird diese abendliche Öffnung von einer inneren Tagesuhr, sie bleibt sogar unter Dauerlicht erhalten. Bestäubt wird die Gewöhnliche Nachtkerze überwiegend von Nachtfaltern.

---

*Markdown-Fassung eines Ratgebers von samen.de. HTML-Original: https://samen.de/blumen/stauden-ziergraeser/nachtkerzen-vermehren-tipps-zur-selbstaussaat-und-stecklingsvermehrung/ · © 2026 total10 GmbH.*
