# Stauden und Bodendecker düngen in Trockenzeiten: erst wässern, dann gezielt versorgen

> So düngst du Stauden und Bodendecker bei Hitze und Trockenheit, ohne sie zu schädigen: Boden zuerst anfeuchten, niedrig konzentriert düngen, Humus und Mulch nutzen.

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- **Bereich:** Blumen › Stauden & Ziergräser
- **Zuletzt geprüft:** 20. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Wenn Stauden und Bodendecker im Hochsommer die Blätter hängen lassen, liegt der Griff zum Dünger nahe. Auf ausgetrocknetem Boden hilft er ihnen aber kaum, denn Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf. Organischer Dünger setzt bei Trockenheit zudem kaum etwas frei und bleibt einfach liegen. Ich greife in Trockenphasen deshalb zuerst zum Spaten, prüfe die Bodenfeuchte und denke erst danach über Dünger nach.

Dieser Ratgeber dreht sich um die Trockenzeit selbst. Du erfährst, wie du den Boden auf Dürre vorbereitest, wann und wie du bei Hitze düngst und wie Gießen und Düngen zusammengehen. Außerdem geht es darum, wie du Trockenstress von Nährstoffmangel unterscheidest und deine Düngung an die Reaktion der Pflanzen anpasst.

## Was Trockenheit im Boden und an der Staude verändert

Für die Nährstoffaufnahme braucht eine Staude ausreichend Bodenfeuchte, weil ihre Wurzeln die Nährsalze nur gelöst aufnehmen können. Trocknet der Boden aus, gerät die Aufnahme ins Stocken. Sowohl Trockenheit als auch Staunässe können auf diesem Weg Mangelsymptome hervorrufen.

Im Boden selbst läuft bei Dürre ebenfalls weniger. Bodenlebewesen machen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten im Humus für Pflanzen verfügbar. Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen diese Freisetzung gemeinsam, die Sommerwärme allein reicht also nicht. Bei Spurennährstoffen kommt hinzu, dass Trockenheit ihre Verfügbarkeit verschlechtern kann, ebenso wie Verdichtung, Kälte und Staunässe.

Verdichteter Boden macht die Lage schwieriger. Sein Porenraum ist kleiner, Wasser versickert schlechter, und im Wurzelbereich kann Luft fehlen.

Wie stark eine Pflanze leidet, hängt auch an ihren Wurzeln und am Alter der Pflanzung. Hoher Staudenrittersporn bildet ein flaches Wurzelsystem und reagiert deshalb empfindlich auf Wassermangel. Bart-Iris vertragen nach dem Einwachsen dagegen Hitze und Trockenheit. Frisch bepflanzte Beete brauchen bei Trockenheit mehr Aufmerksamkeit als gut eingewachsene Staudenpflanzungen. Auch trockenheitsverträgliche Gräser brauchen eine verlässliche Wasserversorgung, bis sie fest im Boden verwurzelt sind.

Weil die Aufnahme an der Bodenfeuchte hängt und Trockenheit allein schon Mangelsymptome auslösen kann, beweist ein Mangelbild in der Dürre keinen leeren Boden.

> **Mythos-Check:** „Gestresste Stauden brauchen in der Dürre eine Extraportion Dünger.“ Das hält nicht. Ohne ausreichende Bodenfeuchte nehmen die Wurzeln Nährsalze schlecht auf, und organische Dünger setzen bei Trockenheit kaum etwas frei. Erst wenn der Boden wieder feucht ist, entscheidest du, ob überhaupt eine Gabe nötig ist.

## Den Boden auf Trockenperioden vorbereiten

### Humus aufbauen, damit der Boden Wasser hält

Vorsorge für die Dürre beginnt im Boden. Humus verbessert die Bodenstruktur und erhöht die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern. Auf sandigen, humusarmen Böden verbessert organische Substanz die Aufnahme und Speicherung von Wasser. Kompost lockert zudem schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Gründüngung, Mulch und eine bodenschonende Bearbeitung können das Bodenleben fördern und ebenfalls zum Humusaufbau beitragen. Im Staudenbeet eignet sich Gründüngung vor allem für größere, vorübergehend freie Flächen oder zur Vorbereitung einer Neuanlage.

Beim Kompost zählen Zeitpunkt und Pflanze. Im Frühjahr verteilst du bei Prachtstauden 3 l Kompost/m² und arbeitest ihn leicht ein. Ausgebracht wird er im Spätwinter oder Frühjahr und nicht im Herbst, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Für Polster- und Wildstauden sowie trockenheitsliebende mediterrane Stauden ist Kompost nicht sinnvoll, weil diese Pflanzen einen kargen Boden brauchen. Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt den Boden alle 4 bis 5 Jahre auf mögliche Phosphor- und Kaliumanreicherungen untersuchen.

Vor einer Neupflanzung entfernst du Wurzelunkräuter und lockerst verdichteten Boden, damit ein durchlässiger Pflanzboden entsteht. In einer angelegten Staudenmischpflanzung verzichtest du dagegen aufs Hacken, weil es die Entwicklung der Stauden und den Flächenschluss stört.

### Mulchen als Schutz vor Austrocknung

Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung aus dem Boden und bremst sein Aufheizen. Sie erhält die Bodenfeuchte länger und schützt die Oberfläche vor Verkrustung. Organischer Mulch unterstützt zusätzlich das Bodenleben. Welches Material passt, hängt von der Pflanzung ab:

| Pflanzung | Passender Mulch | Schicht und Hinweis |
|---|---|---|
| Trockene Freifläche, Felssteppe, Steppenheide | Kies oder Splitt mit 8 bis 16 mm Körnung | mindestens 5 cm, besser 7 cm |
| Bepflanztes Kiesbeet | mineralischer Mulch mit 8 bis 16 mm Körnung | 5 bis 7 cm; Rindenmulch ist hier ungeeignet |
| Naturnahes Staudenbeet | Herbstlaub | gut 3 cm um höhere Stauden, etwa 5 cm zwischen den Pflanzen |
| Feuchtere und gehölznahe Staudenpflanzungen | Rindenhumus oder Rindenkompost | kompostierte Rinde statt roher Rinde |

Bei organischem Mulch kommt es auf das Material an. Roher Rindenmulch bindet Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet, kompostierten Rindenhumus kannst du dagegen zur Bodenverbesserung einarbeiten. Auch Holzhäcksel und Stroh können beim Abbau Stickstoff im Boden binden, sodass eine ergänzende Stickstoffversorgung nötig werden kann.

Für nährstoffarme Staudenpflanzungen auf leichten Böden passt mineralischer Mulch, weil organischer dort unerwünschte Nährstoffe zuführen kann. Stauden magerer Standorte reagieren auf ein Zuviel mit untypisch starkem Wachstum und geringerer Winterhärte. Wer ein Kiesbeet mit Kompost abdeckt, düngt es also nebenbei mit.

## Clever düngen in trockenen Zeiten

### Erst wässern, dann düngen

In der Trockenzeit gilt eine feste Reihenfolge: erst wässern, dann düngen. Dünger gehört auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile. Ist bei großer Hitze oder längerer Trockenheit eine Düngung nötig, gibst du Flüssigdünger niedrig konzentriert auf den zuvor angefeuchteten Boden und nicht über die Blätter. Gegossen wird dafür morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird.

> **Marias Erfahrung:** Vor jeder Düngung in einer Trockenphase steche ich neben der Staude eine Scholle aus. Ich prüfe mit Fingern und Blick, ob sie bis in den Wurzelraum dunkel und feucht ist. Ist sie es nicht, gieße ich zuerst durchdringend und dünge erst danach.

### Warum Nachstreuen in der Dürre wenig bringt

Hornspäne und andere feste organische Dünger werden erst pflanzenverfügbar, wenn Bodenorganismen sie zersetzen und mineralisieren. Bei Trockenheit setzen sie deshalb kaum Nährstoffe frei. Bei feuchtwarmer Witterung können sie dagegen starke Nährstoffschübe auslösen. Wer mitten in der Dürre Hornspäne nachstreut, weil scheinbar nichts passiert, legt also einen Vorrat an, der beim nächsten feuchtwarmen Wetter als Schub frei werden kann. Überhöhte oder zu häufige Stickstoffgaben können dann als Nitrat ausgewaschen werden.

Zu den übrigen Düngerarten nur so viel: Leicht lösliche mineralische Dünger wirken schnell, können bei nicht bedarfsgerechter Anwendung aber Stickstoffverluste durch Auswaschung verursachen. Umhüllte Depotdünger geben ihre Nährstoffe über die Hüllschicht nach und nach frei. Wie Kompost, organische und mineralische Dünger im Staudenbeet grundsätzlich einzuordnen sind, findest du im [Düngeteil des Stauden-Überblicks, von Kompost bis gar nicht](/blumen/stauden-ziergraeser/).

Pflanzenjauche wird zur Wurzeldüngung in der Regel im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt und um die Pflanzen herum an die Wurzeln gegossen. Für Ausbringmenge und Intervalle gibt es keine allgemeingültigen Angaben, weil Pflanzenbedarf und Bodennährstoffe zählen. Holzasche verwendest du weder direkt im Garten noch als Kompostzugabe, auch nicht aus naturbelassenem Holz. Auch diese natürlichen Methoden ordnet der Düngeteil im Stauden-Überblick ein.

### Wann du in der Trockenzeit düngst

Fällt eine geplante Gabe in eine Dürrephase, schiebst du sie auf, bis der Boden wieder feucht ist. Hilft kein Regen, gießt du direkt davor durchdringend. Beim Staudenrittersporn kann eine Volldüngergabe nach dem Rückschnitt der Hauptblüte Neuaustrieb und Nachblüte unterstützen. Weil er mit seinem flachen Wurzelsystem empfindlich auf Wassermangel reagiert, wässerst du ihn in Trockenperioden vorher kräftig und durchdringend. Beim Duft-Steinrich kann nach einer sommerlichen Hitzepause eine leichte Düngung zusammen mit Wässern und leichtem Rückschnitt die Erholung unterstützen, sobald das Wetter kühler wird.

Eine Grenze gilt unabhängig vom Wetter: Ab dem Spätsommer bekommen mehrjährige Gartenpflanzen keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit sie ausreifen. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Eine Sommergabe, die wegen der Dürre ausgefallen ist, holst du deshalb im Spätsommer nicht nach.

Bei nährstoffbedürftigen Beetstauden beginnt die Frühjahrsversorgung, wenn sich der Boden erwärmt und die Bodenorganismen tätiger werden. Den regulären Jahreslauf mit Frühjahrs-, Sommer- und Herbstgaben findest du im Ratgeber, [wann du Stauden und Bodendecker im Jahr düngst](/blumen/stauden-ziergraeser/der-optimale-duengezeitpunkt-fuer-stauden-und-bodendecker/).

### Boden- oder Blattdüngung?

Für die Hauptnährstoffe bleibt der Boden der Weg. Blattdüngung wäre als alleinige Versorgung in der Regel zu aufwendig, weil dafür viele Behandlungen nötig wären. Sinnvoll sein kann sie bei Spurenelementen, die im Boden festgelegt sind. Eine gezielte Blattdüngung kann diese Festlegung vorübergehend umgehen, ihre Wirkung hält aber nur begrenzt an. Vorher klärst du pH-Wert und Bodengefüge, denn davon hängt die Verfügbarkeit der Spurennährstoffe ab.

In der Hitzephase selbst kommt keine Nährlösung aufs Blatt. Eine feine Zerstäubung vermindert später, dass die Lösung zu schnell abtropft. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vor der flächigen Behandlung eine Probespritzung.

> **Achtung:** Starke Sonne kann eine Nährlösung auf dem Blatt konzentrieren und Blattschäden verursachen. Sprüh Blattdünger deshalb bei bedecktem Himmel oder abends.

### Die passende Dosis

Wie viel Dünger eine Staude bekommt, richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Produktangabe. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist oder Gründüngung ziehst du von der zusätzlich nötigen Menge ab. Statt eines festen Abschlags für Dürrephasen entscheidest du an Boden und Pflanze, ob überhaupt gedüngt wird. Fällt die Entscheidung dafür, gibst du in der Hitze Flüssigdünger niedrig konzentriert und nur auf den zuvor angefeuchteten Boden.

> **Mini-Checkliste:** Ist der Boden im Wurzelraum feucht, oder musst du zuerst durchdringend gießen? Wächst die Staude wirklich kümmerlich, oder sieht sie nur durstig aus? Ist es gerade sehr heiß, sodass nur Flüssigdünger niedrig konzentriert auf angefeuchtetem Boden infrage kommt? Liegt der Termin noch vor dem Spätsommer, falls der Dünger Stickstoff enthält? Stammt die Pflanze von einem mageren Standort, an dem ohne erkennbaren Mangel nicht gedüngt wird?

## Gießen und Düngen zusammen denken

### Durchdringend gießen statt oft

Eine durchdringende Wassergabe befeuchtet tiefere Wurzelschichten besser als viele kleine Wassergaben. Gieß deshalb seltener und gründlich, bevor der noch leicht feuchte Untergrund ganz austrocknet. Ein allgemeiner fester Gießrhythmus lässt sich nicht angeben, weil die Häufigkeit von Pflanzenbedarf, Bodenart und Witterung abhängt. Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte auch unter der Oberfläche, statt nur nach der trockenen Krume zu entscheiden. An einer ausgestochenen Bodenscholle zeigen Farbe und Gefühl, ob im Wurzelraum Feuchte ist und ob der letzte Gießgang die tieferen Schichten erreicht hat.

Gegossen wird morgens mit weichem Strahl direkt im Wurzelbereich. Die Blätter trocknen dann schneller ab, was gegenüber abendlicher Blattbenässung die Gefahr von Blattkrankheiten verringert.

> **Zahl im Blick:** Neu angelegte Staudenpflanzungen wässerst du während der ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend, mit etwa 25 l/m² je Gießgang. Das gilt auch für trockenheitsverträgliche Stauden, solange sie anwachsen.

### Tropfschlauch, Perlschlauch und Regentonne

Tropfbewässerung versorgt Pflanzen gezielt und kann Wasser sparen. Sie braucht aber einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Beim Perlschlauch tritt entlang des Schlauchs unterschiedlich viel Wasser aus. Die passende Laufzeit findest du deshalb heraus, indem du den Bestand beobachtest. Eine automatische Tröpfchenbewässerung prüfst du regelmäßig darauf, ob ihre Wassermenge zur tatsächlichen Bodenfeuchte und Witterung passt. Fürs Gießwasser lohnt die Regentonne am Fallrohr, denn Regenwasser ist salzarm und hat eine sehr geringe Härte.

### Fertigation: Dünger mit dem Gießwasser

Fertigation bedeutet, den Dünger mit dem Bewässerungswasser auszubringen. Für Stauden und Bodendecker im Hausgarten heißt das in der Trockenzeit: erst Wasser, dann die Nährlösung, beides in den Wurzelbereich. Ich mache das in zwei Gängen mit der Gießkanne. Zuerst gieße ich die Fläche durchdringend, danach gebe ich den Flüssigdünger niedrig konzentriert direkt um die Pflanzen auf den feuchten Boden. Den Tropfschlauch nutze ich dafür nicht, weil ich mit der Kanne sehe, wohin die Lösung läuft. Das Laub bleibt so trocken, und die Lösung trifft auf Boden, in dem die Wurzeln gelöste Nährsalze aufnehmen können.

### Stauden und Bodendecker im Kübel

Im Gefäß hängt viel am Erdvolumen: Größere Gefäße speichern mehr Wasser und ermöglichen längere Abstände zwischen den notwendigen Wassergaben. Bei torffreien Substraten kann an heißen Tagen mehrfaches Gießen nötig sein, abhängig von der tatsächlichen Substratfeuchte. Torffreie Erden können außerdem die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Die Nachdüngung passt du deshalb an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an.

> **Häufiger Fehler:** Nur nach der trockenen Oberfläche gießen. Bei torffreier Topferde kann eine trockene Oberfläche Nässe darunter verdecken, und Topfpflanzen welken auch, wenn ihre Wurzeln bei Dauernässe geschädigt sind. Prüf die Feuchte deshalb unten im Topf oder über das Gewicht, bevor du Wasser oder Dünger nachgibst.

## Bodendecker in der Trockenzeit düngen

Bei Bodendeckern lohnt vor jeder Düngung der Blick auf den Standort, denn ihre Ansprüche gehen weit auseinander. Kriechender Thymian eignet sich für sonnige, leichte Böden, Bodendeckerrosen brauchen dagegen nährstoffreiche Verhältnisse. Die Gemeine Schafgarbe dient in naturnahen Pflanzungen als Bodendecker und verträgt nährstoffarme Böden und sommerliche Trockenheit. Ordne deinen Bodendecker deshalb zuerst seinem Standort zu:

| Bodendecker | Beispiele | Düngen in der Trockenzeit |
|---|---|---|
| Polster- und Steingartenpflanzen auf durchlässigen, mageren Böden | Blaukissen, Immergrüne Schleifenblume | am passenden Standort normalerweise kein Zusatzdünger und kein Kompost; zusätzliches Gießen kann in den Anfangsjahren und nach längeren Trockenphasen nötig sein |
| Bodendecker nährstoffreicher Standorte | Bodendeckerrosen | nach Bedarf versorgen, in der Dürre erst wässern und dann Flüssigdünger niedrig konzentriert auf den feuchten Boden geben |
| Bodendecker unter Gehölzen mit viel Falllaub | Mandschurische Breitblatt-Segge | Falllaub zwischen den Pflanzen als Mulchdecke liegen lassen |

Am mageren Ende stehen die Polsterstauden. Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen wie Blaukissen brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger, und für Polsterstauden ist Kompost nicht sinnvoll, weil sie karge Böden brauchen. Bei der Immergrünen Schleifenblume entfällt die Düngung schon bei der Pflanzung. Wächst sie nach dem Einwachsen kümmerlich, bekommt sie im Frühjahr bei Bedarf Kompost oder organischen Langzeitdünger, grundsätzlich zurückhaltend. Mitten in der Dürre ist bei diesen Pflanzen also Wasser das Thema und nicht Dünger. In meinem Steingartenstreifen mit Blaukissen und Schleifenblume dünge ich nicht und gieße in langen Trockenphasen gezielt die jungen Polster.

Bodendecker nährstoffreicher Standorte versorgst du nach ihrem Bedarf, in der Trockenzeit aber nach denselben Regeln wie Prachtstauden: erst wässern, dann düngen. Unter Gehölzen eignet sich die Mandschurische Breitblatt-Segge als Bodendecker für Plätze mit viel Falllaub, ihre Rhizome verlaufen flach und breiten sich kräftig aus. Dort bleibt das Laub zwischen den Pflanzen liegen und hält als Mulch die Feuchte im Boden.

Auch unter den Stauden liegen die Ansprüche weit auseinander, denn Steingartenstauden brauchen weniger Nährstoffe als Beetstauden. Welche Gruppe außerhalb der Dürre wie viel bekommt, liest du im Ratgeber, [wie du Stauden und Bodendecker nach Bedarf, Menge und Zeitpunkt düngst](/blumen/stauden-ziergraeser/stauden-und-bodendecker-optimal-duengen/).

## Nährstoffmangel oder Trockenstress?

Gelbe, fleckige oder welke Blätter sind in der Dürre zuerst ein Hinweis und noch kein Befund. Weil Trockenheit und Staunässe über eine gestörte Aufnahme Mangelsymptome hervorrufen können, klärst du zuerst die Bodenfeuchte und erst danach die Nährstoffe.

| Was du siehst | Möglicher Hintergrund | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Vergilbte Blätter (Chlorose) | kann auf Eisenmangel hindeuten; Auslöser können ein zu hoher pH-Wert sowie verdichteter oder vernässter Boden sein | Bodenfeuchte, Verdichtung und pH-Wert prüfen |
| Kleine Blätter, Rosettenbildung | kann auf Zinkmangel hinweisen | Bodenanalyse, bei Unklarheit Pflanzenanalyse |
| Weiße Blattspitzen, Spitzenwelke | kann auf Kupfermangel hinweisen; ein hoher Humusgehalt kann Kupfer schlechter verfügbar machen | Bodenanalyse |
| Sprossspitze stockt oder stirbt ab | kann auf Bormangel hindeuten | Bodenanalyse |
| Welkende Triebe | Hitze und Trockenheit, aber auch Wurzel- oder Stängelgrundfäulen bei anhaltender Bodenfeuchte | Feuchte im Wurzelraum prüfen, bevor du gießt |
| Blattflecken, etwa an Rittersporn | Krankheitserreger oder nichtparasitäre Ursachen | kein eindeutiger Hinweis auf Düngermangel |
| Weißer, mehlartiger Belag | kann auf Echten Mehltau hindeuten, den etwa Phlox gerade bei trocken-warmer Witterung bekommen kann | befallene Blätter entfernen; kein Fall für Dünger |

Auf kalkreichem Boden kommt in der Dürre einiges zusammen. Ein hoher Kalkgehalt kann die Eisenaufnahme behindern, auch wenn genug Eisen im Boden ist, und Trockenheit verschlechtert die Verfügbarkeit von Spurennährstoffen zusätzlich. Gelbes Laub auf solchem Boden ist deshalb zuerst ein Grund, durchdringend zu gießen und den Boden zu prüfen, statt nachzudüngen. Zusätzliche Bodendüngung behebt eine eingeschränkte Verfügbarkeit ohnehin nicht zuverlässig.

Beim pH-Wert lohnt ein Blick auf beide Enden der Skala. Liegt er über 7,0, kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein. Unter pH 5,5 kann Molybdän schlecht verfügbar sein. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist.

In trockenen, warmen Sommerperioden werden außerdem Spinnmilben zum Problem. Erwachsene Tiere sind nur etwa 0,5 bis 0,7 mm groß, deshalb schaust du vor jeder Diagnose genau hin.

Eine Standardbodenuntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und Kalkbedarf, Stickstoff musst du gesondert beauftragen. Erklärt die Bodenanalyse eine vermutete Ernährungsstörung nicht, kann eine Pflanzenanalyse den tatsächlichen Versorgungszustand klären. Wie du die Probe nimmst und den Boden vorbereitest, gehört in den Teil zu Standort und Boden im Stauden-Überblick.

## Die Düngung nach der Reaktion der Pflanzen ausrichten

Wächst eine Staude trotz Trockenheit normal weiter, gibt es keinen Grund für eine zusätzliche Gabe. Stauden von natürlich nährstoffarmen Standorten düngst du ohnehin erst, wenn ein Mangel erkennbar ist. Zeigt eine Pflanze nach durchdringendem Wässern weiter Mangelzeichen, gehst du gezielt vor und lässt den Boden untersuchen, bevor du bedarfsgerecht düngst. Unkontrollierte Düngung kann die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen, weil die Nährstoffverhältnisse aus dem Gleichgewicht geraten. Ich notiere jede Gabe in der Trockenzeit mit Datum, Dünger und Zustand des Bodens im Gartenheft und schaue mir die Staude danach erneut an.

Zu viel Dünger zeigt sich je nach Art verschieden: Beim Schmuckkörbchen geht das Blattwachstum auf Kosten der Blüten, bei der Prachtscharte können die Blütenstängel umkippen. Stauden nährstoffarmer Standorte wachsen bei übermäßiger Düngung untypisch stark und verlieren an Winterhärte. Weitere Düngefehler beschreiben der Ratgeber zum bedarfsgerechten Düngen von Stauden und Bodendeckern und der Düngeteil im Stauden-Überblick.

Manchmal liegt die Grenze nicht beim Dünger, sondern beim Standort. In sommerwarmen, trockenen Regionen können Indianernessel-Sorten trotz Bewässerung krankheitsanfälliger und weniger vital bleiben als in feuchteren Regionen. Für trockene Lagen wählst du deshalb Arten, die zum Standort passen. Planst du ein Beet neu, kannst du Arten mit ähnlichem Wasser- und Nährstoffbedarf [im Beetplaner](/tools/beetplaner/) nebeneinander anordnen.

## Häufige Fragen

### Wie düngt man Stauden während längerer Trockenperioden richtig?

Gieß zuerst durchdringend, denn Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf und brauchen dafür ausreichend Bodenfeuchte. Ist bei großer Hitze eine Düngung nötig, gibst du Flüssigdünger niedrig konzentriert auf den angefeuchteten Boden und nicht über die Blätter. Organische Dünger nachzustreuen bringt in der Dürre wenig, weil sie bei Trockenheit kaum Nährstoffe freisetzen. Ab dem Spätsommer bekommen mehrjährige Stauden keinen zusätzlichen Stickstoff mehr.

### Welche Dünger eignen sich für Bodendecker bei Wassermangel?

Das hängt vom Bodendecker ab, denn die Standortansprüche gehen weit auseinander. Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen wie Blaukissen brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger, und für Polsterstauden ist Kompost nicht sinnvoll. Bodendecker nährstoffreicher Standorte wie Bodendeckerrosen versorgst du nach Bedarf, bei Wassermangel aber erst, nachdem du den Boden durchdringend gewässert hast. Gegen das Austrocknen selbst hilft eine Mulchdecke, weil sie die Verdunstung hemmt.

### Wie kann Mulchen die Düngung von Stauden bei Trockenheit unterstützen?

Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung und erhält die Bodenfeuchte länger, und diese Feuchte brauchen die Wurzeln, um Nährstoffe aufzunehmen. Organischer Mulch unterstützt außerdem das Bodenleben, das Nährstoffe aus dem Humus verfügbar macht. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können allerdings Stickstoff binden, und roher Rindenmulch ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet. Für nährstoffarme Staudenpflanzungen auf leichten Böden passt mineralischer Mulch, weil organischer dort unerwünschte Nährstoffe zuführen kann.

### Kompost oder Langzeitdünger: Was hilft Stauden besser durch Dürrezeiten?

Beide erfüllen verschiedene Aufgaben. Kompost verbessert bei leichten Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung und lockert schwere Böden, ist aber für Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden nicht sinnvoll. Organische Langzeitdünger setzen bei Trockenheit kaum Nährstoffe frei, umhüllte mineralische Depotdünger geben ihre Nährstoffe nach und nach über die Hüllschicht ab. Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus, Dünger in der Trockenzeit auf vorher gewässerten Boden.

### Welche Rolle spielt der pH-Wert bei der Nährstoffaufnahme während Trockenperioden?

Die Verfügbarkeit von Spurennährstoffen hängt stark vom Boden-pH ab, und Trockenheit kann sie zusätzlich verschlechtern. Liegt der pH-Wert über 7,0, kann Eisen stark eingeschränkt verfügbar sein, sodass Mangelsymptome trotz vorhandener Vorräte möglich sind. Unter pH 5,5 kann Molybdän schlecht verfügbar sein. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist.

### Stimmt es, dass Pflanzen bei Trockenheit gar keine Nährstoffe aufnehmen können?

Entscheidend ist die Bodenfeuchte im Wurzelraum: Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf und brauchen dafür ausreichend feuchten Boden. Trockenheit stört die Aufnahme deshalb und kann Mangelsymptome hervorrufen, auch wenn Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Organische Dünger setzen bei Trockenheit zudem kaum Nährstoffe frei. Gieß darum zuerst durchdringend und entscheide danach, ob überhaupt eine Düngung nötig ist.

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