# Ziergräser richtig düngen: wann, womit und wie viel je nach Art

> So düngst du Ziergräser nach Art: welche Gräser nährstoffreichen Boden wollen, wann Kompost und Hornspäne passen und wie du die Düngermenge berechnest.

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- **Bereich:** Blumen › Stauden & Ziergräser
- **Zuletzt geprüft:** 20. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Gräser düngen klingt nach einer festen Frühjahrsroutine, bei der jeder Horst etwas abbekommt. Das kann schiefgehen, denn mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Dabei wollen manche Gräser durchaus nährstoffreichen Boden, etwa Chinaschilf und Plattährengras, während das Pfeifengras Molinia caerulea nährstoffarme Böden bevorzugt. Ich schaue deshalb bei jedem Gras zuerst auf seinen Standort und auf die letzte Bodenuntersuchung, bevor ich zum Dünger greife.

Wann, womit und wie viel du düngst, folgt aus genau diesen beiden Angaben.

## Brauchen Ziergräser überhaupt Dünger?

Ziergräser brauchen nur dann Dünger, wenn ihr Nährstoffbedarf größer ist als das Angebot im Boden. Bei Stauden ergibt sich der Düngebedarf genauso: aus dem Nährstoffbedarf der Pflanze und dem, was der Boden bereits bietet. Ein humoser Boden liefert dabei selbst nach, denn beim Abbau von Humus wird Stickstoff frei. Diese Nachlieferung kann zusätzliche Stickstoffdüngung verringern oder ganz entbehrlich machen.

Wie viel ein Gras braucht, hängt an dem Standort, an den es angepasst ist. Unter den Staudengruppen haben Steingartenstauden den geringsten und Beetstauden den höchsten Nährstoffbedarf. Auch bei den Gräsern liegen die Ansprüche weit auseinander: Blauschwingel wächst auf durchlässigen Sand- bis Steinböden, Chinaschilf bevorzugt nährstoffreiche Böden.

## Welche Nährstoffe Ziergräser brauchen

Die Übersicht zeigt, wofür eine Pflanze die einzelnen Nährstoffe einsetzt.

| Nährstoff | Aufgabe in der Pflanze |
|---|---|
| Stickstoff | Eiweiß, Chlorophyll, Wachstum von Blättern und Trieben |
| Phosphor | Energiehaushalt, Erbsubstanz, Zellmembranen |
| Kalium | Zellinnendruck und damit Wasserhaushalt |
| Calcium | Aufbau der Zellwände |
| Magnesium | Bestandteil des Chlorophylls |
| Schwefel | Eiweißaufbau |
| Eisen, Mangan, Kupfer, Zink | Chlorophyll- und Eiweißaufbau |
| Bor | Zellwachstum und Fortpflanzung |
| Molybdän | Nitratabbau |

Beim Stickstoff kommt es auf das Maß an. Überhöhte, zu häufige oder außerhalb der Vegetationsperiode ausgebrachte Gaben können als Nitrat ausgewaschen werden. Bei den Spurennährstoffen zählt neben der Menge im Boden der pH-Wert, weil ihre Verfügbarkeit stark von ihm abhängt.

> **Mythos-Check:** Phosphorbetonter Dünger bringt mehr Blütenrispen? Phosphor dient Energiehaushalt, Erbsubstanz und Zellmembranen, ein pauschaler Blühverstärker ist er nicht. Ob dein Boden Phosphat braucht, zeigt die Bodenuntersuchung.

## Ziergräser nach Art düngen

Entscheidend ist der Boden, den ein Gras bevorzugt. Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffversorgung und Licht haben. Ich setze Gräser deshalb nach Bodengruppen zusammen, damit jede Beetzone ihre eigene Düngung bekommen kann. Solche Zonen kannst du [im Beetplaner für dein Beet anlegen](/tools/beetplaner/).

| Gras | Bevorzugter Standort | Mein Vorgehen beim Düngen |
|---|---|---|
| Chinaschilf, Miscanthus-Sinensis-Gruppe | frische bis feuchte, nährstoffreiche Böden | Frühjahrsgabe, wenn die Untersuchung Bedarf zeigt |
| Plattährengras | nährstoffreicher, frischer bis feuchter Boden | Frühjahrsgabe, wenn die Untersuchung Bedarf zeigt |
| Pfeifengras Molinia caerulea | frische bis nasse, nährstoffarme Böden | nur bei erkennbarem Mangel |
| Blauschwingel, Schafschwingel | warme, eher trockene, durchlässige Sand- bis Steinböden | nur bei erkennbarem Mangel |
| Pracht-Federgras Stipa pulcherrima | sonnig, trocken, kalkhaltig | nur bei erkennbarem Mangel |
| Moskitogras, Wimper-Perlgras | trockene, durchlässige Kalkböden in voller Sonne | nur bei erkennbarem Mangel |
| Orientalisches Lampenputzergras Pennisetum orientale | trockene Standorte | nur bei erkennbarem Mangel |
| Lampenputzergras Pennisetum alopecuroides | frische Standorte | nach Bodenuntersuchung |
| Rutenhirse Panicum virgatum | auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich | nach Bodenuntersuchung |
| Weißrandige Japan-Segge | frisch und humos, Halbschatten oder Schatten | Laub liegen lassen, nur bei Mangel düngen |
| Berg-Segge Carex montana | trockenheitsverträglich, auch halbschattig | nur bei erkennbarem Mangel |
| Mandschurische Breitblatt-Segge | Bodendecker für Plätze mit viel Falllaub | Laub liegen lassen, nur bei Mangel düngen |

### Chinaschilf und Plattährengras: nährstoffreicher Boden erwünscht

Chinaschilf der Miscanthus-Sinensis-Gruppe und Plattährengras wollen frischen bis feuchten, nährstoffreichen Boden. Bei ihnen beginne ich mit der Versorgung, wenn sich der Boden im Frühjahr erwärmt und die Bodenorganismen aktiv werden. Kompost bringst du am besten ausgangs Winter bis ins Frühjahr aus. Im Garten bleibst du dabei bei höchstens 2 bis 3 l/m² im Jahr, damit der Boden nicht mit Phosphat überdüngt wird. Zeigt die Bodenuntersuchung stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein.

Braucht der Boden Stickstoff, kommen Hornspäne infrage. Hornspäne gehören an den Beginn der Frühjahrspflege, weil ihre Nährstoffe erst durch mikrobiellen Abbau verfügbar werden. Sommergrüne Gräser schneidest du im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb bodennah zurück. Damit fallen Schnitt und Hornspäne in denselben Arbeitsgang, und die verzögerte Freisetzung läuft bereits, wenn der Austrieb beginnt. Ich streue die Hornspäne direkt nach dem Schnitt rund um den Horst.

### Pfeifengras: feucht, aber mager

Pfeifengras zeigt, dass feucht nicht gleich nährstoffreich heißt. Molinia caerulea bevorzugt frische bis nasse, aber nährstoffarme Böden. Stauden von natürlich nährstoffarmen Standorten werden erst gedüngt, wenn Mängel erkennbar sind. Übermäßige Düngung kann bei ihnen untypisch starkes Wachstum und eine geringere Winterhärte fördern. Beim Pfeifengras halte ich es genauso und dünge erst, wenn ich einen Mangel erkenne.

### Schwingel, Federgras und Perlgras: trocken und durchlässig

Blau- und Schafschwingel wachsen auf warmen, eher trockenen und durchlässigen Sand- bis Steinböden. Das Pracht-Federgras Stipa pulcherrima mag sonnige, trockene und kalkhaltige Plätze. Moskitogras und Wimper-Perlgras bevorzugen trockene, durchlässige Kalkböden in voller Sonne. Beim Lampenputzergras lohnt der Blick auf den botanischen Namen: Pennisetum orientale gehört an trockene, Pennisetum alopecuroides an frische Standorte.

Blauschwingel eignet sich als Bestandteil einer Steingartenbepflanzung. Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger. Steht dein Blauschwingel in passendem, magerem Steingartenboden, bekommt er also in der Regel keinen. Bei den übrigen Gräsern dieser Gruppe dünge ich nicht nach Kalender, sondern nur, wenn die Bodenuntersuchung oder ein kümmernder Horst einen Bedarf zeigt.

### Seggen im Schatten

Die weißrandige Japan-Segge braucht einen frischen, humosen Platz im Halbschatten oder Schatten. Sonne verträgt sie nur bei ausreichender Bodenfeuchte. Die Berg-Segge Carex montana ist trockenheitsverträglich und eignet sich auch für den Halbschatten. Die Mandschurische Breitblatt-Segge breitet sich über flache Rhizome kräftig aus und deckt den Boden an Plätzen mit viel Falllaub. Dort lasse ich das Laub zwischen den Seggen liegen, denn Bodenlebewesen machen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten im Humus verfügbar. Gedüngt wird bei mir unter Gehölzen nur, wenn ein Mangel erkennbar ist.

### Bambus und Gräser in der Wiese

Bambus ist ein Sonderfall. Für ihn wird ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor empfohlen, und Stickstoff kann auch aus Mist oder Hornspänen kommen. Tiermist kompostierst du, bevor er ins Beet kommt. Wie du [Bewässerung und Düngung von Bambus und Ziergräsern übers Jahr abstimmst](/blumen/stauden-ziergraeser/bambus-und-ziergraeser-ideale-bewaesserung-und-duengung/), zeigt der Ratgeber dazu.

In einer Blumenwiese, die du aus Rasen umstellst, unterbleibt die Stickstoffdüngung. So werden die Gräser nicht stärker gefördert als die gewünschten Kräuter und Blumen. Wie du [Ziergräser für den naturnahen Garten auswählst und pflegst](/blumen/stauden-ziergraeser/ziergraeser-im-naturnahen-garten-vielfalt-auswahl-und-pflege/), ohne dass sie sich unkontrolliert ausbreiten, liest du dort.

## Wann du Ziergräser düngst

Der Zeitpunkt hängt am Dünger, am Boden und am Wetter. Die Übersicht zeigt, was wann infrage kommt.

| Zeitpunkt | Was | Warum |
|---|---|---|
| Ausgangs Winter bis Frühjahr | Kompost, wenn kein Phosphor- oder Kaliumüberschuss vorliegt | Spätwinter oder Frühjahr statt Herbst vermindert die Nitratauswaschung |
| Beginn der Frühjahrspflege | Hornspäne bei Stickstoffbedarf | die Nährstoffe werden verzögert freigesetzt |
| Wenn sich der Boden erwärmt | Versorgung nährstoffbedürftiger Gräser | kalter Boden vermindert die Nährstoffaufnahme |
| Sommer | nur bei Bedarf und auf feuchten Boden | Wurzeln nehmen Nährsalze gelöst im Wasser auf |
| Ab Spätsommer | kein zusätzlicher Stickstoff | mehrjährige Pflanzen sollen ausreifen |
| Mitte Oktober bis Ende November | Kalium, wenn die Untersuchung Bedarf zeigt | bedarfsgerechte Kaliumgaben sind dann noch möglich |
| Winter im Kübel | keine Düngung | Grundregel für überwinternde Kübelpflanzen |

Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Bei feuchtwarmer Witterung können sie dagegen unter Umständen sehr viel freisetzen. Was du in einen kalten, trockenen Boden zusätzlich streust, bleibt also zunächst liegen und kann beim ersten feuchtwarmen Wetter als starker Nährstoffschub frei werden.

Im Herbst lässt du den Stickstoff weg. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Mehrjährige Gartenpflanzen sollen ab dem Spätsommer keinen zusätzlichen Stickstoff mehr erhalten, damit sie ausreifen können. Kalium ist die Ausnahme: Zeigt die Bodenuntersuchung Bedarf, kann eine bedarfsgerechte Kaliumdüngung auch zwischen Mitte Oktober und Ende November erfolgen.

> **Häufiger Fehler:** Bleibt ein Gras im kalten Frühjahr blass, wird gern nachgelegt. Niedrige Bodentemperaturen vermindern aber die Nährstoffaufnahme, und mehr Dünger gleicht das nicht automatisch aus. Warte, bis sich der Boden erwärmt hat, und schau dann wieder auf die Blätter.

> **Jetzt dran:** Im Herbst bekommen deine Gräser keinen Stickstoff mehr. Plane Kompost für ausgangs Winter und Hornspäne für den Beginn der Frühjahrspflege ein, und nimm vorher eine Bodenprobe, wenn deine letzte Untersuchung länger zurückliegt.

## Womit: Kompost, Hornspäne oder Mineraldünger?

Kompost ist Dünger und Bodenverbesserer zugleich. Er lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert außerdem Kalzium, das du bei der Entscheidung über Kalk mit bedenkst. Seine Nährstoffe zählst du zur Düngung dazu, denn auch häufige Kompostgaben können den Boden überversorgen, etwa mit Phosphat.

Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl sind stickstoffbetonte organische Dünger mit typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff. Ihr Stickstoff wird erst durch mikrobiellen Abbau pflanzenverfügbar und deshalb langsamer frei als bei mineralischen Düngern. Leicht lösliche mineralische Dünger wirken dagegen schnell. Wendest du sie nicht bedarfsgerecht an, kann vor allem Stickstoff durch Auswaschung verloren gehen. Umhüllte mineralische Depotdünger geben ihre Nährstoffe über die Hüllschicht nach und nach ab.

Düngst du überwiegend mineralisch, braucht der Boden zusätzlich ausreichend organisches Material, damit seine Struktur langfristig erhalten bleibt. Ich greife bei Gräsern deshalb zuerst zu Kompost und nur bei nachgewiesenem Stickstoffbedarf zu Hornspänen. Mineralisch ergänze ich, wenn die Bodenuntersuchung einen einzelnen Nährstoff als knapp ausweist.

> **Mythos-Check:** Mit organischem Dünger kann man nicht überdüngen? Doch, auch organische Dünger können im Hausgarten zu einer Überversorgung führen. Die Nährstoffe aus Kompost, Mist oder Hornspänen rechnest du deshalb genauso mit wie die eines Mineraldüngers.

## Wie viel Dünger? So rechnest du die Menge

Die Menge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und der Angabe auf dem Produkt. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist oder Gründüngung ziehst du von der zusätzlich benötigten Düngermenge ab. Die Empfehlung auf der Packung gilt bei optimaler Bodenversorgung nur dann unverändert, wenn du keine weiteren Nährstoffe über andere Dünger oder Kompost einbringst.

Zeigt die Untersuchung eine hohe oder sehr hohe Gehaltsklasse für Phosphat, Kalium oder Magnesium, setzt du die Düngung mit genau diesem Nährstoff aus. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und den Kalkbedarf. Stickstoff musst du gesondert beauftragen, wenn du einen Bedarf für Hornspäne berechnen willst.

> **Kurz erklärt:** Düngermenge in g/m² = Düngebedarf des Nährstoffs in g/m² × 100 ÷ Gehalt dieses Nährstoffs im Dünger in %. Bei Hornspänen setzt du den Stickstoffgehalt ein, der auf der Packung steht.

> **Zahl im Blick:** Kompost im Garten höchstens 2 bis 3 l/m² im Jahr. Hornspäne enthalten typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff. Nach Kompostgaben kontrollierst du Phosphor und Kalium mit einer Bodenuntersuchung alle 4 bis 5 Jahre.

## Boden und Mulch in Kürze

Vor einer Neuanlage nimmst du eine Bodenprobe aus zehn bis fünfzehn gleichmäßig verteilten Einstichen je einheitlich genutzter Fläche, bevor gedüngt wird. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist; die pH-Zielbereiche je Bodenart stehen im [Abschnitt Standort und Boden des Stauden-Überblicks](/blumen/stauden-ziergraeser/). Wie du [den Boden für Ziergräser von der Untersuchung bis zur Verbesserung vorbereitest](/blumen/stauden-ziergraeser/perfekte-bodenvorbereitung-fuer-praechtige-ziergraeser/), zeigt der Ratgeber dazu.

Beim Mulch zählt fürs Düngen vor allem sein Nährstoffeffekt. Stickstoffarme Materialien wie Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können im Boden Stickstoff binden, während organischer Mulch auf nährstoffarmen, leichten Böden unerwünschte Nährstoffe zuführen kann. Welches Material zu welcher Pflanzung passt, behandelt ebenfalls der Ratgeber zur Bodenvorbereitung.

## Mangel oder Standortproblem?

Blasses oder gelbliches Laub ist ein Hinweis, keine Diagnose. Eisenmangelchlorosen können von einem zu hohen Boden-pH kommen, aber ebenso von verdichtetem oder vernässtem Boden. Auch Trockenheit und Staunässe können über eine gestörte Nährstoffaufnahme Mangelsymptome hervorrufen. Wurzeln nehmen Nährsalze nämlich als im Wasser gelöste Ionen auf, sodass sie ausreichend Bodenfeuchte brauchen.

Bei einem pH-Wert über 7,0 kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein, obwohl der Boden genug davon enthält. Unter pH 5,5 kann Molybdän schlecht verfügbar sein. Zusätzliche Bodendüngung behebt eine eingeschränkte Verfügbarkeit nicht zuverlässig, deshalb berücksichtigst du vor jeder Spurenelementgabe pH-Wert und Bodengefüge. Bei einem gelblichen Gras auf einem Boden mit hohem pH ist Nachdüngen also nicht der erste Schritt, sondern die Klärung der Ursache.

Erklärt die Bodenanalyse eine vermutete Ernährungsstörung nicht, kann eine Pflanzenanalyse den tatsächlichen Versorgungszustand klären. Beim Blauschwingel, der empfindlich auf zu hohe Bodenfeuchtigkeit reagiert, schaue ich bei blassen Horsten zuerst nach Nässe.

> **Mini-Checkliste:** Bevor du nachdüngst, prüfe: Ist der Boden feucht, aber nicht nass? Kennst du den pH-Wert aus einer Messung? Ist der Boden verdichtet? Hat er sich im Frühjahr schon erwärmt? Zeigt die Bodenuntersuchung tatsächlich einen Bedarf?

## Häufige Düngefehler bei Ziergräsern

### Stickstoff ohne Maß

Wer Gräser reichlich mit Stickstoff versorgt, riskiert mastiges Wachstum, und mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Unkontrollierte Düngung kann zudem über unausgewogene Nährstoffverhältnisse die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen. Leicht lösliche Dünger ohne Bedarf auszubringen, kostet obendrein Stickstoff durch Auswaschung.

### Magere Gräser wie Prachtstauden behandeln

Prachtstauden erhalten im Frühjahr 3 l Kompost/m², der leicht in den Boden eingearbeitet wird. Im Mischbeet bekommen die Gräser daneben diese Gabe leicht mit. Bei Stauden aus nährstoffarmen Lebensräumen kann übermäßige Düngung aber untypisch starkes Wachstum und eine geringere Winterhärte verursachen. Ich spare Pfeifengras, Schwingel und Federgras bei der Kompostgabe aus und verteile den Kompost nur um die Prachtstauden.

### Dünger auf trockenen Boden oder aufs Laub

Dünger gehört auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile. Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit gibst du Flüssigdünger niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden und nicht über die Blätter. Ich gieße deshalb vor dem Düngen und dünge erst, wenn das Wasser eingezogen ist.

### Holzasche als Dünger

Holzasche gehört weder direkt ins Beet noch in den Kompost, auch nicht aus naturbelassenem Holz. Asche aus dem Haushalt kann zu Schadstoffanreicherung und Überdüngung führen.

> **Marias Erfahrung:** Ich notiere für jede Beetzone die Werte der letzten Bodenuntersuchung und jede Kompostgabe seitdem. Vor dem nächsten Düngen sehe ich so auf einen Blick, was schon im Boden steckt.

## Gräser im Kübel düngen

Im Kübel hängt die Versorgung am Substrat. Auch torffreie Erden sind meist vorgedüngt, ihre Ersatzstoffe können aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Bei torffreien Bioerden passt du die Nachdüngung deshalb an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an: Taste dich heran und schau auf Blattfarbe und Zuwachs.

Ein größeres Substratvolumen kann mehr Wasser und Nährstoffe speichern. Vor dem Düngen prüfst du die Feuchte auch im unteren Substratbereich, weil eine trockene Oberfläche tiefere Nässe verdecken kann. Ich hebe den Topf dafür kurz an und prüfe am Gewicht, wie feucht die Erde ist. Überwinternde Kübelpflanzen bekommen im Winter grundsätzlich keine Düngung.

## Pflege rund ums Düngen

Sommergrüne Ziergräser schneidest du im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb bodennah zurück, bei immergrünen entfernst du nur braun gewordene Halme und Blätter. Pampasgras kannst du für den Winter zusammenbinden. Wie du [Ziergräser vom Einwachsen über das Gießen bis zum Winterschutz pflegst](/blumen/stauden-ziergraeser/ziergraeser-pflegetipps-fuer-ueppiges-wachstum/), zeigt der Ratgeber dazu; die Grundlagen zur Pflege im Jahreslauf stehen im Stauden-Überblick.

## Häufige Fragen

### Wie düngt man Ziergräser richtig?

Du düngst Ziergräser nach Standort und Bedarf, nicht nach Kalender. Gräser nährstoffreicher Böden wie Chinaschilf und Plattährengras können im Frühjahr Kompost und bei Stickstoffbedarf Hornspäne erhalten, Gräser wie das Pfeifengras Molinia caerulea, die nährstoffarme Böden bevorzugen, düngst du nur bei erkennbarem Mangel. Kompost bringst du am besten ausgangs Winter bis ins Frühjahr aus, im Garten höchstens 2 bis 3 l/m² im Jahr. Ab dem Spätsommer gibst du keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Pflanzen ausreifen.

### Welche Nährstoffe brauchen Ziergräser?

Ziergräser brauchen Stickstoff für Eiweiß, Chlorophyll und das Wachstum von Blättern und Trieben, Phosphor für Energiehaushalt, Erbsubstanz und Zellmembranen sowie Kalium für den Wasserhaushalt. Dazu kommen Calcium, Magnesium und Schwefel und Spurennährstoffe wie Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor und Molybdän. Ob davon etwas fehlt, zeigt eine Bodenuntersuchung, denn der Düngebedarf ergibt sich aus dem Nährstoffbedarf und dem vorhandenen Bodenangebot. Die Verfügbarkeit der Spurennährstoffe hängt außerdem stark vom Boden-pH ab.

### Warum ist eine Bodenanalyse für Ziergräser wichtig?

Eine Bodenuntersuchung zeigt, welche Nährstoffe schon im Boden vorhanden sind, und daraus leitest du Art und Menge der Düngung ab. Liegt ein Nährstoff in einer hohen oder sehr hohen Gehaltsklasse, setzt du die Düngung mit genau diesem Nährstoff aus. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und Kalkbedarf, Stickstoff musst du gesondert beauftragen. Gibst du regelmäßig Kompost, kontrollierst du mögliche Phosphor- und Kaliumanreicherungen mit einer Untersuchung alle 4 bis 5 Jahre.

### Welche Rolle spielt die Warnung vor Überdüngung bei Ziergräsern?

Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Bei Stauden aus nährstoffarmen Lebensräumen kann übermäßige Düngung zudem untypisch starkes Wachstum und eine geringere Winterhärte auslösen, deshalb bekommen Gräser magerer Standorte Dünger nur bei erkennbarem Mangel. Überhöhte, zu häufige oder außerhalb der Vegetationsperiode ausgebrachte Stickstoffgaben können außerdem als Nitrat ausgewaschen werden.

### Was ist der Unterschied zwischen Kompost und Mineraldünger bei Ziergräsern?

Die Nährstoffe im Kompost werden erst durch die Arbeit der Bodenorganismen pflanzenverfügbar, und Kompost verbessert zugleich den Boden: Er lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Leicht lösliche Mineraldünger wirken dagegen schnell, können bei nicht bedarfsgerechter Anwendung aber vor allem zu Stickstoffverlusten durch Auswaschung führen. Auch Kompost kann überdüngen, denn häufige Gaben können den Boden etwa mit Phosphat überversorgen. Düngst du überwiegend mineralisch, braucht der Boden zusätzlich organisches Material, damit seine Struktur erhalten bleibt.

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