# Wildblumen aus Samen ziehen: Saatschale, Keimung und erste Blüte

> So ziehst du Wildblumen in der Saatschale vor, säst Lichtkeimer richtig, schützt die Sämlinge und löst typische Keimprobleme bis zur ersten Blüte.

- **URL:** https://samen.de/blumen/wildblumen/bluehende-wildblumenvielfalt-farbenpracht-fuer-ihren-garten/
- **Bereich:** Blumen › Wildblumen
- **Zuletzt geprüft:** 11. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Die Saatschale ist feucht, das Etikett steckt, und es zeigt sich nichts. Oder die Sämlinge kommen, werden aber lang und dünn, bevor sie ins Beet dürfen. Für beides gibt es Gründe, die du prüfen kannst: Saattiefe, Feuchte, Licht und die Keimzeit der jeweiligen Art.

Ich ziehe einen Teil meiner Wildblumen in Saatschalen vor und säe Wiesenflächen direkt. Hier findest du den Weg von der Aussaat über Topfanzucht und Keimung bis zur ersten Blüte. Dazu kommen die Probleme, die am Anfang auftauchen, und was du dann tust.

## Bevor du säst: Saatgut, Termin und Boden in Kürze

Wer mehrjährige Blumenwiesensamen online im großen Gebinde bestellt, prüft zuerst die Angaben zur Mischung und erst dann die Menge. Eine Mischung für eine dauerhafte heimische Wiese hat eine einsehbare Artenliste und weist heimische Arten und mehrjährige Nutzung ausdrücklich aus. Für gebietseigenes Saatgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Frag deshalb nach, aus welchem Gebiet die Mischung stammt. Als Herkunftsnachweis dienen die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert.

Wie viel Saatgut du brauchst, ergibt sich aus deiner Fläche und der Saatmenge, die die Mischung angibt. Für feines Kräutersaatgut sind meist 1 bis 3 g/m² üblich, maßgeblich bleibt aber die Empfehlung der jeweiligen Mischung. Kläre vor dem Kauf, [welche Wildblumen und Wiesentypen zu deinem Standort passen](/blumen/wildblumen/bunte-naturparadiese-wildblumenwiesen-fuer-artenvielfalt-und-schoenheit/).

> **Mythos-Check:** Steht Wildblumen auf der Tüte, sind heimische Arten drin? Nein, die Bezeichnung allein garantiert das nicht. Für eine dauerhafte heimische Wiese prüfst du die Artenliste und die Angaben heimisch und mehrjährig.

Mehrjährige Wildblumenwiesen säst du bevorzugt von Anfang März bis Ende April oder von Mitte August bis Ende September, jeweils vor feuchter Witterung. Für andere Mischungen gelten andere Fenster, und [wann welche Blumenmischung in die Erde kommt](/blumen/wildblumen/aussaatzeitpunkte-fuer-verschiedene-blumenmischungen/), ist eigens aufgeschlüsselt.

Stark beschattete Flächen eignen sich nicht für die übliche mehrjährige Blumenwiese, wohl aber für schattenverträgliche Stauden oder passende Saummischungen. Auf einer mageren, artenreichen Wiese wird nicht gedüngt, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Wie du Fläche und Boden vorbereitest, steht bei den Grundlagen dazu, [was Wildblumen an Standort und Boden brauchen](/blumen/wildblumen/).

Insektenfreundlich ist eine Pflanzung mit ungefüllten Blüten und einem Blütenangebot, das gestaffelt vom Frühjahr bis in den Spätherbst reicht. Was Blühflächen Insekten bringen, steht im Wildblumen-Überblick. Getrennt für Bienen und Schmetterlinge findest du, [welche einzelnen Arten den Bestäubern Nahrung bieten](/blumen/wildblumen/wildblumen-fuer-bienen-und-schmetterlinge-die-besten-arten-fuer-bestaeuber/).

## Direktsaat oder Saatschale: welcher Weg wofür

Wiesenflächen säst du direkt. Feines Kräutersaatgut wird dabei auf der Bodenoberfläche verteilt und angewalzt, nicht eingearbeitet. Bei der Handaussaat streust du je die Hälfte der Samen längs und quer und drückst sie anschließend mit einem Brett an.

Die Saatschale nehme ich für alles, was ich gezielt ziehen will: Stauden, die ungleichmäßig keimen, Zweijährige für ein bestimmtes Beet und Arten, von denen ich nur wenige Samen habe. In der Schale steuerst du Feuchte und Licht selbst und kannst die Aussaat gegen Vögel abdecken. Nicht jede Art eignet sich für diesen Umweg. Das Sommer-Adonisröschen lässt sich wegen seiner Pfahlwurzel schlecht verpflanzen und wird im März und April direkt ins Freiland gesät. Auch die Kornrade säst du direkt ins Gartenbeet.

## Wildblumen in der Saatschale vorziehen: so gehe ich vor

### Schale, Erde und Saattiefe

Für die kontrollierte Anzucht nehme ich Saatschalen mit steriler Aussaaterde. Jede Art bekommt eine eigene Schale, damit ich Keimzeit und Pikiertermin getrennt verfolgen kann. Wie tief ein Samen liegt, richtet sich nach der Art. Lichtkeimer streue ich auf die Oberfläche und drücke sie nur an. Alle anderen Arten bekommen so viel Erde darüber, wie ihre Saattiefe vorgibt; die Werte stehen in der Arten-Tabelle weiter unten.

> **Kurz erklärt:** Lichtkeimer brauchen Licht, um zu keimen. Deshalb werden sie nur oberflächlich gesät oder höchstens sehr dünn bedeckt. Zu ihnen zählen Margerite, Gänseblümchen, Blaue Rasselblume und Klatsch-Mohn.

### Feucht halten, ohne zu vernässen

Staudenansaaten feuchte ich schonend mit einem Zerstäuber an. Die Erde soll gleichmäßig feucht bleiben, darf aber weder austrocknen noch vernässen. Bei Lichtkeimern, die ohne Erdschicht obenauf liegen, nehme ich keine Gießkanne. Prüf die Feuchte mit dem Finger: Die Oberfläche soll sich feucht anfühlen, in der Schale darf kein Wasser stehen.

### Ein heller Platz statt einer warmen Ecke

Ein warmer, zu dunkler Anzuchtplatz begünstigt übermäßiges Längenwachstum und schwache Pflanzen. Stell die Schalen deshalb hell und richte die Temperatur nach der Keimtemperatur der Art. Die Blaue Rasselblume etwa ist mit einer Keimtemperatur von 18 bis 22 °C angegeben.

### Pikieren

Pikiert wird, wenn sich die Keimblätter und die ersten Folgeblätter entfaltet haben. Ich hebe die Sämlinge dazu mit einem Pikierstab heraus und setze sie in Töpfe. Bei der Rasselblume Amor Blue werden jeweils 3 bis 5 Sämlinge gemeinsam pikiert und ab dem Frühsommer verpflanzt. Zweijahresblumen, die du im Freilandbeet vorziehst, pikierst du auf etwa 5 cm Abstand, sobald sich die Jungpflanzen berühren.

### Abhärten und auspflanzen

Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab, mit mehr Belüftung und einer niedrigeren Temperatur. Ins Beet kommen sie erst als kräftige Jungpflanzen. Die meisten Arten setzt du in Reihen, Vergissmeinnicht dagegen in Gruppen.

| Art | Abstand in der Reihe | Reihenabstand |
|---|---|---|
| Gänseblümchen | 15–20 cm | 15–20 cm |
| Margerite | 20–30 cm | 20–30 cm |
| Gemeine Nachtviole | 20–30 cm | 20–30 cm |
| Gewöhnliche Nachtkerze | 25 cm | 30 cm |
| Wiesen-Flockenblume | 30 cm | 30 cm |
| Blaue Rasselblume | 30 cm | 40 cm |
| Vergissmeinnicht als Zweijahresblume | 15–20 cm Pflanzabstand | in größeren Gruppen statt in Reihen |

Wo Reihen und Gruppen hinkommen, kannst du [im Beetplaner Beet für Beet einteilen](/tools/beetplaner/).

> **Marias Erfahrung:** Ich schreibe auf jedes Etikett Art und Saattag und notiere später, wann die ersten Keimlinge kamen. So habe ich in der nächsten Saison für jede Art vor Augen, wie lange sie bei mir gebraucht hat.

## Welche Art wie keimt: Lichtkeimer, Langschläfer und Zweijährige

Wildblumen keimen nicht nach einem gemeinsamen Plan. Saattiefe, Keimtemperatur und Keimdauer unterscheiden sich von Art zu Art. Deshalb schaue ich vor jeder Aussaat in die Werte der jeweiligen Art.

| Art | Saattiefe | Keimtemperatur min / max | Keimdauer | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Gänseblümchen | 0–0,5 cm | 15–18 / 18–22 °C | 7–21 Tage | Lichtkeimer |
| Margerite | 0–0,5 cm | 15 / 18–20 °C | 10–21 Tage | Lichtkeimer |
| Blaue Rasselblume | 0–0,5 cm | 18 / 22 °C | 7–14 Tage | Lichtkeimer |
| Klatsch-Mohn | 0–1 cm | 10–15 / 18–20 °C | 5–14 Tage | Lichtkeimer, einjährig |
| Wiesen-Flockenblume | 0–0,5 cm | 15 °C | 14–21 Tage | auch für nährstoffarme Böden, keine Staunässe |
| Kranz-Lichtnelke | 0 cm | 16 °C | 7–21 Tage | verträgt trockene bis sehr trockene Bedingungen |
| Kornblume | 0,5–1 cm | 10–15 / 18–25 °C | 7–21 Tage | |
| Gemeine Nachtviole | 0–1 cm | 15 / 20 °C | 10–21 Tage | Aussaat April bis Juni oder im September |
| Gewöhnliche Nachtkerze | 0,5 cm | 9 / 23 °C | 14–21 Tage | zweijährig |
| Wegwarte | 0,5–2 cm | 14–18 / 20–25 °C | 7–21 Tage | kein Lichtkeimer, Wildform etwa 1,5–2 cm bedecken |
| Wilde Karde | 0–0,5 cm | 5 °C | 10–14 Tage | |
| Sommer-Adonisröschen | 0,5 cm, mit Erde bedeckt | 12–18 °C | 8–10 Tage | Pfahlwurzel, direkt ins Freiland |
| Wald-Vergissmeinnicht | keine Angabe | 10–18 °C | 14 Tage | zweijährig |
| Kornrade | 1 cm, nur leicht bedecken | keine Angabe | 7–14 Tage | direkt ins Gartenbeet |

Die Keimdauer ist eine Spanne. Zeigt sich am unteren Ende noch nichts, wartest du ab und hältst die Schale weiter feucht.

### Lichtkeimer: obenauf und angedrückt

Margerite, Gänseblümchen und Blaue Rasselblume säst du oberflächennah, höchstens etwa 0,5 cm tief. Beim Gänseblümchen hältst du die Saatfläche feucht. Klatsch-Mohn für Gefäße säst du oberflächlich und streust eine dünne Schicht feinen Splitt darüber. Die Tiefenangaben zum Mohn unterscheiden sich je nach Saatgut, richte dich deshalb nach der Angabe auf deiner Tüte.

### Langsame Keimer und Arten mit Kältephase

Manche Stauden keimen innerhalb von 14 Tagen, andere erst nach mehreren Wochen oder einem Jahr. Ein Beispiel ist das Frühlings-Adonisröschen, eine Staude, anders als das einjährige Sommer-Adonisröschen. Gesät wird es möglichst bald nach der Samenernte, keimen kann es trotzdem erst nach dem Winter.

> **Zahl im Blick:** Die Keimanleitung für Frühlings-Adonisröschen umfasst drei Phasen. Zuerst 2–4 Wochen feuchte Wärme bei 18–22 °C, danach etwa 4–6 Wochen bei −4 bis +4 °C, anschließend 5–12 °C.

> **Achtung:** Das Kraut des Frühlings-Adonisröschens ist giftig und enthält herzwirksame Steroidglykoside. Beschrifte Schalen und Saatguttüten mit dieser Art deshalb eindeutig.

### Zweijährige: erst Rosette, dann Blüte

Zweijahresblumen blühen im zweiten Jahr nach der Aussaat und sterben nach der Samenbildung meist ab. Die Gewöhnliche Nachtkerze bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und blüht im zweiten. Wald-Vergissmeinnicht wird im Freiland von Mitte Juni bis Mitte Juli gesät. Auch Gänseblümchen lassen sich zweijährig führen, direkt im Beet oder zur Anzucht in Kisten und Balkonkästen. Eine Aussaat Ende Juli bis Anfang August bildet dabei zuerst eine Rosette und blüht ab dem folgenden Frühjahr.

### Einjährige: schnell da, jedes Jahr neu

Der Klatsch-Mohn ist einjährig und keimt in 5 bis 14 Tagen. Für gezielt angelegte einjährige Sommerblumenflächen ist jedes Jahr eine neue Einsaat vorgesehen. Klatsch-Mohn der Mischung Roter Sommermohn kannst du auch im Spätsommer säen, er kann dann überwintern und im folgenden Frühsommer blühen. Ob eine einjährige oder eine mehrjährige Mischung zu deinem Ziel passt, hängt davon ab, [welche Mischungsarten es gibt und wofür du sie einsetzt](/blumen/wildblumen/bunte-vielfalt-fuer-ihren-garten-saatgut-mischungen-im-ueberblick/).

## Keimung und erste Wochen: was du wann siehst

Bei der LUX-Blumenwiese erscheinen die ersten Keimlinge unter feuchter Witterung nach etwa 2 bis 3 Wochen. Andere Mischungen und Einzelarten haben eigene Keimzeiten, die Spannen stehen in der Arten-Tabelle.

Eine frisch gesäte Blumenwiese hältst du etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Ist der Bestand etabliert, braucht er im Sommer normalerweise kein zusätzliches Wasser. Wie du in Trockenphasen vorgehst, steht im Wildblumen-Überblick im Abschnitt Gießen und Witterung.

Junge Keimlinge können ganz anders aussehen als die blühende Pflanze. Ich lasse alles stehen, was ich noch nicht sicher bestimmen kann, und schaue es mir wieder an, wenn die ersten Folgeblätter da sind. Läuft dagegen rasch Beikraut aus dem Samenvorrat des Bodens auf, ist ein Schröpfschnitt vorgesehen; wie er geht, steht unten bei den Problemen.

### Wann die erste Blüte kommt

| Was du gesät hast | Erste Blüte |
|---|---|
| Einjährige Sommerblumenmischung, Aussaat ab Mitte April | nach etwa 6–8 Wochen |
| Klatsch-Mohn der Mischung Roter Sommermohn, Aussaat im Spätsommer | im folgenden Frühsommer, nach der Überwinterung |
| Gänseblümchen, zweijährig geführt, Aussaat Ende Juli bis Anfang August | ab dem folgenden Frühjahr |
| Zweijahresblumen wie die Gewöhnliche Nachtkerze | im zweiten Jahr nach der Aussaat |
| Wiesenmargerite aus einem Saatgutangebot | im Jahr nach der Aussaat |
| Einzelne Arten in einer Schattsaum-Mischung | teils erst nach 3–4 Jahren blühreif |

Einjährige Sommerblumen blühen schon wenige Wochen nach der Aussaat, Zweijahresblumen dagegen erst im zweiten Jahr. Siehst du im ersten Sommer bei zweijährigen Arten nur Rosetten, ist bei der Aussaat also nicht zwingend etwas schiefgegangen.

## Schutz vor Vögeln, Schnecken und anderen Tieren

Saatschalen, die im Freien stehen, deckst du mit Maschendraht ab, damit Vögel die Samen nicht herauspicken. Ich lege das Gitter direkt auf den Schalenrand und nehme es erst ab, wenn die Sämlinge pikiert werden. Das Frühlings-Adonisröschen kann erst nach dem Winter keimen, und Maschendraht schützt Saatschalen im Freien vor Vogelfraß. Steht eine solche Schale draußen, bleibt das Gitter deshalb die ganze Wartezeit über liegen.

Auf einer großen Wiesenfläche lässt sich so eine Abdeckung kaum umsetzen. Arten, die du gezielt haben willst, ziehst du deshalb in der Schale vor und pflanzt sie später als kräftige Jungpflanzen aus.

Sämlinge in Schalen suche ich nach Schnecken ab und sammle sie von Hand ab. Sitzen Blattläuse an jungen Triebspitzen, streifst du sie als erste mechanische Maßnahme vorsichtig mit behandschuhten Fingern ab. Bei der Kornrade solltest du auf Mehltau achten. An der Gewöhnlichen Nachtkerze können Blattflecken und Mehltau auftreten, deshalb schaue ich mir bei ihr die Blätter genauer an.

## Typische Anfangsprobleme und was du tun kannst

### Es keimt nichts

Prüf zuerst die Feuchte. Bei einer Wildblumenwiesenansaat brauchen die Samen mindestens drei Wochen durchgehende Feuchtigkeit, um zu quellen und zu keimen. Danach kommt die Tiefe: Lichtkeimer, die eingeharkt oder mit Erde abgedeckt wurden, liegen tiefer als ihre angegebene Saattiefe. Als Drittes zählt die Zeit, denn manche Stauden keimen erst nach mehreren Wochen oder einem Jahr. Schalen mit Staudenaussaat stelle ich deshalb beiseite und halte sie weiter feucht, statt sie auszuleeren. Steht die Schale sehr kühl oder sehr warm, vergleiche die Temperatur mit der Keimtemperatur der Art in der Tabelle.

> **Häufiger Fehler:** Lichtkeimer werden eingeharkt oder mit Erde abgedeckt. Margerite, Gänseblümchen und Blaue Rasselblume gehören an die Oberfläche oder höchstens etwa 0,5 cm tief. Drück sie an, statt sie einzuarbeiten.

### Die Sämlinge werden lang und schwach

Ein warmer, zu dunkler Platz begünstigt übermäßiges Längenwachstum. Stell die Schalen heller und härte die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen ab, wie oben beschrieben.

### Beikraut wächst schneller als die Ansaat

Vor einer neuen Ansaat entfernst du konkurrenzstarke Pflanzen wie Quecke und Giersch mitsamt ihren Wurzeln. Läuft danach rasch Samenunkraut auf, nimmt ein Schröpfschnitt das schneller wachsende Beikraut zurück. Die erwünschten Jungpflanzen schonst du dabei, und du schneidest vor der Samenreife des Beikrauts.

> **Zahl im Blick:** Erster Schröpfschnitt bei Ansaaten mit rasch auflaufendem Samenunkraut: etwa 8–10 Wochen nach der Aussaat, stehen bleiben 5–6 cm. Überwächst der Aufwuchs eine junge Wiesenansaat, ist bei 20–30 cm Aufwuchshöhe ein Schnitt mit mindestens 5 cm Resthöhe angezeigt. Wächst das Beikraut nach, lässt sich der Schnitt im Ansaatjahr noch 1–2-mal vor dessen Samenreife wiederholen. In einjährigen Sommerblumenansaaten kann ein einmaliger Schnitt auf etwa 10–15 cm helfen.

### Lücken und ungleichmäßiger Aufwuchs

Eine Blumenwiese verändert ihr Erscheinungsbild im Jahresverlauf und von Jahr zu Jahr. Dichte und lückige Stellen nebeneinander sind deshalb kein Grund, die Ansaat abzuschreiben. Kahle Stellen kannst du nachsäen, und [wie du mit Nachsaat und gestaffelter Aussaat die Blütezeit einer Mischung verlängerst](/blumen/wildblumen/wildblumenmischungen-vom-fruehjahr-bis-herbst-in-bluete/), ist ausführlich erklärt.

### Eine Art breitet sich stark aus

Bei der Kornrade sind reiche Samenbildung und schnelle Ausbreitung zu beachten. Ähnliches gilt für die Gewöhnliche Nachtkerze, die sich selbst aussät und ausbreitet. Beim Gänseblümchen entfernst du verblühte Blüten, wenn du keine Selbstaussaat willst.

### Arten verschwinden nach kurzer Zeit wieder

Zweijahresblumen sterben nach der Samenbildung meist ab, das gehört zu ihrem Lebenslauf. Die Blaue Rasselblume kann besonders auf schweren Böden kurzlebig sein, achte bei ihr auf guten Wasserabzug. Einjährige Sommerblumenflächen säst du ohnehin jedes Jahr neu ein.

## Samen ernten und für die nächste Aussaat lagern

Blumensamen erntest du bei trockenem Wetter, sobald sie ausgereift sind und sich leicht aus ihren Hüllen lösen. Beim Schmuckkörbchen wartest du, bis die Samen braun und vollständig ausgereift sind. Zweijahresblumen sterben nach der Samenbildung meist ab, und die Nachtkerze sät sich selbst aus. Lässt du bei ihr Fruchtstände ausreifen, kann sich der Bestand deshalb über Selbstaussaat halten.

In einer Saatmischung für Fledermäuse und Nachtfalter ist ausdrücklich vorgesehen, dass die Pflanzen nach der Blüte Fruchtstände ausbilden. Bei geeigneten Blühmischungen und Staudenpflanzungen können die Stängel über Winter stehen bleiben und erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden.

Ich lasse die geernteten Samen vollständig nachtrocknen, bevor sie in eine Tüte kommen. Die Tüten beschrifte ich mit Art und Erntejahr und lagere sie trocken, kühl und dunkel bis zur Aussaat. Eine Ausnahme ist das Frühlings-Adonisröschen, das möglichst bald nach der Ernte gesät wird.

> **Achtung:** Die Kornrade gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere. Sie ist eine Zierpflanze für Beetränder in Bauern- oder Schnittblumengärten und keine Futter- oder Nahrungspflanze. Geerntete Kornradesamen gehören beschriftet zum Saatgut und nicht ins Vogelfutter.

## Nach der ersten Blüte und im Kübel: kurz eingeordnet

Für Garten-Blumenwiesen sind je nach Wüchsigkeit und Standort 1 bis 3 Mähgänge im Jahr beschrieben. Mähst du Teilflächen zeitlich versetzt, bleiben auf größeren Wiesen Rückzugsräume für Insekten. Wann und wie hoch du schneidest, steht im Wildblumen-Überblick im Abschnitt Mähen und Pflege im Jahreslauf.

Größere Gefäße puffern bei Wildstauden Wasser- und Temperaturschwankungen besser als kleine Töpfe und brauchen funktionierende Abflusslöcher. Das Substrat machst du je nach natürlichem Standort der Art mit Sand magerer oder mit Kompost nährstoffreicher. Welche Mischung in einen naturnahen Garten passt und [wie du Wildblumen mit Gefäßen, Rasen und Staudenbeeten kombinierst](/blumen/wildblumen/wildblumenmischungen-fuer-naturnahe-gaerten-foerderung-der-biodiversitaet-im-eigenen-gruen/), liest du im passenden Ratgeber.

## Häufige Fragen

### Was ist der Unterschied zwischen Lichtkeimern und Dunkelkeimern bei Wildblumen?

Lichtkeimer brauchen Licht zum Keimen, deshalb säst du sie an die Oberfläche und bedeckst sie höchstens sehr dünn. Margerite, Gänseblümchen und Blaue Rasselblume gehören dazu, ihre Saattiefe liegt bei 0 bis 0,5 cm. Arten, die keine Lichtkeimer sind, kommen tiefer in die Erde, die Wegwarte etwa 0,5 bis 2 cm. Richte dich bei jeder Art nach ihrer angegebenen Saattiefe.

### Was sind die häufigsten Probleme bei der Keimung von Wildblumensamen?

Typische Ursachen sind zu wenig Feuchte, zu tief gesäte Lichtkeimer und ein warmer, zu dunkler Anzuchtplatz, der lange, schwache Sämlinge begünstigt. Samen einer Wildblumenwiesenansaat brauchen mindestens drei Wochen durchgehende Feuchtigkeit, um zu quellen und zu keimen. Manche Stauden keimen außerdem erst nach mehreren Wochen oder einem Jahr, das Frühlings-Adonisröschen kann erst nach dem Winter keimen. Halte solche Aussaaten deshalb feucht, statt sie früh aufzugeben.

### Was ist besser: Direktsaat oder Voranzucht von Wildblumen?

Wiesenflächen säst du direkt, feines Kräutersaatgut wird dabei auf der Bodenoberfläche verteilt und angewalzt. Die Voranzucht in Saatschalen mit steriler Aussaaterde lohnt sich für einzelne Stauden und Zweijährige, weil du Feuchte und Licht steuerst und die Schalen gegen Vögel abdecken kannst. Arten mit Pfahlwurzel wie das Sommer-Adonisröschen lassen sich schlecht verpflanzen und gehören direkt ins Freiland.

### Worin unterscheiden sich einjährige und mehrjährige Wildblumenmischungen?

Einjährige Sommerblumenflächen werden jedes Jahr neu eingesät, nach einer Aussaat ab Mitte April beginnt die Blüte nach etwa 6 bis 8 Wochen. Mehrjährige Garten-Blühmischungen sind auf Dauer angelegt und können 10 Jahre und länger bestehen. Der Pflegezeitbedarf liegt bei ihnen bei etwa 1 bis 2 Minuten je m² und Jahr und damit unter dem einjähriger Mischungen.

### Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Aussaat von Wildblumensamen?

Mehrjährige Wildblumenwiesen säst du bevorzugt von Anfang März bis Ende April oder von Mitte August bis Ende September, jeweils vor feuchter Witterung. Einjährige Sommerblumenmischungen können ab Mitte April ausgesät werden. Einzelne Arten haben eigene Fenster: Die Margerite wird von März bis Juli gesät, Wald-Vergissmeinnicht im Freiland von Mitte Juni bis Mitte Juli.

### Welche Kriterien sollten beim Kauf von Wildblumenmischungen beachtet werden?

Achte auf eine einsehbare Artenliste und auf ausdrückliche Angaben zu heimischen Arten und mehrjähriger Nutzung, denn die Bezeichnung Wildblumen allein garantiert keine heimischen Arten. Für gebietseigenes Saatgut ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt, frag deshalb nach der Herkunft der Mischung. Als Herkunftsnachweis dienen die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert. Die benötigte Menge berechnest du aus deiner Fläche und der Saatmenge, die die Mischung je Quadratmeter angibt.

### Wie kann man Wildblumen erfolgreich auf Balkon und Terrasse anbauen?

Nimm möglichst große Gefäße mit funktionierenden Abflusslöchern, weil sie Wasser- und Temperaturschwankungen besser puffern als kleine Töpfe. Das Substrat richtest du nach dem natürlichen Standort der Art aus: Sand macht es magerer, Kompost nährstoffreicher. In ein gemeinsames Gefäß kommen nur Arten mit ähnlichen Ansprüchen an Licht, Substrat, Wasser und Nährstoffe und mit vergleichbarer Konkurrenzkraft. Als topfgeeignet gelten zum Beispiel Gänseblümchen, Klatsch-Mohn und Wegwarte.

### Warum sollte der Boden für Wildblumen nährstoffarm sein?

Auf einer mageren, auf Artenreichtum ausgerichteten Blumenwiese wird nicht gedüngt, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Auf etablierten trockenen und nährstoffarmen Standorten unterstützt der Verzicht auf zusätzliche Bewässerung und Düngung konkurrenzfähige Wildblumenbestände. Ist dein Boden nährstoffreich, wählst du eine dafür angepasste Blumenwiesenmischung. Regelmäßige Mahd mit Abräumen des Schnittguts entzieht der Fläche allmählich Nährstoffe, auf wüchsigen Standorten kann das aber 5 bis 10 Jahre dauern.

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