# Insektenfreundliche Blumensamen: welche Arten Nektar liefern und wie du die Blütenfolge planst

> Kornblume, Phacelia, Nachtkerze, Wegwarte: welche Blumen Insekten Nektar oder Pollen bieten, welche Art zu deinem Standort passt und wie du Lücken im Blütenkalender schließt.

- **URL:** https://samen.de/blumen/wildblumen/insektenfreundliche-blumensamen-ihr-garten-als-bluehendes-paradies/
- **Bereich:** Blumen › Wildblumen
- **Zuletzt geprüft:** 11. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Auf vielen Samentüten fliegt eine Biene, doch das Bild verrät dir nicht, ob die Blüte Nektar, Pollen oder beides bietet. Ich lese bei jeder Art deshalb zuerst nach, was sie Insekten liefert, wann sie blüht und welchen Boden sie braucht. Erst danach entscheide ich, in welches Beet sie kommt. Mit diesen drei Angaben stellst du aus einzelnen Arten eine Blütenfolge zusammen, die vom Spätwinter bis in den Herbst reicht.

## Welche Blumen sind nektarreich und welche liefern vor allem Pollen?

Nicht jede Blume, die Insekten anzieht, ist auch nektarreich. Manche Arten bieten vor allem Pollen, andere Nektar, einige beides. Grundlage sind ungefüllte Blüten: Bei gefüllten Sorten können die pollenführenden Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein, und vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar.

Diese Arten kannst du gezielt nach ihrem Angebot auswählen:

| Art | Was die Blüte bietet | Besucher |
|---|---|---|
| Kornblume | Nektar | Honigbienen, Erd- und Steinhummeln, Schlupfwespen |
| Phacelia (Büschelschön) | Pollen und Nektar | Bienen |
| Gewöhnliche Nachtkerze | Nektar, die Blüten öffnen sich am Abend | Nachtfalter; langrüsselige Schwärmer erreichen den Nektar am Ende der langen Blütenröhren |
| Kornrade | Nektar in Stieltellerblüten | vor allem Tagfalter |
| Prachtlein 'Blue Dress' | Nektar | nützliche Insekten |
| Fingerhut | Nektar | unter anderem Hummeln |
| Klatschmohn | reichlich Pollen, kein Nektar | bestäubende Insekten |
| Wegwarte | Pollen | Schwebfliegen, Hummeln, Wildbienen |
| Gewöhnliche Nachtviole | Pollen, gegen Abend kräftiger Veilchenduft | Wildbienen; bestäubt wird sie vor allem von Nachtfaltern |
| Wiesen-Margerite | Nahrung für viele Blütenbesucher | Masken-, Furchen- und Schmalbienen, Käfer, Schwebfliegen |
| Wilde Karde | ein nutzbares Blütenangebot | zahlreiche Insekten |
| Gewöhnliches Leinkraut | geschlossene Blüten | kräftige Hummeln und andere große Wildbienen öffnen und bestäuben sie |

Daraus ergibt sich eine einfache Kombination: Klatschmohn liefert reichlich Pollen, aber keinen Nektar, die Kornblume liefert Nektar. Weil sich Kornrade, Kornblume, Kamille und Mohn für gemeinsame Ansaaten auf offenen, bearbeiteten Flächen eignen, bekommst du Pollen und Nektar auf dasselbe Beet.

## Sommerblumen, die schon im ersten Jahr blühen

Bei einjährigen Sommerblumenansaaten beginnt die Blüte nach einer Aussaat ab Mitte April nach etwa 6 bis 8 Wochen. Einzelne Arten blühen bis zum ersten Frost. Im Veitshöchheimer Farbenmix tragen Kornblume, Klatschmohn, Ringelblume und Roter Lein den Blühaspekt des ersten Standjahres.

### Kornblume

Die Kornblume liefert Nektar für Honigbienen, Erd- und Steinhummeln sowie Schlupfwespen. Als Kulturfolger hat sie sich mit dem Getreideanbau verbreitet. Zu ihrem Rückgang in Äckern tragen starke Düngung, chemische Pflanzenschutzmittel und gründliche Saatgutreinigung bei. Im Garten braucht sie keine zusätzliche Düngung. Wilde Kornblumen säst du von März bis Juni oder im September direkt aus. Gemeinsam mit Ringelblumen trägt sie je nach Aussaat und Sorte ungefähr von Juni bis September zur Sommerblüte bei.

### Klatschmohn

Klatschmohn bietet bestäubenden Insekten viel Pollen, aber keinen Nektar. Er braucht einen sonnigen Platz und wird 40 bis 80 cm hoch. Die Pflanze kann einjährig oder überjährig wachsen und vermehrt sich durch Samen, die der Wind aus den reifen Kapseln streut. Bei einer Klatschmohn-Mischung kann eine Aussaat im Spätsommer überwintern und im folgenden Frühsommer blühen. In mehrjährigen Brachen ohne regelmäßige Bodenbearbeitung verdrängen ihn konkurrenzstärkere Arten. Klatschmohn ist eine Giftpflanze mit giftigem Milchsaft; die Mohnsamen für Brötchen und Kuchen stammen vom Schlafmohn.

### Phacelia

Blühende Phacelia liefert Bienen Pollen und Nektar. Phacelia tanacetifolia gehört zu einer ursprünglich amerikanischen Gattung innerhalb der Raublattgewächse. Sie steht sonnig bis halbschattig und wird 60 bis 100 cm hoch. Gesät wird sie von April bis September. Weil sie mit den meisten Gemüsearten nicht eng verwandt ist, passt sie in viele Gemüsefruchtfolgen. Bei stärkeren Frösten von etwa −7 bis −6 °C friert sie ab.

### Schmuckkörbchen (Cosmea)

Cosmea eignet sich als Sommerblume für einen bienenfreundlichen Garten. Das einjährige Schmuckkörbchen blüht von Juni bis Oktober und wird 30 bis 150 cm hoch. Es steht sonnig bis halbschattig und wächst auch in Kübel und Topf. Dünge zurückhaltend, denn zu viel Dünger fördert das Blattwachstum auf Kosten der Blüten. Ich nehme verblühte Köpfe beim Gießen gleich mit ab, weil das Entfernen verblühter Blüten die Bildung weiterer Knospen fördert. Achte beim Kauf auf den botanischen Namen: Schmuckkörbchen ist Cosmos bipinnatus, die orange blühende Cosmos sulphureus ist eine eigene Art.

### Kornrade

Die Kornrade trägt purpurrosa Blüten mit feinen dunklen Adern. Ihre Stieltellerblüten sind vor allem an die Bestäubung durch Tagfalter angepasst und bieten ihnen Nektar. Sie braucht regelmäßig bearbeitete Stellen mit offenem Boden, an denen ihre Samen aufkeimen können. Im Herbst gekeimte Pflanzen überwintern als bodennahe Rosetten. Im Boden bleiben die Samen nur wenige Monate keimfähig. Am nährstoffarmen, gut durchlässigen Gartenstandort düngst du sie nicht zusätzlich.

### Weitere Sommerblumen für Insekten

| Art | Was sie Insekten bietet | Merkmale |
|---|---|---|
| Malope-Sommermalvenmischung | nützlingsfreundliche Beetblume | große trichterförmige Blüten in Rosa, Weiß und Violett, 60 bis 100 cm hoch |
| Einjähriges Schleierkraut, Elegans-Mischung | ungefüllte Sorten als Blütenangebot für kleine Bienenarten | blüht von Juni bis Oktober, sonnig, trockenheitsverträglich |
| Prachtlein 'Blue Dress' | Nektar für nützliche Insekten | himmelblaue Blüten, verträgt Trockenheit, aber keine Staunässe |
| Feld-Sonnenblume aus dem Saatguthandel | Pollen und Nektar, reife Samen als Winterfutter für Wildvögel | etwa 150 bis 200 cm hoch |

Die Malope ist die Trichter- oder Sommermalve aus der Familie der Malvengewächse. Die Feld-Sonnenblume liefert reife Samen als Winterfutter für Wildvögel, als Gründüngung wird sie aber vor der Samenbildung geschlegelt. Willst du Vogelfutter, lässt du die Köpfe also ausreifen.

## Mehrjährige Wiesenblumen und Stauden für die Jahre danach

Ausdauernde Stauden treiben im Frühjahr aus ihren überwinternden Organen wieder aus. Bei mehrjährigen Wildpflanzenmischungen können einzelne Arten erst im zweiten Lebensjahr blühen. Langlebige artenreiche Wiesen, Säume und Wegränder sind für Insekten wertvoller als nur vorübergehend bestehende Blühflächen.

| Art | Blütezeit | Wuchshöhe |
|---|---|---|
| Wiesen-Margerite | Mai bis Oktober | 60 bis 80 cm |
| Wiesen-Salbei | Mai bis Juli | 20 bis 60 cm |
| Rundblättrige Glockenblume | Juni bis Oktober | je nach Standort 15 bis 50 cm |
| Knautia dipsacifolia | Juni bis September | 20 bis 100 cm |
| Wegwarte | Juli bis Oktober | 20 bis 80 cm |
| Acker-Witwenblume | Juli und August in der Saatgutkultur | 30 bis 80 cm |

### Wiesen-Margerite und Wiesen-Salbei

Die Wiesen-Margerite bietet Nahrung für verschiedene Wildbienen, darunter Masken-, Furchen- und Schmalbienen. Auch Käfer und Schwebfliegen finden an ihr Futter. Ihr Blütenkörbchen hat eine weiße Randzone und eine goldgelbe Mitte aus zahlreichen Röhrenblüten. Sie passt zu mäßig nährstoffreichem, feuchtem und gut drainiertem Boden in Sonne oder Halbschatten. In Wiesen kann Düngung die Margeriten aus dem Bestand verdrängen. Weiße Margeriten und blau blühender Salbei blühen gleichzeitig und setzen einen Farbkontrast. Wiesen-Salbei wächst auf Magerrasen und Magerwiesen und steht zusammen mit Margerite und Acker-Witwenblume in heimischen Wiesen- und Saumblumenmischungen.

### Wegwarte

Die Blüten der Wegwarte werden von Schwebfliegen, Hummeln und Wildbienen besucht und liefern Pollen. Ein einzelnes Blütenköpfchen öffnet sich nur an einem Tag. Die wilde Wegwarte ist ausdauernd und gilt als winterharte Staude. Sie eignet sich auch für nährstoffarme, durchlässige Böden und besiedelt sogar Straßenränder und Bahnanlagen. Auf Dauer verträgt sie es schlecht, von Gräsern oder Gebüschen überwachsen zu werden. Zur Samenreife fressen Stieglitze an ihren Samenständen.

### Witwenblumen, Skabiosen und Glockenblumen

Die mehrjährige Acker-Witwenblume eignet sich für trockene, sonnige Standorte. Sie keimt unregelmäßig über mehrere Wochen, deshalb beobachtest du die Aussaat länger. Knautia dipsacifolia wächst dagegen in Wäldern, Fettwiesen und Hochstaudenfluren und darf nicht pauschal wie eine Trockenwiesenpflanze behandelt werden. Die heimische Tauben-Skabiose wächst in kalkreichen Trocken- und Halbtrockenrasen sowie in mäßig trockenen bis wechseltrockenen Wiesen. Ihr botanisches Blühfenster reicht von Juli bis November.

### Gewöhnliches Leinkraut

Das Gewöhnliche Leinkraut (Linaria vulgaris) ist in Deutschland heimisch. Seine Blüten sind geschlossen; kräftige Hummeln und andere große Wildbienen öffnen und bestäuben sie. An der Pflanze fressen außerdem die Raupen der Möndcheneule, der Goldbraunen Hauhecheleule und des Roten Scheckenfalters. Es braucht Sonne und lockeren, steinig-sandigen, trockenen bis frischen und mäßig nährstoffreichen Boden. Weil es mehrjährig ist und sich durch Ausläufer ausbreitet, gibst du ihm einen Platz, an dem es sich ausdehnen darf. Im Freiland säst du es vom Spätherbst bis zum Vorfrühling.

### Rasselblume und Blaukissen

Die Rasselblume 'Amor Blue' eignet sich als insektenfreundliche Staude und als frische oder getrocknete Schnittblume. Ihre verbliebenen Blütenstände bilden im Winter filigrane Strukturen im Beet. In der Staudenmischung Veitshöchheimer Blütentraum steht sie an offenen, sonnigen Plätzen, die nicht dauerhaft trocken und nicht extrem nährstoffarm sind. Eine Blaukissenmischung wird als mehrjährige Bienenweide angeboten. Eine andere Blaukissen-Sorte blüht von März bis Mai, steht sonnig, verträgt keine Staunässe und eignet sich für Töpfe und Kübel.

## Abendblüher und Zweijährige

Zweijahresblumen blühen im zweiten Jahr nach der Aussaat und sterben meist nach der anschließenden Samenbildung ab. Abendblüher ergänzen dein Beet um ein Angebot für Nachtfalter.

### Gewöhnliche Nachtkerze

Die Gewöhnliche Nachtkerze öffnet ihre gelben Blüten am Abend und bietet Nachtfaltern Nektar. Langrüsselige Schwärmer erreichen den Nektar am Ende der langen Blütenröhren. Die Pflanze kann ein- bis zweijährig wachsen, bevorzugt sonnige Lagen und verträgt keine stauende Nässe. Ihr wird eine hohe Trockenheitstoleranz bescheinigt, gut passen tiefgründige sandige Lehme oder lehmige Sande. In den unteren Kapseln reifen schon Samen, während sie oben noch blüht. Die Raupen des Nachtkerzenschwärmers fressen auch an Nachtkerzen, überwiegend aber an verschiedenen Weidenröschen.

### Gewöhnliche Nachtviole

Nachtviolen verströmen vor allem gegen Abend einen kräftigen Veilchenduft. Sie liefern Wildbienen Pollen und werden vor allem von Nachtfaltern bestäubt. Die kurzlebige Art erhält sich an passenden Standorten durch reichliche Selbstaussaat. Sie steht sonnig bis halbschattig und wird 60 bis 100 cm hoch. In Deutschland wird sie als etablierter Neophyt geführt. In einer Saatmischung für Nachtfalter steht sie zusammen mit Gemeiner Nachtkerze und Weißer Lichtnelke, und die Pflanzen dürfen dort nach der Blüte Fruchtstände ausbilden.

Künstliches Licht reduzierst du im Nachtfaltergarten. Was an Beleuchtung nötig ist, bleibt schwach, warmweiß, nach unten gerichtet und läuft über Bewegungsmelder.

> **Marias Erfahrung:** Nachtkerze und Nachtviole säe ich in das Beet neben der Terrasse, auf der ich abends sitze. Die Lampe dort bleibt aus, und für den Weg habe ich eine schwache, warmweiße Leuchte mit Bewegungsmelder, die nach unten strahlt.

### Wilde Möhre und Wald-Vergissmeinnicht

Die Wilde Möhre bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und blüht im zweiten Jahr. Ihre Blätter und Stängel fressen die Raupen des Schwalbenschwanzes. Sie gehört zu den heimischen Arten für trockene, sonnige Standorte. Vergissmeinnicht wird gewöhnlich zweijährig kultiviert und erhält sich im Garten durch Selbstaussaat. Die Wildart Wald-Vergissmeinnicht blüht von April bis Mai und wächst an frischen, nährstoffreichen Standorten wie Waldsäumen und Gehölzrändern. Vergissmeinnicht gilt als Pflanzengruppe, die vorwiegend von Bienen besucht wird.

## Wildbienen-Spezialisten und Raupen: welche Pflanzen sie brauchen

Unter den Wildbienen gibt es spezialisierte Arten, die auf Glockenblumen, gelbe Korbblütler, gelbe Schmetterlingsblütler oder auf Knautien und Skabiosen angewiesen sind. Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen und brauchen diese Pflanzen deshalb im Blütenangebot. Die Glockenblumen-Sägehornbiene ist beim Pollensammeln ebenfalls auf Glockenblumen spezialisiert. Die Gartenresede wird von der Reseden-Maskenbiene besucht; die Gelbe Resede (Reseda lutea) ist eine eigene heimische Art.

> **Kurz erklärt:** Polylektische Wildbienen nutzen verschiedene Pflanzengruppen. Die Glockenblumen-Scherenbiene sammelt dagegen Pollen von Glockenblumengewächsen.

Eine Blühfläche, die auf Wildbienen ausgerichtet ist, sollte Korbblütler, Kreuzblütler, Lippenblütler, Schmetterlingsblütler, Doldenblütler und Glockenblumengewächse enthalten. Heimische Wiesenpflanzen dienen auch spezialisierten Insekten als Nahrung. Heimische Stauden für spezialisierte Wildbienen kannst du durch früh oder spät blühende Arten anderer Herkunft ergänzen, etwa durch das spät blühende Patagonische Eisenkraut.

Ein insektenfreundlicher Garten braucht neben Blüten auch Nahrungspflanzen für die Entwicklungsstadien. Die Wilde Möhre ernährt die Raupen des Schwalbenschwanzes, Große Brennnesseln die Raupen von Tagpfauenauge und Landkärtchen. Die Raupen des Großen Ochsenauges nutzen Gräser als Nahrungspflanzen.

## Standortgerecht auswählen: welche Art passt in welches Beet?

Ich prüfe vor jeder Auswahl drei Dinge: Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung. Auch nährstoffreichere Böden tragen eigene geeignete Wiesengesellschaften, für nährstoffreichen Gartenboden gibt es angepasste Blumenwiesenmischungen.

| Standort | Passende Arten |
|---|---|
| sonnig, trocken, eher mager | Wegwarte, Gewöhnliches Leinkraut, Acker-Witwenblume, Wilde Möhre, Arznei-Thymian, Taubenkropf-Leimkraut, Kranz-Lichtnelke, Gewöhnliche Nachtkerze, Prachtlein 'Blue Dress', Patagonisches Eisenkraut, auf Kalk die Tauben-Skabiose |
| sonnig, offener und regelmäßig bearbeiteter Boden | Kornrade, Kornblume, Kamille, Klatschmohn |
| sonnig, frischer bis lehmiger Gartenboden | Wiesen-Margerite, Wiesen-Flockenblume, Rote Lichtnelke, Wiesenglockenblume, Schmuckkörbchen, Rasselblume |
| Halbschatten und Gehölzrand | Fingerhut, Wald-Vergissmeinnicht, Nachtviole, Schattsaum mit Frühlings-Platterbse, Nesselblättriger Glockenblume und Roter Lichtnelke |
| feucht bis nass | Sumpf-Vergissmeinnicht, Blutweiderich, Sumpfdotterblume, Lanzen-Eisenkraut, Wiesen-Schaumkraut, Kuckucks-Lichtnelke, Echtes Mädesüß |
| Topf und Kübel | Schmuckkörbchen, Blaukissen, Patagonisches Eisenkraut |

### Sonnig, trocken und mager

Auf sonnigen Flächen mit durchlässigem, eher magerem Boden wählst du Arten, die Trockenheit vertragen. Arznei-Thymian, Taubenkropf-Leimkraut, Acker-Witwenblume und Wilde Möhre eignen sich als heimische Arten für trockene, sonnige Standorte. Die Kranz-Lichtnelke verträgt trockene bis sehr trockene Bedingungen auf gut durchlässigem Boden. Die Wegwarte kommt auch mit nährstoffarmen, durchlässigen Böden zurecht. Patagonisches Eisenkraut und einjähriges Schleierkraut gelten ebenfalls als trockenheitsverträglich. Auf kalkreichem Boden passt die Tauben-Skabiose.

> **Mythos-Check:** „Pflanzen aus heißen, trockenen Regionen sind im veränderten Klima automatisch die bessere Wahl.“ Für einen generellen Eignungsvorteil gebietsfremder Pflanzen aus wärmeren oder trockeneren Regionen unter den veränderten Klimabedingungen Deutschlands fehlen wissenschaftliche Belege. Dazu kommt, dass Hitzetoleranz und Trockenheitstoleranz verschiedene Eigenschaften sind, die nicht zwangsläufig gemeinsam auftreten.

### Offener Boden für Ackerblumen

Kornrade, Kornblume, Kamille und Mohn brauchen offene, bearbeitete Flächen. Viele Ackerwildblumen werden ohne regelmäßige Bodenstörung von ausdauernden Gräsern, Stauden und Gehölzen verdrängt. Plane sie deshalb auf Beeten ein, deren Boden du regelmäßig bearbeitest. In einer dauerhaften Wildblumenmischung sorgen Kornblume und Klatschmohn für einen schnellen ersten Blüheffekt.

### Sonnig mit frischem oder lehmigem Boden

Auf frischem Gartenboden in der Sonne passen Wiesen-Margerite, Schmuckkörbchen und Rasselblume. Auf lehmigem Wiesenboden kommen Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume infrage. Die Wiesen-Flockenblume braucht gut drainierten Boden, verträgt auch nährstoffarme Böden, aber keine Staunässe.

> **Häufiger Fehler:** Das Blumenbeet kräftig düngen. Zu hohe Gaben schnell verfügbaren Stickstoffs fördern Gräser und hochwüchsige Kräuter und verdrängen niedrigwüchsige Wiesenkräuter. Auch Kompost und Stallmist sind Dünger und können bei zu hohen Gaben zur Nährstoffanreicherung beitragen.

### Halbschatten und Gehölzrand

Fingerhut wächst an halbschattigen Plätzen mit humusreichem, lockerem Boden, und seine Blüten bieten unter anderem Hummeln Nektar. Der Großblütige Fingerhut ist mehrjährig und blüht gelb. Die Selbstaussaat begrenzt du, indem du die Samenstände zurückschneidest. Wald-Vergissmeinnicht wächst an Waldsäumen und Gehölzrändern und braucht humosen, durchlässigen Boden ohne Staunässe. Die Nachtviole steht sonnig bis halbschattig.

> **Achtung:** Blätter, Blüten und Samen des Roten Fingerhuts sind giftig. Hat ein Kind Teile davon verschluckt, kontaktierst du ein Giftinformationszentrum und lässt das Kind ärztlich untersuchen.

An voll- bis teilschattigen Gehölzrändern mit trockenem, nährstoffärmerem bis mäßig nährstoffreichem Boden passt ein Schattsaum. Eine Schattsaum-Mischung enthält unter anderem Frühlings-Platterbse, Nesselblättrige Glockenblume und Rote Lichtnelke. Manche Arten darin werden erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif. Stark beschattete Flächen eignen sich nicht für die übliche mehrjährige Blumenwiese. Stark durchwurzelte Baumscheiben sind auch für die Veitshöchheimer Schattenmischungen ungeeignet.

### Feuchte und nasse Stellen

Ein ständig feuchter Boden mit nur kurzzeitiger Überstauung ist etwas anderes als die Flachwasserzone, die dauerhaft überstaut ist. Blutweiderich und Sumpf-Vergissmeinnicht gehören in die Feuchtzone, Sumpfdotterblumen in die Sumpfzone mit wechselnden Wasserständen. Der heimische Blutweiderich wächst an feuchten bis nassen und zeitweise überfluteten Standorten. Das Sumpf-Vergissmeinnicht findest du in feuchten bis nassen Wiesen und an Grabenrändern. Lanzen-Eisenkraut eignet sich für sonnige bis halbschattige Plätze mit frischem bis nassem Boden. In einer Feuchtwiesenmischung für das Nordostdeutsche Tiefland stehen Wiesen-Schaumkraut, Kuckucks-Lichtnelke und Echtes Mädesüß.

### Topf, Kübel und Balkon

Größere Gefäße puffern bei Wildstauden Wasser- und Temperaturschwankungen besser als kleine Töpfe und brauchen funktionierende Abflusslöcher. Pflanzen in einem gemeinsamen Gefäß sollten ähnliche Ansprüche an Licht, Substrat, Wasser und Nährstoffe sowie eine vergleichbare Konkurrenzkraft haben. Bei Wildstauden richtest du das Substrat am natürlichen Standort aus: Sand macht es magerer, Kompost nährstoffreicher. Schmuckkörbchen und eine Blaukissen-Sorte eignen sich für Topf und Kübel. An Patagonischem Eisenkraut der Sorte 'Purple Tower' wurden in einer Gefäßkombination Bienen oder Hummeln beobachtet.

> **Mini-Checkliste:** Ist die Blüte ungefüllt? Bietet die Art Nektar, Pollen oder beides? In welchen Monaten blüht sie? Passen Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffe zu deinem Beet? Steht der botanische Name auf der Tüte?

## Ganzjährige Blütenfolge: so schließt du die Lücken

Insektenfreundliche Pflanzungen sollten ein zeitlich gestaffeltes Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst bieten. Ich schreibe dafür für jedes Beet die Monate untereinander und trage daneben ein, was gerade blüht. Leere Zeilen zeigen mir, wo noch eine Art fehlt.

Die Hauptblüte einer heimischen Blumenwiese liegt häufig im Mai und Juni. Honigbienen brauchen aber auch danach Nahrung, über den ganzen Sommer und besonders im Spätsommer. Eine Wiese allein lässt also gerade die Zeit dünn besetzt, in der Honigbienen noch Nahrung brauchen; Spätblüher wie Wegwarte, ungefüllte Astern und Wasserdost füllen sie.

| Zeitraum | Arten | Hinweis |
|---|---|---|
| Januar oder Februar | Winterlinge, Schneeglöckchen | Zwiebeln, gepflanzt im Herbst von September bis November |
| ungefähr Februar und März | Krokusse | als gesondert gepflanzte Ergänzung |
| Frühjahr | Lungenkraut, Blaukissen | eine Blaukissen-Sorte blüht von März bis Mai |
| etwa März bis Mai | Sumpfdotterblume | Sumpfzone am Teich |
| April bis Mai | Wald-Vergissmeinnicht | Wildart; als Zweijahresblume im Vorjahr gesät |
| häufig Mai und Juni | Hauptblüte heimischer Blumenwiesen | Wiesen-Salbei von Mai bis Juli, Wiesen-Margerite ab Mai |
| Mai bis September | Sumpf-Vergissmeinnicht | feuchte bis nasse Stellen |
| etwa Mai oder Juni bis Oktober | Gewöhnliches Leinkraut | je nach Standort und Kultur |
| ungefähr Juni bis September | Kornblume, Ringelblume | je nach Aussaat und Sorte |
| etwa Juni bis September | Blutweiderich | je nach Region und Standort |
| Juni bis Oktober | Schmuckkörbchen, Rundblättrige Glockenblume, einjähriges Schleierkraut | beim Schmuckkörbchen Verblühtes entfernen |
| Juli und August | Acker-Witwenblume | Angabe aus der Saatgutkultur |
| Juli bis Oktober | Wegwarte, Patagonisches Eisenkraut | beim Eisenkraut ist nach warmen Wintern ein erneuter Austrieb möglich |
| Juli bis November | Tauben-Skabiose | botanisches Blühfenster der Wildart |
| ungefähr September und Oktober | Herbstastern | ungefüllte Sorten wählen |
| Spätsommer und Herbst | Wasserdost, Besenheide, blühender Efeu | Nahrung für Bienen in der späten Saison |

Die Monate sind Richtwerte, denn Witterung und Klima beeinflussen die Entwicklung der Pflanzen und damit ihre Blühtermine. Hitze und Trockenheit können Blüten schneller verblühen lassen und das Pollen- und Nektarangebot vermindern. Wo welche Art stehen soll, [teilst du im Beetplaner Beet für Beet ein](/tools/beetplaner/).

### Im Winter: Stängel und Samenstände stehen lassen

Stehen gelassene Pflanzenstängel können Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Markstängelnistende Wildbienen ziehen frühestens im Folgejahr in abgestorbene Königskerzen- und Distelstängel ein, ihre Brut schlüpft erst im übernächsten Jahr. Ich lasse die Kardenstängel am Rand der Wiese deshalb zwei Jahre stehen. Ausgereifte Fruchtstände unterstützen zudem das Nahrungsangebot des Stieglitzes.

## Aussaat und Pflege in Kürze

Feines Saatgut für eine Blumenwiese verteilst du auf der Bodenoberfläche und walzt es an, statt es einzuarbeiten. Danach hältst du die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Zeitfenster, Saatmenge und Saattiefe der einzelnen Arten und die Mahd im Jahreslauf findest du im Ratgeber dazu, [wie du Wildblumen aussäst, mähst und pflegst](/blumen/wildblumen/).

## Mischungen, Nistplätze und Rechtliches in Kürze

Die Bezeichnung Wildblumen auf einer Saatmischung belegt weder einen heimischen Artenbestand noch die Eignung als dauerhafte Wiese. Prüfe deshalb die Artenliste; VWW-Regiosaaten und RegioZert weisen die gebietseigene Herkunft nach. Ausführlich geht es im Ratgeber darum, [wie du eine insektenfreundliche Blumenmischung auswählst, anlegst und pflegst](/blumen/wildblumen/insektenfreundliche-blumenmischungen-fuer-mehr-biodiversitaet-anlegen-und-pflegen/).

Neben Blüten brauchen Insekten Nistplätze und Überwinterungsräume. Offene Bodenstellen und Totholz ergänzen deine Beete um Nistmöglichkeiten für Wildbienen. Was Blühflächen darüber hinaus [für Bestäuber, Nützlinge und den Boden leisten](/blumen/wildblumen/blumenmischungen-oekologischer-mehrwert-im-garten/), liest du im Ratgeber zum ökologischen Mehrwert.

Gebäuden zugeordnete Gärten zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG, maßgeblich bleibt die tatsächliche Zuordnung der Fläche im Einzelfall. Willst du öffentliche Flächen bepflanzen, holst du vorher die Zustimmung des zuständigen Grünflächenamts ein. Manche Städte unterstützen private Begrünung, in Offenburg zum Beispiel auch das Anlegen einer Blumenwiese.

## Häufige Fragen

### Welche Blumensamen eignen sich besonders gut für eine Bienenweide im eigenen Garten?

Blühende Phacelia liefert Bienen Pollen und Nektar, die Kornblume bietet Nektar für Honigbienen sowie Erd- und Steinhummeln. Cosmea eignet sich als Sommerblume für einen bienenfreundlichen Garten, Klatschmohn ergänzt viel Pollen, aber keinen Nektar. Wähle ungefüllte Sorten und kombiniere Arten mit unterschiedlicher Blütezeit, damit vom Frühjahr bis in den Spätherbst etwas blüht.

### Warum sind offene, ungefüllte Blüten bei Blumensamen für Insekten so wichtig?

Bei gefüllten Blüten können die pollenführenden Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein, wodurch das Pollenangebot für Insekten eingeschränkt wird. Vollständig gefüllte Blüten bieten Bienen keinen Pollen und nur wenig Nektar. Bevorzuge deshalb ungefüllte Sorten, zum Beispiel bei Astern und Schleierkraut.

### Welche Rolle spielen einjährige und mehrjährige Pflanzen in einer Saatgutmischung für Insekten?

Einjährige Arten erneuern sich über Samen und blühen schnell: Einjährige Sommerblumen beginnen nach einer Aussaat ab Mitte April etwa 6 bis 8 Wochen später zu blühen. Ausdauernde Stauden treiben im Frühjahr aus ihren überwinternden Organen wieder aus, eine mehrjährige Kräuterwiese kann aber bis zu 3 Jahre für ihre Entwicklung brauchen. Kornblume und Klatschmohn können einer dauerhaften Wildblumenmischung deshalb für einen schnellen ersten Blüheffekt beigemischt werden. Für Insekten sind langlebige artenreiche Wiesen und Säume wertvoller als nur vorübergehend bestehende Blühflächen.

### Worin unterscheiden sich Schmetterlingswiesen von klassischen Bienenweiden in der Zusammensetzung?

Für Schmetterlinge zählen neben Nektarblüten auch Nahrungspflanzen für die Raupen. Die Raupen des Schwalbenschwanzes fressen Blätter und Stängel der Wilden Möhre, Große Brennnesseln dienen den Raupen von Tagpfauenauge und Landkärtchen. Tagfaltern bietet die Kornrade Nektar in ihren Stieltellerblüten, Nachtfaltern die abends blühende Gewöhnliche Nachtkerze.

### Stimmt es, dass exotische Pflanzen genauso wertvoll für heimische Insekten sind wie einheimische Arten?

Nicht für alle Insekten. Heimische Wiesenpflanzen dienen auch spezialisierten Arten als Nahrung, etwa einzelnen Scherenbienenarten, die ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen sammeln. Heimische Stauden kannst du aber durch früh oder spät blühende Arten anderer Herkunft ergänzen. Für einen generellen Eignungsvorteil gebietsfremder Pflanzen aus wärmeren oder trockeneren Regionen fehlen wissenschaftliche Belege.

### Wie unterscheiden sich Wildblumensamen von herkömmlichen Gartenpflanzen hinsichtlich der Insektenfreundlichkeit?

Die Bezeichnung Wildblumen auf einer Samentüte garantiert noch keine heimischen Arten, deshalb prüfst du die botanische Zusammensetzung. Gebietseigenes Wildpflanzensaatgut erkennst du an den Zertifikaten VWW-Regiosaaten und RegioZert. Bei Gartenpflanzen achtest du auf ungefüllte Blüten, weil vollständig gefüllte Blüten keinen Pollen und nur wenig Nektar bieten.

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