# Blattkohl anbauen: Gewächshaus oder Freiland? Was wohin gehört

> Grünkohl und Palmkohl unter Glas oder im Beet: wofür du das Gewächshaus nutzt, wo das ungeheizte Haus an Grenzen stößt und was im Freiland zählt.

- **URL:** https://samen.de/gemuese/kohl/blattkohl-anbauen-gewaechshaus-oder-freiland/
- **Bereich:** Gemüse › Kohl
- **Zuletzt geprüft:** 24. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Du hast ein Gewächshaus und fragst dich, ob dein Grünkohl darin besser wächst als im Beet. Ich nutze das Glas beim Blattkohl vor allem für den Start: Dort stehen meine Anzuchtschalen und später die Töpfe mit den Jungpflanzen. Den Winter plane ich anders, denn bei stärkerem oder länger anhaltendem Frost bleibt ein ungeheiztes Gewächshaus nicht verlässlich frostfrei. Wer Grünkohl zum Überwintern unter Glas setzt, belegt dort monatelang Platz und bekommt dafür keinen sicheren Frostschutz.

> **Kurz erklärt:** Mit Blattkohl meine ich hier Grünkohl und Palmkohl. Von beiden erntest du nach und nach einzelne Blätter, statt einen ganzen Kopf zu schneiden.

## Meine Empfehlung: unter Glas vorziehen, im Beet ernten

Beim Grünkohl teile ich die Kultur auf. Die Jungpflanzen ziehe ich im Gewächshaus vor, dann kommen sie ins Freilandbeet und bleiben dort bis zur letzten Ernte. Beim Palmkohl fange ich früher an, denn die Sorte 'Nero di Toscana' lässt sich schon ab März warm vorziehen. Seine Ernte plane ich vom Sommer bis in den Spätherbst, weil diese Sorte Frost nur bedingt aushält.

| Punkt | Grünkohl | Palmkohl 'Nero di Toscana' |
|---|---|---|
| Säen | Vorkultur von Anfang Mai bis Mitte Juni in Schalen oder Töpfen | ab März warm vorziehen, ins Freiland säen im Mai und Juni |
| Keimung | 14–20 °C, je nach Sorte und Anleitung | bei 16 °C innerhalb von 8–12 Tagen |
| Frost | häufig bis etwa −10 °C, als grober Richtwert | nur bedingt frosthart |
| Ernte | je nach Sorte von Oktober bis März | Blatternte vom Sommer bis in den Spätherbst |

Für die Pinnwand kannst du dir den [Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/kohl/) holen.

## Was Gewächshaus und Freiland unterscheidet

Der Ort entscheidet darüber, wie du mit Hitze, Frost, Wasser und Schädlingen umgehst. Die Tabelle stellt beide Wege nebeneinander.

| Merkmal | Ungeheiztes Gewächshaus | Freilandbeet |
|---|---|---|
| Anzucht | geschützter Platz für Schalen und Töpfe; je wärmer der Platz, desto heller muss er sein | Direktsaat ohne Umpflanzen, beim Palmkohl im Mai und Juni |
| Hitze | heiße Luft über die Dachlüftung abführen, ohne Dachöffnung über eine Lüftung gegenüber der Tür | wärmehaltendes Vlies abnehmen, wenn die Temperaturen stark steigen, damit kein Hitzestau entsteht |
| Winter | kann bei stärkerem oder länger anhaltendem Frost auch innen frieren; Heizen bringt hohe Kosten und braucht Wärmedämmung | Grünkohl hält häufig bis etwa −10 °C aus; Vlies gegen starke Kälte und Wintersonne |
| Wasser | kein Regen, du gibst alles Wasser selbst | Regen und Bodenvorrat decken einen Teil, den Rest gießt du zu |
| Schädlinge | 1–2-mal pro Woche kontrollieren, wenn Nützlinge rechtzeitig kommen sollen; viele brauchen mindestens 15–18 °C und sind im ungeheizten Haus häufig erst ab Anfang bis Mitte Mai einsetzbar | Kulturschutznetz gleich nach der Pflanzung auflegen |

## Vorkultur unter Glas: Licht, Netz, Abhärten

Im Gewächshaus stehen die Anzuchtgefäße vor Wind und Regen geschützt, doch Licht und Wärme müssen zusammenpassen. Stell die Jungpflanzen heller und kühler, sobald sie nach der Keimung lange, weiche Triebe bilden. Das passiert, wenn es warm und zugleich zu dunkel ist. Säen, Pikieren und das Gießen der Anzucht beschreibt die Anleitung, [wie du Blattkohl Schritt für Schritt von der Aussaat bis zur Ernte anbaust](/gemuese/kohl/schritt-fuer-schritt-anleitung-zum-anbau-von-blattkohl/).

Ein feines Kulturschutznetz kannst du schon über die getopften Grünkohljungpflanzen legen, gegen zufliegende Kohlschädlinge. Die überwinterten Kohlerdflöhe sind meist schon ab April unterwegs, die Vorkultur beginnt aber erst im Mai. Das Netz lohnt sich also bereits über den Anzuchttöpfen. Ich lege es auf, solange die Töpfe noch im Gewächshaus stehen.

Gepflanzt wird Grünkohl von Anfang Juni bis Mitte Juli. Beim Auspflanzen sollte er höchstens 4 Laubblätter haben. Welche Arbeiten beim Blattkohl in welcher Jahreszeit anstehen, zeigt dir [der Arbeitskalender für Blattkohl durchs Jahr](/gemuese/kohl/blattkohlanbau-im-jahreslauf-was-ist-wann-zu-tun/).

> **Häufiger Fehler:** Die Jungpflanzen kommen direkt vom Anzuchtplatz ins Beet. Gewöhne Grünkohl vorher an draußen und stell die Töpfe mehrere Tage lang tagsüber ins Freie. Weitere Fehler aus der Anfangszeit findest du bei den [typischen Anfängerfehlern im Blattkohlanbau und wie du sie vermeidest](/gemuese/kohl/blattkohlanbau-fuer-anfaenger-die-haeufigsten-fehler-und-wie-man-sie-vermeidet/).

## Sommer unter Glas: Hitze abführen, Blätter abtrocknen lassen

Heiße Luft führst du über die Dachlüftung ab, denn sie wirkt dafür besonders gut. Fehlen Dachöffnungen, sorgst du für eine Lüftung gegenüber der Tür. Ein Minimum-Maximum-Thermometer und ein Hygrometer zeigen dir, wie warm und feucht es im Haus war. Zusammen mit dem regelmäßigen Lüften sind sie die Grundlage der Klimaführung im Kleingewächshaus.

Um Falschem Mehltau an jungen Kohlpflanzen vorzubeugen, lässt du Luft durchziehen, vermeidest Tau auf den Blättern und sorgst dafür, dass nasse Blätter rasch abtrocknen. Das Lüften hat unter Glas also zwei Aufgaben: Es führt Hitze ab und lässt die Blätter der Anzucht abtrocknen. Die Klimaführung im Detail zeigt dir der Beitrag, [wie du Blumenkohl im Gewächshaus mit Klima-, Lüftungs- und Bewässerungssteuerung anbaust](/gemuese/kohl/erfolgreicher-anbau-von-blumenkohl-im-gewaechshaus-eine-umfassende-anleitung/).

> **Marias Erfahrung:** Mein Min-Max-Thermometer hängt zwischen den Anzuchttöpfen auf Pflanzenhöhe. Ich lese es beim Lüften ab und setze die Werte danach zurück.

## Winter: was das Kalthaus leistet und was nicht

Draußen hält Grünkohl häufig bis etwa −10 °C aus. Im ungeheizten Gewächshaus dagegen kann es bei stärkerem Frost auch innen gefrieren. Für die Winterernte bringt dir das Glas beim Grünkohl deshalb keinen verlässlichen Frostschutz. Heizt du das Haus im Winter, kommen hohe Heizkosten hinzu, und es braucht eine Wärmedämmung.

Soll Blattkohl trotzdem über den Winter unter Glas stehen, braucht das Kleingewächshaus einen sonnigen Platz. Gebäude oder immergrüne Gehölze dürfen es bei tief stehender Wintersonne nicht verschatten. Im Beet legst du bei starker Kälte eine Vliesabdeckung auf, die überwinterndes Gemüse auch vor Wintersonne schützt.

> **Zahl im Blick:** Die etwa −10 °C sind beim Grünkohl ein grober Richtwert und keine feste Schadensgrenze. Wie viel Frost deine Pflanzen wirklich aushalten, entscheiden Sorte, Entwicklungszustand, Gesundheit, Standort und Witterung.

> **Mythos-Check:** Grünkohl schmeckt erst nach Frost? Kühle Temperaturen reichen: Bei vielen Grünkohlsorten lagert sich dann mehr Zucker ein, und der Geschmack wird milder. Auf Frost musst du dafür nicht warten.

## Im Freilandbeet: Kompost, Abstand, Anbaupause

Das Beet bekommt vor dem Pflanzen reifen Kompost, und während der Kultur düngst du regelmäßig nach. Grünkohl setzt du als Einzelpflanzen in Reihen, mit 40–50 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du 50–60 cm frei. Wie viele Pflanzen damit in dein Beet oder dein Gewächshaus passen, rechnest du im [Beetplaner für deine Gemüsebeete](/tools/beetplaner/) durch. Passende Nachbarn für den Kohl suchst du im [Mischkultur-Planer](/tools/mischkultur/) heraus.

Zwischen zwei Kohlkulturen auf demselben Beet liegen je nach Empfehlung 3–4 bis 4–5 Jahre. Radieschen, Rettich und andere Kreuzblütler rechnest du in diese Pause ein, ebenso Gelbsenf, Ölrettich und Raps als Gründüngung. Die Pause gilt genauso für das Beet im Gewächshaus.

## Und im Kübel?

Ein Kübel für Grün- oder Palmkohl sollte mindestens 25 l fassen. In einen Topf mit 30 cm Durchmesser setzt du nur eine Pflanze, vorzugsweise eine niedrige Sorte. Die niedrigen Formen des Grünkohls wachsen ungefähr 25–30 cm hoch. Auch 'Nero di Toscana' kannst du im Kübel ziehen, in durchlässiger, nährstoffreicher Erde. Achte auf freie Ablauflöcher, damit sich kein Wasser staut und die Wurzeln schädigt. Bleibt der Kübel im Winter draußen, packst du Wände, Erdoberfläche und Topfboden ein, lässt aber Platz zum Gießen und für den Wasserablauf.

## Was drinnen und draußen gleich bleibt

**Boden:** Grünkohl wächst gern in tiefgründiger, nährstoffreicher Erde, die Wasser gut speichert, bei einem pH-Wert um 6,8–7,5. Kalk gibst du nur, wenn Bodenart und Bodenuntersuchung dafür sprechen, und nie, wenn der pH-Wert schon über dem Zielbereich liegt. Boden, pH-Wert und Staunässe vertieft der [Kohl-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden](/gemuese/kohl/).

**Gießen:** Die Wassermenge richtest du nach Sorte und Wetter, nach Boden oder Substrat und danach, wie viel Sonne und Wind der Platz abbekommt. Von Anfang August bis Mitte September behältst du die Wasserversorgung besonders im Auge, denn Grünkohlblätter können bei Wassermangel vergilben. Mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Gießen.

**Schädlinge:** Gleich nach Saat oder Pflanzung spannst du ein Kulturschutznetz über das Beet, dessen Maschen enger als 1 mm sind, und schließt die Ränder bis zur Ernte dicht ab. Welche Kohlschädlinge wann auftreten, zeigt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.

**Krankheiten:** Der Erreger der Kohlhernie hält sich mit seinen Dauersporen bis zu 20 Jahre im Boden. Befallene Pflanzen holst du deshalb samt Wurzeln heraus und gibst sie in den Restmüll, nicht auf den Kompost; dazu kommen die Anbaupause und ein Beet ohne Staunässe. Kohlhernie und Falschen Mehltau ordnet der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten ein.

**Ernte:** Beim Palmkohl nimmst du die Blätter einzeln von außen beziehungsweise von unten ab und lässt das Herz stehen, damit die Pflanze weiterwächst. Schneidest du Grünkohl zum ersten Mal, bleiben mindestens die 5–6 jüngsten Blätter am Strunk. Erntezeiten und Lagerung je Art stehen im Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung.

## Häufige Fragen

### Wie unterscheidet sich der Blattkohlanbau im Gewächshaus vom Freilandanbau?

Unter Glas ziehst du die Jungpflanzen geschützt vor, musst aber regelmäßig lüften und alles Wasser selbst geben. Wird der Frost stärker oder hält er länger an, schützt ein ungeheiztes Haus die Pflanzen im Winter nicht verlässlich. Im Freiland gießt du nur zu, was Regen und Bodenvorrat offenlassen. Ich ziehe deshalb unter Glas vor und pflanze Grünkohl ins Beet.

### Warum gilt Blattkohl als robustes Wintergemüse?

Grünkohl hält häufig bis etwa −10 °C aus. Das ist ein grober Richtwert, der von Sorte, Entwicklungszustand, Gesundheit, Standort und Witterung abhängt. Je nach Sorte erntest du Grünkohl von Oktober bis März. Palmkohl der Sorte 'Nero di Toscana' hält Frost dagegen nur bedingt aus, und Palmkohlblätter erntest du vom Sommer bis in den Spätherbst.

### Schmeckt Blattkohl erst nach dem ersten Frost?

Kühle Temperaturen reichen dafür aus. Bei vielen Grünkohlsorten lagert sich dann mehr Zucker ein, und der Geschmack wird milder. Mit der Ernte musst du also nicht auf den ersten Frost warten.

### Welche Keimtemperatur und welchen pH-Wert braucht Grünkohl?

Je nach Sorte und Anleitung auf der Samentüte werden für Grünkohl 14–20 °C als Keimtemperatur angegeben. Im Beet wächst er gern in tiefgründiger, nährstoffreicher Erde, die Wasser gut speichert, bei einem pH-Wert um 6,8–7,5. Kalk gibst du nur, wenn Bodenart und Bodenuntersuchung dafür sprechen.

### Wie plane ich die Fruchtfolge für Blattkohl?

Zwischen zwei Kohlkulturen auf demselben Beet liegen je nach Empfehlung 3–4 bis 4–5 Jahre, auch im Gewächshaus. Radieschen, Rettich und andere Kreuzblütler rechnest du in diese Pause ein, ebenso Gelbsenf, Ölrettich und Raps als Gründüngung. Soll vor dem Kohl eine Gründüngung wachsen, säst du Phacelia oder Buchweizen.

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