# Grünkohl schützen: Schädlinge und Krankheiten erkennen und bekämpfen

> Löcher, Läuse, Weiße Fliege oder Kohlhernie: So erkennst du, was deinen Grünkohl befällt, und schützt ihn mit Netz, Kontrolle und Fruchtfolge.

- **URL:** https://samen.de/gemuese/kohl/gruenkohl-schuetzen-krankheiten-und-schaedlinge-bekaempfen/
- **Bereich:** Gemüse › Kohl
- **Zuletzt geprüft:** 26. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Grünkohl steht lange im Beet. Gepflanzt wird er von Anfang Juni bis Anfang August, geerntet je nach Sorte von Oktober bis März. In dieser Zeit können Erdflöhe die frisch gesetzten Pflanzen durchlöchern. Läuse und Weiße Fliege können die Blätter besiedeln, Raupen sie bis auf die Rippen abfressen. Im Boden kann zudem die Kohlhernie die Wurzeln befallen.

Ich gehe meine Grünkohlreihen deshalb regelmäßig ab, drehe Blätter um und hebe jede welkende Pflanze heraus, um mir die Wurzeln anzusehen. Bei beginnendem Raupenbefall kann Absammeln schon ausreichen, deshalb lohnt sich der frühe Blick.

## Was fehlt meinem Grünkohl? Schadbilder im Überblick

Die Tabelle ordnet typische Schadbilder einem möglichen Verursacher zu. Sie gibt dir Hinweise, aber keine sichere Diagnose, denn manche Bilder ähneln sich.

| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Viele kleine Löcher in jungen Blättern, winzige springende Käfer | Kohlerdflöhe | feines Netz auflegen, Jungpflanzen beobachten |
| Blaugraue, wachsig bepuderte Kolonien unter den Blättern, eingerollte Blätter | Mehlige Kohlblattlaus | Kolonien früh entfernen |
| Kleine weiße Insekten fliegen beim Berühren auf, klebrige Blätter, schwarzer Belag | Kohlmottenschildlaus, die Weiße Fliege | Netz, befallene Pflanzen nach der Ernte räumen |
| Lochfraß bis auf die Blattrippen, grüne oder braune Kotkrümel | Raupen von Kohlweißling oder Kohleule | Raupen und Eigelege absammeln |
| Minen im Blatt, später Fensterfraß, feines weißes Gespinst am Herz | Kohlmotte | Raupen absammeln |
| Junge Pflanze welkt, weißliche Maden an Wurzel oder Strunk | Kohlfliege | Wurzeln prüfen, künftig Kragen und Netz |
| Pflanze kümmert oder welkt, knötchen- bis fingerförmige Wurzelwucherungen | Kohlhernie | Pflanze samt Wurzeln in den Restmüll |
| Silbrige Schleimspuren, Fraß an den Blättern | Schnecken | absammeln |
| Graubraune, rundliche Blattflecken | Alternaria | befallene Blätter entfernen |
| Gelbliche Flecken oben, weißlicher Pilzrasen unten | Falscher Mehltau | Blattnässe vermeiden |
| Blätter vergilben bei trockenem Boden im Spätsommer | Wassermangel | ausreichend gießen |

Wie du Kohl grundsätzlich vorbeugend schützt, kontrollierst und gezielt eingreifst, beschreibt der [Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz](/gemuese/kohl/). Hier geht es darum, was du am Grünkohl konkret siehst und tust.

## Welche Schädlinge befallen Grünkohl?

### Erdflöhe: Warum sind die jungen Blätter voller Löcher?

Kohlerdflöhe sind springende Blattkäfer von etwa 2,5 bis 3 mm Größe. Ihr Fraß hinterlässt viele kleine Löcher in den Grünkohlblättern. Besonders Keimlinge und frisch gepflanzte Bestände können sie stark schädigen. Warme und trockene Frühjahre begünstigen ihre Ausbreitung.

Überwinterte Käfer erscheinen meist ab April, die neue Käfergeneration ab Juli. Weil Grünkohl von Anfang Juni bis Anfang August gepflanzt wird, trifft diese neue Generation genau auf die frisch gesetzten und damit besonders gefährdeten Pflanzen.

Gegen Erdflöhe am Grünkohl kommt ein Kulturschutznetz mit höchstens 0,9 mm Maschenweite infrage. Du legst es direkt nach dem Pflanzen über eine Fläche, auf der vorher keine Erdflöhe saßen, sonst schließt du sie mit ein. Auch Jungpflanzen, die noch im Topf stehen, kannst du schon unter ein feines Netz stellen.

> **Häufiger Fehler:** Nur gießen und auf das Netz verzichten. Bei Pak Choi mindert gleichmäßige Bodenfeuchte den Erdflohbefall. Als verlässliche Bekämpfung reicht Feuchthalten allein bei Erdflöhen am Kohl aber nicht.

### Mehlige Kohlblattlaus: Was sind die blaugrauen Kolonien?

Die Mehlige Kohlblattlaus wirkt durch ihre Wachsbepuderung blaugrau und sitzt überwiegend unter den Blättern. Weißlich-graue Kolonien mit eingerollten Blättern sind ein typischer Hinweis auf sie. Befallene Blätter können außerdem fleckig und buckelig werden.

Am Grünkohl können regelmäßige Kontrollen und das Entfernen befallener Pflanzenteile ihre Massenvermehrung begrenzen. Ich breche Blätter mit Kolonien gleich zu Befallsbeginn ab und schaue mir dabei die Nachbarblätter an. Einzelne Kolonien kannst du auch mit einem kräftigen, kalten Wasserstrahl abspülen. Gegen Blattläuse wird ein Netz mit 0,8 mm Maschenweite empfohlen.

Harte, kugelige, hellbraune Läuse sind Mumien: Sie wurden von der Kohlblattlausschlupfwespe parasitiert. Solche Läuse lasse ich sitzen. Auch Larven von Schwebfliegen und Marienkäfern fressen die Läuse. Unter einem geschlossenen Netz kommen diese Gegenspieler allerdings nicht an Läuse heran, die schon eingeschlossen sind, deshalb bleibt die Kontrolle dort deine Aufgabe.

> **Mythos-Check:** Brennnesseljauche gilt vielen als Vorbeugung gegen Läuse. Vorbeugend ausgebracht, bleibt ein Brennnesselauszug gegen Blattläuse an Kohl aber wirkungslos. Vergoren ist die Jauche vor allem ein stickstoffhaltiger Dünger.

### Weiße Fliege: Was fliegt beim Berühren auf?

Hinter der Weißen Fliege am Kohl steckt die Kohlmottenschildlaus. Die Tiere und ihre Larven sitzen unter den Blättern, und bei Berührung fliegen die erwachsenen Tiere auf. Ihr klebriger Honigtau kann einen schwarzen Rußtaubelag begünstigen.

Zum Schutz kannst du Grünkohl bis zur Ernte unter ein Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite legen. Befallene Kohlpflanzen dienen dem Schädling als Winterquartier. Wer befallenen Grünkohl je nach Sorte bis in den März beerntet, lässt ihm also genau dieses Quartier über den Winter stehen. Ich ernte befallene Pflanzen deshalb zuerst ab und räume sie danach, statt sie bis zum Frühjahr im Beet zu lassen.

### Raupen: Wer frisst die Blätter bis auf die Rippen?

Fraßlöcher mit grünen oder braunen Kotkrümeln deuten auf Raupen hin. Kohlweißlingsraupen können Lochfraß bis zu freigelegten Blattrippen verursachen. Die Kohlmotte beginnt mit Minen im Blatt, später folgt Loch- oder Fensterfraß. Dazu kommt häufig ein feines weißes Gespinst an den Herzblättern.

| Raupe | Aussehen | Länge |
|---|---|---|
| Großer Kohlweißling | gelb mit schwarzen Flecken | bis 4 cm |
| Kleiner Kohlweißling | grün, samtartig behaart | bis 3 cm |
| Kohleule | grün bis braun | bis 4 cm |
| Kohlmotte | grünlich grau | bis 1 cm |

Ich drehe die Blätter um und sammle Raupen und Eigelege von Hand ab. Bei beginnendem oder geringem Befall kann das bereits ausreichen. Gelbe Kokonhaufen neben einer abgestorbenen Raupe können von der Brackwespe Cotesia glomerata stammen, deshalb lässt du sie liegen. Ein Netz mit 1,35 mm Maschenweite ist zum Schutz vor Raupen vorgesehen. Liegt ohnehin das feinere Erdflohnetz auf dem Grünkohl, können auch die Falter nicht an die Blätter, solange es rundum dicht bleibt.

### Kohlfliege: Warum welkt die junge Pflanze?

Welkt eine junge Grünkohlpflanze und findest du beim Herausziehen weißliche Maden an den Wurzeln, spricht das für die Kohlfliege. Die Maden werden bis etwa 1 cm lang und fressen an den Wurzeln und im Strunk. Junge Pflanzen können dadurch absterben.

Pappkragen um den Wurzelhals können die Eier der Kohlfliege auffangen. Du entfernst sie dann zusammen mit den Kärtchen. Gegen Kohlfliegen kommt ein Netz mit etwa 1,3 mm Maschenweite infrage. Puppen, die schon im Beet überwintert haben, hält das Netz allerdings nicht ab. Es gehört deshalb auf eine Fläche ohne Kohlfliegenpuppen.

### Schnecken: Woher kommen die Schleimspuren?

Silbrige Schleimspuren sprechen für Schneckenfraß. Ich suche Schnecken früh morgens, spät abends und bei Regenwetter, weil sie sich dann besonders gut finden lassen. Ein Schneckenzaun schützt nur, wenn er lückenlos steht und keine Pflanzen darüber hängen. Schnecken, die schon innerhalb des Zauns sind, sammelst du ab. Kräuterbarrieren aus Thymian, Salbei oder Pfefferminze gelten nicht als gesicherter Schutz.

## Welche Krankheiten bekommt Grünkohl?

Ein Fleck oder eine welke Pflanze gibt dir einen Hinweis, aber noch keine sichere Diagnose. Welche Krankheit gerade gute Bedingungen findet, hängt stark von Temperatur und Feuchte ab.

| Krankheit | Wird begünstigt durch |
|---|---|
| Falscher Mehltau | 8 bis 12 °C für die Keimung der Konidien, 15 bis 17 °C für schnelles Eindringen in die Blätter, lange Blattnässe |
| Weißer Rost | besonders 10 bis 15 °C |
| Alternaria | 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit |
| Kohlhernie | 20 bis 25 °C und feuchte bis staunasse Böden |

### Kohlhernie: Was bedeuten Wucherungen an den Wurzeln?

Kohlhernie lässt Grünkohl kümmern oder welken. An den Wurzeln sitzen dann knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen. Gegen die Wucherungen an einer bereits erkrankten Pflanze gibt es keine direkte Behandlung.

> **Tipp:** Schneide eine Verdickung auf. Innen ist eine Kohlherniewucherung weißfleischig und nicht hohl. Findest du dagegen Hohlräume mit Larven, kann es eine Galle des Kohlgallenrüsslers sein.

> **Achtung:** Kranke Pflanzen holst du samt Wurzeln aus dem Beet und gibst sie in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Die benutzten Gartengeräte reinigst du danach gründlich.

Im Boden hält sich der Erreger als Dauerspore bis zu 20 Jahre. Vorbeugend kommen Kohl und andere Kreuzblütler erst nach mindestens vier Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Nach einem Befall ist dort für Kreuzblütler eine Pause von mindestens sieben Jahren vorgesehen. Selbst nach einer mehrjährigen Pause kann die Krankheit erneut auftreten.

Staunässe vermeidest du, weil feuchte bis staunasse Böden Infektionen begünstigen. Zur Vorbeugung wird nach einer Prüfung des Bodens ein pH-Wert von 7 bis 7,5 empfohlen. Ob du kalkst, hängt vom gemessenen pH-Wert, von der Bodenart und vom Humusgehalt ab. Liegt der Wert schon über dem passenden Zielbereich, wird nicht gekalkt.

Befallen werden können auch Rettich, Radieschen und Raps sowie Wildkräuter wie Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel. Eine Anbaupause ohne Kohl lässt dem Erreger also trotzdem Wirte, wenn diese Kräuter auf dem Beet wachsen. Erde aus einem Kübel, in dem Kohlhernie auftrat, verwendest du nicht wieder.

### Mehltau: Wie unterscheide ich Falschen und Echten Mehltau?

Falscher Mehltau zeigt gelbliche Flecken auf der Blattoberseite. Auf der Unterseite bildet sich vor allem ein weißlicher bis weißgrauer Pilzrasen. Echter Mehltau erzeugt am Grünkohl zunächst weißgraue und später fast schwarze Blattflecken.

Gegen Falschen Mehltau zählt, dass die Blätter schnell abtrocknen. Ich gieße deshalb früh am Tag und bodennah, damit auf den Blättern keine langen Nässeperioden entstehen. Bei Jungpflanzen in der Anzucht sorgst du für gute Lüftung und vermeidest, dass sich Tau auf den Blättern bildet.

Gegen Echten Mehltau musst du am Grünkohl im Hausgarten normalerweise nichts unternehmen. Ich behalte befallene Pflanzen im Blick, greife aber meist nicht ein.

### Blattflecken: Alternaria, Adernschwärze oder Weißer Rost?

Graubraune, rundliche Blattflecken passen zu Alternaria. Befallene Blätter entfernst du, um die Ausbreitung zu begrenzen. V-förmige, gelbe bis braune Schäden am Blattrand zusammen mit dunkel verfärbten Blattadern sind Hinweise auf die bakterielle Adernschwärze. Mit Pflanzenschutzmitteln lässt sie sich nicht direkt bekämpfen. Weißer Rost bildet weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrün verfärbten Blattpartien. Die Pusteln sind etwa 0,5 bis 3 mm groß.

### Welke Pflanze: Welche Ursache steckt dahinter?

Bei einer welkenden Pflanze kommen mehrere Ursachen infrage, deshalb schaust du zuerst unter die Erde.

> **Mini-Checkliste:** Hebe die Pflanze samt Wurzelballen heraus. Wucherungen an den Wurzeln, innen weißfleischig und nicht hohl, deuten auf Kohlhernie. Weißliche Maden an Wurzel oder Strunk sprechen für die Kohlfliege. Ist der Boden dauernd nass, können faulende Wurzeln eine Welke trotz feuchter Erde auslösen. Ist der Boden trocken, kann schlicht Wassermangel dahinterstecken.

Wassermangel kann Grünkohlblätter vergilben lassen. Von Anfang August bis Mitte September achtest du deshalb besonders auf ausreichende Bewässerung.

Sind Wurzeln und Boden unauffällig, schneide ich den Strunk der Länge nach auf. Am Blumenkohl beginnt die Fusariumwelke häufig mit einseitig vergilbenden älteren Blättern, dazu kommen verfärbte Leitungsbahnen im Strunk. Verticillium und Fusarium lassen sich an Kohl am Schadbild kaum sicher unterscheiden. Klarheit bringt erst eine Laboruntersuchung, und bei Verdacht lasse ich eine Probe untersuchen, statt zu raten. Welche weiteren Schadbilder am Blumenkohl auftreten, zeigt dir der Ratgeber über [Krankheiten und Schädlinge am Blumenkohl](/gemuese/kohl/haeufige-krankheiten-und-schaedlinge-beim-blumenkohl-erkennen-und-bekaempfen/).

### Viren: Was haben Erdflöhe und Läuse damit zu tun?

An Grünkohl können Erdflöhe das Turnip yellow mosaic virus übertragen, Mehlige Kohlblattläuse das Turnip mosaic virus. Dieses zweite Virus kann grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken und verformte Blätter verursachen und lässt sich mit Pflanzenschutzmitteln nicht direkt bekämpfen. Weil die Laus es überträgt, kann die frühe Läusekontrolle am Grünkohl zugleich das Virusrisiko senken.

## Vorbeugen: Was zählt vor dem ersten Schaden?

Diese Grundlagen gelten für alle Kohlarten und stehen ausführlich im Kohl-Ratgeber, hier nur das Wichtigste für den Grünkohl.

**Standort:** Grünkohl bevorzugt fruchtbaren, gut durchlässigen und vorzugsweise alkalischen Boden, gern auch einen schweren. Mehr zu Licht und Boden steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.

**Fruchtfolge und Mischkultur:** Zur Kohlpause zählen alle Kreuzblütler, also auch Radieschen, Rettich, Rucola und die Gründüngungen Senf, Ölrettich und Raps. Wo welcher Kohl stand, halte ich im [Beetplaner für die Fruchtfolge](/tools/beetplaner/) fest. Duftende Nachbarn gelten oft als Schädlingsschutz, doch solche Effekte sind schwer nachzuweisen; welche Partner zum Grünkohl passen, zeigt dir der [Mischkultur-Planer](/tools/mischkultur/).

**Pflege:** Vor dem Pflanzen arbeitest du reifen Kompost ein, und während der Kultur düngst du regelmäßig nach. Wie viel Wasser und Nährstoffe Kohl braucht, steht im Kohl-Ratgeber unter Gießen und Düngen.

**Netz und Absammeln:** Das Kulturschutznetz kommt direkt nach dem Pflanzen auf, lässt Raum zum Wachsen und bleibt am Rand mit Erde oder Steinen dicht geschlossen. Raupen, Eigelege und Läusekolonien sammle ich von Hand ab, solange der Befall klein ist.

**Kontrolle:** Ab dem Pflanztermin, den du im [Aussaatkalender für Kohl](/tools/druck/aussaatkalender/kohl/) findest, gehe ich die Reihen regelmäßig ab. Dabei drehe ich Blätter um, weil Läuse und Weiße Fliege vor allem unterseits sitzen.

**Nützlinge:** Im Freiland setzt biologischer Pflanzenschutz vor allem darauf, vorhandene Nützlinge zu fördern. Blühender Dill, Fenchel und ungefüllte Ringelblumen geben ihnen Nahrung, Laub- und Totholzhaufen bieten Verstecke. Wie du Gegenspieler im Kohlbeet schonst, vertieft der Ratgeber, [wie du Rosenkohl umweltfreundlich schützt](/gemuese/kohl/rosenkohl-schuetzen-krankheiten-und-schaedlinge-bekaempfen/).

**Reihenfolge:** Ich gehe immer in derselben Folge vor: vorbeugen, kontrollieren, von Hand eingreifen und erst ganz zum Schluss über ein Mittel nachdenken. Ausführlich steht diese Stufenfolge im Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.

## Und wenn doch ein Pflanzenschutzmittel?

Ein Pflanzenschutzmittel ist am Grünkohl das letzte Mittel. Vorher prüfst du in der Gebrauchsanleitung und in der BVL-Datenbank, ob es für Grünkohl und für den Haus- und Kleingarten zugelassen ist. Dann folgst du genau der Gebrauchsanleitung, trägst die vorgeschriebene Schutzkleidung und beachtest die Wartezeit bis zur nächsten Ernte. Reste und Verpackungen entsorgst du so, wie es die Anleitung vorgibt. Bedenke auch, dass ein Mittel Nützlinge treffen kann. Gegen das Turnip mosaic virus, die bakterielle Adernschwärze und eine bereits ausgebrochene Kohlhernie gibt es ohnehin keine direkte Bekämpfung.

## Worauf achte ich bei der Ernte?

Bei der Ernte lasse ich die jüngsten Blätter am Strunk stehen, und Blätter mit Flecken nehme ich gleich mit ab. Sichtbar verschimmelten Kohl isst du nicht mehr. Wie du Grünkohl frisch lagerst und einfrierst, steht im Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung.

> **Passt dazu:** Für Palmkohl und andere kopflose Formen gibt es einen eigenen Ratgeber zu [Schädlingen und Krankheiten bei Blattkohl](/gemuese/kohl/schaedlinge-und-krankheiten-beim-blattkohlanbau-erkennung-und-bekaempfung/). Steht auch Kopfkohl im Beet, lies, [wie du Weißkohl gegen Schädlinge schützt](/gemuese/kohl/weisskohl-schuetzen-gegen-schaedlinge-und-krankheiten/) und [wie du Schädlinge am Rotkohl abwehrst](/gemuese/kohl/rotkohl-schuetzen-schaedlinge-und-krankheiten-clever-abwehren/). Für Chinakohl findest du [Erdflöhe, Schnecken und Kohlhernie am Chinakohl](/gemuese/kohl/gesunder-chinakohl-wie-sie-schaedlinge-und-krankheiten-erfolgreich-bekaempfen/) in einem eigenen Beitrag.

## Häufige Fragen

### Welche Schädlinge befallen Grünkohl und woran erkenne ich einen Befall?

Viele kleine Löcher in jungen Blättern deuten auf Erdflöhe hin, blaugraue Kolonien unter den Blättern auf die Mehlige Kohlblattlaus. Fliegen beim Berühren kleine weiße Tiere auf, spricht das für die Kohlmottenschildlaus, die Weiße Fliege. Lochfraß bis auf die Blattrippen mit Kotkrümeln weist auf Raupen hin. Welkt eine junge Pflanze und sitzen weißliche Maden an der Wurzel, steckt vermutlich die Kohlfliege dahinter.

### Welche Krankheiten bekommt Grünkohl und wie erkennt man sie?

Kohlhernie lässt Pflanzen kümmern oder welken und bildet knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen an den Wurzeln. Falscher Mehltau zeigt gelbliche Flecken oben und einen weißlichen Pilzrasen unten, Echter Mehltau am Grünkohl weißgraue, später fast schwarze Flecken. Graubraune, rundliche Blattflecken können auf Alternaria hindeuten. Bei Verdacht auf Verticillium- oder Fusariumwelke bringt erst eine Laboruntersuchung Klarheit, weil sich beide am Schadbild kaum unterscheiden lassen.

### Worin unterscheiden sich Echter und Falscher Mehltau beim Grünkohl?

Falscher Mehltau verursacht gelbliche Blattflecken und vor allem auf der Blattunterseite einen weißgrauen Pilzrasen. Echter Mehltau beginnt am Grünkohl mit weißgrauen Flecken, die später fast schwarz werden. Dem Falschen Mehltau beugst du vor, indem du lange Blattnässe vermeidest und früh am Tag bodennah gießt. Gegen Echten Mehltau musst du im Hausgarten normalerweise nichts unternehmen.

### Wie beeinflusst der pH-Wert des Bodens die Kohlhernie beim Grünkohl?

Zur Vorbeugung gegen Kohlhernie wird nach einer Prüfung des Bodens ein pH-Wert von 7 bis 7,5 empfohlen. Ob du kalkst, hängt vom gemessenen Wert, von der Bodenart und vom Humusgehalt ab. Liegt der pH-Wert schon über dem passenden Zielbereich, wird nicht gekalkt. Eine Garantie ist der passende pH-Wert nicht, deshalb bleiben Anbaupause und Hygiene wichtig.

### Welche Nützlinge unterstützen den Grünkohl-Schutz?

Larven von Schwebfliegen und Marienkäfern fressen Blattläuse, beim Siebenpunkt-Marienkäfer auch die erwachsenen Käfer. Von der Kohlblattlausschlupfwespe parasitierte Läuse erkennst du als harte, hellbraune Mumien. Gelbe Kokonhaufen neben toten Kohlweißlingsraupen können von der Brackwespe Cotesia glomerata stammen und bleiben am besten liegen. Blühender Dill, Fenchel und ungefüllte Ringelblumen versorgen Schwebfliegen und parasitoide Wespen mit Pollen und Nektar.

### Stimmt es, dass Grünkohl erst nach dem ersten Frost süßer wird?

Nein, Frost braucht es dafür nicht. Bei vielen Grünkohlsorten erhöht schon Kälte den Zuckergehalt, der Geschmack wird dadurch milder. Frost verträgt Grünkohl als grober Richtwert bis etwa minus 10 °C, abhängig von Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung.

### Welche vorbeugenden Maßnahmen sind beim Grünkohlanbau besonders wichtig?

Ein feines Kulturschutznetz direkt nach dem Pflanzen, ein Standort ohne Staunässe und eine Anbaupause für alle Kreuzblütler bilden die Grundlage. Dazu kommen regelmäßige Kontrollen der Blattunterseiten und das frühe Absammeln von Raupen und Läusekolonien. Pflanzen mit Kohlhernie holst du samt Wurzeln heraus und gibst sie nicht auf den Kompost.

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