# Blattkohl anbauen: in 7 Schritten von der Aussaat bis zur Blatternte

> So baust du Blattkohl wie Grünkohl und Palmkohl an: Saattermine, Anzucht, Abstände, Netz und die Blatternte, bei der das Herz stehen bleibt.

- **URL:** https://samen.de/gemuese/kohl/schritt-fuer-schritt-anleitung-zum-anbau-von-blattkohl/
- **Bereich:** Gemüse › Kohl
- **Zuletzt geprüft:** 25. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Mit Blattkohl hast du im Winter frische Blätter aus dem eigenen Beet, wenn du rechtzeitig säst. Grünkohl säst du je nach gewünschter Ernte von Ende Mai bis Ende Juli. Seine Blätter erntest du dann je nach Sorte von Oktober bis März. Ich plane Blattkohl deshalb vom Erntefenster aus rückwärts: erst die Sorte, dann den Saattermin, dann den Platz im Beet.

Als Blattkohl bezeichne ich hier Kohl, von dem du nach und nach einzelne Blätter pflückst, statt einen Kopf zu schneiden. Im Garten sind das vor allem Grünkohl und Palmkohl. Grünkohl eignet sich gut für den Gartenanbau, Palmkohl wächst auch im Kübel. Die sieben Schritte unten führen dich von der Saatschale bis zum ersten gepflückten Blatt.

## Blattkohl auf einen Blick: die Werte für Grünkohl

Die Tabelle bündelt die Werte für Grünkohl von der Aussaat bis zur Ernte. Wie du sie umsetzt, steht in den sieben Schritten darunter.

| Arbeitsschritt | Wert für Grünkohl |
|---|---|
| Aussaat | Ende Mai bis Ende Juli, je nach gewünschter Ernte |
| Saattiefe | 0,5 bis 2 cm |
| Keimtemperatur | 14 bis 20 °C, je nach Sorte |
| Keimdauer | 6 bis 14 Tage, je nach Sorte |
| Anzucht bis zur Pflanzung | etwa 3 bis 4 Wochen |
| Pflanzreife | höchstens 4 Laubblätter |
| Pflanzung für Herbst- und Winterernte | Anfang Juni bis Anfang August |
| Abstand | 40 bis 50 cm in der Reihe, 50 bis 60 cm zwischen den Reihen |
| Ernte | je nach Sorte Oktober bis März |

> **Zahl im Blick:** Palmkohl 'Nero di Toscana' säst du 1 cm tief. Bei 16 °C keimt er innerhalb von 8 bis 12 Tagen. Vorziehen kannst du ihn ab März im Warmen, direkt ins Freiland säst du ihn im Mai und Juni. Seine Blätter erntest du vom Sommer bis zum Spätherbst.

Neben Grünkohl und Palmkohl gibt es weitere Blattkohlformen. Welche Sorten es gibt und wie du sie in der Küche verwendest, zeigt [der Beitrag über Blattkohlsorten von Anbau bis Küche](/gemuese/kohl/blattkohl-die-vielfaeltige-gemuesewunderwaffe-in-ihrem-garten/). Wie sich die einzelnen Sorten voneinander unterscheiden, vergleicht [der Überblick über die Blattkohlsorten](/gemuese/kohl/die-verschiedenen-blattkohlsorten-im-ueberblick-vielfalt-eigenschaften-und-verwendung/).

## Schritt 1: Erntefenster wählen und Anbauweg festlegen

Leg zuerst fest, wann du ernten willst, denn danach richten sich Sorte und Saattermin. Für die Ernte im Herbst und Winter passt Grünkohl. Palmkohl liefert seine Blätter schon ab dem Sommer bis in den Spätherbst.

Für Grünkohl empfehle ich die Vorkultur in der Saatschale. Er kommt erst von Anfang Juni bis Anfang August ins Beet. Ziehst du ihn vor, kann die Fläche bis dahin noch eine erste Kultur tragen. Auch Jungpflanzen, die noch im Topf stehen, kannst du mit einem feinen Kulturschutznetz vor zufliegenden Kohlschädlingen schützen.

Alle Saattermine der Kohlarten stehen im [Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/kohl/) auf einer Seite. Welche Arbeiten beim Blattkohl in welcher Jahreszeit anstehen, ordnet [der Arbeitskalender für Blattkohl durchs Gartenjahr](/gemuese/kohl/blattkohlanbau-im-jahreslauf-was-ist-wann-zu-tun/). Wenn du ein Gewächshaus hast, lies vorher nach, [was Blattkohl unter Glas vom Anbau im Freiland unterscheidet](/gemuese/kohl/blattkohl-anbauen-gewaechshaus-oder-freiland/).

## Schritt 2: In der Saatschale aussäen

Füll Aussaaterde in eine Saatschale mit Wasserabzug. Leg die Grünkohlsamen 0,5 bis 2 cm tief und halte die Erde gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe. Je nach Sorte keimt Grünkohl bei 14 bis 20 °C. Die Keimdauer liegt bei 6 bis 14 Tagen.

Ich decke die Schale nach dem Säen ab und nehme die Abdeckung weg, sobald sich die ersten Keimlinge zeigen. Wenn die Saat nicht aufläuft oder die Keimlinge schwächeln, hilft dir [die ausführliche Anleitung zum Keimen von Blattkohlsamen](/gemuese/kohl/blattkohlsamen-keimen-lassen-geheimrezepte-fuer-gruene-daumen/) bei der Fehlersuche.

> **Tipp:** Beschrifte jede Schale mit Sorte und Saattag. So weißt du beim Pikieren und Pflanzen, welcher Satz für welches Erntefenster gedacht ist.

## Schritt 3: Pikieren, hell stellen, abhärten

In der Schale vorgezogenen Grünkohl kannst du schon im Keimblattstadium pikieren. Löse die Sämlinge vorsichtig, setz sie mit ungebogenen Wurzeln in eigene Töpfe, drück sie an und gieß sie an.

> **Kurz erklärt:** Pikieren heißt, dicht stehende Sämlinge zu vereinzeln und jeden in einen eigenen Topf zu setzen. Im Keimblattstadium sind nur die Keimblätter entfaltet, echte Laubblätter wachsen noch nicht.

Stell die Jungpflanzen danach heller und kühler, denn wenig Licht bei hoher Temperatur lässt lange, weiche Triebe wachsen. Gieß während der gesamten Anzucht gleichmäßig.

Vor dem Auspflanzen stellst du die Jungpflanzen mehrere Tage tagsüber ins Freie. Such ihnen zuerst einen windgeschützten, schattigen Platz und gewöhn sie allmählich an direkte Sonne. Ich hole die Töpfe in dieser Zeit abends wieder herein.

## Schritt 4: Das Beet vorbereiten

Stell Blattkohl möglichst sonnig; Halbschatten verträgt Kohl ebenfalls, und Palmkohl eignet sich für sonnige bis halbschattige Plätze. Grünkohl mag nährstoffreichen, tiefgründigen Boden, der Wasser gut hält. Wie du Boden, pH-Wert und Staunässe prüfst, erklärt der Abschnitt über [Standort und Boden im Kohl-Ratgeber](/gemuese/kohl/).

Vor dem Auspflanzen arbeitest du reifen Kompost ins Beet ein.

Plane für Grünkohl eine Anbaupause von 4 Jahren ein und zähl verwandte Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Senf dabei mit. Den Wechsel behältst du im [Beetplaner für die Fruchtfolge](/tools/beetplaner/) im Blick, Nachbarn für das Kohlbeet findest du im [Mischkultur-Planer](/tools/mischkultur/). Gute Nachbarn können unterstützen, garantieren aber nichts; mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.

## Schritt 5: Auspflanzen und sofort das Netz auflegen

Gepflanzt wird Grünkohl für die Herbst- und Winterernte von Anfang Juni bis Anfang August. Pflanz die Jungpflanzen aus, solange sie höchstens 4 Laubblätter tragen. Setz sie mit 40 bis 50 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du 50 bis 60 cm frei. Drück die Erde rund um den Ballen fest und gieß gründlich an.

Auf dem Hochbeet planst du leichter mit niedrigen Grünkohlformen, die ungefähr 25 bis 30 cm hoch werden. Was dort sonst anders läuft, liest du im Beitrag darüber, [worauf es bei Blattkohl im Hochbeet ankommt](/gemuese/kohl/blattkohl-im-hochbeet-vorteile-und-besonderheiten/).

Gegen Kohlerdflöhe lege ich noch am Pflanztag ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und halte es bis zur Ernte an den Rändern dicht geschlossen. Die neue Generation der Kohlerdflöhe erscheint ab Juli, also mitten in der Pflanzzeit des Grünkohls. Wie du Erdflöhe, Kohlfliegen und Raupen im Blick behältst, erklärt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.

> **Mini-Checkliste:** Das gehe ich vor dem Pflanzen durch.
> - Die Jungpflanzen sind abgehärtet.
> - Sie tragen höchstens 4 Laubblätter.
> - Reifer Kompost ist ins Beet eingearbeitet.
> - Die Abstände in der Reihe und zwischen den Reihen sind markiert.
> - Das Netz liegt bereit, samt Material zum Beschweren der Ränder.

## Schritt 6: Durch Sommer und Herbst begleiten

Gieß Grünkohl vor allem von Anfang August bis Mitte September aufmerksam, denn Wassermangel kann seine Blätter vergilben lassen. Wie du nach Bedarf und direkt an die Wurzel gießt, erklärt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Gießen.

Auf ungemulchten Beeten hackst du regelmäßig flach, sodass Beikräuter klein bleiben und weniger Wasser verdunstet. Als Mulch eignet sich angetrockneter Rasenschnitt: Bring nur so viel aus, dass der Boden gerade bedeckt ist, und ergänze lieber öfter. Beim Hacken prüfe ich gleich mit, ob das Netz rundum dicht anliegt.

Während der Kultur düngst du Grünkohl regelmäßig nach. Welche Mengen je Kohlart passen, steht im Kohl-Ratgeber unter Düngen.

Bei der Kohlhernie sitzt der Befall an den Wurzeln, und feuchte bis staunasse Böden begünstigen die Infektion. Befallene Pflanzen holst du samt Wurzeln aus dem Beet; sie gehören in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Weitere Krankheiten wie den Falschen Mehltau ordnet der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten ein.

## Schritt 7: Blatt für Blatt ernten

Palmkohl pflückst du blattweise von außen und unten, die Herzblätter bleiben für das weitere Wachstum stehen. Grünkohl erntest du nach demselben Prinzip. Bei der ersten Ernte lässt du dort mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter am Strunk.

> **Marias Erfahrung:** Vor der ersten Grünkohlernte zähle ich die jungen Blätter oben am Strunk ab. Gepflückt wird erst darunter, immer die äußeren, unteren Blätter zuerst.

Bei vielen Grünkohlsorten steigt der Zuckergehalt schon durch niedrige Temperaturen, dafür muss es nicht frieren. Als grober Richtwert verträgt Grünkohl etwa −10 °C, abhängig von Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung, während Palmkohl nur bedingt frosthart ist. Mehr zu Frost und Winterformen steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Sorten und Jahreszeiten.

Frisch gepflückter Grünkohl hält sich im feuchten Tuch im Kühlschrank 4 bis 5 Tage. Zum Einfrieren blanchierst du die Blätter vorher 3 Minuten. Wie lange andere Kohlarten halten, zeigt der Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung.

> **Passt dazu:** Was in den Blättern steckt, liest du im Beitrag über [die Nährstoffe im Blattkohl](/gemuese/kohl/naehrstoffe-und-gesundheitsvorteile-von-blattkohl/).

## Häufige Fragen

### Wie baue ich Blattkohl Schritt für Schritt an?

Du säst Grünkohl je nach gewünschter Ernte von Ende Mai bis Ende Juli in eine Saatschale mit Aussaaterde. Nach etwa 3 bis 4 Wochen Anzucht und dem Abhärten pflanzt du ihn von Anfang Juni bis Anfang August ins vorbereitete Beet. Direkt danach kommt ein feines Kulturschutznetz auf, das bis zur Ernte geschlossen bleibt. Geerntet wird je nach Sorte von Oktober bis März, Blatt für Blatt von außen und unten.

### Wann säe ich Blattkohl aus?

Grünkohl säst du je nach gewünschter Ernte von Ende Mai bis Ende Juli. Palmkohl 'Nero di Toscana' ziehst du ab März im Warmen vor, direkt ins Freiland säst du ihn im Mai und Juni. Grünkohl keimt je nach Sorte bei 14 bis 20 °C.

### Worin unterscheiden sich Grünkohl und Palmkohl beim Anbau?

Palmkohl eignet sich für sonnige bis halbschattige Plätze und auch für den Kübel. Er liefert Blätter vom Sommer bis zum Spätherbst, ist aber nur bedingt frosthart. Grünkohl ist für die Ernte im Herbst und Winter gedacht und je nach Sorte von Oktober bis März erntereif. Beide erntest du Blatt für Blatt.

### Wie ernte ich Blattkohl, damit er weiterwächst?

Pflück die Blätter einzeln von außen und unten und lass die Herzblätter stehen, damit die Pflanze weiterwachsen kann. Bei der ersten Grünkohlernte bleiben mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter am Strunk. Frisch geernteter Grünkohl hält sich im feuchten Tuch im Kühlschrank 4 bis 5 Tage. Zum Einfrieren blanchierst du die Blätter vorher 3 Minuten.

### Wie frosthart ist Blattkohl wirklich?

Grünkohl verträgt als grober Richtwert etwa −10 °C; wie viel Frost er tatsächlich aushält, hängt von Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung ab. Palmkohl ist nur bedingt frosthart. In rauen Lagen kann ein Vlies Grünkohl im Winter vor Kahlfrost und eisigem Wind schützen. Bei vielen Grünkohlsorten steigt der Zuckergehalt schon durch Kälte, Frost ist dafür nicht nötig.

### Wann darf wieder Kohl auf das Blattkohl-Beet?

Plane für Grünkohl eine Anbaupause von 4 Jahren ein, bevor wieder Kohl auf dieselbe Fläche kommt. Zur Kohlpause zählen auch verwandte Kreuzblütler wie Radieschen und Rettich sowie die Gründüngungen Gelbsenf, Ölrettich und Raps. Als Gründüngung in der Kohlfruchtfolge eignet sich Phacelia, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist.

### Kann ich Blattkohl im Kübel anbauen?

Ja, Palmkohl 'Nero di Toscana' eignet sich für den Kübel und braucht dort durchlässige, nährstoffreiche Erde. Das Gefäß braucht freie Ablauflöcher, damit sich kein Wasser staut. Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, im Hochsommer unter Umständen mehrmals am Tag.

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