# Radicchio düngen: Nährstoffbedarf, Zeitpunkt und die Grenze zur Überdüngung

> Wie viel Stickstoff Radicchio braucht, wann Phosphor und Kalium zählen und wie du nach der Bodenprobe düngst, ohne Schossen und Bitterkeit zu fördern.

- **URL:** https://samen.de/gemuese/salate-blattgemuese/radicchio-optimale-duengung-fuer-gesunde-pflanzen/
- **Bereich:** Gemüse › Salate & Blattgemüse
- **Zuletzt geprüft:** 26. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Mehr Dünger macht Radicchio nicht automatisch besser. Bekommt er zu viel Stickstoff, können starkes Wachstum, Schossen und eine verstärkte Bildung von Bitterstoffen die Folge sein. Ich dünge Radicchio deshalb erst, wenn ich weiß, was schon im Boden steckt. Hier liest du, welche Nährstoffe er in welcher Phase braucht, wie du seinen Stickstoff ausrechnest und woran du ein Zuviel erkennst.

## Welche Nährstoffe Radicchio wann braucht

Radicchio braucht seine Hauptnährstoffe nicht alle zur selben Zeit. Für das Wachstum sorgt vor allem Stickstoff, für die Wurzeln Phosphor. Im ersten Wachstumsmonat braucht Radicchio besonders genug Phosphor, damit sich die Wurzeln entwickeln können. Kalium ist vor allem in den letzten Kulturwochen gefragt, es hilft bei der Farbentwicklung. Außerdem ist Kalium am Wasserhaushalt beteiligt, Magnesium am Aufbau des Blattgrüns.

| Nährstoff | Wofür Radicchio ihn braucht | Worauf ich achte |
|---|---|---|
| Stickstoff | Wachstum | nur den Teil düngen, den der Boden nicht liefert |
| Phosphor | Wurzelentwicklung, besonders im ersten Wachstumsmonat | schon zur Pflanzung ausreichend im Boden |
| Kalium | Farbentwicklung in den letzten Kulturwochen, Wasserhaushalt | Versorgung vor der Pflanzung im Bodenbefund prüfen |
| Magnesium | Bildung des Blattgrüns | Versorgungsstufe im Bodenbefund |

## Erst die Bodenprobe, dann der Dünger

Bei Radicchio richtet sich die Düngung nach zwei Größen: nach dem Bedarf der Kultur und nach dem Angebot deines Bodens. Was dein Boden schon mitbringt, zeigen dir Bodenproben und eine Nährstoffbilanz. Den verfügbaren Stickstoff misst eine gewöhnliche Bodenuntersuchung aber nicht automatisch mit. Den lässt du gesondert als Nmin bestimmen, also als mineralischen Stickstoff im Boden.

> **Mini-Checkliste:** Nimm 10 bis 15 Einzelproben aus 0 bis 25 cm Tiefe und misch sie gut durch. Davon schickst du rund 500 g ins Labor. Die Probe ziehst du vor der Düngung, den Nmin-Wert beauftragst du zusätzlich.

Im Prüfbericht stehen die Nährstoffe in Versorgungsstufen. Steht ein Nährstoff auf Stufe C, ist er ausreichend vorhanden. Erreicht er Stufe E, kannst du ihn beim Düngen vorübergehend weglassen. Liegt ein Nährstoff zu hoch und ein anderer zu niedrig, gleichst du gezielt nur den fehlenden aus. Dafür nimmst du einen Einzelnährstoffdünger.

Den pH-Wert lässt du im selben Befund bestimmen. Hast du Spurenelemente im Verdacht, schaust du dir neben dem Befund auch pH-Wert und Bodengefüge an. Ist genug davon im Boden und nur die Verfügbarkeit eingeschränkt, ist ein weiterer Bodendünger nicht gerechtfertigt.

> **Marias Erfahrung:** Ich trage nach jeder Bodenprobe die Versorgungsstufen für Phosphor, Kalium und Magnesium ins Gartenheft ein. Den Stickstoff für den Radicchio-Satz rechne ich erst aus, wenn der Nmin-Wert vorliegt.

Wie du den Boden lockerst, welcher pH-Wert zu ihm passt und wie du ein feinkrümeliges Saatbett anlegst, erklärt der Ratgeber, [wie du den Boden für Radicchio vorbereitest](/gemuese/salate-blattgemuese/radicchio-anbau-boden-optimal-vorbereiten/). Den Überblick über alle Arten gibt der Abschnitt zu [Standort und Boden bei Salaten und Blattgemüse](/gemuese/salate-blattgemuese/): hell, humos und durchlässig.

## Wie viel Stickstoff braucht Radicchio?

Für Radicchio gibt es einen tabellarischen Stickstoffbedarf. Er ist der Ausgangspunkt deiner Rechnung, nicht die Menge, die du ausbringst.

> **Zahl im Blick:** 14 g Stickstoff je m² stehen als tabellarischer Bedarf für einen Radicchio-Satz. Gerechnet ist das auf 2,8 kg Ertrag je m². Abgezogen ist dabei noch nichts von dem, was Boden und sonstige Quellen an Stickstoff liefern.

Düngen musst du nur die Differenz. Vom Bedarf ziehst du den mineralischen Stickstoff ab, den die Nmin-Probe zeigt, und dazu die Nachlieferung des Bodens. Wie viel Dünger dem Rest entspricht, rechnest du über den Stickstoffgehalt, der auf der Packung steht.

Wer lange ernten will, sät Radicchio in Sätzen bis Anfang Juli, die Pflanzen stehen also über den Sommer im Beet. Ist dein Beet gut mit Humus versorgt und im Sommer warm und feucht genug, liefert es häufig von selbst genug Nährstoffe nach. Für so ein Beet kann deine Rechnung also ergeben, dass gar keine zusätzliche Gabe nötig ist.

Zum Einordnen die tabellarischen Werte einiger Salate, jeweils vor Anrechnung des Bodenangebots:

| Kultur | Stickstoffbedarf |
|---|---|
| Lollo-Pflücksalat, grün und rot | 13 g/m² je Kultursatz |
| Radicchio | 14 g/m² je Kultursatz, bei 2,8 kg/m² Ertrag |
| Romanasalat | 14 g/m² je Kultursatz |
| Bataviasalat | 15 g/m² je Kultursatz |
| Zuckerhut im Hausgarten | 16 g/m² |

## Womit du Radicchio düngst

Die Grundlage ist Kompost. Im Frühjahr arbeite ich ihn als Grunddüngung ein, im Gemüsegarten höchstens 3 l je m² und Jahr. Was der Boden laut Befund schon hat, rechne ich dabei ein, und den Stickstoff bewerte ich getrennt.

Bei organischen Düngern müssen erst Mikroorganismen arbeiten, bevor der Großteil der Nährstoffe frei wird. Deshalb wirken sie eher längerfristig. Lösliche Mineraldünger sind meist schneller verfügbar, lassen sich aber auch leichter auswaschen. Eine Ausnahme sind mineralische Depotdünger.

Zeigt der Befund schon viel Phosphat und Kali, kommt für den noch fehlenden Stickstoff ein reiner Stickstoffdünger in Betracht. Ich nehme für Radicchio dann Hornmehl. Bis es im Boden umgesetzt ist, vergehen etwa 6 Wochen. Bei groben Hornspänen dauert das mehrere Monate. Kommt Stickstoff zu spät, steckt die Pflanze ihn womöglich nicht mehr ins Wachstum, und es kann sich Nitrat anreichern. Zusammen mit der Umsetzungszeit von etwa sechs Wochen heißt das: Eine nötige Horngabe gehört an den Anfang der Kultur, nicht in die Wochen vor der Ernte.

Im Topf kommt ein Punkt hinzu. In torffreier oder torfreduzierter Topferde können einzelne Bestandteile Stickstoff binden, und dann brauchen die Pflanzen womöglich zusätzlich Nachschub. Schau dort deshalb genauer auf Wuchs und Blattfarbe.

> **Häufiger Fehler:** Eine alte Strohmulchdecke oder grobe Holzreste einfach untergraben. Beim Zersetzen binden die Mikroorganismen Stickstoff, der dann dem Radicchio fehlen kann. Ich räume solche Reste deshalb ab, bevor ich den Boden das nächste Mal bearbeite.

## Wann du düngst: der Ablauf einer Kultur

Der Zeitplan folgt dem Bedarf: Phosphor früh, Kalium spät, Stickstoff nur nach Rechnung.

| Phase | Worauf es ankommt | Was ich tue |
|---|---|---|
| Vor der Pflanzung | das Angebot des Bodens kennen | Bodenprobe mit Nmin ziehen, fehlende Nährstoffe laut Befund gezielt ergänzen, Kompost im Frühjahr höchstens bis zur Jahresmenge |
| Pflanzung und erster Wachstumsmonat | Phosphor für die Wurzeln, gute Wasserversorgung ohne Staunässe | fehlenden Stickstoff laut Rechnung als Hornmehl geben, gleichmäßig gießen |
| Hauptwachstum | Wuchs und Blattfarbe | beobachten, bei Verdacht auf Mangel erst messen |
| Letzte Kulturwochen | Kalium für die Farbentwicklung | Kaliumversorgung vorher über den Befund geklärt, keinen Stickstoff mehr nachlegen |

Frisch gesetzte Jungpflanzen gießt du gut an und hältst sie gut versorgt, lässt aber keine Staunässe entstehen. Mengen und Technik stehen im Ratgeber, [wie du Radicchio in den einzelnen Wachstumsphasen gießt](/gemuese/salate-blattgemuese/radicchio-richtig-bewaessern-fuer-optimale-ernte/). Was sonst ansteht, von der Aussaat bis zum Winterschutz, zeigt der Überblick, [was im Radicchio-Jahr wann zu tun ist](/gemuese/salate-blattgemuese/radicchio-im-jahreslauf-anbau-und-pflege/).

> **Jetzt dran:** Zieh vor der Pflanzung eine Bodenprobe und lass den Nmin-Wert mitbestimmen. Rechne den tabellarischen Bedarf minus das, was der Boden liefert. Gib nur diesen Rest, und zwar früh in der Kultur.

## Blattdüngung: Überbrückung, kein Ersatz

Über das Blatt lässt sich ein vorübergehender Nährstoffengpass überbrücken. Was eine einzelne Anwendung liefert, ist gewöhnlich aber nur ein kleiner Teil vom Gesamtbedarf der Pflanze. Ich setze sie deshalb nur für den Engpass ein und kläre parallel über Bodenbefund und pH-Wert, woher er kommt. Nimmst du ein Blattdüngemittel, hältst du dich an die Gebrauchsanweisung.

Gegen braune Blattränder hilft zusätzliches Calcium nicht zwangsläufig. Bei Salaten kann der Schaden von einem gestörten Calciumtransport in der Pflanze kommen. Hat der Boden genug Calcium, bleibt eine zusätzliche Calciumdüngung in diesem Fall ohne Wirkung.

## Überdüngung und Mangel erkennen

Anzeichen an der Pflanze sind Hinweise, keine sichere Diagnose. Die Übersicht hilft dir beim Einordnen, bevor du zum Dünger greifst.

| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was ich prüfe |
|---|---|---|
| starkes Wachstum, Schossen, bitterer als gewohnt | Stickstoffüberschuss | Düngerechnung und Nmin, keine weitere Stickstoffgabe |
| ältere Blätter insgesamt aufgehellt, schwacher Wuchs | Stickstoffmangel | Nmin-Probe, bevor ich nachdünge |
| junge Blätter gelb, Adern grün | Eisenmangel | pH-Wert und Bodengefüge |
| Ränder junger Blätter braun und abgestorben | gestörter Calciumtransport, etwa bei Überdüngung oder schwankender Wasserversorgung | Stickstoff im Rahmen halten, gleichmäßig gießen |

Schossen hat nicht nur mit Dünger zu tun. Auch Kälte spielt mit: Fallen die Temperaturen bei Jungpflanzen unter 16 °C, droht ein Kältereiz mit Schossgefahr.

Zu viel Stickstoff hat bei Salaten, die stark wachsen, noch eine Folge. Er kann einen sekundären Calciummangel begünstigen, den du an geschädigten Rändern junger Blätter siehst.

Zum typisch herb-bitteren Geschmack trägt der Bitterstoff Intybin bei, besonders in den weißen Blattrippen. Wird zu viel Stickstoff gedüngt, kann die Pflanze mehr Bitterstoffe bilden. Wie herb dein Radicchio schmeckt, kann also auch an deiner Düngung liegen.

Dazu kommt Nitrat: Bekommt Blattgemüse reichlich Stickstoff, kann im Erntegut mehr davon stecken. Geernteten Radicchio legst du deshalb gekühlt und sauber ab, denn wird Blattsalat unsachgemäß gelagert, können Mikroben aus Nitrat Nitrit machen. Vielseitig Gemüse zu essen, bleibt dabei die Empfehlung.

## Nach der Ernte: Gründüngung und Anbaupause

Nach der Ernte kannst du eine Gründüngung säen. Klee und andere Leguminosen holen sich über Knöllchenbakterien Luftstickstoff. Verrottet ihre Pflanzenmasse, kann sich die Versorgung der nächsten Kultur verbessern. Weil der Tabellenwert für Radicchio vor Anrechnung sonstiger Stickstoffquellen gilt, rechnest du diesen Stickstoff mit ein, wenn Radicchio nach Klee folgt. Phacelia kann ein freies Beet rasch bedecken, und solange sie blüht, finden Insekten an ihr Nahrung.

Auf dasselbe Beet solltest du Radicchio, Chicorée und andere Zichorien nur alle 3 bis 4 Jahre setzen. Den Wechsel über mehrere Jahre hältst du [im Beetplaner für dein ganzes Beet](/tools/beetplaner/) fest.

> **Passt dazu:** Ob Radicchio bei dir ins Freiland oder unter Glas gehört, klärt der Vergleich, [worin sich Freiland und Gewächshaus bei Aufwand, Ertrag und Qualität unterscheiden](/gemuese/salate-blattgemuese/radicchio-freiland-oder-gewaechshaus/). Wann du säst, zeigt der [Aussaatkalender für alle Salate zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/salate-blattgemuese/).

## Häufige Fragen

### Welche Hauptnährstoffe benötigt Radicchio für ein optimales Wachstum?

Radicchio braucht Stickstoff für das Wachstum, Phosphor für die Wurzelentwicklung und Kalium für Wasserhaushalt und Farbentwicklung. Ausreichend Phosphor braucht er vor allem im ersten Wachstumsmonat, Kalium besonders in den letzten Kulturwochen. Beim Stickstoff zählt das Maß: Ein Überschuss kann Radicchio schießen lassen und mehr Bitterstoffe hervorbringen.

### Warum ist eine Bodenanalyse vor der Radicchio-Pflanzung wichtig?

Die Düngung von Radicchio richtet sich nach seinem Bedarf und nach dem, was dein Boden schon anbietet. Dieses Angebot zeigen dir Bodenproben und eine Nährstoffbilanz. Weil die gewöhnliche Untersuchung den verfügbaren Stickstoff nicht automatisch mitmisst, lässt du ihn gesondert als Nmin bestimmen.

### Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu besseren Radicchio-Erträgen führt?

Nein. Ein Stickstoffüberschuss kann Radicchio kräftig wachsen lassen, aber ebenso Schossen und eine stärkere Bitterstoffbildung anstoßen. Außerdem kann die Pflanze anfälliger für Krankheiten und Schädlinge werden. Dünge deshalb nur den Teil des Bedarfs, den der Boden nicht selbst liefert.

### Wie verhindert man Blattrandnekrosen bei Radicchio in der Praxis?

Garantieren lässt sich das nicht, aber du kannst das Risiko senken. Bei Salaten kann ein gestörter Calciumtransport die Blattränder absterben lassen, ausgelöst etwa durch Überdüngung oder eine schwankende Wasserversorgung. Halte den Stickstoff deshalb im Rahmen deiner Düngerechnung und gieße gleichmäßig. Enthält der Boden genug Calcium und hakt es nur am Transport, bringt eine zusätzliche Calciumgabe keine Wirkung.

### Worin unterscheiden sich Radicchio und Chicorée in ihren Nährstoffansprüchen?

Beide gehören zur selben Art, werden aber verschieden genutzt. Beim Chicorée baust du im Beet die Wurzel für die spätere Treiberei auf, und zu viel Stickstoff kann deren Treibqualität mindern. Radicchio erntest du als Kopf, hier kann ein Überschuss die Pflanze schießen lassen und die Bitterstoffe verstärken. Sein tabellarischer Stickstoffbedarf liegt bei 14 g je m² und Kultursatz, bevor du das Bodenangebot abziehst.

### Wie unterscheidet sich die Pflanzenernährung von Radicchio und anderen Blattsalaten?

Beim tabellarischen Stickstoffbedarf liegt Radicchio mit 14 g je m² und Kultursatz im Bereich anderer Salate. Für Romanasalat gilt derselbe Wert, Lollo-Pflücksalat liegt mit 13 g knapp darunter. Bei Radicchio kann ein Stickstoffüberschuss außerdem die Bitterstoffe verstärken. Kalium braucht er vor allem in den letzten Kulturwochen, dort unterstützt es die Farbentwicklung.

### Worin liegt der Unterschied zwischen organischer Düngung und Nährstoffzufuhr bei Salatpflanzen?

Bei organischer Düngung, etwa mit Kompost, werden die meisten Nährstoffe erst frei, wenn Mikroorganismen das Material umgesetzt haben, sie wirkt deshalb eher längerfristig. Lösliche Mineraldünger stellen die Nährstoffe meist schnell bereit, dafür werden sie leichter ausgewaschen. Auch organisch ist nicht gleich organisch: Hornmehl braucht etwa 6 Wochen bis zur Umsetzung, grobe Hornspäne mehrere Monate.

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