# Wilde Rauke anbauen: mehrjährige Rucola säen, schneiden und überwintern

> Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) säst du von März bis September. So pflegst, schneidest und überwinterst du die winterharte Rucola für zwei bis drei Jahre Ernte.

- **URL:** https://samen.de/gemuese/salate-blattgemuese/wilde-rauke-anbauen/
- **Bereich:** Gemüse › Salate & Blattgemüse
- **Zuletzt geprüft:** 31. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Wer Rucola sät, holt sich je nach Samentüte eine von zwei Pflanzen ins Beet. Die Salatrauke ist nach einer Saison vorbei, die Wilde Rauke bleibt stehen. Sie übersteht den Winter, treibt nach dem Schnitt neu aus und liefert dir zwei bis drei Jahre lang Blätter. Dafür braucht sie einen festen Platz, einen Schnitt Blatt für Blatt und im Sommer einen Blick auf die Blütentriebe. Bei mir hat die Wilde Rauke deshalb eine eigene Ecke im Beet, die ich beim Neubestellen auslasse.

Botanisch heißt die Wilde Rauke Diplotaxis tenuifolia. Als Synonym findest du auch den Namen Schmalblättriger Doppelsame.

## Wilde Rauke und Salatrauke: der Unterschied

Im Handel heißen beide Rucola. Eindeutig wird es erst mit dem botanischen Namen auf der Samentüte. Eruca sativa ist die Salatrauke, auch Gartenrauke genannt. Diplotaxis tenuifolia ist die Wilde Rauke.

Die Salatrauke wird einjährig kultiviert und bildet schnell eine Rosette mit breiteren, gebuchteten Blättern. Die Wilde Rauke ist mehrjährig und wächst langsamer. Ihre Blätter sind schmal, stark gezähnt und fiederteilig. Auch Blüte und Geschmack trennen die beiden: Die Salatrauke blüht weiß bis rötlich und schmeckt milder, die Wilde Rauke blüht gelb und schmeckt scharf-würzig.

| Merkmal | Salatrauke (Eruca sativa) | Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) |
|---|---|---|
| Lebensdauer | einjährig kultiviert | mehrjährig, kurzlebige Staude |
| Wuchs | schnell, Rosette bis etwa 25 cm hoch | langsamer, Rosette 10 bis 30 cm hoch, ungeschnitten bis 75 cm |
| Blätter | breiter, gebuchtet | schmal, stark gezähnt, fiederteilig |
| Blüte | weiß bis rötlich | gelb |
| Geschmack | milder | scharf-würzig |
| Kulturdauer | 42 Tage | 42 bis 112 Tage |
| Ernte | Rosette nicht zu dicht über dem Boden abschneiden | Blätter einzeln an der Pflanze abschneiden |

> **Häufiger Fehler:** Beim Kauf nur auf das Wort Rucola achten. Steht auf der Tüte Eruca sativa, hast du die einjährig kultivierte Salatrauke in der Hand. Für einen Dauerplatz im Beet suchst du Diplotaxis tenuifolia.

## Aussaat

Wilde Rauke säst du von März bis September. Sie gedeiht im Gartenbeet ebenso wie im Hochbeet, im Kübel oder im Topf. Die Samen keimen bei 14 bis 20 °C. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 21 Tage.

Lege die Samen in Rillen und bedecke sie 0 bis 1 cm hoch mit Erde. Die Angaben auf den einzelnen Samentüten liegen innerhalb dieser Spanne unterschiedlich, deshalb folgst du bei der Tiefe deiner Packung. Ich ziehe die Rillen mit dem Harkenstiel und drücke die Erde nach dem Säen mit dem Handrücken an. Danach hältst du die Saat mäßig feucht und gießt mit feinem Strahl, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Wenn du ein Erdflohnetz nutzt, legst du es gleich nach der Aussaat auf.

### Abstände im Beet und im Topf

Sind die Keimlinge aufgelaufen, vereinzelst du sie in der Reihe auf 5 bis 10 cm. Zwischen den Reihen lässt du 15 bis 20 cm Platz. Im Topf bleibt nach dem Vereinzeln nur eine Pflanze je Gefäß stehen. Das Gefäß braucht Abzugslöcher, damit sich kein Wasser staut. Als Erde eignet sich ein faserreiches, möglichst torffreies Kompostsubstrat.

> **Zahl im Blick:** Aussaat von März bis September, 0 bis 1 cm tief. Keimung bei 14 bis 20 °C nach 7 bis 21 Tagen. In der Reihe 5 bis 10 cm, zwischen den Reihen 15 bis 20 cm, im Topf eine Pflanze je Gefäß. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen 42 bis 112 Tage.

Die Saattermine der übrigen Salate holst du dir [als Aussaatkalender zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/salate-blattgemuese/).

## Standort und Pflege

Wilde Rauke steht sonnig bis halbschattig. Der Boden sollte mäßig nährstoffreich, feucht und gut durchlässig sein. Sand-, Lehm-, Ton- und Kalkböden kommen für sie infrage, saure ebenso wie neutrale und alkalische. Weil die Pflanzen zwei bis drei Jahre am selben Platz bleiben, suchst du ihnen eine Stelle, die du beim Umgraben und Neubestellen nicht störst. Den festen Platz kannst du [im Beetplaner gleich mit einzeichnen](/tools/beetplaner/). Passende Nachbarn [prüfst du im Mischkultur-Planer](/tools/mischkultur/), verlassen solltest du dich auf eine Mischkultur aber nicht.

### Gießen

Wilde Rauke wurzelt flach und braucht eine gute Wasserversorgung, aber keine Staunässe. Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist. Gegossen wird am besten morgens direkt am Boden, damit wenig verdunstet und die Blätter trocken bleiben. Eine Mulchdecke hält die Feuchte länger im Boden, frische Saatrillen lässt du dabei frei. Mehr zu Wassergaben, Mulch und Pflege findest du im Überblick zum [Gießen und Pflegen von Salaten und Blattgemüse](/gemuese/salate-blattgemuese/).

### Düngen

In einem dauerhaft genutzten Salatbeet kommt Wilde Rauke in der Regel ohne zusätzliche Düngung aus. Bei einem nachgewiesenen Nährstoffmangel verzichtest du trotzdem nicht aufs Düngen. Werden die Blätter heller oder rötlich, kann das darauf hindeuten, dass die Pflanzen Nährstoffe brauchen. Dann passt ein gut dosierbarer Flüssigdünger, sparsam eingesetzt, weil Rauke flach wurzelt und meist auf kleiner Fläche wächst. Im Topf lohnt der Blick auf die Blattfarbe besonders, denn torffreie und torfreduzierte Erden können Stickstoff binden.

### Erdflöhe

Bei trockener Witterung können Erdflöhe an Wilder Rauke auftreten. Am besten wirkt ein feinmaschiges Erdflohnetz, das du gleich nach der Aussaat mit dichtem Abschluss zum Boden auflegst. Ich beschwere die Netzränder dafür rundum mit Brettern. Im Hochsommer lüftest du das Netz kontrolliert, damit es darunter nicht zu heiß wird. Den Boden zu lockern und feucht zu halten, kann zusätzlich helfen, als alleiniger Schutz reicht das nicht verlässlich.

## Schneiden und Ernten

Geerntet wird von April bis Oktober, und zwar vor der Blüte. Bei der Wilden Rauke schneidest du die Blätter einzeln an der Pflanze ab, weil sie höher wächst als die Salatrauke. So lässt sie sich wiederholt schneiden und wächst nach. Ich nehme dafür eine kleine Schere und schneide Blatt für Blatt.

### Blütentriebe im Sommer

Wilde Rauke blüht von Juni bis August. Für einen regelmäßigen Blattertrag entfernst du im Sommer die Blütentriebe. Weil du Rauke vor der Blüte erntest und die Wilde Rauke von Juni bis August blüht, kommt es im Sommer auf das Entfernen der Blütentriebe an. Ich knipse sie ab, sobald ich sie beim Ernten entdecke.

Im Erwerbsanbau gilt Wilde Rauke als Langtagspflanze, die im Sommer schnell schosst. Trockenheit oder Hitze beschleunigen das Schossen dort zusätzlich. Blühende Bestände samen sich im Erwerbsanbau außerdem schnell aus und können in nachfolgenden Kulturen zum lästigen Unkraut werden.

> **Achtung:** Sortiere beim Ernten alles aus, was du nicht sicher als Wilde Rauke erkennst. Mitgeerntetes Kreuzkraut kann Pyrrolizidinalkaloide in den Salat eintragen.

### Frisch halten und in der Küche

In feuchtes Küchenpapier gewickelt bleibt Rauke im Gemüsefach etwa 2 bis 3 Tage frisch. Zu heißen Gerichten gibst du sie erst kurz vor dem Servieren, auf Pizza erst nach dem Backen, damit ihr Aroma erhalten bleibt. Für ein Pesto zerkleinerst du die Blätter mit Parmesan, Pinienkernen, Knoblauch, Olivenöl und Zitronensaft. Im Salat passt Rauke zu Kopf- oder Eissalat, Tomaten und Möhren.

> **Kurz erklärt:** Rucola kann wie Spinat und andere Blattsalate viel Nitrat enthalten. Lagerst du die Blätter unsachgemäß, können Mikroorganismen daraus Nitrit bilden. Bewahre die Ernte deshalb gekühlt und sauber auf. In der Küche kann es die Nitrataufnahme verringern, lange Blattstiele zu entfernen. Empfohlen bleibt eine abwechslungsreiche Gemüseernährung.

## Überwinterung und mehrjährige Kultur

Wilde Rauke ist winterhart und mehrjährig, du lässt sie im Herbst also stehen. Die Wilde-Rauke-Sorte 'Rucola' hat eine sehr gute Winterhärte und lässt sich im Gewächshaus wie im Freiland anbauen. Im Erwerbsanbau übersteht Wilde Rauke den Winter meist gut. Bestände, die dort im Spätherbst zum ersten Mal geschnitten wurden, lassen sich im April oft noch einmal ernten. Ende April blüht die überwinterte Rauke dann auf, ausgelöst durch die Kälte des Winters.

> **Marias Erfahrung:** Ich stecke im Herbst einen Stab an die Rauke-Ecke, damit ich sie beim Aufräumen des Beets nicht versehentlich mit abräume.

### Nach zwei bis drei Jahren ersetzen

Wilde Rauke ist eine kurzlebige Staude. Für einen regelmäßigen Ertrag ersetzt du die Pflanzen alle 2 bis 3 Jahre. Eine Folgesaat bringt dir weiteren Blattnachschub, sodass junge Pflanzen nachrücken. Weil die Pflanzen kurzlebig sind und eine neue Saat bis zur Ernte 42 bis 112 Tage braucht, säst du die neue Reihe, bevor du die alten Pflanzen entfernst. Ich lege sie direkt neben die alte Reihe und nehme die alten Pflanzen erst heraus, wenn die jungen beerntbar sind.

## Häufige Fragen

### Ist Wilde Rauke winterhart?

Ja, Wilde Rauke ist mehrjährig und winterhart, du lässt sie im Herbst im Beet stehen. Im Erwerbsanbau übersteht sie den Winter meist gut, und Bestände lassen sich im April oft noch einmal ernten. Ende April blüht die überwinterte Pflanze dort auf, ausgelöst durch die Kälte des Winters.

### Was unterscheidet Wilde Rauke von Salatrauke?

Die Salatrauke heißt botanisch Eruca sativa, wird einjährig kultiviert, wächst schnell, blüht weiß bis rötlich und schmeckt milder. Die Wilde Rauke, botanisch Diplotaxis tenuifolia, ist mehrjährig, wächst langsamer und trägt schmale, stark gezähnte Blätter. Sie blüht gelb und schmeckt scharf-würzig.

### Wie erntet man Wilde Rauke, damit sie nachwächst?

Du schneidest die Blätter vor der Blüte einzeln an der Pflanze ab. So lässt sich Wilde Rauke wiederholt schneiden und wächst nach. Im Sommer entfernst du die Blütentriebe, damit die Pflanze regelmäßig Blätter liefert. Geerntet wird von April bis Oktober.

### Kann man Wilde Rauke im Topf ziehen?

Ja, Wilde Rauke eignet sich für Topf, Kübel und Hochbeet. In jedem Topf lässt du nur eine Pflanze stehen. Das Gefäß braucht Abzugslöcher, denn die flach wurzelnde Rauke braucht eine gute Wasserversorgung ohne Staunässe.

### Wie lange kann man Wilde Rauke nutzen?

Wilde Rauke ist eine kurzlebige Staude. Für einen regelmäßigen Ertrag ersetzt du die Pflanzen alle 2 bis 3 Jahre. Eine Folgesaat sorgt für weiteren Blattnachschub, damit junge Pflanzen nachrücken.

### Wann und wie sät man Wilde Rauke?

Wilde Rauke säst du von März bis September 0 bis 1 cm tief in Reihen. Die Samen keimen bei 14 bis 20 °C. In der Reihe vereinzelst du die Pflanzen auf 5 bis 10 cm. Zwischen den Reihen bleiben 15 bis 20 cm Platz.

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