# Zichorie richtig düngen: organisch oder mineralisch, je nach Art und Boden

> Chicorée, Radicchio, Zuckerhut: wie viel Stickstoff deine Zichorie braucht, wann Kompost und Hornmehl reichen und wann ein Mineraldünger passt.

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- **Bereich:** Gemüse › Salate & Blattgemüse
- **Zuletzt geprüft:** 26. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Wer Zichorie kräftig düngt, erntet nicht automatisch mehr. Zu viel Stickstoff kann bei Radicchio Schossen und eine stärkere Bitterstoffbildung fördern. Bei Chicorée können übermäßige Stickstoffgaben die spätere Treibqualität verschlechtern. Ich fange deshalb bei Zichorien nicht beim Düngersack an, sondern bei der Frage, was mein Boden schon hergibt.

Zichorie ist dabei kein einzelnes Gemüse. Chicorée, Radicchio und Zuckerhut gehören zur selben Art, Cichorium intybus, ebenso die Blattzichorie und die wilde Wegwarte. Die Endivie ist eine verwandte Art, die in der Fruchtfolge mitzählt. Die Frage, ob organisch oder mineralisch, beantworte ich deshalb je Art und erst nach einem Blick auf den Bodenvorrat.

## Wie viel Stickstoff braucht Zichorie?

Beim Stickstoff brauchen die Zichorienarten Unterschiedliches. Für Radicchio und Zuckerhut rechnest du mit einem Bedarfswert, für Chicorée mit einer festen Nachdüngung.

| Zichorienart | Stickstoff | Worauf du zusätzlich achtest |
|---|---|---|
| Radicchio | 14 g N je m² und Kultursatz bei 2,8 kg/m² Ertrag, vor Anrechnung des Bodenangebots | Phosphor im ersten Wachstumsmonat, Kalium in den letzten Kulturwochen |
| Zuckerhut | 16 g N je m² im Hausgarten, 19 g N je m² im Erwerbsanbau bei 600 dt/ha Bezugsertrag, jeweils vor Anrechnung des Bodenangebots | ausreichend Wasser im Jugendwachstum und während der Kopfbildung |
| Chicorée (Treibchicorée) | Nachdüngung mit 50 g Hornmehl je m² im Zwei- bis Dreiblattstadium | höhere Stickstoffgaben vermeiden, sie können die Treibqualität verschlechtern |
| Blattzichorie als dauerhafter Salatbestand | zusätzliche Düngung in der Regel nicht nötig | bei nachgewiesenem Mangel trotzdem gezielt düngen |
| Endivie, verwandte Art | Stickstoffbedarf mittel | nach einer mit reifem Kompost versorgten Vorkultur keine zusätzliche Düngung |

Die Bedarfswerte beschreiben, was die Kultur insgesamt an Stickstoff braucht. Sie sind keine Menge, die du ausstreust. Die Stickstoffdüngung ergibt sich aus diesem Bedarf abzüglich des mineralischen Stickstoffs im Boden und dessen, was der Boden nachliefert. Hat eine Vorkultur Stickstoffreste im Beet hinterlassen, gehören sie zu diesem Vorrat, und für die Zichorie bleibt entsprechend weniger zu ergänzen. Ich notiere mir deshalb für jedes Beet, was vorher darauf stand und womit ich es gedüngt habe.

## Bevor du düngst: Was liefert dein Boden schon?

Eine Düngeentscheidung im Gemüsebeet stützt sich auf zwei Dinge: den Nährstoffvorrat im Boden und den Bedarf der Pflanze. Den Vorrat zeigt dir eine Bodenuntersuchung. Den verfügbaren Stickstoff erfasst die übliche Untersuchung allerdings nicht automatisch, dafür brauchst du eine gesonderte Messung.

Im Prüfbericht steht die Versorgungsstufe C für eine ausreichende Versorgung. Bei Stufe E kann die Düngung mit dem betreffenden Nährstoff vorübergehend entfallen. Zeigt der Befund bei einem Nährstoff einen Überschuss und bei einem anderen einen Mangel, ergänzt du nur den fehlenden, und zwar gezielt mit einem Einzelnährstoffdünger.

> **Mini-Checkliste:** So nimmst du eine Bodenprobe im Gemüsebeet.
> - Vor der Düngung 10 bis 15 Einzelproben ziehen, jeweils aus 0 bis 25 cm Tiefe.
> - Die Einzelproben gründlich mischen.
> - Rund 500 g der Mischung zur Untersuchung einsenden.
> - Den verfügbaren Stickstoff gesondert messen lassen, die Standarduntersuchung ersetzt das nicht.

Gut mit Humus versorgte, warme und ausreichend feuchte Gartenböden liefern im Sommer häufig genügend Nährstoffe nach. Chicorée säst du im Hausgarten etwa Mitte Mai, seine Rübe wächst also genau durch diese Zeit. Auf einem humosen Beet, das du feucht hältst, prüfst du deshalb vor jeder zusätzlichen Gabe, ob sie überhaupt nötig ist.

## Welchen pH-Wert braucht Zichorie?

Für die Wegwarte, also die Art Cichorium intybus, sind saure, neutrale und alkalische Böden geeignet. Ein fester Zielwert, auf den du dein Zichorienbeet einstellen müsstest, leitet sich daraus nicht ab. Kalk gibst du deshalb nur nach einer Messung. Bei sandigem Lehmboden mit einem pH-Wert von mindestens 7 ist keine Kalkung erforderlich.

Der pH-Wert spielt auch bei der Fehlersuche eine Rolle. Vermutest du einen Mangel an Spurenelementen, prüfst du neben dem Bodenbefund auch pH-Wert und Bodengefüge. Sind die Gehalte ausreichend, aber schlecht verfügbar, rechtfertigt das keinen weiteren Bodendünger.

## Organisch oder mineralisch: Was ist der Unterschied?

Organische Dünger wirken überwiegend längerfristig. Ihre Nährstoffe werden erst frei, wenn Mikroorganismen sie im Boden umgesetzt haben. Mineralische Dünger liefern meist schnell verfügbare Nährstoffe, lösliche Mineraldünger werden aber auch leichter ausgewaschen. Eine Ausnahme bilden mineralische Depotdünger.

Auch unter den organischen Düngern gibt es Unterschiede. Hornmehl wird im Boden in etwa 6 Wochen umgesetzt. Grobe Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate. Zur Nachdüngung von Chicorée im Zwei- bis Dreiblattstadium passt deshalb Hornmehl: Sein Stickstoff wird in den Wochen danach frei, der aus Hornspänen erst viel später.

Blattdüngung kann einen vorübergehenden Engpass überbrücken. Eine einzelne Anwendung deckt aber gewöhnlich nur einen kleinen Teil dessen, was die Pflanze insgesamt braucht.

Meine Empfehlung für Zichorie im Hausgarten: Grunddüngung mit reifem Kompost, Stickstoff bei Bedarf mit Hornmehl und Mineraldünger nur dann, wenn ein Bodenbefund eine bestimmte Lücke zeigt. Damit behältst du im Blick, wie viel Stickstoff tatsächlich ins Beet kommt.

> **Mythos-Check:** „Organisch ist für Zichorie immer die bessere Wahl.“ So pauschal stimmt das nicht. Auch mit Hornmehl kannst du zu viel Stickstoff geben, und übermäßige Stickstoffgaben können bei Chicorée die Treibqualität verschlechtern. Ist dein Boden bereits reich an Phosphat und Kali, kommen für einen verbleibenden Stickstoffbedarf reine organische wie mineralische Stickstoffdünger infrage.

## Wann düngst du Zichorie?

Die Grunddüngung kommt im Frühjahr oder vor der Aussaat ins Beet. Reifen Kompost arbeitest du dabei leicht in den Boden ein. Als allgemeine Grenze setzt du im Gemüsegarten höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr an und rechnest die vorhandene Bodenversorgung mit ein. Den Stickstoff deckt Kompost damit nicht automatisch ab, ihn beurteilst du gesondert.

Stickstoff gibst du nicht zu spät. Bei Chicorée liegt der Termin für die Nachdüngung im Zwei- bis Dreiblattstadium. Ich plane diesen Düngetermin gleich zusammen mit dem Saattermin ein. Damit du die Termine im Blick behältst, kannst du dir den [Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse](/tools/druck/aussaatkalender/salate-blattgemuese/) ausdrucken.

> **Häufiger Fehler:** Kurz vor der Ernte noch einmal Stickstoff nachlegen. Eine zu späte Stickstoffgabe kann Nitrat anreichern, weil die Pflanze den aufgenommenen Stickstoff nicht mehr für ihr Wachstum verwertet.

## So düngst du je Zichorienart

### Chicorée: Die Rübe zählt

Chicorée wächst in zwei Phasen. Zuerst entsteht im Freiland die Rübe, danach treibt sie im Dunkeln die Sprosse, die in die Küche kommen. Die Düngung gilt der Rübe im Beet.

> **Zahl im Blick:** Chicorée bekommt im Frühjahr oder vor der Aussaat 3 l gut verrotteten Kompost je m². Im Zwei- bis Dreiblattstadium folgen 50 g Hornmehl je m². Höhere Stickstoffgaben vermeidest du, weil sie die spätere Treibqualität verschlechtern können.

Neben dem Dünger zählt das Wasser. Chicorée verträgt weder anhaltende Nässe noch Trockenheit, denn Wassermangel beeinträchtigt die Rübenbildung. Nach 18 bis 20 Wochen Wachstum rodest du die Rüben für die Treiberei. Wann du säst, rodest und treibst, steht im [Zichorien-Anbaukalender mit Saat- und Ernteterminen](/gemuese/salate-blattgemuese/zichorie-anbaukalender-fuer-erfolgreiche-ernte/).

> **Marias Erfahrung:** Ich schreibe mir das Aussaatdatum aufs Beetschild. Das Hornmehl streue ich erst, wenn die Pflänzchen zwei bis drei Blätter haben, und dabei bleibt es.

### Radicchio: Bitterstoffe nicht zusätzlich verstärken

Radicchio braucht je Kultursatz 14 g Stickstoff je m², bevor du abziehst, was der Boden liefert. Dieses Angebot ermittelst du über Bodenproben und eine Nährstoffbilanz. Phosphor ist besonders im ersten Wachstumsmonat für die Wurzelentwicklung wichtig. Kalium braucht Radicchio vor allem in den letzten Kulturwochen, es unterstützt die Farbentwicklung.

Übermäßige Stickstoffversorgung kann bei Radicchio starkes Wachstum, Schossen und eine verstärkte Bitterstoffbildung fördern. Der Bitterstoff Intybin, besonders in den weißen Blattrippen, gehört zwar zum typischen herb-bitteren Geschmack. Zu viel Stickstoff kann den Radicchio aber bitterer machen, als du ihn haben willst.

### Zuckerhut: rechnen wie beim Radicchio

Für Zuckerhut liegt der Stickstoffbedarf im Hausgarten bei 16 g je m², ebenfalls vor Anrechnung des Bodenvorrats. Du ziehst also ab, was Boden und Vorkultur liefern, und ergänzt nur den Rest. Wasser braucht Zuckerhut vor allem für ein zügiges Jugendwachstum nach der Aussaat und während der Kopfbildung.

### Blattzichorie als dauerhafter Salatbestand

Nutzt du Blattzichorie als dauerhaften Salatbestand, ist zusätzliche Düngung in der Regel nicht nötig. Das gilt für diese Gartenkultur und ist kein Grund, bei einem nachgewiesenen Nährstoffmangel auf Dünger zu verzichten.

### Endivie: ein Beispiel für mineralische Düngung

Die verwandte Endivie hat einen mittleren Stickstoffbedarf. Hat das Beet schon für die Vorkultur reifen Kompost bekommen, braucht sie keine zusätzliche Düngung. Fehlt trotzdem Stickstoff, kannst du bei Endivie auch mineralisch düngen.

> **Zahl im Blick:** Auf phosphat- und kalireichen Böden, die jährlich 3 l Kompost je m² bekommen, gelten für Endivien höchstens 50 g Ammonsulfatsalpeter mit 26 % N je m² als Orientierung. Auf leichten Böden gibst du je die Hälfte bei Saat oder Pflanzung und drei Wochen später. Was der Boden an Stickstoff nachliefert, verringert diese Menge.

Diese Mengen gelten für Endivie. Auf Chicorée, Radicchio oder Zuckerhut überträgst du sie nicht.

## Zu wenig oder zu viel: Woran erkennst du es?

Insgesamt aufgehellte ältere Blätter können auf Stickstoffmangel hindeuten, gelbe junge Blätter mit grünen Adern eher auf Eisenmangel. Zu viel Stickstoff kann bei Blattgemüse den Nitratgehalt erhöhen und die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge steigern. Wie sich Mangel und Überschuss bei Salaten allgemein zeigen, erklärt der [Abschnitt Düngen im Ratgeber für Salate und Blattgemüse](/gemuese/salate-blattgemuese/).

Schießt Radicchio, kann zu viel Stickstoff dahinterstecken. Ebenso infrage kommt ein Kältereiz, denn unter 16 °C droht jungen Radicchiopflanzen Schossgefahr. Auch Chicorée kann schon im ersten Jahr Blüten bilden, wenn kühle Temperaturen mit mehr als 14 Stunden Tageslänge zusammentreffen. Ich ändere deshalb nicht sofort die Düngung, sondern prüfe zuerst Bodenbefund, Temperaturen und Aussaattermin.

## Boden, Fruchtfolge und Mischkultur kurz gefasst

Chicorée und Zuckerhut brauchen einen tiefgründigen, humosen Boden, Treibchicorée zudem steinfrei und ohne Verdichtungen. Grobe Stroh- und Holzreste eines Mulchs räumst du vor der Bodenbearbeitung ab, weil sie beim Einarbeiten Stickstoff für ihren Abbau binden. Mehr zu Bodenart und Standort steht im Abschnitt Standort und Boden des Ratgebers für Salate und Blattgemüse.

Zichorien stehen nur alle 3 bis 4 Jahre auf demselben Beet, und Chicorée, Radicchio und die verwandte Endivie zählen dabei gemeinsam. Wie du Fruchtfolge und Nachbarn im Mischbeet planst, erklärt der Ratgeber, [welche Partnerpflanzen zu Zichorie in der Mischkultur passen](/gemuese/salate-blattgemuese/zichorie-in-der-mischkultur-ideale-partnerpflanzen/).

> **Passt dazu:** Ziehst du auch Mangold, findest du Mengen und Termine im Ratgeber, [wie du Stiel- und Schnittmangold über die Saison düngst](/gemuese/salate-blattgemuese/mangold-richtig-duengen-naehrstoffe-optimal-dosieren/).

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