# Kirschtomaten vermehren: sortenrein zum eigenen Saatgut

> Warum sich Kirschtomaten trotz Selbstbestäubung kreuzen können, wie du Sorten getrennt hältst, Blüten abbindest, Mutterpflanzen für eine reiche Ernte auswählst und samenfeste Sorten erkennst.

- **URL:** https://samen.de/gemuese/tomaten/kirschtomaten-vermehren-tipps-fuer-reiche-ernte/
- **Bereich:** Gemüse › Tomaten
- **Zuletzt geprüft:** 02. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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## Kirschtomaten vermehren: sortenrein zur nächsten Ernte

Kirschtomaten sind dankbare Kandidaten für eigenes Saatgut, denn sie tragen reich, reifen über Monate und liefern in jeder Frucht genug Samen für die nächste Saison. Der Haken sitzt in der Blüte: Tomaten bestäuben sich zwar meist selbst, aber nicht immer – und wer mehrere Sorten im Garten hat, kann in der nächsten Saison eine Überraschung ernten. Darum geht es hier: wie du Kirschtomaten sortenrein vermehrst, welche Mutterpflanzen du auswählst und welche Sorten sich überhaupt eignen.

Das eigentliche Gewinnen der Samen – Gären, Waschen, Trocknen – beschreibt Schritt für Schritt der [Ratgeber zum Saatgut von Cocktailtomaten](/gemuese/tomaten/eigenes-saatgut-von-cocktailtomaten-gewinnen/); hier bleibt es bei der Kurzfassung. Ich vermehre dieselbe Kirschtomate schon lange weiter und habe dabei gelernt, dass die Sortenreinheit die eigentliche Arbeit ist, nicht das Glas mit dem Fruchtfleisch.

## Samenfeste Kirschtomaten: worauf du beim Kauf achtest

Vermehren lassen sich nur samenfeste Sorten; F1-Hybriden spalten in der nächsten Generation auf. Auf der Tüte steht das Entscheidende: samenfest oder open pollinated ja, F1 nein. Bewährte samenfeste Kirschtomaten sind zum Beispiel 'Black Cherry' und 'Gardener's Delight'; 'Sungold' dagegen ist eine F1-Sorte, die du jedes Jahr neu kaufst. Welche Sorten es sonst gibt, wie Wuchstyp und Fruchtgröße zusammenhängen und was Kirsch- von Cocktailtomaten unterscheidet, steht im [Tomaten-Ratgeber im Abschnitt zu den Sorten](/gemuese/tomaten/).

## Selbstbestäuber mit Ausnahmen: warum Kirschtomaten sich kreuzen können

Die Tomatenblüte ist so gebaut, dass Staubbeutel und Narbe eng beieinanderliegen; meist landet der eigene Pollen auf der eigenen Narbe, bevor ein Insekt überhaupt vorbeischaut. Trotzdem passiert Fremdbestäubung: Hummeln rütteln an den Blüten, um Pollen zu lösen, und tragen dabei Pollen von Sorte zu Sorte. Bei manchen kleinfrüchtigen und alten Sorten ragt die Narbe zudem etwas weiter aus der Blüte, was die Chance auf Fremdpollen erhöht. Das Ergebnis siehst du nicht an der Frucht dieses Jahres – die schmeckt wie immer –, sondern erst an den Nachkommen in der nächsten Saison.

> **Kurz erklärt:** Selbstbestäubung heißt, Pollen und Narbe stammen aus derselben Blüte – die Nachkommen bleiben sortenecht. Fremdbestäubung heißt, Pollen einer anderen Sorte landet auf der Narbe – die Frucht sieht normal aus, aber die Samen darin tragen eine Kreuzung. Sortenrein wird Saatgut also durch das, was vor dem Fruchtansatz passiert.

## Sortenrein halten: Abstand, Abbinden, eine Sorte je Beet

Für den Hausgarten gibt es drei Werkzeuge:

- **Abstand:** Sorten so weit auseinander pflanzen, wie der Garten hergibt, mit höheren Kulturen dazwischen. Auf kleinen Flächen reicht das allein selten.
- **Abbinden:** Einzelne, noch geschlossene Blütenrispen mit einem Vlies- oder Organzabeutel verschließen. Die Blüten bestäuben sich im Beutel selbst; sobald kleine Früchte angesetzt sind, kommt der Beutel ab und die Rispe bekommt ein farbiges Band. Nur diese Früchte liefern das Saatgut. Das ist im kleinen Garten der sicherste Weg.
- **Trennung:** Je Beet oder Gewächshaus nur eine Sorte, oder Sorten so versetzt anbauen, dass sie nicht gleichzeitig blühen.

Für das Abbinden brauchst du keine Spezialausrüstung – kleine Vliesbeutel, wie sie für Obst oder als Geschenkverpackung verkauft werden, und etwas Bindfaden. Ich binde je Mutterpflanze ein paar Rispen ab; das gibt mehr Saatgut, als ich je aussäe.

## Handbestäubung: wann sie sich lohnt

Für sortenreines Saatgut ist Handbestäubung nicht nötig, weil die Blüte im Beutel sich selbst bestäubt. Nützlich wird sie im geschlossenen Gewächshaus, wo Wind und Hummeln fehlen: Ein weicher Pinsel oder ein sanftes Schütteln der Pflanze an sonnigen Vormittagen löst den Pollen. Und sie ist das Werkzeug, wenn du bewusst zwei Sorten kreuzen willst – dann wird aus dem Vermehren ein Züchten, mit Auslese über mehrere Generationen, bis etwas Stabiles entsteht.

> **Marias Erfahrung:** Meine erste Kreuzung war unfreiwillig – eine gelbe Kirschtomate stand zu nah an einer roten, und im Folgejahr trugen die Nachkommen der gelben Sorte plötzlich rote Früchte. Hübsch, aber nicht mehr die Sorte. Seitdem bekommen die Saatgut-Rispen ihren Beutel, bevor sich die erste Blüte öffnet.

## Mutterpflanzen auswählen: Auslese für eine reiche Ernte

Reiche Ernte beginnt mit der Wahl der Mutterpflanzen. Beobachte über die Saison und markiere die Pflanzen, die gesund bleiben, sortentypische Früchte tragen, früh dran sind und bis in den Herbst durchtragen; Kirschtomaten werden je nach Sorte von Juli bis Oktober reif, da ist Zeit genug für den Vergleich. Ich markiere im Juli, wenn die ersten Rispen reifen, und korrigiere die Auswahl im August noch einmal. Von diesen Pflanzen – und nur von diesen – nimmst du die abgebundenen Früchte, und zwar von mehreren Mutterpflanzen derselben Sorte, damit die Sorte genetisch breit bleibt und sich über die Jahre nicht auf eine einzige Linie verengt.

Diese Auslese begünstigt mit der Zeit Pflanzen, die mit deinem Boden und deinem Kleinklima zurechtkommen. Ein Versprechen auf mehr Ertrag ist das nicht: Wetter, Pflege und Standort entscheiden jedes Jahr mit. Aber die Richtung stimmt, und kranke oder schwächliche Pflanzen fallen zuverlässig aus dem Saatgut heraus.

> **Tipp:** Zwei Farben Wollfaden reichen für die ganze Buchführung: eine Farbe für die Mutterpflanze am Stab, eine für die abgebundene Rispe. So findest du im September ohne Zettel die richtigen Früchte.

## Samen gewinnen, trocknen, lagern – in Kürze

Die abgebundenen, vollreifen Früchte aufschneiden oder ausdrücken, Fruchtfleisch und Samen mit etwas Wasser bei Zimmertemperatur gären lassen, bis sich eine Kahmhaut bildet und die Samen absinken; dann waschen, bis nichts mehr glitscht, auf einem Kaffeefilter trocknen, bis die Samen beim Biegen brechen, und kühl, trocken und dunkel in beschrifteten Tütchen lagern. Bei Kirschtomaten nimmst du wegen der kleinen Früchte ein paar mehr und passt beim Abgießen auf die winzigen Samen auf. Alles Weitere – Fehlerhilfe, Keimprobe, Lagerdauer – steht im Cocktailtomaten-Ratgeber.

Rechtlich gilt: Für den eigenen Garten darfst du samenfeste Sorten nachbauen; bei sortengeschützten Sorten ist die Weitergabe in der Regel eingeschränkt, und ein Verkauf braucht eine Zulassung. Beim privaten Tausch bleibst du bei alten, samenfesten Sorten und nennst die Sorte korrekt.

## Aussaat aus eigenem Saatgut

Ohne Pflanzenlampe nicht vor Mitte März, das Fenster reicht bis Anfang April. Säe 0,5 bis 1 cm tief in Anzuchterde, bedecke die Samen leicht und halte sie feucht – bei 20 bis 25 °C keimen sie in sieben bis vierzehn Tagen. Nach den ersten echten Blättern wird pikiert, ein bis zwei Wochen vor dem Auspflanzen abgehärtet, und nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die Pflanzen ins Freie. Zeitpunkt und Methode im Detail erklärt der [Ratgeber zur Aussaat von Kirschtomaten](/gemuese/tomaten/aussaat-von-kirschtomaten-der-perfekte-zeitpunkt-und-die-richtige-methode/), den kompletten Weg von der Aussaat bis zur Ernte der [Anbau-Ratgeber für Kirschtomaten](/gemuese/tomaten/kirschtomaten-erfolgreich-anbauen-von-der-aussaat-bis-zur-ernte/).

## Fazit: die Sortenreinheit ist die Arbeit

Kirschtomaten vermehren heißt vor allem: vor der Blüte handeln. Sorten trennen oder Rispen abbinden, Mutterpflanzen markieren, Saatgut von mehreren gesunden Pflanzen mischen – der Rest ist ein Glas mit Fruchtfleisch und etwas Geduld. Ich mache das jedes Jahr mit einer Handvoll Rispen, und die Sorte schmeckt im nächsten Sommer wieder genau so, wie sie soll.

## Häufige Fragen

### Warum können sich Kirschtomaten kreuzen, obwohl Tomaten Selbstbestäuber sind?

Die Tomatenblüte bestäubt sich in der Regel selbst, weil Staubbeutel und Narbe eng beieinander in der Blüte sitzen. Ganz dicht ist das System aber nicht: Hummeln und andere Insekten besuchen die Blüten und können Pollen von einer Sorte zur anderen tragen, und bei manchen kleinfrüchtigen und alten Sorten ragt die Narbe etwas weiter aus der Blüte heraus, was Fremdbestäubung wahrscheinlicher macht. Für den Salatteller ist das egal, für sortenreines Saatgut nicht – deshalb lohnt sich bei mehreren Sorten im Garten etwas Vorsicht.

### Wie halte ich mehrere Kirschtomatensorten sortenrein?

Drei Wege, die sich kombinieren lassen. Erstens Abstand: Sorten so weit auseinander pflanzen, wie der Garten hergibt, gern mit höheren Kulturen dazwischen. Zweitens Abbinden: einzelne Blütenrispen vor dem Öffnen mit einem Vliesbeutel verschließen, nach dem Fruchtansatz freigeben und die Rispe markieren; nur aus diesen Früchten kommt das Saatgut. Drittens Trennung: je Beet oder Gewächshaus nur eine Sorte, oder Sorten zeitlich versetzt anbauen, sodass sie nicht gleichzeitig blühen. Im kleinen Garten ist Abbinden der sicherste Weg.

### Wie binde ich Tomatenblüten ab?

Nimm eine noch geschlossene Blütenrispe und streife einen kleinen Beutel aus feinem Vlies oder Organza darüber; unten locker zubinden, ohne den Stiel zu quetschen. Die Blüten bestäuben sich im Beutel selbst – ein leichtes Schütteln der Pflanze an sonnigen Tagen hilft dabei. Sobald sich kleine Früchte zeigen, kommt der Beutel ab, und die Rispe bekommt ein Band. Nur diese markierten Früchte wandern später in den Gäransatz. Im Gewächshaus geht auch eine Papiertüte, im Freiland muss das Material Regen aushalten.

### Wann lohnt sich Handbestäubung bei Kirschtomaten?

Für sortenreines Saatgut brauchst du sie nicht – die Blüte bestäubt sich im Vliesbeutel selbst. Handbestäubung mit einem weichen Pinsel hilft im geschlossenen Gewächshaus, wo Wind und Insekten fehlen, den Fruchtansatz zu sichern, und sie ist das Werkzeug, wenn du bewusst zwei Sorten kreuzen willst. Das ist dann Züchtung: Die Nachkommen spalten auf, und es braucht Auslese über mehrere Generationen, bis etwas Stabiles entsteht. Wer nur seine Sorte erhalten will, bleibt beim Abbinden.

### Welche Kirschtomatensorten sind samenfest?

Entscheidend ist die Kennzeichnung auf der Saatguttüte: samenfest oder open pollinated ja, F1 oder Hybride nein. Viele alte und bewährte Kirschtomaten sind samenfest, zum Beispiel die Klassiker 'Black Cherry' und 'Gardener's Delight'; eine bekannte F1-Sorte wie 'Sungold' lässt sich dagegen nicht sortenecht nachbauen. Welche Sorte zu deinem Garten passt, klärt der Sortenabschnitt im Tomaten-Ratgeber – im Zweifel fragst du beim Saatguthändler nach, ob die Sorte samenfest ist.

### Wie wähle ich Mutterpflanzen aus, damit die nächste Ernte reich wird?

Beobachte über die Saison, welche Pflanzen gesund bleiben, sortentypische Früchte tragen, früh dran sind und bis zum Herbst durchtragen – und markiere sie. Von diesen Pflanzen nimmst du die Früchte für das Saatgut, und zwar von mehreren Pflanzen derselben Sorte, damit die Sorte breit bleibt. Über die Jahre begünstigt diese Auslese Pflanzen, die mit deinem Standort zurechtkommen; eine Garantie auf mehr Ertrag ist das nicht, denn Wetter, Boden und Pflege entscheiden mit. Schwächliche oder kranke Pflanzen bleiben außen vor.

### Kann ich Saatgut von F1-Kirschtomaten nehmen?

Keimen werden die Samen meist – aber die Nachkommen zeigen nicht mehr die Sorte, die du gekauft hast. F1-Hybriden entstehen aus zwei Elternlinien; in der nächsten Generation spalten die Eigenschaften auf, von Fruchtgröße über Farbe bis Geschmack und Wuchs. Als Experiment kann das Spaß machen, für die zuverlässige Wiederholung deiner Lieblingssorte taugt es nicht. Dafür brauchst du eine samenfeste Sorte.

### Wie gewinne ich die Samen aus Kirschtomaten – kurz gefasst?

Vollreife, markierte Früchte aufschneiden oder ausdrücken, Fruchtfleisch und Samen mit etwas Wasser in ein Glas geben und bei Zimmertemperatur gären lassen, bis sich eine Kahmhaut bildet und die Samen absinken. Dann waschen, bis nichts mehr glitscht, auf einem Kaffeefilter trocknen, bis die Samen beim Biegen brechen, und kühl, trocken und dunkel in beschrifteten Tütchen lagern. Das Verfahren ist bei allen kleinfrüchtigen Tomaten gleich; ausführlich mit Fehlerhilfe steht es im Ratgeber zum Saatgut von Cocktailtomaten.

### Wann säe ich Kirschtomaten aus eigenem Saatgut aus?

Ohne Pflanzenlampe nicht vor Mitte März; das Fenster reicht bis Anfang April. Säe 0,5 bis 1 cm tief in Anzuchterde, bedecke die Samen leicht und halte sie feucht – bei 20 bis 25 °C keimen sie in sieben bis vierzehn Tagen. Nach den ersten echten Blättern pikieren, ein bis zwei Wochen vor dem Auspflanzen abhärten, nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Vor der Aussaat älterer Chargen lohnt eine Keimprobe.

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