# Rettiche natürlich vor Kohlfliege, Erdfloh und Schnecken schützen

> So schützt du Rettiche mit natürlichen Mitteln: Netz direkt nach der Saat, Nützlinge fördern, Befall früh erkennen und Hausmittel nüchtern einordnen.

- **URL:** https://samen.de/gemuese/wurzelgemuese/natuerliche-abwehrstrategien-fuer-gesunde-rettiche/
- **Bereich:** Gemüse › Wurzel- & Knollengemüse
- **Zuletzt geprüft:** 25. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Beim Rettich fressen die Maden der Kleinen Kohlfliege genau das Stück, das du ernten willst. Oft siehst du die Gänge erst, wenn du die Rübe aus der Erde ziehst. Deshalb beginnt mein Schutz schon am Saattag: Ich lege das Kulturschutznetz direkt nach der Saat auf und schließe die Ränder am Boden. Danach kommen ein prüfender Blick unter die Blätter, Blüten für Nützlinge und ein Beet, auf dem zuletzt keine Kreuzblütler standen.

## Welche Schädlinge gehen an Rettiche?

Rettich gehört wie Kohl und Radieschen zu den Kreuzblütlern und teilt viele Schädlinge mit ihnen. In meinem Beet unterscheide ich vier Gruppen, die sich am Schadbild gut auseinanderhalten lassen.

| Schädling | Mögliche Hinweise | Was ich tue |
|---|---|---|
| Kleine Kohlfliege | welkende Blätter, Kümmerwuchs, Fraßgänge in der Wurzel | Netz direkt nach der Saat, verdächtige Rettiche ziehen und aufschneiden |
| Erdflöhe | kleine Löcher im jungen Laub, Käfer von etwa 1,5 bis 3 mm, die wegspringen | Netz mit 0,8 mm Maschenweite, Ränder dicht am Boden |
| Nacktschnecken | Fraß am Laub, Schleimspuren | in der Dämmerung absammeln |
| Blattläuse | Läuse an Blättern und jungen Trieben | Nützlinge fördern, erst beobachten |

## Kleine Kohlfliege: Was ist im Rettichbeet anders?

Beim Rettich achte ich zuerst auf die Kleine Kohlfliege, weil ihre Maden das Erntegut selbst angreifen. Die Fliege legt ihre Eier in Bodennähe an die Pflanzen. Die Maden bohren sich in die Wurzel und hinterlassen Fraßgänge, die die Rübe anfällig für Fäulnis machen. Wie der Kreislauf der Fliegen im Wurzelbeet abläuft und welcher Grundschutz für alle Arten gilt, steht im [Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen im Ratgeber für Wurzel- und Knollengemüse](/gemuese/wurzelgemuese/).

Im Rettichbeet kommt die lange Standzeit dazu. Weil ein Rettich deutlich länger bis zur Ernte braucht als ein Sommerradieschen, muss das Netz bei ihm entsprechend länger dicht bleiben. Winterrettich säst du im Sommer, und er steht bis in den Herbst im Beet.

> **Zahl im Blick:** Sommerradieschen sind etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat erntereif. Beim Rettich 'Rex' liegt die Ernte ungefähr 9 bis 10 Wochen nach der Aussaat. Winterrettich wird von Mitte Juni bis Mitte August gesät.

Welkende Blätter oder Pflanzen, die im Wachstum stecken bleiben, können auf Maden an der Wurzel hindeuten. Ich ziehe dann einen verdächtigen Rettich und schneide ihn der Länge nach auf. Finde ich Gänge mit Maden darin, spricht das für die Kohlfliege. Einzelne angefressene Rettiche ernte ich früher und schneide die Gänge großzügig heraus.

> **Häufiger Fehler:** Das Netz erst auflegen, wenn die ersten Blätter welken. Welke kann dann schon auf Maden in der Wurzel hindeuten, und für diese Pflanzen kommt der Schutz zu spät.

## Wie legst du das Kulturschutznetz richtig auf?

Das Netz trennt Fliegen und Käfer mechanisch von der Pflanze, deshalb ist es im Rettichbeet meine erste Maßnahme. Ich lege es direkt nach der Saat auf, noch bevor die Keimlinge durch die Erde kommen. Die Ränder schließe ich rundum dicht am Boden ab und beschwere sie mit Erde oder Steinen. Nach oben lasse ich so viel Spiel, dass das Laub wachsen kann, ohne gegen das Gewebe zu drücken.

Gegen Erdflöhe wird eine Maschenweite von 0,8 mm empfohlen, und das Netz muss dicht am Boden abschließen. Erdflöhe sind winzig und springen, deshalb entscheidet der Rand genauso viel wie die Masche: Eine Lücke am Boden reicht ihnen als Eingang.

Beim Jäten öffne ich das Netz nur kurz und lege es gleich wieder dicht an. Unter dem Netz können sich trotzdem Tiere halten, etwa wenn sie schon vorher im Beet waren. Ein Blick unter die Blätter gehört deshalb dazu, auch wenn das Netz liegt.

Wann welche Rettichsaat an der Reihe ist, zeigt dir der [Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/wurzelgemuese/). Ich lege das Netz schon am Saattag neben das Beet.

> **Mini-Checkliste:**
> - Netz direkt nach der Saat auflegen
> - Ränder rundum dicht am Boden schließen und beschweren
> - nach oben Luft für das Laub lassen
> - beim Jäten nur kurz öffnen und gleich wieder schließen
> - Risse und Löcher sofort flicken

## Erdflöhe: Woher kommen die Löcher im jungen Laub?

Erdflöhe sind Käfer von etwa 1,5 bis 3 mm, die bei Störung mit ihren Sprungbeinen weite Sätze machen. Sie fressen kleine Löcher in die Blätter, an Keimlingen fällt das besonders auf. Bei warmem, trockenem Wetter hebe ich gezielt die jungen Blätter an und schaue nach. Das feine Netz ist hier meine Hauptmaßnahme, solange es wirklich dicht am Boden anliegt.

Radieschen haben dieselben Käfer im Beet, sind aber viel schneller erntereif. Für sie gibt es einen eigenen Beitrag, [wie du Radieschen natürlich vor Schädlingen schützt](/gemuese/wurzelgemuese/radieschen-schuetzen-natuerliche-abwehr-gegen-schaedlinge/).

## Was hilft gegen Schnecken und Blattläuse?

### Nacktschnecken

Nacktschnecken fressen am Laub und können junge Rettiche in feuchten Phasen stark zurückwerfen. Ich sammle sie in der Dämmerung und früh am Morgen ab, wenn sie unterwegs sind. Tagsüber verstecken sie sich gern unter Brettern oder Blättern am Beetrand, dort schaue ich gezielt nach.

> **Mythos-Check:** Kaffeesatz wird nachgesagt, Schnecken vom Beet fernzuhalten, weil sie die bittere, krümelige Schicht meiden sollen. Verlassen würde ich mich darauf nicht, ich sammle trotzdem ab.

### Blattläuse

Blattläuse saugen an Blättern und jungen Trieben. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können einem Befall entgegenwirken. Bei den ersten Läusen schaue ich deshalb zuerst, ob schon Larven dieser Helfer dazwischen sitzen. Erst wenn davon nichts zu sehen ist und die Kolonien wachsen, greife ich ein, etwa indem ich stark befallene Blätter abnehme.

## Wie holst du Nützlinge ins Rettichbeet?

Blühende Korb- und Doldenblütler fördern Schwebfliegen, und deren Larven gehören zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse. Blüten am Beetrand holen also die Schwebfliegen in die Nähe, deren Larven dann auch an deinen Rettichen als Gegenspieler der Läuse auftreten können. Ich lasse deshalb neben dem Rettichbeet einen schmalen Streifen blühen. Breit wirkende Spritzungen vermeide ich, weil sie die Helfer mit treffen können.

> **Marias Erfahrung:** Den Blühstreifen neben dem Rettichbeet mähe ich erst spät. Bevor ich irgendetwas gegen Läuse unternehme, suche ich dort und an den Rettichblättern nach Marienkäfern, Florfliegen und Schwebfliegen.

## Was taugen Hausmittel wie Jauche und Schmierseife?

Hausmittel ordne ich vorsichtig ein: Vieles wird ihnen nachgesagt, verlassen würde ich mich auf keines davon. Brennnesseljauche soll Pflanzen widerstandsfähiger machen und Schädlinge vertreiben. Vor allem liefert sie aber Nährstoffe. Für Pflanzenjauche gibt es keine allgemeingültige Ausbringmenge, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat des Bodens entscheiden. Rettich wird nur gedüngt, wenn eine Bodenuntersuchung Bedarf zeigt. Wer Jauche also zur Abwehr über ein ausreichend versorgtes Rettichbeet gießt, düngt eine Kultur, die gerade keinen Dünger braucht.

Schmierseife und Rapsöl gelten als Hausmittel gegen Blattläuse, weil sie die Tiere benetzen sollen. Eine solche Brühe unterscheidet aber nicht zwischen Laus und Nützling und kann die Helfer mit treffen.

> **Achtung:** Chemischer Pflanzenschutz ist im Rettichbeet nur das letzte Mittel. Wenn überhaupt, dann nur mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten, genau nach Gebrauchsanweisung und mit Schutzkleidung. Halte die Wartezeit bis zur Ernte ein, zumal Rettich auch roh als Salat gegessen wird, und entsorge Reste vorschriftsgemäß. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.

## Wie beugst du über Boden, Wasser und Fruchtfolge vor?

Die Grundlagen dazu stehen im Ratgeber für Wurzel- und Knollengemüse in den Abschnitten zu Standort und Boden, zum Gießen sowie zu Fruchtfolge und Mischkultur. Hier geht es nur um das, was für die Abwehr im Rettichbeet zählt.

### Boden: durchlässig statt staunass

Rettich mag Erde, die Feuchtigkeit speichert und trotzdem gut durchlässig ist, stark saure Böden meidest du. Verdichtete und staunasse Stellen lasse ich für Kreuzblütler aus, weil hohe Bodentemperaturen zusammen mit hoher Bodenfeuchte die Kohlhernie begünstigen. Wie du das Beet vorbereitest, zeigt die [Anleitung für den Rettichanbau von der Bodenvorbereitung bis zur Lagerung](/gemuese/wurzelgemuese/schritt-fuer-schritt-anleitung-fuer-den-rettich-anbau/).

### Gießen: gleichmäßig feucht

Rettich braucht gleichmäßig feuchte Erde, deshalb prüfe ich die Feuchte mit dem Finger auch unter der Oberfläche. Wie oft und wie viel du gießt, erklärt der Beitrag, [wie du Rettiche gleichmäßig gießt und pflegst](/gemuese/wurzelgemuese/rettich-optimal-bewaessern-und-pflegen/).

### Fruchtfolge: Abstand zu anderen Kreuzblütlern

Rettich gehört mit Kohl, Radieschen und Steckrübe zu den Kreuzblütlern. Zur Kohlhernie-Vorbeugung steht er nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Fläche, und Senf, Ölrettich oder Raps plane ich dort nicht als Gründüngung ein. Die Jahre behältst du am einfachsten [mit dem Beetplaner für deine Fruchtfolge](/tools/beetplaner/) im Blick, und [welche Nachbarn zum Rettich passen](/tools/mischkultur/), zeigt die Mischkultur-Übersicht.

## Worauf achtest du beim Kontrollgang?

Beim Kontrollgang hebe ich einzelne Blätter an und schaue auf Blattunterseiten, Wurzelhals und den Boden rund um die Pflanze. Diese Hinweise nehme ich ernst, ohne gleich eine Diagnose festzulegen:

- Kleine Löcher im jungen Laub können auf Erdflöhe hindeuten.
- Welke Blätter und Kümmerwuchs können auf Maden an der Wurzel hindeuten.
- Fraß am Laub und Schleimspuren sprechen für Schnecken.
- Läuse an Blättern und Trieben: erst nach Nützlingen schauen.
- Faule Stellen an der Rübe: einen Rettich ziehen und aufschneiden.

Nicht jedes Problem hat einen Schädling als Ursache. Bei Rettich kann Kälte die Blütenbildung auslösen, und Langtag kann die weitere Blütenentwicklung beschleunigen. Was sonst hinter geplatzten Rüben oder Schossern stecken kann, ordnet der [Überblick über typische Probleme beim Rettichanbau und ihre Lösungen](/gemuese/wurzelgemuese/rettichanbau-herausforderungen-erfolgreich-meistern/) ein.

> **Jetzt dran:** Steht dein Winterrettich noch unter dem Netz, prüfe nach Wind und Regen, ob die Ränder noch dicht am Boden liegen.

## Häufige Fragen

### Welche Schädlinge befallen Rettiche im Hausgarten?

Im Rettichbeet können dir die Kleine Kohlfliege, Erdflöhe, Nacktschnecken und Blattläuse begegnen. Die Maden der Kohlfliege hinterlassen Gänge in der Wurzel, Erdflöhe löchern das junge Laub. Schnecken fressen an den Blättern, Blattläuse saugen daran. Wie stark der Befall ausfällt, hängt von Witterung, Standort und Pflege ab.

### Wie erkenne ich einen Befall mit der Kleinen Kohlfliege?

Welkende Blätter und Pflanzen, die im Wachstum stecken bleiben, können auf Maden an der Wurzel hindeuten. Klarheit bringt erst ein Blick in die Rübe: Zieh einen verdächtigen Rettich und schneide ihn auf. Finden sich Fraßgänge mit Maden, spricht das für die Kohlfliege, und die Rübe wird anfällig für Fäulnis.

### Welche Rolle spielen Kulturschutznetze beim Schutz von Rettichen?

Das Netz trennt Fliegen und Käfer mechanisch von der Pflanze und ist deshalb meine erste Maßnahme im Rettichbeet. Leg es direkt nach der Saat auf und schließe die Ränder rundum dicht am Boden ab. Gegen Erdflöhe wird eine Maschenweite von 0,8 mm empfohlen. Eine Garantie ist auch das Netz nicht, ein Blick unter die Blätter gehört weiter dazu.

### Was unterscheidet Erdflöhe von anderen Rettichschädlingen?

Erdflöhe sind Käfer von etwa 1,5 bis 3 mm, die bei Störung weit springen. Sie fressen kleine Löcher in die Blätter, während die Kohlfliege unter der Erde an der Wurzel schadet. Gegen Erdflöhe setze ich deshalb auf ein feines Netz, das früh aufliegt und am Boden keine Lücke lässt.

### Welche natürlichen Feinde helfen gegen Rettichschädlinge?

Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können einem Blattlausbefall entgegenwirken. Schwebfliegen förderst du mit blühenden Korb- und Doldenblütlern, denn ihre Larven gehören zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse. Bei Kohlfliege und Erdflöhen bleibt das Netz trotzdem meine erste Maßnahme.

### Worin unterscheidet sich der Schädlingsschutz bei Rettichen von dem bei anderen Kreuzblütlern?

Beim Rettich ist die Wurzel das Erntegut, deshalb trifft der Fraß der Kohlfliegenmaden direkt das, was du essen willst. Außerdem steht ein Rettich deutlich länger im Beet als ein Sommerradieschen, sodass das Netz länger dicht bleiben muss. In der Fruchtfolge zählt er mit Kohl, Radieschen und Steckrübe zu den Kreuzblütlern.

### Sind chemische Pflanzenschutzmittel bei Rettichen wirklich notwendig?

Im Hausgarten setze ich zuerst auf Netz, Kontrolle, Fruchtfolge und Nützlinge. Chemie kommt nur als letztes Mittel infrage, dann nur mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten, nach Gebrauchsanweisung und mit Schutzkleidung. Halte die Wartezeit bis zur Ernte ein und entsorge Reste vorschriftsgemäß. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.

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