# Boretsch anbauen: Direktsaat, Pflege und Blütenernte im Beet

> Boretsch säst du direkt ins Beet und erntest von Mai bis Oktober junge Blätter und blaue Blüten. So gelingen dir Aussaat, Pflege, Mischkultur und Ernte.

- **URL:** https://samen.de/kraeuter/boretsch/boretsch-anbauen/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 06. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Boretsch macht dir den Anbau leicht: einmal direkt ins Beet gesät, wächst er zu einer 60 bis 90 cm hohen Pflanze heran und liefert von Mai bis Oktober junge Blätter mit Gurkenaroma und blaue Sternblüten. Was schiefgeht, geht meist am Anfang schief – zu tief gesät, zu eng gestellt, zu fett gedüngt – oder am Ende, wenn er sich überall selbst aussät. Ich säe Boretsch direkt ins Beet und ziehe dafür eine flache Rille, in die ich die Samen einzeln lege. Hier steht, wie du vom Samen bis zur Blütenernte vorgehst.

## Was Boretsch ist und wohin er im Kräuterbeet gehört

Boretsch (Borago officinalis) ist ein einjähriges Raublattgewächs: Stängel und Blätter sind rau behaart, die Blüten sternförmig und meist leuchtend blau. Als Einjähriger läuft er in einer Saison von der Aussaat bis zur Samenreife und wird jedes Jahr neu gesät – oder sät sich selbst aus. Im Beet gehört er nicht zu den trocken stehenden Mediterranen, sondern zu den Blattkräutern, die einen nährstoffreichen Boden wollen; wie sich die beiden Kräuter-Welten und die drei Lebensläufe unterscheiden, liest du im Kräuter-Überblick zu [den zwei Kräuter-Welten und den drei Lebensläufen der Kräuter](/kraeuter/).

## Standort und Boden: sonnig bis halbschattig, nährstoffreich

Boretsch steht sonnig bis halbschattig. Als Starkzehrer – zusammen mit Basilikum und Liebstöckel eine der Ausnahmen unter den sonst schwachzehrenden Kräutern – dankt er eine nährstoffreichere Erde; als Faustzahl reichen 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr, um Gartenpflanzen bedarfsgerecht zu ernähren. Welche Bodenstruktur und Drainage im Detail passen und wie sich die Selbstaussaat am Standort steuern lässt, steht im Ratgeber zu [Standort und Boden für Boretsch](/kraeuter/boretsch/boretsch-standort-boden/).

## Aussaat: Direktsaat von März bis Juli

Boretsch säst du direkt ins Freiland. Das Fenster reicht von März bis Juli, viele Anleitungen nennen Mai bis Juli. Die Samen kommen 2 cm tief in die Erde – als Faustregel etwa die dreifache Samenstärke – und werden mit Erde bedeckt und angedrückt. Sie keimen bei 8 bis 20 °C Bodentemperatur innerhalb von 14 bis 21 Tagen; bis dahin hältst du die Saatreihe gleichmäßig feucht.

Für den Abstand gibt es zwei Systeme, je nachdem, wie dicht der Bestand werden soll:

- Direktsaat in Reihen: 20 cm in der Reihe bei 30 cm Reihenabstand; andere Anleitungen nennen 25 cm in der Reihe bei 30 cm Reihenabstand.
- Freistehende Einzelpflanzen mit mehr Luft: 30 cm in der Reihe bei 40 cm Reihenabstand.

Ich säe in der Rille etwas dichter, als der Endabstand vorgibt, und ziehe nach dem Auflaufen die schwächeren Sämlinge heraus, bis die kräftigsten im Zielabstand stehen. Boretsch lässt sich auch im Kübel auf Balkon oder Terrasse ziehen; dazu gibt es einen eigenen Ratgeber. Zeitpunkt, Methoden und die Technik Schritt für Schritt beschreibt der Ratgeber zur [richtigen Aussaat von Boretsch](/kraeuter/boretsch/boretsch-aussaeen/).

## Pflege: gießen mit Maß, Kompost statt Stickstoffmast

Boretsch gießt du gleichmäßig, bevor die großen Blätter schlappen – morgens und an den Fuß der Pflanze, nicht über das Blatt. Bei der Versorgung reicht der Kompost zum Start: Wer das Kraut mit Stickstoff und Wasser mästet, bekommt schnelleres, aber weicheres und flacher schmeckendes Laub, das anfälliger wird – das gilt auch für den Starkzehrer Boretsch. Mehr dazu steht im Kräuter-Überblick im Abschnitt „Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß“.

Ein luftiger Stand im vorgesehenen Abstand kann das Laub nach Regen schneller abtrocknen lassen, und mastig gewachsene Pflanzen sind anfälliger. Ich kontrolliere beim Gießen die Blattunterseiten und den Stand der Pflanzen und räume abgeknickte Stängel gleich weg.

## Mischkultur: gute Nachbarn und eine Unverträglichkeit

Boretsch verträgt sich mit Erdbeeren, mit Endivie, Zichorie, Radicchio und Chicorée sowie mit Prunk-, Stangen- und Buschbohnen. Unverträglich ist er mit Phacelia. Mischkultur unterstützt die Kulturen, sie garantiert nichts.

> **Zahl im Blick:** Boretsch braucht auf derselben Fläche eine Anbaupause von 4 Jahren. Weil er sich selbst aussät, laufen seine Sämlinge oft genau dort auf, wo er im Vorjahr stand – zupfe sie dort weg und lass nur die stehen, die auf einer neuen Fläche gekeimt sind.

Boretsch wird intensiv von Bienen beflogen. Er zählt zu den Bienennährpflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide bilden; deutsche Honige weisen nach bisherigen Untersuchungen dennoch keine oder nur sehr geringe Gehalte auf. Welche Kräuter und Gemüse sich darüber hinaus mit Boretsch kombinieren lassen, führt der Ratgeber zu sinnvollen Kombinationen im Kräutergarten aus.

## Ernte und Verwendung: junge Blätter, blaue Blüten, frisch

Für Boretsch gilt die allgemeine Ernteregel: am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Geerntet werden junge Blätter und die Blüten, das Erntefenster reicht von Mai bis Oktober, und beides wird frisch verwendet. Ich pflücke die Blüten einzeln am Vormittag und lege sie flach in eine Schale, damit sie nicht gequetscht werden.

Die jungen Blätter bringen Gurkenaroma in Salat und Quark; Boretsch ist eines der sieben Kräuter der Frankfurter Grünen Soße, zusammen mit Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Die Blüten dekorieren Salate und Getränke, gern in Eiswürfel eingefroren. In Öl angesetzt ist Boretsch keine Vorratsidee: In selbst angesetzten Öl-Zubereitungen können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden; solche Öle gehören in den Kühlschrank und werden spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht.

> **Achtung:** Boretsch enthält in allen Pflanzenteilen leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide in wechselnden Mengen, auch in den Blüten. Iss Blätter und Blüten deshalb nur selten und in kleinen Mengen. Boretsch wurde früher auch als Heilpflanze genutzt. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.

Schnitttechnik, Lagerung und Konservieren Schritt für Schritt findest du im Ratgeber zum [Ernten und Konservieren von Boretsch](/kraeuter/boretsch/boretsch-ernten-konservieren/).

## Saisonende: abräumen, Samen lenken, neu säen

Beim ersten Frost hat Boretsch als Einjähriger seinen Lebenszyklus beendet: Die Pflanzen werden abgeräumt und im Frühjahr neu gesät. Eine Überwinterung ist bei ihm kein Thema – was im Herbst noch steht, kommt auf den Kompost. Wer Samen ernten will, lässt einige Blütenstände ausreifen; die reifen Nüsschen fallen von selbst aus und laufen im Frühjahr auf. Ich lasse im Spätsommer wenige Blütenstände stehen und ziehe im Frühjahr die Sämlinge dort heraus, wo sie stören, solange sie klein sind. Wie du die Selbstaussaat am Standort im Zaum hältst, behandelt der Standort-Ratgeber ausführlicher.

## Häufige Fragen

### Was ist Boretsch und wie sieht die Pflanze aus?

Boretsch (Borago officinalis) ist ein einjähriges Raublattgewächs mit rau behaarten Stängeln und Blättern und sternförmigen, meist blauen Blüten. Die Pflanze wird 60 bis 90 cm hoch und steht sonnig bis halbschattig. Junge Blätter schmecken nach Gurke, deshalb heißt Boretsch auch Gurkenkraut.

### Wann und wie säst du Boretsch aus?

Boretsch kommt direkt ins Freiland, das Fenster reicht von März bis Juli. Die Samen werden 2 cm tief gesät und mit Erde bedeckt; sie keimen bei 8 bis 20 °C Bodentemperatur in 14 bis 21 Tagen. In Reihen stehen die Pflanzen 20 cm in der Reihe bei 30 cm Reihenabstand, wer ihnen mehr Platz lassen will, plant 30 cm in der Reihe bei 40 cm Reihenabstand.

### Welche Pflege braucht Boretsch während der Saison?

Gieße gleichmäßig, bevor die großen Blätter schlappen, am besten morgens und an den Fuß der Pflanze. Boretsch ist zwar Starkzehrer, kommt aber mit Kompost zum Start gut zurecht; üppige Stickstoffgaben machen das Kraut weicher, flacher im Geschmack und anfälliger. Das laufende Ernten junger Blätter und Blüten gehört bei Boretsch zur Pflege.

### Warum wird Boretsch auch Gurkenkraut genannt?

Die jungen Blätter haben ein deutliches Gurkenaroma, das dem Kraut seinen Beinamen gegeben hat. Am besten kommt es zur Geltung, wenn du die Blätter jung erntest und frisch verwendest. Auch die Blüten tragen eine mildere Note davon.

### Wie funktioniert die Selbstaussaat bei Boretsch?

Lässt du einige Blütenstände ausreifen, fallen die Nüsschen aus und die Sämlinge laufen im Frühjahr auf. Zupfe sie dort weg, wo sie stören oder wo Boretsch im Vorjahr stand, denn er braucht eine Anbaupause von 4 Jahren. Willst du keine Sämlinge, schneide verblühte Stände ab, bevor die Samen ausfallen.

### Welche Pflanzen passen als Nachbarn zu Boretsch?

Gute Partner sind Erdbeeren, Endivie, Zichorie, Radicchio und Chicorée sowie Prunk-, Stangen- und Buschbohnen. Unverträglich ist Boretsch mit Phacelia. Mischkultur unterstützt die Kulturen, garantiert aber keinen Schutz vor Schädlingen.

### Sind die blauen Blüten von Boretsch essbar?

Ja, die Blüten werden frisch gepflückt und dekorieren Salate, Quark und Getränke. Auch die Blüten enthalten Pyrrolizidinalkaloide, in wechselnden Mengen wie alle Pflanzenteile. Iss Blätter und Blüten deshalb nur selten und in kleinen Mengen.

### Ist Boretsch eine gute Bienenpflanze?

Boretsch wird intensiv von Bienen beflogen und zählt zu den Bienennährpflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide bilden. Deutsche Honige weisen nach bisherigen Untersuchungen dennoch keine oder nur sehr geringe Gehalte auf. Wer viel Honig isst, wechselt zwischen verschiedenen Sorten und Herkünften.

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