# Kamille im Garten: Aussaat, Pflege und Ernte der Echten Kamille

> Wie du Echte Kamille im Garten säst, pflegst und erntest: Lichtkeimer-Aussaat März bis Juni, Abstände, Gießen, Nachbarn und Trocknen – ohne Umwege.

- **URL:** https://samen.de/kraeuter/kamille/kamille-anbauen/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 07. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Die feinen Kamillensamen verschwinden beim ersten Regen in der Erde, wenn du sie wie Bohnen behandelst – und dann kommt nichts. Genau daran scheitert der Kamillenanbau am häufigsten, nicht an Standort oder Pflege. Ich säe Echte Kamille deshalb jedes Frühjahr oben auf die Erde, drücke sie nur an und beobachte dann zwei Wochen lang, ob die Fläche feucht bleibt. Was du sonst noch brauchst, damit von März bis in den September Blütenköpfe zum Pflücken dastehen, liest du hier.

## Um welche Kamille es geht

Gemeint ist die Echte Kamille, botanisch Matricaria chamomilla, ein Korbblütler mit weißen Zungen- und gelben Röhrenblüten. Sie ist nicht winterhart; ich säe sie deshalb Jahr für Jahr neu. Die Pflanzen werden etwa 30 bis 50 cm hoch und blühen ab Mai bis in den September, die Blütenbildung kann sich bis zum Frost fortsetzen.

Kamille hat eine lange Tradition als Teekraut und Heilpflanze, und genau deshalb steht sie in so vielen Gärten. Für dich als Gärtnerin oder Gärtner ist sie zuerst ein Lebensmittel: Die Grundsätze zu Kräutern und Gesundheit im [Überblick zum Kräuteranbau](/kraeuter/) gelten auch hier. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.

Was die Echte von der Römischen Kamille trennt – botanisch, im Anbau und in der Küche – liest du im [Vergleich der Kamillenarten](/kraeuter/kamille-arten-unterscheiden/). Hier bleibt es bei der Echten.

> **Achtung:** Kamille gehört zu den Korbblütlern, bei denen Kreuzreaktionen bekannt sind. Wer etwa auf Chrysanthemen, Arnika oder Schafgarbe allergisch reagiert, kann auch auf Kamille reagieren.

## Standort und Boden

Für Kamille ist ein sonniger bis halbschattiger Platz hinterlegt; im vollen Licht steht sie bei mir kompakter und blüht dichter als im Schatten. Der Boden soll locker und durchlässig sein, weil die Keimlinge in dauerhaft nasser Erde schnell verloren gehen. Wo Kamille in die beiden Kräuter-Welten einzuordnen ist und welche Bodenansprüche daraus folgen, erklärt der Abschnitt zu den zwei Kräuter-Welten im Kräuter-Überblick.

Vor der Saat lockere ich das Beet fein, entferne jedes Wurzelunkraut und ziehe die Oberfläche glatt. Ein feinkrümeliges Saatbett ist für Kamille wichtiger als für fast jedes andere Kraut, weil die Samen oben liegen bleiben.

## Aussaat: der Lichtkeimer braucht die Oberfläche

Kamille wird als Lichtkeimer beschrieben: Die Samen der Echten Kamille nur andrücken und nicht mit Erde bedecken. Die Saattiefe liegt bei 0 cm. Direkt ins Freiland säst du von März bis Juni; eine Voranzucht ist von März bis April möglich, wenn du früher Jungpflanzen haben willst.

> **Zahl im Blick:** Kamille keimt bei 10–20 °C in etwa 7–15 Tagen. Saattiefe 0 cm. Abstand 15 cm in der Reihe bei 30 cm Reihenabstand – gesät in Reihen und nach dem Auflaufen vereinzelt.

So gehe ich vor: Ich ziehe flache Rillen im Reihenabstand von 30 cm, feuchte die Erde an, streue die Samen dünn aus und drücke sie mit einem Brett an. Gegossen wird mit feiner Brause, damit nichts wegschwimmt. Sobald die Keimlinge greifbar sind, vereinzele ich auf 15 cm in der Reihe. Bei der Voranzucht setze ich die Jungpflanzen im selben Raster aus.

> **Marias Erfahrung:** Ich mische die winzigen Samen vor dem Säen mit trockenem Sand. So sehe ich auf der dunklen Erde, wo schon gesät ist, und die Körner verteilen sich nicht in Klumpen.

> **Häufiger Fehler:** Kamillensamen wie Petersilie einharken oder mit Erde abdecken. Unter Erde keimen die Lichtkeimer schlecht oder gar nicht. Andrücken genügt.

Die Details zu Saatbett, Vereinzeln und den ersten Wochen stehen Schritt für Schritt in der [Anleitung zur Aussaat von Kamillensamen](/kraeuter/kamille/kamille-aussaeen/). Die allgemeinen Regeln für Vorkultur, Direktsaat und feine Samen trägt der Kräuter-Überblick im Abschnitt zur Aussaat. Zum Ausdrucken gibt es den [Aussaatkalender für Kamille](/tools/druck/aussaatkalender/kamille/).

## Pflege: gießen, versorgen, jäten

Gegossen wird nach Welten: morgens, an den Fuß der Pflanze statt über das Blatt, und erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist. Bis zum Auflaufen halte ich die Saatfläche dagegen gleichmäßig feucht, weil die aufliegenden Samen sonst vertrocknen. Die Gieß-Grundlagen für Kräuter stehen im Kräuter-Überblick im Abschnitt zu Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß.

> **Kurz erklärt:** Kamille ist als mittelzehrend eingestuft – mehr als die große Mehrheit der Kräuter, aber kein Starkzehrer. Als Faustzahl reichen 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr, eingearbeitet zum Start. Laufende Düngergaben braucht sie nicht.

Jäten ist bei Kamille die wichtigste Pflegearbeit der ersten Wochen. Die Keimlinge sind zart und werden von Unkraut leicht überwachsen. Ich zupfe flach von Hand und hacke nicht, damit die Wurzeln der Kamille nicht mitgehen. Später schließen die Pflanzen die Reihen selbst.

Die Ernte ist zugleich die Pflege: Wer laufend Blütenköpfe pflückt, hält die Pflanze im Blühen. Wie du Saat, Pflege und Ernte über die Saison verteilst, zeigt der [Jahresplan für Kamille](/kraeuter/kamille/kamille-pflegekalender/).

## Krankheiten und Schädlinge

Kamille bleibt in meinem Garten meist unauffällig. Blattläuse können sich an Triebspitzen zeigen; ich spüle sie mit einem kräftigen Wasserstrahl ab und kontrolliere beim nächsten Gießen, ob sie zurückkommen. Blühende Nachbarschaft kann Marienkäfer und Florfliegen anlocken, die den Befall bremsen können. Dauerhaft nasse Blätter und dichter Stand können Pilzbefall begünstigen – Abstand halten und an den Fuß gießen senkt das Risiko. Was bei Problemen im Kamillenbeet sonst zu tun ist, liest du im Beitrag zu [Herausforderungen im Kamillenanbau](/kraeuter/kamille/kamille-anbauprobleme-loesen/).

## Nachbarn und Fruchtfolge

Für Kamille sind in der Mischkultur-Matrix keine Partner ausgewiesen, aber eine klare Liste unverträglicher Nachbarn: Estragon, Ringelblume, Endivie, Zichorie, Radicchio, Chicoree, Artischocken, Topinambur, Feldsonnenblumen, Schwarzwurzeln, Inkawurzel/Yacon, Parakresse, Süßkraut/Stevia, Studentenblumen, Würztagetes, Löwenzahn und Haferwurzel – viele davon verwandte Korbblütler. Nach Kamille gilt eine Anbaupause von 5 Jahren auf derselben Fläche. Was Kamille anderen Kulturen als Begleitpflanze bringen kann, behandelt der Beitrag zu [Kamille als Begleitpflanze](/kraeuter/kamille/kamille-mischkultur/); die Grundlagen zu Mischkultur und Anbaupausen stehen im Kräuter-Überblick im Abschnitt Mischkultur und Beetplanung.

> **Passt dazu:** Nachbarn prüfst du im [Mischkultur-Werkzeug](/tools/mischkultur/), die Flächen- und Fruchtfolgeplanung übernimmt der [Beetplaner](/tools/beetplaner/).

## Kamille im Topf

Kamille wächst auch im Gefäß, wenn das Substrat durchlässig ist und Wasser abziehen kann. Ich fülle Töpfe mit einem Abzugsloch, säe genauso oben auf und stelle sie hell. Was Kübelkultur auf Balkon und Terrasse sonst verlangt, steht im Beitrag zu [Kamille im Kübel](/kraeuter/kamille/kamille-kuebel-anbauen/); den Topf-Absatz zu Kräuterbeet, Spirale, Hochbeet und Topf trägt der Kräuter-Überblick.

## Ernten, trocknen, verwenden

Geerntet werden die Blütenköpfe von Juni bis September, am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, und zwischen dem 3. und 5. Tag nach dem Aufblühen. Ich streife die Köpfe mit gespreizten Fingern ab und lasse die Stängel stehen. Zeitpunkt, Technik und schonende Verarbeitung im Detail liest du im Beitrag zur [Ernte und schonenden Verarbeitung der Kamille](/kraeuter/kamille/kamille-ernten/).

Getrocknet wird an einer luftigen, schattigen Stelle, im Ofen schonend bei bis etwa 45 °C. Die trockenen Blüten lagerst du luftdicht, lichtgeschützt und trocken und verbrauchst sie am besten innerhalb von 12 Monaten; verschlossene Gefäße kontrolliere ich zwischendurch auf Schimmel. Die Grundlagen zu Trocknen und Lagern stehen im Kräuter-Überblick im Abschnitt Ernten und Konservieren.

Für Tee gilt: mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen, mindestens fünf Minuten ziehen lassen und den fertigen Tee nicht über mehrere Stunden stehen lassen. Alles von der Blüte bis zur Tasse steht im Beitrag zum [selbst gemachten Kamillentee](/kraeuter/kamille/kamillentee-zubereiten/). Weitere Kamille-Themen sammelt die [Übersichtsseite zur Kamille](/kraeuter/kamille/).

> **Jetzt dran:** Beet feinkrümelig vorbereiten, Reihen im Abstand von 30 cm ziehen, Samen mit Sand mischen, aufstreuen, andrücken, mit Brause wässern – und bis zum Auflaufen jeden Morgen prüfen, ob die Oberfläche noch feucht ist.

## Häufige Fragen

### Wie baut man Kamille erfolgreich im eigenen Garten an?

Such dir einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit durchlässigem Boden und säe von März bis Juni direkt ins Freiland. Die Samen der Echten Kamille sind Lichtkeimer und werden nur angedrückt, nicht mit Erde bedeckt; bei 10–20 °C keimen sie in 7–15 Tagen. Halte die Saatfläche bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht und jäte flach, weil die Keimlinge zart sind. Geerntet werden die Blütenköpfe von Juni bis September.

### Welche Standortbedingungen benötigt Echte Kamille für optimales Wachstum?

Echte Kamille ist für sonnige bis halbschattige Standorte hinterlegt, im vollen Licht blüht sie bei mir am dichtesten. Der Boden sollte locker und durchlässig sein, Staunässe verträgt sie schlecht. Sie zählt als mittelzehrend: Kompost zum Start genügt, laufende Düngergaben braucht sie nicht.

### Wann ist der beste Zeitpunkt für die Aussaat von Kamillensamen?

Die Freilandsaat liegt im Fenster März bis Juni, sobald der Boden bearbeitbar und oberflächlich abgetrocknet ist. Wer früher starten will, zieht von März bis April vor und pflanzt die Jungpflanzen später aus. Die Keimung läuft bei 10–20 °C und dauert etwa 7–15 Tage.

### Warum werden Kamillensamen als Lichtkeimer bezeichnet und wie wirkt sich das auf die Aussaat aus?

Lichtkeimer brauchen Licht an der Samenoberfläche, um zu keimen – deshalb gilt für Echte Kamille eine Saattiefe von 0 cm. Du streust die feinen Samen auf die feuchte, feinkrümelige Erde und drückst sie nur an, ohne sie zu bedecken. Damit sie nicht wegschwimmen, gießt du mit feiner Brause und hältst die Fläche bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht.

### Welche Kräuter harmonieren gut mit Kamille in Mischkulturen?

Für Kamille gibt es keine ausgewiesenen Partner, wohl aber unverträgliche Nachbarn: vor allem verwandte Korbblütler wie Ringelblume, Estragon, Würztagetes, Studentenblumen, Löwenzahn, Parakresse und Süßkraut/Stevia, außerdem Endivie, Zichorie, Radicchio, Chicoree, Artischocken, Topinambur, Feldsonnenblumen, Schwarzwurzeln, Inkawurzel/Yacon und Haferwurzel. Alles andere kannst du daneben setzen. Mischkultur unterstützt, garantiert aber nichts.

### Wie bereitet man Kamillentee richtig zu und welche Ziehzeit ist optimal?

Kräutertee wird mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen und zieht mindestens fünf Minuten – so werden in seltenen Fällen vorhandene Keime sicher abgetötet, was für Säuglinge, kleine Kinder und Kranke besonders wichtig ist. Lass den fertigen Tee nicht über mehrere Stunden stehen, weil hitzeresistente Sporen das Aufbrühen überstehen können. Eine Wirkung verspricht dir dieser Tee nicht.

### Welche natürlichen Methoden helfen bei Schädlingsbefall an Kamillenpflanzen?

Kamille bleibt meist unauffällig; treten Blattläuse auf, spüle ich sie mit einem kräftigen Wasserstrahl ab und entferne stark besetzte Triebe. Blühende Nachbarschaft kann Marienkäfer und Florfliegen anlocken, die den Befall bremsen können. Hausmittel wie Schmierseife oder Brennnesseljauche werden oft genannt – sie ersetzen aber keine Kontrolle der Blätter und garantieren nichts.

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