# Naturkosmetik aus Gartenkräutern: so stellst du Aufguss, Ölauszug, Hydrolat und Salbe selbst her

> Kamille, Ringelblume, Lavendel und Co. aus dem eigenen Beet in Pflege verwandeln: welche Kräuter du anbaust, wann du Blüten und Blätter erntest und wie du Aufguss, Ölauszug, Hydrolat und Salbe hygienisch ansetzt.

- **URL:** https://samen.de/kraeuter/kraeuter-naturkosmetik-herstellen/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 22. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Kamille blüht, die Ringelblumen leuchten, der Lavendel duftet — und du willst mehr daraus machen als Tee. Der Weg vom Beet zum eigenen Tiegel ist kurz, hat aber zwei Fallen: Wasser im Produkt, das Keimen Nahrung gibt, und die Erwartung, ein Kraut könne mehr als pflegen. Ich ernte für meine Kosmetik am Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist, und setze grundsätzlich nur so viel an, wie ich in kurzer Zeit verbrauche. Hier steht, welche Kräuter du dafür anbaust, wann du Blüten und Blätter schneidest und wie du Aufguss, Ölauszug, Hydrolat und Salbe hygienisch herstellst.

## Welche Gartenkräuter in die Pflege dürfen

Für die Kosmetik teilst du deine Kräuter am besten nach Erntegut ein. **Blütenkräuter** sind Kamille, Ringelblume und Lavendel — hier zählt der Erntetag der einzelnen Blüte. **Blattkräuter** sind Salbei, Rosmarin, Thymian und Zitronenmelisse — hier zählt der Schnitt vor der Blüte. Alle sieben haben eine lange Tradition in Waschungen, Bädern, Ölen und Salben und lassen sich trocknen, was für saubere Ölauszüge wichtig ist.

Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat. Was den einzelnen Arten traditionell nachgesagt wird und wie sie in Tee und Küche genutzt werden, steht in [den Steckbriefen der Heilkräuter im eigenen Garten](/kraeuter/heilkraeuter-anbauen/) — hier geht es allein um Anbau, Ernte und Verarbeitung für die Haut.

> **Achtung:** Kamille gehört zu den Korbblütlern, bei denen Kreuzreaktionen bekannt sind. Wer auf Chrysanthemen, Arnika oder Schafgarbe allergisch reagiert, kann auch auf Kamille reagieren — teste jede neue Zubereitung zuerst an einer kleinen Hautstelle.

## Anbau für die Kosmetikernte

Der Anbau unterscheidet sich kaum vom Küchenkräuterbeet: Die meisten Arten wollen einen sonnigen bis halbschattigen Platz, die mediterranen Arten volle Sonne, und fast alle stehen als Schwachzehrer mit Kompost zum Start gut da. Üppige Stickstoff- und Wassergaben machen das Kraut zwar schneller, aber flacher im Aroma — beim Lavendel unterstützt eine sparsame Düngung einen intensiveren Duft und einen kompakten, standfesten Wuchs. Was auf meine Haut soll, ziehe ich ohne Spritzmittel und beobachte Blattläuse lieber eine Weile, bevor ich sie abdusche. Alles zu Boden, Gießen und Überwintern findest du in den [Grundlagen zu Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß](/kraeuter/).

| Kraut | Standort | Abstand in der Reihe + Reihenabstand (Reihenkultur im Beet) | Erntegut für die Kosmetik |
|---|---|---|---|
| Kamille | sonnig, halbschattig | 15 cm + 30 cm | Blütenköpfe |
| Ringelblume | sonnig, halbschattig | 25 cm + 30 cm | Blüten |
| Lavendel | sonnig | 30 cm + 50 cm | Blütenrispen |
| Salbei | sonnig, halbschattig | 35 cm + 40 cm | Blätter |
| Rosmarin | sonnig | 30 cm + 40 cm | Nadeln, Triebspitzen |
| Thymian | sonnig | 20 cm + 25 cm | Triebspitzen |
| Zitronenmelisse | sonnig, halbschattig | 20 cm + 40 cm | junge Blätter, Triebspitzen |

Die Abstände sind die Systemwerte des Beetplaners; im [Beetplaner](/tools/beetplaner/) legst du dir daraus ein eigenes Kosmetikbeet an. Kamille säst du von März bis Juni direkt ins Freiland, sie ist Lichtkeimer: Samen nur andrücken, nicht mit Erde bedecken. Sie keimt bei 10–20 °C in 7–15 Tagen und sät sich an einem geeigneten Standort gewöhnlich reichlich selbst aus. Ringelblume startet von März bis Mai. Lavendel ziehst du von Februar bis April vor oder säst ihn Mai–Juni ins Freiland, höchstens dünn bedeckt. Die Saatfenster aller Arten hast du im [Aussaatkalender für Kräuter zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/kraeuter/) auf einem Blatt.

> **Tipp:** Kamille und Ringelblume stehen in der Mischkultur-Matrix als unverträgliche Nachbarn — ebenso Ringelblume und Estragon oder Würz-Tagetes. Prüfe die Kombination im [Mischkultur-Werkzeug](/tools/mischkultur/), bevor du beide Blütenkräuter nebeneinander säst; Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts.

Lavendel überwintert im Freiland in milden Wintern meist zuverlässig, wenn der Boden durchlässig ist und keine Winternässe steht; Schopflavendel dagegen ist nicht winterhart und gehört wie eine Kübelpflanze ins Haus. Rosmarin hältst du am besten gleich im Kübel und stellst ihn kühl und hell bei rund 5 bis 10 °C, solange Frost droht. Salbei ist ein mehrjähriger Halbstrauch, Thymian und Zitronenmelisse überstehen den Winter als etablierte Pflanzen, Kamille wird einjährig gezogen und jedes Jahr neu gesät.

## Ernte: der richtige Tag für Blüte und Blatt

Geerntet wird am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist und die ätherischen Öle noch in den Blättern stecken. Bei den Blattkräutern liegt das intensivste Aroma kurz vor der Blüte — Zitronenmelisse schneide ich deshalb, sobald sich die ersten Knospen zeigen, und nehme junge Blätter und Triebspitzen. Bei Salbei, Thymian und Rosmarin bleibt der Schnitt im belaubten Bereich, nicht im alten, kahlen Holz.

Bei den Blütenkräutern entscheidet der Tag der einzelnen Blüte:

- **Kamille:** Die Blütenköpfe werden im Sommer zwischen dem 3. und 5. Tag nach dem Aufblühen geerntet. Die Blüte läuft von Mai bis September, also gehst du mehrmals durch den Bestand.
- **Lavendel:** Fürs Trocknen schneidest du die Rispen, wenn die Blüten in der Rispenmitte geöffnet sind und die an der Spitze noch knospig — kurz vor der Vollblüte. Die Blütezeit liegt im Juli und August, geerntet wird Juli bis September.
- **Ringelblume:** Du pflückst die offenen Blütenköpfe und lässt Knospen für die nächste Runde stehen.

> **Marias Erfahrung:** Ich gehe an Ernteagen mit einem flachen Korb durchs Beet und lege Kamillenköpfe und Ringelblumen einlagig hinein, statt sie zu stapeln. Gequetschte Blüten trocknen ungleichmäßig, das sehe ich später am Sieb.

## Trocknen für den Vorrat

Getrocknete Kräuter sind für Ölauszug und Salbe die bessere Basis, weil sie kaum Wasser mitbringen. Blüten und Triebe trocknen luftig und schattig, Kamille wird schonend bei bis etwa 45 °C getrocknet; fertig ist das Kraut, wenn die Blätter beim Anfassen rascheln, Lavendel, wenn sich die Blüten leicht vom Stängel streifen lassen. Gelagert wird luftdicht, lichtgeschützt und trocken, verschlossene Gefäße kontrollierst du regelmäßig auf Schimmel und verbrauchst den Vorrat innerhalb von 12 Monaten. Wie Trocknen und Einfrieren grundsätzlich funktionieren, steht im Grundlagenartikel im Abschnitt „Ernten und Konservieren".

## Die vier Grundtechniken

### Aufguss: das einfachste Kräuterwasser

Ein Aufguss ist nichts anderes als Kräutertee, der nicht getrunken, sondern auf die Haut kommt. Übergieße getrocknete Kräuter mit sprudelnd kochendem Wasser und lass sie mindestens fünf Minuten ziehen, damit in seltenen Fällen vorhandene Keime abgetötet werden. Dann abseihen und abkühlen lassen. Lass den Aufguss nicht über mehrere Stunden stehen, weil hitzefeste Sporen das Aufbrühen überstehen können — ein Kräuterwasser setzt du frisch für den Tag an. Wie du Teekräuter [vom Samen bis zur fertigen Tasse begleitest](/kraeuter/kraeutertees-selbst-anbauen-vom-samen-zur-tasse/), zeigt der Tee-Artikel.

> **Kurz erklärt:** Alles, was Wasser enthält — Aufguss, Hydrolat, Creme — bietet Mikroorganismen eine Lebensgrundlage. Wasserarme oder wasserfreie Zubereitungen wie Ölauszug und Salbe entziehen sie ihnen. Deshalb gilt für alles Wässrige: klein ansetzen, kühl aufbewahren, zügig verbrauchen.

### Ölauszug: Blüten in Pflanzenöl

Für den Ölauszug füllst du getrocknete Blüten oder Blätter in ein sauberes Glas und übergießt sie mit einem Pflanzenöl deiner Wahl, bis alles bedeckt ist. Du kannst das Glas verschlossen an einen warmen Platz stellen und regelmäßig schwenken oder das Öl mit den Kräutern im Wasserbad sanft erwärmen; abgeseiht wird, wenn das Öl Farbe und Duft der Kräuter deutlich angenommen hat. Ich beschrifte jedes Glas mit Inhalt und Datum und arbeite nur mit vollständig trockenem Pflanzenmaterial — Restfeuchte im Öl ist der häufigste Grund für trübe, kippende Ansätze.

> **Achtung:** Ein Kräuteröl für die Haut ist kein Küchenöl, und umgekehrt. Für selbst angesetzte Kräuter in Öl zum Verzehr warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung: Unter Luftabschluss können sich Botulinumtoxine bilden. Solche Öle setzt du nicht auf Vorrat an, lagerst sie im Kühlschrank und verbrauchst sie spätestens am Tag nach der Herstellung. Halte Kosmetiköl und Küchenöl in getrennten, klar beschrifteten Gläsern.

### Hydrolat: Kondenswasser mit Kräuterduft

Ein Hydrolat gewinnst du im Kochtopf. Fülle Wasser ein, lege einen umgedrehten Teller hinein und gib die Kräuter ins Wasser. Auf den Teller stellst du eine hitzefeste Schüssel, legst den Deckel umgekehrt auf und füllst ihn mit Eiswürfeln. Sobald das Wasser kocht, steigt Dampf auf, kondensiert am kalten Deckel und tropft in die Schüssel — das ist dein Hydrolat. Reduziere die Hitze, tausche schmelzende Eiswürfel aus und hör auf, sobald der Kräuterduft aus dem Topf nachlässt. Das Hydrolat ist reines Wasser mit Pflanzenanteilen und deshalb kurzlebig: in eine saubere dunkle Flasche, kühl stellen, zügig verbrauchen.

### Salbe und Creme: Öl, Wachs, Auszug

Die Salbe ist die wasserfreie Variante und darum die haltbarste Zubereitung: Du erwärmst deinen Ölauszug im Wasserbad und schmilzt Bienenwachs darin. Wie viel Wachs, tastest du dich heran — mit der Tropfprobe: einen Tropfen auf einen kalten Teller geben, kurz warten, Festigkeit prüfen, mehr Wachs für fester, mehr Öl für weicher. Dann in saubere Tiegel füllen und offen abkühlen lassen, bevor der Deckel draufkommt.

Eine Creme entsteht, wenn du in die noch warme Öl-Wachs-Mischung einen abgekühlten Aufguss oder ein Hydrolat einrührst. Damit holst du dir Wasser ins Produkt, und alles oben Gesagte gilt: nur kleine Portionen, kühl lagern, zügig verbrauchen. Ich rühre Cremes bewusst in Mengen für wenige Anwendungen an und mache lieber nach.

> **Häufiger Fehler:** Cremes werden wie gekaufte Produkte monatelang im Bad aufbewahrt. Ohne Konservierung und mit Wasseranteil ist eine selbst gerührte Creme frische Ware — verändert sie Geruch, Aussehen oder Konsistenz, benutzt du sie nicht weiter.

### Der einfache Einstieg: Kräuterbad und Kräuterspülung

Wer noch nicht rühren will, füllt getrocknete Blüten und Blätter in ein Baumwollsäckchen und hängt es ins Badewasser oder gießt einen Aufguss als Spülung übers Haar. Beides braucht nichts außer sauberem Kraut und heißem Wasser und lässt sich jedes Mal frisch ansetzen.

## Hygiene, Haltbarkeit und Grenzen

> **Mini-Checkliste:** Frische Zutaten und saubere Behälter · hygienisch herstellen und benutzen · kleine Mengen, zügig verbrauchen · Entnahme mit Spatel oder Wattestäbchen · Etikett mit Inhalt und Datum · bei verändertem Geruch, Aussehen oder Konsistenz nicht weiterverwenden.

Ätherische Öle sind in diesem Artikel bewusst nur Randthema: Sie werden nicht aus dem Gartenbeet gewonnen, sondern gekauft, und sie gehören nie unverdünnt auf die Haut. Unverdünnte ätherische Öle sind für Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet. Wenn du einem Ölauszug oder einer Salbe Duft geben willst, arbeite mit wenigen Tropfen in der Gesamtmenge und teste die Mischung zuerst an einer kleinen Hautstelle.

> **Mythos-Check:** „Natürlich ist automatisch sanft." Nein — auch natürliche ätherische Öle und Pflanzenextrakte können Allergien auslösen, und Korbblütler wie Kamille sind für Kreuzreaktionen bekannt. Ob deine Haut etwas verträgt, entscheidet die Zusammensetzung und deine Reaktion, nicht die Herkunft der Zutaten.

Und die wichtigste Grenze noch einmal: Kräuter aus dem Garten sind Pflegezutaten, keine Medizin. Wer Medikamente einnimmt oder Hautprobleme hat, spricht mit Arztpraxis oder Apotheke, bevor er experimentiert — bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.

> **Jetzt dran:** Säe im Frühjahr Kamille und Ringelblume, sammle über den Sommer die Blüten am richtigen Tag und trockne sie luftig im Schatten. Im Herbst hast du zwei Gläser trockener Blüten — genug für einen ersten Ölauszug und eine kleine Salbe.

## Häufige Fragen

### Welche Gartenkräuter eignen sich für selbst gemachte Naturkosmetik?

Aus dem Beet kommen vor allem Kamille, Ringelblume und Lavendel als Blütenkräuter sowie Salbei, Rosmarin, Thymian und Zitronenmelisse als Blattkräuter infrage. Sie haben eine lange Tradition in Waschungen, Bädern und Salben und lassen sich alle trocknen.

### Wie stellt man Kräuter-Naturkosmetik selbst her?

Die vier Grundtechniken sind Aufguss, Ölauszug, Hydrolat und Salbe. Für den Aufguss übergießt du getrocknete Kräuter mit sprudelnd kochendem Wasser und lässt sie mindestens fünf Minuten ziehen, für den Ölauszug legst du trockene Kräuter in Pflanzenöl ein, das Hydrolat gewinnst du als Kondenswasser über kochenden Kräutern, und die Salbe entsteht aus Ölauszug und Bienenwachs im Wasserbad. Wasserhaltiges setzt du nur in kleinen Mengen an und verbrauchst es zügig.

### Welche Vorteile bietet selbst gemachte Hautpflege mit Kräutern?

Du weißt genau, was in deinem Tiegel steckt, und lässt weg, was du nicht möchtest. Du entscheidest über Duft, Konsistenz und Menge und kannst kleine Portionen ansetzen, die du zügig verbrauchst, statt angebrochene Produkte monatelang stehen zu lassen. Ein Versprechen auf bessere Verträglichkeit ist das nicht: Auch Pflanzenextrakte können Allergien auslösen.

### Wie gewinnt man Hydrolate und Blütenwässer aus Kräutern?

Du füllst einen großen Topf zum Teil mit Wasser, legst einen umgedrehten Teller hinein und gibst die Kräuter ins Wasser. Auf den Teller stellst du eine hitzefeste Schüssel, legst den Deckel umgekehrt auf und kühlst ihn mit Eiswürfeln; der aufsteigende Dampf kondensiert am Deckel und tropft als Hydrolat in die Schüssel. Ein Hydrolat ist wasserhaltig: kühl aufbewahren, klein ansetzen, zügig verbrauchen.

### Welche Sicherheitsmaßnahmen sind bei der Herstellung von Kräuterkosmetik wichtig?

Frische Zutaten, saubere Behälter und eine hygienische Herstellung und Benutzung sind die Basis; aus Tiegeln entnimmst du mit Spatel oder Wattestäbchen. Ätherische Öle gehören nie unverdünnt auf die Haut und sind unverdünnt für Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet. Auch natürliche Pflanzenextrakte können Allergien auslösen — teste Neues an einer kleinen Hautstelle, und bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.

### Welche Ausrüstung benötigt man für DIY-Kosmetik mit Kräutern?

Du brauchst hitzefeste Gläser, einen Topf fürs Wasserbad, ein feines Sieb oder Kaffeefilter zum Abseihen, kleine Tiegel und dunkle Flaschen sowie Etiketten für Inhalt und Datum. Zum Umrühren nimmst du Glas oder Edelstahl, zur Entnahme einen Spatel. Alles muss sauber sein, bevor es mit den Kräutern in Kontakt kommt.

### Wie beeinflusst die Erntezeit die Qualität der Kräuter für Kosmetik?

Geerntet wird am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist; Blattkräuter wie Zitronenmelisse haben ihr intensivstes Aroma kurz vor der Blüte. Kamillenblüten schneidest du zwischen dem 3. und 5. Tag nach dem Aufblühen, Lavendel fürs Trocknen, wenn die Blüten in der Rispenmitte offen und die an der Spitze noch knospig sind. Trocknen lässt du im Schatten, bis die Blätter beim Anfassen rascheln.

### Wie lagert und konserviert man Kräuterkosmetik richtig?

Wasserarme oder wasserfreie Zubereitungen wie Ölauszug und Salbe entziehen Mikroorganismen eine wichtige Lebensgrundlage und halten deshalb länger als Aufguss, Hydrolat oder Creme. Stelle grundsätzlich kleine Mengen her, verbrauche sie zügig und entnimm sauber. Verändert sich Geruch, Aussehen oder Konsistenz, benutzt du das Produkt nicht weiter.

### Ist Naturkosmetik immer sanfter als konventionelle Produkte?

Nein, das ist ein Mythos. Auch natürliche ätherische Öle und Pflanzenextrakte können Allergien auslösen, und Kamille gehört zu den Korbblütlern, bei denen Kreuzreaktionen bekannt sind. Natürlich heißt nicht automatisch verträglich; entscheidend ist die Zusammensetzung und wie deine Haut darauf reagiert.

### Welche Kräuter für Kosmetikzwecke wachsen in Deutschland gut?

Kamille sät sich an einem passenden Standort gewöhnlich reichlich selbst aus und wird einjährig gezogen, Ringelblume startet von März bis Mai im Beet. Lavendel kommt im Freiland in milden Wintern meist zuverlässig durch, Zitronenmelisse und Thymian überwintern als etablierte Pflanzen, Salbei ist ein mehrjähriger Halbstrauch. Rosmarin hältst du am besten im Kübel, damit er kühl und hell bei rund 5 bis 10 °C überwintern kann.

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