# Kräuter im Schatten: 15 Arten für schattige Gartenecken – von Bärlauch bis Wasabi

> Nordseite, Gehölzrand, feuchte Ecke: Diese 15 Kräuter wachsen dort, so ordnest du sie an, und das steht im Schattenbeet übers Jahr an.

- **URL:** https://samen.de/kraeuter/kraeuter-schatten-auswaehlen/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 22. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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## Warum die Nordseite kein verlorener Platz ist

Die schattige Ecke hinter dem Haus, der Streifen unter der Hecke, das Beet an der Nordwand: Das sind die Plätze, an denen Thymian und Rosmarin kümmern – und an denen ich trotzdem jedes Jahr Kräuter ernte. Ich gehe dafür nicht vom Wunschkraut aus, sondern vom Platz: Wie lange fällt dort direkte Sonne hin, wie feucht bleibt der Boden, und welche der 15 Arten unten passt zu genau diesem Muster? Wer im Schatten Kräuter zieht, tauscht das Problem „verbrennt und vertrocknet" gegen das Problem „bleibt zu lange nass" – dafür wächst dort eine Gruppe, die im vollsonnigen Kräuterbeet gar nicht glücklich wird.

Dieser Artikel ist die Artenliste mit Gestaltungs- und Saisonteil. Wie du ein Schattenkräuterbeet Schritt für Schritt anlegst und was du tust, wenn dort etwas schiefgeht, steht im Beitrag über [schattenliebende Kräuter und das Anlegen eines Schattenbeets](/kraeuter/kraeuterbeet-halbschatten-anlegen/). Die zehn Klassiker halte ich deshalb hier kurz; die fünf Arten, die selten in Beeten stehen, bekommen mehr Raum.

## Schatten ist nicht gleich Schatten

Kräuter teilen sich in zwei Welten: die mediterran-trockene, die volle Sonne verlangt, und die frisch-feuchte, für die der Beetplaner einen sonnigen bis halbschattigen Platz hinterlegt hat. Aus dieser zweiten Welt stammt fast alles, was hier folgt; wie sich beide Welten in Boden, Wasser und Pflege unterscheiden, erklärt der Grundlagenartikel im Abschnitt über [die zwei Kräuter-Welten und die drei Lebensläufe der Kräuter](/kraeuter/). Beim Boden gilt für den Schatten dasselbe wie überall: Für genügsame Kräuter im Beet reicht eine einmalige Frühjahrsgabe von 3 l Kompost je m², Kalk kommt nur nach einer Bodenprobe mit nachgewiesen zu niedrigem pH-Wert, und unter Gehölzen darf Falllaub als Mulch liegen bleiben.

## Die zehn Klassiker fürs Schattenbeet – kurz gefasst

### Bärlauch (Allium ursinum)

Bärlauch gehört mit Waldmeister an den halbschattigen Gehölzrand mit humosem Boden. Er ist als etablierte Gartenpflanze freiland-winterhart und läuft im Beetplaner als Dauerkultur mit 10 cm Abstand in der Reihe und 20 cm Reihenabstand. Gesät wird 1–2 cm tief und mit lockerer Erde bedeckt; rechne mit etwa 30–60 Tagen Keimdauer und damit, dass aus Samen aufgebaute Bestände erst ab dem dritten Jahr beerntet werden. Die Saison reicht ungefähr von Mitte März bis Anfang Mai, die beste Zeit liegt vor der Blüte, denn ab Juni welken die Blätter. Von März bis Mai halte ich den Boden ständig leicht feucht und lasse die Blätter nach der Blüte ungestört einziehen, damit die Zwiebeln versorgt werden.

> **Achtung:** Bärlauch hat giftige Doppelgänger: Maiglöckchen, die sehr giftige Herbstzeitlose – ihr Verzehr kann tödlich enden – und den Gefleckten Aronstab. Bärlauchblätter wachsen einzeln an langen Stielen aus dem Boden und sind unterseits matt; beim Maiglöckchen umschließen zwei Blätter einen gemeinsamen Stängel und glänzen unterseits, die Herbstzeitlose trägt mehrere stängelumfassende, eher glänzende, aufrechte Blätter, und der junge Aronstab verrät sich nur an unregelmäßigen statt parallelen Blattnerven, weil Pfeilform und Flecken erst an ausgewachsenen Blättern auftreten. Der Knoblauchgeruch ist ein Hinweis, aber kein Alleinnachweis – der Geruch früherer Proben haftet an den Händen. Ernte nur, was du zweifelsfrei bestimmt hast, und lass bei Zweifeln stehen; eigener Anbau oder kontrollierte Ware ist die sichere Alternative.

### Waldmeister (Galium odoratum)

Waldmeister passt an dieselben halbschattigen Gehölzränder mit humosem Boden wie Bärlauch und ist klassisch das Kraut der Maibowle. Achte beim Saatgutkauf auf den botanischen Namen: Der als „Blauer Waldmeister" angebotene Asperula orientalis ist eine andere Art mit blauen Blüten, kein Küchenkraut-Ersatz. Ich pflanze Waldmeister dorthin, wo ich ihn laufen lassen kann, und ziehe mit dem Spaten nach, wo er nicht hin soll.

### Pfefferminze (Mentha × piperita)

Pfefferminze steht im Beetplaner sonnig bis halbschattig, als Dauerkultur mit 30 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand, und kommt auf normalen Gartenböden zurecht. Sie ist frosthart, zieht im Herbst oberirdisch ein und treibt im Frühjahr aus den Rhizomen neu. Für den Vorrat schneide ich sie etwa im Juni und Juli bei Knospenansatz bis spätestens Blühbeginn; sie blüht von Juli bis September und verträgt danach einen kräftigen Rückschnitt.

> **Tipp:** Minze im Beet bremst du am einfachsten mit einem eingegrabenen Gefäß, dessen Rand 3–5 cm über dem Boden bleibt. Auf schweren Böden ist ein großer Kübel weniger Arbeit als das Ausgraben der Ausläufer.

### Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Zitronenmelisse gedeiht sonnig bis halbschattig, ist mehrjährig und überwintert als etablierte Pflanze im Freiland. Im Beetplaner steht sie mit 20 cm Abstand in der Reihe und 40 cm Reihenabstand; sie wird etwa 20–90 cm hoch. Die aromatischsten Blätter erntest du kurz vor der Blüte, die von Juni bis August läuft. Wer sie für Insekten blühen lässt, schneidet danach auf etwa 10 cm zurück, und sie treibt neu durch. Ich gieße sie nie über das Blatt, weil feuchte Bedingungen pilzliche Blattflecken begünstigen können, die häufig an älteren Blättern beginnen.

### Oregano (Origanum vulgare)

Oregano ist der Grenzfall dieser Liste: Der Beetplaner führt ihn sonnig, sein meistes Aroma bildet er warm und trocken, und im Schattenkräuterbeet gehört er deshalb an einen sonnigen Randplatz. Dass die heimische Wildform auch lichte bis halbschattige Säume besiedelt, ist der Grund, warum er hier überhaupt auftaucht. Pflanze ihn mit 20 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand, teile den Wurzelballen zur Verjüngung nach 3 Jahren – und erwarte im Schatten weniger Würze als in der Sonne.

### Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Schnittlauch wächst sonnig bis halbschattig und zählt zu den Küchenkräutern, die auch an eher schattigen Plätzen noch wachsen. Als etablierter Horst ist er freiland-winterhart; im Beetplaner steht er mit 20 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand. Ich schneide ihn etwa 2 cm über dem Boden ab und kontrolliere beim Gießen, ob frische Röhrchen nachschieben – in der Saison ist alle 3–4 Wochen ein neuer Schnitt möglich, geerntet wird April bis November. Alle 2 bis 3 Jahre teile ich die Horste im Frühjahr.

### Petersilie (Petroselinum crispum)

Petersilie gedeiht sonnig bis halbschattig und ist botanisch zweijährig: Im ersten Jahr Blätter, im zweiten die Blüte, danach ist die Ernte vorbei. Im Beetplaner steht sie mit 15 cm Abstand in der Reihe und 25 cm Reihenabstand. Bei der Ernte bleiben die Herzblätter unverletzt, und bei der Neuanlage kommt sie an einen anderen Platz, um Nachbauprobleme zu vermeiden. Sehr frühe Aussaaten tragen das größte Schossrisiko, weil niedrige Temperaturen zwischen 0 und 10 °C die Blütenbildung auslösen können.

### Sauerampfer (Rumex acetosa)

Kultursauerampfer wächst auf feuchtem, nährstoffreichem Boden gerade im Halbschatten gut; der Beetplaner nennt 15 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand, Anleitungen für Kultursorten auch 25 cm in der Reihe. Direktsaat ist flach im März und April sowie im August möglich. Ich ernte die äußeren Blätter und lasse die Mitte für den Austrieb stehen. Die Blätter enthalten Oxalsäure ähnlich wie Spinat: junge Blätter in Maßen roh in den Salat oder gedünstet, größere Mengen roher Blätter sind nicht zu empfehlen. Wer es milder mag, nimmt Blutampfer (Rumex sanguineus) mit seinen roten Blattadern; seine jüngeren Blätter enthalten weniger Oxalsäure als ältere.

### Liebstöckel (Levisticum officinale)

Liebstöckel ist mehrjährig, winterhart und wird etwa 100 bis 150 cm hoch – die verbreiteten zwei Meter kann er erreichen, planen würde ich damit nicht. Der Beetplaner führt ihn sonnig bis halbschattig, als Starkzehrer mit 50 cm Abstand in der Reihe und 50 cm Reihenabstand; er dankt eine nährstoffreichere Erde als die schwachzehrende Mehrheit. Geerntet wird von Mai bis September, wobei jüngere Triebe das intensivere Aroma tragen; Blütentriebe entferne ich, damit Laub und Wurzel weiterwachsen. Im Herbst lässt er sich durch Teilung des Wurzelstocks vermehren.

### Kerbel (Anthriscus cerefolium)

Kerbel ist das einzige Kraut dieser Liste, das der Beetplaner ausschließlich halbschattig führt – mit 20 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand. Er will feuchten, nährstoffreichen, durchlässigen Boden; bei Trockenheit gieße ich, weil Trockenheit vorzeitige Blüte fördert. Als Lichtkeimer kommt er 0–0,5 cm tief, keimt bei 8–20 °C in 7–20 Tagen, und wer laufend ernten will, sät alle 2 bis 3 Wochen nach. Eine Aussaat von Ende Juli bis Ende August kann überwintern. Genutzt werden Blätter und Blüten – die Wurzeln gelten als giftig.

## Fünf Arten, die selten im Beet stehen

### Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Brunnenkresse braucht kein fließendes Wasser: Sie lässt sich in gleichmäßig feuchter Erde an einem schattigen Platz kultivieren. Genau das macht sie zum Kandidaten für die Ecke, in der der Boden nie richtig abtrocknet und die anderen Kräuter faulen. Ich ziehe sie in einem Gefäß, dessen Erde ich nie austrocknen lasse, und prüfe die Feuchte mit dem Finger unter der Oberfläche statt nur obenauf. Beobachte, wie dicht die Triebe stehen, und passe den Abstand daran an.

### Giersch (Aegopodium podagraria)

Giersch wächst besonders auf feuchten, schattigen, nährstoffreichen Böden und breitet sich über unterirdische Ausläufer aus – das ist die Eigenschaft, die ihn zum gefürchteten Beikraut macht, und zugleich die, die ihn zum Ernteplatz ohne Pflege macht. Ich pflanze ihn nur dorthin, wo eine Wurzelsperre oder ein eingegrabenes Gefäß ihn hält, so wie die Minze, und sonst nirgends. Wer wild wachsenden Giersch ernten will, hält sich an die Regel für alle Wildkräuter: Bei Zweifeln an der Bestimmung wird nichts davon gegessen.

### Gundermann (Glechoma hederacea)

Gundermann wächst auch im Schatten, ist ausdauernd, wird etwa 5–25 cm hoch und bildet wurzelnde Ausläufer. Damit ist er der niedrige Teppich unter höheren Schattenkräutern – zwischen Liebstöckel und Mitsuba zum Beispiel. Seine herben Blätter nutze ich in kleinen Blattmengen im Kräuterquark, nicht als Hauptkraut. Wie Giersch begrenzt du ihn seitlich, sonst wandert er.

### Japanische Petersilie / Mitsuba (Cryptotaenia japonica)

Mitsuba ist die asiatische Antwort auf die Frage nach einem Petersilienersatz für den Halbschatten – genau dieser Standort ist der Richtwert für sie. Sie wird etwa 60 cm hoch und wird mit 30 cm Abstand gepflanzt; einen eigenen Reihenabstand nennt die Anleitung nicht, ich halte den Reihenabstand ebenso weit. Ihre Blätter behandle ich wie Petersilie: frisch schneiden, erst am Ende der Zubereitung zugeben.

### Wasabi (Eutrema japonicum)

Wasabi ist die Versuchskultur dieser Liste. In den Weihenstephaner Kulturversuchen wuchs er unter schattigen und feuchten Bedingungen am besten – also in der Ecke, die für fast alles andere zu dunkel und zu nass ist. Ich würde ihn im Kübel halten, um Schatten und Feuchte steuern und die Pflanze bei Bedarf umstellen zu können; belegte Werte zu Abständen oder Winterhärte gibt es hier nicht, deshalb beobachte ich mehr, als ich plane.

## So kombinierst du die 15 Arten

**Staffeln nach Endgröße.** In Mischkulturen wird der Platz nach der Endgröße jeder Kultur geplant, damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig Licht und Luft nehmen. Im Schattenbeet heißt das: Liebstöckel mit 100–150 cm und Mitsuba mit 60 cm nach hinten oder in die Mitte, Melisse und Minze davor, Gundermann, Waldmeister und Bärlauch als niedrige Schicht am Gehölzrand.

**Nachbarn prüfen.** Die Doldenblütler Kerbel, Petersilie und Liebstöckel stehen in der Mischkultur-Matrix untereinander als unverträgliche Nachbarn, ebenso Minze und Zitronenmelisse; ich setze sie deshalb nicht Rücken an Rücken, sondern mit einer anderen Art dazwischen. Welche Paare sich vertragen, zeigt dir der [Mischkultur-Rechner für dein Kräuterbeet](/tools/mischkultur/). Dass Mischkultur unterstützt und nichts garantiert, bleibt dabei die Grundregel – günstige Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen.

**Die Grüne-Soße-Kiste.** Ein dokumentiertes Pflanzbeispiel kombiniert Borretsch, Petersilie, Pimpinelle, Schnittlauch und Sauerampfer in einer Kiste – alle fünf sind im Beetplaner sonnig bis halbschattig hinterlegt, also ein Kandidat für die helle Seite des Schattenbereichs. Kerbel und Kresse ergänzen die sieben Kräuter der Frankfurter Grünen Soße.

**Kräuterspirale mit Schattenseite.** Eine sonnige, windgeschützte Spirale bietet südlich warme Plätze für mediterrane Kräuter und nördlich kühlere Plätze für Kräuter gemäßigter Klimate; zum Wasserfuß hin entfällt die Drainageschicht. Die Nordflanke und der feuchte Fuß sind damit der Platz für Melisse, Schnittlauch, Sauerampfer und Brunnenkresse, während Oregano oben auf die Südseite gehört.

**Töpfe für die bewegliche Ecke.** Gefäße brauchen freie Abzugslöcher, dürfen nicht dauerhaft im Wasser stehen und müssen so standsicher stehen, dass Wind sie nicht umwirft. Ich nutze sie für alles, was ich noch nicht einschätzen kann – Wasabi, Brunnenkresse, Mitsuba – und rücke sie im Sommer nach, wenn der Schatten wandert. Die Abstände aller Arten mit Beetplaner-Werten kannst du dir im [Beetplaner für dein Schattenbeet](/tools/beetplaner/) direkt einzeichnen lassen.

> **Häufiger Fehler:** Rindenmulch unter Schattenkräuter. Stickstoffarme Mulchmaterialien wie Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können Stickstoff im Boden binden – unter Gehölzen ist liegen gelassenes Falllaub die bessere Decke, im Beet angewelkter Rasenschnitt in dünnen Schichten.

## Der Schattenkräutergarten im Jahreslauf

**Frühjahr.** Der Gehölzrand ist jetzt am hellsten, und Bärlauch nutzt das Fenster von etwa Mitte März bis Anfang Mai. Ich schneide je Pflanze nur ein Blatt mit einem scharfen Messer und halte den Boden von März bis Mai leicht feucht. Schnittlauch-Horste teile ich im Frühjahr, Pfefferminze ebenfalls; Melisse und Minze bekommen ihren kräftigen Rückschnitt. Kerbel geht in Halbschatten ab Mai als Freilandsaat, Sauerampfer flach im März und April, Liebstöckel wird von März bis Juni vorgezogen und nur 0–0,5 cm bedeckt. Alle Fenster auf einen Blick liefert dir der [Aussaatkalender für Kräuter zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/kraeuter/).

**Sommer.** Jetzt wird geerntet – am Vormittag nach abgetrocknetem Tau und bei den meisten Arten kurz vor der Blüte, weil die Pflanze danach ihre Kraft in Blüte und Samen verschiebt. Pfefferminze schneide ich für den Vorrat im Juni und Juli bei Knospenansatz, Melisse kurz vor der Blüte, Kerbel bekommt alle 2 bis 3 Wochen eine Nachsaat. Gegossen wird im Schatten nach Bedarf, nicht nach Kalender: Ich hebe eine spatentiefe Scholle aus und gieße morgens an den Fuß der Pflanze, wenn sie unten trocken ist. Ein Teil der Kräuter darf blühen – Schnittlauch, Petersilie und Melisse versorgen dann Insekten.

**Herbst.** Von Ende Juli bis Ende August gesäter Kerbel kann überwintern. Petersilien-Triebe kürze ich für die Überwinterung auf 3 bis 4 cm, Liebstöckel lässt sich jetzt durch Teilung vermehren, und das Falllaub bleibt unter den Gehölzen liegen. Nacktschnecken, die die feuchte Ecke lieben, sammle ich unter ausgelegten Brettern ab; was sonst an Blattflecken, Läusen und Fäulnis im Kräuterbeet auftaucht, ordnet der Beitrag über [Krankheiten und Schädlinge an Kräutern und wie du vorbeugst](/kraeuter/kraeuter-krankheiten-schaedlinge/) ein.

**Winter.** Pfefferminze zieht ein und kommt aus den Rhizomen wieder, Schnittlauch bleibt als Horst draußen, Bärlauch ruht als Zwiebel im Boden, Melisse, Liebstöckel und Gundermann sind winterhart. Kerbel gilt als nicht winterhart – eine späte Aussaat ist der Versuch, kein Versprechen. Kübel sind frostempfindlicher als Gartenboden; ich packe die Gefäße von Mitsuba und Wasabi ein oder grabe sie ein, halte den Wasserabzug frei und gieße an frostfreien Tagen nach Bedarf.

> **Mini-Checkliste:** Frühjahr: Bärlauch ernten, Horste teilen, Kerbel und Sauerampfer säen. Sommer: vor der Blüte schneiden, Bodenfeuchte mit dem Spaten prüfen, einen Teil blühen lassen. Herbst: Kerbel-Spätsaat, Petersilie auf 3–4 cm kürzen, Laub liegen lassen, Schnecken absammeln. Winter: Kübel isolieren, Abzug frei halten.

## Ernten, aufbewahren, genießen

Die Schattenkräuter sind fast durchweg frische Blattkräuter, und für die gilt: einfrieren statt trocknen. Schnittlauch, Petersilie und Kerbel kommen gehackt und portioniert in den Froster, Kerbel am besten in Eiswürfelformen und erst kurz vor dem Servieren ins Essen; eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr. Bärlauch hält sich frisch nur 1 bis 2 Tage in einer gut verschlossenen Tüte im Kühlschrank, wird durch Einfrieren mehrere Monate haltbar und sollte nicht getrocknet werden. Pfefferminze ist die Ausnahme: Ihre Blätter lassen sich für Tee frisch oder getrocknet verwenden.

Bärlauch- oder Kerbelpesto setzt du frisch an, nicht auf Vorrat: In selbst hergestellten Kräuter-Öl-Zubereitungen kann der Sauerstoffabschluss die Vermehrung von Clostridium botulinum und die Bildung von Nervengiften ermöglichen. Frisches Pesto gehört in den Kühlschrank bei bis zu 6 °C, selbst angesetztes Kräuteröl ebenfalls, und es wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht.

> **Tipp:** Für einen Tee aus frischer oder getrockneter Minze gieße ich mit sprudelnd kochendem Wasser auf, lasse mindestens fünf Minuten ziehen – so werden in seltenen Fällen vorhandene Keime sicher abgetötet, was für Säuglinge, kleine Kinder und Kranke besonders zählt – und lasse den fertigen Tee nicht über Stunden stehen, weil hitzeresistente Sporen das Aufbrühen überstehen können.

Pfefferminze, Melisse und Bärlauch haben eine lange Tradition in der Hausküche und der Volksheilkunde; was du damit im Beet anfängst und was nicht, ordnet der Beitrag über [Heilkräuter im eigenen Garten und ihre Verwendung](/kraeuter/heilkraeuter-anbauen/) ein. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.

> **Passt dazu:** Wenn dein Schattenbeet der erste Kräutergarten überhaupt ist, lohnt vorab ein Blick auf die [zehn Kräuter für den Anfänger-Kräutergarten samt Grundausstattung](/kraeuter/die-10-beliebtesten-kraeuter-fuer-den-anfaenger-kraeutergarten/) – Schnittlauch, Petersilie und Minze tauchen dort und hier auf.

## Häufige Fragen

### Welche Schattenkräuter eignen sich am besten für Gartenanfänger?

Fang mit Schnittlauch, Petersilie, Pfefferminze und Zitronenmelisse an: Alle vier sind im Beetplaner sonnig bis halbschattig hinterlegt, und Schnittlauch, Pfefferminze und Melisse überstehen als etablierte Pflanzen den Winter im Freiland. Bärlauch ist ebenfalls unkompliziert, verlangt aber Geduld – aus Samen aufgebaute Bestände werden erst ab dem dritten Jahr beerntet. Erweitere erst um Giersch, Gundermann oder Wasabi, wenn du weißt, wie sich die Feuchte an deinem Platz verhält.

### Was ist der Unterschied zwischen Halbschatten und lichtem Schatten für Kräuter?

Halbschatten bekommt einen Teil des Tages direkte Sonne, oft morgens oder am Nachmittag; hier stehen Zitronenmelisse, Pfefferminze, Schnittlauch, Petersilie und Kerbel richtig. Lichter Schatten ist das gefilterte Licht unter Baumkronen oder am Gehölzrand ohne längere direkte Sonne – der Platz für Bärlauch, Waldmeister, Giersch und Gundermann. Beachte, dass der Gehölzrand im Frühjahr vor dem Laubaustrieb deutlich heller ist als im Sommer; Bärlauch nutzt genau dieses Fenster.

### Welche besonderen Vorteile bietet der Anbau von Kräutern unter Bäumen?

Falllaub kann unter Gehölzen als Mulch liegen bleiben und hält den Boden feucht, locker und humusreich – genau das, was Bärlauch und Waldmeister am halbschattigen Gehölzrand brauchen. Eine Mulchdecke beschattet den Boden und vermindert Verdunstung und Erwärmung. Prüfe trotzdem im Sommer mit dem Spaten, ob in der Wurzelzone noch Feuchtigkeit steckt, denn unter Bäumen kommt Regen nicht immer unten an.

### Wie analysiert man den eigenen Garten auf geeignete Schattenplätze für Kräuter?

Geh an einem klaren Tag mehrmals durch den Garten – morgens, mittags, nachmittags – und halte fest, wo und wie lange direkte Sonne fällt; Fotos zu festen Uhrzeiten machen den Vergleich leicht. Wiederhole das im Frühjahr vor dem Laubaustrieb und im Hochsommer, weil sich der Schatten unter Gehölzen stark verschiebt. Für den Boden hebst du eine spatentiefe Scholle aus und schaust, ob sie feucht und locker ist; ein Teststreifen gibt dir eine grobe Orientierung zum pH-Wert, genaue Nährstoffwerte liefert nur das Bodenlabor.

### Welche praktischen Tipps gibt es für die Ernte und Lagerung von Schattenkräutern?

Ernte am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, und bei den meisten Arten kurz vor der Blüte. Kerbel, Petersilie und Schnittlauch frierst du portionsweise ein, weil sie beim Trocknen Aroma verlieren; eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr. Pfefferminze lässt sich als Teekraut trocknen, Bärlauch dagegen nicht – er hält sich frisch nur 1 bis 2 Tage in einer gut verschlossenen Tüte im Kühlschrank und wird zum Aufbewahren eingefroren.

### Stimmt es, dass Kräuter grundsätzlich viel Sonne brauchen, um zu gedeihen?

Das gilt für die mediterrane Gruppe – Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano, Lavendel stehen im Beetplaner mit vollsonnigem Standort. Für die große Mehrheit der Kräuter ist dort dagegen sonnig bis halbschattig hinterlegt, Kerbel sogar nur halbschattig, und Schnittlauch wächst auch an eher schattigen Plätzen. Waldkräuter wie Bärlauch, Waldmeister, Giersch und Gundermann wollen den Gehölzrand ohnehin lieber als das offene Sonnenbeet.

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