# Kräutermischungen im Jahresverlauf: wann du säst, wann du erntest und wie du die nächste Saison planst

> Eine Kräutermischung enthält Arten mit ganz verschiedenen Aussaat- und Erntefenstern. So staffelst du Aussaat und Ernte übers Jahr und planst die nächste Saison.

- **URL:** https://samen.de/kraeuter/kraeutermischungen-aussaat-erntekalender/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 21. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Eine Kräutermischung verspricht Vielfalt aus einer Tüte – und genau da liegt das Problem beim Säen. Schnittlauch darf ab März ins Freiland, Basilikum erst im Mai; Kerbel ist nach wenigen Wochen abgeerntet, Thymian bleibt jahrelang stehen. Wer die Tüte an einem Aprilwochenende in einem Zug ausleert, sät einen Teil zu früh und pflanzt den anderen zu eng. Ich lese deshalb als Erstes die Artenliste auf der Rückseite und sortiere sie in ein Jahr: Was keimt jetzt, was wartet bis Mai, was säe ich im Sommer nach, was bleibt im Herbst stehen.

## Was in einer Kräutermischung steckt

Kräutermischungen kombinieren meist bekannte Küchenkräuter – Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Thymian, Oregano, Majoran, dazu oft Kerbel, Dill, Koriander oder Borretsch. Der Vorteil ist die Vielfalt auf kleiner Fläche; der Nachteil ist, dass die Arten zu zwei sehr verschiedenen Welten gehören: mediterran-trocken und frisch-feucht. Welche Art wohin gehört, was jede Welt an Standort und Boden verlangt und warum die meisten Kräuter einen sonnigen bis halbschattigen Platz mögen, während die mediterranen Arten volle Sonne brauchen, erkläre ich dir bei den [zwei Kräuter-Welten im Kräuter-Überblick](/kraeuter/). Hier geht es nur um das Timing.

Für ein Mischungsbeet heißt das praktisch: Ich teile die Fläche in eine sonnige, durchlässige Ecke für Thymian, Oregano, Majoran, Bohnenkraut und Salbei und eine gleichmäßig feuchte Seite für Petersilie, Schnittlauch, Kerbel und Dill. Wie du den Boden dafür herrichtest, steht in der [Bodenvorbereitung für Kräutermischungen](/kraeuter/kraeutermischungen-boden-vorbereiten/).

## Zwei Arten von Mischungen – zwei Arten von Timing

Bevor du den Kalender aufschlägst, schau in die Packung. Es gibt zwei Formen:

**Sets aus Einzeltüten.** Jede Art liegt getrennt vor. Du kannst sie nach ihren eigenen Fenstern säen – das ist der einfache Fall, und die Tabellen unten sind dein Fahrplan.

**Echte Saatmischungen.** Die Samen liegen gemischt in einer Tüte. Trennen kannst du sie nicht, also richtet sich der Termin nach der empfindlichsten Art. Steckt Basilikum drin, ist Freilandsaat erst für Mai–Juni belegt, und die ganze Tüte wartet bis dahin. Alternativ ziehst du die Mischung ab März warm in Schalen vor und pflanzt die Jungpflanzen nach den letzten Frösten aus.

> **Häufiger Fehler:** Eine gemischte Tüte im März ins kalte Beet. Schnittlauch und Petersilie keimen dann vielleicht, Basilikum, Majoran und Bohnenkraut brauchen 15–20 °C beziehungsweise 15–22 °C Keimtemperatur und bleiben aus. Am Ende sieht es aus, als hätte die Mischung „nicht funktioniert" – dabei fehlte nur die Wärme.

## Aussaat übers Jahr verteilen

Die folgenden Fenster gelten für Freilandkultur unter üblichen Bedingungen; in rauen Lagen verschiebt sich alles nach hinten, in milden nach vorn.

| Kraut | Vorkultur im Haus | Freilandsaat | Pflanzzeit für Jungpflanzen |
|---|---|---|---|
| Schnittlauch | – | März–Juli | etwa April–September |
| Petersilie | – | April–Juli | etwa April–August |
| Bohnenkraut (Sommer-) | März–April | April–August | etwa Mai–Juni |
| Koriander | März–April | April–Juni | etwa April–Juni |
| Kerbel | – | Mai–Juli | – |
| Basilikum | – | Mai–Juni | etwa Mai–Juni |
| Thymian | März–Mai | Mai–Juni | etwa März–Mai |
| Majoran | März–Mai | Mai–Juni | etwa Mai–Juni |
| Salbei | März–April | Mai–Juni | etwa April–Juni |
| Oregano | Februar–Mai | Juni | – |
| Zitronenmelisse | März–Mai | etwa März–August | etwa April–August |

Dill fehlt in der Tabelle, weil für ihn kein doppelt belegtes Freilandfenster vorliegt; im Beetplaner ist sein Kulturstart von März bis September hinterlegt, und die Nachsaatregel weiter unten trägt ihn durchs Jahr.

### März und April: der ruhige Anfang

Im März beginnt das Kräuterjahr mit den robusten Arten. Schnittlauch kommt ab März ins Freiland, Kresse zeigt schon nach ein bis zwei Wochen erste Ernte – sie keimt bei 15–20 °C in drei bis fünf Tagen. Drinnen starte ich jetzt die Vorkultur der Wärmeliebenden: Bohnenkraut und Salbei März–April, Thymian, Majoran und Zitronenmelisse März–Mai, Koriander März–April.

Bei Petersilie warte ich mit der Freilandsaat bis in den April, obwohl sie Kälte verträgt: Ihre Blütenbildung wird durch niedrige Temperaturen zwischen 0 und 10 °C ausgelöst, blühende Pflanzen sind nicht mehr nutzbar, und das Risiko ist beim sehr frühen Anbau am größten. Wer das Laub will, sät lieber etwas später.

### Mai und Juni: die frostempfindlichen Arten

Nach den letzten Frösten kommen Basilikum, Majoran, Thymian und Salbei ins Freiland (Mai–Juni), Kerbel Mai–Juli, Oregano als Direktsaat im Juni. Das ist auch der Termin für eine echte Saatmischung in einer Tüte. Vorgezogene Jungpflanzen von Basilikum, Majoran und Bohnenkraut pflanze ich etwa Mai–Juni aus.

> **Tipp:** Für die Anzuchtschale einer gemischten Tüte richte ich mich nach der wärmebedürftigsten Art. Basilikum keimt bei 15–22 °C in 7–25 Tagen, Majoran bei 15–20 °C in 7–35 Tagen, Thymian bei 15–25 °C in 10–21 Tagen. Petersilie (14–20 °C, 14–30 Tage) und Schnittlauch (10–20 °C, 7–25 Tage) kommen in dieser Wärme ebenfalls zurecht. Ich stelle die Schale hell und zimmerwarm und schaue morgens nach, ob die Erde noch feucht ist.

### Juli und August: nachsäen statt warten

Kurzlebige Blattkräuter laufen im Sommer schnell in die Blüte. Deshalb säe ich sie in Abständen nach, statt einmal groß zu säen: Dill bis August alle 3 Wochen, dann trägt die Ernte bis in den Herbst; Kerbel alle 2 bis 3 Wochen, solange die Pflanzen noch nicht blühen. Petersilie geht bis Juli ins Freiland, Bohnenkraut bis August, und für Basilikum ist der Kulturstart bis Juli hinterlegt. Ein Set aus Einzeltüten teile ich deshalb von Anfang an in mehrere Portionen.

### Herbst: die Winterernte anlegen

Die klassische Mischungstüte spielt jetzt kaum noch eine Rolle. Zwei Arten aus dem Kräuterregal lohnen sich trotzdem für die kalte Zeit: Winterkresse (Barbarakraut) kann von Oktober bis Mai außerhalb der Blütezeit geerntet werden, wobei du nur die jungen Triebe schneidest; Löffelkraut wird im August/September etwa 0,5 bis 1 cm tief gesät, und die Herbstsaat liefert die Ernte im folgenden Winter und Frühjahr. Wer stattdessen drinnen weitermacht, findet die Wege im Artikel über [Kräuter im Winter auf der Fensterbank](/kraeuter/kraeuter-winter-drinnen-anbauen/).

Bärlauch fällt ebenfalls in dieses Fenster: Direktsaat ist etwa Oktober–Dezember und Januar–Februar üblich, 1–2 cm tief, mit lockerer Erde bedeckt, und die Keimdauer liegt bei etwa 30–60 Tagen. Der eigene Anbau ist zugleich die sichere Alternative zum Selbstsammeln, weil Bärlauch mit dem giftigen Maiglöckchen, der sehr giftigen Herbstzeitlose und dem giftigen Gefleckten Aronstab verwechselt werden kann.

## Aussaattechnik und Abstände in Kürze

Viele Arten in Mischungen sind Lichtkeimer: Basilikum, Thymian, Majoran, Bohnenkraut und Kerbel säst du oberflächennah und bedeckst sie höchstens dünn; Koriander dagegen kommt 1–2 cm tief, Petersilie 0,5–1 cm, Schnittlauch 0,5–2 cm. Vorkultur, Direktsaat und den Umgang mit den feinen Samen findest du im Kräuter-Überblick unter „Aussaat: Vorkultur, Direktsaat und die feinen Samen"; wer die Reihen lieber fertig gelegt haben will, liest bei den [Kräuter-Saatbändern](/kraeuter/kraeuter-saatbaender-verwenden/) weiter.

Abstände plane ich in Reihen, weil so jede Art ihr eigenes Fenster behält:

| Kraut | Abstand in der Reihe | Reihenabstand |
|---|---|---|
| Basilikum | 10 cm (10–25 cm je nach Pflanzweise und Sorte) | 20 cm |
| Koriander | 10 cm | 25 cm |
| Dill, Petersilie | 15 cm | 25 cm |
| Thymian, Majoran, Bohnenkraut | 20 cm | 25 cm |
| Schnittlauch, Kerbel, Oregano | 20 cm | 30 cm |

Bei einer gemischten Tüte säe ich dünn breitwürfig auf die vorgesehene Fläche und vereinzele nach dem Auflaufen auf ungefähr diese Werte. Enger gesät wird es zwar voller, aber die Arten mit langem Fenster – Schnittlauch, Thymian – brauchen später den Platz, den die kurzlebigen Arten frei machen.

> **Achtung:** In der Mischkultur-Matrix stehen die Doldenblütler Dill, Kerbel, Koriander und Petersilie untereinander als unverträgliche Nachbarn, dasselbe gilt für die mediterranen Aromatiker Thymian, Salbei, Rosmarin und Lavendel. Ich setze diese Arten deshalb nicht in dieselbe Reihe, sondern lege eine andere Art dazwischen. Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts; wer die Nachbarschaften prüfen will, kann sie im [Mischkultur-Werkzeug](/tools/mischkultur/) durchgehen.

## Ernte übers Jahr verteilen

Ernten ist bei Kräutern zugleich Pflege: Regelmäßiger Schnitt hält die Pflanzen im Blatt, statt sie in die Blüte gehen zu lassen. Geerntet wird am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Das intensivste Aroma haben die meisten Kräuter kurz vor der Blüte – danach verschiebt die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen. Für die Vorratsernte sind deshalb die Blütezeiten der eigentliche Kalender:

| Kraut | Erntefenster | Blüte |
|---|---|---|
| Schnittlauch | April–November | Juli–August |
| Kerbel | Mai–Oktober | Mai–August |
| Dill | Mai–Oktober | – |
| Koriander (Blätter, Freiland) | Mai–November | Juni–Juli |
| Thymian | Mai–Oktober | Juni–September |
| Majoran | Mai–Oktober | Juli–August |
| Salbei | Mai–Oktober | Juni–Juli |
| Oregano | Mai–Oktober | – |
| Zitronenmelisse | Mai–Oktober | Juni–August |
| Basilikum | Juni–Oktober | Juli |
| Bohnenkraut | Juni–Oktober | Juli–September |
| Petersilie | Juni–November (erstes Jahr) | Juni–Juli (zweites Jahr) |

> **Zahl im Blick:** Basilikum blüht im Juli, mitten in seinem Erntefenster. Wer im Juli nicht schneidet, erntet im August Blüten statt Blätter. Ich nehme mir deshalb ab Ende Juni jede Woche die Triebspitzen und schaue dabei nach Knospenansätzen.

### Von Kraut zu Kraut

**Schnittlauch** schneide ich etwa 2 cm über dem Boden ab; er kann während der Saison etwa alle 3–4 Wochen wieder beerntet werden, sobald die Röhrchen nachgewachsen sind. **Basilikum** wird etwa handbreit über dem Boden geschnitten, dabei bleiben einige Blätter an der Pflanze. **Majoran** ernte ich vor Blühbeginn, sobald sich die sogenannten Köpfchen gebildet haben; je nach Region, Standort und Beregnung sind zwei oder drei Schnitte im Jahr möglich. **Petersilie** pflücke ich frisch und nur in der Menge, die ich gerade brauche. **Dillblätter** werden jung geerntet und sofort verarbeitet, die Samen, sobald sie braun sind – im Herbst belassene Dolden säen sich selbst aus.

Zwei Ausnahmen von der Vor-der-Blüte-Regel: **Oregano** wird fürs Trocknen erst zur Blüte geerntet, dann ist das Aroma am intensivsten. Und **Bohnenkraut** entfaltet sein Aroma kurz vor und während der Blüte am besten; seine Triebe knipse ich möglichst regelmäßig ab, damit die Pflanzen nicht auswachsen.

Beim Schnitt gilt ein System: Krautige Kräuter wie Minze, Petersilie, Melisse und Schnittlauch werden bis auf wenige Zentimeter über der Erde abgeschnitten, verholzende wie Rosmarin, Thymian und Salbei dagegen nur bis auf ein Drittel der Pflanzenhöhe – und bei den Halbsträuchern nie tief ins alte, kahle Holz, dort treiben sie nur zögerlich wieder aus. Die Handgriffe im Detail stehen bei den [Erntetechniken für Kräutermischungen](/kraeuter/kraeuter-erntearten-vergleichen/); Gießen, Düngen und Schneiden über die Saison behandelt der Artikel zur [richtigen Pflege von Kräutern](/kraeuter/kraeuter-pflegekalender/). Für die Versorgung genügt hier der Grundsatz: Die große Mehrheit der Kräuter ist schwachzehrend und kommt mit Kompost zum Start aus; Basilikum, Borretsch und Liebstöckel sind die starkzehrenden Ausnahmen. Mehr dazu unter „Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß" im Kräuter-Überblick.

## Vorrat anlegen: wann was in den Vorrat geht

Für den Vorrat wird vor der Blüte geerntet, weil dann alle Kraft und Aromen im Laub sind. Trocknen eignet sich für die robusten Aromatiker – Thymian, Oregano, Salbei, Bohnenkraut, Majoran – gebündelt, kopfüber, luftig und ohne direkte Sonne; getrocknete Kräuter verbrauchst du am besten innerhalb von 12 Monaten. Dill, Schnittlauch, Petersilie und Basilikum büßen beim Trocknen viel Aroma ein; sie kommen gehackt und portioniert in den Froster und halten sich dort bis zu einem Jahr. Beide Fristen passen genau bis zur nächsten Ernte – ich beschrifte jede Dose mit dem Monat und plane die Vorratsernte so, dass im Juni des Folgejahres nichts Altes mehr übrig ist. Wie du die Ernte verwendest und welche Konservierungsmethode zu welchem Kraut passt, liest du bei den [Kräutermischungen für Garten und Küche](/kraeuter/kraeutermischungen-anbauen/).

> **Achtung:** In selbst angesetzten Öl-Zubereitungen können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden. Das BfR rät davon ab, Kräuter in Öl im Privathaushalt auf Vorrat zu produzieren; selbst angesetzte Kräuteröle gehören in den Kühlschrank und werden spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht. Öl ist also kein Weg, die Mischung über den Winter zu bringen.

## Herbst: das Mischungsbeet sortiert sich in drei Gruppen

Beim ersten Frost trennt sich, was in der Tüte noch zusammenlag.

**Die Einjährigen sind fertig.** Sommer-Bohnenkraut, Dill, Kerbel und Koriander haben ihren Zyklus beendet und werden abgeräumt. Basilikum wird hierzulande in der Regel einjährig kultiviert, Majoran wegen seiner Frostempfindlichkeit ebenso – beide räume ich mit ab, es sei denn, ich hole Basilikum als Topfpflanze an einen hellen, frostfreien Platz.

**Die winterharten Mehrjährigen bleiben.** Schnittlauch ist als etablierter Horst freiland-winterhart und zieht komplett ein. Echter Thymian kann im Freiland überwintern; in rauen Lagen ist eine schützende Abdeckung sinnvoll. Echter Salbei kommt in milden Lagen durch und braucht bei rauen Winterbedingungen Schutz, Zitronenmelisse überwintert als etablierte Pflanze. Bei diesen Arten schneide ich im Herbst nicht mehr tief, sondern lasse den belaubten Bereich stehen.

**Petersilie ist der Grenzfall.** Sie ist botanisch zweijährig, kann im Freiland überwintern und im zweiten Jahr erneut austreiben. Für die Überwinterung kürze ich die Triebe im Herbst auf 3 bis 4 cm. Im zweiten Jahr lässt sie sich von März bis Juni oder Juli beernten, mit der Blüte im Juni/Juli ist die Ernte beendet – dann kommt die Nachsaat aus der neuen Tüte.

## Die nächste Saison planen

Das Mischungsbeet ist im Herbst der Ort, an dem ich die nächste Saison entscheide. Drei Dinge schreibe ich mir auf:

**Anbaupausen.** Weil eine Mischung viele Arten auf einer Fläche vereint, sammeln sich auch viele Pausen. Basilikum, Kerbel, Bohnenkraut, Majoran und Oregano stehen mit 4 Jahren Anbaupause im System, Dill, Koriander und Schnittlauch mit 5 Jahren, Petersilie und Thymian mit 3 Jahren. Oregano ist zudem selbstunverträglich; empfohlen wird ein Fruchtwechsel von 4 bis 5 Jahren zu Lippenblütlern. Kümmel hält zu anderen Doldenblütlern eine Anbaupause von 7 bis 10 Jahren ein. Praktisch heißt das: Die Fläche für die Einjährigen wechselt im nächsten Jahr, die Mehrjährigen bleiben, und ich halte die Wechsel im [Beetplaner](/tools/beetplaner/) fest, damit ich in drei Jahren noch weiß, wo der Dill stand.

**Restsaatgut.** Viele Kräutersamen wie Dill, Fenchel oder Petersilie gelten als etwa zwei bis drei Jahre gut keimfähig, einige wie Bohnenkraut oder Kerbel nur ein bis zwei Jahre. Angebrochene Sets sortiere ich deshalb so, dass Bohnenkraut und Kerbel im nächsten Frühjahr zuerst drankommen; von einer gemischten Tüte säe ich im zweiten Jahr etwas dichter und schaue beim Auflaufen, welche Arten fehlen.

**Verjüngung der Dauerkulturen.** Schnittlauch-Horste werden alle 2 bis 3 Jahre geteilt; nach dem Teilen brauchen sie etwa einen Monat, bis sie wieder kräftig durchtreiben. Diesen Monat plane ich in die Erntelücke im Frühjahr ein und lege ihn nicht in den Sommer, wenn ich das Kraut brauche. Teilung, Stecklinge und Aussaat der Mehrjährigen erkläre ich im Artikel zum [Vermehren von Kräutern](/kraeuter/kraeuter-vermehren/).

> **Marias Erfahrung:** Ich führe für das Kräuterbeet eine einfache Tabelle mit zwölf Spalten. In jede Spalte trage ich ein, was ich in dem Monat gesät, gepflanzt, geschnitten und eingefroren habe – ohne Bewertung, nur die Handgriffe. Im Februar lese ich sie durch und lege daraus die Portionen für Dill und Kerbel fest und den Termin, an dem die gemischte Tüte in die Schale kommt.

> **Mini-Checkliste:** Saisonplanung für die Kräutermischung
> - Artenliste der Tüte lesen: gemischte Tüte oder Set aus Einzeltüten?
> - Fenster zuordnen: März–April robuste Arten und Vorkultur, Mai–Juni die Frostempfindlichen, bis August nachsäen
> - Blütezeiten notieren und die Vorratsernte davorlegen
> - Mediterrane und frisch-feuchte Arten getrennt, Doldenblütler nicht in einer Reihe
> - Anbaupausen im Beetplaner eintragen, Restsaatgut nach Keimfähigkeit sortieren
> - Schnittlauch-Teilung ins Frühjahr legen

Wer die Monate für jedes einzelne Kraut nachschlagen will, findet sie im [Aussaatkalender für Kräutersamen](/kraeuter/kraeuter-aussaatkalender/) und als [Druckvorlage des Kräuter-Aussaatkalenders](/tools/druck/aussaatkalender/kraeuter/) für die Schuppentür.

## Häufige Fragen

### Wann ist die beste Zeit, eine Kräutermischung auszusäen?

Das hängt davon ab, was in der Tüte steckt. Schnittlauch kannst du von März bis Juli ins Freiland säen, Petersilie von April bis Juli und Bohnenkraut von April bis August. Basilikum, Thymian und Majoran sind fürs Freiland erst Mai–Juni belegt, Kerbel Mai–Juli. Eine gemischte Tüte richtet sich nach der empfindlichsten Art, ein Set aus Einzeltüten teilst du nach diesen Fenstern auf.

### Was sind Lichtkeimer und wie tief säe ich sie in der Mischung?

Lichtkeimer brauchen Licht zum Keimen und dürfen deshalb höchstens dünn mit Erde bedeckt werden. Basilikum, Thymian, Majoran, Bohnenkraut und Kerbel gehören dazu, bei Oregano gilt 0–0,5 cm Saattiefe, weil eine dickere Abdeckung die Keimung beeinträchtigt. Koriander dagegen kommt 1–2 cm tief in die Erde, Petersilie 0,5–1 cm. Bei einer gemischten Tüte säe ich deshalb oberflächennah und drücke nur an – so gehen die feinen Samen auf, und die größeren keimen meist trotzdem.

### Was ist eine Kräutermischung überhaupt und wofür lohnt sie sich?

Eine Kräutermischung ist Saatgut mehrerer Kräuterarten in einer Packung oder als Set aus Einzeltüten. Sie bringt auf kleiner Fläche mehrere Aromen zusammen und spart dir die Einzelauswahl. Der Preis dafür ist das Timing: Die Arten haben unterschiedliche Aussaat-, Ernte- und Blütefenster, die du im Jahr verteilen musst.

### Stimmt es, dass zu viel Dünger den Geschmack der Kräuter verschlechtert?

Üppige Stickstoff- und Wassergaben gelten bei Kräutern zu Recht als Aromakiller. Das Kraut wächst dann zwar schneller, schmeckt aber flacher und wird weicher und anfälliger. Die große Mehrheit der Kräuter ist schwachzehrend und kommt mit Kompost zum Start aus; Basilikum, Borretsch und Liebstöckel sind die starkzehrenden Ausnahmen.

### Wie bringe ich die Ernte einer Kräutermischung über den Winter?

Robuste Aromatiker wie Thymian, Oregano, Salbei, Bohnenkraut und Majoran trocknest du; getrocknete Kräuter verbrauchst du am besten innerhalb von 12 Monaten. Dill, Schnittlauch, Petersilie und Basilikum büßen beim Trocknen viel Aroma ein und kommen gehackt und portioniert in den Froster, wo sie sich bis zu einem Jahr halten. Selbst angesetztes Kräuteröl gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Folgetag verbraucht, weil sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden können.

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