# Zehn Einsteiger-Kräuter anbauen: so ziehst du Petersilie, Basilikum, Thymian und Co. von der Saat bis zur Ernte

> Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Thymian, Oregano, Rosmarin, Salbei, Minze, Dill und Koriander: wie du jedes der zehn Einsteiger-Kräuter säst, pflegst, erntest und überwinterst – mit Jahreskalender und den typischen Anfängerfehlern.

- **URL:** https://samen.de/kraeuter/kuechenkraeuter-anbauen/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 22. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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## Zehn Töpfchen, zwei Welten: womit du beim Anbau wirklich anfängst

Der typische Einsteiger-Start sieht so aus: zehn Kräuter aus dem Gartenmarkt, alle in denselben Kasten, alle gleich gegossen. Genau da beginnt das Problem, denn Basilikum und Thymian wollen fast nichts gemeinsam haben. Ich sortiere neue Kräuter deshalb zuerst nach Durst und Sonne, bevor ich überhaupt zur Erde greife. Dieser Artikel nimmt die zehn Klassiker – Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Thymian, Oregano, Rosmarin, Salbei, Minze, Dill und Koriander – und zeigt für jedes einzeln, wie du es säst oder pflanzt, gießt, erntest und über den Winter bringst. Welche zehn Arten das sind und was du an Ausstattung brauchst, klärt [die Auswahl der zehn beliebtesten Anfänger-Kräuter samt Startausstattung](/kraeuter/die-10-beliebtesten-kraeuter-fuer-den-anfaenger-kraeutergarten/).

Kurz zu den Grundlagen: Kräuter teilen sich grob in eine mediterran-trockene und eine frisch-feuchte Welt, und sie leben einjährig, zweijährig oder mehrjährig – diese beiden Sortierungen bestimmen Standort, Gießrhythmus und Winter. Die Grundlagen dazu trägt der Kräuter-Hub in den Abschnitten [„Die zwei Kräuter-Welten" und „Einjährig, zweijährig, mehrjährig"](/kraeuter/). Zum Boden nur so viel: Die mediterrane Gruppe will durchlässige, magere Erde, die Blattkräuter humose, gleichmäßig feuchte; welche Bodenansprüche [jedes Anfänger-Kraut im Einzelnen stellt](/kraeuter/kraeuter-bodenansprueche-vergleichen/), liest du im Nachbarartikel.

## Die zehn Kräuter im Überblick

| Kraut | Standort (Beetplaner) | Abstand in der Reihe × Reihenabstand | Lebensdauer | Pflegegruppe |
|---|---|---|---|---|
| Petersilie | sonnig, halbschattig | 15 × 25 cm, Reihensaat | zweijährig, meist einjährig gezogen | frisch-feucht |
| Basilikum | sonnig | 10 × 20 cm; 10–25 cm je nach Pflanzweise (Büschel enger, Einzelpflanzen weiter) und Sorte | einjährig kultiviert | frisch-feucht, wärmebedürftig |
| Schnittlauch | sonnig, halbschattig | 20 × 30 cm, als Horst | mehrjährig | frisch-feucht |
| Dill | sonnig, halbschattig | 15 × 25 cm, Reihensaat | einjährig | frisch-feucht |
| Koriander | sonnig, halbschattig | 10 × 25 cm, Reihensaat | einjährig | frisch-feucht |
| Minze | sonnig, halbschattig | 30 × 30 cm, als Einzelpflanze mit Sperre | mehrjährig | frisch-feucht |
| Thymian | sonnig | 20 × 25 cm, Einzelpflanzen | mehrjährig | mediterran-trocken |
| Oregano | sonnig | 20 × 30 cm, Einzelpflanzen | mehrjährig | mediterran-trocken |
| Rosmarin | sonnig | 30 × 40 cm, Einzelpflanze | mehrjährig | mediterran-trocken |
| Salbei | sonnig, halbschattig | 35 × 40 cm, Einzelpflanzen | mehrjähriger Halbstrauch | mediterran-trocken |

Neun der zehn stuft der Beetplaner als schwachzehrend ein; nur Basilikum gilt als starkzehrend und dankt eine nährstoffreichere Erde. Für Dill und Koriander ist eine Anbaupause von 5 Jahren hinterlegt, Petersilie setzt du bei der Neuanlage ebenfalls an einen anderen Platz. Wenn du dein Beet damit durchplanen willst, legst du die zehn Kräuter [im Beetplaner mit ihren Abständen und Pausen an](/tools/beetplaner/).

> **Kurz erklärt:** Die Abstände in der Tabelle sind Systemwerte: erst der Abstand zwischen den Pflanzen in der Reihe, dann der Abstand zwischen zwei Reihen. Im Topf gilt derselbe Platz je Pflanze – ein Basilikum-Büschel braucht weniger als ein einzelner Salbei.

## So baust du jedes der zehn Kräuter an

### Petersilie

Petersilie ist botanisch zweijährig, wird für die Blattnutzung aber meist einjährig gezogen. Im ersten Jahr erntest du von März bis Oktober, im zweiten Jahr von März bis Juni oder Juli – dann blüht sie, und blühende Pflanzen sind nicht mehr nutzbar.

Die Freilandsaat läuft von April bis Juli, in Töpfe kannst du von Februar bis August säen. Petersilie ist Dunkelkeimer: 0,5–1 cm tief legen und mit Erde bedecken. Sie keimt bei 14–20 °C und braucht 14–30 Tage; im Freiland rechnest du ab etwa 8 °C Bodentemperatur mit mindestens 3 bis 4 Wochen. Ich schreibe das Saatdatum aufs Etikett und halte die Reihe in dieser Zeit gleichmäßig feucht, statt nachzugraben. System: 15 cm in der Reihe, 25 cm Reihenabstand.

Der Platz darf sonnig bis halbschattig sein. Petersilie braucht mehr Feuchtigkeit als die mediterranen Kräuter, gegossen wird an den Fuß der Pflanze. Nach einem Ernteschnitt wird eine Düngegabe empfohlen. Geerntet werden die äußeren Stängel, die Herzblätter bleiben unverletzt; pflücke frisch und nur, was du brauchst.

> **Achtung:** Die Blütenbildung der Petersilie wird durch Temperaturen zwischen 0 und 10 °C ausgelöst. Das Risiko ist beim sehr frühen Anbau am größten – wer im März schon ins kalte Beet sät, riskiert Pflanzen, die im Sommer schießen statt Blätter zu liefern.

Für den Winter kürzst du die Triebe im Herbst auf 3 bis 4 cm; Petersilie kann im Freiland überwintern und im zweiten Jahr erneut austreiben. In der Mischkultur-Matrix steht sie neben Tomaten als guter Partner, nicht aber neben Dill, Koriander, Kerbel oder Möhren.

### Basilikum

Basilikum ist das wärmebedürftigste der zehn: Günstig sind 20–25 °C, unter 10 °C kommt das Wachstum zum Stillstand, und schon leichter Frost kann Schäden verursachen. Deshalb kommt es erst ab Mitte Mai ins Freie, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind; Freilandsaat und Pflanzzeit liegen im Mai bis Juni.

Als Lichtkeimer säst du es 0–0,5 cm tief und drückst es höchstens dünn an. Es keimt bei 15–22 °C in 7–25 Tagen. Vorgezogene Sämlinge pikierst du nach 2 Blattpaaren in kleinen Büscheln. Der Beetplaner nennt 10 cm in der Reihe und 20 cm Reihenabstand; je nach Pflanzweise und Sorte liegt der Pflanzabstand bei 10–25 cm (Büschel enger, Einzelpflanzen weiter). Der Standort ist sonnig.

Basilikum ist im Beetplaner starkzehrend eingestuft; vor der Pflanzung reichen im Beet normalerweise 3 l Kompost je m². Mehr Stickstoff bringt zwar Masse, kann aber den Gehalt an ätherischem Öl senken. Die Erde hältst du leicht feucht, ohne Staunässe, und gießt möglichst, ohne die Blätter zu benetzen.

Zur Ernte schneidest du die oberen Triebe bis zu den nächsten Blattachseln oder den Trieb etwa handbreit über dem Boden, immer mit einigen Blättern an der Pflanze, damit sie erneut austreibt. Blüten knipst du aus – das fördert die Blattentwicklung, und der höchste Ölgehalt liegt kurz vor der Blüte.

> **Tipp:** Gekauftes Topfbasilikum steht dicht gedrängt. Ich verteile solche Töpfe in Gruppen von 2–3 Pflanzen auf größere Gefäße und lasse sie zunächst unbeerntet Blattmasse aufbauen.

Fahl- bis gelbgrüne Blätter mit einem filzigen, graubraunen Belag auf der Unterseite können auf Falschen Mehltau hindeuten – kurze Blattnässezeiten senken das Risiko. Basilikum ist nicht winterhart; am Fenster leidet es im Winter unter Lichtmangel, deshalb ist jährliche Neuaussaat sinnvoll. Gute Nachbarn sind Tomaten, Gurken, Melonen und Kürbis; Minze, Thymian, Rosmarin, Oregano und Salbei stehen in der Matrix als unverträglich.

### Schnittlauch

Schnittlauch ist mehrjährig und als etablierter Horst freiland-winterhart. Die Freilandsaat läuft von März bis Juli, 0,5–2 cm tief; er ist Kaltkeimer und keimt bei 10–20 °C in 7–25 Tagen. Gepflanzt werden Horste von April bis September, 20 cm in der Reihe bei 30 cm Reihenabstand; die Hersteller-Anleitung nennt etwa 30 cm zwischen den Pflanzen. Er nimmt sonnige bis halbschattige Plätze und gehört zu den Kräutern, die auch an eher schattigen Standorten wachsen; humusreiche, mittelschwere Böden mit pH 6,0 bis 7,5 sind zu bevorzugen.

Geerntet wird von April bis November: Schneide etwa 2 cm über dem Boden ab, dann treibt er gut nach, und zwar etwa alle 3–4 Wochen, sobald die Röhrchen nachgewachsen sind. Nach dem Schnitt wird eine Düngegabe empfohlen. Ich schneide bei mir immer einen ganzen Horstabschnitt statt einzelner Röhrchen und prüfe beim Gießen, ob frische Spitzen nachschieben. Nach der Blüte im Juli bis August entfernst du altes Laub und Blüten.

> **Zahl im Blick:** Alle 2 bis 3 Jahre wird der Horst im Frühjahr geteilt und neu gesetzt. Nach dem Teilen braucht er etwa einen Monat, bis er wieder kräftig durchtreibt – also nicht sofort beernten.

Zeigt sich Rost, ist Rückschnitt die empfohlene Pflegemaßnahme. Für den Vorrat friert Schnittlauch fein geschnitten ausgezeichnet ein.

### Dill

Dill ist einjährig und läuft in einer Saison von der Saat bis zur Samenreife. Direkt ins Freiland säst du ab April bis Mitte Mai, 15 cm in der Reihe und 25 cm Reihenabstand, mit 40 Korn je laufenden Meter; die Keimrate der Saatgut-Stammdaten liegt bei 75 %. Wer bis August alle 3 Wochen nachsät, erntet Blätter bis in den Herbst. Der Platz ist sonnig bis halbschattig; wegen seiner tief reichenden Pfahlwurzel braucht Dill im Topf ein ausreichend hohes Gefäß, und mit 80–120 cm Wuchshöhe steht er im Beet hinten.

Die Blätter erntest du jung und verarbeitest sie sofort, das Erntefenster liegt bei Mai bis Oktober. Samen sind reif, sobald sie braun sind; im Herbst stehen gelassene Dolden sorgen für Selbstaussaat, und blühender Dill bietet erwachsenen Blattlausfeinden Pollen und Nektar. Getrocknet verlieren Dillblätter ihr Aroma – einfrieren oder in Essig einlegen ist der bessere Weg.

In der Mischkultur-Matrix passt Dill zu Gurken, Mangold, Roter Bete und Bohnen, nicht aber zu Petersilie, Koriander, Kerbel, Möhren oder Fenchel.

### Koriander

Koriander wird in der üblichen Frühjahrskultur einjährig angebaut und ist nicht winterhart. Die Freilandsaat läuft von April bis Juni, 1–2 cm tief, bei 10–22 °C dauert die Keimung 12–21 Tage; vorziehen kannst du im März bis April. System: 10 cm in der Reihe, 25 cm Reihenabstand, sonnig bis halbschattig, auf nährstoffreichem, lockerem Boden.

Für Blattkoriander ist die Wasserversorgung entscheidend: Trockenheit beschleunigt die Blütenbildung und verringert die Bildung von Blattkraut. Halte die Erde also gleichmäßig feucht und säe in Sätzen nach. Die Blätter erntest du im Freiland von Mai bis November und verwendest sie frisch oder frierst sie portionsweise ein. Willst du Samen, ist es umgekehrt: Eine trockene Kulturführung im Spätsommer fördert die Samenbildung; geerntet wird kurz vor der vollen Reife, die Blüte liegt im Juni bis Juli.

Koriander steht in der Matrix als unverträglich neben Dill, Petersilie, Kerbel, Möhren und Fenchel – also nicht in dieselbe Reihe wie seine Doldenblütler-Verwandten.

### Minze

Minze ist mehrjährig; Pfefferminze ist frosthart, zieht im Herbst oberirdisch ein und treibt im Frühjahr aus ihren Rhizomen wieder aus. Aus Samen keimt sie leicht bedeckt bei rund 18 °C innerhalb von 2 Wochen und wird ab etwa 10 cm Größe auf 30 × 30 cm vereinzelt; einfacher ist die Teilung vorhandener Pflanzen im Frühjahr oder Stecklinge aus gesunden, möglichst blütenfreien Trieben mit 3–4 Blattpaaren. Sie kommt auf normalen Gartenböden zurecht, sonnig bis halbschattig, und braucht mehr Feuchtigkeit als die mediterranen Kräuter.

> **Häufiger Fehler:** Minze frei ins Beet zu setzen. Ihre Ausläufer begrenzt du mit einem eingegrabenen Gefäß, dessen Rand 3–5 cm über dem Boden bleibt, mit einer Wurzelsperre oder gleich in einem großen Kübel – auf schweren Böden ist der Kübel deutlich weniger Arbeit als das Ausgraben der Ausläufer.

Für den Vorrat schneidest du Pfefferminze etwa im Juni und Juli bei Knospenansatz bis spätestens Blühbeginn, dann ist der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten; die Blüte liegt bei Juli bis September. Minze verträgt einen kräftigen Rückschnitt und treibt wieder aus. Die Blätter eignen sich frisch oder getrocknet als Teekraut. In der Matrix ist Minze mit Basilikum, Thymian, Salbei, Rosmarin und Oregano unverträglich.

### Thymian

Echter Thymian ist ein mehrjähriger, immergrüner Zwergstrauch von 10–40 cm Höhe. Vorgezogen wird von März bis Mai, direkt gesät im Mai bis Juni; als Lichtkeimer nur 0–0,5 cm tief und höchstens dünn bedeckt. Er keimt bei 15–25 °C in 10–21 Tagen. Nach der Keimung kannst du 4–5 Keimlinge gemeinsam in einen Topf setzen und etwas kühler weiterziehen. Ausgepflanzt wird von März bis Mai im Raster 20 × 25 cm.

Der Platz ist vollsonnig, trocken und durchlässig, gern auch nährstoffarm. Eingewachsener Thymian im Beet verträgt sommerliche Trockenphasen häufig ohne zusätzliches Gießen; in der Anwachsphase darf er dagegen nicht austrocknen. Im Topf braucht er einen gut durchlüfteten Wurzelraum und wird zurückhaltend gegossen – braune Wurzeln und welkende junge Triebe können auf Wurzelfäule durch Übernässung hindeuten.

Im April schneidest du kräftig zurück, aber oberhalb des vollständig verholzten Bereichs. Triebspitzen erntest du von Mai bis September frisch oder zum Trocknen, die Blüte liegt bei Juni bis September. Thymian kann im Freiland überwintern; in rauen Lagen ist eine schützende Abdeckung sinnvoll, im Kübel isolierst du das Gefäß.

### Oregano

Oregano ist winterhart und mehrjährig. Unter Glas ziehst du ihn von März bis Juni vor, er keimt als Lichtkeimer bei 16–20 °C in 7–14 Tagen; die Samen kommen nur 0–0,5 cm tief in die Erde und werden dünn bedeckt, weil eine dickere Abdeckung die Keimung beeinträchtigt. Ab Mai wird ausgepflanzt, 20 cm in der Reihe und 30 cm Reihenabstand; bis zur ersten Ernte rechnest du mit rund 16 Wochen Kulturdauer.

Das meiste Aroma bildet Oregano an warmen, trockenen, sonnigen Standorten; er ist staunässeempfindlich, mag einen pH-Wert von 6 oder höher und wird regelmäßig, aber sparsam gegossen. Er gilt als selbstunverträglich – empfohlen ist ein Fruchtwechsel von 4 bis 5 Jahren zu anderen Lippenblütlern wie Thymian oder Basilikum.

> **Marias Erfahrung:** Oregano ist bei mir das einzige der zehn Kräuter, das ich fürs Trocknen erst zur Blüte schneide – dann ist das Aroma am intensivsten, anders als bei der sonst üblichen Regel „vor der Blüte". Geerntet wird von Mai bis Oktober, am besten morgens mit sauberem, scharfem Werkzeug; die Blüte liegt im Juli bis September.

Im Frühjahr schneidest du zur Begrenzung des Wuchses zurück, nach 3 Jahren teilst du den Wurzelballen zur Verjüngung. In Gegenden mit starken Winterfrösten schützt eine Reisigabdeckung. Verformte Pflanzenteile und klebriger Honigtau können auf Blattläuse hindeuten.

### Rosmarin

Für Rosmarin liegen im Paket keine Keimwerte vor, und bei mehrjährigen Halbsträuchern ist der Kauf einer Jungpflanze der einfachere Einstieg. Frostempfindliche mediterrane Kräuter wie Rosmarin hältst du am besten im Kübel, damit sie zur Überwinterung leicht ins Haus können. Der Beetplaner nennt 30 cm in der Reihe und 40 cm Reihenabstand an einem sonnigen Platz. Rosmarin gehört zu den Kräutern mit geringem Nährstoffbedarf und ist Tiefwurzler: Im Gefäß braucht er mindestens 25 bis 30 cm Erdtiefe.

Gegossen wird erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist, und das Substrat dann bis zum Topfboden durchfeuchtet. Im Frühjahr, vor dem Neuaustrieb, schneidest du im grünen Triebbereich zurück – verholzende Kräuter werden bis auf ein Drittel der Pflanzenhöhe gekürzt, nie tief ins kahle Holz. Die Blüte liegt im Mai bis Juni. Rosmarin darf in der Küche mitgaren und eignet sich gut zum Trocknen.

Im Winter steht der Kübel hell, kühl bei rund 5 bis 10 °C, frostfrei und mäßig feucht. Kübelpflanzen, die so in die Winterruhe gehen, werden ab Ende August nicht mehr gedüngt, damit das Gewebe ausreift.

### Salbei

Echter Salbei ist ein mehrjähriger Halbstrauch von 50–60 cm Höhe. Vorgezogen wird von März bis April: Samen etwa 0,5 cm tief legen und mit Erde bedecken, bei 18–22 °C keimen sie in 7–21 Tagen; danach setzst du 2–3 Sämlinge gemeinsam in einen Topf. Direktsaat ist im Mai bis Juni möglich, gepflanzt wird von April bis Juni im Raster 35 cm in der Reihe und 40 cm Reihenabstand. Salbei will sonnig, warm und windgeschützt stehen und gedeiht auch auf mageren, trockenen Böden; der Beetplaner lässt zusätzlich Halbschatten zu.

Der wichtigste Handgriff ist der Frühjahrsschnitt: Die neuen, belaubten Triebe kürzst du um zwei Drittel bis kurz vor die verholzte Basis. Wer im Frühsommer Salbeiblüten will, lässt beim Frühjahrsschnitt zunächst die Hälfte der Pflanze stehen und schneidet sie nach der Blüte im Juni bis Juli. Geerntet werden Blätter und Triebe von Mai bis Oktober, Salbei behält seine Würzkraft beim Trocknen gut.

Ein grauvioletter Belag auf der Blattunterseite kann zum Falschen Mehltau gehören – kurze Blattnässezeiten und zeitnahes Entsorgen befallener Teile können den Befall eindämmen. Salbei überwintert in milden Lagen im Freiland und bekommt bei rauen Winterbedingungen Schutz.

> **Passt dazu:** Thymian, Oregano, Rosmarin und Salbei folgen denselben Regeln – Sonne, Magerkeit, sparsames Wasser. Wie du [mediterrane Kräuter im Garten als Gruppe anbaust und pflegst](/kraeuter/mediterrane-kraeuter-garten-anbauen/), vertieft der Nachbarartikel.

## Dein Jahreskalender für die zehn Kräuter

Der Kalender bündelt die belegten Fenster der zehn Arten. Zum Ausdrucken gibt es den [Aussaatkalender für Kräuter als Druckversion](/tools/druck/aussaatkalender/kraeuter/).

### Februar bis April

- Petersilie in Töpfe säen (ab Februar), Freilandsaat ab April; ab März Schnittlauch direkt säen.
- Vorkultur: Salbei März bis April, Thymian März bis Mai, Koriander März bis April, Oregano März bis Juni.
- Pflanzen: Thymian März bis Mai, Salbei und Koriander ab April, Schnittlauch ab April.
- Schnittlauch- und Minzhorste im Frühjahr teilen; Kompost für die genügsamen Kräuter im Frühjahr geben.
- Frühjahrsschnitt der Halbsträucher: Thymian im April, Salbei und Rosmarin vor dem Neuaustrieb im grünen Bereich.
- Dill ab April direkt säen; Koriander April bis Juni.

### Mai

- Basilikum ab Mitte Mai auspflanzen, Freilandsaat Mai bis Juni.
- Thymian Freilandsaat Mai bis Juni, Salbei Direktsaat Mai bis Juni, Oregano ab Mai auspflanzen.
- Dill bis Mitte Mai starten, dann in Sätzen nachsäen.
- Ernte beginnt: Schnittlauch (ab April), Thymian, Salbei, Oregano und Koriander ab Mai.

### Juni bis August

- Alles laufend ernten; Basilikum von Juni bis Oktober, Blüten regelmäßig ausknipsen.
- Minze für den Vorrat im Juni und Juli bei Knospenansatz schneiden.
- Dill bis August alle 3 Wochen nachsäen, Petersilie bis Juli nachsäen.
- Oregano fürs Trocknen zur Blüte (Juli bis September) schneiden.
- Kübelpflanzen fürs Winterquartier ab Ende August nicht mehr düngen.

### September bis November

- Dillsamen ernten, sobald sie braun sind; Koriandersamen kurz vor der vollen Reife.
- Petersilien-Triebe im Herbst auf 3 bis 4 cm kürzen; Petersilie und Schnittlauch liefern bis November.
- Basilikum vor den ersten Frösten abernten – schon leichter Frost schädigt.
- Rosmarin ins helle, kühle Winterquartier bei rund 5 bis 10 °C.
- Oregano in Frostlagen mit Reisig abdecken, Thymian und Salbei in rauen Lagen schützen.

### Dezember bis Januar

- Schnittlauch und Pfefferminze sind eingezogen und ruhen im Boden.
- Winterharte Kräuter im Kübel: Gefäß isolieren, Abzug frei halten.
- Basilikum nicht überwintern, sondern die Neuaussaat fürs Frühjahr planen.

## Die typischen Anfängerfehler – und was du stattdessen machst

> **Häufiger Fehler:** Alle zehn in einen Kasten. Die zwei Pflegegruppen vertragen kein gemeinsames Gießregime, und die Mischkultur-Matrix führt Basilikum, Minze, Thymian, Oregano, Rosmarin und Salbei untereinander ebenso als unverträglich wie Petersilie, Dill und Koriander. Zwei Kästen – einer feucht, einer trocken – lösen beides. Prüfe geplante Nachbarschaften [im Mischkultur-Werkzeug](/tools/mischkultur/); bedenke dabei, dass Nachbarschaftseffekte in Mischkulturen schwer nachweisbar sind und Mischkultur unterstützt, aber nichts garantiert.

> **Häufiger Fehler:** Basilikum zu früh nach draußen. Unter 10 °C steht es still, leichter Frost schadet. Es kommt erst ab Mitte Mai raus, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

> **Häufiger Fehler:** Petersilie nach ein paar Tagen aufgeben. 14–30 Tage Keimdauer sind normal, und ein früh gesäter Bestand kann durch Kälte zwischen 0 und 10 °C zum Schießen angeregt werden. Später säen, feucht halten, warten.

> **Häufiger Fehler:** Mediterrane Kräuter wie Blattkräuter gießen. Thymian, Oregano, Rosmarin und Salbei bekommen Wasser erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist; im Topf brauchen sie freie Abzugslöcher, und schlaffe Blätter können auch auf Dauernässe statt Trockenheit hindeuten – erst die Substratfeuchte prüfen, dann gießen.

> **Häufiger Fehler:** Wöchentlich düngen. Übermäßige Düngung kann mastiges Wachstum und schwächeres Aroma verursachen; für die neun Schwachzehrer reicht im Beet eine einmalige Frühjahrsgabe von 3 l Kompost je m². Was jede Art an Nährstoffen braucht, schlüsselt [der Artikel zum Nährstoffbedarf verschiedener Kräuter](/kraeuter/kraeuter-naehrstoffbedarf-vergleichen/) auf.

> **Häufiger Fehler:** Salbei, Thymian und Rosmarin tief ins alte Holz schneiden. Die Halbsträucher werden in den belaubten Bereich geschnitten – aus kahlem, altem Holz treiben sie nur zögerlich wieder aus.

> **Häufiger Fehler:** Schnittlauch einzeln zupfen und Basilikum kahl ernten. Schnittlauch wird etwa 2 cm über dem Boden abgeschnitten, Basilikum bis zur nächsten Blattachsel mit belassenen Blättern – so treiben beide nach.

> **Mini-Checkliste:** Vor dem Start
> - Zwei Gefäße oder Beetbereiche: feucht und trocken
> - Abzugslöcher in jedem Topf, Tiefwurzler wie Rosmarin und Salbei in mindestens 25 bis 30 cm Erdtiefe, Flachwurzler wie Schnittlauch, Basilikum und Petersilie mit 15 bis 20 cm
> - Saatdatum auf jedem Etikett
> - Minze mit Sperre oder im eigenen Kübel
> - Basilikum-Termin: nicht vor Mitte Mai

Ob du eine Art säst oder als Pflanze setzt und wie frosthart sie draußen ist, entscheidet über längere Zeit – [wie der Anbau im Freiland zwischen Aussaat und Pflanzung abläuft](/kraeuter/kraeuter-freiland-anbauen/), zeigt der Nachbarartikel.

## Ernten und Vorrat in drei Sätzen

Geerntet wird am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, und für den Vorrat vor der Blüte – Oregano ist die belegte Ausnahme. Thymian, Oregano, Salbei und Rosmarin trocknest du gebündelt, luftig und ohne direkte Sonne; Petersilie, Dill, Schnittlauch, Koriander und Basilikum büßen beim Trocknen Aroma ein und kommen gehackt in Eiswürfeln in den Froster. Die Tiefe dazu, bis zur Vorsicht bei Kräuteröl, trägt der Kräuter-Hub im Abschnitt „Ernten und Konservieren"; wer erst mit zwei oder drei Arten startet, findet [die einfachsten Arten samt Ernte und Verarbeitung](/kraeuter/kraeuter-fuer-anfaenger-die-einfachsten-arten-zum-starten/) im Nachbarartikel.

## Häufige Fragen

### Welche der zehn Kräuter kann ich als Anfänger direkt ins Beet säen?

Dill (Direktsaat ab April bis Mitte Mai, Nachsaat bis August), Koriander (April bis Juni), Petersilie (April bis Juli) und Schnittlauch (März bis Juli) säst du direkt ins Freiland. Basilikum, Thymian und Salbei kommen erst im Mai bis Juni direkt in die Erde oder werden vorgezogen. Rosmarin holst du dir als Jungpflanze – bei mehrjährigen Halbsträuchern ist das der einfachere Einstieg.

### Wie pflege ich Thymian, Oregano, Rosmarin und Salbei richtig?

Die vier brauchen volle Sonne, durchlässigen und eher mageren Boden und werden erst gegossen, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist. Im Topf sind freie Abzugslöcher Pflicht, weil Staunässe sie schneller umbringt als Trockenheit. Im Frühjahr schneidest du in den belaubten Bereich zurück, nie tief ins alte, kahle Holz. Gedüngt wird sparsam, denn zu viel Nährstoff macht das Aroma flacher.

### Warum keimt meine Petersilie nicht?

Meist ist sie einfach noch nicht so weit: Petersilie keimt bei 14–20 °C und braucht dafür 14–30 Tage, im Freiland ab etwa 8 °C Bodentemperatur oft mindestens 3 bis 4 Wochen. Sie ist Dunkelkeimer und will 0,5–1 cm tief gesät und mit Erde bedeckt sein. Die Reihe darf in dieser Zeit nicht austrocknen – halte sie gleichmäßig feucht und grabe nicht vorzeitig nach.

### Kann ich alle zehn Kräuter zusammen in einen Balkonkasten pflanzen?

Besser nicht. Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Dill, Koriander und Minze wollen gleichmäßig feuchte Erde, Thymian, Oregano, Rosmarin und Salbei dagegen trockene, magere Erde – ein Kasten kann nur eine der beiden Gruppen richtig bedienen. Dazu führt die Mischkultur-Matrix Basilikum, Minze und die mediterranen Kräuter untereinander als unverträgliche Nachbarn, ebenso Petersilie, Dill und Koriander. Zwei getrennte Kästen lösen beides.

### Wie mache ich die zehn Kräuter für den Winter haltbar?

Thymian, Oregano, Salbei und Rosmarin trocknest du gebündelt, luftig und ohne direkte Sonne oder im Backofen bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt geöffneter Tür; verbraucht werden sie am besten innerhalb von 12 Monaten. Petersilie, Dill, Schnittlauch, Koriander und Basilikum verlieren beim Trocknen viel Aroma und kommen gehackt und portioniert in den Froster, gern als Eiswürfel – eingefroren halten Kräuter bis zu einem Jahr.

### Stimmt es, dass zu viel Dünger das Aroma von Kräutern schwächt?

Ja. Übermäßige Düngung kann zu mastigem Wachstum und schwächerem Aroma führen, bei Basilikum senkt eine hohe Stickstoffversorgung den Gehalt an ätherischem Öl. Der Beetplaner stuft neun der zehn Kräuter als schwachzehrend ein; für genügsame Kräuter im Beet reicht eine einmalige Frühjahrsgabe von 3 l Kompost je m². Wer genau wissen will, was sein Boden hergibt, orientiert sich an einer Bodenprobe statt an der Packung.

### Was passiert mit den zehn Kräutern im Winter?

Basilikum übersteht draußen keinen Winter; am Fenster leidet es unter Lichtmangel, deshalb ist jährliche Neuaussaat sinnvoll. Rosmarin steht als Kübelpflanze hell und kühl bei rund 5 bis 10 °C frostfrei. Thymian, Oregano und Salbei bleiben draußen und bekommen in rauen Lagen eine luftdurchlässige Abdeckung. Schnittlauch, Minze und Petersilie sind im Beet winterhart, Schnittlauch und Pfefferminze ziehen dabei komplett ein.

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