# Löwenzahn zubereiten: Blätter, Blüten und Wurzeln in der Küche – so gehst du vor

> Löwenzahn in der Küche: wie du Blätter entbitterst, Blüten zu Sirup und Gelee kochst, Wurzeln zu Kaffeeersatz röstest und Pesto sicher kühl lagerst – Rezepte und Handgriffe.

- **URL:** https://samen.de/kraeuter/loewenzahn/loewenzahn-zubereiten/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 06. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Der erste Löwenzahnsalat des Jahres wandert bei vielen halb gegessen zurück in die Küche: zu bitter, zu zäh, und die Blüten landen sowieso auf dem Kompost. Dabei entscheidet sich der Geschmack schon bei der Ernte, und für Blüten und Wurzeln gibt es Zubereitungen, die den bitteren Ruf der Pflanze widerlegen. Ich pflücke die Blätter für den Salat direkt beim Frühjahrsaustrieb, bevor sich die erste Knospe öffnet, und lasse die älteren Rosetten stehen.

## Welche Teile du nutzt – und wofür

Alle Teile der Löwenzahnpflanze sind essbar. Üblich ist der Verzehr der grünen oder der gelben, gebleichten Blätter – roh, gedünstet, im Smoothie oder als Pesto. Die Blüten liefern die Basis für Sirup, Gelee und Tempura und ergeben eine essbare Dekoration; die noch geschlossenen Knospen lassen sich wie Kapern in Essig einlegen. Die Wurzeln kommen als Gemüse in die Pfanne, geröstet und gemahlen als koffeinfreier Kaffeeersatz in die Kanne oder getrocknet als Tee in die Tasse.

Dieser Artikel bleibt bei der Küche: Löwenzahn ist hier ein Lebensmittel mit eigenem Geschmack, kein Heilmittel. Was über Inhaltsstoffe und ihre Bewertung bekannt ist, liest du in dem Beitrag, der [die Inhaltsstoffe des Löwenzahns und ihre Wirkung einordnet](/kraeuter/loewenzahn/loewenzahn-inhaltsstoffe/). Wie die Pflanze [vom Unkraut zum geschätzten Wildgemüse](/kraeuter/loewenzahn/loewenzahn-kulturgeschichte-anbau/) wurde, erzählt ein weiterer Nachbarartikel.

## Bitterkeit steuern: Ernte, Bleichen, Küchentechnik

Der wichtigste Handgriff gegen Bitterkeit ist der Erntezeitpunkt. Löwenzahnblätter schmecken am besten, wenn du die zarten Blätter des Frühjahrsaustriebs vor der ersten Blüte erntest; später im Jahr werden sie immer bitterer. Gezüchteter Löwenzahn hat einen geringeren Bitterstoffanteil und mehr Blattmasse als Wildlöwenzahn – wenn dir wilde Blätter zu kräftig sind, ist Saatgut aus dem Handel eine Option.

Der zweite Hebel ist das Bleichen: Wird die Pflanze einige Tage vor der Ernte vor Licht geschützt, sinkt der Bitterstoffgehalt. Für den Winter geht das im Hausgarten so: Ab November gräbst du Pflanzen mit Wurzel aus, schlägst sie senkrecht in feuchten Sand ein und treibst sie im dunklen Keller. Die bleichen Blätter erntest du über den Winter.

> **Tipp:** Bleichen geht auch im Beet. Stülpe einen lichtdichten Topf oder Eimer über die Rosette und ernte die aufgehellten Blätter direkt aus dem Dunkeln. Ich decke so ein paar Rosetten am Beetrand ab und kontrolliere beim Gießen, ob sich die Blätter unter dem Topf aufhellen.

In der Küche bleiben drei Techniken. Blanchieren: Blätter kurz in kochendes Wasser geben und in Eiswasser abschrecken. Wässern: Blätter in kaltem Wasser liegen lassen, abgießen, trockenschleudern. Kombinieren: Süße, Säure und Fett runden die Bitternote ab – Honig, Apfel, Zitrone, Balsamico, Nüsse, Hartkäse, Olivenöl. Milde Blattsalate wie Feldsalat oder Kopfsalat als Beimischung strecken den Löwenzahnanteil.

## Blätter: Salat, gedünstetes Gemüse, Smoothie

Für den Salat mischst du junge Löwenzahnblätter mit milden Blattsalaten, gibst Apfelwürfel und gehackte Walnüsse dazu und ziehst alles mit einem Balsamico-Dressing an. Wer Rucola mag, kann ihn zusätzlich untermischen; die zwei Bitternoten ergänzen sich.

Gedünstet verliert Löwenzahn viel von seiner Schärfe. Knoblauch in Olivenöl anschwitzen, die grob gehackten Blätter zugeben und unter Rühren zusammenfallen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das passt als Beilage zu Kartoffeln, in Suppen oder als Füllung für Teigtaschen – überall dort, wo du sonst Spinat nimmst.

Im Smoothie verschwindet die Bitterkeit hinter Obst: Löwenzahnblätter mit Banane, Apfel, einem Stück frischem Ingwer und Wasser oder Apfelsaft pürieren. Die Blätter vorher gründlich waschen und trockenschleudern, damit keine Erde ins Glas gelangt.

## Blüten: Sirup, Gelee, Tempura und Deko

Blüten pflückst du geöffnet an trockenen Tagen, am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Für Sirup und Gelee zählen nur die gelben Blütenblätter; die grünen Blütenböden schmecken bitter. Ich zupfe die gelben Blätter über einer Schüssel vom Boden ab und sortiere dabei kleine Käfer aus.

**Sirup:** Die gelben Blütenblätter mit kochendem Wasser übergießen, abgedeckt abkühlen und ziehen lassen, dann durch ein feines Sieb abseihen. Den Sud mit Zucker und Zitronensaft aufkochen und offen einkochen, bis er dickflüssig vom Löffel läuft. Heiß in saubere Flaschen füllen. Der Sirup süßt Tee, Joghurt und Sommergetränke.

**Gelee:** Der gleiche Blütensud, mit Gelierzucker nach Packungsanleitung gekocht und in heiß ausgespülte Gläser gefüllt. Es wird hell, honigfarben und schmeckt blumig – auf Brot oder zu kräftigem Käse.

**Tempura:** Ganze Blüten waschen, gut abtropfen lassen. Einen glatten Teig aus Mehl, Ei, eiskaltem Wasser und Salz rühren, die Blüten durchziehen und in heißem Öl goldbraun ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und leicht salzen.

**Deko:** Einzelne Blütenblätter über Salate, Suppen oder Kuchen streuen oder ganze Blüten in Eiswürfeln einfrieren.

> **Häufiger Fehler:** Blüten am Straßenrand pflücken. Löwenzahn von stark befahrenen Straßen gehört nicht in die Küche, und bei Beständen an Feldrändern musst du mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln rechnen. Wildsammeln heißt außerdem, auf Verwechslungen zu achten – nur, was du zweifelsfrei bestimmt hast, kommt in den Korb.

Wer sich das Suchen sparen will, zieht Löwenzahn selbst; wie das im Beet oder Topf gelingt, steht in der [Anbau-Übersicht zu Löwenzahn](/kraeuter/loewenzahn/).

## Wurzeln: Gemüse, Kaffeeersatz und Tee

Wurzeln wäschst du, bürstest die Erde ab und schälst sie. Als Gemüse schneidest du sie in Scheiben und dämpfst oder brätst sie wie Möhren; die Bitternote lässt sich mit Honig in der Pfanne karamellisieren. Der Geschmack ist nussig mit einer leichten Malznote.

Für Kaffeeersatz werden die Wurzeln klein geschnitten, getrocknet, im Backofen geröstet, bis sie dunkelbraun sind und nach Malz duften, und dann gemahlen. Ich schneide die Wurzeln nach dem Bürsten längs auf und lege sie zum Trocknen auf ein Gitter, damit die Luft von allen Seiten herankommt. Das Pulver brühst du wie Filterkaffee auf; es enthält kein Koffein.

Für Tee gießt du getrocknete Wurzelstücke mit sprudelnd kochendem Wasser auf und lässt sie mindestens fünf Minuten ziehen. Die Ziehzeit tötet Keime ab, die in seltenen Fällen im Trockengut sitzen können – das zählt besonders, wenn Säuglinge, kleine Kinder oder Kranke mittrinken. Fertigen Tee lässt du nicht über mehrere Stunden stehen, weil hitzeresistente Sporen das Aufbrühen überstehen können.

## Pesto und Kräuteröl: frisch anrühren, kühl lagern

Löwenzahnpesto ist schnell gemacht: junge Blätter mit Pinienkernen oder Walnüssen, Knoblauch, geriebenem Hartkäse und Olivenöl fein pürieren, salzen, abschmecken. Es passt auf Pasta, aufs Brot und unter Ofengemüse. Die Bitternote gleichst du mit mehr Käse oder einem Spritzer Zitrone aus.

Bei der Lagerung gilt Sorgfalt vor Vorrat. Ich rühre Pesto erst an, wenn die Pasta schon im Wasser steht, und stelle den Rest sofort in den Kühlschrank.

> **Achtung:** Unter Luftabschluss – also in Öl – kann sich in selbst angesetzten Kräuter-Zubereitungen Clostridium botulinum vermehren und Nervengifte bilden, die Botulismus auslösen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, Kräuter in Öl im Privathaushalt auf Vorrat herzustellen und zu lagern; selbst angesetztes Kräuteröl gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht. Nichtgesäuertes Pesto zählt zu den möglichen Risikoprodukten und darf nur bei bis zu 6 °C gelagert werden. Keine Haltbarkeit von Wochen, keine Vorratsgläser.

Wer ein Löwenzahn-Öl zum Beträufeln möchte, setzt es für den Tag an, an dem es gebraucht wird – und entsorgt Reste vom Vortag.

## Vorrat: Trocknen, Einfrieren, Einlegen

Blätter und Blüten trocknest du wie andere Kräuter: im Backofen bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt breit geöffneter Tür oder an der Luft an einem gut geschützten Ort mit mindestens 30 °C. Fertig sind sie, wenn die Blätter beim Anfassen rascheln. Lagere sie luftdicht, lichtgeschützt und trocken und verbrauche sie innerhalb von 12 Monaten – Trockengut für Tee, Blütenblätter als Streudeko.

Fürs Einfrieren blanchierst du die Blätter, schreckst sie ab, drückst sie aus und frierst sie portioniert ein; eingefrorene Kräuter halten bis zu einem Jahr. Sie gehen später in Suppen, Füllungen und Smoothies. Für die Grundlagen – vom Schnitt am Vormittag bis zur Lagerung – lies nach, [wie du Kräuter grundsätzlich erntest und konservierst](/kraeuter/).

Eine Löwenzahn-Spezialität ist das Einlegen der geschlossenen Knospen. Knospen waschen, in saubere Gläser füllen und mit einem heißen Essigsud aus Essig, Wasser, Salz und Gewürzen übergießen. Ein Sud mit 2 bis 9 Prozent Säure wirkt konservierend; liegt der Essiganteil im Glas nur bei 0,5 bis 3 Prozent, ist das Eingelegte genießbar und hält im Kühlschrank ein bis zwei Wochen. Erst die Kombination mit einem weiteren Verfahren wie dem Einkochen verlängert die Haltbarkeit auf drei bis zwölf Monate. Angebrochene Gläser kommen in den Kühlschrank und werden innerhalb weniger Tage aufgebraucht. Die Knospen ersetzen Kapern auf Pizza, in Salaten oder zu Fisch.

## Häufige Fragen

### Welche Teile des Löwenzahns kannst du in der Küche verwenden?

Alle Teile der Pflanze sind essbar. Üblich ist der Verzehr der grünen oder der gelben, gebleichten Blätter – roh im Salat, gedünstet oder im Smoothie. Blüten ergeben Sirup, Gelee oder Tempura, geschlossene Knospen lassen sich in Essig einlegen, und die Wurzeln werden als Gemüse gegart, geröstet zu Kaffeeersatz oder als Tee aufgebrüht.

### Wie machst du Löwenzahnblätter weniger bitter?

Ernte die zarten Blätter des Frühjahrsaustriebs vor der ersten Blüte, denn später im Jahr werden sie immer bitterer. Wer Löwenzahn im Beet stehen hat, kann die Rosetten einige Tage vor der Ernte vor Licht schützen – das Bleichen senkt den Bitterstoffgehalt; gezüchteter Löwenzahn hat ohnehin weniger Bitterstoffe und mehr Blattmasse als der wilde. In der Küche helfen Blanchieren, kaltes Wässern und die Kombination mit süßen, sauren oder fetthaltigen Zutaten.

### Wann erntest du Blätter, Blüten und Wurzeln am besten?

Blätter holst du aus dem Frühjahrsaustrieb, bevor die erste Blüte aufgeht. Blüten pflückst du geöffnet an trockenen Tagen, am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Für bleiche Winterblätter gräbst du Pflanzen ab November mit Wurzel aus, schlägst sie senkrecht in feuchten Sand ein und treibst sie im dunklen Keller – die hellen Blätter erntest du über den Winter.

### Wie stellst du Löwenzahnpesto her und wie lagerst du es?

Junge Blätter mit Nüssen oder Kernen, Knoblauch, Hartkäse und Öl fein pürieren, dann salzen und abschmecken. Nichtgesäuerte Pesto-Zubereitungen gelten als mögliche Risikoprodukte für Botulismus; rühre Pesto deshalb frisch für die Mahlzeit an und nicht auf Vorrat. Reste gehören in den Kühlschrank bei höchstens 6 °C.

### Wie konservierst du Löwenzahn für den Winter?

Blätter und Blüten trocknest du wie andere Kräuter im Backofen bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt breit geöffneter Tür oder an der Luft an einem geschützten Ort mit mindestens 30 °C; fertig sind sie, wenn sie beim Anfassen rascheln, und luftdicht, lichtgeschützt und trocken gelagert verbrauchst du sie innerhalb von 12 Monaten. Blanchierte Blätter halten eingefroren bis zu einem Jahr. Knospen legst du in einen Essigsud mit 2 bis 9 Prozent Säure ein; erst Einkochen verlängert die Haltbarkeit auf drei bis zwölf Monate.

### Wo darfst du Löwenzahn für die Küche sammeln?

Löwenzahn von stark befahrenen Straßen gehört nicht auf den Teller, und an Feldrändern musst du mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln rechnen. Beim Wildsammeln achtest du außerdem auf Verwechslungen und erntest nur, was du zweifelsfrei bestimmt hast. Wer sicher gehen will, zieht Löwenzahn im eigenen Beet oder Topf.

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