# Pimpinelle anbauen: mehrjähriges Küchenkraut säen, setzen und vermehren

> Pimpinelle anbauen: So säst du den Kleinen Wiesenknopf, gibst ihm im Beet den passenden Platz und vermehrst ihn über Samen und Teilung – mit den Systemwerten aus dem Beetplaner.

- **URL:** https://samen.de/kraeuter/pimpinelle-kleiner-wiesenknopf/pimpinelle-anbauen-frischer-genuss-aus-dem-eigenen-garten/
- **Bereich:** Kräuter › Kräuter
- **Zuletzt geprüft:** 21. September 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Ein Kraut, das du einmal säst und dann jahrelang beerntest: Pimpinelle bleibt als winterharte, mehrjährige Pflanze am Platz und liefert von Mai bis November ihre gurkig schmeckenden Blätter. Genau deshalb lohnt es sich, den Anbau einmal richtig aufzusetzen – mit dem passenden Platz im Beet, den Systemwerten für Abstand und Fruchtfolge und einer Vermehrung, die du selbst in der Hand hast. Ich behandle Pimpinelle in meinem Beet wie einen Dauerbewohner: Sie bekommt eine Reihe, die ich in den nächsten Jahren nicht umgrabe.

## Was du da eigentlich pflanzt

Pimpinelle trägt den botanischen Namen Sanguisorba minor und heißt im Volksmund Kleiner Wiesenknopf oder Bibernell. Sie ist mehrjährig und winterhart, bildet eine Rosette aus gefiederten Blättern und wird etwa 30 bis 60 cm hoch. Im Beetplaner ist sie als Dauerkultur geführt – sie gehört also zu den Mehrjährigen wie Schnittlauch oder Estragon, die jahrelang am Platz bleiben, nicht zu den Einjährigen, die du jedes Frühjahr neu säst. Ein einzelner Stock reicht für die meisten Küchen; wer Frankfurter Grüne Soße mag, setzt lieber zwei oder drei.

## Standort in Kürze

Pimpinelle wächst sonnig bis halbschattig – so ist sie auch im Beetplaner hinterlegt – und mag den Boden trocken, durchlässig und eher kalkhaltig. Damit steht sie in der trockenen Kräuter-Welt, deren Grundlogik du im Abschnitt über [die zwei Kräuter-Welten im Kräuter-Ratgeber](/kraeuter/) findest. Wie du den Platz im Detail wählst und was du bei schwerem, nassem Boden tust, steht in unserem Ratgeber zum [sonnigen Standort für Pimpinelle](/kraeuter/pimpinelle-kleiner-wiesenknopf/pimpinelle-standort-waehlen/).

## Aussaat in Kürze

Gesät wird direkt ins Freiland von März bis August, 0,5 bis 1 cm tief; manche Herstelleranleitungen starten erst im Mai. Bei 15 bis 20 °C laufen die Samen in 14 bis 21 Tagen auf – solange hältst du die Saatreihe gleichmäßig feucht, ohne sie zu vernässen. Die Grundlagen zu Direktsaat, Vorkultur und feinen Samen trägt der Hub-Abschnitt zur Aussaat; die Monate für deine Region hältst du dir mit dem [Druck-Aussaatkalender für Pimpinelle](/tools/druck/aussaatkalender/pimpinelle-kleiner-wiesenknopf/) an die Wand.

## Der Platz im Beet: die Systemwerte

Hier entscheidet sich, ob Pimpinelle über Jahre gut steht. Als frei wachsende Rosette ohne Stütze bekommt sie im Beet 25 cm Abstand in der Reihe und 25 cm Reihenabstand. Eine Herstelleranleitung nennt für die Reihen auch 20 cm – das ist die engere Variante für Saatreihen, die du später ausdünnst. Ich ziehe die Reihe mit der Schnur, säe etwas dichter als der Endabstand und nehme nach dem Auflaufen die schwächeren Sämlinge heraus.

> **Zahl im Blick:** Beetplaner-Systemwerte für Pimpinelle – 25 cm in der Reihe, 25 cm Reihenabstand, schwachzehrend, Standort sonnig bis halbschattig, Dauerkultur, Kulturstart März bis August, Anbaupause 3 Jahre.

Pimpinelle ist schwachzehrend. Ein lebendiger Boden mit Kompost zum Start reicht ihr, weitere Gaben lässt du weg; üppige Stickstoff- und Wassergaben machen das Kraut weicher und flacher im Geschmack. Die Anbaupause von 3 Jahren wird erst wichtig, wenn du einen alten Stock abräumst und die Fläche neu belegen willst – dann kommt Pimpinelle für diese Zeit nicht wieder an dieselbe Stelle. Beides trägst du am einfachsten im [Beetplaner](/tools/beetplaner/) ein, der die Werte für dich vorhält.

## Nachbarn: wenig Regeln, eine Ausnahme

Die Mischkultur-Matrix führt für Pimpinelle nur eine ausdrückliche Unverträglichkeit: Erdbeere. Positive Partner nennt sie nicht – du bist also frei, solange die Nachbarn mit trockenem, durchlässigem Boden zurechtkommen. Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts. Für die Planung eines ganzen Kräuterbeets hilft dir der [Mischkultur-Planer](/tools/mischkultur/); wer Pimpinelle gestalterisch einbinden will, findet Ideen in unserem Ratgeber über [Pimpinelle als Gestaltungselement im Kräutergarten](/kraeuter/pimpinelle-kleiner-wiesenknopf/pimpinelle-kraeutergarten/).

## Pflege mit Maß

Gegossen wird wie bei den mediterranen Kräutern: selten und erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist – Staunässe ist das größere Risiko als Trockenheit. Gedüngt wird nicht nach. Willst du vor allem Blätter, schneidest du die Blütenstände ab, sobald sie sich zeigen; willst du Samen oder Sämlinge, lässt du einige stehen. Mehr zum Gießen und Düngen mit Maß steht im Kräuter-Ratgeber.

## Vermehrung: drei Wege, die du selbst steuerst

Das ist der Teil, den kaum ein anderer Pimpinelle-Ratgeber trägt, deshalb hier ausführlich.

### Selbstaussaat zulassen

Lässt du Blütenstände ausreifen, fallen die Samen zu Boden und laufen am Platz oder in der Umgebung auf. Ich lasse am Rand der Reihe zwei, drei Stände stehen und schaue im Frühjahr beim Jäten nach, was aufgelaufen ist – Sämlinge, die ich nicht dort haben will, steche ich mit einem Löffel aus und setze sie um oder verschenke sie.

### Samen selbst ernten

Für gezielte Saat schneidest du ausgereifte, trockene Blütenstände ab und lässt sie in einer Papiertüte nachtrocknen. Danach reibst du die Samen aus, siebst grobe Reste heraus und lagerst sie trocken, dunkel und beschriftet. Ich notiere auf der Tüte Art und Erntejahr, damit ich beim Säen weiß, was ich in der Hand habe.

### Ältere Stöcke teilen

Ältere Rosetten kannst du teilen: Stock rundum ausstechen, mit dem Spaten oder einem scharfen Messer in Stücke trennen, die jeweils Wurzeln und Triebe haben, und die Teilstücke sofort wieder setzen und angießen. Ich wähle dafür einen bedeckten Tag und halte die frisch gesetzten Stücke feucht, bis ich neues Blattwachstum sehe.

> **Marias Erfahrung:** Beim Teilen lege ich die ausgestochenen Stöcke in eine Schale mit Wasser und schüttle die Erde ab – so sehe ich die Wurzelknoten und teile an den natürlichen Trennstellen statt blind durch den Ballen.

## Über den Winter

Pimpinelle ist winterhart und bleibt draußen. Ein durchlässiger Boden ohne stehende Winternässe trägt dabei den größeren Teil der Winterhärte – nasser Boden im Winter kann den Stöcken mehr zusetzen als Kälte. Was die anderen Kräutergruppen beim ersten Frost brauchen, steht im Abschnitt Überwintern des Kräuter-Ratgebers.

## Ernte in Kürze

Geerntet wird von Mai bis November, am besten vormittags, wenn der Tau abgetrocknet ist. Du nimmst die äußeren Blätter und lässt das Herz der Rosette stehen, damit sie nachschiebt; das intensivste Aroma haben die Blätter vor der Blüte. Wie du Pimpinelle über die Saison erntest und in Mischungen oder als Tee nutzt, beschreibt unser Ratgeber zu [Pimpinelle für Garten und Küche](/kraeuter/pimpinelle-kleiner-wiesenknopf/pimpinelle-vielseitiges-kraut-fuer-garten-und-kueche/).

## Vorrat in Kürze

Frisch verwendet hat Pimpinelle ihr volles Aroma; getrocknete Blätter verlieren eher an Geschmack. Für den Vorrat frierst du die Blätter portionsweise ein – eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr. Pesto ist möglich, gehört aber als nichtgesäuerte Zubereitung in den Kühlschrank bei bis zu 6 °C und nicht auf Vorrat, weil sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden können.

## Küche und Gesundheit in Kürze

Pimpinelle gehört zu den sieben Kräutern der Frankfurter Grünen Soße, die seit 2016 EU-weit als geschützte geografische Angabe gilt; in der geschützten Rezeptur stellt sie mindestens drei Prozent der Kräuterkomposition. Als Küchenkraut hat sie eine lange Tradition, auch in der Volksheilkunde. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.

## Wenn etwas nicht stimmt

Pimpinelle gilt als robust. Welke Rosetten bei nasser Erde können auf Staunässe hindeuten – dann prüfst du den Abfluss, nicht die Gießkanne. Blattläuse an jungen Trieben spülst du mit einem Wasserstrahl ab; Schmierseifenlösung wird als Hausmittel dagegen genannt, ein Wirkversprechen ist das nicht.

> **Mini-Checkliste:** Sonniger bis halbschattiger Platz mit trockenem, durchlässigem Boden · Direktsaat März–August, 0,5–1 cm tief · 25 cm in der Reihe, 25 cm Reihenabstand · Kompost zum Start, danach nichts · keine Erdbeeren als Nachbarn · Blütenstände je nach Ziel abschneiden oder stehen lassen · Ernte Mai–November, frisch oder eingefroren.

Alles Weitere zur Art – Sorten, Verwendung und Mischkultur – sammelt die [Übersichtsseite zu Pimpinelle und Kleinem Wiesenknopf](/kraeuter/pimpinelle-kleiner-wiesenknopf/).

## Häufige Fragen

### Was ist Pimpinelle und wie unterscheidet sie sich von anderen Kräutern?

Pimpinelle heißt botanisch Sanguisorba minor und ist auch als Kleiner Wiesenknopf oder Bibernell bekannt. Sie ist mehrjährig und winterhart, bildet eine Rosette aus gefiederten Blättern und wird etwa 30 bis 60 cm hoch. Anders als Dill oder Kerbel säst du sie nicht jedes Jahr neu, sondern gibst ihr einen Dauerplatz im Beet.

### Welche Standortanforderungen hat Pimpinelle im Garten?

Pimpinelle wächst sonnig bis halbschattig, so ist sie auch im Beetplaner hinterlegt. Der Boden darf trocken, durchlässig und eher kalkhaltig sein; nasse, schwere Erde bekommt ihr weniger. Als Schwachzehrer braucht sie über Kompost zum Start hinaus keine weitere Düngung.

### Wie wird Pimpinelle richtig ausgesät und gepflanzt?

Du säst von März bis August direkt ins Freiland, etwa 0,5 bis 1 cm tief; manche Herstelleranleitungen nennen erst Mai als Start. Bei 15 bis 20 °C keimen die Samen in 14 bis 21 Tagen. Als Einzelpflanzen im Beet stehen die Rosetten mit 25 cm in der Reihe und 25 cm Reihenabstand, frei und ohne Stütze.

### Welche Rolle spielt die Selbstaussaat bei der natürlichen Vermehrung?

Lässt du Blütenstände ausreifen, fallen die Samen zu Boden und können am Platz oder in der Nähe auflaufen. So verjüngt sich der Bestand ohne dein Zutun, und du kannst Sämlinge ausgraben und an anderer Stelle setzen. Willst du das steuern, schneidest du die Stände vor der Samenreife ab oder erntest die Samen gezielt in eine Papiertüte.

### Welche praktischen Schritte sind bei der Ernte und Aufbewahrung von Pimpinelle zu beachten?

Geerntet wird von Mai bis November, am besten vormittags und die äußeren Blätter, sodass das Herz der Rosette weiterwächst. Frisch verwendet hat Pimpinelle ihr volles Aroma; getrocknete Blätter verlieren eher an Geschmack. Für den Vorrat frierst du sie portionsweise ein, eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr.

### Wie unterscheidet man Pimpinelle von Pimpernell und anderen Namensgebungen?

Pimpinelle, Pimpernell und Bibernell meinen in der Regel dieselbe Pflanze: Sanguisorba minor, den Kleinen Wiesenknopf. Verwechslungsgefahr besteht mit Anis, der botanisch Pimpinella anisum heißt und ein Doldenblütler ist – eine ganz andere Pflanze. Achte beim Saatgutkauf deshalb auf den botanischen Namen.

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