# Zitruspflanzen in Europa: Wie sie kamen und wo Zitronen heute wachsen

> Zitruspflanzen stammen aus Asien. Lies, auf welchen Wegen sie nach Europa kamen, warum Orangerien entstanden und wo Zitronen heute wachsen.

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- **Bereich:** Obst › Obst & Obstgehölze
- **Zuletzt geprüft:** 11. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Jeden Herbst trage ich meine Zitruskübel ins Winterquartier, während dieselben Pflanzen am Mittelmeer das ganze Jahr im Freien stehen. Der Grund für diesen Unterschied liegt in ihrer Herkunft, denn heimisch sind Zitruspflanzen in Europa nicht. Wenn du ihren Weg kennst, verstehst du, wo Zitronen heute im Garten wachsen und wo sie einen Kübel brauchen.

## Wo wachsen Zitronen in Europa?

Im Freiland wachsen Zitronen in Europa vor allem rund um das Mittelmeer. Zu den Anbauländern gehören Spanien, Italien und Griechenland, dazu kommt Portugal mit der Algarve. In Italien zählt Sizilien zu den Zitrusregionen.

### Wachsen Zitronen auch in Mitteleuropa?

Ja, aber als Kübelpflanzen. Zitruspflanzen eignen sich für sonnige Kübelstandorte, und weil sie frostempfindlich sind, brauchen sie ein frostfreies Winterquartier. Meine Kübel stehen deshalb im Sommer auf der Terrasse und ziehen im Herbst um.

| Region | So wachsen Zitronen dort |
|---|---|
| Mittelmeerraum, etwa Spanien, Italien, Griechenland und Portugal | im Freiland |
| Mitteleuropa | im Kübel an einem sonnigen Platz, im Winter in einem frostfreien Quartier |

## Woher stammen Zitruspflanzen ursprünglich?

Zitruspflanzen stammen ursprünglich aus Süd- und Ostasien. In Europa ist keine von ihnen heimisch, auch am Mittelmeer nicht. Jede Zitrone und jede Orange, die heute in Spanien oder Italien wächst, geht auf Pflanzen zurück, die Menschen hierher gebracht haben.

> **Mythos-Check:** „Die Zitrone ist eine Pflanze des Mittelmeers.“ So klingt es auch in Goethes Zeile „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“. Angebaut wird sie dort, ihre ursprüngliche Heimat liegt aber in Süd- und Ostasien.

## Wie kamen Zitruspflanzen nach Europa?

Zitruspflanzen kamen nicht in einem Schritt nach Europa. Jede Art nahm ihren eigenen Weg, und für drei von ihnen lässt er sich beschreiben.

### Die Zitronat-Zitrone: schon in der Antike bekannt

Schon in der Antike kannte man im Mittelmeerraum die Zitronat-Zitrone. Sie trägt die Zitrone im Namen, ist aber nicht die Frucht, die du heute als Zitrone kaufst. Mit ihr beginnt die Geschichte der Zitrusfrüchte in Europa.

### Die Bitterorange: über den islamischen Kulturraum nach Spanien

Die Bitterorange hat einen weiten Weg hinter sich. Sie gelangte über den islamischen Kulturraum nach Europa, und zwar von Indien über Vorderasien und Nordafrika bis nach Spanien.

### Die süße Orange: verbreitet über portugiesische Seeverbindungen

Bei der süßen Orange spielte die Seefahrt eine Rolle, denn portugiesische Seeverbindungen förderten ihre Verbreitung in Europa.

| Zitrusart | Ihr Weg nach Europa |
|---|---|
| Zitronat-Zitrone | bereits in der Antike im Mittelmeerraum bekannt |
| Bitterorange | über den islamischen Kulturraum von Indien über Vorderasien und Nordafrika nach Spanien |
| Süße Orange | Verbreitung in Europa durch portugiesische Seeverbindungen gefördert |

Zwei dieser Wege führen in den Südwesten Europas: Die Bitterorange erreichte Spanien, und die süße Orange verbreitete sich über portugiesische Seeverbindungen. Beide Länder gehören bis heute zu den Anbauländern.

## Warum entstanden die Orangerien?

Weiter nördlich wurde der Winter zum Problem. In Mitteleuropa ließen sich Orangenbäume nur kultivieren, wenn sie den Winter in einem hellen, beheizten Überwinterungshaus verbrachten. Aus diesen Häusern entwickelten sich die Orangerien.

> **Kurz erklärt:** Eine Orangerie ist aus dem Überwinterungshaus für Orangenbäume hervorgegangen. Zwei Eigenschaften waren dafür nötig: Das Haus musste hell sein, und es musste sich heizen lassen.

### Warum galten Orangenbäume als Statussymbol?

An europäischen Fürstenhöfen waren Orangenbäume mehr als Obstgehölze, denn sie dienten als Zeichen von Macht und Reichtum. Das passt zum Aufwand: Ein Baum, der in Mitteleuropa ein helles, beheiztes Haus für den Winter braucht, zeigt jedem Gast, was sein Besitzer aufbringen kann. Zu den bekannten Beispielen gehören die Orangerien von Versailles, Schönbrunn und Herrenhausen.

## Was hat die Orangerie mit deinem Zitruskübel zu tun?

Dein Winterquartier erfüllt dieselbe Aufgabe wie die Orangerie. Orangenbäume brauchten in Mitteleuropa helle, beheizte Überwinterungshäuser, und frostempfindliche mediterrane Obstgehölze benötigen bis heute ein frostfreies Winterquartier. An der Aufgabe hat sich also nichts geändert: Die Pflanzen sollen durch den Winter kommen, ohne Frost abzubekommen.

Heimische Obstgehölze wie Apfel und Birne haben es leichter, denn sie überwintern im Kübel mit geschütztem Wurzelballen im Freien.

### Was brauchen Zitruspflanzen heute im Kübel?

Den Sommer über stehen Zitruspflanzen an einem sonnigen Kübelstandort. Gieße regelmäßig und achte darauf, dass keine Staunässe entsteht. In der Wachstumsphase von März bis Oktober brauchen die Pflanzen außerdem eine regelmäßige Nährstoffversorgung. Wie viel Dünger es sein darf, steht in der Dosierungsanweisung des Produkts, das du verwendest.

| Bereich | Das gilt für Zitruspflanzen im Kübel |
|---|---|
| Sommerplatz | sonniger Kübelstandort |
| Winter | frostfreies Winterquartier |
| Wasser | regelmäßig gießen, Staunässe vermeiden |
| Nährstoffe | regelmäßige Versorgung in der Wachstumsphase von März bis Oktober |
| pH-Wert des Substrats | 5,5–6,5 |
| pH-Kontrolle | alle 2 Jahre |

Beim Substrat kommt es auf den pH-Wert an. Zitruspflanzen benötigen auch in torffreier Erde einen niedrigen pH-Wert, kompostreiche Kübelsubstrate können aber hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte aufweisen. Deshalb gehört die pH-Kontrolle bei Zitrus im Kübel zur regelmäßigen Pflege.

> **Marias Erfahrung:** Ich messe den pH-Wert in meinen Zitruskübeln alle 2 Jahre nach und schreibe den Wert auf das Etikett am Kübel. Beim nächsten Messen sehe ich dann, ob er sich verschoben hat.

Welches Gefäß und welche Mischung sich grundsätzlich eignen, steht im Überblick dazu, [was Obst im Kübel an Gefäß und Substrat braucht](/obst/obst-baeume/).

> **Häufiger Fehler:** Orangen und Clementinen früh pflücken und im Haus nachreifen lassen. Beide reifen nach der Ernte nicht nach. Lass sie deshalb am Baum, bis sie reif sind.

## Häufige Fragen

### Wie gelangten Zitruspflanzen ursprünglich nach Europa und wer brachte sie mit?

Zitruspflanzen stammen aus Süd- und Ostasien und kamen Art für Art nach Europa. Die Zitronat-Zitrone kannte man schon in der Antike im Mittelmeerraum. Die Bitterorange gelangte über den islamischen Kulturraum von Indien über Vorderasien und Nordafrika nach Spanien, und die Verbreitung der süßen Orange förderten portugiesische Seeverbindungen.

### Was sind Orangerien und wie funktionierten diese speziellen Bauwerke für Zitrusfrüchte?

Orangerien sind aus Überwinterungshäusern für Orangenbäume hervorgegangen. In Mitteleuropa ließen sich die Bäume nur kultivieren, wenn sie den Winter in einem hellen, beheizten Haus verbrachten. An europäischen Fürstenhöfen dienten Orangenbäume zugleich als Zeichen von Macht und Reichtum.

### In welchen europäischen Regionen gedeihen Zitruspflanzen am besten und warum?

Im Freiland gedeihen Zitruspflanzen in Europa vor allem im Mittelmeerraum, zum Beispiel in Spanien, Italien, Griechenland und Portugal. Der Grund ist der Frost: Zitruspflanzen sind frostempfindlich und brauchen dort, wo es im Winter friert, ein frostfreies Winterquartier. In Mitteleuropa wachsen sie deshalb im Kübel an einem sonnigen Platz.

### Wie pflegt man Zitruspflanzen in Kübeln richtig und worauf ist zu achten?

Zitruspflanzen im Kübel brauchen einen sonnigen Platz und regelmäßige Wassergaben, ohne dass Staunässe entsteht. In der Wachstumsphase von März bis Oktober kommt eine regelmäßige Nährstoffversorgung dazu, dosiert nach der Anweisung des verwendeten Düngers. Das Substrat sollte einen pH-Wert von 5,5–6,5 haben. Den Winter verbringen die frostempfindlichen Pflanzen in einem frostfreien Quartier.

### Was unterscheidet Agrumen von anderen Obstsorten in der Kultivierung?

Agrumen, also Zitrusgewächse, unterscheiden sich vor allem im Winter von heimischem Obst. Apfel und Birne überwintern im Kübel mit geschütztem Wurzelballen im Freien, Zitruspflanzen brauchen als frostempfindliche Gehölze ein frostfreies Winterquartier. Hinzu kommt das Substrat, denn Zitruspflanzen benötigen auch in torffreier Erde einen niedrigen pH-Wert. Bei den Nährstoffen brauchen sie in ihrer Wachstumsphase von März bis Oktober eine regelmäßige Versorgung, während bei winterharten Obstgehölzen im Garten die Stickstoffdüngung vor Juli endet.

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