# Anzuchtschalen im Schulunterricht: Pflanzenprojekt mit Lehrplan, Pflegedienst und Bewertung

> So planst du Anzuchtschalen als Klassenprojekt: Pflanzen passend zum Lernziel, Zeitplan, Sicherheit, Pflegedienste und eine faire Bewertung des Lernerfolgs.

- **URL:** https://samen.de/praxis/aussaat-anzucht/anzuchtschalen-im-schulunterricht-praxisnahes-lernen-ueber-pflanzenwachstum/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Aussaat & Anzucht (Grundwissen)
- **Zuletzt geprüft:** 05. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Wer mit einer Klasse Pflanzen in Anzuchtschalen zieht, plant mehr als die Aussaat. Jemand muss am Montag gießen, die Schalen brauchen in den Ferien eine Vertretung, und am Ende steht die Frage nach der Bewertung. Mein Rat: Plane vom Lernziel her und such die Pflanze erst danach aus. Dann passen Aussaat, Pflegedienst und Bewertung zu dem Thema, das im Unterricht gerade dran ist.

## Wie bindest du Anzuchtschalen in den Lehrplan ein?

Ein Pflanzenprojekt lässt sich im Sachunterricht verankern und von dort fächerübergreifend erweitern. Die Themen gibt der Lehrplan deines Bundeslandes vor, die Anzuchtschale liefert das Anschauungsmaterial dazu. Ich würde deshalb zuerst aufschreiben, was die Klasse am Ende können soll, und erst dann Pflanze und Zeitraum festlegen.

An der Fensterbank lassen sich diese Lernziele gut zeigen:

- **Keimung erkennen:** Sichtbare Wurzelspitzen, ein Spross oder ein Keimblatt zeigen an, dass ein Samen gekeimt ist.
- **Was im Samen steckt:** Keimlinge nutzen zunächst die Nährstoffreserven, die im Samen gespeichert sind.
- **Wie sich eine Pflanze entwickelt:** Bei Paprika bilden sich nach den Keimblättern in der Triebmitte die ersten Laubblättchen.
- **Was Pflanzen zum Wachsen brauchen:** Licht, Wasser und Wärme werden an der Fensterbank sichtbar, und die Pflegedienste machen sie zur festen Aufgabe.
- **Verantwortung übernehmen:** Ein Pflegeplan zeigt jedem Kind, dass die Pflanzen von der ganzen Klasse abhängen.

> **Tipp:** Schreib die Lernziele auf dasselbe Blatt wie die Bewertungskriterien und häng es neben die Schalen. So sehen die Kinder vom ersten Tag an, worauf sie beim Beobachten achten sollen.

## Welche Pflanzen passen zu welchem Lernziel?

Die Pflanze richtet sich nach dem, was die Klasse sehen soll, und nach der Zeit bis zu den nächsten Ferien. Für einen kurzen Einstieg wählst du eine schnelle Art, für ein längeres Projekt eine Kultur, die später ins Beet umzieht.

| Lernziel | Pflanze | Anhaltspunkt für die Planung |
|---|---|---|
| Keimung in kurzer Zeit sehen | Gartenkresse auf feuchtem Küchenpapier | unter geeigneten Zimmerbedingungen nach etwa einer Woche erntereif |
| Keimdauer beobachten und notieren | Tagetes Bonita Mischung | keimt bei 16 bis 20 °C in etwa 7 bis 14 Tagen; etwa 0 bis 0,5 cm tief säen und nur dünn mit Erde bedecken |
| Saattiefe vergleichen | Basilikum und Tomate | Basilikumsamen auf der Oberfläche andrücken und nicht abdecken; Tomatensamen etwa 1 cm tief säen |
| Keimblatt und Laubblatt unterscheiden | Paprika | Keimung bei 25 °C optimal; vereinzeln, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblättchen zeigen |
| Eine eigene Pflanze je Kind | Kapuzinerkresse | 1 bis 3 Samen je Anzuchttopf, späteres Pikieren entfällt |
| Große Samen, empfindliche Wurzeln | Kürbis und Zucchini | ein Samen je Topf, sodass Pikieren entfällt; Aussaat etwa 4 Wochen vor dem Auspflanzen |

Paprika braucht eine längere Anzuchtphase als Tomaten, Zucchini, Kürbisse und Gurken. Paprika gehört deshalb in ein Projekt, das früh im Jahr beginnt.

Kresse auf Küchenpapier passt gut zum Lernziel rund um den Samen. Keimlinge nutzen zunächst die Nährstoffreserven im Samen, und Gartenkresse lässt sich auf feuchtem Küchenpapier nach etwa einer Woche ernten. Die Klasse sieht also an einer Pflanze ganz ohne Erde, dass der Keimling seinen ersten Vorrat selbst mitbringt.

## Was brauchst du an Schalen und Erde?

Eine Anzuchtschale muss überschüssiges Gießwasser ablaufen lassen; gefüllt wird sie mit nährstoffarmem, humosem und durchlässigem Anzuchtsubstrat. Welche Gefäße, Abdeckungen und Erden sich für die Aussaat eignen, erklärt der [Überblick über Gefäße und Abdeckungen für die Anzucht](/praxis/aussaat-anzucht/). Material, Größe und Haltbarkeit der Schalen vergleicht der Ratgeber, [nach welchen Kriterien du die passende Anzuchtschale auswählst](/praxis/aussaat-anzucht/die-richtige-wahl-der-anzuchtschale-faktoren-und-entscheidungshilfen/).

## Wie planst du die Zeit über das Schuljahr?

Plane rückwärts: vom Tag, an dem die Pflanzen das Klassenzimmer verlassen sollen, zurück zur Aussaat. Für frostempfindliches Fruchtgemüse gilt Mitte Mai als Richtwert für das Auspflanzen ins Freiland. Maßgeblich bleiben aber anhaltend milde Witterung und die Bedingungen vor Ort. Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini und Kürbisse können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken, deshalb zählt neben der Witterung auch ein erwärmter Boden.

| Kultur | Aussaat oder Vorlauf bis zum Auspflanzen |
|---|---|
| Gurke | etwa 2 bis 3 Wochen Vorkultur bis zur Pflanzung |
| Zucchini und Kürbis | Aussaat etwa 4 Wochen vor dem Auspflanzen |
| Tomate | Aussaat auf der Fensterbank Mitte bis Ende März |
| Paprika | für eine Pflanzung im Mai etwa zwischen Februar und Anfang März vorziehen |
| Tagetes Bonita Mischung | Vorkultur von März bis Mai, ins Freiland nicht vor Mitte Mai |

Früher säen hilft dabei nicht immer. Zu frühe Fensterbankaussaaten können bei kurzen Tagen und Lichtmangel lange, dünne Triebe bilden.

### Ferien einplanen

Liegen Ferien in der Anzuchtzeit, brauchen die Schalen eine Vertretung. Für die Ferienpflege eines Schulgartens können Schülerinnen, Schüler oder Erwachsene Patenschaften übernehmen. Die notwendigen Arbeiten stehen dann in einem Pflegeplan. Dasselbe Prinzip lässt sich auf die Fensterbank im Klassenzimmer übertragen: Wer die Schalen betreut, bekommt den Pflegeplan schriftlich mit.

### Wenn das Klassenzimmer nicht passt

Fehlen im Klassenzimmer geeignete Bedingungen für die Eigenanzucht, können kräftige, gesunde Jungpflanzen aus der Gärtnerei den eigenen Vorzuchtplan ersetzen. Die Klasse beobachtet die Keimung dann an Kresse und setzt die gekauften Jungpflanzen später ins Schulbeet.

## Wo stehen die Schalen im Klassenzimmer?

Frisch gekeimte Sämlinge brauchen einen hellen Platz, sollen aber zunächst vor praller Sonne geschützt stehen. Sitzt unter der Fensterbank eine Heizung, kann trockene Heizungsluft die Pflanzen stärker verdunsten lassen, als die Wurzeln durch Wasseraufnahme ausgleichen können.

Auch Wärme und Licht hängen zusammen. Mit steigender Temperatur braucht die Anzucht einen helleren Standort, weil Wärme bei Lichtmangel übermäßiges Längenwachstum begünstigt. Ein zu dunkles Fenster oder zu hohe Temperaturen nach dem Pikieren führen zu blassen, dünnen und weichen Jungpflanzen. In einem gut geheizten Klassenraum gehören die Schalen deshalb an ein möglichst helles Fenster.

Eine luft- und lichtdurchlässige Haube hält die Aussaat feucht. Die Haube kommt ab, sobald der erste Keimling erscheint. Reicht das Tageslicht nicht, kann eine Pflanzenlampe ergänzen. Lässt sich die LED nicht ausreichend in der Höhe verstellen, können hohe Belichtungsintensitäten die Blätter schädigen, wenn die Pflanzen zu nah heranwachsen.

## Wie organisierst du die Pflegedienste der Klasse?

Teile die Pflege in klar umrissene Dienste auf. Jedes Kind weiß dann, was es zu tun hat, und keine Schale wird doppelt gegossen. Der Plan hängt gut sichtbar neben den Schalen, mit Namen, Dienst und Zeitraum.

| Dienst | Aufgabe | Worauf das Kind achtet |
|---|---|---|
| Gießdienst | prüft die Feuchte mit dem Finger und gießt erst danach | Erde gleichmäßig feucht, niemals nass |
| Sprühdienst | befeuchtet frisch gesäte Schalen mit der Sprühflasche | die Erde ist vorher schon durchfeuchtet, die Samen werden nicht ausgeschwemmt |
| Haubendienst | nimmt die Abdeckhaube ab | sobald der erste Keimling erscheint |
| Protokolldienst | trägt Beobachtungen mit Datum ein | Keimzeichen: Wurzelspitze, Spross, Keimblatt |
| Kontrolldienst | sieht die Schalen auf Auffälligkeiten durch | meldet umgefallene Sämlinge und Trauermücken der Lehrkraft |

> **Mini-Checkliste:** für den Gießdienst
> - Finger in die Erde stecken, auch unter die Oberfläche.
> - Gießwasser mit Raumtemperatur nehmen.
> - Fruchtgemüse so gießen, dass die Jungpflanzen vor der Nacht abtrocknen können und die Erde feucht statt nass bleibt.
> - Stehendes Wasser aus den Untersetzern abgießen, damit kein Töpfchen dauerhaft im Wasser steht und wieder Luft an die Wurzeln kommt.

> **Häufiger Fehler:** Nur auf die Oberfläche schauen. Bei torfreduzierten und torffreien Substraten kann die Oberfläche schon trocken sein, während der untere Bereich noch nass ist. Lass die Kinder deshalb auch unter der Oberfläche fühlen, bevor sie zur Gießkanne greifen.

Trauermückenlarven können Pflanzenwurzeln anfressen und vermehren sich besonders in ständig zu nasser Topferde. Ein Gießdienst, der nur nach der trockenen Oberfläche torffreier Erde geht, kann also genau diese Bedingungen schaffen.

Bei Zieraussaaten wie Tagetes beugen lockere Aussaat, gute Durchlüftung und das Vermeiden zu nasser Flächen Auflauf- und Umfallkrankheiten vor. Befallene Zierpflanzen werden sofort aus der Anzucht entfernt. Ob ein Sämling wirklich befallen ist, beurteilt die Lehrkraft und nicht der Kontrolldienst.

## Was gilt für die Sicherheit im Klassenzimmer?

Im Klassenzimmer können essbare und nicht essbare Pflanzen direkt nebeneinander stehen. Vor der ersten Aussaat braucht die Klasse deshalb eine klare Regel, was probiert werden darf.

> **Achtung:** Rohe Feuerbohnen sind giftig und dürfen bei einem schulischen Anzuchtprojekt nicht roh gegessen werden. Teile die Samen erst zur Aussaat aus und sammle übrige gleich danach wieder ein.

Tomaten, Paprika und Auberginen eignen sich wegen giftiger Inhaltsstoffe nicht zur Anzucht essbarer Microgreens. Die Sämlinge dieser Arten sind also nichts zum Probieren, auch wenn die Kresse daneben gegessen wird. Ich empfehle, Schalen mit essbarem Inhalt sichtbar anders zu kennzeichnen als alle übrigen.

Will die Klasse rohe Sprossen ziehen, gilt eine weitere Regel. Sprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch selbst gezogene, denn Waschen entfernt Krankheitserreger nicht zuverlässig. Für kleine Kinder, Schwangere, ältere Menschen und alle mit geschwächter Immunabwehr gilt das ohne Ausnahme. Alle anderen waschen sie vor dem Verzehr gründlich und verbrauchen sie möglichst schnell. Das verringert die Keimbelastung, beseitigt sie aber nicht.

Vor der gemeinsamen Zubereitung, etwa eines Kressebrots, müssen alle die Hände waschen. Ich wasche mir die Hände außerdem nach der Arbeit mit Erde.

Erntet die Klasse im Schulgarten Zucchini oder andere Cucurbita-pepo-Kürbisse, nimmt sie davon kein Saatgut für die nächste Aussaat, falls Zierkürbisse in der Nähe wachsen. Schmeckt ein Kürbisgewächs bitter, wird der Bissen sofort ausgespuckt und das Gemüse entsorgt. Auch Erhitzen beseitigt die giftigen Bitterstoffe nicht zuverlässig.

## Wie verbindest du das Projekt mit anderen Fächern?

Das Projekt gehört in den Sachunterricht, die anderen Fächer nutzen dieselben Schalen mit. So wertet die Klasse eine Beobachtung mehrfach aus, statt parallel ein zweites Projekt zu betreuen.

### Mathematik: Keimquote und Rückwärtsplanung

Eine Keimprobe liefert Zahlen aus der eigenen Klasse. Dafür legen die Kinder je Sorte mindestens 20 Samen getrennt voneinander auf feuchtes Küchenpapier. Das Papier wird eingerollt und kommt in eine Tüte mit Luftlöchern.

> **Zahl im Blick:** Zählt die Klasse 16 gekeimte von 20 geprüften Samen, ergibt das eine beobachtete Keimquote von 80 %. Für Tomatensaatgut nennt die deutsche Saatgutverordnung eine Mindestkeimfähigkeit von 75 % der reinen Körner. Bei einer Keimprobe unter 20 bis 25 °C gelten für Tomaten und Paprika ein bis zwei Wochen als Kontrollrichtwert; vor der Endzählung wird nachkontrolliert und noch einige Tage gewartet.

Eine normale Keimprüfung allein kann den Feldaufgang unter ungünstigen Bedingungen nicht sicher vorhersagen. Das ist ein guter Gesprächsanlass, wenn im Beet später weniger aufgeht als auf dem Küchenpapier.

Die zweite Rechenaufgabe steckt in der Zeitplanung. Die Klasse zählt vom Auspflanztermin die Vorkulturwochen zurück und trägt das Aussaatdatum selbst in den Kalender ein.

### Deutsch: beobachten, beschreiben, vorstellen

Die Kinder dokumentieren die Entwicklung ihrer Pflanzen in einem Beobachtungstagebuch. Anschließend stellen sie ihre eigenen Beobachtungsdaten der Klasse vor. Dabei üben sie, mit Fachwörtern wie Wurzelspitze, Spross und Keimblatt genau zu beschreiben, was sie sehen.

### Kunst: Entwicklungsstadien zeichnen

Im Kunstunterricht zeichnen die Kinder dieselbe Pflanze in mehreren Stadien. Bei Paprika eignet sich der Moment, in dem sich nach den Keimblättern die ersten Laubblättchen in der Triebmitte zeigen. Dann sind beide Blattformen nebeneinander zu sehen.

### Physik: ein eigenes Lichtmaß für Pflanzen

Für die Bewertung von Pflanzenlampen ist die fotosynthetisch aktive Photonenflussdichte, kurz PPFD, geeigneter als eine Luxangabe. Lux orientiert sich am menschlichen Helligkeitsempfinden, PPFD wird in µmol/m²/s angegeben. Mit älteren Klassen lässt sich daran besprechen, warum es für Pflanzen ein eigenes Lichtmaß gibt.

### Umwelt: was in der Erde steckt

Torffreie Substrate schonen Moore und vermindern die CO₂-Emissionen, die mit dem Torfabbau verbunden sind. Die Bezeichnung Bio-Erde garantiert dabei keine Torffreiheit, entscheidend ist die ausdrückliche Kennzeichnung als torffrei. Wer mit der Klasse Moore schonen will, lässt die Kinder also das Etikett lesen, statt nur auf das Wort Bio zu achten.

### Messreihen, Vergleichsversuche und Mikroskop

Wachstumsmessungen, Vergleichsversuche mit Licht und Wasser und der Blick durchs Mikroskop sind eigene Lerneinheiten. Wie Kinder dabei messen, Daten auswerten und präsentieren, zeigt der Ratgeber, [wie Pflanzenanzucht als MINT-Projekt für Kinder aufgebaut ist](/praxis/aussaat-anzucht/pflanzenanzucht-als-mint-projekt-fuer-kinder/).

## Wie bewertest du den Lernerfolg?

Ob eine Pflanze gut wächst, hängt auch an Bedingungen, die die Kinder nicht steuern. Trockene Heizungsluft unter der Fensterbank gehört dazu, ebenso ein zu dunkles Fenster. Ich würde deshalb nicht die Pflanze bewerten, sondern die Arbeit an ihr: Beobachtung, Pflege, Fachwissen, Präsentation und Reflexion.

Leg die Kriterien vor dem Start fest und besprich sie mit der Klasse.

| Bereich | Woran du den Lernerfolg erkennst |
|---|---|
| Beobachtung | Einträge im Tagebuch tragen ein Datum, Keimzeichen wie Wurzelspitze, Spross und Keimblatt sind richtig benannt |
| Pflege | Das Kind erklärt, warum es vor dem Gießen mit dem Finger prüft und wann es nicht gießt |
| Fachwissen | Das Kind erklärt, woher ein Keimling seine ersten Nährstoffe bezieht |
| Präsentation | Die eigenen Beobachtungsdaten werden der Klasse nachvollziehbar vorgestellt |
| Reflexion | Das Kind benennt, was beim nächsten Durchgang anders laufen soll und warum |

### Feedback der Klasse einholen

Frag die Klasse am Ende, was gut lief und was sie beim nächsten Mal ändern würde. Ein kurzer Fragebogen reicht dafür. Die Antworten fließen in die Planung für das nächste Schuljahr ein.

### Für das nächste Schuljahr festhalten

Ein Gartentagebuch hält fest, welche Sorten gut keimen und sich zügig entwickeln. So baut die nächste Planung auf eigenen Beobachtungen auf. Für die Klasse eignet sich dafür ein gemeinsames Heft, das bei der Lehrkraft bleibt.

> **Marias Erfahrung:** Ich führe für meinen Garten ein Tagebuch und trage bei jeder Aussaat Art, Sorte und Datum ein. Daneben notiere ich, wann die ersten Keimlinge zu sehen sind und wie sie sich entwickeln.

## Wie geht es nach dem Projekt weiter?

### Erde und Schalen aufräumen

Krankheitsfreie gebrauchte Erde aus den Schalen kann auf den Kompost oder eingearbeitet ins Schulbeet. Erde aus Gefäßen mit abgestorbenen oder kranken Pflanzen wird dagegen nicht wieder als Pflanzsubstrat verwendet. Alte Erde mit frischer Erde und Kompost aufzubereiten, ist für eine spätere Aussaat keine allgemeine Empfehlung. Die Schalen werden gereinigt und erst trocken ineinandergesteckt.

Übrig gebliebene, unbenutzte Erde lagert im Gebinde dunkel, kühl und trocken. Bei längerer Lagerung können organische Bestandteile torffreier Erde Nährstoffe freisetzen und dadurch den Salzgehalt erhöhen. Für Aussaaterde sollte der Salzgehalt unter 0,5 g/l liegen. Ein Sack, der lange im Schrank stand, ist für die nächste Aussaat also nicht automatisch die richtige Wahl.

### Vom Klassenzimmer in den Schulgarten

Bevor Fruchtgemüse ins Beet zieht, gewöhnt es sich an draußen. Bei geeigneter Witterung stehen selbst angezogene Jungpflanzen tagsüber zuerst im Halbschatten und danach in der Sonne.

Möhren, Pastinaken und Schwarzwurzeln eignen sich dagegen für die direkte Aussaat ins Beet. Daran sieht die Klasse, dass es neben der Vorkultur auch die Direktsaat gibt. Die Ringelblume Bunte Schnittmischung kann von April bis Juni direkt gesät werden. Die Blüte reicht von Juni bis Oktober, sodass die Klasse sie auch nach den Sommerferien noch erleben kann.

Wie du die Beete im Schulgarten aufteilst, kannst du mit dem [Beetplaner für Gemüsebeete](/tools/beetplaner/) durchspielen. Welche Gemüse nebeneinander passen, zeigt die [Übersicht zu Mischkultur-Partnern im Gemüsebeet](/tools/mischkultur/). Hat deine Schule ein Gewächshaus, lohnt ein Blick darauf, [wie du Anzuchtschalen im Gewächshaus platzsparend anordnest](/praxis/aussaat-anzucht/anzuchtschalen-im-gewaechshaus-optimale-raumnutzung/).

## Häufige Fragen

### Was sind Anzuchtschalen und wofür nutzt man sie im Biologieunterricht?

Anzuchtschalen sind Gefäße für die Aussaat, die überschüssiges Gießwasser ablaufen lassen müssen und mit nährstoffarmem, humosem und durchlässigem Anzuchtsubstrat gefüllt werden. Im Unterricht zeigen sie, wie aus einem Samen ein Keimling wird: Sichtbare Wurzelspitzen, ein Spross oder ein Keimblatt zeigen an, dass ein Samen gekeimt ist. Die Kinder können die Entwicklung ihrer Pflanzen dokumentieren und ihre Beobachtungsdaten anschließend der Klasse vorstellen.

### Wie lassen sich Anzuchtschalen fächerübergreifend in den Unterricht einbinden?

Ein Pflanzenprojekt lässt sich im Sachunterricht verankern und von dort auf weitere Fächer ausweiten. In Mathematik berechnet die Klasse aus einer Keimprobe die Keimquote, also den Anteil gekeimter Samen. Im Deutschunterricht entsteht ein Beobachtungstagebuch, dessen Daten die Kinder der Klasse vorstellen. Beim Thema Umwelt lernen sie, dass torffreie Erde Moore schont und die Bezeichnung Bio-Erde allein keine Torffreiheit garantiert.

### Welche Pflanzen eignen sich für ein Anzuchtprojekt in der Klasse?

Für einen schnellen Einstieg passt Gartenkresse, die sich auf feuchtem Küchenpapier unter geeigneten Zimmerbedingungen nach etwa einer Woche ernten lässt. Kapuzinerkresse kannst du mit ein bis drei Samen je Anzuchttopf vorziehen, sodass jedes Kind einen eigenen Topf betreut und nichts pikiert werden muss. Feuerbohnen sind roh giftig und dürfen im Schulprojekt nicht roh gegessen werden. Tomaten, Paprika und Auberginen eignen sich wegen giftiger Inhaltsstoffe nicht als essbare Microgreens.

### Zu welcher Jahreszeit passt ein Anzuchtprojekt in der Schule?

Für Gemüse planst du vom Auspflanzen rückwärts: Für frostempfindliches Fruchtgemüse gilt Mitte Mai als Richtwert, maßgeblich bleiben aber anhaltend milde Witterung und die Bedingungen vor Ort. Tomaten werden auf der Fensterbank Mitte bis Ende März ausgesät. Zucchini und Kürbis säst du etwa vier Wochen vor dem Auspflanzen. Wer zu früh auf der Fensterbank sät, riskiert bei kurzen Tagen und Lichtmangel lange, dünne Triebe.

### Brauchen Pflanzen in Anzuchtschalen viel direkte Sonne?

Frisch gekeimte Sämlinge brauchen einen hellen Platz, sollen aber zunächst vor praller Sonne geschützt stehen. Je wärmer der Raum, desto heller muss der Standort sein, weil Wärme bei Lichtmangel übermäßiges Längenwachstum begünstigt. Steht die Schale an einem zu dunklen Fenster oder nach dem Pikieren zu warm, werden die Jungpflanzen leicht blass, dünn und weich.

### Wie fördern Anzuchtschalen Umweltbewusstsein im Unterricht?

Ein Ansatzpunkt ist die Erde: Torffreie Substrate schonen Moore und vermindern die CO₂-Emissionen, die mit dem Torfabbau verbunden sind. Dabei lernen die Kinder, Etiketten genau zu lesen, denn die Bezeichnung Bio-Erde garantiert keine Torffreiheit. Nach dem Projekt kann krankheitsfreie gebrauchte Erde auf den Kompost, während Erde aus Gefäßen mit kranken Pflanzen nicht wieder als Pflanzsubstrat dient.

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