# Wann welches Gemüse säen? Tabelle nach Bodentemperatur, Lage und Frost

> Wann du welches Gemüse säen kannst, entscheiden Bodentemperatur, Witterung und Lage. Mit Tabelle und Kältegruppen für die Entscheidung in deinem eigenen Garten.

- **URL:** https://samen.de/praxis/aussaat-anzucht/der-perfekte-zeitpunkt-fuer-die-aussaat-von-gemuesesamen/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Aussaat & Anzucht (Grundwissen)
- **Zuletzt geprüft:** 05. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Auf der Samentüte steht ein Aussaatzeitraum. Ob dein Beet in diesem Zeitraum schon bereit ist, sagt sie dir nicht. Säst du zu früh, liegen die Samen in Erde, die für ihre Keimung noch zu kalt ist. Pflanzt du wärmeliebende Jungpflanzen zu zeitig aus, können sie schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Ich lege den Saattag deshalb nach drei Dingen fest: nach der Art, nach dem Boden und nach dem Wetter an meinem Standort.

## Drei Fragen vor jeder Aussaat

Bevor ich eine Samentüte öffne, gehe ich drei Fragen durch. Die Reihenfolge bleibt gleich, weil jede Antwort die nächste eingrenzt.

1. **Wie viel Kälte verträgt die Art?** Manche Arten keimen schon in kühlem Boden, andere stocken selbst bei niedrigen Plusgraden im Wachstum. Das legt fest, wie weit du den Termin nach vorn ziehen kannst.
2. **Ist der Boden so weit?** Er muss für die Keimung warm genug sein. Bearbeiten kannst du das Beet, wenn der Boden so weit abgetrocknet ist, dass keine Erde mehr an den Gartengeräten haften bleibt.
3. **Was macht das Wetter an deinem Standort?** Aussaat- und Pflanztermine verschieben sich mit der Witterung und dem regionalen Klima. Ein Datum aus einem Kalender ist deshalb ein Ausgangspunkt, den du an deinen Garten anpasst.

Dazu kommt die Anbauweise. Ziehst du im Haus vor, rechnest du vom Pflanztermin zurück. Säst du direkt ins Beet, entscheidet der Boden am Saattag.

> **Mini-Checkliste:** Kälteverträglichkeit der Art nachschlagen. Bodenthermometer ins Saatbeet stecken und ablesen. Prüfen, ob Erde an der Harke haften bleibt. Wettervorhersage für die kommenden Nächte ansehen. Saattag, Messwert und Wetter notieren.

## Welches Gemüse wann? Die Tabelle nach Bodentemperatur

Für die Direktsaat ist die Bodentemperatur im Saatbeet das Signal, das du selbst messen kannst. Die Werte in der Tabelle sind Mindestwerte für die Keimung im Saatbeet. Ich stecke das Bodenthermometer ins Beet, bevor ich die Saatrille ziehe, und säe erst, wenn der Wert erreicht ist.

| Gemüse | Mindestbodentemperatur für die Keimung im Saatbeet | So setzt du es um |
|---|---|---|
| Möhren | 5 °C | Direktsaat; bei trockener, warmer Witterung hält eine Vliesabdeckung die Saat länger feucht |
| Petersilie | 6 °C | gehört zu den Kräutern, die schon vor den Eisheiligen ins Freiland dürfen |
| Porree und Zwiebeln | 8 bis 10 °C | Saattag nach der Messung festlegen, nicht nach dem ersten milden Tag |
| Bohnen | 10 bis 12 °C | bei Buschbohnen kann Vorziehen in Töpfen den Schaden durch Bohnenfliegen verringern, der bei anhaltend kühlem Wetter zunimmt |
| Gurken | über 12 °C | Freilandgurken im Normalanbau ab Mitte Mai säen |

Zu warm kann der Boden ebenfalls sein. Kopfsalat keimt bei Bodentemperaturen über 18 °C schlechter. Hohe Bodentemperaturen können bei Salaten einschließlich Feldsalat und bei Spinat die Keimung sogar verhindern oder unterbrechen. Das Thermometer zeigt dir also im Frühjahr, ab wann du säen kannst, und im Hochsommer, wann der Boden für Salat und Spinat zu warm ist.

Die Monate, in denen du die einzelnen Arten säst, findest du in der Übersicht, [welche Aussaatzeit zu welcher Gemüsesorte passt](/praxis/aussaat-anzucht/die-richtige-aussaatzeit-fuer-verschiedene-gemuesesorten/).

## Klimazone und Lage: warum dein Termin vom Nachbargarten abweicht

### Regionales Klima verschiebt den Start

Wie weit ein Kalendertermin für dich gilt, hängt vom regionalen Klima ab. Im Weinbauklima ist ein früherer Beginn möglich, in klimatisch ungünstigen Lagen ein späterer. Ich lese jeden Aussaatkalender deshalb mit der Frage, für welche Lage er gedacht ist. Erst dann übertrage ich die Termine auf meinen Garten.

### Kleinklima: Senken und Mulden

In Strahlungsnächten fließt Kaltluft hangabwärts und sammelt sich in Senken, Mulden, Tälern und am Hangfuß. Diese Lagen sind besonders frostgefährdet. Im Frühjahr gehe ich morgens durch den Garten und schaue, wo der Reif am längsten liegen bleibt. Dort plane ich keine frühen, empfindlichen Kulturen ein.

Tomaten, Gurken und Zucchini können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Liegt dein Beet in einer Mulde, reicht für diese Arten eine frostfreie Wettermeldung also nicht, denn gerade dort sammelt sich in Strahlungsnächten die Kaltluft.

### Boden und Wetter am Saattag

Ist der Unterboden sehr trocken, wässere ich das Beet vor der Saat vor. Nach verschlämmendem Regen lockere ich den Boden vorsichtig neben den Saatreihen, bevor die Saat aufläuft.

> **Zahl im Blick:** Bei sehr trockenem Unterboden empfiehlt sich 1 bis 2 Tage vor der Aussaat eine Wassergabe von 15 bis 20 l/m². Der Wert gilt für die Freilandaussaat im Beet.

Das Wetter verschiebt auch das Ende der Kultur. Mitte März gesäte Radieschen sind je nach Witterung Ende April bis Anfang Mai erntereif.

## Frostempfindlichkeit: wie viel Kälte deine Gemüseart verträgt

Wie früh du säen oder pflanzen kannst, hängt an der Kälteverträglichkeit der Art. Dabei geht es nicht nur um Frost, sondern auch um niedrige Plusgrade. Ich ordne jede Art zuerst einer dieser Gruppen zu und schaue erst danach in den Kalender.

| Gruppe | Arten | Was das für den Termin heißt |
|---|---|---|
| Wärmeliebend | Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Melonen | können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken; gepflanzt wird erst, wenn der Boden erwärmt ist und die tatsächliche Witterung passt |
| Früh ins Freiland | Schnittlauch, Petersilie, Kresse, Rucola | Freilandaussaat schon Anfang bis Mitte April, vor den Eisheiligen |
| Empfindlich in der Anzucht | Blumenkohl, Frühkohl, Kohlrabi, Sellerie | während der Anzucht nicht unter 14 bis 16 °C, sonst droht vorzeitiges Schossen |
| Wintergemüse | Spinat zur Winter- oder Frühjahrsernte | Aussaat bis Mitte September; die Frostverträglichkeit hängt nicht nur von der Art ab |

Wie weit die Termine auseinanderliegen, zeigen zwei Kräuter. Petersilie kannst du Anfang bis Mitte April ins Freiland säen. Für Basilikum beginnt die Freilandaussaat frühestens Mitte Mai.

> **Mythos-Check:** „Sobald kein Frost mehr droht, können Tomaten und Gurken raus.“ Das greift zu kurz. Diese Arten können auch bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Für die Pflanzung zählen deshalb ein erwärmter Boden und die tatsächliche Witterung, nicht nur die Frostmeldung.

Bei Wintergemüse hilft eine Pauschalliste wenig. Wie viel Frost es verträgt, hängt neben der Art auch von Sorte, Entwicklungszustand, Gesundheit, Standort und Witterung ab. Ich notiere deshalb, an welcher Stelle und in welchem Zustand meine Bestände in den Winter gehen.

## Vorkultur, Direktsaat und Glas: was sich am Termin ändert

Ob du vorziehst oder direkt säst, verschiebt den Saattag, aber nicht die Fragen nach Boden und Wetter. Bei der Vorkultur bestimmt der örtliche Pflanztermin, wann du anfängst. Nach welchen Kriterien du dich je Kultur entscheidest, steht im Ratgeber, [wie du zwischen Vorkultur und Direktsaat wählst](/praxis/aussaat-anzucht/vorkultur-oder-direktsaat-welcher-weg-ist-fuer-ihre-pflanzen-der-richtige/).

Für die Rückwärtsplanung reichen Gurken etwa 2 bis 3 Wochen Vorkultur bis zur Pflanzung. Zucchini und Kürbis säst du etwa 4 Wochen vor dem Auspflanzen. Welche Arten sich lohnen und wie du sie bis zum Auspflanzen bringst, zeigt der Ratgeber, [welche Gemüsearten sich zum Vorziehen eignen](/praxis/aussaat-anzucht/gemuese-vorziehen-die-besten-sorten-fuer-eine-erfolgreiche-anzucht/).

Ein ungeheiztes Gewächshaus zieht den Start für robuste Kulturen vor. Witterungsabhängig kannst du dort etwa ab Anfang März Kopfsalat und Kohlrabi pflanzen und Radieschen säen, zuverlässig frostfrei ist es aber nicht. Worin sich Gewächshaus und Frühbeet unterscheiden, erklärt der Ratgeber, [wie du Gewächshaus und Frühbeet für die Aussaat nutzt](/praxis/aussaat-anzucht/aussaat-unter-glas-gewaechshaus-und-fruehbeet-optimal-nutzen/).

## Späte Sätze im Sommer und Herbst

Boden, Wetter und Kälteverträglichkeit entscheiden auch über die späten Sätze. Längere Anbau- und Erntezeiten durch den Klimawandel eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für Aussaaten im Herbst, und solche Herbstkulturen bedecken den Gartenboden und nehmen freigesetzte Nährstoffe auf. Was in welcher Jahreszeit ansteht, zeigt der Überblick, [welche Aussaat- und Erntearbeiten im Gemüsegarten je Jahreszeit anfallen](/praxis/aussaat-anzucht/saisonkalender-fuer-den-gemueseanbau-optimale-aussaat-und-erntezeiten/).

## Aussaatkalender und Gartentagebuch: aus deinem Garten lernen

Für deinen eigenen Aussaatkalender verteilst du zuerst die Hauptkulturen auf die Beete. Danach ergänzt du passende Vor-, Nach- und Zwischenkulturen anhand ihrer Beetbelegungsdauer. Wie daraus Schritt für Schritt ein persönlicher Kalender wird, zeigt der Ratgeber, [wie du deinen Aussaatkalender nach Jahreszeit und Pflanzenfamilie aufbaust](/praxis/aussaat-anzucht/der-richtige-zeitpunkt-fuer-eine-erfolgreiche-pflanzenanzucht/).

### Was ins Gartentagebuch gehört

Ein Gartentagebuch hält fest, welche Sorten bei dir gut keimen und sich zügig entwickeln. So baut die nächste Planung auf deinen eigenen Beobachtungen auf. Zu jeder Aussaat schreibe ich Art, Sorte, Beet und Saattag auf. Dazu kommen die Bodentemperatur am Saattag und das Wetter der folgenden Nächte. Später trage ich nach, wann die Saat aufgelaufen ist.

Aussaattermine verschieben sich mit Witterung und regionalem Klima, und dein Tagebuch hält fest, was bei dir gut keimt. Mit jedem Jahr wird es so zu einem Kalender, der deine Lage abbildet.

### Beete über die Jahre im Blick

Ein unveränderter Grundriss von Beeten und Wegen, über den du jedes Jahr den neuen Kulturplan legst, erleichtert Anbauvarianten. Die jährliche Aufzeichnung der Hauptkultur je Beet hilft dir, zu enge Kulturfolgen zu erkennen. Digital legst du Beete und Kulturen im [Beetplaner für deine Gartenbeete](/tools/beetplaner/) an.

> **Marias Erfahrung:** Ich führe für jedes Beet eine Zeile pro Jahr mit Hauptkultur, Pflanzenfamilie, Saattag und Bodentemperatur am Saattag. Im Winter lege ich die Jahrgänge nebeneinander, bevor ich den neuen Plan über den Grundriss zeichne.

### Messen und ordnen

Im Gewächshaus helfen Minimum-Maximum-Thermometer, Hygrometer und Bodenthermometer bei der Klimakontrolle. Das Bodenthermometer nehme ich auch mit nach draußen ins Saatbeet, damit der Messwert im Tagebuch steht. Meine Saatguttüten ordne ich nach Kulturgruppen und Aussaatmonaten, damit Einkauf und Termine im Blick bleiben.

## Was nach dem Saattag kommt

Mit dem Termin ist die Aussaat entschieden, aber noch nicht erledigt. Keimtemperatur, Saattiefe und Abstand sind Werte der jeweiligen Art. Nach dem Pikieren führen ein zu dunkles Fenster oder zu hohe Temperaturen zu blassen, dünnen und weichen Jungpflanzen. Selbst angezogenes Fruchtgemüse gewöhnst du bei geeigneter Witterung tagsüber erst im Halbschatten und dann in der Sonne an die Bedingungen draußen. Die Grundlagen dazu findest du im Überblick, [wie Keimbedingungen, Jungpflanzenpflege und Abhärten zusammenhängen](/praxis/aussaat-anzucht/).

Welche Arten du nebeneinander säst, prüfst du im [Mischkultur-Planer für gute Beetnachbarn](/tools/mischkultur/). Mischkultur unterstützt die Planung, eine Garantie ist sie nicht.

Den Mondkalender ziehe ich für den Saattag nicht heran. Ich richte mich nach dem, was ich im Beet messen und sehen kann.

## Häufige Fragen

### Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Gemüseaussaat im Frühjahr?

Das hängt von der Gemüseart, der Bodentemperatur und der Witterung an deinem Standort ab. Für die Keimung von Möhren braucht der Boden im Saatbeet mindestens 5 °C. Wärmeliebende Arten wie Tomaten, Gurken und Zucchini können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken und brauchen einen erwärmten Boden. Das Beet bearbeitest du, sobald keine Erde mehr an den Gartengeräten haften bleibt.

### Welche Faktoren bestimmen den Aussaatzeitpunkt im Gemüsegarten?

Entscheidend sind die Kälteverträglichkeit der Art, die Bodentemperatur im Saatbeet und die tatsächliche Witterung an deinem Standort. Auch die Anbauweise zählt: Bei der Vorkultur rechnest du vom Pflanztermin zurück, bei der Direktsaat entscheidet der Boden am Saattag. Das regionale Klima und das Kleinklima deines Gartens verschieben die Termine zusätzlich.

### Welche Bodentemperatur brauchen Gemüsesamen zum Keimen?

Die Mindestbodentemperatur im Saatbeet hängt von der Art ab. Für Möhren liegt sie bei 5 °C. Für Bohnen werden 10 bis 12 °C angegeben. Gurken benötigen eine Bodentemperatur über 12 °C.

### Welche Gemüsearten reagieren besonders empfindlich auf Kälte?

Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Zucchini, Kürbisse und Melonen können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Für sie reicht es nicht, dass kein Frost mehr droht, sie brauchen auch einen erwärmten Boden. Blumenkohl, Frühkohl, Kohlrabi und Sellerie sollen während der Anzucht nicht unter 14 bis 16 °C stehen, weil sonst vorzeitiges Schossen droht.

### Warum kann ich in manchen Regionen früher säen als in anderen?

Aussaat- und Pflanztermine verschieben sich mit Witterung und regionalem Klima. Im Weinbauklima ist ein früherer Beginn möglich, in klimatisch ungünstigen Lagen ein späterer. Auch innerhalb eines Gartens gibt es Unterschiede: Senken, Mulden und Hangfußbereiche sind besonders frostgefährdet, weil sich dort in Strahlungsnächten Kaltluft sammelt.

### Wie unterscheidet sich die Vorkultur von der Direktsaat?

Bei der Vorkultur säst du zuerst in Töpfe im Haus oder unter Glas und pflanzt die Jungpflanzen später aus. Bei der Direktsaat kommen die Samen gleich ins Beet, sobald Boden und Wetter passen. Gurken reichen für die Vorkultur etwa 2 bis 3 Wochen bis zur Pflanzung. Bei Buschbohnen kann das Vorziehen in Töpfen den Schaden durch Bohnenfliegen verringern, der bei anhaltend kühlem Wetter zunimmt.

### Wie erstelle ich einen eigenen Aussaatkalender für meinen Garten?

Verteile zuerst die Hauptkulturen auf die Beete und ergänze dann passende Vor-, Nach- und Zwischenkulturen nach ihrer Beetbelegungsdauer. Die Termine passt du an Witterung und regionales Klima an. Ein Gartentagebuch hält fest, welche Sorten bei dir gut keimen und sich zügig entwickeln, sodass die nächste Planung auf eigenen Beobachtungen aufbaut.

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