# Bodenanalyse im Ziergarten: So leitest du Düngung und pH-Korrektur ab

> Was dir der Laborbefund für Stauden, Gehölze, Rosen und Moorbeet sagt: Gehaltsklassen lesen, Kompost und Kalk nach Befund bemessen, Mangelsymptome richtig einordnen.

- **URL:** https://samen.de/praxis/duengen-boden/bodenanalyse-grundlage-fuer-gezielte-duengung-im-ziergarten/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Düngen, Boden & Kompost
- **Zuletzt geprüft:** 12. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Der Laborbefund liegt auf dem Tisch, daneben die Düngerpackung mit ihrer Menge pro Quadratmeter. Diese Packungsangabe setzt einen optimal versorgten Boden voraus und gilt nur, wenn du nicht zusätzlich Kompost oder andere Dünger gibst. Ob dein Staudenbeet, die Gehölzfläche oder der Rhododendron überhaupt etwas braucht, zeigt dir erst der Befund. Ich lese ihn Fläche für Fläche: zuerst den pH-Wert, dann die Gehaltsklassen, zuletzt meine Notizen dazu, wo ich Kompost verteilt habe.

## Was die Bodenanalyse über deinen Ziergarten verrät

Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte. Damit ist sie die Grundlage für die Entscheidung, welchen Dünger du in welcher Menge brauchst. Die gängige Standardanalyse für Gartenboden erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert. Weitere Werte beauftragst du gesondert beim Labor.

| Im Befund | Was du daraus ablesen kannst |
|---|---|
| pH-Wert | ob gekalkt werden muss oder ob Kalk und Kompost besser wegbleiben |
| Phosphor, Kalium, Magnesium | Versorgung in Gehaltsklassen, Grundlage für Auswahl und Menge des Düngers |
| Stickstoff | nicht Teil der Standardanalyse, dafür ist eine eigene Nmin-Untersuchung nötig |
| Spurenelemente wie Eisen | nicht automatisch enthalten, die Analyse vereinbarst du gesondert mit dem Labor |

Der pH-Wert beschreibt die Bodenreaktion. Eine Untersuchung des Magnesiumgehalts ersetzt er nicht.

> **Kurz erklärt:** Die Nmin-Untersuchung bestimmt den pflanzenverfügbaren Stickstoff im Boden. Das Ergebnis ist nur eine Momentaufnahme, weil sich der verfügbare Stickstoff im Verlauf der Kultur verändert. Für Stauden und Gehölze orientierst du dich beim Stickstoff deshalb am Bedarf der Pflanzengruppe.

### Bodenart, Humus und Nährstoffe in Kürze

Bodenart und Humusgehalt entscheiden mit, wie du die Werte deutest. Lässt du den Humus mitbestimmen, gelten für leichte bis mittlere Gartenböden etwa 3 bis 4 % als Orientierung. Für schwere Gartenböden liegt der Orientierungswert bei etwa 6 %. Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel, Eisen und Mangan gehören zu den Spurennährstoffen. Welche Aufgaben sie in der Pflanze haben, steht in den [Grundlagen zu Boden, Nährstoffen sowie pH-Wert und Kalk im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost](/praxis/duengen-boden/).

## Die Probe: eine eigene für jede Fläche

Eine Mischprobe stammt immer aus einer einheitlich genutzten Fläche. Im Ziergarten bekommen Rasen, Staudenflächen und Gehölzflächen deshalb je eine eigene. Für jede machst du 10 bis 15 gleichmäßig verteilte Einstiche und sparst Wege, Ränder und die Nähe zum Kompost aus. Wie tief du stichst, wann der richtige Zeitpunkt ist und ob Heimtest oder Labor besser passt, erklärt der Ratgeber dazu, [wie du eine Bodenanalyse durchführst und die Werte deutest](/praxis/duengen-boden/bodenanalyse-fundament-fuer-gesunde-gartenpflanzen/).

## Gehaltsklassen lesen: was der Befund für die Düngung heißt

Labore ordnen Phosphor, Kalium und Magnesium in Gehaltsklassen ein, manche sprechen von Versorgungsstufen. Die Klasse sagt dir für jeden Nährstoff einzeln, ob du ergänzt, reduzierst oder vorerst weglässt.

| Gehaltsklasse | Bedeutung | Was du mit diesem Nährstoff tust |
|---|---|---|
| unter C | Versorgung unter dem Ziel | gezielt ergänzen, Menge nach Befund und Pflanzenbedarf |
| C | anzustrebende mittlere Versorgung | Versorgung erhalten; im Ziergarten gilt bei Phosphat-Klasse C höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr als Faustregel, weitere Phosphatgaben entfallen |
| D | hohe Versorgung | nur 50 % des erwarteten Entzugs durch Düngung ersetzen |
| E | sehr hohe Versorgung | Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduzieren |

Liegt Phosphat hoch und Kalium oder Magnesium niedrig, ergänzt du gezielt die fehlenden Nährstoffe mit Einzelnährstoffdüngern. Ein zusätzlicher NPK-Dünger brächte weiteres Phosphat auf einen ohnehin gut versorgten Boden. Stehen Phosphat und Kali in Stufe D oder E, kann ein reiner Stickstoffdünger die zusätzliche NPK-Düngung ersetzen.

Kompost zählt bei allem mit. Nährstoffe aus Kompost und Mist rechnest du an, bevor du einen weiteren Dünger bemisst. Für den Ziergarten nennen manche Anleitungen sogar nur 2 l Kompost je m² und Jahr. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumgehalten schränkst du die Kompostzufuhr ein.

Eine jährliche Kompostgabe von 3 l/m² deckt die Grundnährstoffe der meisten Gartenpflanzen, zusätzlicher Stickstoff kommt nur nach Bedarf dazu. Weil die Standardanalyse keinen Stickstoff misst, heißt das für dich: Über Kompost, Phosphor, Kalium und Magnesium entscheidet der Befund, über den Stickstoff die Pflanzengruppe.

> **Häufiger Fehler:** Die volle Packungsdosierung zusätzlich zur Kompostgabe streuen. Die Packungsangabe gilt für einen optimal versorgten Boden ohne weitere Dünger oder Kompost. Steht der Nährstoff im Befund in Stufe D oder E, liegt sie über dem, was dein Boden braucht.

> **Zahl im Blick:** Die Produktmenge in g/m² ergibt sich aus dem Düngebedarf eines Nährstoffs in g/m² mal 100, geteilt durch dessen Prozentgehalt im Dünger. Für 5 g Stickstoff je m² aus einem Dünger mit 20 % Stickstoff sind das rechnerisch 25 g Produkt je m². Eine einzelne Stickstoffgabe sollte 10 g N/m² nicht überschreiten.

> **Marias Erfahrung:** Ich lege jeden neuen Befund neben den alten und markiere, welche Klassen sich verschoben haben. Erst danach schreibe ich auf, welche Fläche in diesem Jahr Kompost bekommt und welche nicht.

Welche Düngerformen und Zeitpunkte im Ziergarten grundsätzlich passen, steht im Ratgeber dazu, [wie du deinen Ziergarten von Grund auf richtig düngst](/praxis/duengen-boden/grundlagen-der-ziergartenduengung-erfolgreich-duengen/).

## Was der Befund für Stauden, Gehölze und Rosen bedeutet

Derselbe Befund führt im Prachtstaudenbeet zu einer anderen Entscheidung als bei Polsterstauden. Die Tabelle zeigt, woran du dich je Pflanzengruppe orientierst.

| Pflanzengruppe | Orientierung | Was der Befund entscheidet |
|---|---|---|
| Prachtstauden | im Frühjahr 3 l Kompost je m², leicht eingearbeitet; starkwachsende Arten wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl je m² | Kompost nur, wenn keine stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumvorräte dagegen sprechen |
| Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden magerer Standorte | keine Kompostgabe | Dünger erst bei erkennbaren Mängeln; Wildstaudenpflanzungen auch dann, wenn der Boden nährstoffarm ist |
| Flachwurzelnde Schattenstauden | häufig 2–3 g N/m² jährlich | Bodenvorräte und weitere Düngergaben anrechnen |
| Eingewachsene Ziergehölze | 2–4 l Kompost je m² im Frühjahr; nötiger Stickstoff erst ab Mai, nach Mitte Juli keiner mehr | Kompost nur, wenn die Bodenversorgung die Gabe rechtfertigt |
| Rosen | etwa 3 l Kompost je m² im März oder April; Stickstoff jährlich zur Orientierung 10 g/m² bei Bodendeckerrosen, 18 g/m² bei Edel-, Strauch- und Kletterrosen | Stickstoffangebot des Bodens abziehen; vor der Pflanzung hilft eine Untersuchung, eine überhöhte Versorgung zu vermeiden |
| Koniferen bei der Pflanzung | Düngung nicht grundsätzlich nötig | richtet sich nach der untersuchten Nährstoffversorgung |
| Buchsbaum | auf nährstoffreichen Böden kann die Düngung unterbleiben | zeigt dir, ob dein Boden nährstoffreich ist |
| Rasen | eine Herbstdüngung ist nicht generell nötig | Kalium im Herbst nur bei nachgewiesenem Bedarf; Probe aus 8–10 cm Tiefe |

Bei Stauden nährstoffarmer Naturstandorte führt übermäßige Düngung zu untypisch starkem Wachstum und verschlechtert ihre Winterhärte. Bei Ziergehölzen außer Rosen deckt das Stickstoffangebot des Bodens den Bedarf häufig weitgehend. Stehen auf einer eingewachsenen Gehölzfläche zugleich Phosphor, Kalium und Magnesium in Stufe E, entfällt deren Düngung vorübergehend. Für diese Fläche kann die Düngung in dem Jahr dann ganz ausbleiben.

## pH-Wert korrigieren: erst vergleichen, dann handeln

Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, obwohl sie im Boden vorhanden sind. Ein zu hoher Wert kann so Spurennährstoffmangel verursachen. Einen einheitlichen Zielbereich für alle Blühpflanzen gibt es nicht: Der passende pH-Wert richtet sich nach Bodenart und Pflanzengruppe.

### Zielbereich nach Bodenart

| Bodenart | Anzustrebender pH-Bereich je nach Humusgehalt |
|---|---|
| Sand | 5,0–6,5 |
| Lehm | 5,5–7,0 |
| Ton | 6,0–7,5 |

Moorbeetpflanzen und andere Arten mit besonderen Ansprüchen fallen aus diesem Raster. Achte im Befund auch auf das Messverfahren. Ein in Calciumchlorid-Suspension gemessener pH-Wert kann 0,5 bis 1 pH-Einheiten unter dem einer wässrigen Suspension liegen. Alte und neue Befunde vergleichst du deshalb nur, wenn sie aus demselben Verfahren stammen.

### Wann du kalkst und wann nicht

Du kalkst nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Liegt er darüber, verzichtest du auf Kalk, kalkhaltige Dünger und Kompost. Ich schreibe den gemessenen Wert und den Zielbereich meiner Bodenart nebeneinander ins Gartenheft, bevor ich einen Kalksack öffne.

| Gartenboden | Kohlensaurer Kalk bei nachgewiesen zu niedrigem pH und ohne Kompostzufuhr |
|---|---|
| leicht | 150 g/m² in Abständen von 3–4 Jahren, im zeitigen Frühjahr eingearbeitet |
| schwer | 250 g/m² in Abständen von 3–4 Jahren, im zeitigen Frühjahr eingearbeitet |

Kohlensaurer Kalk enthält typischerweise 75 bis 95 % Calciumcarbonat und wirkt vergleichsweise langsam und mild. Mehr als 250 g Calciumcarbonat je m² und Jahr bringst du nicht aus, einen größeren Bedarf verteilst du auf mehrere Jahre. Tonböden puffern im Allgemeinen stärker als leichte Böden, deshalb begründen gleiche pH-Werte keine gleichen Kalkmengen. Gibst du regelmäßig Kompost, ändert sich die Rechnung. Schon etwa 3 l Kompost je m² und Jahr können im Hausgarten genug Kalzium liefern. Ob du dann noch kalkst, entscheidet der Befund.

### Rhododendren, Azaleen und Eriken

Moorbeetpflanzen brauchen sauren Boden, für sie sind Kalkung und übliche Kompostgaben nicht angezeigt. Rhododendren bevorzugen überwiegend pH 4,5 bis 5,5. Ihre obere Toleranz reicht bis etwa pH 6,0. Auf mittelschweren humosen Böden kommen kalktolerante INKARHO-Rhododendren gegebenenfalls bis pH 6,5 infrage.

Für die Rhododendron-Probe entnimmst du Erde aus dem äußeren Wurzelbereich bis 30 cm Tiefe. Ins Labor gehen davon 500 g, untersucht auf pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium. Ein zu hoher pH-Wert kann Eisen festlegen, dann zeigen sich gelbe junge Blätter mit noch grünen Adern. Gewöhnlicher Gartenkompost passt nicht, denn er enthält Kalk und hat typischerweise einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5. Beim Pflanzen mischst du einen Teil Bodenaushub mit zwei Teilen speziellem Rhododendronsubstrat. Gegossen wird bevorzugt mit Regenwasser.

> **Tipp:** Kompostierte Rinde, verrottetes Laub und Nadelerde kommen als saure Bestandteile für das Rhododendronbeet infrage. Rindenhumus und gütegesicherter Kompost können aber hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte mitbringen. Prüf den pH-Wert der Mischung deshalb vor dem Pflanzen, wobei einfache Metallsonden unzuverlässige Werte liefern können.

### Hortensien: ob Blau möglich ist, steht im Befund

Gartenhortensien bevorzugen einen leicht sauren, lehmig-humosen und wasserspeichernden Boden. Die Blaufärbung geeigneter Sorten hängt von saurem Boden und verfügbarem Aluminium ab. Beschrieben wird dafür ein Bereich von etwa pH 4 bis 5,5. Ab etwa pH 6,0 wird für umfärbbare Hortensien eine rosa Blüte beschrieben. Hohe Phosphatgehalte können die Aluminiumaufnahme beeinträchtigen. Weil Blau am pH-Wert und an der Phosphatversorgung hängt, liefert dir die Standardanalyse genau die beiden Werte, die du für diese Entscheidung brauchst. Nicht jede Sorte lässt sich blau färben, und rostige Nägel im Boden bewirken das nicht zuverlässig. Für blau zu haltende Hortensien nimmst du möglichst Regenwasser.

### pH-Angaben für weitere Zierpflanzen

| Pflanze | pH-Angabe |
|---|---|
| Gartenrosen, im Kontext der Kleinstrauchrosen | bevorzugt 5,5–6,5 |
| Tannen der Gattung Abies | 5,5–7,5 als optimal angegeben |
| Rasen | je nach Bodenart von 4,8–5,2 auf Sand bis 5,9–6,3 auf tonreichen Böden |
| Thuja | verträgt kalkreiche Böden gut, stark saure Böden können das Wachstum beeinträchtigen |

## Wenn Zierpflanzen kümmern: was die Analyse klärt

Symptome sind Hinweise, keine Diagnose. Mangel an Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Magnesium zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern, Eisenmangel an jüngeren. Vergilben junge Blätter zwischen grünen Adern, kann das auf Eisenmangel hindeuten, von Manganmangel unterscheidest du ihn am Blatt aber nicht immer sicher.

Eine Laboranalyse mit pH-Wert hilft, etwa bei Nadelgehölzen, einen fehlenden Vorrat von eingeschränkter Verfügbarkeit zu unterscheiden. Eisenchlorosen entstehen häufig durch einen zu hohen pH-Wert und nicht durch einen zu kleinen Eisenvorrat. Bei Rosen können auch Kalküberschuss, hohe Phosphatgehalte sowie kalte und staunasse Böden die Eisenaufnahme behindern. Überschüsse wirken ebenso: Ein hohes Kaliumangebot kann die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen, ein Phosphatüberschuss die Verfügbarkeit von Eisen und Zink. Weil Eisenchlorosen häufig vom pH-Wert ausgehen und Kompost den pH-Wert anheben kann, kann eine zusätzliche Kompostgabe das Problem eher verstärken als lösen.

Manches zeigt die Analyse nicht. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome verursachen wie ein Nährstoffmangel. Das Bodengefüge prüfst du mit dem Spaten: Eine Spatendiagnose zeigt Verdichtungen, Feuchtigkeit und Wurzelbild. Zeigt ein Nadelgehölz Mangelsymptome trotz ausreichender Bodenwerte, kann eine Nadelanalyse die Diagnose ergänzen. Braune Thuja-Triebe belegen für sich keinen Nährstoffmangel, denn auch Wassermangel, Frosttrocknis, Alterung oder Krankheiten kommen infrage.

> **Mythos-Check:** „Gelbe Blätter heißen, dass Dünger fehlt.“ So einfach ist es nicht. Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl der Boden genug Nährstoffe enthält. Vergilbung mit Blattfall kann außerdem auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress zurückgehen.

Auch ein Zuviel zeigt sich an der Pflanze: Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt im Boden kann die Wasseraufnahme beeinträchtigen. [Woran du Überdüngung an Zierpflanzen erkennst und wie du sie im Beet und im Kübel behebst](/praxis/duengen-boden/ueberduengung-im-ziergarten-erkennen-und-beheben/), steht im eigenen Ratgeber.

> **Achtung:** Schadstoffe gehören nicht zur Standardanalyse auf Nährstoffe und pH-Wert. Vermutest du eine Schadstoffbelastung im Boden, wendest du dich an die untere Bodenschutzbehörde.

## Den Boden langfristig verbessern

Die Zufuhr organischen Materials unterstützt die Bodenlebewesen im Ziergarten, und Humus verbessert besonders in leichten Böden die Wasser- und Nährstoffhaltefähigkeit. Kompost, organischer Mulch und Gründüngung liefern diese organische Substanz, die Kompostmenge richtest du dabei nach dem Befund. Wie du mulchst, Gründüngung säst und Kompost einsetzt, beschreibt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost in eigenen Abschnitten.

## Lohnt sich die Analyse? Kosten, Nutzen und Rechtslage

### Kosten und Nutzen

Was eine Untersuchung kostet, legt das jeweilige Labor fest. Frag vorab nach dem Preis für die Standardanalyse und für Zusatzwerte wie Stickstoff oder Spurenelemente, denn diese beauftragst du gesondert. Dem steht gegenüber, was du nicht mehr kaufst: Steht ein Nährstoff in Stufe E, entfällt seine Düngung vorübergehend ganz. Eigener Kompost kann die Ausgaben für Dünger und Blumenerde zusätzlich verringern. Die Herstellung synthetischer Mineraldünger ist energieaufwendig, und wer vorhandene Gartennährstoffe im Kreislauf hält, kann den Zukauf verringern.

Eine grundlegende Gartenbodenuntersuchung wird etwa alle 3 bis 5 Jahre empfohlen. Bei laufender Versorgungskorrektur gelten kürzere Abstände von 2 bis 3 Jahren. Die neue Probe nimmst du am besten im zeitigen Frühjahr vor der Düngung.

### Recht und Umwelt

Die Düngeverordnung regelt vorrangig die Düngung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Andere Flächen erfasst sie nur, soweit sie das ausdrücklich bestimmt. Auch die Grenze von 170 kg Gesamtstickstoff je Hektar und Jahr bezieht sich auf den Durchschnitt landwirtschaftlich genutzter Betriebsflächen. Unabhängig davon gilt für Wasserschutzgebiete: Örtliche Schutzverordnungen oder behördliche Entscheidungen können dort bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken. Liegt dein Garten in einem solchen Gebiet, fragst du bei der zuständigen Behörde nach. Haus-, Nutz- und Kleingärten sind vom Anwendungsbereich der Bioabfallverordnung ausgenommen, das Düngemittel- und Pflanzenschutzrecht bleibt davon unberührt.

Für die Umwelt zählt, was die Pflanzen nicht aufnehmen: Nitrat kann mit dem Sickerwasser ins Grundwasser gelangen, besonders bei fehlender Aufnahme und starken Niederschlägen. Übermäßige Phosphoreinträge fördern in Gewässern Algen und Wasserpflanzen, deren Abbau Sauerstoff verbraucht. Mehr dazu steht im Abschnitt Mangel und Überdüngung des Ratgebers Düngen, Boden & Kompost.

> **Jetzt dran:** Nimm deinen letzten Befund und trag für jede Fläche drei Dinge ein: den pH-Wert neben dem Zielbereich deiner Bodenart, die Klassen für Phosphor, Kalium und Magnesium und die Kompostmenge, die du dort gibst. Ist der Befund älter als 5 Jahre, nimm im zeitigen Frühjahr eine neue Probe.

## Häufige Fragen

### Was zeigt eine Bodenanalyse für den Ziergarten genau auf?

Die gängige Standardanalyse für Gartenboden misst den pH-Wert und die Gehalte an Phosphor, Kalium und Magnesium und ordnet die Nährstoffe in Gehaltsklassen ein. Stickstoff und Spurenelemente wie Eisen gehören nicht automatisch dazu und müssen gesondert beauftragt werden. Aus dem Befund liest du ab, ob eine Fläche einen Nährstoff braucht, ob du ihn vorübergehend weglassen kannst und ob der pH-Wert zu Bodenart und Pflanzen passt.

### Welche praktischen Schritte folgen nach dem Erhalt der Bodenanalyseergebnisse?

Zuerst vergleichst du den pH-Wert mit dem Zielbereich deiner Bodenart, gekalkt wird nur, wenn er darunter liegt. Dann liest du die Gehaltsklassen: Klasse C ist die anzustrebende Versorgung, bei Stufe D ersetzt du nur 50 % des erwarteten Entzugs, bei Stufe E entfällt die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend. Kompost und andere Dünger rechnest du dabei mit ein. Stickstoff ergänzt du nach dem Bedarf der jeweiligen Pflanzengruppe, weil die Standardanalyse ihn nicht misst.

### Wie entnimmt man korrekt Bodenproben aus verschiedenen Gartenbereichen?

Rasen, Staudenflächen und Gehölzflächen bekommen jeweils eine eigene Mischprobe. Für jede Mischprobe stichst du 10 bis 15 Mal gleichmäßig verteilt ein und lässt Wege, Ränder und die Nähe zum Kompost aus. Beim Rasen genügen 8 bis 10 cm Einstichtiefe, unter Sträuchern beprobst du die Schicht bis etwa 30 cm. Aus der gut vermischten Erde füllst du etwa 500 g in einen sauberen, beschrifteten Beutel.

### Wie oft sollte eine Bodenanalyse im Ziergarten durchgeführt werden?

Für eine grundlegende Untersuchung des Gartenbodens gelten etwa 3 bis 5 Jahre Abstand als Richtschnur. Korrigierst du gerade die Versorgung, etwa nach einer Kalkung, sind kürzere Abstände von 2 bis 3 Jahren sinnvoll. Die Probe nimmst du am besten im zeitigen Frühjahr vor der Düngung.

### Welche Rolle spielen Calcium und Magnesium im Ziergarten?

Calcium und Magnesium zählen wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen. Calcium ist ein Baustein der Zellwände, Magnesium ist Bestandteil des Chlorophylls und damit für die Photosynthese wichtig. Den Magnesiumgehalt erfasst die übliche Standardanalyse mit, der pH-Wert allein ersetzt diese Messung nicht. Ein hohes Kaliumangebot kann die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen, deshalb lohnt der Blick auf beide Werte.

### Führt häufiges Düngen automatisch zu besseren Ergebnissen im Ziergarten?

Nein. Enthält der Boden einen Nährstoff bereits sehr reichlich, kann die Düngung damit vorübergehend ganz entfallen. Ein Stickstoffüberschuss kann starkes Laubwachstum auf Kosten der Blüten fördern, und Stauden nährstoffarmer Standorte wachsen bei zu viel Dünger untypisch stark und werden weniger winterhart. Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt kann zudem die Wasseraufnahme der Pflanzen beeinträchtigen.

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