# Gemüsedünger richtig dosieren: So rechnest du die Menge je Quadratmeter aus

> So viel Dünger braucht dein Gemüse: Bedarf minus Bodenvorrat, Formel für Gramm je m², Höchstmengen für Tomaten, Möhren und Radieschen und wie du Überdüngung vermeidest.

- **URL:** https://samen.de/praxis/duengen-boden/die-richtige-dosierung-von-gemueseduenger-fuer-optimales-pflanzenwachstum/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Düngen, Boden & Kompost
- **Zuletzt geprüft:** 11. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Auf der Düngerpackung steht eine Menge, doch sie ist nicht für dein Beet gerechnet. Sie berücksichtigt weder den Kompost vom letzten Jahr noch den Vorrat im Boden noch die Kultur, die dort wächst. Wer nur nach Packung oder Gefühl streut, gibt leicht Nährstoffe dazu, die schon im Boden liegen. Was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden.

Bevor ich im Frühjahr Dünger abwiege, lege ich den letzten Bodenbefund neben meine Beetnotizen und schreibe auf, wie viel Kompost jedes Beet bekommen hat. Erst dann rechne ich die Menge je Quadratmeter aus, Kultur für Kultur. Diese Rechnung zeige ich dir hier, dazu Höchstmengen für Tomaten, Möhren und Radieschen und die Stellen, an denen Überdüngung entsteht.

## Wie viel Dünger braucht Gemüse? Die Rechnung in drei Schritten

Die Frage nach den Gramm je Quadratmeter beantwortest du mit einer Bilanz. Du startest beim Bedarf der Kultur, ziehst ab, was der Boden schon hat und nachliefert, und rechnest den Rest in Gramm Dünger um. Was Stickstoff, Phosphor, Kalium und die Spurenelemente in der Pflanze leisten, erklärt der [Überblick zu Nährstoffen, NPK und Pflanzenbedarf](/praxis/duengen-boden/).

### Schritt 1: Den Stickstoffbedarf der Kultur kennen

Jede Kultur holt eine bestimmte Menge Stickstoff aus dem Beet, angegeben in Gramm Stickstoff (N) je Quadratmeter und Kultur. Zwei Beispiele zeigen, wie weit die Werte auseinanderliegen:

| Kultur | Stickstoffbedarf je Kultur |
|---|---|
| Radieschen | ungefähr 9 g N/m² |
| Rosenkohl | ungefähr 30 g N/m² |

Beide Werte beschreiben den Bedarf der Pflanze, nicht deine Düngermenge. Bodenvorrat und Nachlieferung rechnest du an, bevor du düngst.

Tomaten haben einen höheren Stickstoffbedarf als Erbsen und Bohnen. Buschbohnen können mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff nutzen. Welche deiner Kulturen als Stark- oder Schwachzehrer gelten und wie du sie über die Jahre wechselst, kannst du im [Beetplaner mit Zehrer-Einstufung und Anbaupausen](/tools/beetplaner/) einplanen.

### Schritt 2: Bodenvorrat, Nachlieferung und Kompost abziehen

Vom Bedarf ziehst du ab, was schon im Boden steckt und was der Humus während der Kultur freisetzt.

> **Zahl im Blick:** Bei einem Kulturbedarf von 15 g N/m² bleiben nach Abzug von 5 g N/m² Bodenvorrat und 7 g N/m² geschätzter Nachlieferung noch 3 g N/m², die du tatsächlich düngen musst.

Liefert der Bodenhumus viel Stickstoff nach, kannst du die zusätzliche Stickstoffdüngung verringern oder ganz aussetzen. Auch Kompost und Mist gehören in die Rechnung, denn ihre Nährstoffe zählen mit.

Einen Nmin-Wert für den Stickstoff im Boden liefert eine Standard-Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH nicht; den lässt du gesondert bestimmen. In einem Gemüse-Düngeverfahren mit jährlich 3 l Kompost/m² als Grundgabe deckt der Kompost den Phosphatbedarf und weitgehend auch den Kaliumbedarf. Ausreichend verfügbaren Stickstoff bringt er damit nicht automatisch mit. Stickstoff ist also der Nährstoff, den du im Gemüsebeet eigens rechnen musst, weil weder der Kompost noch die Standarduntersuchung ihn abdecken.

### Schritt 3: Den Rest in Gramm Dünger umrechnen

Für die Umrechnung brauchst du den Nährstoffgehalt deines Düngers in Prozent. In der NPK-Angabe auf dem Etikett steht der Stickstoff an erster Stelle.

> **Kurz erklärt:** Produktmenge in g/m² = Düngebedarf in g/m² × 100 ÷ Nährstoffgehalt in %. Für das ganze Beet multiplizierst du das Ergebnis mit der Fläche in m². Beispiel: Bei angenommenen 25 g Stickstoffbedarf je m² und einem Dünger mit 12 % Stickstoff ergeben sich rechnerisch rund 208 g Dünger je m².

Für Horndünger und Mist helfen dir diese Gehalte als Rechengröße:

| Dünger | Stickstoffgehalt | Vorbehalt |
|---|---|---|
| Hornspäne, Horngrieß, Hornmehl | typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff | nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar |
| Rindermist | etwa 0,5 % Gesamtstickstoff | Durchschnittswert, einzelne Chargen weichen ab |
| Pferdemist | etwa 0,4 % Gesamtstickstoff | Durchschnittswert, einzelne Chargen weichen ab |

Bei Mist schwanken die Gehalte mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil. Für die Gartendüngung nimmst du Mist, der mindestens ein Jahr gelagert hat; einen Hygienenachweis ersetzt diese Lagerzeit nicht. Fein vermahlenes Hornmehl setzt sich schneller um als grobe Hornspäne: Für Hornmehl rechnest du mit etwa 6 Wochen bis zur vollständigen Umsetzung, Hornspäne brauchen mehrere Monate.

> **Marias Erfahrung:** Ich rechne jede Gabe auf einer Karteikarte vor, mit Beet, Fläche, Kultur, Prozentwert vom Etikett und abgewogenen Gramm. Die Karten hefte ich nach Beeten ab, damit ich beim nächsten Bodenbefund nachsehen kann, was in den Jahren davor hineingegangen ist.

## Höchstmengen je Gemüseart: Radieschen, Möhren, Tomaten

Für drei Kulturen gibt es Obergrenzen beim Horndünger. Sie gelten nur unter festen Bedingungen: P/K-reicher Boden, jährlich 3 l Kompost/m² und noch vor der Humuskorrektur.

| Kultur | Horndünger höchstens |
|---|---|
| Radieschen | 50 g/m² |
| Möhren | 100 g/m² |
| Tomaten | 150 g/m² |

Das sind Obergrenzen, keine Startwerte. Liefert dein Boden viel Stickstoff aus dem Humus nach, gehst du mit der Menge herunter, bis hin zum vollständigen Verzicht auf zusätzlichen Stickstoff.

> **Häufiger Fehler:** Einen mineralischen Volldünger nur nach dem Stickstoff zu bemessen. Rund 167 g/m² eines Düngers mit NPK 12-8-16 decken einen Bedarf von 20 g N/m², bringen aber rund 13 g P2O5/m² ins Beet, wo nur 5 g P2O5/m² gebraucht werden. Hat das Beet seine Kompostgabe schon bekommen, die den Phosphatbedarf deckt, landet das Phosphat aus dem Volldünger als Überschuss obendrauf.

Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel greifst du deshalb gezielt zu Einzelnährstoffdüngern statt zu einem weiteren NPK-Dünger.

> **Mythos-Check:** „Gemüse braucht einen Gemüsedünger.“ Ein Rasen-, Blumen- oder Tomatendünger kann auch für andere Kulturen passen, wenn sein Nährstoffverhältnis und seine pH-Wirkung zum Bedarf der Kultur passen. Entscheidend ist das Etikett, nicht die Pflanze auf der Packung.

## Tomaten düngen: Menge, Aufteilung und Kübel

Tomaten im Beet rechnest du wie jede andere Kultur durch. Auf P/K-reichem Boden mit jährlicher Kompostgabe bleibst du bei höchstens 150 g Horndünger/m². Die errechnete Horndüngermenge teilst du auf, damit nicht alles auf einmal ins Beet kommt. Eine Hälfte arbeitest du bei der Pflanzung ein, die zweite Hälfte folgt nach 3 bis 4 Wochen.

Blütenendfäule kann entstehen, wenn Trockenheit oder hohe Konzentrationen anderer Nährsalze den Calciumtransport in der Pflanze stören. Eine zusätzliche Düngergabe kann deshalb genau die Salzkonzentration erhöhen, die den Transport behindert. Bei Verdacht auf Blütenendfäule prüfe ich zuerst die Feuchte im Wurzelbereich, bevor ich an Dünger denke.

### Tomaten im Kübel

Für Fruchtgemüse auf Balkon und Terrasse sollte der Kübel mindestens 10 l Substrat fassen und einen funktionierenden Wasserablauf haben. Der Vorrat in üblicher vorgedüngter Kübelpflanzenerde reicht nach dem Umtopfen häufig für 4 bis 6 Wochen. Den Stickstoff, der schon im Substrat steckt, rechnest du auf den Bedarf an. Bei organisch vorgedüngter torffreier Erde kann zu Kulturbeginn trotzdem zu wenig verfügbarer Stickstoff da sein, weil organische Bestandteile ihn binden.

Während die Früchte wachsen, kann eine zusätzliche Flüssigdüngung nötig werden. Dann ist die Dosierungsanweisung auf der Packung maßgeblich, und die Lösung kommt nur auf feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. In erdelosen Kulturen fehlt jeder Bodenvorrat, dort dosierst du sämtliche Nährstoffe gezielt.

Für Paprika, Gurken und die übrigen Arten lies nach, [wie du die einzelnen Fruchtgemüse von der Pflanzung bis zur Fruchtbildung düngst](/praxis/duengen-boden/die-richtige-duengung-fuer-fruchtgemuese-praechtige-ertraege-und-starke-pflanzen/).

## Wann düngen? Nach Jahreszeit und Wachstumsphase

Im Garten düngst du möglichst im Frühjahr statt im Herbst, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Auf leeren Beeten im Herbst nimmt keine Pflanze mehr auf, was der Boden freisetzt, und genau diese Nährstoffe sind auswaschungsgefährdet.

**Kurze Kulturen im kühlen Frühjahr:** Für Spinat oder Kopfsalat können mineralische Depotdünger zu langsam wirken, und niedrige Temperaturen bremsen Langzeitdünger zusätzlich. Leicht lösliche mineralische Dünger decken einen kurzfristigen Bedarf dagegen rasch.

**Sommer:** Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Böden liefern im Sommer häufig schon genug Nährstoffe nach. Bevor du nachlegst, schaust du auf deine Bilanz und auf die Pflanzen. Phasen hoher Wurzelaktivität eignen sich für die Düngung, weil die Wurzeln Nährsalze dann gut aufnehmen.

**Gurken in der Ernte:** Gurken tragen über mehrere Wochen. In dieser Zeit können bedarfsgerechte Gaben wasserlöslicher Dünger vor allem die Stickstoff- und Kaliumversorgung unterstützen. Weil Gurken empfindlich auf Chlorid und hohe Salzkonzentrationen reagieren, richtest du die Gaben nach dem Bedarf und nicht nach dem Kalender.

**Spätsommer:** Bei Feldsalat und Radieschen kann die Stickstoffdüngung im Spätsommer meistens entfallen.

Jungpflanzen in der Anzucht folgen eigenen Regeln. Dort zeigt ein eigener Ratgeber, [wie du Jungpflanzen von der Keimung bis zum Auspflanzen versorgst, ohne sie zu überdüngen](/praxis/duengen-boden/optimale-naehrstoffversorgung-fuer-gesunde-jungpflanzen/).

## Was die Menge verschiebt: Boden, Wetter und Wasser

### Bodenart

Sandige Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe. Tonminerale und organische Substanz binden positiv geladene Nährstoffionen dagegen austauschbar und geben sie später an die Bodenlösung ab. Tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe. Auf Sand hält der Boden einen Überschuss also schlechter fest, und was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden; dort zahlt sich die genaue Rechnung besonders aus.

Auch der pH-Wert greift ein: Ein ungeeigneter pH kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Ein zu hoher pH kann sogar Spurennährstoffmangel auslösen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Welcher pH-Bereich zu deiner Bodenart passt, steht im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost unter pH-Wert und Kalk, und Kalk kommt nur nach Bodenbefund ins Beet.

### Wetter

Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder Staunässe wenig oder gar keine Nährstoffe frei, feuchtwarme Bedingungen verstärken die Freisetzung. Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf. Darum kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl genug Nährstoffe im Boden liegen. In Trockenphasen gießt du deshalb zuerst, statt nachzudüngen: Die Wurzeln brauchen Wasser für die Aufnahme, und ein organischer Dünger gibt im trockenen Boden ohnehin wenig frei.

### Wasser

Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, damit er unmittelbar wirken kann. [Wie du Wasser- und Nährstoffgaben auf Gemüseart und Wachstumsphase abstimmst](/praxis/duengen-boden/gemuese-richtig-giessen-und-duengen-ernten-sie-ueppige-ertraege/), zeigt ein eigener Ratgeber.

## Richtig ausbringen: abwiegen, verteilen, einarbeiten

Dünger wiegst du ab, statt ihn nach Augenmaß zu schütten, denn Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht. Ein Messbecher taugt erst nach dem Kalibrieren: Du wiegst die Menge für einen Quadratmeter auf der Waage ab, füllst sie in den Becher und markierst die Füllhöhe. Ich beschrifte für jeden Dünger einen eigenen Becher mit Produkt und Gramm, weil ein anderes Granulat bei gleicher Füllhöhe anders wiegt.

Zum Verteilen stecke ich das Beet mit Schnur in Quadratmeterfelder ab und streue jede Portion auf ihr eigenes Feld. Danach arbeite ich den Dünger leicht in die Oberfläche ein. Auf feuchten Pflanzenteilen soll er nicht liegen bleiben.

> **Achtung:** Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt, außerhalb der Reichweite von Kindern. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger aufgenommen, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an und lass die Lage dort beurteilen.

Was Planungs-Apps und andere neue Techniken beim Dosieren bringen, ordnet der Überblick über [neue Düngetechniken und Planungs-Apps im Gemüseanbau](/praxis/duengen-boden/innovative-duengetechniken-neue-trends-und-technologien-im-gemueseanbau/) ein.

### Blattdüngung: Hilfe bei akutem Mangel, kein Ersatz

Eine Blattdüngung kann einen akuten Nährstoffmangel vorübergehend lindern. Die Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln ersetzt sie mengenmäßig nicht. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse nachweisen.

> **Mini-Checkliste:** Sprühe bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Zerstäube fein, damit die Lösung nicht zu schnell abtropft. Mach bei empfindlichen Pflanzen vorher eine Probespritzung. Rechne mit einer Aufnahme, die je nach Nährstoff und Pflanzenart wenige Stunden bis mehrere Tage dauert.

### Flüssig oder fest?

Die Düngerform bestimmt mit, wie schnell Nährstoffe frei werden. Bei ummantelten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung. [Wann Flüssigdünger und wann Granulat besser zu deinem Gemüse passt](/praxis/duengen-boden/fluessigduenger-oder-granulat-was-gemuese-wirklich-braucht/), vergleicht ein eigener Ratgeber.

## Überdüngung vermeiden: Wo zu viel entsteht

Überdüngung entsteht dort, wo sich Gaben addieren. Die Düngermenge muss die gemessenen Vorräte im Boden genauso berücksichtigen wie jede weitere Gabe, ob Kompost, Mist oder ein anderer Dünger. Auch organische Dünger kannst du pflanzenbaulich oder ökologisch zu hoch dosieren.

> **Kurz erklärt:** Der Bodenbefund ordnet Nährstoffe in Versorgungsstufen ein. Bei Stufe D ersetzt du durch Düngung nur 50 % des erwarteten Entzugs. Bei Stufe E kann die zusätzliche Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 sinken.

### Anzeichen deuten, ohne vorschnell nachzudüngen

Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt im Boden kann die Wasseraufnahme der Pflanzen beeinträchtigen. Schlappe Pflanzen in feuchter Erde können deshalb ein Hinweis auf zu viel Dünger sein. Gelbe Blätter sind kein eindeutiges Zeichen: Vergilbung mit Blattfall kann neben Nährstoffmangel auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten. Stickstoffmangel betrifft häufig ältere Blätter, Eisenmangel hellt vor allem junge Blätter auf, deren Adern grün bleiben. Wie du Mangel und Überdüngung auseinanderhältst, vertieft der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost im Abschnitt Mangel und Überdüngung.

### Wenn es zu viel war

Hast du zu viel gegeben, stellst du die Düngung ein. Bei Topfpflanzen mit Salzschäden hilft gegebenenfalls ein Umtopfen, bei dem du einen Teil der alten Erde austauschst. Im Beet setzt du die Düngung mit dem betroffenen Nährstoff aus und lässt dir vom nächsten Befund zeigen, wo der Boden steht.

Ein hohes Stickstoffangebot im Boden kann außerdem die Nitratanreicherung im Gemüse fördern. Das ist kein Grund, auf Gemüse zu verzichten, wohl aber einer, Stickstoff nach Bedarf zu rechnen.

## Bodenanalyse, Düngerwahl und natürliche Dünger: kurz eingeordnet

Ohne Befund rechnest du mit Annahmen. Die Standarduntersuchung des Bodens wiederholst du im Abstand von 4 bis 5 Jahren. [Wie du den Boden im Gemüsegarten untersuchst, lockerst und Humus aufbaust, damit die Düngung wirkt](/praxis/duengen-boden/gemuesegarten-erfolg-durch-richtige-bodenpflege/), zeigt der Ratgeber zur Bodenpflege.

Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material; ihre Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen. Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze, organisch-mineralische Volldünger verbinden beides. [Ob organischer oder mineralischer Dünger besser zu deinem Gemüse passt und wann du beide kombinierst](/praxis/duengen-boden/gemueseduenger-organisch-oder-mineralisch/), klärt ein eigener Ratgeber.

Pflanzenjauche verdünnst du zur Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Für Menge und Wiederholung gibt es keine allgemeingültige Vorgabe, weil Pflanzen und Bodenvorräte zu verschieden sind. Ansatz und Gärzeit stehen im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost unter Mulchen, Gründüngung und natürlichen Düngemethoden.

> **Jetzt dran:** Nimm dir ein Beet vor und schreib Fläche, Kultur und die Kompostmenge des letzten Jahres auf. Rechne mit der Formel aus Schritt 3 die Stickstoffmenge durch, bevor du den nächsten Sack Dünger öffnest.

## Häufige Fragen

### Wie dosiert man Gemüsedünger richtig für eine optimale Nährstoffversorgung?

Du gehst vom Stickstoffbedarf der Kultur in Gramm je Quadratmeter aus und ziehst Bodenvorrat, Nachlieferung aus dem Humus sowie die Nährstoffe aus Kompost und Mist ab. Den Rest rechnest du in Produktmenge um: Bedarf in g/m² mal 100, geteilt durch den Nährstoffgehalt des Düngers in Prozent. Die Menge wiegst du ab, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden, und bringst sie möglichst auf feuchten Boden aus.

### Wie kann man Überdüngung vermeiden und welche Anzeichen gibt es dafür?

Du vermeidest sie, indem du alle Gaben zusammenrechnest: den Vorrat im Boden, Kompost, Mist und jeden weiteren Dünger. Steht ein Nährstoff im Bodenbefund auf Versorgungsstufe E, kann die Düngung damit vorübergehend ganz entfallen. Schlappe Pflanzen trotz feuchter Erde können ein Hinweis auf zu viel Dünger sein, weil ein erhöhter Salzgehalt die Wasseraufnahme beeinträchtigen kann. Gelbe Blätter allein sind kein sicheres Zeichen, denn auch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress kommen infrage.

### Worin unterscheiden sich Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer bei der Düngung?

Die Gruppen beschreiben, wie viel Stickstoff eine Kultur aus dem Beet holt. Radieschen brauchen je Kultur ungefähr 9 g Stickstoff je m², während Rosenkohl bei ungefähr 30 g N/m² liegt. Tomaten haben einen höheren Stickstoffbedarf als Erbsen und Bohnen, und Buschbohnen können über Knöllchenbakterien Luftstickstoff nutzen. In jeder Gruppe rechnest du Bodenvorrat und Nachlieferung an, bevor du düngst.

### Wie wendet man Blattdüngung bei Gemüsepflanzen richtig an?

Sprühe die Nährlösung fein zerstäubt bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Die Aufnahme dauert je nach Nährstoff und Pflanzenart wenige Stunden bis mehrere Tage. Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, die Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln ersetzt sie aber nicht.

### Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu besseren Ernten führt?

Nein. Was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden, und ein erhöhter Salzgehalt im Boden kann die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Ein hohes Stickstoffangebot kann außerdem die Nitratanreicherung im Gemüse fördern. Bedarfsgerecht düngen heißt deshalb: Bedarf der Kultur minus Bodenvorrat, Nachlieferung und Kompost.

### Warum ist eine Bodenanalyse vor der Düngung so wichtig?

Der Befund zeigt, wie gut der Boden mit Phosphor und Kalium versorgt ist und welchen pH-Wert er hat. Bei Versorgungsstufe D ersetzt du nur die Hälfte des erwarteten Entzugs, bei Stufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend entfallen. Einen Nmin-Wert für den Stickstoff liefert die Standarduntersuchung nicht, er wird gesondert bestimmt. Die Standarduntersuchung wiederholst du im Abstand von 4 bis 5 Jahren.

### Wie düngt man Containergemüse richtig?

Für Fruchtgemüse sollte das Gefäß mindestens 10 l Substrat fassen und einen funktionierenden Wasserablauf haben. Der Vorrat vorgedüngter Kübelpflanzenerde reicht nach dem Umtopfen häufig für 4 bis 6 Wochen, und den Stickstoff im Substrat rechnest du auf den Bedarf an. Während die Früchte wachsen, kann eine zusätzliche Flüssigdüngung nötig werden. Dann gilt die Dosierungsanweisung der Packung, und die Lösung kommt nur auf feuchte Erde.

### Zu welcher Jahreszeit sollte man Gemüsebeete grunddüngen?

Im Frühjahr, denn eine Frühjahrsdüngung verringert gegenüber der Herbstdüngung die Auswaschungsverluste. Auf leeren Beeten im Herbst kann keine Pflanze die frei werdenden Nährstoffe aufnehmen, sie sind dann auswaschungsgefährdet. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann die Stickstoffdüngung meistens entfallen.

### Was ist der Unterschied zwischen Pflanzendünger und speziellem Gemüsedünger?

Entscheidend ist nicht der Name, sondern das Nährstoffverhältnis auf dem Etikett. Ein Dünger, der für eine andere Pflanzengruppe benannt ist, kann auch für Gemüse passen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zum Bedarf der Kultur passen. Spurennährstoffe stehen gesondert auf dem Etikett.

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