# Kletterpflanzen richtig düngen: Dünger, Zeitpunkt und Hausmittel für Clematis

> Welcher Dünger zu Kletterpflanzen passt, wann du düngst und wie du ihn ausbringst: mit Jahresfahrplan, Tipps für Rose, Glyzinie und Efeu sowie Hausmitteln für die Clematis.

- **URL:** https://samen.de/praxis/duengen-boden/kletterpflanzen-richtig-duengen-naehrstoffversorgung-optimieren/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Düngen, Boden & Kompost
- **Zuletzt geprüft:** 11. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Eine Kletterpflanze steht oft viele Jahre am selben Platz, an der Hauswand, am Zaun oder an der Pergola. Wie gut sie dort versorgt ist, hängt an drei Fragen: welcher Dünger, zu welchem Zeitpunkt und auf welche Weise er in den Boden kommt. Eine zu späte oder zu reichliche Gabe kann Gehölze im Winter stärker gefährden. Zu viel schnell wirkender Dünger kann außerdem die Wurzeln durch Salz schädigen. Ich dünge meine Kletterer deshalb nach einem festen Jahresablauf und schaue vorher auf den Boden. Für die Clematis gehe ich auch auf Hausmittel wie Kompost, Pflanzenjauche und Kaffeesatz ein.

## Kurz eingeordnet: Nährstoffe und Boden

Stickstoff braucht eine Kletterpflanze vor allem für Blätter und Triebe, Kalium ist über den Zellinnendruck am Wasserhaushalt beteiligt. Daneben gehören Phosphor, Magnesium, Calcium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen, Eisen und Mangan zu den Spurennährstoffen. Wie du Kletterpflanzen mit den einzelnen Nährstoffen versorgst, erklärt ein eigener Ratgeber.

Was davon schon im Boden steckt, zeigt dir eine Bodenuntersuchung. Liegt ein Nährstoff in Versorgungsstufe E, kann die Düngung damit vorübergehend auf 0 sinken. [Wie du Boden, Humus und Bodenanalyse richtig einordnest](/praxis/duengen-boden/), steht im Überblick zu Düngen und Boden.

## Welcher Dünger passt zu Kletterpflanzen?

Im Gartenboden baue ich die Versorgung meiner Kletterpflanzen auf zwei Bausteinen auf: reifer Kompost als Grundlage und Horndünger, wenn Stickstoff fehlt. Bei einer jährlichen Kompostgabe von 3 l/m² sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt. Stickstoff ergänzt du dann nur nach Bedarf. Für Kübel und für eine schnelle Gabe kommen mineralische Dünger, Depotdünger und Flüssigdünger dazu.

| Dünger | Was er liefert | Wie er wirkt | Mein Einsatz |
|---|---|---|---|
| Reifer Kompost | Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, nicht alle sofort verfügbar | langsam, fördert zugleich Bodenleben und Bodenstruktur | Grundversorgung im Frühjahr |
| Hornmehl | überwiegend Stickstoff und Schwefel, typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff | etwa 6 Wochen bis zur vollständigen Umsetzung | Stickstoff, wenn er bald gebraucht wird |
| Hornspäne | wie Hornmehl | mehrere Monate bis zur Umsetzung | Stickstoffergänzung im Frühjahr |
| Gelagerter Mist | Nährstoffe je nach Tierart, Fütterung und Wasseranteil | organisch, abhängig von Wärme und Feuchte | Bodenverbesserung im Gartenboden |
| Organisch-mineralischer Volldünger | schnell wirkende mineralische und langsamer wirkende organische Bestandteile | teils rasch, teils verzögert | wenn der Bodenbefund mehrere fehlende Nährstoffe zeigt |
| Umhüllter Depotdünger | Nährstoffe laut Deklaration | verzögert, abhängig von Temperatur und Feuchte | Kübel |
| Flüssiger Volldünger | gelöste Nährsalze | rasch | Kübel, Sommergabe bei öfterblühenden Rosen |

### Kompost als Grundversorgung

Reifer Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe. Seine Gesamtgehalte sind aber nicht gleich sofort pflanzenverfügbar. Außerdem fördert er das Bodenleben und stabile Bodenkrümel, sodass sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern können. Du arbeitest ihn nur flach ein, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können.

Kompost kann durch seine basisch wirksamen Bestandteile den pH-Wert anheben. Liegt der pH-Wert deines Bodens schon über dem Bereich, der zu Bodenart und Pflanze passt, gibst du deshalb weder Kompost noch kalkhaltige Dünger.

> **Tipp:** Rechne mit, was Kompost und Mist liefern. Die Mengenangabe auf einer Düngerpackung setzt einen optimal versorgten Boden voraus und muss bei zusätzlichen Kompostgaben angepasst werden.

Gut gelagerter Mist liefert ebenfalls Nährstoffe und kann Bodenstruktur und Bodenleben verbessern. Für den Garten nimmst du Mist, der mindestens ein Jahr gelagert hat. Diese Lagerdauer ersetzt allerdings keinen Hygienenachweis. Seine Nährstoffgehalte schwanken mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil.

### Horndünger für den Stickstoff

Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl werden aus getrockneten Rinderhörnern und Rinderhufen hergestellt. Sie liefern überwiegend Stickstoff und Schwefel, aber wenig Phosphor und Kalium. Deshalb ersetzen sie keine vollständige Versorgung, sondern ergänzen den Kompost. Wie schnell sie wirken, hängt vom Mahlgrad ab: Hornmehl setzt Nährstoffe am schnellsten frei, Horngrieß etwas langsamer und Hornspäne am langsamsten. Für Hornmehl rechnest du unter günstigen Bedingungen mit etwa 6 Wochen bis zur Umsetzung.

Gröbere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate. Ausgepflanzte Ziergehölze sollen nach Mitte Juli aber keinen Stickstoff mehr bekommen. Wer Hornspäne erst im Hochsommer streut, liefert also Stickstoff in der Zeit, in der die Triebe ausreifen sollen. Ich streue sie deshalb nur im Frühjahr und arbeite sie flach ein.

> **Achtung:** Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, bei amtlichen Kontrollen wurden darin Salmonellen nachgewiesen. Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Besteht der Verdacht, dass ein Kind größere Mengen Dünger aufgenommen hat, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder an die Kinderarztpraxis.

### Organisch oder mineralisch, schnell oder langsam

Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, ihre Nährstoffe müssen im Boden erst mineralisiert werden. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie kaum etwas frei, feuchtwarmes Wetter kann dagegen starke Schübe auslösen. Mineraldünger liefern ihre Nährstoffe meist als leicht lösliche Salze und wirken rasch. [Ob organischer oder synthetischer Dünger besser zu deiner Kletterpflanze passt und wie du beide kombinierst](/praxis/duengen-boden/organischer-und-synthetischer-duenger-fuer-kletterpflanzen/), klärt ein eigener Ratgeber.

Organisch-mineralische Volldünger verbinden schnell wirkende mineralische mit langsamer wirkenden organischen Bestandteilen. Bei umhüllten mineralischen Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung der Nährstoffe. Wie schnell sie abgegeben werden, hängt von Temperatur und Feuchtigkeit ab, und die Wirkungsdauer steht auf der Packung. [Wann Langzeitdünger und wann schnell wirkender Dünger zu Kletterpflanzen passt](/praxis/duengen-boden/kletterpflanzen-optimal-duengen-langzeit-vs.-schnell/), liest du im Ratgeber dazu.

### Brauchst du einen speziellen Kletterpflanzendünger?

Nicht zwingend. Ein Dünger, der für eine bestimmte Pflanzengruppe benannt ist, kann auch andere Pflanzen versorgen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zu ihrem Bedarf stimmen. Ich lese deshalb das Etikett statt des Produktnamens, denn Spurennährstoffe stehen dort gesondert. Zeigt die Bodenuntersuchung viel Phosphat, aber zu wenig Kalium oder Magnesium, sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger.

## Wann du Kletterpflanzen düngst: der Jahresfahrplan

Im Garten düngst du möglichst im Frühjahr statt im Herbst, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Günstig sind Phasen, in denen die Wurzeln aktiv sind, weil sie Nährsalze dann gut aufnehmen. Bei Kletterrosen zeigt dir die Forsythienblüte den Termin für die organische Frühjahrsgabe.

| Zeitpunkt | Was ansteht | Für wen |
|---|---|---|
| Frühjahr | reifen Kompost flach einarbeiten, Stickstoff nur nach Bedarf mit Horndünger ergänzen | Kletterpflanzen im Gartenboden |
| Zur Forsythienblüte | langsam wirkender organischer Dünger | etablierte Kletterrosen |
| Ende April bis August | Düngezeit nach Packungsanweisung | Kübel-Kletterer mit Winterruhe |
| Mitte bis Ende Juni | schnell wirkender, möglichst in Wasser gelöster Dünger während oder kurz nach der Hauptblüte | öfterblühende Kletterrosen |
| Nach Mitte Juli | kein stickstoffhaltiger Dünger mehr | ausgepflanzte verholzende Kletterer |
| Winter | kaum Nährstoffbedarf | winterruhende Kübelpflanzen |

Im Sommer liefern warme, ausreichend feuchte und humusreiche Böden häufig schon genug Nährstoffe nach. Ich schaue deshalb erst auf Wuchs und Blattfarbe, bevor ich im Gartenboden nachdünge.

Nach Mitte Juli bekommen ausgepflanzte Obst- und Ziergehölze keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Verholzende Kletterer wie Kletterrose, Glyzinie, Wilden Wein, Efeu und die verholzenden Clematis behandle ich dabei wie Ziergehölze. Im Winter brauchen winterruhende Kübelpflanzen kaum zusätzliche Nährstoffe, weil sie nur wenig wachsen. Organische Dünger setzen bei Frost ohnehin kaum etwas frei.

Bei Neupflanzungen unterscheiden sich die Arten. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen. Bei der Clematis achtest du dagegen gerade in den ersten beiden Standjahren auf eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. [Wie viel Dünger je Düngerart und Wachstumsphase passt](/praxis/duengen-boden/kletterpflanzen-richtig-duengen-tipps-fuer-ueppiges-wachstum/), zeigt der Düngeplan im Ratgeber dazu.

> **Mini-Checkliste:** Vor der Frühjahrsgabe gehe ich diese Punkte durch.
> - Der Boden ist feucht und nicht gefroren.
> - Ein Bodenbefund zeigt, welche Nährstoffe schon reichlich da sind.
> - Der Kompost ist reif.
> - Neu gepflanzte Rosen dünge ich erst, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.

## Wie du den Dünger ausbringst

### Feste Dünger auf den Boden

Feste Dünger streust du möglichst auf feuchten Boden, damit sie direkt wirken können. Auf nassen Blättern darf nichts liegen bleiben, weil anhaftender Dünger dort Ätzschäden verursachen kann. Verteile den Dünger gleichmäßig im Wurzelbereich und arbeite ihn höchstens leicht ein.

> **Marias Erfahrung:** Ich wiege jeden Dünger einmal ab und markiere die passende Füllhöhe an einem Messbecher. Das mache ich für jedes Produkt neu, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden.

Organischer Mulch vermindert die Verdunstung und gibt den Bodenorganismen Nahrung. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau aber Stickstoff binden, deshalb berücksichtigst du die Stickstoffversorgung schon vor dem Mulchen. Mehr dazu steht im Überblick zu Düngen und Boden im Abschnitt über Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden.

### Flüssig düngen

Flüssigdünger mischst du nach der Packungsanweisung ins Gießwasser. Gib die Lösung nur auf bereits feuchte Erde, sonst können hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln schädigen. Bei Hitze und langer Trockenheit feuchtest du den Wurzelbereich erst an und gießt die Lösung dann niedrig konzentriert dazu, nicht über die Blätter. Bei einem festgestellten Mangel kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern.

### Blattdüngung nur als Ergänzung

Über die Blätter kann ein Dünger einen akuten Mangel vorübergehend lindern. Die Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln ersetzt er aber nicht. Gespritzt wird bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Fein zerstäubt tropft die Lösung weniger schnell ab, und bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Ob überhaupt ein Mangel vorliegt, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse nachweisen.

### Langzeitdünger und Düngestäbchen

Langzeitdünger mischst du ins Substrat oder streust ihn gleichmäßig auf, deckst ihn leicht mit Erde ab und gießt von oben an. Er wirkt nur zusammen mit Wasser, und bei niedrigen Temperaturen setzt die Wirkung zusätzlich verzögert ein. Bei hoher Bevorratung kann er den Salzgehalt im Topf zeitweise über den Optimalbereich heben. Düngestäbchen steckst du in den Wurzelbereich und dosierst nach der Packung.

### Kletterpflanzen im Kübel

Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde braucht eine Kübelpflanze üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Danach düngst du Kübel-Kletterer mit Winterruhe von Ende April bis August. Mit bedarfsgerecht eingesetztem Langzeitdünger ist im Sommer gewöhnlich keine zusätzliche Nachdüngung nötig. Was die Erde schon an Grunddüngung mitbringt, rechnest du bei jeder weiteren Gabe an.

Der Topf braucht einen Ablauf, damit überschüssiges Gießwasser abfließt und keine Staunässe entsteht. In torffreier Erde kann die Oberfläche trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Ich fühle deshalb vor dem Gießen tiefer im Topf nach. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann vorübergehend zu wenig verfügbaren Stickstoff liefern. Hornspäne oder Hornmehl mischst du in solche Erde schon vor dem Pflanzen unter.

Hartes Gießwasser kann den pH-Wert im Topf erhöhen und so Eisenchlorosen begünstigen. Eine kranke Kübelpflanze regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an. Ist sie vernässt, die Wurzeln aber noch nicht verfault, bekommt sie bis zum Abtrocknen weder Wasser noch Dünger.

## Was einzelne Kletterpflanzen brauchen

### Clematis

Clematis hat empfindliche, flach liegende und fleischige Feinwurzeln, die du bei jeder Arbeit im Wurzelbereich schonst. Ich verteile Kompost und Dünger bei ihr deshalb auf der Oberfläche und kratze sie höchstens ganz leicht ein. In den ersten beiden Standjahren achtest du besonders auf eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. Stickstoff setze ich bei ihr wie bei den anderen verholzenden Kletterern ab Mitte Juli aus.

Welkt eine Clematis plötzlich, kann das an ungeeignetem Boden, Temperaturstress, Wassermangel oder Pilzbefall liegen. Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl genug Nährstoffe im Boden sind. Bei einer schlappen Clematis prüfe ich darum zuerst die Bodenfeuchte und denke erst danach an Dünger.

> **Mythos-Check:** Rhododendrondünger für die Clematis? Moorbeetdünger senken den pH-Wert und sind deshalb nicht ohne Prüfung für andere Pflanzen austauschbar. Ohne gemessenen pH-Wert gebe ich ihn nicht an die Clematis.

### Clematis mit Hausmitteln düngen

Das naheliegende Hausmittel ist reifer Kompost aus dem eigenen Garten. Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz und Eierschalen gehören als Zutaten in einen gemischten Kompost. Kaffeesatz kannst du auch direkt als ergänzende Gabe nutzen: Du trocknest ihn vorher und arbeitest ihn in kleinen Mengen flach in die Erde ein.

Eine Pflanzenjauche, etwa aus Brennnesseln, setzt du aus Kraut und Wasser an. Ihr Nährstoffgehalt schwankt mit Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeit. Für Menge und Häufigkeit gibt es deshalb keine allgemeingültige Vorgabe, Bedarf der Pflanze und Bodenvorrat entscheiden mit. Das Gefäß sicherst du mit einem luftdurchlässigen Gitter oder Netz gegen hineinfallende Tiere, nie mit einem geschlossenen Deckel. Du rührst täglich einmal kräftig um, und fertig ist die Jauche bei dunkler Farbe und beendetem Schäumen.

> **Zahl im Blick:** Für den Ansatz nimmst du 1 kg frisches, zerkleinertes Kraut auf 10 l Wasser, alternativ 100 bis 200 g getrocknetes Kraut auf 10 l Wasser. Die Gärzeit beträgt etwa 2 bis 3 Wochen, bei Wärme etwa 14 Tage. Zum Gießen an die Wurzel verdünnst du die fertige Jauche 1:10 mit Wasser. Das ist ein Ansatzrezept, keine Ausbringmenge.

Komposttee setzt du für jede Anwendung frisch an. Auch organische Dünger und Hausmittel können in zu hoher Menge Pflanzen und Umwelt belasten. [Wie du Kletterpflanzen mit Kompost, Jauche und Mulch natürlich versorgst](/praxis/duengen-boden/natuerliche-duengung-fuer-ueppige-kletterpflanzen/), vertieft ein eigener Ratgeber.

> **Achtung:** Holzasche ist kein Hausmittel für die Clematis. Wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen gehört sie weder als Dünger ins Beet noch auf den Kompost, sondern abgekühlt in den Hausmüll.

### Kletterrosen

Etablierte Kletterrosen bekommen zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger. Ich nehme die blühende Forsythie als Signal und dünge die Rosen erst dann. Bei öfterblühenden Sorten kann eine bedarfsgerechte Sommergabe ab Mitte bis Ende Juni den zweiten Flor unterstützen. Sie kommt während oder kurz nach der Hauptblüte, am besten als schnell wirkender, in Wasser gelöster Dünger.

Frisch gepflanzte Kletterrosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen. Im Garten bekommen sie nach Mitte Juli keinen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen.

### Glyzinie, Wilder Wein und Efeu

Für diese drei verholzenden Kletterer nutze ich den Rahmen für eingewachsene Ziergehölze. Sie bekommen im Frühjahr Kompost, Stickstoff nur nach Bedarf und nach Mitte Juli keinen mehr. Bei der Glyzinie hoffen viele auf mehr Blüten durch einen Blühdünger.

> **Mythos-Check:** Mehr Phosphat bringt mehr Blüten? Eine phosphatbetonte Düngung lässt sich nicht pauschal mit stärkerer Blütenbildung begründen. Ein phosphatbetonter Blühdünger ist deshalb keine sinnvolle pauschale Wahl, ich richte mich nach dem Bodenbefund.

Beim Efeu bleiben die jugendlichen Klettersprosse ohne Blüten, erst die Altersform blüht im September und Oktober. Ein junger Efeu ohne Blüten muss also kein Zeichen für falsche Düngung sein.

## Wenn die Kletterpflanze schwächelt: Mangel oder Düngefehler?

Gelbe Blätter sind ein Hinweis, keine Diagnose, denn Vergilbung mit Blattfall kann auch von Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress kommen. Hellen vor allem ältere Blätter auf, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden. [Wie du einzelne Mangelerscheinungen bei Kletterpflanzen erkennst und behebst](/praxis/duengen-boden/naehrstoffmangel-bei-kletterpflanzen-erkennen-und-beheben/), zeigt ein eigener Ratgeber.

Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Ein erhöhter Salzgehalt erschwert außerdem die Wasseraufnahme. Ist eine Kübelpflanze nachweislich überdüngt, spülst du den Wurzelballen langsam bei freiem Wasserabfluss durch, in schweren Fällen topfst du um. [Welche Düngefehler bei Kletterpflanzen passieren und wie du sie korrigierst](/praxis/duengen-boden/duengefehler-bei-kletterpflanzen-vermeiden/), liest du im Ratgeber dazu.

## Düngen mit Blick auf Insekten und Umwelt

Was deine Kletterpflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden, darum düngst du nach Bedarf und bevorzugt im Frühjahr. Wilder Wein und Efeu bieten Bienen Nahrung, Jelängerjelieber-Arten auch Schmetterlingen, und [wie du Kletterpflanzen mit Blick auf Blüten und Insekten düngst](/praxis/duengen-boden/kletterpflanzen-duengung-balance-fuer-natur-und-garten/), steht im eigenen Ratgeber. Wie Auswaschung und Überdüngung zusammenhängen, erklärt der Überblick zu Düngen und Boden im Abschnitt Mangel und Überdüngung.

## Häufige Fragen

### Welche Nährstoffe benötigen Kletterpflanzen für optimales Wachstum?

Kletterpflanzen brauchen die mineralischen Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel sowie Spurennährstoffe wie Eisen und Mangan. Stickstoff wird besonders für Blätter und Triebe gebraucht, Kalium ist über den Zellinnendruck am Wasserhaushalt beteiligt. Wie viel davon schon im Boden steckt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Ist ein Nährstoff dort sehr hoch versorgt, kannst du die Düngung damit vorübergehend aussetzen.

### Wann ist der beste Zeitpunkt zum Düngen von Kletterpflanzen?

Im Garten düngst du Kletterpflanzen bevorzugt im Frühjahr, weil eine Herbstdüngung mehr Auswaschung riskiert. Verholzende Kletterer wie Kletterrosen oder Glyzinien behandelst du wie Ziergehölze: Ausgepflanzt bekommen sie nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Kletterpflanzen im Kübel mit Winterruhe düngst du von Ende April bis August.

### Was sind die Besonderheiten bei der Düngung von Kletterpflanzen in Töpfen?

Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde braucht eine Kübelpflanze üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Danach düngst du Kübelpflanzen mit Winterruhe von Ende April bis August und hältst dich an die Dosierungsanweisung des Produkts. Flüssigdünger gibst du nur auf feuchte Erde, und der Topf braucht einen Ablauf, damit keine Staunässe entsteht.

### Worin unterscheiden sich organische und mineralische Dünger für Rankpflanzen?

Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, ihre Nährstoffe müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor die Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie kaum etwas frei, bei feuchtwarmem Wetter können sie dagegen starke Schübe liefern. Mineraldünger enthalten meist leicht lösliche Salze und decken einen kurzfristigen Bedarf rasch. Auch organische Dünger können in zu hoher Menge Pflanzen und Umwelt belasten.

### Was ist der Unterschied zwischen Kompost und Hornspänen als Düngemittel?

Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe und fördert zugleich Bodenleben und Bodenstruktur. Hornspäne liefern dagegen überwiegend Stickstoff und Schwefel bei wenig Phosphor und Kalium, deshalb ersetzen sie keine vollständige Versorgung. Gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate bis zur Umsetzung, feines Hornmehl rund 6 Wochen. Kompost dient als Grundversorgung, Horndünger ergänzt Stickstoff nur dann, wenn er fehlt.

### Wie erkennt man Nährstoffmangel bei Kletterpflanzen?

Vergilben vor allem ältere Blätter, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden, und häufig steckt ein zu hoher pH-Wert dahinter. Vergilbung kann auch von Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress kommen, denn Wurzeln nehmen Nährstoffe nur in Wasser gelöst auf. Eine Bodenuntersuchung oder eine Blattanalyse kann den Verdacht klären.

### Wie wendet man Flüssigdünger bei Kletterpflanzen richtig an?

Du mischst den Flüssigdünger nach der Packungsanweisung ins Gießwasser und gibst ihn nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Bei Hitze und langer Trockenheit feuchtest du den Wurzelbereich vorher an und gibst die Lösung niedrig konzentriert dazu, nicht über die Blätter. Bei Kübelpflanzen rechnest du die Grunddüngung der Erde und einen vorhandenen Langzeitdünger mit ein.

### Stimmt es, dass mehr Dünger immer bessere Ergebnisse bringt?

Nein. Zu hohe Gaben schnell wirkender Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen, und ein erhöhter Salzgehalt erschwert die Wasseraufnahme. Eine zu späte oder zu reichliche Düngung kann Stauden und Gehölze außerdem im Winter stärker gefährden. Auch organische Dünger können in zu hoher Menge Pflanzen und Umwelt belasten.

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