# Kletterpflanzen düngen: Mengen, Zeitpunkte und Düngeplan übers Jahr

> Wie viel Dünger brauchen Kletterrose, Clematis und Efeu, und wann ist Schluss? So dosierst du je Düngerart, planst das Düngejahr und prüfst, ob Rhododendrondünger zur Clematis passt.

- **URL:** https://samen.de/praxis/duengen-boden/kletterpflanzen-richtig-duengen-tipps-fuer-ueppiges-wachstum/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Düngen, Boden & Kompost
- **Zuletzt geprüft:** 11. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Eine Clematis, die im zweiten Jahr kaum zulegt, oder eine Kletterrose mit viel Laub und wenig Blüte: Bevor du nachlegst, lohnt der Blick auf Menge und Zeitpunkt. Zu viel schnell wirksamer Dünger kann Wurzeln durch Salz schädigen. Zu später Stickstoff kann die Gefahr von Winterschäden erhöhen, weil die Triebe dann nicht mehr ausreifen. Ich dünge meine Kletterpflanzen deshalb nach einem festen Jahresablauf und rechne vor jeder Gabe nach, was im Boden schon steckt.

## Wovon hängt die Düngermenge ab?

Drei Dinge entscheiden bei mir über die Menge: welche Pflanze es ist, in welcher Phase sie gerade steckt und wo sie wurzelt. Dazu kommt, was der Boden schon mitbringt.

### Pflanzenart und Alter

Kletterrose, Clematis und Efeu stehen oft am selben Zaun, und trotzdem dünge ich sie unterschiedlich. Kletterrosen behandle ich wie Gartenrosen. Etablierte Pflanzen bekommen zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger. Sorten, die erneut blühen, kannst du während oder kurz nach der Hauptblüte bedarfsgerecht nachdüngen. Diese Gabe ab Mitte bis Ende Juni kann den zweiten Flor unterstützen. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.

Bei Clematis zählt vor allem der Start. In den ersten beiden Standjahren achtest du besonders auf eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. Ihre fleischigen Feinwurzeln liegen flach und sind empfindlich. Deshalb kratze ich Kompost und Dünger bei ihr nur ganz oberflächlich ein und lasse die Hacke im Schuppen.

Efeu und Wilder Wein laufen bei mir ohne Sonderprogramm. Sie bekommen die Kompostgabe im Frühjahr, Stickstoff nur dann, wenn Wuchs und Bodenbefund dafür sprechen.

Für die Größe der Pflanze messe ich den Pflanzstreifen an ihrem Fuß aus. Kompost- und Düngermengen werden je Quadratmeter angegeben, deshalb rechne ich mit der Fläche.

### Wachstumsphase

Stickstoff braucht die Pflanze besonders für Blätter und Triebe. Er gehört deshalb in die Zeit, in der sie wächst. Phasen hoher Wurzelaktivität begünstigen die Aufnahme von Nährsalzen und eignen sich für eine bedarfsgerechte Gabe. Bei mehrjährigen Gartenpflanzen, deren Triebe ausreifen sollen, setzt du Stickstoff ab dem Spätsommer aus. Verholzende Kletterpflanzen wie Kletterrose, Wilder Wein oder Efeu zählen zu den Ziergehölzen und bekommen schon nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr.

> **Mythos-Check:** Zur Blüte phosphatbetont düngen? Eine phosphatbetonte Düngung lässt sich nicht pauschal mit stärkerer Blütenbildung begründen. Blütendünger mit viel Phosphat sind deshalb keine sinnvolle pauschale Wahl. Liegt im Boden schon viel Phosphat, kann ein Überschuss sogar Eisen und Zink festlegen.

### Standort: Beet oder Wandfuß

Am Standort schaue ich zuerst aufs Wasser. Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf. Trockenheit kann deshalb Mangelsymptome auslösen, obwohl genug Nährstoffe im Boden sind. Organische Dünger setzen bei Trockenheit, Frost oder Staunässe kaum Nährstoffe frei. Eine weitere Gabe auf trockenen Boden behebt das Problem also nicht zuverlässig: Erst gießt du durchdringend, dann düngst du auf den feuchten Boden.

Sandreiche Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe, tonreiche neigen eher zu Staunässe. Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden liefern im Sommer dagegen häufig schon genug nach. Eine Mulchauflage vermindert die Verdunstung aus dem Boden. Neu gepflanzte Kletterpflanzen gießt du in trockenen Phasen häufiger als eingewachsene.

### Kletterpflanzen im Kübel

Im Kübel hat die Pflanze nur das Substrat, das du ihr gibst. Die vorhandene Grunddüngung der Erde rechnest du deshalb an. Nach dem Umtopfen in vorgedüngte Blumenerde braucht eine Kübelpflanze normalerweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase düngst du in ihrer Wachstumszeit von Ende April bis August. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Produkts. Torffreie Erden können beim Abbau ihrer organischen Bestandteile Stickstoff binden, sodass trotz Vorratsdüngung zeitweise zu wenig verfügbar ist. Hartes Gießwasser kann den Substrat-pH erhöhen und dadurch Eisenchlorosen begünstigen.

> **Mini-Checkliste:** Kübel vor dem Düngen
> - Läuft überschüssiges Wasser durch ein Abzugsloch ab, damit keine Staunässe entsteht?
> - Ist die Erde feucht? Flüssigdünger kommt nur auf feuchte Erde, sonst drohen Wurzelschäden.
> - Ist torffreie Erde auch unter der Oberfläche geprüft? Oben kann sie trocken sein, während es tiefer noch nass ist.
> - Steckt schon Langzeitdünger drin? Dann ist im Sommer gewöhnlich keine Nachdüngung nötig.
> - Ist die Pflanze krank oder vernässt? Dann bekommt sie keinen Dünger.

## Wie viel Dünger? Dosierung je Düngerart

Die Menge auf der Packung setzt einen optimal versorgten Boden voraus. Was du schon an Kompost, Mist oder anderem Dünger gegeben hast, rechnest du deshalb an, ebenso den Vorrat aus einer Bodenanalyse. Eine einzelne Stickstoffgabe sollte im Garten 10 g N/m² nicht überschreiten. Ich wiege jeden neuen Dünger einmal ab und markiere die Füllhöhe an einem Messbecher, weil Dünger unterschiedlich schwer sind. Gestreut wird auf feuchten Boden. Dabei achte ich darauf, dass keine Körner auf nassen Blättern liegen bleiben, weil sie dort Ätzschäden verursachen können.

> **Kurz erklärt:** Die Düngermenge in g/m² ergibt sich aus dem Nährstoffbedarf in g/m², mal 100, geteilt durch den Nährstoffgehalt des Düngers in %. Den Gehalt liest du auf dem Etikett ab. Für Stickstoff setzt du als Bedarf höchstens die Obergrenze einer Einzelgabe ein. Eine Standard-Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH liefert keinen Stickstoffwert, der Nmin-Wert muss gesondert bestimmt werden.

| Düngerart | Was du wissen solltest | So dosierst du |
|---|---|---|
| Reifer Kompost | liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, die nicht alle sofort verfügbar sind; bei 3 l/m² jährlich sind die Grundnährstoffe der meisten Gartenpflanzen abgedeckt | jährlich im Frühjahr 3 l je m² flach einarbeiten; im Ziergarten mit Phosphat-Gehaltsstufe C höchstens 3 l je m² und Jahr, weitere Phosphatgaben entfallen |
| Hornmehl, Horngrieß, Hornspäne | typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff, dazu Schwefel, aber wenig Phosphor und Kalium, also kein Volldünger; Hornmehl ist in etwa 6 Wochen umgesetzt, Hornspäne brauchen mehrere Monate | Menge mit der Formel aus dem Kasten berechnen; in torffreie Kübelerde schon vor dem Pflanzen untermischen |
| Leicht löslicher Mineraldünger | wirkt rasch; zu hohe Gaben können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen | Packungsmenge an Bodenvorrat und Kompost anpassen, auf feuchten Boden streuen |
| Flüssigdünger | wirkt schnell, auch aufgelöste feste Dünger tun das | nur auf feuchte Erde gießen; bei Hitze und Trockenheit niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden, nicht auf die Blätter |
| Umhüllter Langzeitdünger | die Hülle verzögert die Freisetzung, Temperatur und Feuchte steuern sie, Kälte verzögert die Wirkung | Menge und Wirkungsdauer stehen auf der Verpackung; im Kübel einmischen oder aufstreuen, leicht mit Erde bedecken, angießen |
| Pflanzenjauche, fertig vergoren | der Nährstoffgehalt schwankt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit | im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt an die Wurzel; eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es nicht |
| Rhododendron- und Moorbeetdünger | wirkt pH-senkend | nur nach Prüfung von Boden-pH und Nährstoffverhältnis |

Einen eigenen Kletterpflanzendünger brauchst du nicht zwingend. Ein Rasen-, Blumen- oder Tomatendünger kann auch für andere Pflanzen passen, wenn sein Nährstoffverhältnis stimmt. Bei sehr hoher Phosphatversorgung sind gezielte Einzelnährstoffgaben sinnvoller als ein weiterer NPK-Dünger. Wie du beide Wirkweisen kombinierst, liest du im Ratgeber darüber, [wann Langzeitdünger und wann schnell wirkender Dünger zu Kletterpflanzen passt](/praxis/duengen-boden/kletterpflanzen-optimal-duengen-langzeit-vs.-schnell/).

> **Achtung:** Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt. Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Blumendünger geschluckt, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.

## Clematis mit Rhododendrondünger düngen: geht das?

Rhododendrondünger gehört zu den Moorbeetdüngern, und die wirken pH-senkend. Deshalb ist er nicht ohne Prüfung gegen einen anderen Dünger austauschbar. Ein Dünger, der für eine Pflanzengruppe gedacht ist, kann trotzdem zu einer anderen passen. Voraussetzung ist, dass Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zu ihrem Bedarf passen. Rhododendren selbst bevorzugen überwiegend einen sauren Boden mit pH 4,5 bis 5,5.

Für deine Clematis heißt das: Erst prüfst du den pH-Wert deines Bodens, dann das Nährstoffverhältnis auf dem Etikett. Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Wer einen Boden, dessen pH schon im passenden Bereich liegt, mit einem pH-senkenden Dünger weiter absenkt, kann also genau die Versorgung verschlechtern, die er verbessern wollte. Bevor ich einen Moorbeetdünger an eine andere Pflanze gebe, lege ich deshalb den letzten pH-Befund neben das Etikett.

## Der Düngeplan übers Jahr

| Zeitraum | Was ansteht | Für welche Pflanzen |
|---|---|---|
| Frühjahr, zum Austrieb | Kompost-Grundgabe flach einarbeiten; im Frühjahr statt im Herbst düngen, um Auswaschungsverluste zu vermindern | alle mehrjährigen Kletterpflanzen im Beet |
| Frühjahr | Kompost im März und April, etwa 3 l je m²; zur Forsythienblüte ein langsam wirkender organischer Dünger | etablierte Kletterrosen |
| Ende April bis August | Düngefenster nach Packungsanweisung | Kletterpflanzen im Kübel mit Winterruhe |
| Mitte bis Ende Juni | während oder kurz nach der Hauptblüte bedarfsgerecht ein schnell wirkender, vorzugsweise in Wasser gelöster Dünger | Kletterrosen, die erneut blühen |
| Sommer | nachdüngen nur nach Bedarf; bei Hitze Flüssigdünger niedrig konzentriert auf angefeuchteten Boden | alle |
| ab Mitte Juli | kein stickstoffhaltiger Dünger mehr | verholzende Kletterpflanzen |
| Spätsommer | Stickstoff aussetzen | alle mehrjährigen Kletterpflanzen |
| Herbst und Winter | keine Düngung; Kübelpflanzen in Winterruhe brauchen kaum Nährstoffe | alle |

Wie oft du nachdüngst, richtet sich nach Düngerart und Bodenvorrat, nicht nach einem festen Takt. Im Beet deckt die Kompostgabe die Grundnährstoffe der meisten Gartenpflanzen, Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf. Bei Langzeitdünger steht die Wirkungsdauer auf der Verpackung. Im Kübel brauchst du bei bedarfsgerecht eingesetztem Langzeitdünger im Sommer gewöhnlich nicht nachzudüngen.

Grobe Hornspäne brauchen mehrere Monate, bis sie umgesetzt sind, und verholzende Kletterpflanzen sollen nach Mitte Juli keinen Stickstoff mehr bekommen. Im Frühsommer gestreute Hornspäne können also noch Stickstoff liefern, wenn die Triebe längst ausreifen sollen. Ich gebe sie deshalb nur zum Austrieb im Frühjahr. Im kalten Frühjahrsboden wirken organische Dünger ohnehin verzögert.

Im Herbst düngst du nicht. Nährstoffe, die keine Pflanze mehr aufnimmt, können ausgewaschen werden. Zu späte oder zu reichliche Gaben können außerdem die Gefährdung von Stauden und Gehölzen im Winter erhöhen.

> **Marias Erfahrung:** Ich notiere jede Gabe mit Datum, Dünger und Menge in meinem Gartenheft. Die Kompostgabe im Frühjahr steht dort immer in der ersten Zeile, damit ich sie bei jeder weiteren Gabe mitrechne. Ab Mitte Juli stelle ich den Sack mit Hornspänen in den Schuppen.

## Zu viel gedüngt? Überdüngung erkennen

Auch organische Dünger können in zu hoher Menge ausgebracht werden. Die folgenden Zeichen können auf zu viel Dünger hindeuten. Sicher wird es erst mit dem Blick auf Boden, Gießen und die letzte Gabe.

- **Welke trotz feuchter Erde:** Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt kann die Wasseraufnahme beeinträchtigen.
- **Geschädigte Wurzeln:** Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen.
- **Ätzflecken an Blättern:** Sie können dort entstehen, wo Dünger auf nassen Pflanzenteilen liegen blieb.
- **Verbrennungen nach Blattdüngung:** In starker Sonne verdunstet die Lösung, und die steigende Salzkonzentration kann das Blatt schädigen.
- **Neuer Austrieb spät im Jahr:** Er kann auf zu späte oder zu reichliche Stickstoffgaben hindeuten, die die Gefährdung im Winter erhöhen können.
- **Gelbe junge Blätter mit grünen Adern:** Das passt zu Eisenmangel, lässt sich aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden. Auch ein Phosphatüberschuss kann dahinterstecken, weil er Eisen festlegen kann.

> **Häufiger Fehler:** Gelbe Blätter sofort als Hunger lesen und nachlegen. Vergilbung mit Blattfall kann auch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress anzeigen. Bei Clematis können hinter plötzlicher Welke ungeeigneter Boden, Temperaturstress, Wassermangel oder Pilzbefall stecken. Bevor ich zum Dünger greife, prüfe ich mit dem Finger die Feuchte unter der Oberfläche.

Stickstoffmangel betrifft häufig ältere Blätter, Eisenmangel hellt vor allem junge Blätter mit grün bleibenden Adern auf. Wie du die einzelnen Mängel unterscheidest, beschreibt der Ratgeber darüber, [woran du Nährstoffmangel bei Kletterpflanzen erkennst und wie du ihn behebst](/praxis/duengen-boden/naehrstoffmangel-bei-kletterpflanzen-erkennen-und-beheben/).

## Dosierungsfehler korrigieren

### Zu viel im Kübel

Bei bestätigter Überdüngung stellst du das Düngen ein. Dann spülst du den Wurzelballen langsam durch, während das Wasser unten frei abläuft. In schweren Fällen topfst du um und tauschst dabei einen Teil der alten Erde aus.

### Zu viel im Beet

Im Beet setzt du mit dem betreffenden Nährstoff aus und lässt den Boden untersuchen. Zeigt der Befund Versorgungsstufe D, ersetzt du nur 50 % des erwarteten Entzugs durch Düngung. Bei Stufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend ganz entfallen. Ist Phosphat hoch und fehlt Kalium oder Magnesium, greifst du zum Einzelnährstoffdünger statt zu einem weiteren NPK-Dünger. Kompost rechnest du dabei mit, denn auch er bringt Nährstoffe.

### Zu wenig gedüngt

Erst klärst du die Ursache. Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen die Freisetzung organischer Dünger, sodass eine weitere Gabe das akute Problem nicht zuverlässig behebt. Mangelsymptome können auch durch Sauerstoffmangel, einen ungünstigen pH-Wert oder unausgewogene Nährstoffverhältnisse entstehen. Kranke Pflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachsen an. Vernässte Kübelpflanzen mit noch nicht verfaulten Wurzeln bekommen bis zum Abtrocknen weder Wasser noch Dünger. Ist ein Mangel festgestellt, kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern. Eine Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt aber nicht die Versorgung über die Wurzeln.

### Zu spät im Jahr

Hast du nach Mitte Juli noch Stickstoff gegeben, legst du nichts mehr nach. Ich lasse solche Pflanzen dann bis zum nächsten Frühjahr ohne Dünger und beginne mit der Kompostgabe neu.

Welche Fehler beim Düngen sonst passieren, von der Bodenvorbereitung bis zum Wetter, sammelt der Ratgeber darüber, [welche Düngefehler bei Kletterpflanzen vorkommen und wie du sie korrigierst](/praxis/duengen-boden/duengefehler-bei-kletterpflanzen-vermeiden/).

## Nährstoffe, Düngerarten und Boden kurz eingeordnet

Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel zählen zu den Hauptnährstoffen, Eisen und Mangan zu den Spurennährstoffen. Kalium ist über den Zelldruck wesentlich am Wasserhaushalt beteiligt. Wie du Kletterpflanzen mit den einzelnen Nährstoffen versorgst, beschreibt der Ratgeber darüber, [welche Nährstoffe Kletterpflanzen für üppiges Wachstum brauchen](/praxis/duengen-boden/kletterpflanzen-richtig-duengen-naehrstoffversorgung-optimieren/).

Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material und müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen. Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze. Welcher Dünger wann und auf welche Weise passt, auch bei Blattdüngung und im Kübel, steht im Ratgeber [zur richtigen Nährstoffversorgung von Kletterpflanzen](/praxis/duengen-boden/kletterpflanzen-richtig-duengen-naehrstoffversorgung-optimieren/). Den direkten Vergleich, [ob du Kletterpflanzen organisch oder synthetisch düngst](/praxis/duengen-boden/organischer-und-synthetischer-duenger-fuer-kletterpflanzen/), findest du gesondert.

Kompost, Grünschnitt und Erntereste versorgen das Bodenleben und halten Nährstoffe im Gartenkreislauf. Was Jauchen, Mulch und Gründüngung dazu beitragen, zeigt der Ratgeber [zur natürlichen Düngung von Kletterpflanzen](/praxis/duengen-boden/natuerliche-duengung-fuer-ueppige-kletterpflanzen/).

Wie viel du nachlegen musst, hängt davon ab, was der Boden schon mitbringt. Der passende pH-Wert richtet sich nach Bodenart und Pflanzengruppe, und eine Bodenanalyse aus einer Mischprobe zeigt ihn zusammen mit den Grundnährstoffen. Wie du die Probe ziehst und den Befund liest, steht im Überblick [zu Humus, Bodenleben, Bodenanalyse und pH-Wert](/praxis/duengen-boden/).

## Häufige Fragen

### Wie oft sollte man Kletterpflanzen während der Wachstumsphase düngen?

Die Häufigkeit richtet sich nach Düngerart und Bodenvorrat, nicht nach einem festen Takt. Im Beet deckt eine jährliche Frühjahrsgabe von 3 l reifem Kompost je m² die Grundnährstoffe der meisten Gartenpflanzen, Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf. Bei Langzeitdünger steht die Wirkungsdauer auf der Verpackung, Kübelpflanzen mit Winterruhe düngst du von Ende April bis August. Ab dem Spätsommer setzt du Stickstoff bei mehrjährigen Kletterpflanzen aus.

### Wann ist der beste Zeitpunkt für die erste Düngung im Jahr?

Gedüngt wird im Frühjahr, weil eine Frühjahrsgabe weniger Nährstoffe durch Auswaschung verliert als eine Herbstdüngung. Etablierte Kletterrosen bekommen zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger. Organische Dünger setzen bei Frost und Staunässe kaum Nährstoffe frei, und Hornmehl braucht unter günstigen Bedingungen etwa sechs Wochen bis zur Umsetzung. Gib sie deshalb auf feuchten, nicht gefrorenen Boden.

### Wie erkennt man eine Überdüngung bei Kletterpflanzen?

Ein Hinweis kann Welke trotz feuchter Erde sein, denn ein erhöhter Salzgehalt im Boden kann die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Zu hohe Gaben schnell wirksamer Dünger können Wurzeln bis zum Absterben schädigen, und Dünger auf nassen Blättern kann Ätzschäden verursachen. Neuer Austrieb spät im Jahr kann auf zu späte Stickstoffgaben hindeuten, die die Gefährdung im Winter erhöhen können. Prüfe vorher Gießen und Standort, weil Vergilbung und Welke auch andere Ursachen haben können.

### Stimmt es, dass Clematis immer viel Dünger brauchen?

Pauschal nicht: Bei Clematis kommt es vor allem in den ersten beiden Standjahren auf eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung an. Danach richtet sich die Menge nach Bodenvorrat und Kompostgabe. Hinter plötzlicher Welke können ungeeigneter Boden, Temperaturstress, Wassermangel oder Pilzbefall stecken, deshalb klärst du erst die Ursache. Arbeite Dünger nur flach ein, weil die empfindlichen, fleischigen Feinwurzeln flach liegen.

### Worin unterscheiden sich Pflanzendünger für Kletterpflanzen von Universal-Düngern?

Entscheidend ist nicht der Name auf der Packung, sondern ob Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zum Bedarf deiner Pflanze passen. Dann können auch Rasen-, Blumen- oder Tomatendünger für Kletterpflanzen geeignet sein. Rhododendron- und andere Moorbeetdünger wirken pH-senkend und sind deshalb nicht ohne Prüfung des Boden-pH gegen einen anderen Dünger austauschbar. Bei sehr hoher Phosphatversorgung sind gezielte Einzelnährstoffgaben sinnvoller als ein weiterer NPK-Dünger.

### Welchen Einfluss hat die Bodenbeschaffenheit auf den Düngerbedarf?

Sandreiche Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe, tonreiche lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe. Tonminerale und organische Substanz binden Nährstoffe austauschbar und geben sie später an die Bodenlösung ab. Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Böden liefern im Sommer häufig schon genug Nährstoffe nach. Wie viel du tatsächlich brauchst, zeigt eine Bodenanalyse, denn die Packungsmenge setzt einen optimal versorgten Boden voraus.

### Wie bereitet man Hornspäne-Dünger richtig für Kübelpflanzen vor?

Für torffreie Kübelerde mischst du Hornspäne oder Hornmehl schon vor dem Pflanzen unter das Substrat. Hornmehl wird schneller umgesetzt als gröbere Hornspäne, die dafür mehrere Monate brauchen. Horndünger liefern vor allem Stickstoff und Schwefel und ersetzen keine vollständige Nährstoffversorgung, und die Grunddüngung einer vorgedüngten Erde rechnest du an.

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