# Dünger für Kübelpflanzen: organisch oder mineralisch im Topf richtig einsetzen

> Welcher Dünger passt in den Kübel? So wirken organische und mineralische Dünger im Topf, und so düngst du passend zu Erdvorrat, Saison und Pflanzenart.

- **URL:** https://samen.de/praxis/duengen-boden/organischer-vs.-mineralischer-duenger-fuer-kuebelpflanzen/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Düngen, Boden & Kompost
- **Zuletzt geprüft:** 12. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Im Kübel lebt eine Pflanze von dem, was in der Erde steckt, und von dem, was du nachgibst. Ich gehe deshalb jedes Frühjahr mit Notizbuch an meinen Kübeln entlang und notiere, welcher Topf wann frische Erde bekommen hat. Erst danach öffne ich eine Düngerpackung. Ob organisch oder mineralisch besser passt, entscheidet sich im Topf vor allem an zwei Fragen: Wie schnell kommt der Dünger dort an, und wie viel Vorrat bringt die Erde schon mit?

Die kurze Antwort: Für Kübelpflanzen eignen sich mineralische Volldünger, wenn es schnell gehen soll, und entsprechend dosierte Depotdünger für die längerfristige Nährstoffabgabe. Organische Flüssigdünger wie Vinasse können Kübelpflanzen ebenfalls schnell versorgen. Feste organische Dünger wie Hornspäne müssen dagegen erst mikrobiell abgebaut werden, deshalb kann ihre Wirkung in kleinen Gefäßen verzögert und unzureichend einsetzen.

## Organisch oder mineralisch: der Unterschied in Kürze

Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze. Über die Wurzeln nehmen Pflanzen die Nährstoffe beider Düngerarten in mineralisch gelöster Form auf, organisch gebundene Nährstoffe müssen also zuerst mineralisiert werden. [Welche Düngerarten und Düngerformen es gibt](/praxis/duengen-boden/), steht im Grundlagenratgeber; [wie beide Düngerarten auf Pflanze, Boden und Umwelt wirken](/praxis/duengen-boden/organische-und-anorganische-duenger-im-vergleich/), vertieft ein eigener Vergleich.

## Was Kübelpflanzen brauchen

Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel, Eisen und Mangan gehören zu den Spurennährstoffen. Stickstoff unterstützt Blatt- und Triebwachstum, Kalium reguliert den Wasserhaushalt, und Spurennährstoffe stehen auf dem Etikett gesondert. Wie du die NPK-Angabe liest und den Bedarf einordnest, erklärt derselbe Grundlagenratgeber im Abschnitt zu Nährstoffen.

### Starkzehrer und Schwachzehrer im Kübel

Im Topf unterscheidet sich der Bedarf von Art zu Art deutlich. Kübeloliven und Lorbeer zählen zu den Schwachzehrern, Oleander, Engelstrompete und Chinesischer Roseneibisch haben dagegen einen hohen Nährstoffbedarf. Pelargonien gehören ebenfalls zu den Starkzehrern und brauchen mehr Nährstoffe als viele andere Balkonpflanzen. Am anderen Ende stehen Steingartenpflanzen: Für sie eignen sich in Gefäßen lockere, nährstoffarme Substrate.

Ein Dünger, der für eine bestimmte Pflanzengruppe benannt ist, kann auch anderen Kübelpflanzen passen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zu ihrem Bedarf stimmen. Moorbeetdünger können allerdings den pH-Wert absenken und sind deshalb nicht ohne Prüfung austauschbar. Für Kulturheidelbeeren im Kübel ist genau das gewollt: Sie brauchen ein saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0, kalkarmes Gießwasser und einen sauer wirkenden Dünger, zum Beispiel einen geeigneten Rhododendrondünger.

### Einseitig düngen reicht nicht

Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl liefern überwiegend Stickstoff und Schwefel bei geringen Phosphor- und Kaliumgehalten. Sie ersetzen deshalb keine vollständige Versorgung, und für Buchsbaum im Kübel reicht ein reiner Stickstoffdünger nicht aus. Auch ein pauschal phosphatbetonter Blütendünger ist aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll. Lässt bei Topfrosen, Chrysanthemen oder Primeln das Wachstum während der Blüte nach, ist eine Stickstoffreduktion angezeigt statt einer absoluten Erhöhung von Phosphat und Kalium. Bei Fuchsienhochstämmchen kannst du ab den ersten Knospen einen kaliumbetonten Dünger wählen.

### Was die Erde schon mitbringt

Vorgedüngte Blumenerde bringt einen eigenen Düngervorrat mit. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde brauchen Kübelpflanzen häufig 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Diese Grunddüngung rechnest du an, sobald du Flüssig- oder Depotdünger bemisst, und sie muss zur Salzverträglichkeit der Pflanze passen. Für Topferde in Kübeln und Blumenkästen wird ein Salzgehalt von 2,5 bis 3 g/l angegeben. Länger gelagerte Blumenerde kann sich in Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändern, Reste mischst du deshalb unter frische Erde.

Bei torffreier Erde schaust du genauer hin. Auch vorgedüngt kann sie vorübergehend zu wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff bereitstellen, weil ihre organischen Bestandteile beim Abbau Stickstoff binden. Holzreiche Blumenerden brauchen deshalb eher eine stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreichen Erden rechnest du den enthaltenen Phosphor an. Kompostreiche torffreie Substrate können viel Phosphor und Kalium enthalten; ein phosphatbetonter Blütendünger brächte dort also noch mehr von dem, was schon reichlich vorhanden sein kann.

## Mineralisch düngen im Kübel

Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe und können einen kurzfristigen Bedarf deshalb rasch decken. Das gilt für Flüssigdünger ebenso wie für kristalline feste Dünger, die du im Gießwasser auflöst. Der Nachteil folgt aus derselben Eigenschaft: Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen.

### Depotdünger im Topf

Umhüllte mineralische Depotdünger geben ihre Nährstoffe nach und nach frei, weil eine Hüllschicht die Freisetzung verzögert. Bei harzumhüllten Körnern gelangen die Nährstoffe durch Diffusion durch die Hülle ins feuchte Substrat. Wie schnell das geht, hängt von Temperatur und Feuchtigkeit ab. Auch mineralische Langzeitdünger werden im Kübel nur in Verbindung mit Wasser wirksam, und ihre Wirkungsdauer steht auf der Verpackung.

> **Zahl im Blick:** Für Kübelrosen gibt es ummantelte Langzeitdünger mit einer angegebenen Nährstoffabgabe über 4 bis 6 Monate. Bei harzumhüllten Depotdüngern kann sich die Laufzeitangabe auf 21 °C beziehen, bei höheren Temperaturen verkürzt sie sich. Niedrige Temperaturen verzögern die Wirkung organischer und mineralischer Langzeitdünger zusätzlich.

Auch mit Depot kann zu viel im Topf landen. Bei hoher Bevorratung können umhüllte Depotdünger den Salzgehalt im Substrat zeitweise über den optimalen Bereich anheben. Bereits freigesetzte und gelöste Nährsalze können außerdem mit übermäßigem Gießwasser ausgewaschen werden. Bei ausreichend bemessener Depotdüngung brauchen Kübelpflanzen im Sommer in der Regel keine zusätzliche Gabe. Wer trotzdem flüssig nachlegt, gibt also Nährsalze in ein Substrat, dessen Salzgehalt ohnehin zeitweise steigen kann.

## Organisch düngen im Kübel

Feste organische Dünger wie Hornspäne, Knochenmehl oder Blutmehl müssen vor der Nährstoffaufnahme mikrobiell abgebaut werden. Im begrenzten Substrat eines Kübels kann das so verzögert ablaufen, dass die Freisetzung nicht zum Bedarf der Pflanze passt. Dazu kommt die Witterung: Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, feuchtwarme Bedingungen können dagegen starke Schübe auslösen.

### Horn: Körnung und Zeitpunkt

Hornmehl setzt Stickstoff schneller frei als Horngrieß und Hornspäne, weil feineres Material leichter mineralisiert wird. Im Boden rechnet man bei Hornmehl mit etwa 6 Wochen bis zur vollständigen Umsetzung, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Gibst du Horn erst, wenn der Startvorrat der Erde verbraucht ist, wird sein Stickstoff also erst verfügbar, wenn die Pflanze ihn schon länger braucht. Für torffreie Gefäßsubstrate mischst du Hornspäne oder Hornmehl deshalb schon vor dem Pflanzen unter die Erde.

Ein Beispiel für die organische Grunddüngung von Pelargonien beim Umtopfen sind 4 g Hornspäne je Liter Substrat. Nicht jedes organische Material passt zu jeder Kultur: In einem Pelargonienversuch setzte reines Schafwollgranulat seinen Stickstoff für die kurze Kulturzeit zu langsam frei. Handelsübliche Hornspäne sind außerdem nicht grundsätzlich keimfrei, denn bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden Salmonellen nachgewiesen. Ich mische Horn deshalb mit Handschuhen unter und wasche mir danach die Hände.

### Organisch und flüssig

Organische Flüssigdünger wie Vinasse können Kübelpflanzen schnell mit Nährstoffen versorgen. Bei Pelargonien brauchst du angesetztes Gießwasser mit organischem Flüssigdünger im selben Gießdurchgang auf, weil es sonst gären kann. Ich halte das bei allen Kübeln so und setze nur an, was ich in einer Runde vergieße. Organisch heißt dabei nicht automatisch vegan: Organische Dünger können tierische Rohstoffe wie Horn und Schafwolle enthalten, Rapskuchen und Vinasse sind pflanzliche Alternativen.

### Kompost im Kübelsubstrat

Selbst gemischte Blumenerde sollte höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost enthalten. Kulturheidelbeeren bekommen wegen ihres Anspruchs an sauren Boden keinen gewöhnlichen Kompost.

## Organisch und mineralisch kombinieren

Organisch-mineralische Volldünger verbinden schnell wirkende mineralische mit langsamer wirkenden organischen Bestandteilen. Kombinierst du selbst Depot- und Flüssigdünger, bemisst du den Flüssigdünger nach dem Entzug der Pflanze und der vorhandenen Depotmenge. Vor- und Nachteile beider Düngerarten im Allgemeinen behandelt der oben verlinkte Vergleich.

## So düngst du im Kübel: Zeitpunkt, Gabe, Pausen

### Wann du düngst

Für viele Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase liegt die Düngezeit zwischen Ende April und August. Winterruhende Kübelpflanzen wachsen nur wenig und brauchen entsprechend kaum zusätzliche Nährstoffe. Bei kühl überwinterten Kübelpflanzen entfällt die Düngung während der Ruhephase. Fuchsienhochstämmchen bekommen in ihrer Ruhephase von Mitte September bis Ende Februar keinen Dünger.

Holst du nicht umgetopfte Kübelpflanzen im Frühjahr an einen helleren, wärmeren Platz, kannst du wieder mit leichter Düngung beginnen. Bei Obstgehölzen im Kübel stellst du die Düngung ab August ein. Pelargonien ohne Langzeitdünger bekommen nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. [Wie du Balkonblumen und andere Blühpflanzen organisch oder mineralisch versorgst](/praxis/duengen-boden/organischer-oder-mineralischer-bluehpflanzenduenger-ein-vergleich/), zeigt ein eigener Ratgeber.

### Wie du die Gabe ausbringst

Maßgeblich ist die Dosierungsanweisung des Düngers, den du verwendest. Die volle Packungsdosierung setzt allerdings eine passende Versorgung voraus, deshalb rechnest du Grunddüngung, Depot und Kompost an. Weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden, wiegst du ab, statt nach Gefühl zu schütten.

> **Marias Erfahrung:** Für jeden festen Dünger habe ich einen eigenen Messbecher. Die Menge laut Packung wiege ich einmal auf der Küchenwaage ab, fülle sie in den Becher und markiere die Füllhöhe mit wasserfestem Stift.

Flüssigdüngerlösung gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Langzeitdünger mischst du beim Bepflanzen ins Substrat oder streust ihn gleichmäßig auf, bedeckst ihn leicht mit Erde und gießt von oben an. Bei Fuchsienhochstämmchen kannst du ihn auch aufstreuen und 1 bis 2 cm tief einarbeiten. Düngestäbchen steckst du in den Wurzelbereich, dosiert nach der Anweisung auf der Packung. Gedüngte Kübelpflanzen sollen danach nicht austrocknen.

Bei torffreien Substraten kann die Oberfläche trocken sein, während die Erde weiter unten noch nass ist. Ich prüfe deshalb die Feuchte tiefer im Topf oder hebe den Kübel an, bevor ich gieße oder dünge. Für diese Substrate kann es außerdem sinnvoll sein, die Nährstoffgabe pro Pflanze unabhängig vom Gießrhythmus zu bemessen. Ein direkt bepflanztes Gefäß braucht einen Ablauf, damit überschüssiges Wasser entweichen kann, und kleine Holzkeile unter dem Kübel halten Abstand zur Stellfläche.

> **Achtung:** Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine größere Menge Blumendünger aufgenommen hat, kontaktiere zur Beurteilung ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis.

### Wann du nicht düngst

Kranke Kübelpflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an. Vernässte Pflanzen, deren Wurzeln noch nicht verfault sind, bekommen bis zum Abtrocknen und zur Erholung weder Wasser noch Dünger. Auch in der Ruhephase und in den ersten 4 bis 6 Wochen nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde lässt du den Dünger stehen.

> **Häufiger Fehler:** Dünger auf einen trockenen Ballen. Ist bei langer Trockenheit und großer Hitze eine Flüssigdüngung nötig, feuchtest du den Wurzelbereich vorher an und gießt die Lösung niedrig konzentriert, ohne das Laub zu benetzen.

> **Mini-Checkliste:** Wann hat der Kübel zuletzt vorgedüngte Erde bekommen? Ist der Ballen feucht? Wächst die Pflanze, oder ruht sie? Ist sie krank oder vernässt? Hast du die Packungsdosierung gelesen und den Vorrat angerechnet? Läuft unten Wasser ab?

## Gelbe Blätter, weiße Ränder: erst prüfen, dann düngen

Ein gelbes Blatt ist nicht automatisch ein Fall für Dünger. Blattvergilbung mit Blattfall kann außer auf Nährstoffmangel auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome verursachen wie ein Mangel. Weil Wurzeln Nährsalze in Wasser gelöst aufnehmen, kann Trockenheit sogar Mangelsymptome auslösen, obwohl Nährstoffe vorhanden sind.

Einen Hinweis gibt das Blattalter. Mangel an Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Magnesium zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern, Eisenmangel an jüngeren. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden. Hartes Gießwasser kann bei Topfpflanzen den Substrat-pH erhöhen und dadurch Eisenchlorosen begünstigen. Selbst gemischte komposthaltige Substrate haben oft einen hohen pH-Wert und sind für Zitrusgewächse deshalb häufig ungeeignet. Gießt du Zitrus in solcher Erde mit hartem Leitungswasser, wirken also zwei Einflüsse in dieselbe Richtung.

Weiße kristalline Beläge an Topfrand oder Substrat können auch von Salzen aus dem Gießwasser stammen und beweisen allein keine Überdüngung. Ist eine Überdüngung bestätigt, stellst du das Düngen ein und spülst den Wurzelballen bei freiem Wasserabfluss langsam durch. Schwere Fälle erfordern ein Umtopfen, gegebenenfalls unter teilweisem Austausch der alten Erde. Bei festgestelltem Mangel kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern. Hemmen Frost, Trockenheit oder Staunässe die Freisetzung, behebt eine weitere Gabe organischen Düngers das akute Problem dagegen nicht zuverlässig.

## Und die Umwelt?

Auch organische Dünger können im Übermaß Pflanzen und Umwelt belasten, und gelöste Nährsalze können auch bei Depotdüngung ausgewaschen werden. Bei der Erde zählt das genaue Wort, denn als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Blumenerden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Was beide Düngerarten für Boden und Umwelt bedeuten, behandelt der oben verlinkte Vergleich.

## Entscheidungshilfe: welcher Dünger in welchen Kübel

Ich gehe bei jedem Kübel dieselben drei Fragen durch: Was steckt schon in der Erde, wie viel braucht die Art, und wann soll die Wirkung ankommen? Die Tabelle ordnet typische Lagen zu.

| Deine Lage | Was passt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Frisch in ausreichend vorgedüngte Blumenerde getopft | vorerst kein zusätzlicher Dünger | Vorrat reicht häufig 4 bis 6 Wochen |
| Lange Saison, wenig Zeit zum Nachdüngen | mineralischer Depotdünger beim Bepflanzen | Wirkungsdauer auf der Packung, wirkt nur mit Wasser, bei Kühle verzögert |
| Starkzehrer ohne Depot, etwa Pelargonien | flüssiger Volldünger | bei Pelargonien nach dem Einwurzeln alle 10 bis 14 Tage |
| Torffreie Erde, organische Versorgung gewünscht | Hornspäne oder Hornmehl vor dem Pflanzen untermischen | Horn liefert vor allem Stickstoff und ersetzt keine vollständige Versorgung |
| Schneller Bedarf, organisch gewünscht | organischer Flüssigdünger wie Vinasse | angesetzte Lösung im selben Gießdurchgang aufbrauchen |
| Festgestellter Mangel | passende Flüssigdüngung | vorher Wasser, Wurzeln und pH als Ursache prüfen |
| Säureliebend, etwa Kulturheidelbeere | sauer wirkender Dünger | Substrat etwa pH 4,0 bis 5,0, kalkarmes Gießwasser, kein gewöhnlicher Kompost |
| Krank, vernässt oder in Winterruhe | kein Dünger | Erholung oder Wachstumsbeginn abwarten |

Für Zimmerpflanzen im Topf gilt manches anders, etwa der geringere Nährstoffbedarf bei wenig Winterlicht; [welcher Dünger zu Zimmerpflanzen passt](/praxis/duengen-boden/organischer-oder-chemischer-duenger-was-pflanzen-bevorzugen/), erklärt ein eigener Ratgeber.

## Häufige Fragen

### Welche Düngerarten eignen sich am besten für Kübelpflanzen?

Für Kübelpflanzen eignen sich mineralische Volldünger, wenn die Versorgung schnell gehen soll, und entsprechend dosierte Depotdünger für die längerfristige Nährstoffabgabe. Organische Flüssigdünger wie Vinasse können Kübelpflanzen ebenfalls schnell versorgen. Feste organische Dünger wie Hornspäne müssen im Topf erst mikrobiell abgebaut werden und können in kleinen Gefäßen deshalb verzögert wirken. In torffreie Erde mischst du sie schon vor dem Pflanzen.

### Wie unterscheiden sich organische und mineralische Dünger in ihrer Wirkungsweise?

Pflanzen nehmen Nährstoffe über die Wurzeln in mineralisch gelöster Form auf. Mineralische Dünger liefern sie meist als leicht lösliche Salze und können einen kurzfristigen Bedarf deshalb rasch decken. Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, was bei Frost, Trockenheit oder Staunässe kaum geschieht und bei feuchtwarmen Bedingungen stärker. Eine Sonderform sind umhüllte mineralische Depotdünger, deren Hülle die Freisetzung verzögert.

### Welche Nährstoffe benötigen Kübelpflanzen besonders?

Kübelpflanzen brauchen die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel sowie Spurennährstoffe wie Eisen und Mangan. Wie viel davon nötig ist, hängt stark von der Art ab: Kübeloliven und Lorbeer zählen zu den Schwachzehrern, Oleander, Engelstrompete und Chinesischer Roseneibisch haben einen hohen Nährstoffbedarf. Einseitige Gaben genügen nicht, so reicht für Buchsbaum im Kübel ein reiner Stickstoffdünger nicht aus. Ein pauschal phosphatbetonter Blütendünger ist aus Sicht der Pflanzenernährung ebenfalls nicht sinnvoll.

### Welchen Einfluss haben Bodenlebewesen auf die Wirksamkeit organischer Dünger?

Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mikrobiell abgebaut und mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können. Wie stark das geschieht, hängt von der Witterung ab: Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe werden kaum Nährstoffe frei, feuchtwarme Bedingungen können starke Schübe auslösen. Im begrenzten Substrat eines Kübels kann der Abbau von Hornspänen, Knochenmehl oder Blutmehl so verzögert ablaufen, dass er nicht zum Bedarf der Pflanze passt. Fein vermahlenes Hornmehl wird schneller umgesetzt als gröbere Hornspäne.

### Wie dosiert man Granulatdünger richtig bei verschiedenen Kübelgrößen?

Maßgeblich ist die Dosierungsanweisung des jeweiligen Produkts, und eine vorhandene Grunddüngung der Erde rechnest du an. Weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden, wiegst du die Menge ab oder kalibrierst einen Messbecher mit der Waage. Langzeitgranulat mischst du ins Substrat oder streust es gleichmäßig auf, bedeckst es leicht mit Erde und gießt von oben an, denn es wirkt nur mit Wasser. Bei torffreien Substraten kann eine an Gefäß und Substrat angepasste Gabe pro Pflanze besser versorgen als Dünger, der allein ans Gießwasser gekoppelt ist.

### Ist es ein Mythos, dass Langzeitdünger immer besser sind als Flüssigdünger?

Ja, keine der beiden Formen ist immer besser. Ausreichend bemessener Langzeitdünger versorgt Kübelpflanzen in der Regel durch den Sommer ohne zusätzliche Gabe, wirkt aber nur mit Wasser und bei niedrigen Temperaturen verzögert. Flüssigdünger kann einen festgestellten Mangel rasch verbessern, und Pelargonien ohne Langzeitdünger bekommen während des Wachstums alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Kombinierst du beides, bemisst du den Flüssigdünger nach dem Entzug der Pflanze und der vorhandenen Depotmenge.

### Welche Rolle spielen Standortfaktoren bei der Auswahl des richtigen Düngemittels?

Temperatur und Feuchte bestimmen mit, wie schnell ein Dünger im Topf wirkt: Niedrige Temperaturen verzögern organische und mineralische Langzeitdünger, und organische Dünger setzen bei Trockenheit oder Staunässe kaum Nährstoffe frei. Auch das Gießwasser zählt, denn hartes Wasser kann den Substrat-pH erhöhen und Eisenchlorosen begünstigen. Kulturheidelbeeren im Kübel brauchen zum Beispiel ein saures Substrat, kalkarmes Gießwasser und einen sauer wirkenden Dünger.

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