# Pflanzerde richtig mischen: Bestandteile und Merkmale einer guten Mischung

> Welche organischen und mineralischen Bestandteile in deine Pflanzerde gehören, welche Mischungen sich bewährt haben und woran du eine gute Erde erkennst.

- **URL:** https://samen.de/praxis/duengen-boden/pflanzerde-richtig-mischen-fuer-gesundes-wachstum/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Düngen, Boden & Kompost
- **Zuletzt geprüft:** 12. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Eine selbst gemischte Pflanzerde entscheidet mit, ob Wurzeln Luft bekommen, ob überschüssiges Wasser abläuft und ob die Nährstoffe zur Pflanze passen. Greifst du zur falschen Zutat, kann die Erde im Kübel zusammensacken, unten nass bleiben oder zu wenig Stickstoff liefern. Bevor ich mische, kläre ich drei Fragen: Für welche Pflanze ist die Erde, wie reif ist mein Kompost, und steht auf dem Rindensack wirklich Rindenhumus?

Hier geht es um die organischen und mineralischen Bestandteile, um bewährte Mischungen und um die Merkmale, an denen du eine gute Erde erkennst.

## Was muss eine gute Pflanzerde leisten?

Ein Kultursubstrat gibt den Wurzeln Halt und stellt Luft und Wasser bereit. Es speichert Nährstoffe, gibt sie wieder ab und puffert den pH-Wert. Dafür braucht die Mischung kleine Poren, die Wasser halten, und größere Poren, durch die Wasser abzieht und Luft nachkommt. Diese Struktur soll möglichst dauerhaft erhalten bleiben.

Reine Gartenerde schafft das im Gefäß schlecht, weil sie beim Wässern verschlämmen und verdichten kann. Als Zutat taugt sie trotzdem, zum Beispiel in Anzucht-, Kräuter- und Freilandmischungen. Was am Ende in die Wanne kommt, richtet sich nach der Pflanze: Wasser- und Luftkapazität, Strukturstabilität, pH-Wert sowie Salz- und Nährstoffgehalt müssen zur Kultur passen. [Wie Struktur, Chemie und Bodenleben der Erde das Wurzelwachstum beeinflussen](/praxis/duengen-boden/pflanzerde-fundament-fuer-gesundes-wurzelwachstum/), vertieft ein eigener Ratgeber.

## Welche organischen Bestandteile gehören hinein?

Organische Bestandteile werden kombiniert, um Luftführung, Wasserspeicherung, pH-Stabilität und Nährstoffangebot aufeinander abzustimmen. Kein einzelner Stoff deckt alles ab, deshalb lohnt der Blick auf jede Zutat.

Torf ersetzen in geeigneten Mischungen Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost und Kokosmaterialien. Beim Zukauf zählt das genaue Wort, denn als torfreduziert bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Warum Torfabbau Moore zerstört und wie du die Angaben auf dem Sack liest, steht im Abschnitt [Erden und Substrate im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost](/praxis/duengen-boden/).

### Kompost

Kompost liefert Pflanzennährstoffe und organische Substanz zugleich. In eine selbst gemischte Erde gehört nur reifer Kompost, und den prüfst du mit dem Kressetest. Dafür säst du Kresse in den Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Wächst sie im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er noch Reifezeit.

Mehr Kompost ist nicht automatisch besser. Reiner Kompost kann Keimlingswurzeln wegen seiner hohen Nährsalzkonzentration Wasser entziehen. Er kann außerdem hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte in die Mischung tragen. Ich siebe Kompost für Topferden ab, bevor er in die Wanne kommt, und gebe die groben Reste zurück auf den Haufen.

> **Zahl im Blick:** Selbst gemischte Blumenerde sollte höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost enthalten. Bei Zimmerpflanzen gilt eine Obergrenze von etwa 20 Volumen-% Kompost. Als Bestandteil von Blumenerde siebst du ihn auf etwa 10 bis 15 mm ab.

> **Achtung:** Für Rhododendron, Azaleen und Heidelbeeren eignet sich Gartenkompost nicht, weil er den pH-Wert erhöht. Orchideen und Farne sollten gar keinen Kompost bekommen. Auch für Zitruspflanzen sind selbst gemischte komposthaltige Substrate wegen ihres häufig hohen pH-Werts oft ungeeignet.

### Rindenhumus statt Rindenmulch

Rindenhumus entsteht aus kompostierter, zerkleinerter und nach Korngrößen sortierter Rinde. Rindenmulch ist dagegen ein Abdeckmaterial und kein gleichwertiger Substratbestandteil. Wegen seiner wachstumshemmenden Gerbstoffe gehört er nicht einmal als Mulch ins Gemüsebeet. Erst die Kompostierung baut diese Gerbstoffe und Phenole ab, deshalb kann Rindenmulch den Rindenhumus in einer Pflanzerde nicht ersetzen.

Rindenhumus speichert weniger Wasser als Torf, solche Mischungen musst du unter Umständen häufiger gießen. Er hat ungefähr die doppelte Rohdichte von Weißtorf und macht eine Mischung schwerer. Gegenüber Grüngutkompost enthält er meist weniger Nährstoffe und kann Stickstoff leichter festlegen. Ausgereifter, substratfähiger Rindenhumus bindet allerdings nur noch wenig Stickstoff. Beim Kauf zeigt das Gütezeichen Rinde für Pflanzenbau eine geprüfte Qualität an.

Bei hohen Rindenhumusanteilen vermeidest du pH-Werte unter 6. Sonst kann eine erhöhte Manganaufnahme einen Eisenmangel auslösen.

> **Mythos-Check:** Rindenhumus macht die Erde sauer? Darauf kannst du dich nicht verlassen. Rindenhumus aus kompostierter Rinde kann einen pH-Wert von 4,0 bis 7,0 haben. Wie gütegesicherter Kompost kann er sogar hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte mitbringen. Für eine saure Rhododendronmischung ist er deshalb keine Garantie, dort entscheidet die Messung.

### Holzfasern

Holzfasern können Torf in Substratmischungen ersetzen. Bei ihnen musst du auf den Stickstoff achten, denn beim mikrobiellen Abbau kann er vorübergehend gebunden werden. Dann fehlt er den Pflanzen trotz vorhandener Grunddüngung. Bei einem hohen Holzfaseranteil kann deshalb mehr Stickstoffdüngung nötig sein als bei deiner bisherigen Erde. Grobe, holzreiche Mischungen musst du oft häufiger und in kleineren Portionen gießen.

### Kokosmark und Kokosfasern

Bei Kokos kommt es auf die Form an. Kokosmark speichert mehr Wasser, Kokosfasern verbessern vor allem die Luftversorgung der Mischung. Torffreie Substrate kombinieren solche Ersatzstoffe gezielt mit Holzfasern, Rindenhumus und Kompost, damit sich Luft-, Wasser- und Nährstoffhaushalt ausgleichen.

> **Häufiger Fehler:** Unverrottetes Stroh oder frische Holzhäcksel landen direkt in der Erde. Beim Abbau strohiger oder holziger Materialien können Mikroorganismen dem Boden Stickstoff entziehen. Bei mir wandert solches Material deshalb zuerst auf den Kompost.

## Welche mineralischen Bestandteile gehören hinein?

Mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt und Blähton erhöhen die Strukturstabilität einer Erde. Das zählt vor allem bei Kübelpflanzen, die mehrere Jahre im selben Topf stehen. Ohne stabile Struktur drohen dort Verdichtung und Vernässung im unteren Gefäßbereich.

### Sand

Quarzsand ist eine typische Zutat in Anzucht- und Kräutermischungen. Mehr Durchlässigkeit bringt er aber nicht automatisch. Sand kann leichte Substratbestandteile zusammendrücken und dadurch Feinporen und Wasserkapazität der Mischung erhöhen. Mischst du ihn nur für einen besseren Abfluss in eine lockere organische Erde, hältst du damit womöglich mehr Wasser im Topf. In Mischungen für Kakteen und andere Zimmer-Sukkulenten kommt grober Sand zum Einsatz.

### Blähton, Bims, Splitt und Lava

Blähton gibt Kübel- und Gehölzsubstraten dauerhaft Struktur. Für langlebige Mischungen mischst du 30 bis 40 Volumen-% Blähton bei. Selbst bei kleiner Körnung nimmt er höchstens 25 Volumen-% Wasser auf. Anders als ungebrannter Ton hat er nahezu keine Kationenaustauschkapazität, Nährstoffe hält er also kaum fest. Nimm Blähton, der für Pflanzen gedacht ist und die RAL-Höchstwerte einhält, denn bei Ware für Bauzwecke spielt der Salzgehalt keine Rolle.

Bims und Splitt verbessern die Strukturstabilität ebenfalls. Lava findest du etwa in Mischungen für Oliven und Kakteen. Für Oliven im Kübel eignet sich durchlässige Kübelpflanzenerde mit Lava oder Blähtonsplitt. Topfkakteen aus Trockengebieten brauchen ein rasch abtrocknendes Substrat aus Blähton, Lava und Bims mit organischen Komponenten.

### Perlit und Vermiculit

Perlit ist strukturstabil und kann in der Balkonkastenmischung den gebrochenen Blähton ersetzen. Blähvermiculit ist dagegen mechanisch wenig stabil. Er kann sich selbst wassergesättigt noch trocken anfühlen. Wer damit mischt, verlässt sich beim Gießen deshalb nicht auf das Gefühl an der Oberfläche.

### Ton

Tonminerale binden wie Huminstoffe positiv geladene Nährstoffionen und geben sie durch Ionenaustausch wieder ab. Auch tonhaltige Substrate puffern den pH-Wert aber nur begrenzt. Gießt du mit hartem Wasser, kann der pH-Wert der Mischung steigen. [Wie pH-Wert und Kationenaustausch die Nährstoffverfügbarkeit in der Erde steuern](/praxis/duengen-boden/die-rolle-von-pflanzerde-bei-der-naehrstoffversorgung-grundlagen-fuer-gesundes-pflanzenwachstum/), erklärt der Ratgeber zur Nährstoffversorgung.

## Welche Mischungen haben sich bewährt?

Die folgenden Mischungen sind Beispiele für bestimmte Zwecke. Die torffreie Grundmischung eignet sich zum Beispiel weder als Rhododendron- noch als Aussaaterde. Mit Teilen sind Raumteile gemeint, die du mit demselben Gefäß abmisst.

| Zweck | Mischung |
|---|---|
| Torffreie Grundmischung | je etwa 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesicherter Kompost |
| Freiland-Pflanzsubstrat | je ein Drittel Gartenerde, Kompost und Rindenhumus |
| Balkonkasten | bis zu 30 % vollständig verrotteter Kompost, der Rest zu gleichen Teilen Rindenhumus, Kokosfaser und gebrochener Blähton oder Perlit |
| Kräuter und anspruchslose Stauden | je ein Teil Quarzsand, Gartenerde und reifer Kompost |
| Mediterrane Kräuter im Gefäß | ein Drittel Kompost, zwei Drittel mineralische Bestandteile wie Ziegelsplitt, Vulkangestein oder Blähtonbruch |
| Kakteen und Zimmer-Sukkulenten | ein Teil Blumenerde, ein Teil grober Sand |
| Anzuchterde | zwei Teile Quarzsand, ein Teil reifer, eher nährstoffarmer Kompost, ein Teil Gartenerde |
| Rhododendron beim Pflanzen | ein Teil Bodenaushub, zwei Teile spezielles Rhododendronsubstrat |

> **Marias Erfahrung:** Ich mische in einer großen Wanne und messe jeden Teil mit demselben Eimer ab. Zuerst kommen die mineralischen Zuschläge hinein, darauf die organischen Bestandteile. Dann wende ich alles mit der Schaufel, bis ich keine Nester einer einzelnen Zutat mehr sehe.

[Wie du nährstoffreiche Pflanzerde aus Kompost, Sand und weiteren Zutaten selbst mischst](/praxis/duengen-boden/pflanzerde-selbst-herstellen-naehrstoffreiche-mischungen/), zeigt die ausführliche Anleitung dazu.

## Woran erkennst du eine gute Mischung?

### Struktur und Wasserhaushalt

Gute Erde bleibt ausreichend belüftet und strukturstabil. Ihr Wasser- und Lufthaushalt passt zur Pflanze, die darin wachsen soll. Torffreie Mischungen haben eine Eigenheit: Die Oberfläche kann schon trocken sein, während die Erde unten im Gefäß noch nass ist. Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelraum. Wer nur oben fühlt und dann gießt, riskiert also genau diese Nässe. Ich hebe meine Kübel vor dem Gießen kurz an und prüfe am Gewicht, wie viel Wasser noch drin ist.

Keine Mischung ersetzt einen Wasserabzug. Pflanzgefäße brauchen Ablauflöcher, damit überschüssiges Wasser entweichen kann. [Wie du schlechte Drainage in Beet und Hochbeet erkennst und behebst](/praxis/duengen-boden/der-ultimative-leitfaden-fuer-gesunde-pflanzen/), behandelt ein eigener Ratgeber.

### pH-Wert

Für Kultursubstrate außerhalb der Moorbeetkulturen gilt ein anzustrebender pH-Bereich von 5,0 bis 6,5. Mischungen mit Rindenhumus sollten eher im oberen Teil dieses Bereichs liegen. In torffreien Substraten mit manganreichen Bestandteilen wie Rindenhumus können sonst schon bei pH 5,0 bis 5,5 Eisenmangelchlorosen auftreten. Einige Pflanzengruppen brauchen eine saurere Erde:

| Pflanzen | pH-Wert der Erde |
|---|---|
| Kultursubstrate ohne Moorbeetpflanzen | 5,0 bis 6,5 |
| Rhododendron im Kübel, die meisten Sorten | 4,5 bis 5,5, obere Erweiterung bis 6,0; kalktolerante Unterlagen gesondert beurteilen |
| Zitruspflanzen im Kübel | 5,0 bis 5,5 |
| Kulturheidelbeeren im Kübel | etwa 4,0 bis 5,0, dazu kalkarmes Gießwasser |

> **Kurz erklärt:** Direkt im Substrat misst du mit einer geeigneten Glas-Einstichelektrode, die du mit Pufferlösungen bei pH 4 und pH 7 kalibrierst. Einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können unzuverlässige Werte liefern. Messungen in Wasser und in Calciumchloridlösung können um bis zu eine pH-Stufe auseinanderliegen, der Wasserwert ist dann der höhere.

### Salzgehalt

Je jünger die Pflanze, desto salzärmer sollte ihre Erde sein. Für die einzelnen Erden gelten diese Werte:

| Erde | Salzgehalt |
|---|---|
| Aussaaterde | unter 0,5 g/l |
| Pikiererde | bis 1,5 g/l |
| Topferde für Kübel und Blumenkästen | 2,5 bis 3 g/l |

Kompost bringt Nährsalze mit. Der Kompostanteil in Anzuchterde liegt wegen Salz- und Nährstoffgehalt meist bei höchstens 20 Volumen-%. Für die Anzuchtmischung aus der Tabelle oben nimmst du deshalb ausdrücklich reifen, eher nährstoffarmen Kompost.

### Nährstoffe und Stickstoff

Die Nährstoffversorgung muss zur Pflanzengruppe passen. Kompostreiche torffreie Mischungen können viel Phosphor und Kalium enthalten. Mit Holzfasern können sie zugleich an pflanzenverfügbarem Stickstoff verarmen. Holzreiche Erden brauchen eher eine stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreichen rechnest du den enthaltenen Phosphor an.

Hornspäne oder Hornmehl für torffreie Gefäßerde mischst du schon vor dem Pflanzen unter. Hornmehl setzt seine Nährstoffe wegen der feineren Vermahlung schneller frei als Hornspäne. In kleinen Gefäßen kann die Wirkung fester organischer Dünger verzögert und unzureichend einsetzen, weil Mikroorganismen sie erst abbauen müssen. Welche Aufgaben Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurenelemente in der Pflanze haben, erklärt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt Nährstoffe.

> **Zahl im Blick:** Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff, der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist. Pflanzt du Kübeltomaten in torffreies Substrat, dient eine Grundgabe von etwa 5 g Hornmehl oder Horngrieß je Liter Substrat als Beispielwert. Für Pelargonien beim Umtopfen dienen 4 g Hornspäne je Liter Substrat als Beispiel für eine organische Grunddüngung.

### Geruch, Pilze und Gütezeichen

Ein intensiver Geruch frisch geöffneter Erde kann von mikrobieller Aktivität stammen. Verdorben ist sie deshalb nicht automatisch. Viele Pilze in Blumenerde zersetzen organische Bestandteile und sind für die Pflanzen unbedenklich.

Für zugekaufte Erde und Bestandteile hilft das RAL-Gütezeichen. Es steht für regelmäßige unabhängige Prüfungen, unter anderem von pH-Wert, Nährstoffversorgung, Unkrautsamenfreiheit und Struktur. Bei gütegesichertem Kompost dokumentiert ein Prüfzeugnis die Analysen der jeweiligen Charge.

> **Mini-Checkliste:** Bevor eine Mischung in den Topf kommt, gehe ich diese Punkte durch:
> - Ist der Kompost reif und abgesiebt?
> - Steht auf dem Sack Rindenhumus und nicht Rindenmulch?
> - Passt der Kompostanteil zur Pflanze?
> - Liegt der pH-Wert im Bereich der Kultur?
> - Braucht eine holzfaserreiche Mischung zusätzlichen Stickstoff?
> - Hat das Gefäß Abzugslöcher?

## Pflanzerde oder Blumenerde?

Die Namen auf dem Sack überschneiden sich: Aufbereitete Rindenkultursubstrate werden sowohl als Blumenerde als auch als Pflanzerde angeboten. Die Bezeichnung Kultursubstrat garantiert keinen bestimmten Nährstoffgehalt, deshalb liest du die Deklaration. [Worin sich Pflanzerde und Blumenerde unterscheiden und welche du wofür nimmst](/praxis/duengen-boden/pflanzerde-oder-blumenerde-welche-wofuer/), klärt ein eigener Ratgeber.

## Und im Beet, mit alter Erde und beim Lagern?

[Wie du Pflanzerde in Gemüsebeet, Blumenbeet, Hochbeet und Rasen einsetzt und wann du Spezialerde brauchst](/praxis/duengen-boden/pflanzerde-optimal-nutzen-perfekte-boeden-fuer-jeden-garten/), behandelt der Ratgeber zum Garteneinsatz. Eigener Kompost als Zutat kann dabei Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern.

Für Balkonkästen und Kübel bis etwa 30 Liter kannst du krankheitsfreie Vorjahreserde aufbereiten. Dazu mischst du sie mit etwa einem Drittel frischer Erde. Substrat aus Gefäßen mit wurzelfaulen Pflanzen verwendest du nicht wieder. [Wie du Erde für Topfpflanzen auswählst, einfüllst und erneuerst](/praxis/duengen-boden/pflanzerde-richtig-waehlen-und-verwenden/), steht im Ratgeber für Gefäße.

Übrige Erde lagerst du kühl, dunkel und trocken in gut verschlossenen Säcken. Torffreie Erde verwendest du möglichst bald, weil sich bei Wärme ihre Eigenschaften verändern und der Salzgehalt steigen kann. Ich beschrifte angebrochene Säcke mit dem Datum, an dem ich sie geöffnet habe. Gelagerte Erde kann salziger werden, und Aussaaterde sollte unter 0,5 g/l Salz bleiben. Für Aussaaten nimmst du deshalb frische Anzuchterde statt alter Reste.

> **Passt dazu:** [Welche Annahmen über Pflanzerde zu Dünger, jährlichem Austausch und Torf nicht stimmen](/praxis/duengen-boden/pflanzerde-mythen-entlarvt-fakten-fuer-ihren-garten/), prüft der Faktencheck. [Wie du Pflanzerde und Beetboden von Frühjahr bis Winter pflegst](/praxis/duengen-boden/pflanzerde-im-jahreszyklus-pflege-fuer-jede-saison/), zeigt der Saisonratgeber.

## Häufige Fragen

### Was ist Pflanzerde und wie unterscheidet sie sich von normaler Gartenerde?

Pflanzerde ist ein Kultursubstrat: Sie gibt Wurzeln Halt, stellt Luft und Wasser bereit, speichert Nährstoffe, gibt sie wieder ab und puffert den pH-Wert. Reine Gartenerde eignet sich als Gefäßfüllung schlecht, weil sie beim Wässern verschlämmen und verdichten kann. Als Zutat taugt sie trotzdem, etwa für ein Freiland-Pflanzsubstrat aus je einem Drittel Gartenerde, Kompost und Rindenhumus.

### Welche organischen und mineralischen Bestandteile gehören in eine gute Pflanzerde?

Organisch eignen sich reifer Kompost, Rindenhumus, Holzfasern sowie Kokosmark und Kokosfasern. Mineralische Zuschläge wie Blähton, Bims oder Splitt verbessern die Strukturstabilität, Quarzsand ist eine typische Zutat für Anzucht- und Kräutermischungen. Eine erprobte torffreie Mischung besteht aus jeweils etwa 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesichertem Kompost. Rindenmulch gehört nicht hinein, er ist ein Abdeckmaterial.

### Wie erkenne ich eine gute Pflanzerde?

Gute Pflanzerde bleibt belüftet und strukturstabil, und ihr pH-Wert sowie ihr Salz- und Nährstoffgehalt passen zur Pflanze. Für Kultursubstrate außerhalb der Moorbeetkulturen gilt ein pH-Bereich von 5,0 bis 6,5. Ein intensiver Geruch frisch geöffneter Erde kann von mikrobieller Aktivität stammen und heißt nicht automatisch, dass sie verdorben ist. Bei zugekaufter Erde steht das RAL-Gütezeichen für regelmäßige unabhängige Prüfungen.

### Welche Rolle spielen Kompost und Vermiculit in der Pflanzerde?

Kompost liefert Nährstoffe und organische Substanz, kann aber auch hohe pH- und Salzwerte einbringen. Selbst gemischte Blumenerde sollte deshalb höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost enthalten. Blähvermiculit ist mechanisch wenig stabil und kann sich selbst wassergesättigt noch trocken anfühlen. Bei solchen Mischungen verlässt du dich vor dem Gießen deshalb nicht auf das Gefühl an der Oberfläche.

### Warum sind torffreie Bestandteile in Pflanzerde sinnvoll?

Torfabbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas frei. Torf entsteht über Jahrtausende und ist in menschlichen Zeiträumen nicht erneuerbar. Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost und Kokosmaterialien können ihn in geeigneten Mischungen ersetzen. Achte beim Kauf auf die Angabe torffrei, denn torfreduzierte Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten.

### Wie beugt die richtige Substratmischung Staunässe und Wurzelfäule vor?

Ein strukturstabiles Substrat und freie Abzugslöcher sind wichtige Voraussetzungen gegen Staunässe im Kübel. Mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt oder Blähton helfen, Verdichtung und Vernässung im unteren Gefäßbereich vorzubeugen. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken sein, während es unten noch nass ist. Prüfe vor dem Gießen deshalb die Feuchte tiefer im Topf oder das Gewicht des Gefäßes.

### Wie mischt man Pflanzerde mit vorhandenem Gartenboden?

Für ein selbst gemischtes Freiland-Pflanzsubstrat nimmst du je ein Drittel Gartenerde, Kompost und Rindenhumus. Beim Pflanzen von Rhododendron mischst du Bodenaushub und spezielles Rhododendronsubstrat im Verhältnis 1:2. Gewöhnlicher Gartenkompost gehört bei Rhododendron, Azaleen und Heidelbeeren nicht in die Mischung, weil er den pH-Wert erhöht.

### Welche Erde brauchen Kübelpflanzen, die mehrere Jahre im selben Topf stehen?

Für mehrjährige Kübelpflanzen ist strukturstabile Kübelpflanzenerde sinnvoll, damit der untere Gefäßbereich nicht verdichtet und vernässt. Mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt oder Blähton stützen diese Struktur. Für langlebige Kübel- und Gehölzsubstrate mischst du 30 bis 40 Volumen-% Blähton bei. Für Topferde in Kübeln und Blumenkästen wird ein Salzgehalt von 2,5 bis 3 g/l angegeben.

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