# Umweltfreundlich streuen: Natürliches Streugut richtig dosieren und verteilen

> Kompost, Mist, Horndünger, Kalk und Mulch umweltfreundlich ausbringen: welche Mengen je m² gelten, wann du streust und wie du von Hand und mit dem Streuwagen gleichmäßig verteilst.

- **URL:** https://samen.de/praxis/duengen-boden/umweltfreundlich-streuen-natuerliche-alternativen-entdecken/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Düngen, Boden & Kompost
- **Zuletzt geprüft:** 12. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Wer Kompost, Mist oder Hornspäne nach Gefühl streut, bringt schnell mehr aus, als die Pflanzen aufnehmen. Auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung Pflanzen und Umwelt belasten. Was die Wurzeln nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden, und Nitrat kann mit dem Sickerwasser ins Grundwasser gelangen. Umweltfreundlich wird Streugut also nicht allein durch seine natürliche Herkunft, sondern durch die passende Menge am passenden Ort. Ich streue deshalb nach Fläche, Bodenbefund und Wetter und wiege jede Gabe vorher ab.

Hier geht es um das Ausbringen selbst: welche Mengen je Quadratmeter gelten, wann du streust und wie du von Hand und mit dem Streuwagen gleichmäßig verteilst. Dazu kommen Mulch und mineralisches Streugut wie Kalk, Sand und Bentonit.

## Welches natürliche Streugut welche Aufgabe hat

Natürliches Streugut sortiere ich nach seiner Aufgabe. Kompost, abgelagerter Stallmist und Horndünger liefern Nährstoffe. Kalk, gewaschener Sand und Bentonit verändern pH-Wert, Durchlässigkeit oder Wasserspeicherung des Bodens. Mulch aus organischem oder mineralischem Material bedeckt die Oberfläche.

Organisch gebundene Nährstoffe müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können. Mineraldünger liefern ihre Nährstoffe dagegen meist als Salze. Stickstoff unterstützt das Wachstum von Blättern und Trieben, Phosphor arbeitet im Energiehaushalt, Kalium regelt den Wasserhaushalt. Wie diese Nährstoffe, die Düngerarten und dein Boden zusammenhängen, erklärt der [Grundlagenratgeber zu Nährstoffen, Düngerarten und Bodenanalyse](/praxis/duengen-boden/).

Ein eigener Ratgeber zeigt, [welche organischen Dünger Blaukorn ersetzen und wie du sie herstellst](/praxis/duengen-boden/organische-duengung-natuerliche-alternativen-zu-blaukorn/). Mit eigenem Kompost kannst du außerdem Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern. Weil die Herstellung synthetischer Mineraldünger energieaufwendig ist, kann das Recycling vorhandener Gartennährstoffe den Zukauf senken. [Warum sich organische Düngung im ganzen Garten lohnt und wie die Umstellung gelingt](/praxis/duengen-boden/natuerliche-duengemethoden-fuer-den-bio-garten/), steht in einem weiteren Ratgeber. Und [wie umweltfreundliche Dünger auf Blüte und Pflanzengesundheit wirken](/praxis/duengen-boden/umweltfreundlicher-blumenduenger-naehrstoffe-fuer-gesunde-pflanzen/), liest du im Ratgeber zum Blumendünger.

## Vor dem Streuen: Bedarf klären und anrechnen

Eine Bodenuntersuchung zeigt, welche Nährstoffe fehlen und welche schon reichlich vorhanden sind. Die Standarduntersuchung erfasst typischerweise Phosphor, Kalium und pH-Wert, für pflanzenverfügbaren Stickstoff braucht es eine gesonderte Nmin-Untersuchung. Wie du die Mischprobe ziehst, steht im Abschnitt „Boden kennen: Humus, Bodenleben und Bodenanalyse“ des Grundlagenratgebers.

Mit dem Befund rechnest du an, was schon da ist. Die empfohlene Menge auf einer Düngerpackung setzt eine passende Bodenversorgung voraus. Sie gilt nur, wenn du nicht zusätzlich Kompost oder andere Dünger gibst. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist und Gründüngung musst du bei der Bemessung mitzählen. Ist der Boden mit einem Nährstoff sehr hoch versorgt, also in Stufe E, kann die Düngung mit genau diesem Nährstoff vorübergehend entfallen. Bei viel Phosphat und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel ergänzt du gezielt den fehlenden Nährstoff statt eines weiteren Volldüngers.

Ich notiere jede Gabe mit Beet, Datum und Menge in meinem Gartenheft. So sehe ich beim nächsten Streuen, was ich anrechnen muss.

## Wie viel streuen: Mengen je Quadratmeter

Die Werte in der Tabelle sind Orientierungen und Obergrenzen, keine Pflichtgaben. Sie gelten nur unter den genannten Bedingungen.

| Streugut | Menge | Bedingung und Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Reifer Kompost als Grundversorgung | 3 l je m² und Jahr | im Frühjahr flach einarbeiten; der Bodenbefund entscheidet über Abweichungen |
| Kompost im Ziergarten bei Phosphat-Gehaltsstufe C | höchstens 3 l je m² und Jahr | weitere Phosphatgaben entfallen |
| Kompost auf dem Rasen | etwa 2 l je m² | abgesiebt auf Bestandteile kleiner als 10 bis 15 mm |
| Rinder- oder Pferdestallmist | höchstens 3 kg je m² | abgelagert; begrenzt wegen der Phosphatzufuhr; nicht zusätzlich zu Kompost auf derselben Fläche |
| Horndünger für Feldsalat, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Bohnen und Zwiebeln | bis zu 50 g je m² | nur bei zusätzlichem Stickstoffbedarf auf phosphat- und kaliumreichen Gemüsebeeten; zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten |
| Horndünger für Eissalat, Möhren, Endivien, Rettich, Spinat, Rote Bete und Gurken | bis zu 100 g je m² | wie in der Zeile darüber |
| Horndünger für Tomaten | bis zu 150 g je m² | nur bei zusätzlichem Stickstoffbedarf auf phosphat- und kaliumreichen Gemüsebeeten; die Hälfte zur Pflanzung, die andere Hälfte etwa 3 bis 4 Wochen danach |

Horndünger enthalten typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff und nur wenig Phosphor und Kalium. Sie ergänzen den Kompost um Stickstoff, eine vollständige Versorgung ersetzen sie nicht. Eine einzelne Stickstoffgabe sollte im Garten 10 g N/m² nicht überschreiten. Humusreiche Böden liefern bei Wärme und Feuchte selbst Stickstoff nach. Ist diese Nachlieferung hoch, kann die Horngabe kleiner ausfallen oder ganz entfallen.

Tomaten haben einen höheren Stickstoffbedarf als Erbsen und Bohnen. Buschbohnen können mithilfe von Knöllchenbakterien sogar Luftstickstoff nutzen. Welche deiner Kulturen als Schwach-, Mittel- oder Starkzehrer gilt, kannst du [im Beetplaner mit der Zehrer-Einstufung](/tools/beetplaner/) prüfen.

Für schnell geerntete Kulturen wie Spinat und Kopfsalat sind Hornspäne besonders im kühlen Frühjahr ungeeignet. Bei kurzen Frühjahrskulturen mit 4 bis 8 Wochen Entwicklungszeit eignet sich Hornmehl besser. Für seine vollständige Umsetzung im Boden rechnest du mit etwa 6 Wochen, gröbere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate.

Auch beim Kompost gibt es eine Grenze. Für die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle gelten ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied als Faustregel gegen Überdüngung.

> **Kurz erklärt:** Steht auf dem Etikett ein Stickstoffgehalt, rechnest du die Streumenge so aus: Düngebedarf in g/m² mal 100, geteilt durch den Nährstoffgehalt in Prozent. Bei 5 g Stickstoff je m² und einem Dünger mit 20 % Stickstoff ergibt das rechnerisch 25 g Dünger je m². Für das ganze Beet nimmst du das Ergebnis mal die Fläche in m².

> **Marias Erfahrung:** Ich wiege die Menge für einen Quadratmeter einmal auf der Waage ab, schütte sie in einen alten Becher und markiere die Füllhöhe mit einem wasserfesten Stift. Jedes Streugut bekommt seine eigene Markierung, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden.

## Wann du streust: Jahreszeit und Wetter

Im Hausgarten ziehst du die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung möglichst vor, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Auf leeren Beeten nimmt im Herbst keine Pflanze mehr auf, was der Boden freisetzt. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder Staunässe kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmem Wetter dagegen in starken Schüben. Eine zweite Gabe im kalten Frühjahr behebt einen Mangel deshalb nicht zuverlässig, sie kann bei feuchtwarmer Witterung aber zusätzlich als Schub frei werden.

Für einige Streugüter gibt es feste Grenzen im Gartenjahr:

- Horndünger bringst du im Gemüsegarten auch für Herbstkulturen nicht später als Ende August aus.
- Obst- und Ziergehölze erhalten nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen.
- Abgelagerten Stallmist arbeitest du im Frühjahr vor der Pflanzung flach in Beete für Starkzehrer wie Kohl, Tomaten, Gurken oder Zuckermais ein.
- Kompostierter Mist kann im Herbst den Boden um Zierpflanzen und Gehölze schützen.
- Kalk kommt im zeitigen Frühjahr in den Boden, und zwar nur nach Befund.

Am Tag selbst zählt die Feuchte. Gestreut wird auf feuchten Boden, damit die Nährstoffe wirken können. Auf nassen Pflanzenteilen darf dagegen kein Dünger liegen bleiben.

> **Häufiger Fehler:** Nach einem Regenschauer wird über die nassen Pflanzen hinweg gestreut. Dünger, der auf nassen Blättern haften bleibt, kann dort Ätzschäden verursachen. Ich streue unter die Blätter auf den feuchten Boden und schüttle Körner, die auf dem Laub landen, gleich ab.

## Von Hand streuen: so verteile ich gleichmäßig

Auf Beeten streue ich von Hand, weil ich dort genau zwischen den Pflanzen arbeiten kann.

1. Ich messe das Beet aus und rechne die Menge je m² auf die ganze Fläche hoch.
2. Die abgewogene Menge teile ich auf: Einen Teil streue ich längs, den Rest quer über das Beet, damit keine Häufchen entstehen.
3. Horndünger arbeite ich danach mit dem Grubber leicht ein.
4. Kompost harke ich nur flach ein, denn tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen.

Bei Hecken verteilst du einen organischen Mehrnährstoffdünger bei Bedarf im zeitigen Frühjahr gleichmäßig zwischen den Gehölzen. Wo nötig, arbeitest du ihn leicht ein. In Töpfen wirken feste organische Dünger wie Hornspäne verzögert und oft unzureichend, weil Mikroorganismen sie erst abbauen müssen. Für torffreie Gefäßerde mischst du Hornspäne oder Hornmehl deshalb schon vor dem Pflanzen unter die Erde.

### Wo Kompost nicht hingehört

Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren bekommen keinen gewöhnlichen Gartenkompost, denn er hebt den pH-Wert an. Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten lässt du beim Kompoststreuen ebenfalls aus.

## Mit dem Streuwagen: Rasen und große Flächen

Ein Streuwagen hilft, wenn eine große Fläche gleichmäßig versorgt werden soll, vor allem auf dem Rasen. Er braucht trockenes, rieselfähiges Streugut. Nicht jedes Gerät eignet sich für grobe Stoffe wie Kompost oder Mulch, deshalb verteile ich beides mit Schaufel und Rechen. Im Erwerbsanbau von Beetkulturen hat der Wechsel vom Schleuderstreuer zum fahrgassenaussparenden Kastenstreuer die ausgebrachte Düngermenge um bis zu 20 % vermindert. Für Rasenflächen mit Beeträndern und Wegen nehme ich einen Kastenstreuer, damit das Streugut dort bleibt, wo es hingehört.

So stelle ich den Streuwagen ein und arbeite damit:

1. Ich beginne mit einer niedrigen Einstellung.
2. Zur Probe fülle ich eine abgewogene Menge ein, streue eine ausgemessene Fläche ab und wiege den Rest nach. Passt die Menge nicht, stelle ich nach und wiederhole die Probe.
3. Beim Streuen gehe ich in gleichmäßigem Tempo. Die Bahnen lege ich so, dass weder Lücken bleiben noch Streifen doppelt bestreut werden.
4. Zum Wenden und Anhalten schließe ich den Auslass, sonst entstehen Nester.
5. Was auf Weg oder Pflaster fällt, fege ich zurück auf die Fläche.

Auf dem Rasen kommt bei der Frühjahrspflege zuerst der Mäher: Du mähst, entfernst das Schnittgut und düngst danach. Bei großer Hitze und Trockenheit bleibt der Streuwagen stehen. Gedüngt wird erst wieder, wenn der Boden ausreichend feucht ist und der Rasen sichtbar wächst. Langzeitdünger können auf dem Rasen das Auswaschungsrisiko gegenüber kurzfristig wirksamen Düngern verringern.

> **Zahl im Blick:** Bleibt beim Mulchmähen das fein zerkleinerte Schnittgut auf der Fläche, kann sich der Düngerbedarf des Rasens um 30 bis 50 % vermindern. Als fachliche Höchstmenge je Gabe gelten 5 g Stickstoff je m² bei Kurzzeitdüngern und 10 g je m² bei Langzeitdüngern. Das sind Obergrenzen, kein Sollwert für jede Gabe.

## Schicht für Schicht: Kompost, Horndünger und Mulch kombinieren

Auf meinen Gemüsebeeten baue ich die Versorgung im Frühjahr in dieser Reihenfolge auf:

1. **Boden vorbereiten:** Ich entferne Wildkräuter und lockere den Boden. Ausdauernde Wurzelunkräuter steche ich aus, denn Mulch unterdrückt zwar Samenunkräuter, bestehende Wurzelunkräuter beseitigt er aber nicht zuverlässig.
2. **Kompost als Grundgabe:** Reifer Kompost kommt flach eingearbeitet aufs Beet. Eine jährliche Grundgabe von 3 l/m² deckt im Gemüsebeet den Phosphatbedarf und weitgehend den Kaliumbedarf, liefert aber nicht automatisch genug verfügbaren Stickstoff.
3. **Stickstoff nach Bedarf:** Nur wenn die Kultur mehr braucht, streue ich Horndünger nach der Tabelle oben und arbeite ihn leicht ein.
4. **Mulch zuletzt:** Gemulcht wird, wenn die Gemüsepflanzen ungefähr 10 cm hoch sind. Saatrillen und kleine Jungpflanzen bleiben frei.
5. **Nachlegen:** Organischer Mulch verrottet. Ich kontrolliere die Decke und ergänze sie dort, wo der Boden durchscheint.

Hast du im Frühjahr Stallmist eingearbeitet, entfällt der Kompost auf dieser Fläche. Kompost setzt nur wenig Stickstoff frei, und Stroh, Holzhäcksel oder Rindenmulch können beim Abbau Stickstoff binden. Wer auf ein Kompostbeet Stroh als Mulch legt, plant den Stickstoff deshalb schon vor dem Mulchen ein. Angewelkter Rasenschnitt liefert dagegen Stickstoff nach, den du bei weiteren Gaben berücksichtigst. [Wie du den ganzen Gemüsegarten mit Kompost, organischen Düngern, Gründüngung und Mulch versorgst](/praxis/duengen-boden/natuerliche-duengung-im-gemuesegarten/), beschreibt ein eigener Ratgeber.

## Mulch ausbringen: welches Material wohin passt

Mulch vermindert Austrocknung, Erosion und Unkrautaufwuchs, organischer Mulch liefert dem Bodenleben zusätzlich Nahrung. Wie die Mulchschicht im Boden wirkt, beschreibt der Abschnitt „Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden“ des Grundlagenratgebers. Hier geht es darum, welches Material wohin passt und wie dick du es aufträgst.

| Material | Passt zu | Schichtdicke | Darauf achtest du |
|---|---|---|---|
| Organischer Mulch allgemein | Gemüsebeeten | etwa 2 bis 3 cm | erst ab ungefähr 10 cm Pflanzenhöhe; Saatrillen und kleine Jungpflanzen bleiben frei; Tomaten, Kürbis und Bohnen erst ab Mai oder Juni |
| Angewelkter Rasenschnitt | Gemüsebeeten | dünner als andere organische Mulchstoffe, bei Bedarf ergänzen | in dünnen Schichten, damit er nicht zu einer faulenden Masse verklebt; liefert Stickstoff nach |
| Stroh | höher wachsendem Gemüse wie Tomaten, Zucchini und Zuckermais | wie organischer Mulch im Gemüsebeet | bindet beim Abbau Stickstoff |
| Herbstlaub | Flächen zwischen Stauden und unter Hecken | in dünnen Lagen | Laub von Rosen mit Sternrußtau oder vom Buchs mit Blattbräune entfernst du |
| Rindenmulch | bodenbedeckenden Gehölzen | 3 bis 5 cm | nicht ins Gemüsebeet; bindet beim Abbau Stickstoff |
| Kies, Splitt oder Lava | sonnigen, trockenen Staudenpflanzungen auf leichten Böden mit wenig Laubeintrag | mindestens 5 cm, besser 7 cm, Körnung 8 bis 16 mm | bewährt in Versuchen mit trockenen Staudenmischpflanzungen; bildet keinen Humus |

Rindenmulch gehört nicht ins Gemüsebeet, weil seine Gerbstoffe das Wachstum hemmen. Auf Gartenwegen kannst du ihn dagegen verwenden. Pinienrinde bindet als Mulch meist nur wenig Stickstoff, eine Ausgleichsdüngung ist dann gewöhnlich nicht nötig. Gehölzbereiche und frische bis feuchte Staudenflächen kannst du mit nährstoffarmem Rindenhumus mulchen. Mineralischer Mulch bildet keinen Humus und legt auch keinen Stickstoff fest.

Beim Zeitpunkt unterscheidest du nach Fläche. Eine früh aufgebrachte Mulchschicht verzögert im Frühjahr, dass sich der Boden erwärmt und abtrocknet. Baumscheiben und Flächen unter Hecken kannst du dagegen schon gegen Ende des Winters mulchen. Eine feuchte Mulchdecke kann Nacktschnecken begünstigen, deshalb schaue ich unter ihre Ränder, bevor ich nachlege.

Laub vom Rasen nehme ich mit einem hoch eingestellten Rasenmäher auf. Die Blätter werden dabei zerkleinert, mit Rasenschnitt gemischt und zersetzen sich schneller. Mulchfolien aus Kunststoff können beim Zerfall Mikroplastik im Gartenboden hinterlassen. Ich mulche deshalb nur mit organischem oder mineralischem Material.

## Mineralisches Streugut: Kalk, Sand und Bentonit

Kalk neutralisiert Bodensäure und erhöht dadurch den pH-Wert, das gilt auch für Algenkalk. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Regelmäßige Kompostgaben von etwa 3 l/m² jährlich können im Hausgarten schon genug Kalzium nachliefern. Liegt der pH-Wert bereits über dem Zielbereich, streust du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger noch Kompost. Säureliebende Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken bekommen keine pauschalen Kalk- oder Kompostgaben.

| Streugut | Menge | Nur unter dieser Bedingung |
|---|---|---|
| Kohlensaurer Kalk auf leichtem Gartenboden | 150 g je m², in Abständen von 3 bis 4 Jahren | pH-Wert nachgewiesen zu niedrig, keine Kompostzufuhr; im zeitigen Frühjahr einarbeiten |
| Kohlensaurer Kalk auf schwerem Gartenboden | 250 g je m², in Abständen von 3 bis 4 Jahren | dieselben Voraussetzungen wie auf leichtem Boden |
| Gewaschener Sand ohne Feinanteile | 2 bis 5 l je m² | schwerer Boden soll durchlässiger werden; weitere Gaben hängen vom Bodenzustand ab |
| Bentonit | 0,5 bis 1 kg je m², zusammen mit Kompost | sehr durchlässiger, trockener Ziergartenboden |

Kohlensaurer Kalk enthält typischerweise 75 bis 95 % Calciumcarbonat und wirkt vergleichsweise langsam und mild. Gesteinsmehl steht als Steinmehl zusammen mit Calciumcarbonat natürlichen Ursprungs, natürlichem Sand, Ton und Tonmineralen auf der Positivliste für den ökologischen Landbau. Zulässig heißt dort: Der Stoff darf verwendet werden. Eine Streumenge für dein Beet lässt sich daraus nicht ablesen.

Pflanzenkohle enthält selbst kaum pflanzenverfügbare Nährstoffe. Ich streue sie deshalb nicht pur, sondern belade sie vorher, zum Beispiel über frischen Kompost. Beim Kauf achtest du auf eine anerkannte Zertifizierung wie das European Biochar Certificate, die Schadstoffgehalte und Grenzwerte absichert.

> **Achtung:** Holzasche streust du weder als Kalidünger noch gibst du sie auf den Kompost, weil sie mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein kann. Abgekühlt gehört sie in den Hausmüll, und zwar ohne Staub aufzuwirbeln. Zeigt der Bodenbefund Kaliummangel, ergänzt du gezielt diesen Nährstoff.

## Kompost, Gründüngung und Bokashi: was beim Ausbringen zählt

Für die Grundgabe nimmst du reifen Kompost. Wie du einen Kompostplatz anlegst und welches Material hineingehört, steht im Abschnitt „Kompost anlegen: Standort, Material und System“ des Grundlagenratgebers.

Gründüngung bindet auf frei gewordenen Beeten freigesetzte Nährstoffe und vermindert deren Auswaschung. Nach dem flachen Einarbeiten wartest du meist 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung, den frei werdenden Stickstoff rechnest du bei der Folgekultur an. Saatmengen für Phacelia und Winterroggen findest du im Abschnitt „Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden“.

Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung organischer Abfälle und noch kein fertiger Dünger: Das fermentierte Material muss vor dem Einsatz mit Erde vermischt oder kompostiert werden. Bokashi-Saft verdünnst du für Gartenfreiflächen im Verhältnis 1:100 und verwendest ihn wegen des Geruchs nur draußen. Wie Bokashi-Eimer und Wurmkiste funktionieren, steht im Abschnitt „Kompost pflegen, prüfen und verwenden“ des Grundlagenratgebers.

## Sicher streuen: Hygiene, Kinder und Haustiere

Frischer Pferde- und Rindermist kann keimfähige Unkrautsamen, Tierarzneimittelrückstände und Krankheitserreger enthalten. Für den Gemüsegarten nimmst du deshalb Stallmist, der mindestens ein Jahr gelagert ist. Eine zusätzliche Kompostierung mit Pflanzenresten ist empfehlenswert, ersetzt aber wie die Lagerdauer keinen Hygienenachweis. Pferdemist holst du möglichst aus bekannten Haltungen, weil Angaben zu Tierbehandlungen häufig fehlen.

Auch handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei: Bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden Salmonellen nachgewiesen. Ich streue Mist und Horndünger deshalb mit Handschuhen und wasche Gemüse nach der Ernte gründlich. Feste Dünger lagerst du verpackt oder abgedeckt in trockenen Räumen. Ein Kaninchenauslauf bleibt ungedüngt.

> **Achtung:** Nicht ausreichend erhitzter Rizinusschrot in organischen Düngern kann bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen. Bei Vergiftungsverdacht rufst du sofort die Tierarztpraxis an und bringst die Verpackung mit. Gib dem Tier keine Hausmittel und löse kein Erbrechen aus. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Dünger aufgenommen, kontaktierst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis.

> **Mini-Checkliste:** Der Bodenbefund liegt vor, Kompost- oder Mistgaben sind angerechnet. Die Fläche ist ausgemessen und die Menge abgewogen. Der Boden ist feucht, die Blätter sind trocken. Im Gemüsegarten kommt nach Ende August kein Horndünger mehr aufs Beet. Holzasche bleibt im Hausmüll.

## Häufige Fragen

### Darf ich Kompost und Stallmist auf dasselbe Beet streuen?

Besser nicht, denn beide führen organische Substanz und Nährstoffe zu. Eine Gartenfläche bekommt deshalb entweder Kompost oder Stallmist als Grundgabe. Beim Rinder- oder Pferdestallmist gelten im Garten höchstens 3 kg je m², damit nicht zu viel Phosphat in den Boden gelangt.

### Kann ich Holzasche als Kalidünger streuen?

Nein. Holzasche kann mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein und gehört weder als Dünger aufs Beet noch auf den Kompost. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst. Zeigt eine Bodenuntersuchung Kaliummangel, ergänzt du gezielt diesen Nährstoff.

### Wann ist die richtige Zeit, um natürlichen Dünger zu streuen?

Im Hausgarten ist eine Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung möglichst vorzuziehen, um Nährstoffverluste durch Auswaschung zu verringern. Gestreut wird auf feuchten Boden, ohne dass Dünger auf nassen Blättern liegen bleibt. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder Staunässe kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmem Wetter dagegen stärker. Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr.

### Wie dick streue ich Mulch im Gemüsebeet?

Für Gemüsebeete ist eine organische Mulchschicht von etwa 2 bis 3 cm üblich, feiner Rasenschnitt kommt angewelkt und dünner aufs Beet. Gemulcht wird, wenn die Pflanzen ungefähr 10 cm hoch sind, Saatrillen und kleine Jungpflanzen bleiben frei. Tomaten, Kürbis und Bohnen mulchst du erst ab Mai oder Juni, damit sich der Boden vorher erwärmen kann.

### Wie viel Kalk streue ich auf den Gartenboden?

Kalk streust du nur, wenn ein Bodenbefund einen zu niedrigen pH-Wert zeigt. Auf leichten Gartenböden ohne Kompostzufuhr sind das 150 g kohlensaurer Kalk je m². Auf schweren Gartenböden sind es unter denselben Voraussetzungen 250 g je m². Eingearbeitet wird im zeitigen Frühjahr, in Abständen von 3 bis 4 Jahren.

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