# Doldenblütler erkennen: Gewürzpflanzen, Gemüse und giftige Doppelgänger

> Woran du Doldenblütler erkennst, welche Gewürzpflanzen und Gemüse dazugehören, wo Verwechslungsgefahr mit Schierling und Hundspetersilie besteht und wie Möhre, Pastinake, Petersilie, Sellerie und Dill gelingen.

- **URL:** https://samen.de/praxis/garten-planung/pflanzenfamilie-doldenbluetler/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Gartenplanung, Mischkultur & Fruchtfolge
- **Zuletzt geprüft:** 05. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Wer Petersilie, Dill und Möhren sät, hat schon drei Doldenblütler im Garten. Die Familie bringt viele Gewürzpflanzen und Wurzelgemüse mit, aber auch giftige Doppelgänger wie Schierling und Hundspetersilie. Ich esse deshalb nur, was ich selbst gesät oder sicher bestimmt habe. Woran du die Familie erkennst und wie Möhre, Pastinake, Petersilie, Sellerie und Dill im Beet gelingen, zeige ich dir hier.

## Woran erkennst du Doldenblütler?

Doldenblütler, botanisch Apiaceae, erkennst du zuerst am Blütenstand. Winzige, eher unscheinbare Einzelblüten stehen in kleinen Döldchen zusammen. Mehrere Döldchen vereinigen sich wiederum zu einer Doppeldolde. So entstehen große Blütenstände, die meist weiß und seltener gelb sind.

Auch die Blätter helfen beim Bestimmen. Die Laubblätter stehen wechselständig, sind meist einfach oder mehrfach gefiedert und entspringen einer Blattscheide. Nur wenige Arten haben ganze, ungeteilte Blätter. Der Stängel ist hohl und oft mit Knoten versehen. Nach der Blüte bilden typische Doldenblütler zweiteilige Spaltfrüchte.

> **Kurz erklärt:** Eine Doppeldolde ist eine Dolde aus Dolden. Jeder Strahl des großen Blütenstands trägt an seiner Spitze ein eigenes Döldchen. Dieser Aufbau hat der ganzen Familie ihren Namen gegeben.

## Welche Gewürzpflanzen und Gemüse gehören zu den Doldenblütlern?

Viele Doldenblütler enthalten ätherische Öle, deshalb finden sich in der Familie zahlreiche Gewürzpflanzen. Dazu zählen Kümmel, Dill, Liebstöckel, Koriander, Fenchel, Petersilie, Anis und Sellerie. Je nach Art nutzt du die Blätter, die Blüten oder die Samen. Bei Möhre, Pastinake und Wurzelpetersilie isst du dagegen die fleischig verdickte Pfahlwurzel.

| Pflanze | Botanischer Name | Was du nutzt |
|---|---|---|
| Möhre | *Daucus carota* subsp. *sativus* | Pfahlwurzel |
| Pastinake | *Pastinaca sativa* | Pfahlwurzel |
| Petersilie | *Petroselinum crispum* | Blätter, bei Wurzelpetersilie auch die Wurzel |
| Sellerie | *Apium graveolens* | Knolle oder Stängel, das Laub zum Würzen |
| Dill | *Anethum graveolens* | Blätter, Blüten und reife Samen |

Nicht jedes Wurzelgemüse im Beet gehört zu dieser Familie. Rote Bete zählt zusammen mit Mangold und Spinat zu einer anderen Familie. [Was die Gänsefußgewächse verbindet](/praxis/garten-planung/pflanzenfamilie-gaensefussgewaechse/), erkläre ich in einem eigenen Beitrag. Im Ziergarten spielen Doldenblütler kaum eine Rolle, wilde Arten findest du eher in Naturgärten.

## Giftige Doldenblütler: Schierling, Hundspetersilie und Petersilie im zweiten Jahr

Unter den Doldenblütlern gibt es sehr giftige Arten. Gefleckter Schierling (*Conium maculatum*), Wasserschierling (*Cicuta virosa*) und Hundspetersilie (*Aethusa cynapium*) gehören zu den giftigen Verwechslungspartnern essbarer Wildkräuter. Aus dem Gefleckten Schierling stammte das Gift des Schierlingsbechers, mit dem Sokrates hingerichtet wurde.

Die Hundspetersilie sieht der glatten Petersilie zum Verwechseln ähnlich. Deshalb lautet ein verbreiteter Rat, im Garten nur krause Petersilie anzubauen. Ich halte mich im Kräuterbeet daran.

Bei der Petersilie selbst zählt das Alter der Pflanze. Petersilie ist zweijährig und bildet erst im zweiten Jahr Blüten und Samen. Ab Blühbeginn steigt der Gehalt des Giftstoffs Apiol, besonders reich daran sind die reifen Samen. Blühende Petersilie verwendest du deshalb nicht mehr für Speisen.

> **Achtung:** Iss keine wild gesammelten Doldenblütler, die du nicht sicher bestimmt hast, und verlass dich dabei nie auf ein einzelnes Merkmal. Kinder fragen vor dem Naschen im Garten eine erwachsene Person und waschen die Ernte vorher mit Trinkwasser ab.

## Was die Familie für deine Fruchtfolge bedeutet

In der Fruchtfolge zählen alle Doldenblütler als eine Familie, deshalb kommen Pastinaken nicht direkt nach Möhren, Sellerie, Petersilie oder anderen Doldenblütlern. Nach lange stehenden Kulturen wie Sellerie und Petersilie ist eine Anbaupause von 3 Jahren vorgesehen, bevor wieder ein Doldenblütler auf das Beet kommt. Ich notiere jedes Jahr in meinem [digitalen Beetplan, welche Familie wo stand](/tools/beetplaner/). [Wie du die Fruchtfolge über alle Pflanzenfamilien planst](/praxis/garten-planung/), erklärt der Ratgeber zur Gartenplanung.

## So gelingen Möhre, Pastinake, Petersilie, Sellerie und Dill

Die fünf Kulturen unterscheiden sich vor allem darin, ob du sie direkt säst oder vorziehst. Diese Eckwerte prüfe ich vor jeder Saat. Wo kein fester Wert steht, richtest du dich nach der Angabe auf der Saattüte.

| Kultur | Aussaat | Saattiefe | Außerdem einplanen |
|---|---|---|---|
| Möhre | meist April bis Juni, bei geeigneten Bedingungen ab März | nach Saattüte | etwa 25 cm zwischen den Reihen, Abstand in der Reihe nach Saattüte |
| Pastinake | Mitte März bis Anfang Mai direkt ins Freiland | etwa 2 cm | nicht direkt nach anderen Doldenblütlern |
| Petersilie | nach Saattüte | 1,5 cm | sonniger bis halbschattiger Platz |
| Sellerie | Vorkultur, ins Beet erst Mitte bis Ende Mai | nach Saattüte | Keimdauer etwa 15 bis 20 Tage bei geeigneten Anzuchtbedingungen |
| Dill | ab April direkt ins Beet | Samen mit etwas Erde bedecken | sät sich oft selbst aus |

### Möhre

Von der Möhre erntest du die fleischig verdickte Pfahlwurzel. Der Boden sollte steinfrei und durchlässig sein. Gesät wird meist von April bis Juni, bei geeigneten Bedingungen schon ab März. Zwischen den Reihen planst du etwa 25 cm ein, den Abstand in der Reihe gibt die Saattüte vor. Für jeden Zweck gibt es eigene Möhrentypen: stumpfe Lagermöhren, kleine süße Snackmöhren und bunte Sorten. Möhren vertragen leichte Fröste und gehören zu den lagerfähigen Gemüsen für die erntearme Zeit.

Die Möhrenfliege legt ihre Eier am Wurzelhals ab, ihre Maden fressen Gänge in den Wurzelkörper. Ein Kulturschutznetz kann Gemüsefliegen abhalten, verlass dich aber nicht allein darauf. Möhren und Zwiebeln als Nachbarn sind keine verlässliche Fliegenabwehr und haben zudem unterschiedliche Ansprüche an Wasser und Nährstoffe. [Welche Beetnachbarn zu deinen Möhren passen](/tools/mischkultur/), prüfst du vor der Saat. Wie du Schädlingen schon bei der Planung vorbeugst, steht im Ratgeber zur Gartenplanung.

### Pastinake

Pastinaken säst du von Mitte März bis Anfang Mai direkt ins Freiland, etwa 2 cm tief. Die Pflanze gilt als unkompliziert im Anbau und bildet große, weiße Pfahlwurzeln. Geschmacklich erinnert die Pastinake entfernt an die Möhre. In der Küche landet sie als süßliches Püree, im Eintopf oder als Ofengemüse. Pastinaken können im Winter im Beet bleiben, du erntest sie dann nach Bedarf. Ich stecke an die Enden der Reihe Stäbe, damit ich sie im Winter wiederfinde. Die regionale Sorte 'Halblange Weiße' gilt als robust und wuchsfreudig.

### Petersilie

Petersilie wächst sonnig bis halbschattig auf lockerem, humus- und nährstoffreichem, gut entwässertem Boden. Die Samen legst du 1,5 cm tief in die Erde. Neben krauser und glatter Blattpetersilie gibt es Wurzelpetersilie, bei der vor allem die Wurzel zählt. Ihre Blätter kannst du trotzdem als Gewürz schneiden. Die weißen Wurzeln gräbst du spät im Herbst aus. Verwenden kannst du sie als Ofengemüse, in Suppen und als Ersatz für Sellerie. Die krause Sorte 'Clivi' bildet dicht gefüllte, mooskrause Blätter.

> **Marias Erfahrung:** Ich säe Petersilie jedes Jahr neu und nehme die Vorjahrespflanzen heraus, sobald sie Blütenstände schieben. Die Saatreihen beschrifte ich mit dem Aussaatjahr.

### Sellerie

Sellerie stellt hohe Ansprüche an Standort, Düngung und Keimung. Der Boden sollte warm, humos und durchlässig sein. Du ziehst die Pflanzen vor, die Keimung dauert bei geeigneten Anzuchtbedingungen etwa 15 bis 20 Tage. Ins Beet kommen die Jungpflanzen erst Mitte bis Ende Mai, erntereif ist Sellerie im Herbst. Knollensellerie verträgt leichte Fröste.

Beim Knollensellerie nutzt du die Knolle. Das dunkelgrüne Laub schmeckt leicht bitter und würzt Gemüsebrühen. Die Sorte 'Mars' bildet runde, relativ glatte Knollen mit kleinem Wurzelboden, das erleichtert die Verarbeitung. Staudensellerie wie die Sorte 'Tango' bildet dagegen keine Knolle. Von ihm erntest du die zarten Stängel, die du dünstest oder roh isst.

### Dill

Gartendill heißt botanisch *Anethum graveolens*. Du säst ihn ab April direkt ins Beet und bedeckst die Samen mit etwas Erde. Die Keimung kann etwas schwieriger sein, deshalb halte ich die Saatreihe feucht und schaue nach, ob sich die ersten Keimlinge zeigen. Was Boden und Düngung angeht, ist Gartendill anspruchsvoll. Einmal etabliert, sät er sich oft selbst aus.

Die zarten Blätter passen zu Fisch und Kartoffelgerichten, beim Einlegen von Gurken gehört Dill dazu. Die Sorte 'Tetra' bildet viel Laub, später nutzt du ihre Blüten und reifen Samen als Gewürz. Wer Dill für Blüten und Samen ausreifen lässt, bietet damit zugleich erwachsenen Schwebfliegen Nahrung, denn ungefüllte Doldenblüten liefern ihnen Pollen und Nektar.

## Häufige Fragen

### Woran erkennst du Doldenblütler?

Typische Doldenblütler tragen Doppeldolden: Winzige Einzelblüten stehen in Döldchen, die sich zu einem großen, meist weißen Blütenstand vereinigen. Die Blätter stehen wechselständig, sind meist gefiedert und entspringen einer Blattscheide. Nach der Blüte bilden sich zweiteilige Spaltfrüchte, der Stängel ist hohl und oft mit Knoten versehen.

### Welche Gewürzpflanzen gehören zu den Doldenblütlern?

Zu den Gewürzpflanzen der Doldenblütler zählen Petersilie, Dill, Kümmel, Liebstöckel, Koriander, Fenchel, Anis und Sellerie. Viele von ihnen enthalten ätherische Öle, genutzt werden je nach Art Blätter, Blüten oder Samen. Als Gemüse stammen Möhre, Pastinake, Wurzelpetersilie und Sellerie aus derselben Familie.

### Welche giftigen Doldenblütler kannst du mit Küchenkräutern verwechseln?

Gefleckter Schierling, Wasserschierling und Hundspetersilie gehören zu den giftigen Verwechslungspartnern essbarer Wildkräuter. Die Hundspetersilie sieht glatter Petersilie zum Verwechseln ähnlich, deshalb wird oft geraten, im Garten nur krause Petersilie anzubauen. Iss nur Pflanzen, die du selbst gesät oder sicher bestimmt hast, und verlass dich dabei nie auf ein einzelnes Merkmal.

### Kann ich Petersilie im zweiten Jahr noch verwenden?

Petersilie ist zweijährig und bildet erst im zweiten Jahr Blüten und Samen. Ab Blühbeginn steigt der Gehalt des Giftstoffs Apiol, besonders reich daran sind die reifen Samen. Blühende Petersilie verwendest du deshalb nicht mehr für Speisen.

### Worin unterscheiden sich Möhren und Pastinaken im Anbau?

Möhren säst du meist von April bis Juni, bei geeigneten Bedingungen schon ab März. Pastinaken kommen von Mitte März bis Anfang Mai etwa 2 cm tief direkt ins Freiland. Pastinaken können im Winter im Beet bleiben, Möhren vertragen leichte Fröste. Weil beide Doldenblütler sind, folgen Pastinaken nicht direkt auf Möhren.

### Was unterscheidet Knollensellerie von Staudensellerie?

Beide sind Formen des Selleries Apium graveolens. Beim Knollensellerie erntest du die Knolle, sein leicht bitteres Laub würzt Gemüsebrühen. Staudensellerie bildet keine Knolle, sondern zarte Stängel, die du dünstest oder roh isst. Vorgezogen kommen beide erst Mitte bis Ende Mai ins Beet.

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