# Sommerwicke anbauen: von der Bodenvorbereitung bis zum eigenen Saatgut

> So baust du Sommerwicken im Garten an: welcher Boden passt, wann und wie tief du säst, wie du pflegst und reife Samen für das nächste Jahr erntest.

- **URL:** https://samen.de/praxis/gruenduenger/anbau-von-sommerwicken-der-gruene-schatz-fuer-ihren-garten/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Gründünger & Bodenkur
- **Zuletzt geprüft:** 05. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Kalte, nasse Erde ist für Sommerwicken ungeeignet, und gegen Unkraut setzt sich die junge Wicke anfangs nur schwach durch. Ich säe deshalb erst, wenn das Beet abgetrocknet ist, und halte es sauber, bis sich der Bestand geschlossen hat. Mit passendem Boden, der richtigen Saatzeit und Saattiefe ist der Anbau einfach. Eine abgesteckte Ecke liefert dir zusätzlich Saatgut für das nächste Jahr.

## Sommerwicke im Steckbrief

Die Sommerwicke (Vicia sativa) ist ein einjähriger Schmetterlingsblütler aus der Familie Fabaceae. Als Gründüngung säst du sie flächig, für eigenes Saatgut lässt du einen Teil ausreifen. Die wichtigsten Werte für den Anbau im Garten:

| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Wuchshöhe | 50–120 cm |
| Wurzel | tiefwurzelnd |
| Nährstoffbedarf | schwachzehrend |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Bodenart | Sand |
| Ungeeignete Böden | verdichtet, staunass, kalt und nass |
| Aussaat | April bis August |
| Keimtemperatur | mindestens 8 °C |
| Keimdauer | 7–21 Tage |
| Saattiefe | 2–5 cm |
| Saatmenge als Gründüngung im Hausgarten | 17–18 g/m² |
| Tausendkorngewicht | 70 g |
| Erntezeit | Juni bis November |
| Anbaupause auf derselben Fläche | 4 Jahre |

## Wofür du Sommerwicken säst

Als Hülsenfrüchtler bringt die Sommerwicke mithilfe von Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff in den Boden. Wovon die Menge abhängt, erklärt der Beitrag, [wie Sommerwicken Luftstickstoff binden](/praxis/gruenduenger/stickstoffbindung-durch-sommerwicken/). Als Gründüngung beschattet und bedeckt die Wicke den Boden und schützt ihn so vor Erosion, Verschlämmung und Verkrustung. [Was Sommerwicken deinem Gartenboden an Lockerung und Bodenschutz bringen](/praxis/gruenduenger/sommerwicken-als-gruenduengung-vorteile-fuer-ihren-gartenboden/), liest du in einem eigenen Beitrag. Die Blüten gelten als nützlingsfreundlich. [Welche Gründünger Insekten Nahrung bieten und was Gründüngung im Boden leistet](/praxis/gruenduenger/), ordnet der Gründünger-Ratgeber ein.

## Welcher Standort passt?

Sommerwicken wachsen in der Sonne und im Halbschatten. Als Bodenart passt Sand. Ungeeignet sind verdichtete und staunasse Böden, ebenso kalte und nasse.

> **Tipp:** Ob dein Boden zu schwer ist, zeigt die Fingerprobe. Tonreicher Boden klebt zwischen den Fingern, lässt sich gut formen und ausrollen und zeigt eine glatte, glänzende Oberfläche.

Zeigt die Probe einen schweren oder verdichteten Boden, setzt du dort besser auf eine andere Art. Für solche Standorte kommen unter anderem Ölrettich, Phacelia und Sandhafer infrage.

### Im Hochbeet und im Kübel

Im Hochbeet lohnt eine Wickensaat, wenn es mehrere Wochen frei bleibt. In kleinen Gefäßen ist Gründüngung meist wenig sinnvoll, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst.

## So bereitest du den Boden vor

Ich lockere das Beet erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist, und nehme dafür Grabgabel oder Krail. Erntereste der Vorkultur räumst du weitgehend ab oder arbeitest sie ein. Wurzelunkräuter ziehst du dabei gleich mit heraus, denn die junge Wicke unterdrückt Unkraut anfangs nur schwach. Zum Schluss harkst du die Fläche feinkrümelig und eben.

### Grunddüngung nach Bodenbefund

Mit Stickstoff düngst du Sommerwicken nicht. Die Wicke bekommt nur eine Grunddüngung, die sich am Nährstoffentzug orientiert. Welche Nährstoffe dein Beet braucht, zeigt eine Grunduntersuchung auf Phosphat, Kalium und Kalkbedarf. Kalk gibst du nur, wenn der pH-Wert für die Bodenart deines Beets zu niedrig ist.

> **Mini-Checkliste:** So nimmst du die Bodenprobe im Gemüsebeet.
> - 10–15 Proben, verteilt über die einheitlich genutzte Fläche
> - jede Probe aus 25–30 cm Tiefe
> - alle Proben zu einer Mischprobe von etwa 500 g vereinen

## Wann säst du Sommerwicken?

Sommerwicken säst du von April bis August. Zum Keimen brauchen die Samen mindestens 8 °C. Ich stecke deshalb vor der Aussaat ein Bodenthermometer in Saattiefe und säe erst, wenn es diesen Wert zeigt. Im April zählt zusätzlich die Nässe, denn ein kalter, nasser Boden bleibt ungeeignet, auch wenn der Kalender schon passt.

Nach einer frühen Gemüseernte kannst du bis in den August hinein säen. Die Sommerwicke ist einjährig und nicht winterhart, ein Spätsommerbestand friert also im Winter ab. Für eine Gründüngung im September wählst du eine andere Art, etwa Winterzottelwicke oder Inkarnatklee. Die Saatfenster der Gründünger im Jahreslauf zeigt dir der [Gründünger-Aussaatkalender, den du ausdrucken kannst](/tools/druck/aussaatkalender/gruenduenger/).

## So säst du Sommerwicken aus

Für eine Gründüngung säst du flächig. Ich wiege für den Hausgarten 17–18 g Saatgut je Quadratmeter ab und verteile es breitwürfig. Nennt die Tüte deiner Sorte eine eigene Menge, richtest du dich nach dieser Angabe.

> **Zahl im Blick:** Tausend Sommerwickensamen wiegen 70 g, tausend Phaceliasamen nur 2 g. Aus Tausendkornmasse und Keimfähigkeit wird die Aussaatmenge berechnet. Deshalb liegt die Saatmenge der Wicke mit 17–18 g/m² weit über der von Phacelia.

Die Samen gehören 2–5 cm tief in die Erde. Nach dem Streuen reche ich sie ein und decke Stellen, an denen noch Samen obenauf liegen, mit Erde ab. Anschließend drückst du die Fläche mit der Rückseite des Rechens an. Willst du lieber in Reihen säen, kannst du [die Abstände für dein Beet im Beetplaner planen](/tools/beetplaner/).

## Pflege bis zur Blüte

### Gießen bis zum Auflaufen

Bis die Keimlinge aufgelaufen sind, hältst du die Saat feucht. Die Keimung kann bis zu 21 Tage dauern, deshalb kann sich das Gießen bei trockenem Wetter über diese ganze Spanne ziehen. Staunässe verträgt die Wicke nicht. Ich gieße mit der Brause und prüfe mit dem Finger, ob die oberste Schicht feucht ist, ohne dass Wasser auf dem Beet steht.

### Jäten, bis der Bestand schließt

Solange der Bestand lückig ist, ziehst du Beikräuter von Hand. Erst mit der späteren Wüchsigkeit unterdrückt die Wicke Unkraut stärker. Ich jäte, bis der Boden unter den Wicken nicht mehr zu sehen ist.

## Nach der Blüte: mähen und einarbeiten

Blüht die Gründüngung für Insekten, mähst du nach der Blüte, in jedem Fall aber vor der Samenreife, damit sich die Wicke nicht selbst aussät. Die frische Masse arbeitest du nur flach ein oder lässt sie als Mulch liegen; bis zur nächsten Aussaat vergehen danach meist etwa 2–3 Wochen. Was mit abgefrorenen Beständen geschieht und warum du im Frühherbst nicht einarbeitest, beschreibt der Gründünger-Ratgeber im Abschnitt Mähen und Einarbeiten.

## Eigenes Saatgut gewinnen

Die Gründüngung endet vor der Samenreife, die Samenernte braucht vollreife Hülsen. Auf derselben Teilfläche geht deshalb nur eines von beiden. Ich lasse eine Ecke des Beets für Saatgut stehen und mähe nur den Rest.

> **Marias Erfahrung:** Ich stecke die Samenecke vor dem ersten Mähen mit Stäben und Schnur ab. Beim Mähen arbeite ich mich nur bis zur Schnur vor.

### Wann die Samen reif sind

Als Erntekriterium gilt die Vollreife der oberen 5 Hülsen. Ich prüfe deshalb gezielt die obersten Hülsen, bevor ich die Pflanzen schneide. Weil die Wicke verwildern kann, räume ich die Samenecke nach der Ernte vollständig ab.

### Trocknen und lagern

Geerntete Samen trocknest du vor der Lagerung. Ich hänge die geschnittenen Pflanzen kopfüber an einen luftigen, trockenen Platz und löse die Samen nach dem Trocknen aus den Hülsen. Saatguthersteller empfehlen allgemein, trockenes Saatgut in geschlossenen Gefäßen dunkel bei 4–15 °C zu lagern. Ich nehme dafür Schraubgläser und beschrifte sie mit Sorte und Erntejahr.

### Keimprobe vor der nächsten Aussaat

Für amtlich anerkanntes Saatgut wurden Vermehrungsbestand und Saatgutpartie geprüft. Bei eigenen Samen fehlt diese Prüfung, und ihre Keimfähigkeit kennst du nicht. Ich lege deshalb vor der Aussaat eine Probe auf feuchtes Küchenpapier und schaue, wie viele Samen keimen.

## Fruchtfolge und Nachbarn

Mehrere Hülsenfrüchtler sind als Nachbarn unverträglich, darunter Markerbsen, Puffbohnen, Klee, Lupine und Luzerne; [welche Nachbarn stattdessen passen](/tools/mischkultur/), zeigt dir das Mischkultur-Werkzeug. Auf dieselbe Fläche kommt die Wicke erst nach einer Anbaupause von 4 Jahren. [Wie du Sommerwicken in die Fruchtfolge einbaust](/praxis/gruenduenger/sommerwicken-gruenduengung-und-bodenschatz-im-garten/), erklärt ein eigener Beitrag.

## Typische Fehler beim Sommerwicken-Anbau

- **Zu früh in kalte, nasse Erde gesät.** Die Samen brauchen mindestens 8 °C, und kalt-nasser Boden ist für die Wicke ungeeignet. Ist nach der Keimdauer von bis zu 21 Tagen nichts aufgelaufen, säst du neu, sobald der Boden warm genug und abgetrocknet ist.
- **Auf schwerem Boden gesät.** Verdichtete und staunasse Beete sind für Sommerwicken ungeeignet. Mach vorher die Fingerprobe und nimm auf tonreichem Boden eine Art wie Ölrettich oder Phacelia.
- **Auf magerem Boden mit Stickstoff nachgeholfen.** Sommerwicken bekommen auch dort keine Stickstoffdüngung. Was dem Boden fehlt, ergänzt du als Grunddüngung nach der Bodenuntersuchung.
- **Mischung nach der Wicken-Menge gesät.** Bei fertigen Buchweizen-Mischungen, in denen auch Sommerwicke und Phacelia stecken können, gilt die Saatmenge auf der Packung. Die 17–18 g/m² beziehen sich auf eine Gründüngung aus Sommerwicken allein.
- **Samenreife auf der ganzen Fläche verpasst.** Reifen die Hülsen überall aus, sät sich die Wicke selbst aus. Mäh die Gründüngung rechtzeitig und lass nur die abgesteckte Samenecke stehen.

## Häufige Fragen

### Wann sät man Sommerwicken aus?

Sommerwicken säst du von April bis August. Die Samen brauchen zum Keimen mindestens 8 °C, und kalte, nasse Böden sind für die Wicke ungeeignet. Im Frühjahr wartest du deshalb, bis der Boden abgetrocknet und warm genug ist. Für eine Gründüngung im September eignen sich stattdessen Winterzottelwicke oder Inkarnatklee.

### Wie tief und wie dicht sät man Sommerwicken?

Die Samen gehören 2–5 cm tief in die Erde. Für eine Gründüngung im Hausgarten rechnest du mit 17–18 g Saatgut pro Quadratmeter. Du verteilst es breitwürfig, rechst es ein und drückst die Fläche an. Nennt die Saatguttüte deiner Sorte eine eigene Menge, richtest du dich nach ihr.

### Muss man Sommerwicken düngen?

Mit Stickstoff düngst du Sommerwicken nicht, denn als Hülsenfrüchtler bringen sie mithilfe von Knöllchenbakterien selbst Luftstickstoff ein. Die Wicke bekommt nur eine Grunddüngung, die sich am Nährstoffentzug orientiert. Was dein Boden braucht, zeigt eine Grunduntersuchung auf Phosphat, Kalium und Kalkbedarf.

### Woran erkennt man, dass Sommerwickensamen reif sind?

Als Erntekriterium gilt die Vollreife der oberen 5 Hülsen. Danach trocknest du die Samen, bevor du sie lagerst. Saatguthersteller empfehlen allgemein, trockenes Saatgut in geschlossenen Gefäßen dunkel bei 4–15 °C aufzubewahren.

### Sind Sommerwicken winterhart?

Nein, Sommerwicken sind einjährig und nicht winterhart. Ein Bestand aus dem Spätsommer friert im Winter ab und bleibt dann als Mulch auf dem Beet liegen. Wer im September noch eine Gründüngung säen möchte, nimmt Winterzottelwicke oder Inkarnatklee.

### Kann man Sommerwicken neben Erbsen anbauen?

Mehrere Hülsenfrüchtler passen als Nachbarn nicht: Markerbsen, Kapuzinererbsen, Puffbohnen, Klee, Lupine und Luzerne gelten als unverträglich. Auf derselben Fläche sollten Sommerwicken erst nach einer Anbaupause von 4 Jahren wieder wachsen. In einer Gründüngungsmischung lassen sie sich dagegen mit Buchweizen und Phacelia kombinieren.

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