# Gründünger-Samen: Welche Art zu Boden, Jahreszeit und Ziel passt

> Welche Gründünger-Samen passen zu deinem Beet? So wählst du nach Boden, Jahreszeit und Ziel aus und erkennst, wann eine Mischung statt einer Reinsaat lohnt.

- **URL:** https://samen.de/praxis/gruenduenger/gruenduengung-die-besten-samen-fuer-gesunden-boden/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Gründünger & Bodenkur
- **Zuletzt geprüft:** 06. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

---

Das Beet ist abgeerntet, und im Saatgutregal sehen die Gründünger-Tüten alle ähnlich aus. Der falsche Griff fällt erst später auf: Senf vor Kohl kann Kohlhernie fördern, und Klee gehört nicht auf ein Beet, das für Erbsen vorgesehen ist. Ich kläre deshalb vor jedem Kauf drei Dinge: welchen Boden ich habe, wie lange das Beet frei bleibt und welches Gemüse danach kommt. Mit diesen Angaben bleiben meist nur wenige Arten übrig.

## Was Gründünger sind und was sie im Boden tun

Gründünger sind Pflanzen, die du nicht für die Ernte säst, sondern für den Boden. Später mähst du sie und nutzt die Masse als Mulch oder arbeitest sie flach ein. [Wie Gründüngung im Garten grundsätzlich funktioniert](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-natuerlicher-bodenverbesserer-im-garten/), zeigt ein eigener Ratgeber.

Während sie wachsen, bedecken die Pflanzen die Fläche und speichern Nährstoffe in ihrer Masse, die sie beim Verrotten schrittweise wieder freigeben. Bakterien, Pilze und Regenwürmer zersetzen die Reste und tragen so zur Humusbildung bei. Die Grundlagen stehen im Gründünger-Überblick im Abschnitt dazu, [was Gründüngung im Boden leistet](/praxis/gruenduenger/). Wer mehr über die Bodenorganismen wissen will, liest weiter, [wie Gründüngung das Bodenleben fördert](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-natuerliches-bodenmanagement-fuer-hobbygaertner/).

## Drei Angaben, die über die Tüte entscheiden

Die passende Art ergibt sich aus der Bodenart, dem verfügbaren Entwicklungszeitraum und den Pflanzenfamilien deiner Gemüsefolge. Ein Ziel kommt dazu, wenn du mehr willst als eine grüne Decke, zum Beispiel Stickstoff sammeln oder den Unterboden lockern. Ich schreibe mir diese Angaben für jedes Beet auf, bevor ich Saatgut bestelle.

> **Mini-Checkliste:** Boden mit der Fingerprobe einordnen. Freie Wochen bis zur nächsten Pflanzung zählen. Familie von Vorkultur und Folgekultur notieren. Ziel festlegen: bedecken, lockern, Stickstoff sammeln oder Nährstoffe über den Winter halten.

Wann welches Beet frei wird, hältst du in einem Plan fest, zum Beispiel wenn du [deine Beete im Beetplaner anlegst](/tools/beetplaner/).

## Die Gründünger-Arten nach Familien sortiert

Auf der Tüte steht die Art, für die Auswahl zählt zuerst ihre Familie. Von ihr hängt ab, ob die Pflanze Luftstickstoff einbringt und von welchem Gemüse sie Abstand braucht.

Gründünger zählen in der Fruchtfolge zu ihrer Familie. Vor Kohl, Rettich oder Radieschen stehen deshalb keine Kreuzblütler, vor Erbsen oder Bohnen keine Leguminosen. Die Regeln dazu erklärt der Gründünger-Überblick im Abschnitt über Fruchtfolge und Mischkultur, einzelne Nachbarschaften prüfst du im [Mischkultur-Check für dein Gemüse](/tools/mischkultur/).

### Leguminosen: Lupine, Klee, Wicke, Serradella und Luzerne

Leguminosen binden mithilfe von Wurzelbakterien Luftstickstoff. Alle anderen Gründünger nutzen nur den Stickstoff, der schon im Boden vorhanden ist.

Bei Lupinen kaufst du eine bestimmte Art, nicht einfach Lupine. Gelbe Lupinen passen zu leichten Sandböden mit niedrigem pH-Wert, Blaue Lupinen bevorzugen lehmige Sande bis sandige Lehmböden.

> **Zahl im Blick:** Geeigneter Boden-pH für die Gründüngung: Gelbe Lupine pH 4–6, Blaue Lupine pH 5–6, Weiße Lupine pH 6–7. Zum Vergleich: Serradella pH 4–7, Luzerne pH 6–7, Alexandrinerklee pH 6–8.

Beim Klee entscheidet die Art über die Jahreszeit. Alexandrinerklee und Perserklee sind wärmebedürftig. Inkarnatklee kann überwintern, verträgt harte, lange und schneereiche Winter aber schlecht. Rotklee und Weißklee sind mehrjährig und winterhart, und niedrig wachsender Weißklee lässt sich als Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen verwenden.

Sommerwicken unterdrücken Unkraut anfangs nur schwach und legen erst mit ihrer späteren Wüchsigkeit zu. Verdichtete, staunasse und kalte, nasse Böden sind für sie ungeeignet. Serradella bevorzugt saure, leicht lehmige Sandböden und ist kalkempfindlich. Luzerne braucht tiefgründigen, durchlässigen Boden und eignet sich nicht für verdichtete oder staunasse Flächen.

Zwei dieser Arten kommen von weit her: Inkarnatklee stammt ursprünglich von der Iberischen Halbinsel, die Heimat der Luzerne liegt im südwestlichen Asien. Mehr zu Herkunft und Wuchsformen der Arten steht im Gründünger-Überblick.

### Kreuzblütler: Gelbsenf, Ölrettich, Winterraps und Rübsen

Gelbsenf bedeckt den Boden nach zügiger Anfangsentwicklung rasch und kann Unkraut unterdrücken. Ölrettich bildet schnell Grünmasse und passt sich unterschiedlichen Gartenböden an. In tiefgründigem Boden entwickelt er eine ausgeprägte Wurzel. Winterraps nimmt vorhandene Bodennährstoffe auf und konserviert sie.

Alle drei sind mit Kohl, Rettich und Radieschen verwandt. Gelbsenf und Ölrettich brauchen im Gemüsebeet mindestens 3–5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern. Von Rübsen wird im Gemüsegarten wegen dieser Verwandtschaft und des Kohlhernierisikos abgeraten.

### Andere Familien: Phacelia, Buchweizen, Lein und Sonnenblume

Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und kann deshalb viele Gemüsefolgen ergänzen. Sie eignet sich für leichte bis schwere Böden, solange diese nicht zu sauer sind.

Buchweizen ist ein Knöterichgewächs und kein Getreide. Er eignet sich für leichte, saure Sand- und Moorböden und wurzelt überwiegend flach, mit vielen Feinwurzeln im Oberboden. Lein lässt sich direkt und breitwürfig auf freie Beetflächen säen.

Sonnenblumen haben einen hohen Wärmebedarf und sind stark frostempfindlich. Bis zum 5-Blattstadium haben sie nur geringe Konkurrenzkraft gegenüber Beikräutern.

### Getreide und Gräser: Winterroggen und Sandhafer

Gräser können mit ihrer feinen Wurzelverteilung die Krümelstabilität des Oberbodens fördern. Winterroggen ist eine Art für späte Termine und kann noch im Oktober gesät werden. Sandhafer kommt für schwere oder verdichtete Standorte infrage.

### Saatfenster und Saatmengen im Überblick

| Art | Familie | Aussaat | Saatmenge im Hausgarten |
|---|---|---|---|
| Phacelia | Boraginaceae | April bis September | 1–3 g/m² |
| Buchweizen | Knöterichgewächs | Mai bis Juli | 5–15 g/m² |
| Gelbsenf | Kreuzblütler | April bis September | 5 g/m² |
| Ölrettich | Kreuzblütler | März bis September | 2–5 g/m² |
| Inkarnatklee | Leguminose | April bis August, als Nachkultur auch September | 3–6 g/m² |
| Perserklee | Leguminose | April bis August | 5 g/m² |
| Weißklee | Leguminose | März bis September | 100–150 g je 100 m², herstellergebundene Angabe |
| Sommerwicke | Leguminose | April bis August | 17–18 g/m² |
| Einjährige Lupinen | Leguminose | spätestens bis Mitte August | 15–25 g/m² |
| Serradella | Leguminose | März bis August | 4,2 bis 10 g/m², je nach Angebot |
| Sonnenblume | Asteraceae | April bis Mai | 4 g/m² |
| Winterroggen | Getreide | noch im Oktober | 16–20 g/m² |

Die Mengen gelten für die Gründüngung im Hausgarten. Bei einigen Arten gehen die Angaben auseinander, deshalb ist die Angabe auf der Tüte deiner Sorte der verlässliche Ausgangspunkt. Für die Planung übers Jahr gibt es einen [Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/gruenduenger/).

## Nach Boden auswählen

Mit der Fingerprobe ordnest du deinen Boden grob ein. Leicht feuchter Sandboden zerfällt und lässt sich kaum formen, toniger Boden klebt und lässt sich gut ausrollen.

| Boden | Passende Gründünger | Darauf achten |
|---|---|---|
| Leichter Sand mit niedrigem pH-Wert | Gelbe Lupine, Serradella, Buchweizen | Serradella kann auf humusarmem, trockenem Sand versagen |
| Humusarmer, leichter Boden | Phacelia, Sonnenblume | Arten mit reichlicher Grünmasse wählen |
| Lehmiger Sand bis sandiger Lehm | Blaue Lupine | passt zu mittleren pH-Werten |
| Mittlerer Boden | Perserklee | braucht Wärme |
| Mittelschwerer bis schwerer Boden | Leguminosengemenge, Phacelia | Phacelia nicht auf zu saurem Boden |
| Schwerer oder verdichteter Boden | Ölrettich, Phacelia, Sandhafer | Luzerne und Sommerwicke sind bei Verdichtung und Staunässe ungeeignet |

> **Häufiger Fehler:** Luzerne auf das schwerste Beet säen, weil sie tief wurzelt. Für schwere, kalte und staunasse Böden und für Böden mit wurzelhemmenden Sperrschichten ist sie ungeeignet.

Sandboden speichert wenig Wasser, und eine lebende Gründüngung verbraucht beim Wachsen selbst Wasser. Auf trockenem Sand planst du deshalb das Gießen in der Keimphase von Anfang an mit ein. Was Gründüngung auf Dauer für Versickerung und Speicherung bringen kann, steht im Ratgeber dazu, [wie Gründüngung den Wasserhaushalt des Bodens beeinflusst](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-natuerliche-bewaesserung-fuer-ihren-garten/).

Kennst du den pH-Wert deines Bodens nicht, lässt du vor dem Lupinenkauf eine Bodenprobe im Labor untersuchen.

## Nach Jahreszeit und freier Zeit auswählen

Zähle zuerst die Wochen zwischen Ernte und nächster Pflanzung. Im Gemüsebau heißt eine Gründüngung mit bis 3 Monaten Vegetationszeit Kurzzeitgründüngung, steht sie länger, spricht man von Langzeitgründüngung. Für die kurze Lücke eignen sich schnelle Arten, ein Gemenge aus Leguminosen braucht mehr Zeit.

| Gründünger | Entwicklungszeit im Hausgarten |
|---|---|
| Senf | 4–10 Wochen |
| Phacelia | 6–10 Wochen |
| Ölrettich | 6–10 Wochen |
| Buchweizen | 6–10 Wochen |
| Leguminosengemenge im Sommer | 10–12 Wochen |

Rechne außerdem die Wartezeit ein: Nach dem Einarbeiten sollten meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung vergehen.

### Frühjahr und Sommer

Vor der Pflanzzeit im Frühjahr ist das Fenster eng. Der Ratgeber zur Frühjahrssaat zeigt, [welche Gründünger im Frühjahr vor der Pflanzzeit noch fertig werden](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-im-fruehjahr-schnelle-bodenverbesserung-vor-der-pflanzzeit/).

Im Sommer bestimmt der Saattermin, was aus der Saat wird. Phacelia säst du für einen blühenden Bestand im Mai bis Juni, für eine vorwiegend begrünende Decke im Juli bis September. Wärmebedürftige Arten wie Alexandrinerklee, Perserklee, Ackerbohnen und Lupinen sollten spätestens bis Mitte August im Boden sein.

Gelbsenf reagiert stark auf lange Tage. Für eine Gründüngung, die im Blatt bleiben soll, sind deshalb Saattermine Anfang bis Mitte August günstiger. Ich säe Senf darum erst, wenn im August die ersten Beete frei werden.

### Spätsommer und Herbst

Für die Saat nach der Gemüseernte eignen sich besonders August und September. Im September gehen noch Ölrettich, Winterzottelwicke und Inkarnatklee in den Boden. Ab Ende September bis Anfang Oktober kommen nur noch wenige robuste Arten wie Winterroggen infrage. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber dazu, wann und wie du Gründünger nach der Ernte aussäst.

### Über den Winter: abfrierend oder winterhart

Mit der Artwahl im Herbst legst du fest, was im Frühjahr auf dem Beet steht. Abgefrorene Bestände bleiben über Winter als Mulch liegen, winterharte musst du vor der nächsten Kultur aktiv beenden. Phacelia gilt als nicht winterhart, verträgt aber Frost bis etwa −8 °C. Ölrettich stirbt über Winter weniger zuverlässig ab als Senf.

Winterharte Bestände, die bis zum Frühjahr wachsen, schützen den aufgenommenen Stickstoff besser vor Auswaschung als früh beendete. Beim Entfernen können sie aber viel Handarbeit erfordern. Du tauschst also Nährstoffschutz im Winter gegen Arbeit im Frühjahr.

## Nach Ziel auswählen

| Ziel | Passende Gründünger | Grenze |
|---|---|---|
| Stickstoff ins Beet bringen | Klee, Wicken, Lupinen | nicht vor Erbsen oder Bohnen |
| Tiefere Bodenschichten erschließen | Lupine, Ackerbohne, Ölrettich, Luzerne | starke Verdichtungen zuerst mechanisch lockern |
| Unkraut unterdrücken | Senf, Buchweizen, Raps, Ölrettich | Wurzelunkräuter vorher ausgraben |
| Stickstoff vor Auswaschung schützen | Senf, Phacelia, Winterraps | winterharte Bestände schützen besser als früh beendete |
| Blüten für Insekten | Phacelia, Inkarnatklee | nach der Blüte, aber vor der Samenreife beenden |
| Grünmasse auf humusarmem, leichtem Boden | Phacelia, Sonnenblume | Sonnenblume braucht Wärme |

### Stickstoff sammeln

Nur Leguminosen bringen zusätzlichen Stickstoff ins Beet, deshalb eignen sie sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten aber höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Wer viele Erbsen und Bohnen anbaut, hat diesen Anteil also oft schon mit dem Gemüse belegt. Ein eigener Ratgeber vertieft, [welche stickstoffbindenden Pflanzen sich als Gründünger eignen](/praxis/gruenduenger/stickstoffbindende-pflanzen-natuerliche-bodenverbesserer/).

### Tiefere Bodenschichten erschließen

Lupinen und Ackerbohnen erschließen mit ihren Pfahlwurzeln auch tiefere Bodenschichten. Ölrettich und Luzerne können leichte Verdichtungen aufbrechen, bei stärkeren ergänzen sie die mechanische Lockerung. Für Phacelia wird im Hausgarten keine besondere Tiefenwirkung angesetzt. Mehr dazu steht im Ratgeber darüber, [welche tiefwurzelnden Gründünger verdichteten Gartenboden lockern](/praxis/gruenduenger/tiefwurzelnde-gruenduenger-fuer-lockeren-gartenboden/).

### Unkraut unterdrücken und Nährstoffe festhalten

Schnell schließende Bestände von Senf, Buchweizen, Raps oder Ölrettich unterdrücken auflaufende Unkräuter vor allem durch Lichtkonkurrenz. Phacelia startet zögerlich und bildet erst ab dem dritten Blattpaar einen dichten Bestand. Wurzelunkräuter gräbst du vor der Saat möglichst vollständig aus, weil zerteilte Wurzelstücke wieder austreiben können.

Geht es um Nährstoffe, nehmen Senf und Phacelia vorhandenen Bodenstickstoff in ihre Masse auf und können dadurch dessen Auswaschung vermindern.

### Blüten für Insekten

Phacelia liefert reichlich Pollen und Nektar, und Honigbienen nutzen den Nektar des Inkarnatklees. Wildbienen sind häufig auf wenige Nahrungspflanzen spezialisiert, ein einzelnes Blütenangebot versorgt deshalb nicht alle Arten. Ich schaue bei blühenden Beständen gegen Ende der Blüte auf die ältesten Blütenstände und mähe, bevor dort Samen reifen.

### Nematoden: eine Frage der Sorte

Gegen Rübennematoden zählt bei Senf und Ölrettich die Sorte, denn Gelbsenf umfasst auch konventionelle Sortentypen. Resistenter Senf kann Rübennematoden mindern, verlassen solltest du dich darauf nicht. Tagetes patula wird gezielt gegen Pratylenchus eingesetzt und nicht pauschal gegen alle Nematoden, mehr dazu steht im Gründünger-Überblick unter Nematoden und Krankheiten.

## Mischung oder Reinsaat: wann sich was lohnt

In einer Mischung können unterschiedliche Wurzelformen mehrere Bodenschichten erschließen, und enthaltene Leguminosen bringen zusätzlichen Stickstoff ein. In Feldversuchen glichen Mischungen mit unterschiedlichen Wuchsformen außerdem Bestandslücken aus und unterdrückten Unkraut besser als einzelne Reinsaaten.

Dafür stellt eine Mischung mehr Bedingungen. Sämtliche enthaltenen Pflanzenfamilien müssen zur bisherigen und zur geplanten Gemüsefolge passen. Passen mehrere Bestandteile nicht, ist eine geeignete Reinsaat die sicherere Variante.

> **Marias Erfahrung:** Ich drehe jede Mischungstüte um und lese die Artenliste, bevor ich auf die Vorderseite achte. Jede Art ordne ich ihrer Familie zu und vergleiche das mit dem, was auf dem Beet stand und was folgen soll.

**Eine Mischung lohnt sich, wenn**

- das Beet lange genug frei ist,
- alle enthaltenen Familien zur Fruchtfolge passen,
- du mehrere Bodenschichten durchwurzeln und zugleich Stickstoff einbringen willst.

**Eine Reinsaat ist die bessere Wahl, wenn**

- in deiner Gemüsefolge viel Kohl, Rettich oder Radieschen steht und die Mischung Senf, Ölrettich oder Raps enthält,
- das Zeitfenster kurz ist oder spät im Jahr liegt,
- Erbsen oder Bohnen folgen und die Mischung Leguminosen enthält.

Ein Leguminosengemenge braucht als sommerliche Gründüngung 10–12 Wochen Entwicklungszeit. Enthält es wärmebedürftige Arten wie Alexandrinerklee oder Lupinen, sollten sie spätestens bis Mitte August gesät sein. Für ein Beet, das erst im September frei wird, scheidet ein solches Gemenge also aus, und eine Reinsaat mit Inkarnatklee passt besser.

Buchweizen lässt sich in Mischungen mit Phacelia, Alexandrinerklee und Sommerwicke kombinieren. Ölrettich kann mit Phacelia, Alexandrinerklee oder Senf stehen, die Arten ergänzen sich dann in der Durchwurzelung.

> **Mythos-Check:** Mehr Arten in der Tüte bedeuten nicht automatisch mehr Arten auf dem Beet. Welche Anteile im Bestand ankommen, hängt unter anderem von Saatzeit und Konkurrenzkraft ab. Inkarnatklee zum Beispiel ist in Gemengen konkurrenzschwach und kann von seinen Partnern verdrängt werden.

Bei fertigen Mischungen richtet sich die Saatmenge nach der Angabe auf der Verpackung. Mischst du selbst, notierst du, ob deine Anteile das Saatgutgewicht oder die Samenanzahl meinen.

## Säen, pflegen, einarbeiten: das Nötigste

Gesät wird breitwürfig, danach rechst du das Saatgut ein und drückst es an. Bis zum Auflaufen hältst du die Fläche feucht, bei trockener Witterung kann das wiederholtes Gießen bedeuten. Saattiefe, Pflege und Düngung je Art stehen im Gründünger-Überblick, und der Ratgeber für Einsteiger zeigt, [wie du deine erste Gründüngung Schritt für Schritt anlegst](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-fuer-anfaenger-einfache-schritte-zum-start/).

Gemäht wird vor der Samenbildung, damit sich die Gründüngung nicht selbst aussät. Frische Masse arbeitest du nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Im Frühherbst bleibt die Grünmasse stehen, weil freigesetzte Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Gründünger-Überblick im Abschnitt über Mähen und Einarbeiten, die einzelnen Handgriffe der Ratgeber dazu, [wie du Gründüngung planst, säst und einarbeitest](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-natuerlicher-bodenverbesserer-im-garten/).

## Hochbeet, Obstgarten und geschädigte Flächen

Auch im Hochbeet ist Gründüngung sinnvoll, wenn es mehrere Wochen oder über Winter ungenutzt bleibt. In kleinen Gefäßen lohnt sie meist wenig, weil sich die Erde dort einfach austauschen lässt. Die Artenwahl dafür beschreibt der Ratgeber dazu, [wie du Gründüngung im Hochbeet trotz begrenzter Tiefe einsetzt](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-im-hochbeet-effektive-bodenverbesserung/).

Im Obstgarten kann offener Boden noch im Juli eingesät werden, geschwächte Bäume bekommen aber je nach Größe eine bewuchsfreie Baumscheibe mit 0,5–2 m Radius. Alles Weitere erklärt der Ratgeber dazu, [wie du Gründüngung auf den Jahresrhythmus deiner Obstbäume abstimmst](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-im-obstgarten-vitale-obstbaeume-ernten/).

Auf stark verdichteten oder geschädigten Gartenböden kann eine Gründüngung ein Jahr oder länger stehen bleiben. Bei starken Verdichtungen führt mechanische Lockerung mit anschließender Stabilisierung durch Pflanzen schneller zum Ziel als die Gründüngung allein. Die Einsatzbereiche von der Kurzzeitsaat bis zur Winterbegrünung beschreibt der Gründünger-Überblick im Abschnitt zu Zeitpunkt und Dauer.

## Was eine Gründüngung nicht automatisch leistet

Eine Gründüngung ersetzt die Düngung der Folgekultur nicht automatisch, denn ihre Nährstoffwirkung hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Auch der zusätzliche Humus aus regelmäßigem Zwischenfruchtanbau ist begrenzt und kann wieder verloren gehen, wenn du damit aufhörst. Wie Humusbilanz und Klima zusammenhängen, ordnet der Gründünger-Überblick ein.

## Häufige Fragen

### Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Sommer- und Wintergründüngung?

Entscheidend ist, ob der Bestand den Winter übersteht. Nicht winterharte Arten wie Phacelia und Gelbsenf können abfrieren und bleiben dann über Winter als Mulch liegen. Überwinternde Arten wie Winterroggen, der noch im Oktober gesät werden kann, bleiben bis zum Frühjahr stehen und müssen vor der nächsten Kultur aktiv beendet werden.

### Welche Gründüngungspflanzen binden Stickstoff und wie funktioniert dieser Prozess?

Luftstickstoff binden nur Leguminosen, im Garten zum Beispiel Klee, Wicken, Lupinen, Erbsen und Bohnen. In ihren Wurzelknöllchen wandeln Bakterien Luftstickstoff in Ammonium um und erhalten dafür Kohlenhydrate von der Pflanze. Alle anderen Gründünger nutzen den Stickstoff, der schon im Boden vorhanden ist.

### Worin unterscheiden sich Kreuzblütler wie Senf von Leguminosen bei der Gründüngung?

Kreuzblütler wie Senf und Ölrettich schließen ihren Bestand schnell und unterdrücken Unkraut vor allem durch Lichtkonkurrenz, bringen aber keinen Luftstickstoff ein. Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen binden mithilfe von Wurzelbakterien Luftstickstoff. Für die Fruchtfolge zählt die Familie: Vor Kohl, Rettich oder Radieschen sollten keine Kreuzblütler stehen, vor Erbsen oder Bohnen keine Leguminosen.

### Was sind die Vor- und Nachteile von Gründüngungsmischungen gegenüber Monokulturen?

In einer Mischung können unterschiedliche Wurzelformen mehrere Bodenschichten erschließen, und in Feldversuchen glichen Mischungen Bestandslücken aus. Der Nachteil: Alle enthaltenen Pflanzenfamilien müssen zur bisherigen und zur geplanten Gemüsefolge passen. Welche Art sich im Bestand durchsetzt, hängt zudem von Saatzeit und Konkurrenzkraft ab. Passen mehrere Bestandteile nicht zur Fruchtfolge, ist eine geeignete Reinsaat die sicherere Variante.

### Wie berechnet man die richtige Aussaatmenge für verschiedene Gründüngungspflanzen?

Die Menge hängt von der Art ab und wird je Quadratmeter angegeben. Für Phacelia werden im Hausgarten 1–3 g Saatgut/m² angesetzt. Für einjährige Lupinen reichen die Angaben von 15–25 g/m². Rechne den Wert auf deine Beetfläche um und nimm die Angabe auf der Saatguttüte deiner Sorte als Ausgangspunkt, weil die Angaben bei einigen Arten auseinandergehen.

### Stimmt es, dass Gründüngung den Boden auslaugt und Nährstoffe entzieht?

So pauschal stimmt das nicht: Gründünger speichern aufgenommene Nährstoffe in ihrer Masse und geben sie beim Verrotten schrittweise wieder frei. Fährst du die Pflanzenmasse ab, verlässt mit ihr auch ein Teil des Stickstoffs das Beet. Zwei Grenzen gibt es außerdem: Lebende Bestände verbrauchen beim Wachsen Wasser, und verholzte Reste können beim Verrotten vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden.

### Warum haben Gründüngungspflanzen wie Lupinen und Ölrettich eine besondere Funktion als Tiefwurzler?

Lupinen erschließen mit ihren Pfahlwurzeln auch tiefere Bodenschichten, und Ölrettich kann leichte Bodenverdichtungen aufbrechen. Wenn die Wurzeln absterben und verrotten, bleiben feine Kanäle zurück, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Bei starken Verdichtungen führt mechanische Lockerung mit anschließender Stabilisierung durch Pflanzen schneller zum Ziel als die Gründüngung allein.

---

*Markdown-Fassung eines Ratgebers von samen.de. HTML-Original: https://samen.de/praxis/gruenduenger/gruenduengung-die-besten-samen-fuer-gesunden-boden/ · © 2026 total10 GmbH.*
