# Stickstoffbindende Pflanzen: Arten und wie viel Dünger sie ersetzen

> Welche Pflanzen binden Stickstoff aus der Luft? Arten für deinen Boden, eine Rechenhilfe für die Düngung und die Grenzen der Leguminosen im Garten.

- **URL:** https://samen.de/praxis/gruenduenger/stickstoffbindende-pflanzen-natuerliche-bodenverbesserer/
- **Bereich:** Gartenpraxis › Gründünger & Bodenkur
- **Zuletzt geprüft:** 06. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Du willst weniger Dünger kaufen und hast gelesen, dass Lupinen und Klee ihren Stickstoff aus der Luft holen. Das stimmt. Ob davon etwas bei deinem Gemüse ankommt, hängt aber an der Art, am Boden und am Zeitpunkt, zu dem du den Bestand beendest. Ich gebe Leguminosen deshalb einen festen Platz im Beetplan und rechne ihren Beitrag vor dem Düngen nach.

## Welche Pflanzen binden Stickstoff?

Zusätzlichen Stickstoff aus der Luft bringen im Garten nur Leguminosen ein, also die Schmetterlingsblütler. Für den Garten geeignet sind Erbsen, Bohnen, Wicken, Klee und Lupinen. Als Gründünger kommen Luzerne und Serradella dazu.

Diese Stickstoffbinder kannst du als Gründüngung säen:

- **Lupinen:** Gelbe, Blaue und Weiße Lupine
- **Kleearten:** Rotklee, Weißklee, Inkarnatklee, Perserklee und Alexandrinerklee
- **Luzerne**
- **Wicken:** Sommerwicke und Winterzottelwicke
- **Serradella**
- **Erbsen und Bohnen**, darunter die Ackerbohne

> **Kurz erklärt:** Leguminosen sind die Hülsenfrüchtler, botanisch die Familie Fabaceae. An ihren Wurzeln leben Knöllchenbakterien, die auch Rhizobien heißen und Luftstickstoff binden.

Phacelia, Senf und Ölrettich gehören nicht dazu. Sie nutzen den Stickstoff, der schon im Boden ist: Senf und Phacelia nehmen ihn in ihre Pflanzenmasse auf und können so seine Auswaschung vermindern. Ein eigener Ratgeber zeigt, [welche Pflanzen sich für die Gründüngung insgesamt eignen](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-natuerlicher-bodenverbesserer-im-garten/).

Bodenbedeckung, Wurzelmasse und organische Substanz bringen auch diese Arten mit. Der Grundlagenartikel erklärt, [was Gründüngung im Boden leistet](/praxis/gruenduenger/), und stellt die Familien und Wuchsformen aller Gründüngerpflanzen vor.

## Wie kommt der Stickstoff aus der Luft in den Boden?

An den Wurzeln der Leguminosen sitzen Knöllchen, in denen Bakterien leben. Diese Knöllchenbakterien bilden aus Luftstickstoff Ammonium und versorgen damit die Pflanze. Im Gegenzug liefert die Pflanze ihnen unter anderem Zucker.

Der gebundene Stickstoff liegt danach in organischer Form in der Pflanze vor. Für die Nachkultur wird er verfügbar, wenn das Pflanzenmaterial verrottet.

Knöllchenbakterien sind nur ein Teil des Bodenlebens. Klee und Luzerne können zusätzlich arbuskuläre Mykorrhiza bilden. Diese Pilze können die Phosphor- und Wasseraufnahme ihrer Wirtspflanzen verbessern, Lupinen gehören allerdings zu den Nichtwirten. [Welche Mikroorganismen von einer Gründüngung profitieren](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-natuerliches-bodenmanagement-fuer-hobbygaertner/), zeigt ein eigener Ratgeber.

### So prüfst du, ob die Knöllchen arbeiten

Ob die Bindung läuft, siehst du an den Knöllchen selbst. Ich hebe dafür eine Pflanze mit der Grabegabel samt Wurzeln aus dem Boden und schneide ein Knöllchen auf. Ist es innen rötlich gefärbt, spricht das für eine aktive Stickstofffixierung.

Beim ersten Anbau und nach längeren Anbaupausen wird Lupinensaatgut unmittelbar vor der Aussaat mit lupinenspezifischen Knöllchenbakterien geimpft. Wie das geht, steht in den Angaben des Herstellers. Für Luzerne ist eine Saatgutimpfung auf landwirtschaftlichen Flächen sinnvoll, auf denen sie bisher selten stand.

### Was die Bindung bremst

Bei funktionierender Knöllchensymbiose brauchen Lupinen keine Stickstoffdüngung, und ein zu hohes Stickstoffangebot verringert ihre Fixierung. Bei Klee und Luzerne können hohe Stickstoffgaben die Tätigkeit der Knöllchenbakterien hemmen. Ich säe Leguminosen deshalb auf Beete, die ich vorher nicht mit Stickstoff gedüngt habe.

## Welche Art passt auf welchen Boden?

Welche Leguminose bei dir wächst, entscheidet zuerst der Boden. Vor allem beim pH-Wert und beim Wasserbedarf unterscheiden sich die Arten.

| Art | Boden und Standort | Saatmenge im Hausgarten |
|---|---|---|
| Gelbe Lupine | leichte Sandböden mit niedrigem pH-Wert, pH 4–6 | 15–25 g/m² für einjährige Lupinen |
| Blaue Lupine | lehmige Sande bis sandige Lehmböden, pH 5–6 | 15–25 g/m² für einjährige Lupinen |
| Weiße Lupine | pH 6–7, ohne Schadverdichtung und Staunässe | 15–25 g/m² für einjährige Lupinen |
| Serradella | saure, leicht lehmige Sandböden, pH 4–7, kalkempfindlich | 4,2 bis 10 g/m², je nach Angebot |
| Sommerwicke | nicht verdichtet, nicht staunass, nicht kalt und nass | 17–18 g/m² |
| Inkarnatklee | sonnig, nährstoffarmer bis mäßig nährstoffreicher Boden | 3–6 g/m² |
| Perserklee | mittlere Böden, warm und gut mit Wasser versorgt | 5 g/m² |
| Alexandrinerklee | leicht bis mittelschwer, nährstoffreich, nicht sauer, pH 6–8 | Angabe auf der Saatguttüte |
| Weißklee | breites Bodenspektrum, nicht zu sauer, nicht staunass | Angabe auf der Saatguttüte |
| Rotklee | schwach sauer, stickstoffarm, nicht mit Mist gedüngt | Angabe auf der Saatguttüte |
| Luzerne | pH 6–7, nicht schwer, kalt oder staunass | Angabe auf der Saatguttüte |

Die Mengen sind Flächenwerte für die Breitsaat. Nennt die Tüte deiner Sorte eine andere Menge, richtest du dich nach der Tüte.

### Lupinen: Auf die Art kommt es an

Bei den Lupinen zählt die Art, weil sich ihre pH-Bereiche unterscheiden. Die Gelbe Lupine passt auf leichte Sandböden mit niedrigem pH-Wert. Lehmige Sande bis sandige Lehmböden bevorzugt die Blaue Lupine, und die Weiße Lupine verlangt den höchsten pH-Bereich der drei Arten.

Lupinen wurzeln tief und können je nach Standort deutlich mehr als 1 m erreichen. Blaue und Weiße Lupinen brauchen dafür aber Böden ohne Schadverdichtung und Staunässe.

> **Achtung:** Ernte die Samen deiner Gründünger-Lupinen nicht für die Küche. Bittere Lupinensamen können vergiften, und ohne Sachkunde entbitterst du sie nicht selbst. Bei Lupinen sind außerdem schwere allergische Reaktionen möglich, auch als Kreuzreaktion bei Erdnussallergie.

### Kleearten: von der Untersaat bis zur Septembersaat

Weißklee wurzelt flach und bleibt mit 20–30 cm niedrig. Als niedrig wachsende Art lässt er sich als Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen verwenden.

Inkarnatklee eignet sich auch für die Aussaat als Nachkultur im September. Er kann überwintern, verträgt harte, lange, kalte und schneereiche Winter aber schlecht. Nach dem Schnitt bildet er nur wenig Nachwuchs.

Alexandrinerklee und Perserklee sind einjährig und nicht winterhart. Beide brauchen eine gute Wasserversorgung, und trockene Jahre sind für Alexandrinerklee ungünstig. Perserklee lässt du in Gemüsefruchtfolgen weg, in denen du die Krankheit Sklerotinia vermeiden willst.

Rotklee bindet Luftstickstoff und verbessert dadurch die Stickstoffversorgung nachfolgender Kulturen. Er bevorzugt schwach sauren, stickstoffarmen Boden, der nicht mit Mist gedüngt wurde. Mit sich selbst und den meisten anderen Leguminosen ist er unverträglich, seine Anbaupause beträgt 7 Jahre.

### Luzerne: nichts für schwere, nasse Böden

Luzerne ist mehrjährig und wurzelt tief. Ihre Pfahlwurzel hinterlässt Gänge, in denen die Wurzeln nachfolgender Kulturen leichter in den Boden eindringen können. Schwere, kalte und staunasse Böden sind für sie aber ungeeignet, ebenso Böden mit wurzelhemmenden Sperrschichten.

Sie braucht ein abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett ohne Verdichtungen. Zu späte Herbstsaaten erhöhen ihre Anfälligkeit für Kleekrebs.

> **Häufiger Fehler:** Luzerne oder Lupinen auf schweren, verdichteten Boden säen, weil sie tief wurzeln. Luzerne ist dort ungeeignet, und Blaue wie Weiße Lupinen brauchen Böden ohne Schadverdichtung. Die tiefe Wurzel setzt also einen durchlässigen Boden voraus. Für schwere oder verdichtete Standorte kommt unter anderem Ölrettich infrage, der aber keinen Luftstickstoff bindet.

### Wicken, Serradella, Erbsen und Bohnen

Sommerwicken vertragen keine Bodenverdichtung, keine Staunässe und keine kalten, nassen Böden. Ihre Unkrautunterdrückung ist anfangs schwach und nimmt mit der späteren Wüchsigkeit zu. Für die Saat im September eignet sich die Winterzottelwicke.

Serradella passt auf leichte, saure Böden und ist kalkempfindlich. Auf humusarmen, trockenen Sandböden kann sie trotzdem versagen. Ihre Jugendentwicklung verläuft anfangs zögernd.

Erbsen und Bohnen aus dem Gemüsebeet zählen ebenfalls zu den Stickstoffbindern. Die Pflanzen von Puffbohnen kannst du nach der letzten Hülsenernte häckseln und einarbeiten. Für eine überwinternde Gründüngung mit Ackerbohnen nimmst du Winter-Ackerbohnen und säst sie im Oktober.

## Wie viel Dünger ersetzen Stickstoffbinder?

Stickstoffbinder ersetzen einen Teil des Stickstoffs, den du sonst als Mineraldünger kaufst, aber nicht die ganze Düngung. Wie groß dieser Teil ausfällt, hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Die Düngung der Folgekultur entfällt deshalb nicht automatisch, du planst sie weiter nach ihrem Bedarf.

### Eine Rechenhilfe nach Aufwuchshöhe

Für die Gartendüngung gibt es eine pauschale Rechenhilfe. Sie rechnet einem Gründüngungsbestand umso mehr Stickstoff an, je höher er gewachsen ist.

| Aufwuchshöhe des Bestands | Angerechneter Stickstoff |
|---|---|
| unter 5 cm | 1 g/m² |
| 5–14 cm | 2 g/m² |
| 15–30 cm | 4 g/m² |
| über 30 cm | 6 g/m² |

Die Rechenhilfe gilt pauschal für Gründüngungsbestände und unterscheidet nicht nach Art. Ich messe meinen Bestand vor dem Mähen an mehreren Stellen mit dem Zollstock und notiere die Höhe. Den angerechneten Wert ziehe ich von der Stickstoffdüngung ab, die ich für die Folgekultur geplant hatte.

### Warum nicht alles bei der Folgekultur ankommt

> **Zahl im Blick:** Im landwirtschaftlichen Lupinenanbau gilt eine mittlere Luftstickstoffbindung von 150 kg N/ha als Orientierungsgröße. Für die Nachfrucht wieder verfügbar werden dort 20–120 kg N/ha angegeben. Was die Pflanze bindet, kommt also nicht vollständig bei der nächsten Kultur an. Für Perserklee im landwirtschaftlichen Zwischenfruchtbau werden 40–60 kg/ha Stickstoff für die Nachfrucht genannt. Das sind Feldwerte und keine Düngegutschrift für dein Beet.

Der Stickstoff aus der Pflanzenmasse steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Außerdem muss die Freisetzung zeitlich zu ihrem Bedarf passen. Bei Körnererbsen kann der Stickstoffsaldo für die Folgefrucht trotz der Bindung positiv bis schwach negativ ausfallen.

## Was ersetzen Stickstoffbinder nicht?

Stickstoff ist nur einer der Hauptnährstoffe. Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel gehören ebenfalls dazu. Selbst bei Klee richtet sich die Versorgung mit Phosphor und Kalium trotz eigener Stickstofffixierung nach der Bodenversorgung und dem Nährstoffentzug.

Kompost liefert vor allem Phosphor, Kalium und Spurenelemente. Wie dein Boden versorgt ist, zeigt eine Bodenuntersuchung, die pflanzenverfügbare Nährstoffe bestimmt. Über den verfügbaren Stickstoff erlaubt eine übliche Gartenbodenanalyse allerdings keine dauerhafte Aussage, weil sein Gehalt stark schwankt und häufig gar nicht mitgemessen wird. Den Beitrag deiner Stickstoffbinder schätzt du deshalb über Knöllchen und Aufwuchshöhe ab, nicht über den Laborbericht.

> **Mythos-Check:** „Natürlicher Stickstoff kann nicht zu viel werden.“ Auch die biologische Stickstofffixierung zählt zur Stickstoffzufuhr. Überschüsse können Verluste als Nitrat, Ammoniak und Lachgas begünstigen.

## So kommt der Stickstoff bei der Folgekultur an

Als Vorfrucht eignet sich eine Leguminosen-Gründüngung für stark zehrendes Gemüse. Nach dem Umbruch von Kleegras passen zum Beispiel Mais und Kohlarten, also Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf. Plane die Pflanzenfamilie und den Stickstoffbedarf der Folgekultur dabei gemeinsam.

### Lass den Bestand nicht verholzen

Junge Pflanzen haben ein engeres C/N-Verhältnis als ältere: Im Verhältnis zum Kohlenstoff steckt mehr Stickstoff in ihnen. Deshalb werden sie schneller umgesetzt. Verholzte Reste verrotten langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Ein überständiger Bestand kann der Folgekultur also zunächst Stickstoff entziehen, statt ihn zu liefern.

Im Hausgarten wird Gründüngung gewöhnlich kurz vor der Blüte geschnitten. Alexandrinerklee schneidest du frühzeitig, bevor seine Stängel verholzen.

### Der Zeitpunkt entscheidet über Verluste

Arbeitest du Leguminosenaufwuchs zum falschen Zeitpunkt ein, kann das die Nitratfreisetzung und die Stickstoffauswaschung verstärken. Im Frühherbst bleibt der Bestand deshalb stehen, und nach Lupinen sollte eine Folgekultur den freigesetzten Stickstoff aufnehmen können. Wie du mähst, flach einarbeitest und wie lange du danach wartest, steht im Grundlagenartikel beim Mähen und Einarbeiten.

## Leguminosen in Mischkultur und Untersaat

Leguminosen müssen nicht allein auf dem Beet stehen. Du kannst sie als Untersaat zwischen Gemüse säen oder in einer Mischung mit anderen Gründüngern.

### Klee als Untersaat

Bei einer Untersaat säst du niedrigwüchsige Kleearten in die bereits gepflanzte Hauptkultur und arbeitest das Saatgut mit dem letzten Hackgang ein. Alexandrinerklee kannst du ab August als späte Untersaat unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch säen. Weißklee entwickelt sich in der Jugend langsamer, das berücksichtigst du beim Zeitpunkt.

Eine lebende Untersaat konkurriert mit dem Gemüse um Wasser und kann dessen Ertrag mindern. An trockenen Standorten setzt du ihren Nutzen deshalb nicht voraus. Schneide die Untersaat, sobald sie die Gemüsekultur beeinträchtigt.

Der gebundene Stickstoff liegt in organischer Form in der Leguminose vor und wird für die Nachkultur verfügbar, wenn ihr Pflanzenmaterial verrottet. Den Gewinn hat also vor allem die Kultur danach, nicht automatisch der Nachbar im selben Beet. In einem Gewächshausversuch mit Cocktailtomaten waren die Unterschiede bei Ertrag und Marktfähigkeit durch Klee- und Oregano-Untersaat statistisch nicht abgesichert.

### Welche Nachbarn nicht passen

Leguminosen vertragen sich untereinander schlecht. Klee gilt als unverträglich mit Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen, und Lupine, Luzerne, Serradella und Sommerwicken sind es auch untereinander. Klee als Gründüngung meidest du deshalb auf Beeten, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder als Nächstes geplant sind.

Damit sich keine spezifischen Wurzelkrankheiten aufbauen, sollen Leguminosen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung ausmachen. Erbsen und Bohnen zählen mit. Rechne sie also ein, bevor du Klee oder Wicken als Gründünger einplanst.

> **Marias Erfahrung:** Ich trage Erbsen, Bohnen und jede Leguminosen-Gründüngung in denselben Beetplan ein, mit Jahr und Beet. Vor einer Kleesaat schaue ich nach, was dort zuletzt stand und was als Nächstes geplant ist.

Im Mischkultur-Werkzeug schlägst du nach, [welche Kulturen sich als Nachbarn vertragen](/tools/mischkultur/). Mit dem Beetplaner kannst du [die Beetbelegung über mehrere Jahre planen](/tools/beetplaner/). Die Regeln für die übrigen Familien, etwa für Kreuzblütler wie Senf und Ölrettich, stehen im Grundlagenartikel bei Fruchtfolge und Mischkultur.

### Leguminosen in Mischungen

In einer Mischung erschließen unterschiedliche Wurzelformen mehrere Bodenschichten, während die Leguminosen zusätzlichen Stickstoff einbringen. Buchweizen lässt sich zum Beispiel mit Phacelia, Alexandrinerklee und Sommerwicke kombinieren. Inkarnatklee ist im Gemenge konkurrenzschwach, seine Partner können ihn mit der Zeit verdrängen.

Jede Pflanzenfamilie in der Mischung muss zu deiner bisherigen und geplanten Gemüsefruchtfolge passen. Bei einer fertigen Mischung mit Buchweizen richtet sich die Saatmenge nach der Angabe auf der Verpackung. Ein eigener Ratgeber klärt, [wann sich Mischungen statt Reinsaaten lohnen](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-die-besten-samen-fuer-gesunden-boden/).

## Was ist bei Aussaat, Pflege und Krankheiten zu beachten?

Die Aussaatfenster unterscheiden sich je Art: Serradella säst du von März bis August, Inkarnatklee als Nachkultur noch im September. Auch im Hochbeet ist Gründüngung sinnvoll, wenn es mehrere Wochen oder über Winter ungenutzt bleibt. Einen Überblick gibt dir der [Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/gruenduenger/), die Abwägung zwischen Kurzzeitsaat und Winterbegrünung trifft der Grundlagenartikel bei Zeitpunkt und Dauer.

Gründüngung säst du breitwürfig, rechst das Saatgut ein und drückst es an. Bis zum Auflaufen hältst du die Saat feucht, und bei trockener Witterung kann in der Keimphase wiederholtes Gießen nötig sein. Was danach an Pflege bleibt, steht im Grundlagenartikel bei Pflege, Gießen und Düngen. Ein eigener Ratgeber zeigt, [wie du eine Gründüngung planst, säst und einarbeitest](/praxis/gruenduenger/gruenduengung-natuerlicher-bodenverbesserer-im-garten/).

Leguminosen bringen eigene Krankheiten mit. Alexandrinerklee ist für Stängelbrenner anfällig, dessen Erreger auf Pflanzenresten überdauert. Nematoden, Biofumigation und Krankheiten ordnet der Grundlagenartikel in einem eigenen Abschnitt ein.

Was eine Gründüngung kostet, hängt unter anderem von Saatgut, Aussaatverfahren und Arbeitsaufwand ab. Eine feste Ersparnis an Dünger oder Geld lässt sich für den Hausgarten nicht beziffern. Was sich vorab abschätzen lässt, steht im Grundlagenartikel unter Aufwand und Nutzen.

## Häufige Fragen

### Was sind stickstoffbindende Pflanzen und wie funktionieren sie?

Stickstoffbindende Pflanzen sind Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen. An ihren Wurzeln leben Knöllchenbakterien, die aus Luftstickstoff Ammonium bilden und die Pflanze damit versorgen, während die Pflanze ihnen unter anderem Zucker liefert. Der Stickstoff liegt danach in organischer Form in der Pflanze vor und wird für die Nachkultur verfügbar, wenn das Pflanzenmaterial verrottet.

### Welche Leguminosen eignen sich am besten für die Gründüngung?

Das entscheidet dein Boden. Für sandige, leicht saure Böden passt die Gelbe Lupine, und Serradella bevorzugt saure, leicht lehmige Sandböden. Alexandrinerklee braucht nicht saure, gut mit Wasser versorgte Böden, Luzerne scheidet auf schweren, kalten und staunassen Böden aus. Für die Saat im September eignet sich Inkarnatklee, der harte und lange Winter aber schlecht verträgt.

### Worin unterscheiden sich Lupinen und Klee als Gründüngerpflanzen?

Lupinen wurzeln tief und können je nach Standort deutlich mehr als 1 m erreichen, Blaue und Weiße Lupinen brauchen dafür aber Böden ohne Schadverdichtung und Staunässe. Bei Klee kommt es auf die Art an: Weißklee wurzelt flach, bleibt mit 20–30 cm niedrig und lässt sich als Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen verwenden. Auch im Boden unterscheiden sich beide, denn Klee kann arbuskuläre Mykorrhiza bilden, während Lupinen zu den Nichtwirten gehören.

### Welche Rolle spielt Gründüngung im Stickstoffkreislauf des Gartens?

Jede Gründüngung nimmt vorhandenen Bodenstickstoff auf und hält ihn in ihrer Pflanzenmasse fest, was die Auswaschung über Winter verringern kann. Zusätzlichen Stickstoff bringen nur Leguminosen ein, weil ihre Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Beim Verrotten wird der Stickstoff wieder frei, steht der Folgekultur aber je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung.

### Warum ist Diversität bei Gründüngermischungen wichtig?

In einer Mischung erschließen unterschiedliche Wurzelformen mehrere Bodenschichten, und Leguminosen bringen über die Luftstickstoffbindung zusätzlichen Stickstoff ein. In Feldversuchen glichen Mischungen mit unterschiedlichen Wuchsformen außerdem Bestandslücken aus und unterdrückten Unkraut besser als einzelne Reinkomponenten. Jede enthaltene Pflanzenfamilie muss aber zu deiner bisherigen und geplanten Gemüsefruchtfolge passen.

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