# Pilzbefall an Bäumen erkennen und vorbeugen: Hallimasch, Zunderschwamm, Riesenporling

> Pilz am Stamm entdeckt? So deutest du Fruchtkörper, erkennst Hallimasch, Zunderschwamm und Riesenporling und schützt deine Bäume vor Stress und Rindenwunden.

- **URL:** https://samen.de/probleme/nuetzlinge-schaedlinge/pilzbefall-an-baeumen-erkennen-und-vorbeugen/
- **Bereich:** Probleme & Schädlinge › Nützlinge & Schädlinge
- **Zuletzt geprüft:** 11. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Ein Pilz am Stamm sieht oft harmlos aus. Für den Baum kann er ein ernstes Zeichen sein, denn die Pilzfäden holzzersetzender Pilze wachsen im Inneren, wo du sie nicht siehst. Entdecke ich an einem meiner Bäume einen Fruchtkörper, fasse ich ihn zuerst nicht an. Ich schaue mir den ganzen Baum an, vom Stammfuß bis in die Krone.

Hier erfährst du, woran du typische Baumpilze erkennst, warum du sie am Baum nicht direkt bekämpfen kannst und wann eine Fachperson gefragt ist. Was du selbst tun kannst, liegt vor allem in der Pflege: Du hältst Stress und Wunden von deinem Baum fern.

## Was ein Pilz am Baum bedeutet

Was du am Stamm siehst, ist der Fruchtkörper des Pilzes. Fruchtkörper holzzersetzender Pilze an Stamm oder Ästen sind äußere Befallszeichen. Die Pilzfäden selbst wachsen im Inneren des Baumes. Wie weit sie im Holz reichen, kannst du von außen nicht erkennen.

Nicht jeder Pilz, der mit einem Baum zu tun hat, schadet ihm.

> **Kurz erklärt:** Mykorrhizapilze unterstützen Bäume bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Du unterscheidest sie deshalb von den holzzersetzenden Schadpilzen, um die es in diesem Ratgeber geht.

## Welche Baumpilze sind typisch?

Drei holzzersetzende Pilze kannst du an deutlichen Merkmalen auseinanderhalten: Hallimasch, Echter Zunderschwamm und Riesenporling. Dein Blick ersetzt keine sichere Bestimmung, er liefert dir aber einen begründeten Verdacht.

### Hallimasch

Hallimasch kann sowohl Nadel- als auch Laubgehölze befallen. Er kommt also an der Fichte ebenso infrage wie am Apfelbaum. Zwischen Rinde und Holz kann er weißliche, flache Pilzhäute oder schwarzbraune, schnurartige Stränge ausbilden.

Der Pilz nutzt geschwächte Bäume. Leidet ein Baum unter Trockenheit, Staunässe oder Schädlingen, kann Hallimasch ihn über Wurzeln oder Rindenwunden infizieren. Vorbeugung gegen Hallimasch beginnt deshalb bei Standort und Pflege, nicht erst beim ersten Fruchtkörper.

### Echter Zunderschwamm

Der Echte Zunderschwamm bildet mehrjährige Fruchtkörper, die konsolen- bis hutförmig sind. Er befällt vor allem Rotbuchen, dazu weitere Laubgehölze wie Birken. Im Holz verursacht er Weißfäule.

### Riesenporling

Die Fruchtkörper des Riesenporlings erscheinen von Juli bis Oktober im Wurzel- oder Stammfußbereich. Ein Merkmal kannst du selbst prüfen: Drückst du auf die Unterseite, verfärbt sie sich dunkel. Ich drücke dafür mit dem Daumen auf eine Stelle am Rand und schaue, ob sie nachdunkelt.

| Pilz | Wo du ihn findest | Woran du ihn erkennst |
|---|---|---|
| Hallimasch | an Nadel- und Laubgehölzen, zwischen Rinde und Holz | weißliche, flache Pilzhäute oder schwarzbraune, schnurartige Stränge |
| Echter Zunderschwamm | vor allem an Rotbuchen, auch an Birken und weiteren Laubgehölzen | mehrjährige, konsolen- bis hutförmige Fruchtkörper, Weißfäule im Holz |
| Riesenporling | im Wurzel- oder Stammfußbereich, Fruchtkörper von Juli bis Oktober | Unterseite der Fruchtkörper verfärbt sich bei Druck dunkel |

## Woran erkennst du Pilzbefall am Baum?

Einen Baum mit Verdacht gehe ich von unten nach oben ab. So übersehe ich weder den Stammfuß noch die Krone.

Am Stammfuß und im Wurzelbereich suche ich zuerst nach Fruchtkörpern. Von Juli bis Oktober schaue ich dort besonders genau hin, weil dann die Fruchtkörper des Riesenporlings erscheinen.

Danach nehme ich mir die Rinde vor. Wo sie schon aufgeplatzt ist, prüfe ich, ob zwischen Rinde und Holz weißliche Pilzhäute oder schwarzbraune Stränge sitzen. Solche Spuren können auf Hallimasch hindeuten. Gesunde Rinde löse ich dafür nicht ab, weil ich keine neue Wunde schaffen will.

Fruchtkörper an Stamm und Ästen nehme ich ernst, auch wenn der Baum sonst kräftig aussieht. Jeder davon ist ein äußeres Befallszeichen.

In der Krone achte ich auf welke oder dürre Teile. Allein beweisen sie keinen Pilzbefall. Solche Teile können aber zeigen, dass der Baum unter Stress steht, etwa durch Trockenheit oder Staunässe.

Zum Schluss sehe ich mir den Boden unter der Krone an. Wurde im Wurzelbereich Erde aufgeschüttet oder abgetragen, notiere ich das, denn beides solltest du bei bestehenden Bäumen vermeiden.

Jeden Fruchtkörper fotografiere ich von oben und von unten, bevor ich ihn berühre. Die Bilder lege ich vor, wenn ich den Baum fachlich einschätzen lasse.

> **Mini-Checkliste:** Stammfuß und Wurzelbereich nach Fruchtkörpern absuchen. Aufgeplatzte Rinde auf weißliche Pilzhäute oder schwarzbraune Stränge prüfen. Fruchtkörper an Stamm und Ästen fotografieren, bevor du sie anfasst. Krone auf welke oder dürre Teile ansehen. Wurzelbereich auf aufgeschüttete oder abgetragene Erde kontrollieren.

## Kann man Pilzbefall am Baum bekämpfen?

Einen Befall mit holzzersetzenden Pilzen kannst du am Baum nicht direkt bekämpfen. Auch das Entfernen der sichtbaren Fruchtkörper beseitigt ihn nicht. Die Pilzfäden sitzen im Holz, der Fruchtkörper ist nur das äußere Zeichen: Wer ihn abschlägt, entfernt also bloß das Merkmal, an dem sich der Pilz bestimmen lässt. Ich lasse Fruchtkörper deshalb am Baum, bis jemand mit Fachwissen sie gesehen hat.

> **Mythos-Check:** „Morsches Holz muss raus, dann frisst der Pilz nicht weiter.“ Das Ausräumen morschen Holzes aus Baumhöhlungen kann die Abschottungsbarriere des Baumes durchbrechen. Dann liegt gesundes Holz offen, das Schadpilze angreifen können. Höhlungen in meinen Bäumen lasse ich deshalb, wie sie sind.

Im integrierten Pflanzenschutz schöpfst du zuerst geeignete Kulturmaßnahmen aus. Bei Pilzen im Holz ist das der Teil, der in deiner Hand liegt: Wasser, Wurzelbereich, Rinde und Schnitt. [Wie du Maßnahmen im Garten einordnest und in welcher Reihenfolge du sie angehst](/probleme/nuetzlinge-schaedlinge/), erklärt der Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.

## Wann muss eine Fachperson an den Baum?

Trägt ein Baum, für den du verkehrssicherungspflichtig bist, holzzersetzende Pilze, reicht Beobachten nicht mehr. Dann sind weitere fachliche Untersuchungen oder geeignete Sicherungsmaßnahmen nötig. Je nach Befund reichen sie vom Rückschnitt bis zur Fällung. Eine Fällung ist also eine mögliche Folge eines Befunds und keine Sofortmaßnahme beim ersten Pilz.

Auch bei anderen Bäumen hole ich mir eine Fachperson für Baumpflege dazu, wenn ich einen Fruchtkörper nicht sicher zuordnen kann.

> **Achtung:** Vor Baumpflege oder Fällung musst du geschützte Lebensstätten am Baum berücksichtigen, etwa Nester. Der Schutz solcher Lebensstätten kann auch dann fortbestehen, wenn die Tiere vorübergehend nicht da sind.

## Pilzbefall an Bäumen vorbeugen

Eine Garantie gegen Baumpilze gibt es nicht. Du kannst aber die Schwachstellen angehen, die Hallimasch ausnutzt: Trockenheit, Staunässe, Schädlinge und Rindenwunden.

### Trockenheit und Staunässe vermeiden

In Trockenphasen gieße ich junge Bäume durchdringend statt oberflächlich. Vorher stecke ich einen Holzstab in den Boden und schaue, wie weit er feucht herauskommt.

Auch Staunässe schwächt einen Baum. Bei einer Neupflanzung wähle ich deshalb eine Stelle, an der nach Regen kein Wasser stehen bleibt. Schädlinge können Bäume ebenfalls schwächen, darum gehört der Blick auf Blätter und Triebe zu meinem Rundgang dazu.

### Den Wurzelbereich in Ruhe lassen

Zum Schutz bestehender Bäume vermeidest du Bodenaufschüttungen und Bodenabtrag in ihrem Wurzelbereich. Das gilt auch für kleine Eingriffe, die nach Gartenpflege aussehen.

> **Häufiger Fehler:** Erde rund um den Stammfuß anhäufen, damit sich dort kein Wasser sammelt. Das ist eine Bodenaufschüttung im Wurzelbereich, und die vermeidest du bei bestehenden Bäumen. Dasselbe gilt für das Abtragen von Boden, etwa beim Anlegen eines Weges.

### Die Rinde schützen

Beim Mähen und Trimmen halte ich Abstand zum Stamm, damit keine Rinde verletzt wird. Bei länger geschlossener Schneedecke können Hasen und Wildkaninchen junge Baumrinde schädigen. Drahthosen oder Stammschoner kommen dann als vorbeugender Schutz infrage. Weil Hallimasch geschwächte Bäume über Rindenwunden infizieren kann, hilft so ein Stammschutz auch, eine mögliche Eintrittsstelle zu vermeiden. Erreichbare Kronenzweige bleiben allerdings weiter gefährdet.

### Zur passenden Zeit und mit sauberem Werkzeug schneiden

Wann du schneidest, hängt von der Obstart ab. Apfel, Birne und Quitte kannst du im Winter schneiden. Für Süßkirsche, Sauerkirsche und Zwetschge ist der Sommer nach der Ernte günstiger, sehr späte Zwetschgensorten ausgenommen.

Schere und Säge desinfiziere ich nach jedem Einsatz mit 70-prozentigem Alkohol, um keine Pflanzenkrankheiten zu verschleppen. Mehr zur Gartenhygiene findest du im selben Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.

### Boden und Düngung prüfen statt raten

Bevor ich einen schwächelnden Baum dünge, lasse ich den Boden untersuchen. Wie du die Mischprobe ziehst und die Düngung danach ausrichtest, steht im Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen im Abschnitt zu Standort, Boden und Düngung.

## Häufige Fragen

### Was ist Pilzbefall an Bäumen und warum ist er so gefährlich?

Beim Pilzbefall an Bäumen geht es vor allem um holzzersetzende Pilze, deren Pilzfäden im Inneren des Baumes wachsen. Die Fruchtkörper an Stamm oder Ästen sind nur das äußere Zeichen; wie weit der Pilz im Holz reicht, siehst du von außen nicht. Gefährlich ist das, weil sich ein solcher Befall am Baum nicht direkt bekämpfen lässt. Bist du für den Baum verkehrssicherungspflichtig, sind fachliche Untersuchungen oder Sicherungsmaßnahmen nötig, die je nach Befund vom Rückschnitt bis zur Fällung reichen.

### Welche Baumkrankheiten werden häufig durch Pilze verursacht?

An Gartenbäumen kommen unter anderem holzzersetzende Pilze wie Hallimasch, Echter Zunderschwamm und Riesenporling vor. Hallimasch kann Nadel- und Laubgehölze befallen und geschwächte Bäume über Wurzeln oder Rindenwunden infizieren. Der Echte Zunderschwamm befällt vor allem Rotbuchen sowie weitere Laubgehölze wie Birken und verursacht Weißfäule. Die Fruchtkörper des Riesenporlings erscheinen von Juli bis Oktober im Wurzel- oder Stammfußbereich.

### Wie erkennt man Baumpilze und ihre typischen Symptome?

Sichtbare Zeichen sind Fruchtkörper an Stamm, Ästen oder am Stammfuß; sie zeigen außen an, dass im Inneren des Baumes Pilzfäden wachsen. Beim Hallimasch können sich zwischen Rinde und Holz weißliche, flache Pilzhäute oder schwarzbraune, schnurartige Stränge bilden. Beim Riesenporling verfärbt sich die Unterseite der Fruchtkörper bei Druck dunkel. Jedes dieser Zeichen ist ein Hinweis und noch keine sichere Diagnose.

### Welche vorbeugenden Maßnahmen schützen Bäume vor Pilzbefall?

Eine Garantie gibt keine Maßnahme, aber du kannst vermeiden, dass dein Baum unnötig geschwächt wird. Durch Trockenheit, Staunässe oder Schädlinge geschwächte Bäume kann Hallimasch über Wurzeln oder Rindenwunden infizieren. Deshalb wässerst du in Trockenphasen, meidest Staunässe, schützt junge Stämme vor Verbiss und trägst im Wurzelbereich weder Boden auf noch ab. Schnittwerkzeug desinfizierst du nach jedem Einsatz mit 70-prozentigem Alkohol, damit du keine Pflanzenkrankheiten verschleppst.

### Stimmt es, dass alle Pilze an Bäumen schädlich sind?

Nein. Mykorrhizapilze unterstützen Bäume bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Diese Pilze sind deshalb klar von holzzersetzenden Schadpilzen zu unterscheiden, deren Fruchtkörper an Stamm oder Ästen als äußere Befallszeichen gelten.

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