# Futterpflanzen im Hausgarten anbauen: Rüben, Kohl und Kleintierwiese Schritt für Schritt

> So baust du Futterpflanzen in Beet, Hochbeet und Kübel an: Standort, Boden, Aussaatzeiten, Abstände, Gießen, Düngen und Ernte für Futterrübe, Markstammkohl, Luzerne und Kleintierwiese.

- **URL:** https://samen.de/rasen/futterpflanzen/anleitung-zum-anbau-von-futterpflanzen-im-hausgarten/
- **Bereich:** Rasen › Futterpflanzen & Weide
- **Zuletzt geprüft:** 05. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Du hältst Kaninchen, Hühner oder ein paar Ziegen und willst einen Teil des Futters selbst ziehen? Ob das gelingt, entscheidet zuerst dein Beet: wie viel Sonne es bekommt, ob nach Regen Wasser stehen bleibt und wie viel Platz du für Reihen hast. Ich fange deshalb jedes Futterbeet mit Spaten und Bodenprobe an und wähle die Kultur erst danach.

Hier geht es um den Anbau im Gartenmaßstab. Im Mittelpunkt stehen Futterrübe, Markstammkohl, Wegwarte, Luzerne und eine Gräser-Klee-Mischung für Kleintiere, dazu Katzengras für die Fensterbank. Du bekommst Aussaatzeiten, Abstände, Pflege und Erntezeitpunkte so, dass du sie direkt auf dein Beet übertragen kannst.

## Was zählt als Futterpflanze?

Futterpflanzen ziehst du für deine Tiere. Grünlandfutter besteht typischerweise aus Gräsern, Kräutern und Leguminosen wie Weidelgras, Spitzwegerich und Klee; dazu kommen Futterkohl, Futterrüben und Zichorie. Einen Überblick, [welche Futterpflanzen es gibt, von Grünland über Futterkohl bis zu Rüben und Zichorie](/rasen/futterpflanzen/), gibt dir unser Futterpflanzen-Ratgeber.

## Was bringt dir ein eigenes Futterbeet?

Der Kern des Eigenanbaus ist Kontrolle. Du entscheidest, welches Saatgut in die Erde kommt, womit du düngst, wann du erntest und wie du lagerst. Daraus ergeben sich ein paar handfeste Vorteile, aber auch Grenzen.

**Du erntest nach Bedarf.** Beim Markstammkohl nutzt du die Blätter, ganze Pflanzen gehen frisch oder als Silage ins Futter. Für Gartensaatgut wird eine Frostverträglichkeit bis −10 °C angegeben. Voll ausgewachsene Pflanzen vertragen bis −12 °C. Weil die Ernte beim Kohl als Zweitfrucht ab Mitte Oktober beginnt und er Frost verträgt, holst du ihn im Herbst nach und nach vom Beet, statt alles auf einmal abzuernten.

**Rüben füllen die Winterlücke.** Futterrüben erntest du von September bis November. Als Vorrat überbrücken sie die Zeit, in der im Beet wenig wächst; wie lange sie halten, hängt vom Lager ab.

**Beete arbeiten doppelt.** Erbsen, Bohnen und Salat sind geeignete Vorfrüchte für Markstammkohl auf abgeernteten Gartenbeeten. Als Sommerzwischenfrucht ist für ihn eine frühe Julisaat vorgesehen. Danach wird ihm ein guter Vorfruchtwert für Getreide und Hülsenfrüchte zugeschrieben.

**Mist bleibt im Kreislauf.** Gut verrotteter Mist eignet sich als organische Grunddüngung für Futterrüben. Im ökologischen Betrieb verbindet der Kreislauf aus Futterpflanzen, Tierhaltung und organischen Düngern den Futterbau mit der Bodenfruchtbarkeit. Mehr dazu, [wie Futterbau, Tierhaltung und Mist im Öko-Betrieb zusammenhängen](/rasen/futterpflanzen/die-rolle-von-futterpflanzen-in-der-oekologischen-tierhaltung/), steht in einem eigenen Beitrag.

**Die Grenzen.** Ein Futterbeet macht Arbeit: Rüben wollen gehackt und vereinzelt werden, junger Markstammkohl braucht Unkrautregulierung, eine Wiese will geschnitten werden. Selbst angebaut heißt außerdem nicht automatisch unbedenklich. Schimmelpilzgifte können schon auf dem Feld oder erst im Lager ins Futter gelangen, und Kreuzkraut hat im Futter nichts verloren.

## Der richtige Platz im Garten

Zuerst zählt die Sonne. Runkelrüben brauchen einen vollsonnigen Platz, Blattkohl ebenso. Luzerne will es warm und sonnig, auf tiefgründigem, durchlässigem Boden.

Danach zählt das Wasser, das stehen bleibt. Luzerne verträgt keine Staunässe, Futterrüben ebenso wenig. Kohlhernie, eine Krankheit der Kohlpflanzen, wird durch feuchte, staunasse und saure Böden begünstigt. Eine nasse Senke scheidet damit für Rüben, Luzerne und Kohl gleichermaßen aus.

Leg das Beet so, dass Schlauch oder Tropfleitung bis dorthin reichen, denn in Trockenphasen wirst du gießen müssen. Ich setze hohen Futterkohl an die Nordseite des Beets, damit er niedrigere Kulturen nicht beschattet. Auf dem Wildacker kann Futterkohl bis zu 2 m hoch werden.

### Fruchtfolge gleich mitplanen

Wo eine Kultur stand, kommt sie nicht gleich wieder hin. Die Anbaupausen haben jeweils ihren eigenen Bezug:

| Kultur | Anbaupause | Bezug |
|---|---|---|
| Futterrübe (Runkelrübe) | 4 Jahre | Fruchtwechselpause |
| Kohlgewächse allgemein | 3–5 Jahre | allgemeine Empfehlung |
| Markstammkohl | mindestens 5 Jahre zu anderen Kreuzblütlern | spezielle Feldbauempfehlung |
| Futterkohl | mindestens 5 Jahre zu anderen Kreuzblütlern | ökologischer Zwischenfruchtanbau |
| Luzerne | 4–6 Jahre zu sich selbst und anderen Leguminosen | Feldfutterbau |

Zu den Kreuzblütlern gehören auch Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen, und sie zählen bei der Kohl-Fruchtfolge mit. Wer Senf als Gründüngung sät, hat auf diesem Beet also schon einen Kreuzblütler stehen, und die Pause für den Futterkohl beginnt dort von vorn.

Mischkultur kann die Gartenfläche besser ausnutzen. Dass sich bestimmte Nachbarn gegenseitig fördern, ist allerdings häufig schwer nachweisbar. Für die Planung hilft dir die Übersicht, [welche Kulturen im Mischkulturbeet nebeneinander passen](/tools/mischkultur/).

## Boden vorbereiten

Bevor Kalk oder Kompost aufs Beet kommt, ziehe ich eine Bodenprobe. Beprobt wird im Gemüsebeet die Schicht von 0 bis 25 cm. Für eine Mischprobe stichst du 10 bis 15 Einzelproben auf derselben Fläche und mischst sie im Eimer.

Mit dem Ergebnis wählst du die Kultur passend zum Boden:

| Kultur | Boden-pH | Einordnung |
|---|---|---|
| Kleearten | 6,0–6,7 | optimal im Feldfutterbau |
| Luzerne | 7,0–7,5 | bevorzugt im Feldfutterbau |
| Blattkohl | 6,5–6,8 | bevorzugter Bereich |
| Futterkohl | 4,5–8 | Toleranz auf durchlässigen Böden am Wildacker, kein Optimum |

Klee und Luzerne liegen damit ohne Überschneidung auseinander. Willst du beide anbauen, plane für jede Art ein eigenes Beet mit passendem Boden.

> **Häufiger Fehler:** Kalk auf Verdacht. Liegt der gemessene pH-Wert schon über dem Zielbereich für deine Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger. Erst messen, dann entscheiden.

Für Futterrüben zählt die Bodenart besonders, denn sie bevorzugen mittelschwere bis schwere, tiefgründige Böden. Lockere das Beet mit der Grabegabel und lies grobe Steine und Wurzelunkräuter aus. Danach harkst du ein feinkrümeliges Saatbett. Feinsämige Futterpflanzen wie Markstammkohl brauchen guten Bodenschluss, damit die Keimlinge beim Auflaufen mit Wasser versorgt sind.

> **Kurz erklärt:** Bodenschluss heißt, dass das Saatkorn rundum an Erde anliegt. Hohlräume unter dem Korn unterbrechen die Wasserzufuhr beim Keimen. Deshalb harkst du das Saatbett fein und drückst nach der Saat an.

Stand vorher eine Gründüngung auf dem Beet, mähst du sie rechtzeitig vor der Samenreife, damit sie sich nicht ungewollt aussät. Die frische Masse arbeitest du nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Bis zur nächsten Saat oder Pflanzung wird meist eine Wartezeit von etwa 2 bis 3 Wochen empfohlen.

## Welche Futterpflanzen passen in deinen Garten?

Die Auswahl hängt an Platz, Boden und dem Tier, das du fütterst. Diese Kulturen lassen sich im Gartenmaßstab planen:

| Kultur | Was du nutzt | Passt, wenn … |
|---|---|---|
| Futterrübe (Runkelrübe) | die Rübe als Herbst- und Wintervorrat | du sonnigen, tiefgründigen, mittelschweren bis schweren Boden hast |
| Markstammkohl | Blätter, ganze Pflanzen frisch oder als Silage | ein Beet nach Erbsen, Bohnen oder Salat frei wird |
| Wegwarte (Zichorie) | Grünfutter von Juni bis November | du im Sommer noch ein Beet bestellen willst |
| Kleintierwiese aus Futtergräsern und Weißklee | Beweidung oder Heu | du eine mehrjährige Fläche anlegen willst |
| Luzerne | Schnittfutter | dein Boden warm, tiefgründig und durchlässig ist; bevorzugt wird ein pH von 7,0–7,5 |
| Grünroggen | Grünfutter im Frühjahr | ein Beet über Winter frei ist |

Bei den Rübentypen unterscheiden Futterwerttabellen Gehaltsrübe und Halbzuckerrübe, beim Markstammkohl gibt es blattarme und blattreiche Typen. Was die Typen im Futterwert trennt, steht im Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Futterwert und Rübentypen.

Welche Pflanze zu welchem Tier passt, hängt von Tierart und Haltung ab. Für Kaninchen und Meerschweinchen lohnt der Blick darauf, [welche Pflanzen als Ergänzung für Heimtiere taugen und wo Risiken liegen](/rasen/futterpflanzen/futterpflanzen-als-natuerliche-ergaenzung-fuer-haustiere/); für Hühner, [wie du Futterpflanzen hühnersicher im Auslauf ziehst](/rasen/futterpflanzen/futterpflanzen-fuer-huehner-vielfalt-im-huehnergarten/). Markstammkohl eignet sich für Rinder, Schafe und Ziegen als Ergänzung zu rohfaserreichen Rationen, kann bei Milchziegen aber den Geschmack der Milch beeinträchtigen. Für Pferde und Ponys ist die Weideauswahl ein eigenes Thema, und Kreuzkraut darf weder ins Heu noch in die Silage.

## Werkzeug und Material

Für ein Futterbeet brauchst du kein Spezialgerät. Ich lege mir vor der Saat alles zurecht, was ich vom Probenstich bis zum ersten Schnitt brauche.

> **Mini-Checkliste:**
> - Spaten und Eimer für die Bodenprobe
> - Grabegabel zum Lockern und später zum Rübenroden
> - Rechen für ein feinkrümeliges Saatbett
> - Pflanzschnur für gerade Reihen, zwischen denen du hacken kannst
> - Brett zum Andrücken nach der Saat und zum Knien beim Vereinzeln
> - Ziehhacke für die Reihenkulturen
> - Gießkanne mit Brause und ein Gefäß mit bekanntem Volumen zum Auslitern
> - Tropfschlauch mit Filter
> - Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite für Kohl
> - Sense, Grasschere oder Mäher für die Wiese
> - Mulchmaterial wie angetrockneten Rasenschnitt

Reihen und Abstände kannst du vorab [im Beetplaner auf deine Fläche legen](/tools/beetplaner/).

## Aussaat: Zeitpunkt, Tiefe und Abstände

### Wann du was säst

| Kultur | Aussaat | Hinweis |
|---|---|---|
| Futterrübe | März bis Mai | Direktsaat in Reihen |
| Markstammkohl | Vorkultur März bis Mai, Direktsaat Mai bis Juli | als Hauptfrucht April und Mai; als Zwischenfrucht letzte Saattermine Mitte bis Ende Juli |
| Wegwarte | Juni bis Juli | Reihensaat |
| Kleintierwiese | März bis Juni und August bis Oktober | Angabe einer Kleintierwiesen-Mischung |
| Luzerne | April bis Mitte August | auf leichten, gut erwärmbaren Böden |
| Grünroggen | Ende September bis Anfang Oktober | Winterzwischenfrucht, Nutzung im folgenden Frühjahr |

Die Wegwarte gehört deshalb nicht zur Frühjahrssaat neben den Rüben: Sie braucht zum Keimen mindestens 14 bis 18 °C, und ihre Saatzeit liegt im Juni und Juli.

> **Passt dazu:** Alle Saattermine im Jahreslauf hast du mit dem [Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/futterpflanzen/) auf einem Blatt.

### Saattiefe und Keimung

| Kultur | Saattiefe | Keimtemperatur | Keimdauer |
|---|---|---|---|
| Futterrübe | 2–3 cm | min. 10 °C, max. 15 °C | 14–21 Tage |
| Markstammkohl | 0,5–1 cm beim Gartensaatgut | 10–20 °C | 8–12 Tage |
| Wegwarte | 0,5–2 cm | min. 14–18 °C, max. 20–25 °C | 7–21 Tage |
| Kleintierwiese | 0,5–1 cm | 10–20 °C | 7–21 Tage |
| Luzerne | 1–1,5 cm | keine Angabe | keine Angabe |

Rübensaat liegt am tiefsten, bei der Kleintierwiese und beim Markstammkohl bleibt das Korn knapp unter der Oberfläche. Für Luzerne reicht die allgemeine Empfehlung für kleinkörnige Futterleguminosen je nach Bodenfeuchte bis 2 cm. Der spezielle Anbauleitfaden bleibt bei 1 bis 1,5 cm.

### Abstände und Saatmengen

| Kultur | In der Reihe | Reihenabstand | Kulturform |
|---|---|---|---|
| Futterrübe | 30 cm | 40 cm | Reihensaat, später auf Endabstand vereinzelt |
| Markstammkohl | 30 cm | 50 cm | kräftige Einzelpflanzen, vereinzelt oder ausgepflanzt; Angabe für Gartensaatgut |
| Wegwarte | 10–30 cm | 20–60 cm | Reihensaat |
| Kleintierwiese | flächig | flächig | Breitsaat, etwa 25 g/m² |

Bei Reihenkulturen bestimmt der Endabstand die Saat, nicht das Gewicht. Du säst in der Rille enger und vereinzelst die Pflanzen später auf den Abstand aus der Tabelle. Für die Kleintierwiese ist eine Saatmenge von etwa 25 g/m² angegeben. Ich wiege die Menge für die ganze Fläche ab und teile sie in zwei Hälften für die Kreuzsaat. Saatmengen in Kilogramm je Hektar gehören zur Feldsaat mit der Drillmaschine.

### Direktsaat oder Vorkultur?

Direkt ins Beet säst du Futterrüben, Luzerne und die Kleintierwiese. Beim Markstammkohl hast du die Wahl zwischen Vorziehen von März bis Mai und Direktsaat von Mai bis Juli. Ich ziehe ihn vor, wenn auf dem Beet noch Erbsen, Bohnen oder Salat stehen, und pflanze kräftige Jungpflanzen nach deren Ernte aus.

### So säst du im Beet

Für Reihenkulturen spannst du eine Schnur und ziehst mit der Hacke eine Rille in der Saattiefe der jeweiligen Kultur. Dann legst du die Samen ein, schließt die Rille und drückst die Erde mit dem Rechenrücken oder dem Brett an. Gerade Reihen brauchst du später beim Hacken, denn bei Futterrüben arbeitest du zwischen den gut sichtbaren Reihen.

Bei der Kleintierwiese gehst du vor wie bei einer Rasenansaat. Kleine Flächen säst du bei möglichst windstillem Wetter in zwei gekreuzten Arbeitsgängen von Hand ein. Anschließend harkst du das Saatgut etwa 0,5 cm tief ein und walzt die Fläche an. Bis zur Keimung hältst du sie gleichmäßig feucht und beregnest schonend.

Für größere Flächen erklärt ein eigener Ratgeber, [wie Drill-, Unter- und Übersaat und die Nachsaat bestehender Wiesen funktionieren](/rasen/futterpflanzen/die-richtige-aussaat-von-futterpflanzen-tipps-und-tricks/).

## Pflege: Gießen, Düngen, Unkraut

### Gießen

Gieß früh morgens und möglichst bodennah. Wie viel du gibst, rechnest du in Millimetern, weil sich so Gießwasser und Regen direkt vergleichen lassen.

| Situation | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Umrechnung | 1 mm = 1 l/m² | gilt für Gießwasser und Niederschlag |
| junge Futterrübenbestände | Wassergaben von 15 mm | landwirtschaftliche Trockenheitsberatung des Kantons Bern |
| geschlossene Futterrübenbestände | Wassergaben von 20–40 mm | ebenda |
| voll entwickelter Grünlandbestand, 20 cm hoch | höchstens 5,8 mm Wasserverbrauch pro Tag | Modellwert für heiße, wolkenfreie Sommertage bei unbegrenztem Bodenwasser, keine Gießmenge |

> **Tipp:** Litere deine Gießbrause aus. Stopp die Zeit, bis ein Gefäß mit bekanntem Volumen voll ist, und rechne damit aus, wie lange du für eine Gabe auf deiner Beetfläche gießen musst.

Eine Tropfleitung bewässert gezielt, braucht aber einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Unzureichend aufbereitetes Abwasser gehört nicht ans Futterbeet. Es kann Krankheitserreger und chemische Schadstoffe enthalten, die Pflanzen, Tiere, Boden und Grundwasser gefährden.

> **Mythos-Check:** „Viel hilft viel“ stimmt beim Gießen nicht. Wurzeln, die durch zu viel Wasser geschädigt sind, können ähnliche Welkeerscheinungen verursachen wie Wassermangel. Prüf bei welken Blättern deshalb erst mit dem Finger, ob der Boden noch feucht ist, bevor du zur Kanne greifst.

Bei Kohl kann hinter welkenden Pflanzen auch Wurzelfraß der Kohlfliege stecken.

### Düngen

Futterrüben zählen zu den Starkzehrern. Als organische Grunddüngung eignet sich für sie gut verrotteter Mist. Kompost gibst du als allgemeine Grunddüngung im Frühjahr, höchstens 3 l/m² im Jahr. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt diese Kompostgabe nicht vollständig, und bei einem Starkzehrer wie der Rübe reicht Kompost allein deshalb nicht aus.

Markstammkohl hat ein hohes Stickstoffaufnahmevermögen. Anders als Leguminosen bilden Kreuzblütler wie Futterkohl keine stickstoffbindende Knöllchensymbiose. Im Feldanbau wird die Stickstoffdüngung von Markstammkohl auf eine Gabe vor der Saat und eine weitere bei etwa 30 cm Pflanzenhöhe aufgeteilt. Für Blattkohl im Gemüsebeet kannst du Kompost einarbeiten oder einen organischen, stickstoffbetonten Gartendünger verwenden.

Klee und Luzerne folgen einer anderen Logik. Bei Leguminosen binden Bakterien an den Wurzeln Luftstickstoff, und kleinkörnige Futterleguminosen können so ohne Stickstoffdüngung auskommen. In Gras-Klee-Beständen fördern zusätzliche Stickstoffgaben die Gräser und können den Kleeanteil verringern.

Für Wegwarte und Blattzichorie in dauerhaften Gartenbeständen ist zusätzliche Düngung in der Regel nicht nötig. Das gilt nicht, wenn ein Nährstoffmangel nachgewiesen ist.

> **Achtung:** Herbstfutter mit viel Nitrat kann vor allem für Wiederkäuer zum Vergiftungsrisiko werden. Nitrat kann zu Nitrit umgewandelt werden, und das kann die Bildung von Methämoglobin begünstigen. Eine pauschal sichere Menge gibt es nicht; dünge Herbstkulturen nach Bedarf und nicht auf Vorrat.

### Unkraut im Griff behalten

Futterrüben brauchen besonders in der vierten bis achten Woche nach dem Auflaufen wenig Unkrautkonkurrenz. Zwischen den Reihen hackst du, in der Reihe entfernst du Unkraut von Hand. Mit dem Vereinzeln wartet man im ökologischen Anbau bis zum 4-Blatt-Stadium, damit dabei gleich die späteren Unkräuter mit herauskommen.

> **Marias Erfahrung:** Beim Vereinzeln der Rüben knie ich auf einem Brett zwischen den Reihen, damit ich den Boden nicht festtrete. Überzählige Pflänzchen und Unkraut in der Reihe ziehe ich im selben Durchgang.

Wie es mit der Rübe weitergeht, zeigt der Ratgeber dazu, [wie du Futterrüben im Kleingarten vom Vereinzeln bis zur Ernte pflegst](/rasen/futterpflanzen/futterrueben-im-kleingarten-anbau-und-pflege/).

Markstammkohl entwickelt sich anfangs langsam und braucht in dieser Phase eine wirksame Unkrautregulierung. Bei frisch angesätem Kleegras fördert ein früher Schröpfschnitt die Bestockung und unterstützt so die Unkrautunterdrückung.

Zwischen Reihenkulturen kannst du mulchen. Als allgemeiner Richtwert für Gartenbeete gilt eine Mulchschicht von etwa 2 bis 3 cm. Feinen Rasenschnitt trägst du nur locker und angetrocknet in dünner Lage auf.

> **Achtung:** Kreuzkraut gehört nicht ins Futter. Die Pyrrolizidinalkaloide darin können Rinder und Pferde schwer bis tödlich vergiften, auch wenn die Pflanze erst über Heu oder Silage ins Futter gelangt. Ich gehe die Futterfläche vor dem Schnitt ab und nehme Kreuzkraut heraus, bevor es ins Schnittgut gerät.

### Schädlinge und Krankheiten

Vorbeugen beginnt bei Standort und Fruchtfolge, und gegen Wurzelbrand an Futterrüben meidest du zu Nässe neigende Böden. Kohl deckst du gleich nach Saat oder Pflanzung mit einem dicht schließenden Kulturschutznetz unter 1 mm Maschenweite ab, weil die Kleine Kohlfliege etwa ab Mitte April Eier legt. [Wie du Krankheiten an Futterpflanzen erkennst und ihnen vorbeugst](/rasen/futterpflanzen/gesunde-futterpflanzen-erkennen-und-behandeln-von-krankheiten/), zeigt ein eigener Ratgeber.

## Ernte: wann und wie

### Erntefenster der Kulturen

| Kultur | Erntefenster | Hinweis |
|---|---|---|
| Futterrübe | September bis November | ganze Rübe |
| Markstammkohl | als Zweitfrucht ab Mitte Oktober | Blätter oder ganze Pflanze; Erntezeitpunkt bei 12–15 % Trockensubstanz angegeben |
| Wegwarte | Juni bis November | Kulturdauer 90–168 Tage |
| Kleintierwiese | ab einer Nutzhöhe von etwa 20 cm | Schnitthöhe 4–5 cm nach Angabe einer Mischung |
| Grünroggen | Ende April bis Anfang Mai | nach Saat im Vorherbst |
| Einjähriges Weidelgras, einsömmeriges Kleegras | etwa 8–10 Wochen nach früher Saat | bei ausreichendem Niederschlag |

Runkelrüben sind nicht winterhart, und Frost mit anschließendem Auftauen begünstigt bei Futterrüben Fäulnis. Deshalb holst du sie vor den ersten Frösten aus dem Boden, solange das Erntefenster von September bis November offen ist.

Bei Luzerne zählt der letzte Schnitt im Herbst. Im Feldfutterbau geht sie idealerweise mit etwa 15 cm Wuchshöhe in den Winter. Ihre Winterfestigkeit bis etwa −20 °C hängt vom Vegetationszustand im Herbst ab.

Für die Weidenutzung von Gräsern gilt das 3-Blatt-Stadium als günstiger Zeitpunkt. Das ist dein Anhaltspunkt, wenn deine Kaninchen im Gehege selbst auf der Kleintierwiese fressen.

### So erntest du

Ich lockere Futterrüben mit der Grabegabel neben der Reihe und ziehe sie dann am Laub heraus. Beim Markstammkohl nimmst du Blätter nach Bedarf ab oder schneidest die ganze Pflanze. Die Wiese mähst du mit Sense, Grasschere oder Mäher und räumst das Schnittgut ab. Eine dicke Matte aus liegen gelassenem Schnitt kann die Grasnarbe darunter ersticken und teilweise absterben lassen.

Neues Grünfutter aus dem Beet führst du langsam ein. Bei Kaninchen braucht der Verdauungsapparat Zeit, sich auf ein neues Futterangebot einzustellen. Für Ziegen gilt bei Futterumstellungen ein Zeitraum von mindestens zwei Wochen.

### Lagern und Futterwert

Frische Futterrüben sind bei etwa 5 °C nur begrenzt lagerfähig, und Wärme lässt sie austrocknen. Heu lagert erst unter 14 % Wassergehalt stabil, geschützt vor neuer Nässe und mit Luftraum darüber. Wie du Rüben, Heu und Grünfutter sicher lagerst, steht im Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Lagern und Futterhygiene.

Was Futterrübe, Kohl oder Klee an Inhaltsstoffen liefern, halten Futterwerttabellen fest. Solche Tabellenwerte beschreiben Inhaltsstoffe und keine Wirkung auf die Gesundheit deiner Tiere; [welche Nährstoffe Futterpflanzen liefern und wovon ihr Gehalt abhängt](/rasen/futterpflanzen/naehrstoffreiche-futterpflanzen-fuer-gesunde-nutztiere/), vertieft ein eigener Ratgeber.

## Futterpflanzen im Hochbeet und Kübel

Ohne großes Beet ziehst du trotzdem Futter, nur nicht jede Kultur. Jedes Pflanzgefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Blattkohl gilt als topfgeeignet. Er will einen vollsonnigen Platz und gut durchlässiges Substrat.

Futterrüben bevorzugen tiefgründige Böden. In einen flachen Kübel passen sie deshalb schlecht, im Gartenbeet oder in einem tief gefüllten Hochbeet finden sie den Wurzelraum, den sie brauchen.

Im Hochbeet gelten dieselben Abstände und dieselbe Fruchtfolge wie im Gartenbeet. Gieß auch hier früh morgens und bodennah; eine Tropfleitung mit Filter spart dir den Weg mit der Kanne.

Katzengras ziehst du ganzjährig im Haus, in Schalen oder Töpfen auf Watte, Vlies oder Anzuchterde.

> **Zahl im Blick:** Eine Katzengrasmischung aus Gelbhafer und Wiesenlieschgras säst du 0 bis 0,5 cm tief. Bei 15 bis 20 °C keimt sie in 7 bis 14 Tagen. Die Schale hältst du dabei stetig feucht.

## Häufige Fragen

### Welche Futterpflanzen eignen sich für den Hausgarten?

Im Gartenbeet lassen sich Futterrüben, Markstammkohl, Wegwarte, Luzerne und eine Gräser-Klee-Mischung für Kleintiere anbauen. Rüben brauchen einen sonnigen, tiefgründigen Boden ohne Staunässe, Luzerne einen warmen, durchlässigen Standort. Markstammkohl passt gut auf Beete, auf denen vorher Erbsen, Bohnen oder Salat standen. Welche Kultur sich für dich lohnt, hängt von Platz, Boden und Tierart ab.

### Wie bereitet man den Boden für Futterpflanzen vor?

Zieh zuerst eine Bodenprobe aus der Schicht von 0 bis 25 cm und lass den pH-Wert bestimmen. Liegt der Wert schon über dem Zielbereich deiner Kultur, gibst du keinen Kalk; Luzerne beispielsweise bevorzugt einen pH von 7,0 bis 7,5. Danach lockerst du den Boden, arbeitest im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je Quadratmeter ein und harkst ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss.

### Kann man Futterpflanzen im Hochbeet oder Kübel anbauen?

Ja, mit passender Auswahl. Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Blattkohl gilt als topfgeeignet, und Katzengras ziehst du ganzjährig im Haus in Schalen auf Anzuchterde, Vlies oder Watte. Futterrüben bevorzugen tiefgründigen Boden und gehören deshalb eher ins Gartenbeet oder in ein tief gefülltes Hochbeet.

### Was ist der Unterschied zwischen Direktsaat und Vorkultur bei Futterpflanzen?

Bei der Direktsaat kommt das Saatgut gleich an seinen endgültigen Platz im Beet, bei der Vorkultur ziehst du Jungpflanzen vor und pflanzt sie später aus. Futterrüben, Luzerne und Gräser-Klee-Mischungen säst du direkt. Markstammkohl kannst du von März bis Mai vorziehen oder von Mai bis Juli direkt säen. Vorziehen lohnt sich, wenn auf dem Beet noch Erbsen, Bohnen oder Salat stehen.

### Wann erntet man Gräser und Klee für Kleintiere?

Für eine Gräser-Klee-Mischung als Kleintierwiese ist eine Nutzhöhe von etwa 20 cm angegeben. Als Schnitthöhe nennt eine gängige Mischung 4 bis 5 cm. Räum das Schnittgut danach ab, denn eine dicke Matte aus liegen gelassenem Schnitt kann die Grasnarbe darunter ersticken. Für die Weidenutzung gilt bei Gräsern das 3-Blatt-Stadium als günstiger Zeitpunkt.

### Sind selbst angebaute Futterpflanzen automatisch gesünder als gekaufte?

Nein, selbst angebaut heißt nicht automatisch besser oder unbedenklich. Schimmelpilzgifte können schon auf dem Feld oder erst im Lager ins Futter gelangen, und Kreuzkraut kann über Heu oder Silage Rinder und Pferde schwer bis tödlich vergiften. Der Vorteil des Eigenanbaus liegt darin, dass du Standort, Düngung, Ernte und Lagerung selbst in der Hand hast.

### Wie gießt man Futterpflanzen im Garten richtig?

Gieß früh morgens und möglichst bodennah. Die Menge rechnest du in Millimetern, denn 1 mm entspricht 1 l/m². Für junge Futterrübenbestände setzt die landwirtschaftliche Trockenheitsberatung des Kantons Bern Wassergaben von 15 mm an. Zu viel Wasser kann Wurzeln schädigen, und geschädigte Wurzeln lassen Pflanzen ähnlich welken wie Wassermangel.

### Welche Werkzeuge brauche ich für ein Futterbeet?

Für Bodenprobe und Vorbereitung reichen Spaten, Grabegabel und Rechen, für Reihenkulturen kommen Pflanzschnur und Hacke dazu. Zum Gießen genügt eine Kanne mit Brause; eine Tropfleitung braucht einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Kohl deckst du mit einem Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite ab, und für die Wiese brauchst du Sense, Grasschere oder Mäher.

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