# Futterkohl im Garten: Was er für deinen Boden tut und was nicht

> Futterkohl hält Nährstoffe fest, beschattet den Boden und liefert Masse für Humus. Was er für Bodenleben und Wasser in deinem Beet leistet und welche Versprechen nicht stimmen.

- **URL:** https://samen.de/rasen/futterpflanzen/futterkohl-bodenschatz-fuer-gesunde-gaerten/
- **Bereich:** Rasen › Futterpflanzen & Weide
- **Zuletzt geprüft:** 05. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Ich säe Futterkohl gern auf Beete, die nach der Ernte sonst offen lägen. Dabei begegnen mir immer wieder dieselben Versprechen: Er hole Stickstoff aus der Luft, wurzle besonders tief und arbeite mit Mykorrhizapilzen zusammen. Keins davon trifft zu, und wer sich darauf verlässt, erwartet von der Pflanze das Falsche. Was Futterkohl im Boden tatsächlich tut, lässt sich klar benennen: Er nimmt viel Stickstoff auf und hält Nährstoffe in seiner Masse fest, er beschattet den Boden, und aus seiner Masse kann Humus werden.

Futterkohl ist ein Kreuzblütler wie Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen. Angebaut werden unter anderem Markstammkohl, der einen verdickten Trieb und viel Blattmasse bildet, und Furchenkohl.

## Was Futterkohl im Boden bewirkt: die Übersicht

Jede Wirkung hat eine Grenze. Die Tabelle stellt beides nebeneinander, die Abschnitte darunter zeigen, was du im Beet daraus machst.

| Bereich | Was Futterkohl tut | Wo die Grenze liegt |
|---|---|---|
| Nährstoffe | nimmt viel Stickstoff auf und hält Nährstoffe aus dem Bodenwasser vorübergehend fest | bindet keinen Luftstickstoff |
| Wurzel | Markstammkohl bildet eine kräftige Hauptwurzel, die sich in der Ackerkrume verzweigt | reicht wenig in die Tiefe |
| Bodenleben | liefert organische Masse, aus der Humus werden kann | keine arbuskuläre Mykorrhiza |
| Erosion | beschattet den Boden und vermindert Verschlämmung und Erosionsgefahr | entwickelt sich anfangs langsam |
| Wasser | Humus kann leichte Böden mehr Wasser speichern und schwere durchlässiger werden lassen | zu viel Wasser kann die Wurzeln schädigen |

## Nährstoffe: Futterkohl hält fest, statt anzureichern

Markstammkohl hat ein hohes Stickstoffaufnahmevermögen. Als Gründüngung nimmt ein Bestand die vorhandenen Nährstoffe aus dem Bodenwasser auf und hält sie vorübergehend in seiner Masse fest. Wann sie wieder bereitstehen, hängt unter anderem von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Einen festen Termin für die Freigabe gibt es deshalb nicht.

Kreuzblütler wie Futterkohl bilden keine stickstoffbindende Knöllchensymbiose. Zusammen mit dem hohen Aufnahmevermögen heißt das: Futterkohl bringt keinen neuen Stickstoff ins Beet, er sammelt den, der schon im Boden ist.

> **Mythos-Check:** „Futterkohl reichert den Boden mit Stickstoff aus der Luft an.“ Das stimmt nicht. Luftstickstoff binden Leguminosen wie Klee: Bakterien an ihren Wurzeln legen ihn in organischer Form fest. Kreuzblütler gehen diese Partnerschaft nicht ein. Wer Stickstoff aus der Luft ins Beet holen will, plant dafür Leguminosen ein.

Bei der Versorgung des Kohls selbst hilft Kompost, als allgemeine Grunddüngung deckt er den Stickstoffbedarf von Gemüse aber nicht vollständig. Wie du Futterpflanzen nach Gruppen düngst, steht in den [Grundlagen zum Gießen und Düngen von Futterpflanzen](/rasen/futterpflanzen/).

### Wohin die Nährstoffe gehen, wenn du erntest

Arbeitest du den Kohl ein, bleibt das Gebundene auf der Fläche. Erntest du Blätter oder ganze Pflanzen als Frischfutter, nimmst du einen Teil davon mit. Im Ökolandbau verbindet der Kreislauf aus Futterpflanzen, Tierhaltung und organischen Düngern den Futterbau mit der Bodenfruchtbarkeit. Ich lege deshalb vor der Saat fest, ob ein Beet Futter liefern soll oder Bodendecke, und plane den Rückweg über Kompost gleich mit.

Verfütterst du Kohl im Herbst, denk an die Futtersicherheit: Nitratreiches Herbstfutter kann besonders für Wiederkäuer ein Vergiftungsrisiko sein. Eine pauschal sichere Menge gibt es nicht.

## Die Wurzel: kräftig, aber in der oberen Schicht

Markstammkohl bildet eine kräftige Hauptwurzel. Die Wurzel reicht wenig in die Tiefe und verzweigt sich in der Ackerkrume, also in der bearbeiteten Oberschicht. Das Bild einer tiefen Pfahlwurzel, die verdichtete Unterböden aufbricht, passt dazu nicht. Für eine verdichtete Schicht weiter unten solltest du dich deshalb nicht auf Futterkohl verlassen.

Ich ziehe im Herbst eine Pflanze mit der Grabegabel heraus und schaue mir an, wo sich die Wurzeln verzweigen. So sehe ich an meinem eigenen Boden, welche Schicht der Kohl durchzieht.

## Bodenleben: organische Masse statt Pilzpartnerschaft

Für das Bodenleben zählt beim Futterkohl vor allem, was er an Masse hinterlässt. Blätter und verdickte Triebe bleiben nach dem Einarbeiten im Boden, und aus Gründüngung kann Humus entstehen. Frische Masse arbeitest du nur flach ein, denn tief eingegraben kann sie unter Luftabschluss faulen.

Eine Partnerschaft mit Bodenpilzen gibt es dagegen nicht: Kreuzblütler wie Futterkohl gehen keine arbuskuläre Mykorrhizasymbiose ein. Knöllchenbakterien fehlen ebenfalls. Rechne beim Bodenleben deshalb mit dem, was organische Masse und eine bedeckte Oberfläche leisten, und nicht mit einer Sonderwirkung des Kohls.

> **Marias Erfahrung:** Ich arbeite Kohlreste nur in die obere Spatenhälfte ein und lege den Rest locker zwischen die Reihen. Beim nächsten Umgraben schaue ich nach, wie weit die Reste zersetzt sind.

## Erosionsschutz: Blätter über offenem Boden

Ein Futterkohlbestand beschattet den Boden. Wie jeder Gründüngungsbewuchs vermindert er damit Verschlämmung und Erosionsgefahr. Verschlämmung heißt: Die Krümel an der Oberfläche zerfallen unter Regen und bilden eine dichte, glatte Schicht. Markstammkohl bringt für diesen Schutz viel Blattmasse an einem verdickten Trieb mit.

Der Schutz hat eine Lücke am Anfang. Markstammkohl entwickelt sich anfangs langsam und braucht in dieser Phase Unkrautregulierung. Weil die Wirkung vom Bewuchs ausgeht, liegt der Boden zwischen den Reihen gerade dann noch offen. Beim Gartensaatgut vereinzelst du kräftige Jungpflanzen auf 30 cm in der Reihe oder pflanzt sie in diesem Abstand aus. Zwischen den Reihen bleiben 50 cm.

In dieser Anfangszeit mulche ich die offenen Streifen zwischen den Reihen. Für Gartenbeete gilt eine Mulchschicht von etwa 2 bis 3 cm als allgemeiner Richtwert. Feinen Rasenschnitt trägst du nur locker, angetrocknet und dünn auf. Wie du Futterkohl säst und vereinzelst, zeigt die Anleitung, [wie du Futterkohl Schritt für Schritt anbaust](/rasen/futterpflanzen/anleitung-zum-anbau-von-futterkohl/). Die Saattermine hast du mit dem [Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken](/tools/druck/aussaatkalender/futterpflanzen/) im Blick.

## Über den Winter: Frost bestimmt, wie lange der Boden bedeckt bleibt

Bodendecke gibt es nur, solange der Bestand steht. Für eine Winterdecke zählt deshalb, wie viel Frost die Pflanzen vertragen. Die Angaben hängen von Kulturform und Entwicklungsstand ab:

| Angabe | Kältetoleranz |
|---|---|
| Markstammkohl, Gartensaatgut | −10 °C |
| Markstammkohl, voll ausgewachsene Pflanzen | −12 °C |
| Futterkohl auf dem Wildacker, an Kälte gewöhnt | bis −15 °C |

Im Sommerzwischenfruchtanbau wird die Sorte Camaro mit hohem Ertrag und mittlerer Frostempfindlichkeit bewertet. Furchenkohl schneidet dort mit geringer Frostempfindlichkeit, aber sehr geringem Ertrag ab. Für eine Winterdecke achte ich auf die Frostempfindlichkeit und nicht auf den Ertrag.

## Wasserhaushalt: Humus speichert, Nässe schadet

Humus aus Gründüngung kann die Wasserspeicherung leichter Böden verbessern. Auf schweren Böden kann er die Durchlässigkeit verbessern. Dazu kommt der Schatten der Blätter, denn ein bewachsener Boden verschlämmt weniger.

> **Kurz erklärt:** Die nutzbare Feldkapazität ist der Wasservorrat im Boden, den Pflanzen nutzen können. Dieser Vorrat liegt zwischen dem Welkepunkt und der Feldkapazität. Speichert ein leichter Boden durch Humus mehr Wasser, kann das diesem Vorrat zugutekommen.

Weil sich die Wurzeln in der Ackerkrume verzweigen, holt Futterkohl sein Wasser vor allem aus der oberen Schicht. Dein Gießwasser muss also dort ankommen, wo die Wurzeln sitzen. Ich gieße früh morgens und bodennah. Eine feste Gießmenge für Futterkohl gibt es nicht, deshalb stecke ich vor dem Gießen einen Finger in die Erde und prüfe, ob die obere Schicht trocken ist.

> **Zahl im Blick:** 1 mm Niederschlag entspricht 1 l/m². Am Regenmesser liest du also direkt ab, wie viele Liter pro Quadratmeter gefallen sind. Wie viel deine Gießbrause liefert, misst du aus: Stopp die Zeit, bis ein Gefäß mit bekanntem Volumen voll ist.

Bei der Saat zählt der Bodenschluss. Feinsamige Kulturen wie Markstammkohl brauchen ein feinkrümeliges, sorgfältig vorbereitetes Saatbett, damit die Keimlinge beim Auflaufen Wasser bekommen. In trockenen Keimphasen kann wiederholtes Gießen nötig sein.

> **Häufiger Fehler:** Welkende Pflanzen sofort gießen. Zu viel Wasser kann Wurzeln schädigen, und geschädigte Wurzeln lassen Pflanzen ähnlich welken wie Wassermangel. Fühl deshalb zuerst den Boden: Ist er nass, hilft weiteres Wasser nicht.

## Boden messen statt schätzen

Ob sich pH-Wert und Nährstoffe in deinem Beet verändern, zeigt eine Bodenuntersuchung. Ich nehme die Probe immer von derselben Fläche, damit ich die Werte über die Jahre vergleichen kann.

> **Mini-Checkliste:** So nimmst du eine Bodenprobe im Gemüsebeet.
> - Beprobe die Schicht von 0 bis 25 cm.
> - Stich auf derselben Fläche 10 bis 15 Einzelproben.
> - Misch sie zu einer Mischprobe und schick diese zur Untersuchung.

Für Futterkohl auf dem Wildacker wird auf durchlässigen Böden eine pH-Spanne von 4,5 bis 8 genannt. Gemeint ist, was die Pflanze aushält, nicht ihr Optimum. Für Blattkohl im Gemüsebeet liegt der bevorzugte Boden-pH bei 6,5 bis 6,8. Liegt dein Messwert über dem Zielbereich deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltigen Dünger.

Die Kohlhernie, eine Krankheit der Kohlpflanzen, infiziert besonders stark bei 20 bis 25 °C und wird durch feuchte, staunasse und saure Böden begünstigt. Welkender Kohl kann auch auf Wurzelfraß der Kohlfliege hindeuten; wie du vorbeugst, steht im Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

## Fruchtfolge, Gründüngung und Mischkultur in Kürze

Für Futterkohl im ökologischen Zwischenfruchtanbau gilt eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern, also auch zu Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen. Passende Vor- und Nachfrüchte zeigt der Ratgeber [zur Fruchtfolge mit Futterkohl](/rasen/futterpflanzen/futterkohl-im-fruchtwechsel-die-beste-fruchtfolge-fuer-gesunde-ertraege/), Saatzeit und Einarbeitung der Beitrag, [wie du Futterkohl als Gründüngung nutzt](/rasen/futterpflanzen/futterkohl-als-gruenduengung-bodenverbesserung-im-garten/), und die Futternutzung der Ratgeber [zu Futterkohl als Zwischenfrucht](/rasen/futterpflanzen/futterkohl-anbauen-vielseitige-zwischenfrucht-im-garten/). Mischkultur kann Fläche besser ausnutzen, ihre günstigen Nachbarwirkungen sind aber oft schwer nachweisbar; Nachbarn prüfst du im [Mischkultur-Planer](/tools/mischkultur/), Grundlagen im Futterpflanzen-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.

## Häufige Fragen

### Stimmt es, dass Futterkohl den Boden auslaugt und Nährstoffe entzieht?

Futterkohl, etwa Markstammkohl, nimmt viel Stickstoff auf und hält Nährstoffe aus dem Bodenwasser vorübergehend in seiner Masse fest. Neuen Stickstoff bringt er nicht ins Beet, weil Kreuzblütler keine stickstoffbindende Knöllchensymbiose bilden. Arbeitest du den Kohl ein, werden die gebundenen Nährstoffe später wieder bereitgestellt, wie schnell, hängt unter anderem von Bodenfeuchte und Temperatur ab. Erntest du ihn als Futter, nimmst du einen Teil der Nährstoffe mit vom Beet.

### Wie tief wurzelt Futterkohl und was bringt sein Wurzelsystem dem Boden?

Markstammkohl bildet eine kräftige Hauptwurzel, die wenig in die Tiefe reicht und sich in der Ackerkrume verzweigt. Er durchwurzelt also vor allem die obere, bearbeitete Bodenschicht. Für das Aufbrechen tiefer liegender Verdichtungen solltest du dich nicht auf ihn verlassen.

### Geht Futterkohl eine Symbiose mit Mykorrhizapilzen ein?

Nein. Kreuzblütler wie Futterkohl gehen keine arbuskuläre Mykorrhizasymbiose ein und bilden auch keine stickstoffbindenden Knöllchen. Für das Bodenleben zählt bei ihm vor allem die organische Masse aus Blättern und Trieben, die im Beet bleibt.

### Wie verbessert Futterkohl die Bodenstruktur und den Humusgehalt?

Futterkohl bildet viel Blattmasse, und aus eingearbeiteter Gründüngung kann Humus entstehen. Dieser Humus kann die Wasserspeicherung leichter Böden und die Durchlässigkeit schwerer Böden verbessern. Arbeite frische Masse nur flach ein, weil sie tief eingegraben unter Luftabschluss faulen kann. Solange der Bestand steht, beschattet er den Boden und vermindert Verschlämmung.

### Wie frostfest ist Futterkohl als Bodendecke im Winter?

Für Markstammkohl aus Gartensaatgut wird eine Frostverträglichkeit bis −10 °C angegeben. Voll ausgewachsene Pflanzen vertragen bis −12 °C. An Kälte gewöhnter Futterkohl auf dem Wildacker hält bis −15 °C aus. Solange der Bestand den Frost übersteht, deckt und beschattet er den Boden weiter.

### Welche Rolle spielt Futterkohl als Gründüngung und Zwischenfrucht?

Als Gründüngung nimmt Futterkohl Nährstoffe aus dem Bodenwasser auf, hält sie vorübergehend fest und beschattet den Boden. Den Bestand mähst du rechtzeitig vor der Samenreife, damit er sich nicht ungewollt aussät, und arbeitest ihn flach ein. Vor der nächsten Saat oder Pflanzung empfiehlt sich meist eine Wartezeit von etwa 2 bis 3 Wochen. Im ökologischen Zwischenfruchtanbau gilt für ihn eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern.

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