# Trockenrasen pflegen: So bleibt dein Magerrasen mager und artenreich

> Wie du einen artenreichen Trockenrasen durchs Jahr pflegst: Mähgut abräumen, kaum gießen, nicht düngen und Moos, Lücken und Beikraut richtig einordnen.

- **URL:** https://samen.de/rasen/trockenrasen-pflegen-wissenschaftliche-methoden-zur-optimierung/
- **Bereich:** Rasen › Rasen
- **Zuletzt geprüft:** 11. Oktober 2026
- **Herausgeber:** samen.de (total10 GmbH), Redaktion

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Ein artenreicher Trockenrasen braucht wenig Arbeit, aber gut gemeinte Fürsorge kann ihm schaden. Dünger und liegen gelassenes Mähgut bringen Nährstoffe auf die Fläche. Genau das kann die Arten verdrängen, für die du den Magerrasen angelegt hast. Ich pflege einen Trockenrasen deshalb mit wenigen Handgriffen über das Jahr und lasse vieles bewusst weg.

## Um welchen Trockenrasen es hier geht

Mit Trockenrasen sind im Garten zwei Flächen gemeint. Hier geht es um den artenreichen, mageren Trockenrasen aus Gräsern und Kräutern, der extensiv gemäht und in der Regel nicht gedüngt wird. Werte für den trockenheitsverträglichen Rasen aus Gräsermischungen gelten für ihn nicht, beide grenzt das [Kurzporträt der Rasentypen mit seinen zwei Trockenrasen](/rasen/) voneinander ab.

Magerrasen wachsen auf trockenen, nährstoffarmen Standorten, über Kalkstein ebenso wie auf Sand. Bei den Gräsern besiedeln Gemeiner und Haar-Schafschwingel vor allem extensiv genutzte Flächen. Rotschwingel ist trockenheitstolerant, aber im Allgemeinen nur mäßig trittfest. Weitere Rasengräser und ihre Eigenschaften stellt derselbe Ratgeber im Abschnitt zu den Rasengräsern vor.

## Frühjahr: Bestand prüfen und Beikraut ausstechen

### Bestandsaufnahme nach dem Winter

Sobald der Boden wieder trägt, gehe ich langsam über die ganze Fläche. Ich achte auf Kahlstellen, Wühlstellen, Moospolster und Bereiche, in denen sich einzelne Arten stark ausbreiten. Nasse Bereiche betrete ich dabei nicht, denn Belastung bei hoher Bodenfeuchte kann die Oberfläche zerstören und den Boden verdichten. Lücken notiere ich zunächst nur, weil nicht jede Lücke ein Schaden ist.

> **Marias Erfahrung:** Ich stecke jede Lücke, die ich beim Frühjahrsrundgang finde, mit einem Holzstab ab und trage sie in eine einfache Skizze ein. Im Spätsommer gehe ich dieselben Stellen wieder ab und entscheide erst dann, ob ich nachsäe.

### Abgestorbenes Material abrechen statt vertikutieren

Liegt nach dem Winter eine Decke aus abgestorbenen Halmen auf der Fläche, ziehe ich sie mit dem Rechen ab und trage sie weg. Einen Vertikutierer setze ich im artenreichen Trockenrasen nicht nach Plan ein. Vorbeugen kannst du schon beim Mähen: Wird das Mähgut abgeräumt, hilft das auf naturnahen Flächen, Nährstoffanreicherung und Verfilzung zu vermeiden.

### Beikraut gezielt entfernen

Im Frühjahr sind Rosettenpflanzen gut zu erkennen. Bevor ich etwas aussteche, bestimme ich die Pflanze, denn viele Kräuter gehören in einen Magerrasen. Thymian und Dost etwa dienen dem Quendel-Ameisenbläuling als Raupenpflanzen. Störenden Löwenzahn steche ich samt Pfahlwurzel aus, weil Mähen die tiefe Wurzel nicht entfernt. Andere Wurzelunkräuter grabe ich möglichst vollständig aus, denn aus verbliebenen Teilstücken können neue Pflanzen wachsen.

### Mähen im Frühjahr

Gemäht wird ein Trockenrasen trotzdem: Halbtrockenrasen brauchen meist extensive Mahd oder Beweidung, damit sie offen bleiben. Den ersten Schnitt lege ich aber nicht nach dem Kalender eines Gebrauchsrasens fest. Stehen Frühjahrszwiebeln in der Fläche, wird dort erst gemäht, wenn ihr Laub eingezogen ist. Wie oft, wann und wie hoch du mähst, steht im Ratgeber [zum passenden Mährhythmus für den mageren Trockenrasen](/rasen/optimale-maehfrequenz-fuer-trockenrasen/).

## Sommer: Hitze aushalten und wenig eingreifen

### Weniger betreten, weniger mähen

In Trockenphasen wird die Fläche weniger betreten und gemäht und gar nicht vertikutiert. Bei starkem Trockenstress kann das Mähen ganz ausgesetzt werden. Mähst du doch, räumst du das Mähgut auch im Sommer ab.

### Braun heißt nicht tot

Bei Hitze kann ein Trockenrasen stellenweise braun werden. Etablierte Gräser können eine solche Ruhephase überstehen und nach Regen wieder austreiben. Bei kräuterreichen Frühblühermischungen kann auch ein gut entwickelter Magerrasen nach Sommertrockenheit deutliche Lücken zeigen. Bei Sandtrockenrasen auf Binnendünen gehört eine offene, lückige Grasvegetation sogar zum charakteristischen Lebensraum.

> **Tipp:** Ob eine braune Stelle noch lebt, kannst du mit einer Topfprobe prüfen. Stich dafür ein Stück der braunen Narbe etwa 5 bis 8 cm tief aus, setz es in einen Topf und halte es feucht. Erscheinen nach etwa einer Woche neue grüne Spitzen, weist das auf verbliebene Vitalität hin.

### Gießen in Dürreperioden

Einen etablierten Magerrasen gieße ich nicht regelmäßig. Bei etablierten Magerrasen mit naturschutzfachlichem Erhaltungsziel wird auf regelmäßige Bewässerung verzichtet, und im Garten halte ich es genauso. Gibst du in einer außergewöhnlichen Dürre doch Wasser, dann durchdringend und selten statt oft und flach. Ich gieße früh am Morgen, weil das die Verdunstung verringert und Pilzkrankheiten vorbeugen hilft. Örtliche Bewässerungsverbote und Einschränkungen haben immer Vorrang. Gesammeltes Regenwasser eignet sich, wenn es von unproblematischen Dächern stammt. Ablaufwasser von Kupfer- und Zinkdächern oder von herbizidhaltigen Bitumenabdichtungen kann dagegen belastet sein.

> **Achtung:** Blühende Kräuter im Trockenrasen können Bienen Nahrung bieten. Bei bekannter Insektengiftallergie berücksichtigst du das bei der Nutzung der Fläche, denn Bienenstiche können schwere allergische Reaktionen auslösen. Gräserpollen können bei sensibilisierten Menschen allergische Beschwerden auslösen.

### Beikraut im Sommer

Im Sommer greife ich nur ein, wenn sich eine unerwünschte Art stark ausbreitet. Dann ziehe ich sie von Hand samt Wurzel heraus. Unkrautvernichter setze ich nicht ein, weil sie auch die erwünschten Kräuter treffen können.

## Herbst: Mähgut und Laub abräumen, Lücken gezielt schließen

### Der letzte Schnitt und was stehen bleibt

Auch nach dem letzten Schnitt kommt das Mähgut von der Fläche. Liegen gelassenes Schnittgut reichert den Standort mit Nährstoffen an und kann typische Magerrasenarten zurückdrängen. Ganz kahl muss die Fläche trotzdem nicht in den Winter gehen. Bei der späten Mahd einer artenreichen Mager- oder Frischwiese kann etwa ein Drittel ungemäht bleiben, damit Tiere über Winter Nahrung und Unterschlupf finden. [Warum magere Trockenrasen seltenen Insekten Lebensraum bieten und wie du diesen Lebensraum erhältst](/rasen/trockenrasen-lebensraum-fuer-seltene-insekten/), erklärt ein eigener Ratgeber.

### Laub abrechen statt mulchen

Laub bleibt auf dem Trockenrasen nicht liegen. Unter einer Laubdecke entstehen feuchte, schlecht belüftete Bedingungen, und liegen gebliebenes Laub begünstigt winterliche Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel. Für den Magerrasen kommt ein zweiter Grund hinzu: Er soll nicht durch Mulchen mit zusätzlichen Nährstoffen versorgt werden. Ich häcksle Laub deshalb nicht mit dem Mäher auf der Fläche, sondern reche es mit dem Federrechen zusammen und bringe es auf den Kompost.

### Selektive Nachsaat bei echten Kahlstellen

Im Spätsommer gehe ich die markierten Lücken wieder ab. Nachgesät wird dort, wo nach Regen nichts austreibt und die Stelle offen bleibt. Mit der Reparatur warte ich auf kühlere, feuchtere Witterung, weil sich die Saat dann leichter feucht halten lässt.

Ich nehme möglichst die ursprünglich verwendete Mischung. Sie muss zu den Licht- und Wasserverhältnissen am Standort passen, sonst hält der artenreiche Bestand nicht dauerhaft. Die Saatmenge nimmst du von der Angabe der Mischung, denn Mengen für Rasenmischungen lassen sich auf artenreiche Trockenrasenmischungen nicht übertragen. Säe nicht dichter als angegeben, weil zu viel Saat die Konkurrenz der Keimlinge verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen kann. Als Ansaatfenster für Wildartenmischungen gelten März bis April sowie Mitte August bis Mitte September.

So gehe ich an einer Kahlstelle vor:

1. Die offene Stelle mit dem Rechen leicht aufrauen und lose Reste entfernen.
2. Die Saat gleichmäßig streuen und andrücken, damit sie direkten Bodenkontakt bekommt.
3. Kleine Saatstellen bei Vogelfraß mit Vlies abdecken.
4. Nur die Saatstelle feucht halten, nicht die ganze Fläche.

Wildpflanzensaat braucht zum Quellen und Keimen mindestens etwa 4 bis 5 Wochen durchgehende Feuchtigkeit. Bei Wildartenansaaten können auf feuchtem Boden etwa 3 bis 6 Wochen bis zur ersten Keimung vergehen. Der eingewachsene Bestand bekommt kein regelmäßiges Wasser, die Saat aber braucht durchgehende Feuchtigkeit: Deshalb gieße ich gezielt nur die Saatstellen. Eine Kompostauflage lasse ich weg, den Grund findest du beim Düngen.

## Winter: Ruhe für Pflanzen und Boden

Im Winter lasse ich den Trockenrasen weitgehend in Ruhe. Ich mähe nicht bei Frost, dünge nicht und bearbeite den Boden nicht. Bei Raureif betrete ich die Fläche gar nicht, weil Belastung die gefrorenen Gräser schädigen kann. Auch nach Tauwetter und auf nassem Boden halte ich mich fern, denn Betreten bei hoher Bodenfeuchte kann den Boden verdichten. Die ungemähten Teilflächen bleiben über Winter stehen.

> **Mini-Checkliste:** Laubdecken vor dem Winter abgerecht, Mähgut des letzten Schnitts abgeräumt, ungemähte Teilfläche stehen gelassen, Lücken für das kommende Jahr notiert, kein Dünger und kein Gerät auf gefrorenem oder nassem Boden.

## Düngen: in der Regel gar nicht

Ein artenreicher Trockenrasen bekommt in der Regel keinen Dünger. Kalk-Trockenrasen des Lebensraumtyps 6210 sind naturschutzfachliche Lebensräume, die nicht gedüngt werden. Für artenreiche Magerrasen gilt dasselbe, und zwar auch für den Umweg über Mulch. Magerrasen beherbergen Pflanzen, die an nährstoffarme Bedingungen angepasst sind. Durch zusätzlichen Stickstoff können konkurrenzstärkere Arten sie verdrängen.

### Versteckte Nährstoffquellen

Dünger ist nicht die einzige Quelle. Diese vier bringen ebenfalls Nährstoffe auf die Fläche:

| Quelle | Was passiert | Was ich mache |
|---|---|---|
| Liegen gelassenes Mähgut | reichert den Standort an, typische Arten können zurückgedrängt werden | Mähgut nach jedem Schnitt abräumen |
| Mulchmähen | fein zerkleinertes Schnittgut gibt beim Zersetzen Nährstoffe zurück | auf dem Trockenrasen nicht mulchen |
| Laub | bleibt es liegen, versorgt es die Fläche wie eine Mulchschicht | im Herbst abrechen |
| Kompost | liefert neben organischer Substanz auch Nährstoffe und kann den Boden überversorgen | nicht auf die Fläche bringen |

Kompost liefert auch Nährstoffe, und Magerrasen sollen nicht mit zusätzlichen Nährstoffen versorgt werden. Eine Kompostschicht als Keimhilfe bei der Nachsaat gehört deshalb nicht auf den Trockenrasen.

> **Häufiger Fehler:** Auf organischen Dünger ausweichen, weil er als sanft gilt. Auch organischer Dünger kann bei feuchtwarmer Witterung so viele Nährstoffe freisetzen, dass der Bedarf überschritten wird. Für den Magerrasen heißt das: auch organisch nicht düngen.

### Wann eine Bodenuntersuchung hilft

Eine Bodenuntersuchung zeigt, ob ein Boden unter- oder überversorgt ist. Sinnvoll ist sie, bevor du überhaupt an Dünger oder Kalk denkst, etwa wenn sich Moos ausbreitet oder einzelne Bereiche kümmern. Wie du Proben nimmst und die Gehaltsklassen liest, steht im Rasen-Ratgeber in den Abschnitten zu Standort und Boden sowie zum Düngen.

## Probleme erkennen und lösen

### Schädlinge und Krankheiten: erst hinschauen, dann handeln

Verfärbte Gräser, ausgedünnte Stellen und ungewöhnliche Wuchsformen sind Hinweise, keine Diagnose. Im Sommer kann hinter braunen Flecken eine Trockenruhe stecken, die Topfprobe aus dem Sommerabschnitt hilft beim Einordnen. Ich gehe in einer festen Reihenfolge vor: erst vorbeugen, dann kontrollieren, dann mechanisch eingreifen.

Vorbeugen heißt im Trockenrasen: Laub abräumen, Staunässe vermeiden und, falls du gießt, früh am Morgen gießen. Liegen gebliebenes Laub und Staunässe begünstigen winterliche Pilzkrankheiten. Bei der Kontrolle schaue ich, ob eine auffällige Stelle wächst oder gleich bleibt, und trage sie in meine Skizze ein. Eingreifen heißt dann, abgestorbene Pflanzenteile abzurechen und unerwünschte Pflanzen auszustechen.

Chemische Pflanzenschutzmittel setze ich im Trockenrasen nicht ein. Wer sie als letztes Mittel erwägt, nimmt nur ein für Haus- und Kleingarten zugelassenes Mittel, hält sich an die Gebrauchsanweisung und trägt Schutzkleidung. Wartezeiten und die vorschriftsmäßige Entsorgung von Resten gehören dazu. Solche Mittel können Nützlinge und die erwünschten Kräuter treffen.

### Moos: ein Hinweis, kein Alarm

Moos im Trockenrasen sagt zunächst etwas über die Bedingungen. Es kann durch Schatten, Verdichtung, Nährstoffmangel oder zu tiefen Schnitt gefördert werden. Nährstoffmangel kann Moos fördern, und Magerrasen sollen nicht gedüngt werden. Etwas Moos auf einem mageren Standort ist deshalb nicht automatisch ein Pflegefehler, und Dünger dagegen würde die Arten treffen, für die du die Fläche angelegt hast.

Breitet sich Moos stark aus, gehe ich die übrigen Ursachen der Reihe nach durch:

- Ist die Fläche inzwischen schattiger geworden, passt die Mischung womöglich nicht mehr zu den Lichtverhältnissen.
- Ist der Boden verdichtet, schone ich die Fläche bei Nässe und lenke Wege um.
- Wurde zu tief gemäht, stelle ich das Mähgerät höher ein.

Vereinzelte Moospolster reche ich von Hand heraus. Mittel gegen Moos setze ich nicht ein, denn Moosbekämpfung beseitigt weder Lichtmangel noch Verdichtung.

> **Mythos-Check:** „Moos heißt, der Boden ist sauer und braucht Kalk.“ Moos beweist für sich allein keinen Kalkbedarf, denn Moosarten wachsen auch auf alkalischen Böden. Ob ein Kalkbedarf besteht, klärt eine Bodenuntersuchung. Liegt der gemessene pH-Wert über dem Zielbereich der jeweiligen Bodenart, wird nicht gekalkt.

### Trockenheitstoleranz stärken

Artenreiche Magerwiesen gehören auf nährstoffarme, trockene Standorte. Passt die Saatmischung zu den Licht- und Wasserverhältnissen, stehen dort Arten, die mit diesen Bedingungen zurechtkommen. Tiefe Wurzeln brauchen lockeren Boden: Verdichtung vermindert den Grobporenraum sowie die Wasser- und Luftdurchlässigkeit und begünstigt ein flaches Wurzelwerk. Was Boden und Tragschicht leisten müssen, beschreibt der Rasen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Im laufenden Jahr bleibt es bei den Regeln aus den Jahreszeiten: kein Dünger, kein regelmäßiges Gießen, Mähgut abräumen und bei Nässe nicht betreten.

> **Mythos-Check:** „Mykorrhiza-Präparate und Mikroorganismen aus der Flasche machen den Trockenrasen trockenresistent.“ Mykorrhizapilze besiedeln Wurzeln und unterstützen die Nährstoffaufnahme ihrer Wirtspflanzen. In einer Untersuchung von 28 kommerziellen Mykorrhizaprodukten führten aber rund 84 % in kontrollierten Gewächshausversuchen nicht zur gewünschten Wurzelbesiedlung. In einem Laborversuch mit Wickroggenmaterial bei 12 °C veränderte die Zugabe effektiver Mikroorganismen weder die mikrobielle Biomasse noch die Nährstofflöslichkeit nachweisbar. Ich setze deshalb auf Standort und Pflege statt auf Präparate.

### Kahlstellen: erst die Ursache, dann die Saat

Bevor du nachsäst, klärst du, warum die Stelle offen ist. Die Tabelle hilft beim Einordnen, das Vorgehen beim Nachsäen steht im Herbstabschnitt.

| Was du siehst | Mögliche Ursache | Was du tust |
|---|---|---|
| braune Stelle nach Hitze | Trockenruhe, etablierte Gräser können nach Regen wieder austreiben | Topfprobe machen, Regen abwarten |
| Lücken nach Sommertrockenheit in kräuterreichem Bestand | kann zum Bild eines gut entwickelten Magerrasens gehören | markieren und beobachten |
| kahler Trampelpfad | Belastung, besonders bei nassem Boden, verdichtet und zerstört die Oberfläche | Weg verlegen, Stelle ruhen lassen |
| Lücken nach einer Einsaat | Austrocknung, ungleichmäßige Verteilung, zu tiefes Einarbeiten, Wasser in Senken | Ursache abstellen, mit derselben Mischung nachsäen |

Besteht eine Fläche zu großen Teilen aus unerwünschtem Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern.

### Unerwünschte Arten zurückdrängen

Bevor ich eine Pflanze entferne, bestimme ich sie sicher. Was sich stark ausbreitet und die Kräuter überwächst, steche ich mit Wurzel aus, solange die Bestände noch klein sind. Breiten sich konkurrenzstarke Arten über größere Bereiche aus, suche ich nach Nährstoffquellen. Zusätzlicher Stickstoff kann genau solchen Arten einen Vorteil gegenüber den Magerrasenpflanzen verschaffen. In echte Lücken säe ich die standortpassende Mischung nach, damit dort Arten des Magerrasens nachwachsen können.

### Extreme Nährstoffarmut: kein Grund zum Düngen

Kümmern einzelne Bereiche, liegt das nicht automatisch an fehlenden Nährstoffen. Ich prüfe zuerst Verdichtung, Wasserversorgung und Licht. Bei echtem Verdacht lasse ich eine Bodenuntersuchung machen und entscheide mit dem Ergebnis. Komposttee, organischen Dünger oder eine Mulchschicht bringe ich nicht auf Verdacht aus, weil Magerrasen nicht mit zusätzlichen Nährstoffen versorgt werden sollen.

### Nach starker Beanspruchung

Nach einem Fest oder viel Betrieb sperre ich die Fläche ab und lasse sie ruhen. Gerade nach Regen ist das wichtig, weil Belastung bei hoher Bodenfeuchte die Oberfläche zerstören und den Boden verdichten kann. Echte Kahlstellen säe ich danach wie im Herbstabschnitt beschrieben nach und halte nur diese Stellen feucht. Auf Dauer ist ein Trockenrasen kein Laufweg, denn Rotschwingel etwa ist trockenheitstolerant, aber nur mäßig trittfest. Für den täglichen Weg lege ich deshalb Trittsteine.

## Neu anlegen oder umstellen?

Wer einen Trockenrasen neu anlegt, braucht Geduld: Wildartenansaaten auf Extremstandorten wie Sand- und Magerrasen erreichen ihren ersten stabilen Zielzustand oft erst am Ende der dritten Vegetationsperiode. Auf nährstoffreichen Gartenböden wählst du besser eine dafür geeignete Wiesenmischung, statt ohne Standortanpassung einen Magerrasen anzustreben. Welche Phasen eine Neuanlage durchläuft und wie du sie bis dahin pflegst, erklärt der Ratgeber [zur Etablierung eines artenreichen Trockenrasens und ihrer Dauer](/rasen/trockenrasen-etablierung-und-zeitrahmen-erklaert/).

## Trockenrasen oder Gebrauchsrasen?

Gegenüber einem Gebrauchsrasen fallen beim artenreichen Trockenrasen das Düngen und das regelmäßige Gießen in der Regel weg. Als Spielfläche ist er dafür weniger geeignet: Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen passen belastbare Gräsermischungen, kräuterreichere Bestände eher für weniger genutzte Flächen. [Für welche Gärten sich ein Trockenrasen eignet und was er gegenüber konventionellem Rasen bietet](/rasen/trockenrasen-die-beste-wahl-fuer-sonnige-und-trockene-gaerten/), zeigt ein eigener Ratgeber.

## Häufige Fragen

### Was ist ein Trockenrasen und wie unterscheidet er sich von normalem Rasen?

Gemeint ist meist ein artenreicher, magerer Bestand aus Gräsern und Kräutern, also ein Magerrasen auf trockenen, nährstoffarmen Standorten über Kalkstein oder Sand. Anders als ein Gebrauchsrasen wird er in der Regel nicht gedüngt, und das Mähgut wird abgeräumt, damit der Standort mager bleibt. Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen passen belastbare Gräsermischungen besser, kräuterreichere Bestände eher für weniger genutzte Flächen. Daneben heißt auch trockenheitsverträglicher Rasen aus Gräsermischungen Trockenrasen, der regelmäßig gemäht und sparsam gedüngt wird.

### Welche Gräserarten passen in einen artenreichen Trockenrasen?

Gemeiner Schafschwingel und Haar-Schafschwingel besiedeln vor allem extensiv genutzte Flächen und passen damit zum mageren Trockenrasen. Rotschwingel ist trockenheitstolerant, im Allgemeinen aber nur mäßig trittfest, wobei sich die Sorten unterscheiden. Raublättriger Schafschwingel verträgt dagegen häufiges Mähen. Entscheidend ist außerdem, dass die Mischung zu Licht und Wasser an deinem Standort passt.

### Welche wissenschaftlich gestützten Pflegemethoden gibt es für Trockenrasen?

Gut gestützt sind vor allem Regeln zum Weglassen: Artenreiche Magerrasen werden nicht gedüngt, nicht über Mulchen mit Nährstoffen versorgt, und das Mähgut wird abgeräumt. Halbtrockenrasen brauchen meist extensive Mahd oder Beweidung, damit sie offen bleiben. Bei etablierten Magerrasen mit naturschutzfachlichem Erhaltungsziel wird auf regelmäßige Bewässerung verzichtet. Bei gekauften Bodenhelfern ist Vorsicht angebracht, denn in einer Untersuchung kommerzieller Mykorrhizaprodukte führten rund 84 % in kontrollierten Gewächshausversuchen nicht zur gewünschten Wurzelbesiedlung.

### Wie sieht die Pflege eines Magerrasens im Jahreslauf aus?

Im Frühjahr prüfst du den Bestand, notierst Lücken und stichst störenden Löwenzahn samt Pfahlwurzel aus. Im Sommer greifst du wenig ein: In Trockenphasen wird weniger betreten und gemäht, regelmäßig gegossen wird nicht. Im Herbst räumst du Mähgut und Laub ab und säst nur echte Kahlstellen mit einer standortpassenden Mischung nach. Im Winter bleibt die Fläche in Ruhe, wird nicht gedüngt und bei Raureif nicht betreten.

### Was ist bei der Nachsaat in einem mageren Trockenrasen zu beachten?

Prüfe zuerst, ob die Lücke wirklich eine ist, denn bei kräuterreichen Frühblühermischungen kann auch ein gut entwickelter Magerrasen nach Sommertrockenheit deutliche Lücken zeigen. Für echte Kahlstellen nimmst du eine Mischung, die zu Licht und Wasser am Standort passt, und richtest dich bei der Menge nach ihrer Angabe. Die Samen brauchen Bodenkontakt, und Wildpflanzensaat braucht zum Quellen und Keimen mindestens etwa 4 bis 5 Wochen durchgehende Feuchtigkeit. Kompost und Dünger lässt du weg, weil Magerrasen nicht mit zusätzlichen Nährstoffen versorgt werden sollen.

### Stimmt es, dass ein Trockenrasen keine Pflege braucht?

Nein, auch ein Trockenrasen braucht Pflege, nur eine andere als ein Gebrauchsrasen. Halbtrockenrasen brauchen meist extensive Mahd oder Beweidung, damit sie offen bleiben. Das Mähgut wird abgeräumt, weil es liegen gelassen den Standort mit Nährstoffen anreichert und typische Arten zurückdrängen kann. Dazu kommen Kontrollgänge, bei denen du störende Pflanzen aussticht und echte Kahlstellen nachsäst.

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