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Ziervogelgras im Winter: Schalen staffeln für laufend frisches Grün

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ziervogelgras ist eine Saatmischung aus Gräsern und keine Vogelmiere.
  • Gesät wird in Schalen oder Töpfen mit Aussaaterde, an einem hellen, nicht zu warmen Platz im Haus.
  • Die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl wird etwa 0,5 bis 1 cm tief eingearbeitet.
  • Als Keimtemperatur sind für diese Mischung 15 bis 20 °C angegeben.
  • Bis zur Keimung bleibt die Saat gleichmäßig feucht, danach gießt du nach Fingerprobe.
  • Geschnitten wird nach Bedarf mit der Schere, verfüttert wird frisch.
  • Für laufenden Nachschub säst du zeitversetzt in mehrere Schalen und legst den Takt mit eigenen Notizen fest.
Nahaufnahme einer blühenden Vogelmiere (Stellaria media) im Freiland
Foto: Robert Flogaus-Faust · CC BY 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Wenn deine Ziervögel auch im Winter frisches Grün bekommen sollen, ziehst du es selbst auf der Fensterbank. Ich säe Ziervogelgras dafür zeitversetzt in mehrere Schalen, damit immer eine zum Schneiden bereitsteht. Im Winter musst du dabei zwei Dinge zusammenbringen: Die Saat braucht einen hellen Platz, und unter vielen Fenstern läuft die Heizung.

Was ist Ziervogelgras (Vogelgras)?

Ziervogelgras, oft kurz Vogelgras genannt, ist eine Saatmischung aus Gräsern. Du säst sie in Schalen, lässt die Halme wachsen und schneidest sie als frisches Grün für deine Ziervögel. Die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl etwa besteht aus Gräsern und lässt sich im Haus ganzjährig kultivieren. Deshalb eignet sie sich auch für den Winter auf der Fensterbank.

Mit Vogelmiere hat Ziervogelgras nichts zu tun, auch wenn die Namen ähnlich klingen. Vogelmiere (Stellaria media) ist eine eigene, einjährige Pflanze und kein Gras. Wie du sie aussäst, liest du im Abschnitt über Vogelmiere als Futterpflanze für Vögel.

Welche Mischung passt?

Ziervogelgras bekommst du als fertige Mischung, zum Beispiel die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl oder SPERLI’s Pitti. Saattiefe, Keimtemperatur und Wachstumszeit sind jeweils für eine bestimmte Mischung angegeben. Lies deshalb zuerst die Packung deiner Mischung und nimm die Werte hier als Beispiel für die jeweils genannte Mischung.

Was brauchst du für die Winteranzucht?

Schalen und Aussaaterde

Die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl wird in Schalen oder Töpfen mit Aussaaterde angezogen. Ich nehme dafür flache Schalen mit Abzugsloch und stelle jede auf einen Untersetzer. So läuft überschüssiges Wasser ab, und ich sehe sofort, ob sich unten etwas sammelt. Für die Staffelaussaat brauchst du mehrere gleich große Schalen, damit du die Runden in deinen Notizen vergleichen kannst.

Mini-Checkliste

flache Schalen mit Abzugsloch, Untersetzer, Aussaaterde, Ziervogelgras-Saatgut, Sprühflasche, Schere, Thermometer, Malerkrepp und ein Stift für das Aussaatdatum.

Der Platz: hell, aber nicht zu warm

Die Kiepenkerl-Mischung soll im Haus hell und nicht zu warm stehen. Als Keimtemperatur sind für sie 15 bis 20 °C angegeben. Ich lege ein Thermometer zwischen die Schalen und lese tagsüber ab, wie warm es dort wirklich ist.

Häufiger Fehler

Die frisch gesäte Schale kommt zum Keimen auf den Heizkörper. Die Mischung soll aber nicht zu warm stehen, und über einer laufenden Heizung kann es wärmer werden als die angegebenen 15 bis 20 °C. Stell die Schale an ein helles Fenster und prüf mit dem Thermometer nach.

Werden die Halme lang und blass und kippen um, kann das auf zu wenig Licht oder zu viel Wärme hindeuten. Reicht das Fensterlicht in den dunklen Wochen nicht, kann eine Pflanzenlampe nachhelfen. Leuchtdauer und Abstand richtest du nach der Anleitung der Lampe.

Aussaat: wie dicht, wie tief, wie feucht?

Saatdichte und Saattiefe

Feuchte die Aussaaterde in der Schale an und streich die Oberfläche glatt. Streu das Saatgut gleichmäßig darüber und schau danach genau hin: Die Körner sollen nebeneinander liegen und keine Häufchen bilden. Nennt die Packung deiner Mischung eine Saatmenge, halte dich daran. Eng stehende, dauerfeuchte Halme können Schimmel begünstigen.

Danach wird das Saatgut eingearbeitet. Für die Kiepenkerl-Mischung sind dafür etwa 0,5 bis 1 cm Tiefe angegeben. Ich decke die Körner mit Aussaaterde ab und drücke die Fläche mit der flachen Hand an, damit sie Kontakt zur Erde haben.

Keimung: gleichmäßig feucht halten

Bis zur Keimung hältst du die Saat gleichmäßig feucht. Ich befeuchte die Oberfläche mit der Sprühflasche, damit die Körner nicht aufschwimmen. Eine durchsichtige Haube hält die Feuchte zusätzlich. Sammeln sich innen Tropfen, nimm sie ab und lüfte kurz. Sobald die ersten Spitzen durch die Erde kommen, bleibt die Haube weg.

Unter geeigneten Bedingungen keimt die Kiepenkerl-Mischung nach etwa 5 bis 10 Tagen. Tut sich danach nichts, prüfst du zuerst Temperatur und Feuchte am Platz.

Die Werte im Überblick, jeweils für die genannte Mischung:

Angabe Wert gilt für
Saattiefe etwa 0,5 bis 1 cm, eingearbeitet Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl
Keimtemperatur 15 bis 20 °C Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl
Keimdauer etwa 5 bis 10 Tage unter geeigneten Bedingungen Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl
grüne Rasendecke auf der Fensterbank innerhalb von etwa drei Wochen Ziervogelgras-Mischung SPERLI’s Pitti

Wie gießt du bis zum Schnitt?

Nach der Keimung gießt du nach Fingerprobe. Drück einen Finger in die Erde: Ist sie unter der Oberfläche noch feucht, wartest du. Fühlt sie sich trocken an, gießt du am Rand der Schale, damit die Halme oben trocken bleiben. Steht danach Wasser im Untersetzer, kippst du es weg. Stehende Nässe in der Schale kann der Halmbasis schaden und Schimmel begünstigen.

Tipp

Heb die Schale vor dem Gießen kurz an. Mit der Zeit spürst du am Gewicht, ob sie noch genug Wasser hat.

Wann und wie schneidest du Ziervogelgras?

Die Kiepenkerl-Mischung schneidest du nach Bedarf mit einer Schere und verfütterst das Grün frisch. Ich schneide erst kurz vor dem Füttern und nur so viel, wie die Vögel gleich bekommen. Die Schere setze ich über der Erde an, damit keine Erde ins Futter gerät.

Den Zeitpunkt lese ich an der Schale ab: Ich schneide, sobald die Halme eine dichte grüne Decke bilden und lang genug zum Greifen sind. Für die Mischung SPERLI’s Pitti ist eine grüne Rasendecke auf der Fensterbank innerhalb von etwa drei Wochen angegeben. Notier dir, wann deine Schale so weit ist, denn diesen Wert brauchst du für die Staffelaussaat.

Ob eine Schale nach dem ersten Schnitt noch einmal brauchbares Grün nachschiebt, beobachte ich. Kommt nichts mehr nach, räume ich sie aus und säe neu.

Staffelaussaat: so bekommst du laufend frisches Grün

Eine einzelne Schale ist irgendwann abgeschnitten, und die nächste braucht ab der Aussaat Zeit zum Keimen und Wachsen. Damit dazwischen keine Lücke entsteht, säst du zeitversetzt. Am Fenster stehen dann Schalen in verschiedenen Stadien: In einer keimt die Saat, in der nächsten wachsen die Halme, und von der ältesten schneidest du.

Den Takt legst du mit Notizen fest

Schon die Keimdauer der Kiepenkerl-Mischung liegt bei etwa 5 bis 10 Tagen. Weil dieser Wert zudem nur unter geeigneten Bedingungen gilt, legen deine eigenen Notizen den Takt verlässlicher fest als ein fester Kalender. So gehst du vor:

  1. Säe die erste Schale und klebe einen Streifen Malerkrepp mit dem Datum an den Rand.
  2. Trag ein, wann die ersten Spitzen erscheinen.
  3. Trag ein, wann du zum ersten Mal schneidest.
  4. Trag ein, wann die Schale aufgebraucht ist.

Aus dem Abstand zwischen Aussaat und erstem Schnitt siehst du, wie früh die nächste Schale in die Erde muss. Säe sie so, dass sie schnittreif ist, wenn die vorige leer wird. Solange dir noch Notizen fehlen, säst du die nächste Schale lieber früher als später.

Die Menge pro Runde richtest du am Verbrauch aus. Bleibt am Ende oft Grün übrig, nimmst du für die nächste Runde eine kleinere Schale. Wird es knapp, säst du in eine größere.

Marias Erfahrung

Ich stelle die Schalen am Fenster immer in derselben Reihenfolge auf, die jüngste links. Wenn ich rechts die letzte abschneide, sehe ich ohne Blick in die Notizen, welche als nächste dran ist.

Rotation: leeren, reinigen, neu säen

Ist eine Schale abgeerntet, kippe ich Erde und Wurzelfilz auf den Kompost. Die Schale wasche ich heiß aus und lasse sie trocknen, bevor frische Aussaaterde hineinkommt. So startet jede Runde in frischer Erde, und die Schale geht direkt zurück in den Wechsel.

Jetzt dran

Säe heute deine erste Schale und schreib das Datum an den Rand. Ab dann trägst du Keimung, ersten Schnitt und leere Schale ein.

Wenn es hakt: Schimmel, gelbe Halme, Schädlinge

Schimmel erkennen und vorbeugen

Weißer, watteartiger Belag auf der Erde oder an der Halmbasis kann auf Schimmel hindeuten. Feine weiße Härchen direkt an den Wurzeln können aber auch Wurzelhaare sein. Schau deshalb mit einer Lupe genau hin, bevor du eine Schale aufgibst.

Das Risiko senkst du mit Luft und trockener Halmbasis. Säe so, dass die Körner nicht übereinanderliegen, lass nach der Keimung die Haube weg, vermeide stehende Nässe und lüfte den Raum. Bestätigt sich der Schimmel, verfüttere ich das Grün dieser Schale nicht. Ich leere die Schale, reinige sie gründlich und säe neu.

Achtung

Was deine Vögel fressen, behandelst du mit keinem Mittel, auch nicht mit Hausmitteln wie Zimtpulver. Gegen Schimmel und Schädlinge an Futtergras bleiben dir Luft, sorgfältiges Gießen, Abspülen und eine neue Aussaat.

Gelbe oder blasse Halme

Gelbe oder blasse Halme können auf zu wenig Licht, zu viel Wärme, nasse oder ausgelaugte Erde hindeuten. Prüf zuerst Platz und Feuchte, denn beides kannst du sofort ändern. Ich dünge Futterschalen nicht nach. Lässt eine ältere Schale nach, räume ich sie aus und säe in frische Aussaaterde neu.

Trauermücken und Blattläuse

Kleine dunkle Mücken, die beim Gießen über der Erde auffliegen, können Trauermücken sein. Lass nach der Keimung die Oberfläche zwischen den Wassergaben antrocknen, solange die Halme dabei aufrecht bleiben. Blattläuse an den Halmen spülst du mit einem weichen Wasserstrahl ab. Sitzen nach dem Abspülen weiter viele Läuse in einer Schale, verfüttere ich das Grün nicht und säe neu. Gelbtafeln hänge ich nicht in den Raum, in dem die Vögel frei fliegen.

Wo hat Ziervogelgras im Speiseplan seinen Platz?

Frisches Grün ist ein Teil der Fütterung. Vogelmiere und Löwenzahn sind Beispiele für Grünfutter in einem abwechslungsreichen Speiseplan für Wellensittiche. Ziervogelgras von der Fensterbank ist eine Möglichkeit, im Winter selbst frisches Grün beizusteuern. Wie viel Grün dein Vogel bekommt, besprichst du bei gesundheitlichen Fragen mit deiner Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Was ist Ziervogelgras, und ist es dasselbe wie Vogelmiere?
Ziervogelgras ist eine Saatmischung aus Gräsern, die du in Schalen ziehst und als frisches Grün an Ziervögel verfütterst. Vogelmiere (Stellaria media) ist dagegen eine eigene, einjährige Pflanze und kein Gras. Beide können Grünfutter sein: Vogelmiere gilt neben Löwenzahn als Beispiel für Grünfutter in einem abwechslungsreichen Speiseplan für Wellensittiche.
Wie funktioniert der ganzjährige Anbau von Vogelgras auch im Winter?
Eine Frischgrün-Mischung wie die von Kiepenkerl lässt sich im Haus ganzjährig ziehen, im Winter also auf der Fensterbank. Säe sie in Schalen mit Aussaaterde und stell sie hell, aber nicht zu warm. Für laufenden Nachschub säst du zeitversetzt in mehrere Schalen und notierst Aussaattag und ersten Schnitt. Daraus siehst du, wie früh die nächste Schale in die Erde muss.
Wie säe ich Ziervogelgras aus, damit es gut keimt?
Streu das Saatgut gleichmäßig auf Aussaaterde, sodass die Körner nebeneinander und nicht in Häufchen liegen. Für die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl wird es etwa 0,5 bis 1 cm tief eingearbeitet. Als Keimtemperatur sind für diese Mischung 15 bis 20 °C angegeben. Halte die Saat bis zur Keimung gleichmäßig feucht; unter geeigneten Bedingungen dauert das bei dieser Mischung etwa 5 bis 10 Tage.
Welche Pflanzschalen und welche Erde eignen sich für Ziervogelgras im Zimmer?
Die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl wird in Schalen oder Töpfen mit Aussaaterde angezogen. Flache Schalen mit Abzugsloch und Untersetzer haben den Vorteil, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann und du stehendes Wasser sofort siehst. Für die Staffelaussaat lohnen sich mehrere gleich große Schalen, damit du die einzelnen Runden miteinander vergleichen kannst.
Was macht den Winteranbau von Vogelgras auf der Fensterbank schwierig?
Die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl soll hell und nicht zu warm stehen, doch unter vielen Fensterbänken läuft im Winter die Heizung. Als Keimtemperatur sind für diese Mischung 15 bis 20 °C angegeben; ein Thermometer neben der Schale zeigt dir, ob dein Platz passt. Dazu kommt die Feuchte: Bis zur Keimung bleibt die Erde gleichmäßig feucht, stehendes Wasser im Untersetzer kippst du aber weg, weil nasse, eng stehende Saat Schimmel begünstigen kann.
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