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Anemonen im Wildgarten: wilde Arten und was sie Insekten bieten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Buschwindröschen und Gelbes Windröschen sind heimische Frühjahrsblüher der Laubwälder.
  • Die asiatischen Herbstanemonen stammen aus China und dem Himalaja.
  • Buschwindröschen bieten Bienen, Hummeln und Schwebfliegen reichlich Pollen, aber keinen Nektar.
  • Ameisen verbreiten die Früchte des Buschwindröschens wegen ihres fettreichen Anhängsels.
  • Das Große Windröschen besiedelt offene, warme Säume und Magerrasen.
  • Wähle ungefüllte Blüten, denn vollständig gefüllte bieten keinen Pollen.
  • Alle Teile des Buschwindröschens sind giftig, sein Saft kann Hautverätzungen verursachen.

Wer Anemonen in den Wildgarten holen will, steht zuerst vor einer Frage: Wächst diese Art bei uns wild, oder ist sie eine Gartenstaude aus Asien? Buschwindröschen und Gelbes Windröschen sind heimische Frühjahrsblüher der Laubwälder. Die asiatischen Herbstanemonen stammen dagegen aus China und dem Himalaja. Ich sortiere Anemonen für meinen Garten deshalb zuerst nach Herkunft und Wurzelform und schaue erst danach auf die Farbe.

Beide Gruppen haben im naturnahen Garten ihren Platz. Sie brauchen aber ganz verschiedene Stellen, und sie blühen zu verschiedenen Zeiten im Jahr.

Wilde Anemonen und Gartenformen: was in den Wildgarten passt

Unter dem Namen Anemone laufen sehr unterschiedliche Pflanzen. Frühjahrsblühende Rhizomanemonen, sommerblühende Knollenanemonen und faserwurzelnde Herbstanemonen bilden eigene Pflegegruppen. Sie unterscheiden sich darin, woraus sie wachsen, wo sie stehen wollen und wie sie sich ausbreiten.

Für den Wildgarten kommt die Herkunft dazu. Willst du ein Stück Laubwaldboden nachbilden, greifst du zu Buschwindröschen und Gelbem Windröschen. Herbstanemonen stammen nicht aus unseren Wäldern, bringen aber Blüten in den Herbst. Dazu kommen Arten wie das Große Windröschen, das in der Natur offene, warme Säume und Magerrasen besiedelt. Für sonnige, durchlässige Plätze gibt es außerdem Knollenanemonen wie das Balkan-Windröschen.

Kurz erklärt

Rhizomanemonen wie das Buschwindröschen bilden waagerecht im Boden liegende, sich verzweigende Rhizome. Balkan- und Kronen-Anemonen wachsen aus Knollen und werden auch als Knollen gepflanzt. Herbstanemonen sind faserwurzelnd. Jede dieser Gruppen hat ihre eigene Pflege.

Was Anemonen Insekten und Ameisen bieten

Pollen im Frühjahr

Im Frühjahr ist das Buschwindröschen für Bienen, Hummeln und Schwebfliegen eine Nahrungsquelle. Was es ihnen bietet, ist allerdings genau festgelegt.

Mythos-Check

„Anemonen sind nektarreiche Bienenmagneten.“ Fürs Buschwindröschen stimmt das nicht. Es liefert reichlich Pollen, aber keinen Nektar. Für Bienen, Hummeln und Schwebfliegen ist es also eine Pollenquelle.

Wie viel eine Blüte hergibt, hängt auch an ihrer Füllung. Vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar. Beim Buschwindröschen, das ohnehin keinen Nektar hat, fiele mit einer vollständig gefüllten Blüte also genau der Pollen weg, den Bienen und Hummeln dort sammeln.

Für bienenfreundliche Pflanzungen wählst du deshalb ungefüllte und geeignete halbgefüllte Blüten und meidest stark gefüllte. Bei den Herbstanemonen achte ich beim Kauf genauso darauf. Wie du mit Anemonen Bestäubern schon früh im Jahr Nahrung bietest, liest du im eigenen Ratgeber dazu.

Ameisen verbreiten die Früchte

Die Früchte des Buschwindröschens tragen ein fettreiches Anhängsel. Ameisen nehmen sie deshalb mit und verbreiten die Pflanze so über die Fläche. Damit Früchte reifen können, lasse ich die verblühten Stände des Buschwindröschens stehen.

Blüten über drei Jahreszeiten

Eine Pflanzenauswahl mit Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst verlängert das Nahrungsangebot für Insekten. Die Anemonen verteilen sich mit frühjahrsblühenden Rhizomanemonen, sommerblühenden Knollenanemonen und Herbstanemonen selbst auf drei Jahreszeiten. Kombinierst du Arten aus mehreren Gruppen, trägt also schon diese eine Gattung zu einem längeren Blütenangebot bei.

Allein reicht das allerdings nicht. Ein bienenfreundlicher Garten braucht neben Frühjahrsblühern auch ein sommerliches Blütenangebot und Nistplätze.

Anemonen-Arten für den Wildgarten im Porträt

Welche Anemone du wählst, hängt im Wildgarten vor allem vom Platz ab, den du ihr bieten kannst.

Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

Das Buschwindröschen ist ein heimischer Frühjahrsblüher der Laubwälder. Es nutzt das erhöhte Lichtangebot am Waldboden, bevor die Laubbäume austreiben. Im Garten gedeiht es unter Gehölzen oder am Gehölzrand auf frischen, humosen Böden. Weil es auf dieses Licht vor dem Laubaustrieb setzt, gehört es unter Laubgehölze.

Unterirdisch breitet es sich mit waagerecht liegenden, sich verzweigenden Rhizomen aus. So entstehen mit der Zeit Flächen statt einzelner Pflanzen.

Achtung

Alle Teile des Buschwindröschens sind giftig, und sein Saft kann Hautverätzungen verursachen. Trage beim Umsetzen und Ausstechen Handschuhe. Hat jemand Pflanzenteile verschluckt, entferne Reste aus dem Mund, ruf ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe an und löse kein Erbrechen aus.

Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)

Das Gelbe Windröschen ist ebenfalls ein heimischer Frühjahrsblüher der Laubwälder. Es besiedelt aber auch feuchtere bis nasse Böden. Im Wildgarten ist es damit eine Anemone für feuchte Stellen unter Laubgehölzen, an denen sich Wasser länger hält. Ich setze es in die tieferen, feuchteren Ecken und das Buschwindröschen auf die frischen Flächen daneben.

Großes Windröschen (Anemone sylvestris)

Das Große Windröschen besiedelt in der Natur offene, warme Säume und Magerrasen. Unter einem dichten Gehölzdach fehlt ihm genau diese Offenheit. Im Wildgarten passt es an den Übergang zwischen Wiese und Gehölz oder auf eine magere, offene Fläche.

Balkan-Windröschen, Strahlen-Anemone und Kronen-Anemone

Balkan- und Kronen-Anemonen wachsen aus Knollen und mögen sonnige bis leicht schattige Plätze mit gut durchlässigem Boden. Das Balkan-Windröschen (Anemone blanda) bleibt mit knapp 15 cm niedrig. Es blüht im März und April.

Die Strahlen-Anemone ‘White Splendour’ blüht ebenfalls im März und April. Sie eignet sich für halbschattige und lichtschattige Plätze mit humosem, sommertrockenem bis frischem Boden.

Die Kronen-Anemone (Anemone coronaria) wird etwa 25 cm hoch und verträgt hohe Sommertemperaturen schlecht. In rauen Lagen nimmst du ihre Knollen nach dem Vergilben des Laubes auf und lagerst sie kühl, trocken und frostfrei. Dort ist sie damit eher eine Pflanze fürs Beet als für eine Wildpflanzung, die jahrelang ungestört bleiben soll.

Herbstanemonen (Anemone hupehensis und Verwandte)

Die asiatischen Herbstanemonen stammen aus China und dem Himalaja. Sie bevorzugen sonnige bis absonnige Plätze auf frischem bis feuchtem, nährstoffreichem Boden. Anemone hupehensis darf besonders bei Hitze nicht austrocknen.

Im Schatten lässt ihre Blühfreudigkeit nach. Einseitige Beschattung kann sie zum Licht wachsen lassen und ihre Standfestigkeit vermindern. Ein Gehölzrand, der nur von einer Seite Schatten wirft, eignet sich also für das Buschwindröschen, für Herbstanemonen dagegen weniger.

Die Arten im Vergleich

Art Herkunft, Vorkommen, Merkmale Platz im Wildgarten
Buschwindröschen heimisch, Laubwälder, Pollen ohne Nektar unter Gehölzen oder am Gehölzrand, frischer und humoser Boden
Gelbes Windröschen heimisch, Laubwälder, auch feuchtere bis nasse Böden feuchte Stellen unter Laubgehölzen
Großes Windröschen offene, warme Säume und Magerrasen Übergang von Wiese zu Gehölz, magere offene Fläche
Balkan-Windröschen knapp 15 cm, Blüte im März und April sonnig bis leicht schattig, gut durchlässiger Boden
Strahlen-Anemone ‘White Splendour’ Blüte im März und April halbschattig und lichtschattig, humos, sommertrocken bis frisch
Kronen-Anemone etwa 25 cm, verträgt Sommerhitze schlecht sonnig bis leicht schattig, gut durchlässiger Boden
Herbstanemonen China und Himalaja, faserwurzelnd sonnig bis absonnig, frisch bis feucht, nährstoffreich

Ausbreitung lenken: wo Anemonen wandern dürfen

Im Wildgarten ist Ausbreitung erwünscht, nur eben nicht in jedes Beet. Zwei Gruppen brauchen dafür eine klare Planung.

Das Buschwindröschen wandert auf zwei Wegen: unterirdisch über seine verzweigten Rhizome und über Ameisen, die seine Früchte forttragen. Neue Pflanzen tauchen deshalb nicht nur am Rand des Bestands auf, sondern auch dort, wo du keine gesetzt hast. Gib ihm also eine Fläche unter Gehölzen, auf der es sich ausbreiten darf, statt es in ein enges Beet zu zwängen.

Bei den Herbstanemonen sind es die Ausläufer. Anemone hupehensis kann sich über wurzelbürtige Ausläufer zu größeren Beständen ausbreiten. Abkömmlinge von Anemone tomentosa sind unter den Herbstanemonen besonders wüchsig.

Ich setze wüchsige Herbstanemonen dorthin, wo ein Weg oder eine Rasenkante ihren Ausläufern eine Grenze setzt. Was darüber hinauswächst, steche ich mit dem Spaten ab. Im Beet mit Zwiebelblumen ziehe oder steche ich unerwünschte Pflanzen aus, statt zu hacken, weil Hacken die Entwicklung des Bestands stört.

Marias Erfahrung

Nach der Blüte stecke ich Stäbe an die Ränder meiner Buschwindröschen-Flächen. So weiß ich auch später im Jahr, wo die Rhizome liegen, und steche beim Setzen neuer Stauden nicht hinein.

Gestaltungsideen mit Anemonen im Wildgarten

Ein Stück Laubwaldboden unter Gehölzen

Unter Laubgehölzen kannst du den Frühjahrsboden eines Laubwalds nachbauen. Das Buschwindröschen übernimmt die frischen Flächen, das Gelbe Windröschen die feuchten Senken. Frühblühende Zwiebelpflanzen ergänzen das Bild, weil sie unter Sträuchern und Bäumen blühen können, bevor diese austreiben.

Für einen naturnahen Garten achte ich dabei auf die Herkunft. Das Kleine Schneeglöckchen und der Zweiblättrige Blaustern sind in Deutschland heimisch. Der Sibirische Blaustern ist dagegen ein etablierter Neophyt.

Das Kleine Schneeglöckchen blüht im Februar und März. Der Zweiblättrige Blaustern blüht im März und April. Soll er sich über Samen ausbreiten, köpfst du ihn nach der Blüte nicht.

Die Zwiebeln streue ich aus und pflanze sie dort, wo sie liegen bleiben, damit die Verteilung natürlich wirkt. Am Gehölzrand lege ich außerdem einen Reisighaufen an. Totholz-, Reisig- und Steinhaufen bieten Gartentieren Unterschlupf sowie Nist- und Überwinterungsplätze.

Offener Saum und sonniger Rand

Wo eine Wiese an Gehölze grenzt, entsteht ein offener, warmer Saum, und dort hat das Große Windröschen seinen Platz. Auf durchlässigem Boden ergänzen Balkan-Windröschen das Bild im Frühjahr. Ist der Boden dort im Sommer trocken, passen Wildtulpen dazu, denn sie mögen sonnige Standorte mit durchlässigem, im Sommer trockenem Boden.

Blütenfolge vom Frühjahr bis zum Herbst

Mit Anemonen und heimischen Zwiebelblumen lässt sich eine Blütenfolge über das Jahr planen. Ich skizziere sie vorher im Beetplaner für deine Gartenbeete, damit ich sehe, wo Lücken bleiben.

Zeit Was blüht
Februar und März Kleines Schneeglöckchen
vor dem Laubaustrieb der Bäume Buschwindröschen
März und April Balkan-Windröschen, Strahlen-Anemone ‘White Splendour’, Zweiblättriger Blaustern
Sommer sommerblühende Knollenanemonen
Herbst Herbstanemonen
Mini-Checkliste

So wählst du Anemonen für den Wildgarten aus.

  • Heimische Waldarten wie Buschwindröschen und Gelbes Windröschen zuerst prüfen.
  • Ungefüllte Blüten wählen, weil vollständig gefüllte keinen Pollen bieten.
  • Arten aus mehreren Gruppen kombinieren, damit über drei Jahreszeiten etwas blüht.
  • Wüchsigen Arten eine Fläche lassen, auf der sie wandern dürfen.
  • Verblühte Stände des Buschwindröschens stehen lassen, damit Früchte für die Ameisen reifen.

Standort und Pflanzung kurz gefasst

Welche Anemone passt in welche Gartenecke?

Im Schatten unter Laubgehölzen passen Buschwindröschen und Gelbes Windröschen, an feuchten bis nassen Stellen vor allem das Gelbe Windröschen. Sonnige, durchlässige Plätze gehören Balkan- und Kronen-Anemonen. Offene, warme Säume sind etwas für das Große Windröschen, sonnige bis absonnige Lagen mit frischem Boden für die Herbstanemonen.

Boden und Licht

Die Pflegegruppen stellen unterschiedliche Ansprüche an Licht, Boden und Feuchte, deshalb gilt keine Regel für alle Anemonen. Bei Knollen- und Herbstanemonen muss Wasser gut abziehen können. Wie Licht und Boden bei Zwiebel- und Knollenpflanzen grundsätzlich zusammenspielen, zeigt der Abschnitt Standort und Boden im Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen.

Wann und wie du pflanzt

Herbstanemonen pflanzt du vorzugsweise im Frühjahr; setzt du sie im Herbst, brauchen sie im ersten Winter Schutz. Balkan- und Kronen-Anemonen kommen als Knollen im Frühjahr ab März oder im Herbst ab September in die Erde. Pflanztiefe, Abstand und Bodenvorbereitung erklärt der Ratgeber, wie du Anemonen je nach Art richtig pflanzt.

Partner, Pflege und Winter in Kürze

Passende Partner

Ob neben anderen Wildstauden, unter Gehölzen oder im Staudenbeet: Anemonen lassen sich in allen drei Situationen mit Begleitern kombinieren. Welche Partner nach Saison, Höhe und Farbe zu Frühlings-, Sommer- und Herbstanemonen passen, liest du im Ratgeber zu Begleitpflanzen für Anemonen.

Gießen und Düngen

Wie viel Wasser Anemonen brauchen, hängt von der Gruppe ab; Herbstanemonen etwa dürfen bei Hitze nicht austrocknen. Wann du gießt, ob du düngst und wie du mulchst, erklärt der Ratgeber zur laufenden Pflege von Anemonen.

Rückschnitt und Winterschutz

Im gemischten Beet mit Frühjahrszwiebeln schneidest du Stauden wie die Herbstanemonen zurück, bevor die ersten Frühjahrsgeophyten austreiben. Bei kleinen Geophyten bleibt das Laub stehen, bis es vollständig verwelkt ist. Mehr zum Schnitt findest du im Pflegeratgeber für Anemonen, zum Überwintern von Knollen im Abschnitt Ausgraben und Überwintern des Überblicks über Blumenzwiebeln und Knollen.

Vermehrung

Manche Anemonen vermehren sich im Wildgarten ohne dein Zutun über Rhizome, Ausläufer oder von Ameisen verbreitete Früchte. Wie Teilen und andere Methoden bei Zwiebel- und Knollenpflanzen grundsätzlich funktionieren, zeigt der Abschnitt Vermehren im Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen.

Schnecken und Pilze

Eine feuchte Mulchdecke kann Nacktschnecken begünstigen, deshalb wägst du ihren Nutzen gegen auftretende Fraßschäden ab. Kranke Pflanzenteile gehören nicht auf den Hauskompost, weil Erreger bei unzureichender Rottetemperatur überdauern können. Was du bei Befall tun kannst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Überblicks über Blumenzwiebeln und Knollen.

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Häufige Fragen

Welche Anemonen-Arten sind in heimischen Wäldern natürlich verbreitet?
Buschwindröschen und Gelbes Windröschen sind heimische Frühjahrsblüher der Laubwälder. Das Gelbe Windröschen besiedelt dabei auch feuchtere bis nasse Böden. Das Buschwindröschen nutzt das erhöhte Licht am Waldboden, bevor die Laubbäume austreiben. Die asiatischen Herbstanemonen gehören nicht dazu, sie stammen aus China und dem Himalaja.
Welche Anemonen-Arten eignen sich für schattige Bereiche im Wildgarten?
Unter Gehölzen und am Gehölzrand mit frischem, humosem Boden passt das Buschwindröschen. Wo der Boden feuchter bis nass ist, kommt das Gelbe Windröschen infrage. Für halbschattige und lichtschattige Plätze mit humosem, sommertrockenem bis frischem Boden eignet sich die Strahlen-Anemone 'White Splendour'. Herbstanemonen vertragen absonnige Lagen, blühen im Schatten aber weniger freudig.
Was macht Anemonen zu wertvollen Pflanzen für die Biodiversität im naturnahen Garten?
Das Buschwindröschen bietet Bienen, Hummeln und Schwebfliegen reichlich Pollen, allerdings keinen Nektar. Seine Früchte tragen ein fettreiches Anhängsel, deshalb verbreiten Ameisen sie. Weil Anemonen je nach Gruppe im Frühjahr, im Sommer oder im Herbst blühen, können sie das Nahrungsangebot für Insekten über die Saison verlängern. Wähle dafür ungefüllte Blüten, denn vollständig gefüllte bieten keinen Pollen.
Worin unterscheiden sich Herbst-Anemonen von Frühjahrsblühern wie dem Buschwindröschen?
Das Buschwindröschen ist eine heimische Rhizomanemone der Laubwälder und breitet sich mit waagerecht im Boden liegenden, verzweigten Rhizomen aus. Herbstanemonen sind faserwurzelnd und stammen aus China und dem Himalaja; Anemone hupehensis kann sich über wurzelbürtige Ausläufer ausbreiten. Das Buschwindröschen wächst unter Gehölzen oder am Gehölzrand auf frischem, humosem Boden. Herbstanemonen wollen dagegen sonnige bis absonnige Plätze mit frischem bis feuchtem, nährstoffreichem Boden.
Können sich Anemonen im Wildgarten von selbst ausbreiten?
Ja, einige Arten tun das auf mehreren Wegen. Das Buschwindröschen breitet sich mit verzweigten Rhizomen aus, und Ameisen verbreiten seine Früchte wegen ihres fettreichen Anhängsels. Anemone hupehensis kann über wurzelbürtige Ausläufer größere Bestände bilden. Plane für solche Arten deshalb eine Fläche ein, auf der sie sich ausbreiten dürfen.
Stimmt es, dass Anemonen nur in schattigen Lagen gedeihen können?
Nein. Balkan- und Kronen-Anemonen wachsen an sonnigen bis leicht schattigen Plätzen mit gut durchlässigem Boden. Das Große Windröschen besiedelt offene, warme Säume und Magerrasen, und Herbstanemonen vertragen sonnige bis absonnige Lagen. Der Schatten unter Laubgehölzen passt vor allem zum Buschwindröschen.
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