Blumen · Blumenzwiebeln & Knollen · Anbau

Pflanzzeit für Blumenzwiebelmischungen: so staffelst du die Blüte von Februar bis Mai

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Frühlingsblühende Mischungen pflanzt du vorzugsweise im September und Oktober, bei geeigneter Witterung auch im November.
  • Tulpen, auch Wildtulpen, gehören von Ende September bis Mitte November in die Erde.
  • Kaiserkronen und Hasenglöckchen setzt du bald nach dem Kauf, damit die Zwiebeln nicht austrocknen.
  • Bis zur Pflanzung lagern die Zwiebeln dunkel und luftig bei etwa 18 °C, getrennt von Äpfeln.
  • Schneeglöckchen ab Februar, Hyazinthen ab April und Zierlauch ab Mai staffeln die Blüte.
  • Im Lagenbeet liegen spät blühende Zwiebeln unten, früh blühende oben.

Eine Blumenzwiebelmischung ist schnell gekauft, doch in der Tüte stecken oft Arten mit eigenen Ansprüchen. Tulpen, Kaiserkronen und Hasenglöckchen haben unterschiedliche Pflanzfenster, und manche Zwiebeln trocknen aus, wenn sie zu lange liegen. Ich schaue deshalb vor dem Pflanzen zuerst auf die Arten in der Packung und erst dann in den Kalender. Mit dem passenden Termin und einer gestaffelten Auswahl kann deine Frühlingsblüte von Februar bis in den Mai reichen.

Wann gehört eine Blumenzwiebelmischung in die Erde?

Frühlingsblühende Mischungen setzt du vorzugsweise im September und Oktober. Bei geeigneter Witterung kannst du auch im November noch pflanzen. Dieses Fenster gilt für die Mischung als Ganzes. Einzelne Arten darin dürfen etwas früher oder später in die Erde, wie die Tabelle zeigt. Ich pflanze meine Mischungen im Oktober, wenn die Sommerblumen abgeräumt sind und das Beet frei wird.

Art oder Mischung Pflanzzeit Worauf du achtest
Frühlingsblühende Mischungen allgemein September und Oktober, bei geeigneter Witterung auch November gemeinsames Fenster für die ganze Tüte
Tulpen, auch Wildtulpen Ende September bis Mitte November Zwiebeln vor dem Setzen auf braune Flecken prüfen
Kaiserkrone August bis September bald nach dem Kauf pflanzen, sonst trocknen die Zwiebeln aus
Hasenglöckchen Spätsommer oder Herbst möglichst gleich nach dem Kauf, damit die Zwiebeln nicht austrocknen
Crocus-chrysanthus-Mischung 2650005 September bis Dezember blüht im Februar und März
Balkan- und Kronen-Anemone im Herbst ab September als Knollen auch im Frühjahr ab März möglich
Jetzt dran

Im Oktober liegt deine Mischung mitten im günstigen Fenster. Öffne die Tüte, sortiere die Zwiebeln und setze Kaiserkronen und Hasenglöckchen zuerst.

Tipp

Für den Überblick über die Termine im Gartenjahr kannst du dir den Kalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken an die Schuppentür hängen.

Was bestimmt den passenden Pflanztag?

Innerhalb des Herbstfensters hängt der passende Tag von drei Dingen ab. Es zählen die Arten in der Mischung, die Frische der Zwiebeln und das Wetter.

Welche Arten in der Tüte stecken

Lies zuerst auf der Packung nach, welche Arten die Mischung enthält. Tulpen, auch Wildtulpen, pflanzt du von Ende September bis Mitte November. Kaiserkronen setzt du schon im August oder September, ihre Zwiebeln können bei längerer Lagerung aber austrocknen. Auch Hasenglöckchen gehören möglichst gleich nach dem Kauf in die Erde, damit sie nicht austrocknen. Das Fenster bis November nützt dir bei Kaiserkronen also wenig: Weil ihre Zwiebeln beim Liegen austrocknen, zählt hier das Kaufdatum mehr als der Kalender.

Frühlingsblüher oder Sommerblüher?

Nicht jede Mischung gehört in den Herbst. Frostempfindliche Sommerblüher wie Gladiolen, Ixien und Freesien pflanzt du erst im Frühjahr. Gartengladiolen setzt du nach dem letzten Frost, den gefüllten Freesien-Mix im April und Mai. Anemonen liegen dazwischen, denn Balkan- und Kronen-Anemonen kannst du als Knollen im Herbst ab September setzen. Wer diesen Termin verpasst, pflanzt sie im Frühjahr ab März.

Wie lange die Zwiebeln schon liegen

Gekaufte Zwiebeln von Frühlingsblühern dürfen bis zur Pflanzung vorübergehend warten. Lagere sie bis dahin dunkel und luftig bei etwa 18 °C. Vor dem Setzen nimmst du jede Zwiebel in die Hand, denn sie soll fest, trocken und glatthäutig sein. Weiche, kranke oder angefressene Exemplare sortierst du aus. Bei Tulpen achtest du zusätzlich auf braune Flecken mit etwa 1 mm großen schwarzen Pilz-Dauerkörpern. Ein solcher Fund kann auf Tulpenfeuer hindeuten, deshalb kommen verdächtige Zwiebeln nicht ins Beet.

Häufiger Fehler

Die Zwiebeltüte liegt in der Küche neben dem Obstkorb. Äpfel geben beim Reifen Ethylen ab, und dieses Gas kann einen vorzeitigen Austrieb fördern. Lagere Zwiebeln und Äpfel deshalb getrennt.

Achtung

Narzissen sind in allen Pflanzenteilen giftig. Sie enthalten Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin und können nach dem Verschlucken schwere Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Auch Haut- oder Augenkontakt mit Narzissen kann Reizungen verursachen. Bei der Kaiserkrone ist vor allem die Zwiebel giftig. Beim Atlantischen Hasenglöckchen sind alle Pflanzenteile giftig, besonders die Zwiebel. Iss keine dieser Zwiebeln und keine anderen Teile der Pflanzen.

Marias Erfahrung

Ich schütte eine neue Mischung auf ein altes Brett und sortiere sie nach Arten, bevor ich zum Spaten greife. Dabei trage ich Handschuhe, weil meist Narzissen dabei sind. Die Kaiserkronen und Hasenglöckchen pflanze ich zuerst, den Rest danach.

Zu spät dran: Was geht im Winter noch?

Hast du den November verpasst, bleibt dir eine späte Ausweichlösung. Frühjahrszwiebeln lassen sich noch im Januar oder Februar setzen, solange der Boden frostfrei ist. Danach sollte bis März noch ausreichend Kälte zu erwarten sein. Was bei einer so späten Pflanzung wichtig ist, liest du im Ratgeber zum Stecken von Blumenzwiebeln im Januar.

Mythos-Check

„Wenn im Winter die Spitzen herausschauen, erfrieren die Zwiebeln.“ So pauschal stimmt das nicht. Tulpen und Narzissen, die im Freiland von selbst austreiben, verlieren durch den Austrieb allein ihre Frostverträglichkeit nicht. Empfindlich sind erst offene Blüten, die starker Frost schädigen kann.

Wie stelle ich eine Mischung für eine lange Frühlingsblüte zusammen?

Eine Mischung blüht länger, wenn ihre Arten zu verschiedenen Terminen beginnen. Auf kleiner Fläche verlängert so eine Staffelung die Blütezeit der ganzen Pflanzung. Ich stelle meine Mischungen deshalb zuerst nach dem Blühbeginn zusammen und erst danach nach Farben.

Nach Blühbeginn staffeln

Blütezeit Arten und Wuchshöhe
ab Februar Schneeglöckchen; das Kleine Schneeglöckchen blüht im Februar und März
Februar und März Crocus-chrysanthus-Mischung 2650005
März und April Balkan-Windröschen (knapp 15 cm), Zweiblättriger Blaustern, Kaufmanniana-Tulpen (10 bis 20 cm)
April Hyazinthen mit Blühbeginn im April; einfache frühe Tulpen wie ‘Apricot Beauty’, ‘Flair’ und ‘Purple Prince’, die überwiegend im April blühen
April und Mai Fosteriana-Tulpen (25 bis 30 cm), Kaiserkrone (80 bis 100 cm)
ab Mai Zierlauch

Als Basis eignen sich Schneeglöckchen, Hyazinthen und Zierlauch. Diese drei setzen nacheinander ein und decken so den Zeitraum von Februar bis in den Mai ab. Die Lücken füllst du mit Arten aus den übrigen Zeilen. Für März und April passt etwa das Balkan-Windröschen, das sich mit Hyazinthen, Tulpen und Narzissen kombinieren lässt.

Höhen, Farben und Paare

Neben dem Termin zählt die Höhe. Ich setze niedrige Arten nach vorn und hohe nach hinten. Viele Wildtulpen bleiben mit etwa 10 bis 30 cm niedrig und eignen sich für den Beetvordergrund. Fosteriana-Tulpen und Kaiserkronen blühen beide im April und Mai, doch die Kaiserkrone überragt die Tulpen deutlich. Pflanzt du beide zusammen, gehört die Kaiserkrone deshalb nach hinten.

Bei den Farben gibt es bewährte Paare. Für ein gleichzeitiges Blütenbild kannst du blaue Traubenhyazinthen mit der rot blühenden Tulpe Tulipa praestans ‘Füsilier’ kombinieren. Gelbe Narzissen lassen sich als zusammenhängendes Band entlang eines Zauns einsetzen. Auch Blaustern passt im Frühjahrsbeet zu Narzissen; das ist Gestaltung und kein Schutz vor Schädlingen.

Bienen und heimische Arten

Für einen bienenfreundlichen Garten werden Schneeglöckchen, Winterling, Krokus, Blaustern und Traubenhyazinthe als Frühjahrsblüher empfohlen. Allein reichen sie nicht, denn ein bienenfreundlicher Garten braucht auch im Sommer Blüten und dazu Nistplätze. Wenn du heimische Arten bevorzugst, greif zum Kleinen Schneeglöckchen und zum Zweiblättrigen Blaustern. Der Sibirische Blaustern gilt dagegen als etablierter Neophyt.

In Lagen übereinander pflanzen

Kurz erklärt

Bei der Lasagne-Methode pflanzt du mehrere Lagen Zwiebeln übereinander und füllst zwischen den Lagen Erde ein. So nutzen Arten mit verschiedenen Blühterminen denselben Platz nacheinander.

Im Beet kommen die spät blühenden Zwiebeln nach unten und die früh blühenden nach oben. Für einen bunten Frühjahrstopf legst du unten Narzissen, darüber Tulpen und oben Traubenhyazinthen, jeweils mit Substrat dazwischen. Für solche Etagen im Gefäß wird die Kaufmanniana-Tulpe ‘Stresa’ empfohlen, die johannisbeerrot mit gelbem Rand blüht.

Zahl im Blick

Ein Gestaltungsbeispiel kombiniert Schneeglanz, kleine Narzissen und spätblühende Tulpen in 3 Lagen auf etwa 0,5 m², zusammen ungefähr 100 Zwiebeln. Das ist ein Beispiel für eine Lagenpflanzung und keine allgemeine Pflanzdichte.

Gruppen bilden und das Laub verstecken

Mehrere Zwiebeln derselben Art an einer Stelle wirken stärker als einzeln verstreute. Kleine Zwiebelblumen fasst du für eine sichtbare Gruppe zu mindestens 20 Stück zusammen. Tulpen und Narzissen setzt du in Gruppen von mindestens 10 Stück. Welche Abstände und Anordnungen im Beet und im Rasen passen, zeigt der Ratgeber zu Abstand und Anordnung von Blumenzwiebeln. Ich zeichne die Gruppen vor dem Pflanzen grob auf, damit ich im Frühjahr weiß, wo was liegt; das geht auch im Beetplaner.

Denk beim Zusammenstellen auch an die Zeit nach der Blüte. Pflanzt du die Zwiebeln hinter später austreibende Stauden, verdecken deren Blätter das welkende Laub. Auch heranwachsende Gräser können vergilbendes Zwiebellaub im Beet verdecken.

Boden, Setzen, Pflege: das Wichtigste in Kürze

Für jede Mischung muss Wasser im Boden gut abziehen können. Auf schweren Böden empfiehlt sich unter den Zwiebeln eine Drainageschicht aus Sand oder Kies von 3 bis 5 cm. Wie du das Beet nach Bodenart vorbereitest, zeigt der Ratgeber zur Bodenvorbereitung für Blumenzwiebeln.

Die Zwiebeln setzt du mit der Spitze nach oben und deckst sie etwa mit der zwei- bis dreifachen Zwiebelstärke an Erde ab. Für den Abstand gelten als Faustregel 2 bis 3 Zwiebelbreiten, artspezifische Angaben gehen vor. Anschließend gießt du gründlich an, auch wenn der Boden schon feucht ist. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber, wie du Blumenzwiebeln im Herbst Schritt für Schritt auswählst und pflanzt; die Tiefe je Art findest du im Ratgeber zu Pflanztiefe und Technik.

Nach der Blüte bleibt das Laub stehen, bis es verwelkt ist, damit die Zwiebel Reserven für die nächste Saison einlagert. Im Mittel dauert das Einziehen 6 bis 8 Wochen, und im Rasen mähst du die Stellen erst danach. Welche Arbeiten in welchem Monat anstehen, zeigt der Ratgeber zur Pflege im Jahreslauf.

Auch in Kästen und Kübeln funktioniert eine Mischung, wenn das Gefäß Abzugslöcher hat. Über Winter stehen die Töpfe kalt, ohne dass das Substrat vernässt oder durchfriert. Mehr zu Gefäßen, zum Verwildern und zur Pflege findest du im Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen in den Abschnitten Topf und Lagen sowie Pflege.

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Häufige Fragen

Wann ist die optimale Pflanzzeit für Blumenzwiebeln im Herbst?
Frühlingsblühende Blumenzwiebeln und Mischungen pflanzt du vorzugsweise im September und Oktober. Bei geeigneter Witterung geht es auch noch im November. Tulpen, auch Wildtulpen, setzt du von Ende September bis Mitte November. Kaiserkronen und Hasenglöckchen kommen möglichst bald nach dem Kauf in die Erde, weil ihre Zwiebeln sonst austrocknen können.
Welche Faktoren beeinflussen die Wahl des richtigen Pflanzzeitpunkts?
Den Ausschlag geben die Arten in der Mischung, die Frische der Zwiebeln und das Wetter. Frühlingsblüher pflanzt du im Herbst, frostempfindliche Sommerblüher wie Gladiolen erst nach dem letzten Frost. Zwiebeln, die warten müssen, lagerst du dunkel und luftig bei etwa 18 °C und getrennt von Äpfeln. Ob der November noch passt, hängt von der Witterung ab.
Welche Besonderheiten gibt es bei der Pflanzung verschiedener Zwiebelsorten?
Die Pflanzfenster der einzelnen Arten weichen voneinander ab. Tulpen gehen von Ende September bis Mitte November in die Erde. Kaiserkronen gehören schon im August oder September in die Erde, ihre Zwiebeln trocknen bei längerer Lagerung aber aus und gehören deshalb bald nach dem Kauf ins Beet. Balkan- und Kronen-Anemonen kannst du als Knollen im Herbst ab September oder im Frühjahr ab März pflanzen.
Was ist der Unterschied zwischen Frühblühern und Spätblühern bei der Pflanzung?
Eine Mischung aus frühen und späten Frühlingsblühern pflanzt du gemeinsam, vorzugsweise im September und Oktober. Der Unterschied zeigt sich bei der Blüte: Schneeglöckchen beginnen im Februar, Hyazinthen im April und Zierlauch im Mai. Pflanzt du in Lagen übereinander, kommen die spät blühenden Zwiebeln nach unten und die früh blühenden nach oben.
Wie beeinflusst die Beetgestaltung die Wirkung von Blumenzwiebeln?
Mehrere Zwiebeln derselben Art an einer Stelle wirken stärker als weit verstreute Einzelzwiebeln. Tulpen und Narzissen fasst du für eine sichtbare Gruppe zu mindestens 10 Stück zusammen. Arten mit unterschiedlichen Blühterminen verlängern die Blütezeit auf kleiner Fläche. Hinter später austreibenden Stauden gepflanzt, verschwindet das welkende Zwiebellaub unter deren Blättern.
Stimmt es, dass Blumenzwiebeln auch im Frühjahr gepflanzt werden können?
Für Frühlingsblüher sind September und Oktober die günstigen Pflanzmonate. Als späte Ausweichlösung kannst du sie noch im Januar oder Februar in frostfreien Boden setzen, sofern danach bis März noch ausreichend Kälte zu erwarten ist. Balkan- und Kronen-Anemonen lassen sich als Knollen auch im Frühjahr ab März pflanzen. Frostempfindliche Sommerblüher wie Gladiolen gehören ohnehin erst nach dem letzten Frost ins Beet.
Wie tief sollten Blumenzwiebeln gepflanzt werden?
Als Faustregel deckst du frühjahrsblühende Zwiebeln etwa mit der zwei- bis dreifachen Zwiebelstärke an Erde ab. Große Narzissenzwiebeln setzt du zum Beispiel 15 cm tief. Auf leichten Sandböden darf es etwas tiefer sein, auf schweren Lehmböden etwas flacher. Gibt es für deine Art eine eigene Angabe, gilt diese.
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