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Herbstzeitlose: Blüte im Herbst, Blätter im Frühjahr, giftig in allen Teilen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Herbstzeitlose blüht im September und Oktober, und zwar ohne Blätter.
  • Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders Samen und Knolle; der Giftstoff ist das Alkaloid Colchicin.
  • Die Blätter erscheinen erst im Frühjahr und lassen sich mit Bärlauch verwechseln, der Verzehr kann tödlich enden.
  • Bei Verdacht sofort Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe anrufen, bei Atemnot oder Bewusstlosigkeit die 112, kein Erbrechen auslösen.
  • Nicht an Spiel- und Aufenthaltsorten von Kindern pflanzen und kein Pflanzenteil verfüttern, auch nicht getrocknet.
Violette Herbstzeitlosen blühen im Herbst direkt aus dem Boden.
Foto: MAKSIM ZAVIKTORIN · Pexels License · Quelle ↗

Im September kommen bei mir die ersten Blüten der Herbstzeitlose aus der Erde, ganz ohne Blätter. Ich freue mich über die späte Farbe und denke trotzdem jedes Mal daran, dass hier eine Giftpflanze steht. Alle Teile der Herbstzeitlose sind giftig, besonders Samen und Knolle, und der Verzehr kann tödlich enden. Im Frühjahr kommt ein zweites Risiko dazu: Dann treiben ihre Blätter aus, und die lassen sich mit Bärlauch verwechseln.

Wann blüht die Herbstzeitlose?

Die Herbstzeitlose, botanisch Colchicum autumnale, blüht im September und Oktober. Die Blüten erscheinen ohne Blätter, denn das Laub bildet die Pflanze erst im folgenden Frühjahr. Zusammen mit den Blättern entstehen dann die Samenkapseln. Im Hochsommer zieht das Laub wieder ein, und im Herbst folgen die nächsten Blüten.

Neben der Wildform gibt es gefüllte Gartenformen, etwa die pinke ‘Waterlily’ und die weiße ‘Album Flora Plena’. Ich behandle sie im Beet genauso vorsichtig wie die Wildform. Was das Jahr der Pflanze für deine Sicherheit bedeutet, zeigt die Übersicht.

Zeit im Jahr Was du an der Pflanze siehst Was das für die Sicherheit heißt
Frühjahr Blätter und Samenkapseln; belaubt wird die Pflanze bis zu 40 cm hoch Die Blätter lassen sich mit Bärlauch verwechseln, die Samen sind besonders giftig.
Hochsommer Das Laub zieht ein. Gepflanzt werden die Knollen je nach Art und Anleitung von Juli bis Mitte September. Dann hast du die besonders giftige Knolle in der Hand.
September und Oktober Blüten ohne Blätter Auch die Blüten sind giftig, wie alle Pflanzenteile.

Wie du Herbstlilien gestalterisch einsetzt und wie ihr Jahr vom Blattaustrieb bis zum Samenstand verläuft, beschreibt der Ratgeber über Herbstlilien in der Gartengestaltung und ihren Jahreslauf.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Colchicum
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist feuchter, gut durchlässiger, tiefgründiger, humus- und nährstoffreicher Boden.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Wildblumenwiesen, Steingärten, Beete und Rabatten sowie zur Unterpflanzung von Rosen und Sträuchern.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Die Aussaat ist in Gefäßen im offenen Frühbeet möglich. Auch frisches, gerade reifes Saatgut kann verwendet werden.

Pflege

Pflege

Dünn säen, damit Sämlinge im ersten Wachstumsjahr nicht verpflanzt werden müssen.

Düngung

Bei der Herbstzeitlose ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Steingarten, Blumenrabatten und Beete, Unterpflanzung von Rosen und Sträuchern.

Aussaatkalender Herbst-Zeitlose
GartenkalenderBlüte: September, Oktober; Pflanzung: AugustJFMAMJJASONDBlüteBlüte: SeptemberBlüte: OktoberPflanzungPflanzung: AugustBlütePflanzung

Woran erkennst du die Herbstzeitlose?

Die Herbstzeitlose ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Zeitlosengewächse. Im Boden überdauert sie mit Sprossknollen, nicht mit einer Zwiebel. Tulpen speichern ihre Reserven dagegen in verdickten Blattteilen ihrer Zwiebeln. Wie sich Zwiebel, Knolle und Rhizom unterscheiden und wann welche Art an der Reihe ist, erklärt der Überblick zu Speicherorganen und Kalender je Art bei Blumenzwiebeln und Knollen.

In der Natur wächst Colchicum autumnale auf feuchten, nährstoffreichen Standorten in Sonne bis Halbschatten. Für das Erkennen im Garten zählt vor allem der Jahreslauf: Blüten ohne Laub im Herbst, Blätter mit Samenkapseln im Frühjahr.

Wie giftig ist die Herbstzeitlose?

Bei der Herbstzeitlose ist jedes Pflanzenteil giftig, also Knolle, Blätter, Blüten und Samen. Besonders giftig sind Samen und Knolle. Der Giftstoff ist das Alkaloid Colchicin. Wer Teile der Pflanze isst, riskiert eine Vergiftung, die tödlich enden kann.

Ich rechne bei dieser Pflanze nicht mit Mengen, sondern behandle jedes Stück als gefährlich. Auch Trocknen macht die Pflanze nicht zu Futter, denn ihre Teile dürfen auch getrocknet oder siliert nicht verfüttert werden.

Woran erkennst du eine Vergiftung?

Eine Vergiftung mit Herbstzeitlosen kann anhaltendes Erbrechen und massive Durchfälle verursachen. Dazu können Lähmungen und Herz-Kreislaufversagen kommen. Nach dem Verzehr von Blättern können die Beschwerden erst nach mehreren Stunden einsetzen. Solche Zeichen können auf eine Vergiftung hindeuten, ob tatsächlich eine vorliegt, klärt die ärztliche Hilfe.

Weil die Beschwerden verzögert kommen können und bei Verdacht unverzüglich Hilfe geholt werden soll, wartest du nicht ab, ob es jemandem schlecht geht. Schon der Verdacht reicht für den Anruf.

Was tust du bei Verdacht auf eine Vergiftung?

Hat jemand möglicherweise Teile der Herbstzeitlose verschluckt, handelst du sofort und in dieser Reihenfolge. Das gilt auch, wenn noch niemand Beschwerden hat.

Achtung

Entferne Pflanzenreste aus dem Mund. Ruf unverzüglich ein Giftinformationszentrum an oder hol ärztliche Hilfe. Löse kein Erbrechen aus. Bei schweren Zeichen wie Bewusstlosigkeit oder Atemnot wählst du den Notruf 112.

Ich habe die Nummer eines Giftinformationszentrums im Telefon gespeichert, damit ich sie im Notfall nicht erst suchen muss.

Herbstzeitlose oder Bärlauch: Warum die Geruchsprobe nicht reicht

Herbstzeitlosenblätter lassen sich mit Bärlauch verwechseln, und wer sie isst, kann sich tödlich vergiften. Weil die Pflanze im Herbst ohne Blätter blüht und ihr Laub erst im Frühjahr treibt, steht neben den Blättern keine Blüte, an der du sie erkennen könntest.

Eine Liste von Blattmerkmalen, nach der du Blätter für die Küche freigibst, ersetzt keine sichere Bestimmung. Was du nicht sicher bestimmt hast, isst du nicht, auch wenn du es selbst gesammelt hast. Im eigenen Garten setze ich Herbstzeitlosen deshalb nie in die Nähe von Küchenkräutern oder Gemüse.

Mythos-Check

„Was nach Knoblauch riecht, ist Bärlauch.“ Auf den Geruch allein ist kein Verlass. Bärlauchgeruch bleibt an den Händen haften und kann die Probe am nächsten Blatt verfälschen.

Wo gehört die Herbstzeitlose im Garten hin?

Wo Kinder spielen oder sich aufhalten, sollen keine Pflanzen mit mittelschwerem oder schwerem Vergiftungsrisiko wachsen. Die Herbstzeitlose kann tödliche Vergiftungen auslösen, also gehört sie nicht neben Sandkasten, Schaukel und Terrasse.

Auf Schulgeländen unterscheidet man bei der Pflanzenauswahl zwischen Spiel- und Laufbereichen und pädagogisch betreuten Lernorten. Diese Trennung übernehme ich im Hausgarten. Meine Herbstzeitlosen stehen in einem Beet abseits der Wege, in dem niemand spielt. Du kannst Spielfläche, Wege und Beete vorher im Beetplaner aufzeichnen und so sehen, welche Ecke abseits liegt.

Im Garten braucht die Pflanze feuchten, gut durchlässigen und nährstoffreichen Boden ohne Staunässe, in Sonne bis Halbschatten. Die Knollen kommen im Sommer in die Erde, die Empfehlungen reichen je nach Art und Anleitung von Juli bis Mitte September. Welche Herbstlilien-Arten es gibt und mit welchem Standort und welcher Pflanzung sie üppig blühen, erklärt der Ratgeber zu Arten, Standort und Pflanzung von Herbstlilien.

So schützt du Kinder und Haustiere

Beim Pflanzen hast du die Knolle in der Hand, und die gehört zu den besonders giftigen Teilen. Ich pflanze deshalb, wenn keine Kinder dabei sind, und trage Handschuhe. Reste kommen sofort zurück in die Tüte und an einen Platz, den Kinder und Tiere nicht erreichen. Danach wasche ich mir die Hände, bevor ich etwas esse.

Marias Erfahrung

Bevor ich Knollen setze, lege ich Handschuhe, Pflanzholz und eine verschließbare Dose für Reste ans Beet. Erst wenn alles wieder in der Dose ist, gehe ich vom Beet weg.

Samen zählen ebenfalls zu den besonders giftigen Teilen, und die Früchte stehen im Frühjahr und Sommer an der Pflanze. Wer nur während der Blüte aufpasst, übersieht also die Monate, in denen die Samen reifen. In Beeten, an denen Kinder vorbeikommen, schneide ich die Samenkapseln mit Handschuhen ab, sobald ich sie sehe, und werfe sie in den Restmüll.

Kindern, die bei uns spielen, zeige ich die Pflanze und sage klar: anschauen ja, anfassen und pflücken nein. Am Beet steckt außerdem ein Schild mit dem Namen der Pflanze.

Bei Tieren beginnt die Vorsicht beim Futter. Wer Kaninchen oder Meerschweinchen mit Grünschnitt aus dem eigenen Garten versorgt, lässt die Flächen mit Herbstzeitlosen beim Schneiden aus. Ich halte Knollen, Kapseln und Schnittgut grundsätzlich außer Reichweite aller Tiere.

Häufiger Fehler

Heu oder Grünschnitt von einer Fläche mit Herbstzeitlosen an Tiere verfüttern. Kein Teil der Herbstzeitlose gehört ins Futter, auch nicht nach dem Trocknen oder Silieren.

Mini-Checkliste

Liegt das Beet abseits von Spiel- und Aufenthaltsorten? Setzt du die Knollen mit Handschuhen und räumst alle Reste weg? Schneidest du Samenkapseln an Wegen ab? Bleibt jedes Pflanzenteil aus dem Tierfutter? Ist die Nummer eines Giftinformationszentrums griffbereit?

Gibt es ungiftige Alternativen zur Herbstzeitlose?

Naheliegend wäre ein Tausch gegen eine andere Zwiebelblume. Sicherer ist der aber nicht automatisch. Narzissen sind in allen Pflanzenteilen giftig und enthalten Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin. Verschluckt können sie schwere Magen-Darm-Beschwerden verursachen, und Haut- oder Augenkontakt kann reizen.

An der Kaiserkrone ist vor allem die Zwiebel giftig, sie enthält Alkaloide. Der Winterling ist als ganze Pflanze giftig, besonders die Knolle, und die Sommerknotenblume in allen Pflanzenteilen. Wer die Herbstzeitlose gegen eine dieser Zwiebelblumen tauscht, kann das Problem also nur verschieben. Welche Zwiebel- und Knollenblumen außerdem giftig sind, fasst der Überblick zu Blumenzwiebeln und Knollen im Abschnitt über giftige Arten zusammen.

Herbstfarbe liefern auch Stauden. Herbst-Anemonen aus dem Japonica-Hybridkomplex blühen im Spätsommer und Herbst und mögen halbschattige Plätze mit frischen, humosen Böden. Ungefüllte Astern ergänzen im Spätsommer und Herbst das Blütenangebot für Bienen. Für keine dieser Pflanzen gebe ich dir ein Ungiftig-Versprechen. Ob eine Art an deinem Spielort unbedenklich ist, klärst du vor dem Kauf für jede Art einzeln.

Ich habe mich am Ende für einen anderen Platz entschieden statt für eine andere Pflanze.

Was beim Pflegen, Überwintern und Vermehren zählt

Zusätzlich düngen musst du die Herbstzeitlose im Garten nicht. Jeder Pflegegang bleibt trotzdem Arbeit an einer Giftpflanze, deshalb trage ich auch dabei Handschuhe. Beim Vermehren über Tochterknollen, Teilung oder Aussaat hast du Knollen und Samen in der Hand, also genau die besonders giftigen Teile.

Welche Pflegeschritte vom Blattaustrieb im Frühjahr bis zur Herbstblüte anstehen, zeigt der Pflegekalender für die Herbstzeitlose durch die Jahreszeiten. Wie du die Pflanze mit Mulch, Abdeckung und Nässeschutz sicher durch Frost und Winter bringst, steht in einem eigenen Ratgeber. Wann der richtige Zeitpunkt ist und wie du Herbstzeitlosen über Tochterknollen, Teilung und Aussaat vermehrst, erklärt der Ratgeber zur Vermehrung.

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Häufige Fragen

Wann blüht die Herbstzeitlose und wann erscheinen ihre Blätter?
Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) blüht im September und Oktober, und zwar ohne Blätter. Das Laub bildet sie erst im folgenden Frühjahr, zusammen mit den Samenkapseln. Im Hochsommer zieht es wieder ein, im Herbst folgen die nächsten Blüten.
Welche Teile der Herbstzeitlose sind giftig und warum ist sie so gefährlich?
Bei der Herbstzeitlose sind alle Pflanzenteile giftig, besonders Samen und Knolle; der Giftstoff ist das Alkaloid Colchicin. Eine Vergiftung kann anhaltendes Erbrechen, massive Durchfälle, Lähmungen und Herz-Kreislaufversagen verursachen, und der Verzehr kann tödlich enden. Nach dem Verzehr von Blättern können die Beschwerden erst nach mehreren Stunden einsetzen, deshalb wartest du bei Verdacht nicht ab. Ruf sofort ein Giftinformationszentrum an oder hol ärztliche Hilfe, wähl bei Atemnot oder Bewusstlosigkeit den Notruf 112 und löse kein Erbrechen aus.
Wie pflanze ich Herbstzeitlosen, ohne Kinder und Haustiere zu gefährden?
Wo Kinder spielen oder sich aufhalten, sollen keine Pflanzen mit mittelschwerem oder schwerem Vergiftungsrisiko wachsen, und die Herbstzeitlose kann tödliche Vergiftungen auslösen. Setze sie deshalb in ein Beet abseits von Spielfläche, Terrasse, Gemüse und Kräutern. Lass beim Pflanzen keine Knolle offen liegen. Für Tiere gilt: Kein Pflanzenteil gehört ins Futter, auch nicht getrocknet oder siliert.
Worin unterscheidet sich die Herbstzeitlose von Zwiebelpflanzen wie Tulpen?
Die Herbstzeitlose ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Zeitlosengewächse und überdauert mit Sprossknollen. Tulpen speichern ihre Reserven dagegen in verdickten Blattteilen ihrer Zwiebeln. Auffällig ist außerdem ihr Jahreslauf: Die Herbstzeitlose blüht im September und Oktober ohne Blätter und bildet ihr Laub erst im folgenden Frühjahr.
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