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Tigerblumen: Wie sie blühen und was Insekten davon haben

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Eine einzelne Tigerblumenblüte hält nur wenige Stunden bis einen Tag.
  • Tigerblumen blühen von Juli bis September, gepflanzt wird im April oder Mai.
  • Tigridia pavonia gehört zu den Schwertliliengewächsen, nicht zu den Liliengewächsen.
  • Tigerblumen gelten als nützlingsfreundlich und ergänzen das sommerliche Blütenangebot.
  • Mehrere Zwiebeln an einer Stelle wirken stärker als verstreute Einzelzwiebeln.
  • Die Zwiebeln sind nicht winterhart und überwintern in trockenem Sand bei etwa 10 °C.
Tigerblume (Tigridia pavonia)
Foto: Michael Field-Dodgson · Pexels License · Quelle ↗

Heute steht im Beet eine große, gefleckte Blüte, morgen ist genau diese Blüte schon welk. Bei der Tigerblume ist das kein Pflegefehler, denn eine einzelne Blüte hält nur wenige Stunden bis einen Tag. Wer das weiß, plant die Pflanze anders. Du pflanzt sie als Gruppe, in der über die Sommerwochen eine Knospe nach der anderen aufgeht. Und du nutzt sie als Futterquelle für Insekten in den Wochen, in denen die Frühjahrsblüher längst eingezogen sind. Ich beurteile meine Tigerblumen deshalb nie nach einem einzelnen Tag, sondern nach der ganzen Blütezeit.

Was ist eine Tigerblume?

Die Tigerblume heißt botanisch Tigridia pavonia und wird auch Pfauenblume genannt. Sie gehört zu den Schwertliliengewächsen, botanisch Iridaceae. Die Pflanze wächst aus einer Zwiebel und zählt damit zu den Zwiebelgeophyten. Sie stammt aus subtropischem Klima und wird 45 bis 60 cm hoch.

Die Tigerblume ist mehrjährig, aber nicht winterhart. Für deinen Garten heißt das: Mehrjährig bleibt sie nur, wenn die Zwiebel den Winter geschützt übersteht.

Häufiger Fehler

Die Tigerblume bei den Liliengewächsen einzuordnen. Tigridia pavonia gehört zu den Schwertliliengewächsen (Iridaceae). Dass sie wie viele Lilien aus einer Zwiebel wächst, ändert an der Familie nichts.

Woran du die Blüte erkennst

Die Blüten werden 10 bis 15 cm groß. Außen sitzen große Blütenblätter, innen kleinere, die vollständig gefleckt sind. An dieser gefleckten Mitte erkennst du eine Tigerblume schnell. Als Schnittblume eignet sich die Pflanze nicht. Ihren Platz hat sie im Beet oder im Gefäß, wo die Blüten nacheinander erscheinen.

Zahl im Blick

Blüten 10 bis 15 cm groß · Wuchshöhe 45 bis 60 cm · Blütezeit Juli bis September · eine Einzelblüte hält wenige Stunden bis einen Tag.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Geeignet ist fruchtbarer, vorzugsweise sandiger und gut durchlässiger Boden.

Bodenreaktion

Saure, neutrale oder alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Unter Glas torffreies, lehmhaltiges Topfsubstrat mit scharfem Sand; während der Ruhezeit trocken halten.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Terrasse und Pflanzgefäße; auch Kultur unter Glas ist möglich.

Pflege

Pflege

In kalten Regionen nach der Blüte aufnehmen und in trockenem Sand bei etwa 10 °C überwintern. Im Frühjahr umtopfen; während der Ruhezeit trocken halten.

Düngung

Im Frühjahr frisch umgetopfte Tigerblumen brauchen keinen zusätzlichen Dünger. Bei alter Erde werden im Frühjahr Düngestäbchen oder von April bis September Flüssigdünger empfohlen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze überdauert mit einer Zwiebel im Boden.

Aussaatkalender Tigridia pavonia
GartenkalenderBlüte: Juli, August, September; Pflanzung: April, MaiJFMAMJJASONDBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberPflanzungPflanzung: AprilPflanzung: MaiBlütePflanzung

Wann blühen Tigerblumen und wie lange hält eine Blüte?

Die Zwiebeln kommen im April oder Mai in die Erde. Ihre Blütezeit reicht von Juli bis September. Die einzelne Blüte ist dagegen kurzlebig, sie hält nur wenige Stunden bis einen Tag.

Zusammen ergibt das ein ungewöhnliches Bild: Die Pflanze steht über Wochen in Blüte, doch jede Einzelblüte siehst du nur kurz. Was dein Beet an einem bestimmten Tag zeigt, hängt also davon ab, wie viele Knospen gerade aufgehen. Ich zähle in der Blütezeit deshalb keine offenen Blüten. Stattdessen schaue ich nach, ob an den Stielen neue Knospen nachkommen.

Mythos-Check

„Welkt die Blüte nach einem Tag, fehlt der Tigerblume etwas.“ Das stimmt so nicht. Eine einzelne Blüte hält von Natur aus nur wenige Stunden bis einen Tag. Aussagekräftiger ist, ob während der Blütezeit neue Knospen nachkommen.

Was haben Insekten von Tigerblumen?

Die Tigerblume gilt als nützlingsfreundliche Pflanze. Was eine Blüte für Bienen wertvoll macht, sind Nektar und Pollen. Honigbienen nutzen Nektar als Energiequelle und Pollen als Eiweißquelle.

Warum die Gruppe zählt

Mehrere Zwiebeln derselben Art an einer Stelle ergeben eine stärkere Blütenwirkung als weit verstreute Einzelzwiebeln. Bei der Tigerblume kommt die kurze Haltbarkeit der Einzelblüte dazu. Für Insekten heißt beides zusammen: In einer Gruppe steht an einem Sommertag eher eine offene Blüte bereit als an einer einzelnen Pflanze. Ich setze Tigerblumen deshalb immer als Gruppe und nie einzeln zwischen andere Pflanzen. Welche Insekten genau an deine Tigerblumen kommen, zeigt dir der Blick ins eigene Beet.

Für den Sommer kommen auch Lilien infrage, denn viele Gartenlilien haben ihre Hauptblüte im Juli und August. Welche Lilien Bienen und anderen Insekten nützen, beschreibt der Ratgeber zu Lilien als Bienenweide.

Mythos-Check

„Ein paar Tigerblumen machen den Garten insektenfreundlich.“ Das greift zu kurz. Die Tigerblume ergänzt das Blütenangebot im Sommer. Insekten brauchen daneben Frühjahrsblüher sowie Nist- und Überwinterungsplätze.

Tigerblumen im Blühkalender für Insekten

Ein bienenfreundlicher Garten braucht neben Frühjahrsblühern auch ein sommerliches Blütenangebot und Nistplätze. Eine Auswahl mit Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst verlängert das Nahrungsangebot für Insekten. Zusammenstellen lässt sich ein solches Angebot aus Gehölzen, Stauden und Zwiebelblumen.

Späte Tulpen und Zierlauch setzen die Zwiebelblüte im Mai und Juni fort. Die Tigerblume schließt mit ihrer Blüte von Juli bis September daran an. Mit ihr reicht die Folge der Zwiebel- und Knollenpflanzen also bis in den Spätsommer. Die Tabelle zeigt eine mögliche Folge über das Jahr.

Pflanze Blütezeit Was Insekten davon haben
Winterling, Schneeglöckchen ab Januar oder Februar frühe Nahrung für Hummeln und Honigbienen
Frühe Krokusse (Crocus chrysanthus, Crocus sieberi) Februar und März Pollen und Nektar für Bienen und Hummeln
Zierlauch Mai und Juni Nektar und Pollen für Bienen und Hummeln
Kugelköpfiger Lauch (Allium sphaerocephalon) Juli Nahrung für Bienen
Tigerblume (Tigridia pavonia) Juli bis September gilt als nützlingsfreundlich
Cosmeen Sommer ergänzen das Angebot für Bienen
Ungefüllte Dahlien Juli bis November können Pollen und Nektar bieten
Ungefüllte Astern Spätsommer und Herbst ergänzen das Angebot für Bienen

Bei den Sommerbegleitern entscheidet die Blütenform mit. Vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar. Bevorzuge für ein insektenfreundliches Beet deshalb ungefüllte Sorten. Die Pflanztermine deiner Zwiebeln und Knollen behältst du mit dem Aussaat- und Pflanzkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken im Blick.

Was Insekten außer Blüten brauchen

Blüten allein machen noch keinen Lebensraum. Insekten brauchen auch Nist- und Überwinterungsplätze, etwa offene Bodenstellen sowie Stein- und Holzhaufen. Bodennistende Wildbienen nutzen offene, warme und sonnige Bodenstellen, die vor Staunässe geschützt sind.

Ähnliche Bedingungen verlangt die Tigerblume: volle Sonne an einem geschützten Platz und gut durchlässigen Boden. Ein Tigerblumenbeet kann deshalb beides bieten, wenn du zwischen den Pflanzen eine Stelle offen lässt. Totholz-, Reisig- und Steinhaufen am Beetrand geben Gartentieren zusätzlich Unterschlupf.

Marias Erfahrung

Ich lasse am sonnigen Rand meines Tigerblumenbeets ein Stück Boden unbedeckt und schichte daneben Steine auf. In der Blütezeit gehe ich regelmäßig am Beet vorbei und notiere, welche Insekten ich an den offenen Blüten sehe.

Vermehrung: Samen oder Zwiebel?

Vor dem Vermehren klärst du, ob die Nachkommen der Mutterpflanze gleichen sollen. Vegetative Vermehrung erzeugt genetisch identische Nachkommen und erhält so eine ausgewählte Pflanze. Bei einer Kreuzung werden die Erbanlagen der Eltern dagegen neu kombiniert. Sämlinge können deshalb anders ausfallen als die Pflanze, von der du die Samen hast.

Für die Aussaat liegt die Keimtemperatur zwischen 15 und 20 °C. Bis die Samen keimen, vergehen 14 bis 21 Tage. Wie du Tigerblumen im Gartenbeet pflanzt, pflegst und vermehrst, zeigt ein eigener Ratgeber.

Pflanzung, Pflege und Winter kurz gefasst

Pflanzen und gießen

Die Zwiebeln kommen 7 cm tief in fruchtbaren, vorzugsweise sandigen und gut durchlässigen Boden, in voller Sonne an einem geschützten Platz. Während der Wachstumsphase brauchen Tigerblumen reichlich Wasser. Wie viel, wann und womit du gießt und düngst, steht im Ratgeber zum Wässern und Düngen von Tigerblumen.

Tigerblumen im Kübel

Tigerblumen eignen sich für Pflanzgefäße auf der Terrasse und lassen sich auch unter Glas kultivieren. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit sich kein Wasser staut. Substrat, Topfwahl und Überwinterung im Gefäß beschreibt der Ratgeber zur Pflege von Tigerblumen im Kübel.

Zwiebeln überwintern

Tigerblumen sind nicht winterhart, deshalb nimmst du die Zwiebeln in kalten Regionen nach der Blüte auf. Sie überwintern in trockenem Sand bei etwa 10 °C und bleiben während der Ruhezeit trocken. Wie du Zwiebeln und Knollen ausgräbst und frostfrei lagerst, zeigt der Abschnitt zum Ausgraben und Überwintern im Grundlagenratgeber für Blumenzwiebeln und Knollen.

Schädlinge und Krankheiten

Siedeln Blattläuse auf deinen Tigerblumen, schau zuerst nach Marienkäfern, Florfliegen und Schwebfliegen. Vorhandene Nützlinge können einen Eingriff überflüssig machen, und bei schwachem Befall genügt häufig ein Wasserstrahl. Vorbeugung und Kontrolle bei Zwiebel- und Knollenpflanzen beschreibt der Grundlagenratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Passende Nachbarn

Als Nachbarn passen Pflanzen, die wie die Tigerblume Sonne und durchlässigen Boden mögen und im Sommer blühen. Wie sich dein Beet über die Saison füllt, kannst du mit dem Beetplaner skizzieren.

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Häufige Fragen

Was sind Tigerblumen und woran erkennt man sie?
Tigerblumen (Tigridia pavonia) sind Zwiebelpflanzen aus der Familie der Schwertliliengewächse und stammen aus subtropischem Klima. Ihre Blüten werden 10 bis 15 cm groß, mit großen äußeren und kleineren, vollständig gefleckten inneren Blütenblättern. Die Pflanzen werden 45 bis 60 cm hoch und sind mehrjährig, aber nicht winterhart.
Wann blühen Tigerblumen und wie lange hält eine Blüte?
Tigerblumen blühen von Juli bis September. Eine einzelne Blüte hält dabei nur wenige Stunden bis einen Tag. Eine welke Blüte nach einem Tag ist deshalb normal, denn über die Wochen der Blütezeit gehen nacheinander neue Knospen auf.
Welchen Nutzen haben Tigerblumen für Insekten?
Tigerblumen gelten als nützlingsfreundlich und blühen von Juli bis September. Damit ergänzen sie das sommerliche Blütenangebot, das ein bienenfreundlicher Garten neben Frühjahrsblühern braucht. Weil jede Einzelblüte nur kurz hält, pflanzt du am besten mehrere Zwiebeln an eine Stelle. Außerdem brauchen Insekten Nist- und Überwinterungsplätze, etwa offene Bodenstellen sowie Stein- und Holzhaufen.
Gehören Tigerblumen zu den Liliengewächsen?
Nein, Tigridia pavonia gehört zu den Schwertliliengewächsen, botanisch Iridaceae. Dass die Tigerblume wie viele Lilien aus einer Zwiebel wächst, macht sie nicht zum Liliengewächs.
Sind Tigerblumen winterhart?
Nein, Tigerblumen sind nicht winterhart. In kalten Regionen nimmst du die Zwiebeln nach der Blüte aus der Erde und überwinterst sie in trockenem Sand bei etwa 10 °C. Während der Ruhezeit bleiben sie trocken, im Frühjahr werden sie umgetopft.
Wann und wie tief pflanzt man Tigerblumen?
Tigerblumen werden im April oder Mai gepflanzt. Die Zwiebeln kommen 7 cm tief in fruchtbaren, vorzugsweise sandigen und gut durchlässigen Boden. Der Platz sollte in voller Sonne liegen und geschützt sein.
Worin unterscheiden sich Tigerblumen von Gladiolen?
Beide sind nicht winterhart und brauchen ein frostfreies Winterquartier. Gladiolen werden auch als Schnittblumen gezogen, die Tigerblume ist dagegen keine Schnittblume. Gladiolenknollen überwintern luftig bei etwa 8 bis 12 °C. Tigerblumenzwiebeln lagerst du in trockenem Sand bei etwa 10 °C.
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