Tigerblumen: Wie sie blühen und was Insekten davon haben
- Eine einzelne Tigerblumenblüte hält nur wenige Stunden bis einen Tag.
- Tigerblumen blühen von Juli bis September, gepflanzt wird im April oder Mai.
- Tigridia pavonia gehört zu den Schwertliliengewächsen, nicht zu den Liliengewächsen.
- Tigerblumen gelten als nützlingsfreundlich und ergänzen das sommerliche Blütenangebot.
- Mehrere Zwiebeln an einer Stelle wirken stärker als verstreute Einzelzwiebeln.
- Die Zwiebeln sind nicht winterhart und überwintern in trockenem Sand bei etwa 10 °C.

Heute steht im Beet eine große, gefleckte Blüte, morgen ist genau diese Blüte schon welk. Bei der Tigerblume ist das kein Pflegefehler, denn eine einzelne Blüte hält nur wenige Stunden bis einen Tag. Wer das weiß, plant die Pflanze anders. Du pflanzt sie als Gruppe, in der über die Sommerwochen eine Knospe nach der anderen aufgeht. Und du nutzt sie als Futterquelle für Insekten in den Wochen, in denen die Frühjahrsblüher längst eingezogen sind. Ich beurteile meine Tigerblumen deshalb nie nach einem einzelnen Tag, sondern nach der ganzen Blütezeit.
Was ist eine Tigerblume?
Die Tigerblume heißt botanisch Tigridia pavonia und wird auch Pfauenblume genannt. Sie gehört zu den Schwertliliengewächsen, botanisch Iridaceae. Die Pflanze wächst aus einer Zwiebel und zählt damit zu den Zwiebelgeophyten. Sie stammt aus subtropischem Klima und wird 45 bis 60 cm hoch.
Die Tigerblume ist mehrjährigMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu., aber nicht winterhart. Für deinen Garten heißt das: Mehrjährig bleibt sie nur, wenn die Zwiebel den Winter geschützt übersteht.
Die Tigerblume bei den Liliengewächsen einzuordnen. Tigridia pavonia gehört zu den Schwertliliengewächsen (Iridaceae). Dass sie wie viele Lilien aus einer Zwiebel wächst, ändert an der Familie nichts.
Woran du die Blüte erkennst
Die Blüten werden 10 bis 15 cm groß. Außen sitzen große Blütenblätter, innen kleinere, die vollständig gefleckt sind. An dieser gefleckten Mitte erkennst du eine Tigerblume schnell. Als Schnittblume eignet sich die Pflanze nicht. Ihren Platz hat sie im Beet oder im Gefäß, wo die Blüten nacheinander erscheinen.
Blüten 10 bis 15 cm groß · Wuchshöhe 45 bis 60 cm · Blütezeit Juli bis September · eine Einzelblüte hält wenige Stunden bis einen Tag.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Geeignet ist fruchtbarer, vorzugsweise sandiger und gut durchlässiger Boden.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale oder alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Unter Glas torffreies, lehmhaltiges Topfsubstrat mit scharfem Sand; während der Ruhezeit trocken halten.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Terrasse und Pflanzgefäße; auch Kultur unter Glas ist möglich.
Pflege
- Pflege
In kalten Regionen nach der Blüte aufnehmen und in trockenem Sand bei etwa 10 °C überwintern. Im Frühjahr umtopfen; während der Ruhezeit trocken halten.
- Düngung
Im Frühjahr frisch umgetopfte Tigerblumen brauchen keinen zusätzlichen Dünger. Bei alter Erde werden im Frühjahr Düngestäbchen oder von April bis September Flüssigdünger empfohlen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze überdauert mit einer Zwiebel im Boden.
Wann blühen Tigerblumen und wie lange hält eine Blüte?
Die Zwiebeln kommen im April oder Mai in die Erde. Ihre Blütezeit reicht von Juli bis September. Die einzelne Blüte ist dagegen kurzlebig, sie hält nur wenige Stunden bis einen Tag.
Zusammen ergibt das ein ungewöhnliches Bild: Die Pflanze steht über Wochen in Blüte, doch jede Einzelblüte siehst du nur kurz. Was dein Beet an einem bestimmten Tag zeigt, hängt also davon ab, wie viele Knospen gerade aufgehen. Ich zähle in der Blütezeit deshalb keine offenen Blüten. Stattdessen schaue ich nach, ob an den Stielen neue Knospen nachkommen.
„Welkt die Blüte nach einem Tag, fehlt der Tigerblume etwas.“ Das stimmt so nicht. Eine einzelne Blüte hält von Natur aus nur wenige Stunden bis einen Tag. Aussagekräftiger ist, ob während der Blütezeit neue Knospen nachkommen.
Was haben Insekten von Tigerblumen?
Die Tigerblume gilt als nützlingsfreundliche Pflanze. Was eine Blüte für Bienen wertvoll macht, sind Nektar und Pollen. Honigbienen nutzen Nektar als Energiequelle und Pollen als Eiweißquelle.
Warum die Gruppe zählt
Mehrere Zwiebeln derselben Art an einer Stelle ergeben eine stärkere Blütenwirkung als weit verstreute Einzelzwiebeln. Bei der Tigerblume kommt die kurze Haltbarkeit der Einzelblüte dazu. Für Insekten heißt beides zusammen: In einer Gruppe steht an einem Sommertag eher eine offene Blüte bereit als an einer einzelnen Pflanze. Ich setze Tigerblumen deshalb immer als Gruppe und nie einzeln zwischen andere Pflanzen. Welche Insekten genau an deine Tigerblumen kommen, zeigt dir der Blick ins eigene Beet.
Für den Sommer kommen auch Lilien infrage, denn viele Gartenlilien haben ihre Hauptblüte im Juli und August. Welche Lilien Bienen und anderen Insekten nützen, beschreibt der Ratgeber zu Lilien als Bienenweide.
„Ein paar Tigerblumen machen den Garten insektenfreundlich.“ Das greift zu kurz. Die Tigerblume ergänzt das Blütenangebot im Sommer. Insekten brauchen daneben Frühjahrsblüher sowie Nist- und Überwinterungsplätze.
Tigerblumen im Blühkalender für Insekten
Ein bienenfreundlicher Garten braucht neben Frühjahrsblühern auch ein sommerliches Blütenangebot und Nistplätze. Eine Auswahl mit Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst verlängert das Nahrungsangebot für Insekten. Zusammenstellen lässt sich ein solches Angebot aus Gehölzen, Stauden und Zwiebelblumen.
Späte Tulpen und Zierlauch setzen die Zwiebelblüte im Mai und Juni fort. Die Tigerblume schließt mit ihrer Blüte von Juli bis September daran an. Mit ihr reicht die Folge der Zwiebel- und Knollenpflanzen also bis in den Spätsommer. Die Tabelle zeigt eine mögliche Folge über das Jahr.
| Pflanze | Blütezeit | Was Insekten davon haben |
|---|---|---|
| Winterling, Schneeglöckchen | ab Januar oder Februar | frühe Nahrung für Hummeln und Honigbienen |
| Frühe Krokusse (Crocus chrysanthus, Crocus sieberi) | Februar und März | Pollen und Nektar für Bienen und Hummeln |
| Zierlauch | Mai und Juni | Nektar und Pollen für Bienen und Hummeln |
| Kugelköpfiger Lauch (Allium sphaerocephalon) | Juli | Nahrung für Bienen |
| Tigerblume (Tigridia pavonia) | Juli bis September | gilt als nützlingsfreundlich |
| Cosmeen | Sommer | ergänzen das Angebot für Bienen |
| Ungefüllte Dahlien | Juli bis November | können Pollen und Nektar bieten |
| Ungefüllte Astern | Spätsommer und Herbst | ergänzen das Angebot für Bienen |
Bei den Sommerbegleitern entscheidet die Blütenform mit. Vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar. Bevorzuge für ein insektenfreundliches Beet deshalb ungefüllte Sorten. Die Pflanztermine deiner Zwiebeln und Knollen behältst du mit dem Aussaat- und Pflanzkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken im Blick.
Was Insekten außer Blüten brauchen
Blüten allein machen noch keinen Lebensraum. Insekten brauchen auch Nist- und Überwinterungsplätze, etwa offene Bodenstellen sowie Stein- und Holzhaufen. Bodennistende Wildbienen nutzen offene, warme und sonnige Bodenstellen, die vor StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. geschützt sind.
Ähnliche Bedingungen verlangt die Tigerblume: volle Sonne an einem geschützten Platz und gut durchlässigen Boden. Ein Tigerblumenbeet kann deshalb beides bieten, wenn du zwischen den Pflanzen eine Stelle offen lässt. Totholz-, Reisig- und Steinhaufen am Beetrand geben Gartentieren zusätzlich Unterschlupf.
Ich lasse am sonnigen Rand meines Tigerblumenbeets ein Stück Boden unbedeckt und schichte daneben Steine auf. In der Blütezeit gehe ich regelmäßig am Beet vorbei und notiere, welche Insekten ich an den offenen Blüten sehe.
Vermehrung: Samen oder Zwiebel?
Vor dem Vermehren klärst du, ob die Nachkommen der Mutterpflanze gleichen sollen. Vegetative Vermehrung erzeugt genetisch identische Nachkommen und erhält so eine ausgewählte Pflanze. Bei einer Kreuzung werden die Erbanlagen der Eltern dagegen neu kombiniert. SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. können deshalb anders ausfallen als die Pflanze, von der du die Samen hast.
Für die Aussaat liegt die KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. zwischen 15 und 20 °C. Bis die Samen keimen, vergehen 14 bis 21 Tage. Wie du Tigerblumen im Gartenbeet pflanzt, pflegst und vermehrst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Pflanzung, Pflege und Winter kurz gefasst
Pflanzen und gießen
Die Zwiebeln kommen 7 cm tief in fruchtbaren, vorzugsweise sandigen und gut durchlässigen Boden, in voller Sonne an einem geschützten Platz. Während der Wachstumsphase brauchen Tigerblumen reichlich Wasser. Wie viel, wann und womit du gießt und düngst, steht im Ratgeber zum Wässern und Düngen von Tigerblumen.
Tigerblumen im Kübel
Tigerblumen eignen sich für Pflanzgefäße auf der Terrasse und lassen sich auch unter Glas kultivieren. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit sich kein Wasser staut. SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt., Topfwahl und Überwinterung im Gefäß beschreibt der Ratgeber zur Pflege von Tigerblumen im Kübel.
Zwiebeln überwintern
Tigerblumen sind nicht winterhart, deshalb nimmst du die Zwiebeln in kalten Regionen nach der Blüte auf. Sie überwintern in trockenem Sand bei etwa 10 °C und bleiben während der Ruhezeit trocken. Wie du Zwiebeln und Knollen ausgräbst und frostfrei lagerst, zeigt der Abschnitt zum Ausgraben und Überwintern im Grundlagenratgeber für Blumenzwiebeln und Knollen.
Schädlinge und Krankheiten
Siedeln Blattläuse auf deinen Tigerblumen, schau zuerst nach Marienkäfern, Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse.. Vorhandene NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. können einen Eingriff überflüssig machen, und bei schwachem Befall genügt häufig ein Wasserstrahl. Vorbeugung und Kontrolle bei Zwiebel- und Knollenpflanzen beschreibt der Grundlagenratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Passende Nachbarn
Als Nachbarn passen Pflanzen, die wie die Tigerblume Sonne und durchlässigen Boden mögen und im Sommer blühen. Wie sich dein Beet über die Saison füllt, kannst du mit dem Beetplaner skizzieren.

