Skabiose düngen: wann, womit und warum oft gar nicht
- Für die Gartenskabiose ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig.
- Die wilde Tauben-Skabiose stammt von eher stickstoffarmen Standorten: Dünge sie erst, wenn ein Mangel erkennbar ist.
- Ob und womit du düngst, zeigt eine Bodenuntersuchung; Stickstoff musst du dabei gesondert beauftragen.
- Gelbe Blätter können auch von Trockenheit, Staunässe oder einem hohen pH-Wert kommen.
- Stickstoff gibt es nur in der Vegetationsperiode, ab dem Spätsommer bleibt er weg.

Wer Skabiosen im Frühjahr genauso mit Kompost versorgt wie Rittersporn und Phlox, gibt ihnen mehr, als sie brauchen. Bei Stauden von natürlich nährstoffarmen Standorten kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Ich schaue deshalb vor jeder Gabe zuerst nach, welche Skabiose im Beet steht und was der Boden schon mitbringt. Erst danach entscheide ich, ob überhaupt Dünger nötig ist.
Brauchen Skabiosen überhaupt Dünger?
Für die Gartenskabiose, botanisch Scabiosa atropurpurea und auch Dunkelrote Skabiose genannt, ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig. Sie will einen sonnigen Platz und wird 60 bis 90 cm hoch. Gesät wird sie von April bis Juni, und im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser hast du den Termin auf einen Blick.
Die Tauben-Skabiose, Scabiosa columbaria, ist eine mehrjährige Wildart und blüht von Juni bis September. Sie braucht volle Sonne und gut drainierten Boden und sollte vor WinternässeWinternässe ist Nässe in der kalten Jahreszeit, unter der vor allem Pflanzen aus Gebieten mit trockenen Wintern leiden. Bei ungünstiger Witterung können ihre Überwinterungssprosse faulen – auch wenn die Pflanzen als winterhart gelten. geschützt stehen. Mit Kalk-, Lehm- und Sandboden kommt sie zurecht, geeignet sind alkalische und neutrale Böden. Ihre natürlichen Standorte sind eher stickstoffarm. Stauden solcher Standorte düngst du erst, wenn ein Mangel erkennbar ist. Einen eigens abgemagerten Boden braucht sie deshalb nicht, wichtig ist vor allem, dass Wasser gut abläuft.
Die kompakte Sorte ‘Butterfly Blue’ gehört zur Tauben-Skabiose und wird etwa 30 bis 40 cm hoch. Die Kaukasus-Skabiose erreicht etwa 60 bis 80 cm. Für sie gilt dieselbe Grundregel wie für alle Stauden: Dünger richtet sich nach dem Bedarf der Pflanze und nach einer Bodenuntersuchung.
| Skabiose | Wuchshöhe | Was beim Düngen gilt |
|---|---|---|
| Gartenskabiose (Scabiosa atropurpurea) | 60 bis 90 cm | im Garten keine zusätzliche Düngung nötig |
| Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) | 20 bis 80 cm | Wildart eher stickstoffarmer Standorte, Dünger erst bei erkennbarem Mangel |
| Tauben-Skabiose ‘Butterfly Blue’ | etwa 30 bis 40 cm | wie die Tauben-Skabiose |
| Kaukasus-Skabiose | etwa 60 bis 80 cm | nach Bodenuntersuchung und Bedarf |
Die Tauben-Skabiose hat nach Ellenberg die StickstoffzahlDie Stickstoffzahl ist einer der Zeigerwerte nach Ellenberg, also eine Kennzahl von 1 bis 9. Sie zeigt, ob eine Pflanzenart in der Natur eher auf stickstoffarmen (1) oder stickstoffreichen Standorten (9) wächst. 3. Die Skala reicht von 1 für stickstoffärmste bis 9 für übermäßig stickstoffreiche Standorte. Der Wert beschreibt, wo die Wildart natürlich wächst. Eine Düngerdosis lässt sich daraus nicht ablesen.
Witwenblumen gehören zur Gattung Knautia, Skabiosen zur Gattung Scabiosa. Was hier zum Düngen steht, gilt für Scabiosa.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet; vor Winternässe schützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Gut drainiert; vor Winternässe schützen.
- Anbauort
Für sonnige Beete, Kiesgärten und Wildblumenpflanzungen; vor Winternässe schützen.
Pflege
- Pflege
Verblühtes zur Verlängerung der Blüte entfernen und Stängel im Herbst zurückschneiden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig; ihre Überdauerungsknospen liegen an der Bodenoberfläche.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Bauerngärten und informelle Gärten; naturnahe Gärten; Wildblumenwiesen; Kiesgärten; Präriepflanzungen; Blumenrabatten und Beete.
Woran erkennst du, ob deine Skabiose Dünger braucht?
Blasse oder gelbe Blätter sind ein Hinweis, aber noch keine Diagnose. Trockenheit und Staunässe können die Nährstoffaufnahme stören und so selbst Mangelsymptome hervorrufen. Eisenmangelchlorosen können zudem durch einen zu hohen Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. oder durch verdichteten, vernässten Boden entstehen. Die Tauben-Skabiose braucht Schutz vor Winternässe, und Staunässe kann Mangelsymptome auslösen. Vergilbt sie nach einem nassen Winter, kann deshalb der Boden die Ursache sein und nicht fehlender Dünger.
Auf kalkreichem Boden lohnt ein Blick auf den pH-Wert. Über pH 7,0 kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein, sodass Mangelsymptome trotz vorhandener Vorräte im Boden möglich sind.
Sicher weißt du es erst nach einer Bodenuntersuchung. Sie zeigt, welche Nährstoffe der Boden in welcher Menge vorrätig hat, und damit, ob du überhaupt düngen musst. Eine Standarduntersuchung erfasst Phosphat, Kali und den Kalkbedarf. Stickstoff musst du gesondert beauftragen.
Stich an 10 bis 15 gleichmäßig verteilten Stellen der Skabiosenfläche Erde aus dem Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe. Mische alles gründlich und schicke rund 500 g davon zur Untersuchung. Kreuze Stickstoff extra an, wenn du ihn wissen willst.
Meine Skabiosen stehen in einem eigenen Beetteil, getrennt von den Prachtstauden mit ihrer Frühjahrskompostgabe. Für diesen Teil nehme ich eine eigene MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle., weil er anders genutzt wird als das Beet daneben.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Düngen?
Zeigt der Befund einen Bedarf, gibst du Stickstoff nur in der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht.. Organische Dünger brauchen dafür Wärme und Bodenfeuchte. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen sie kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung unter Umständen sehr viel. Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf, deshalb braucht jede Gabe ausreichend feuchten Boden. Ich gieße vorher, wenn die Erde trocken ist, und gebe den Dünger auf den feuchten Boden, nicht über die Blätter.
Ab dem Spätsommer bleibt Stickstoff weg, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Eine späte Stickstoffgabe hat damit zwei Nachteile: Außerhalb der Vegetationsperiode kann Stickstoff als Nitrat ausgewaschen werden, und zu späte Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Fehlt laut Befund Kalium, gilt eine Ausnahme: Eine bedarfsgerechte Kaliumdüngung kann auch zwischen Mitte Oktober und Ende November erfolgen.
Bevor ich eine Skabiose dünge, gehe ich diese Punkte durch.
- Steht ein Bedarf im Laborbefund?
- Ist der Boden feucht, aber nicht staunass?
- Liegt der Termin vor dem Spätsommer, falls Stickstoff im Spiel ist?
- Habe ich Kompostgaben schon eingerechnet?
Womit düngst du Skabiosen, wenn sie etwas brauchen?
Du gibst nur den Nährstoff, den der Befund als fehlend ausweist. Liegen Phosphat, Kalium oder Magnesium in den Gehaltsklassen D oder E, setzt du die Düngung mit genau diesem Nährstoff aus. Organische Dünger wie Hornspäne wirken langsamer als mineralische, weil BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. sie erst abbauen müssen. Erst dadurch werden ihre Nährstoffe für die Pflanze verfügbar.
Kompost ist kein neutraler Bodenverbesserer, sondern bringt selbst Nährstoffe mit, die du bei jeder Düngung mitrechnest. Auch Kompost kann den Boden mit Phosphat überversorgen. Wer Kompost verwendet, lässt den Boden deshalb alle 4 bis 5 Jahre auf Phosphor und Kalium untersuchen. Sein Kalkgehalt kann außerdem den pH-Wert anheben, und über pH 7,0 wird Eisen schlechter verfügbar. Steht deine Skabiose ohnehin auf kalkreichem Boden, kann regelmäßiger Kompost so die Eisenversorgung weiter erschweren, statt einen Mangel zu beheben.
Aus dem Laborbefund rechnest du die Menge selbst aus. Düngermenge in g/m² = Düngebedarf des Nährstoffs in g/m² × 100 ÷ Gehalt des Nährstoffs im Dünger in %. Nährstoffe aus Kompost, den du schon gegeben hast, rechnest du dabei mit.
Holzasche aus dem Kamin ins Beet streuen. Sie gehört weder direkt in den Garten noch auf den Kompost, auch wenn sie aus naturbelassenem Holz stammt.
Wie unterscheidet sich das von anderen Stauden?
Im Staudenbeet liegen die Ansprüche weit auseinander. Die Gartenskabiose gehört zu den genügsamen Arten, während stark wachsende Prachtstauden regelmäßig Nachschub bekommen.
| Staudengruppe | Düngung |
|---|---|
| Prachtstauden | im Frühjahr 3 l Kompost/m², leicht eingearbeitet |
| stark wachsende Prachtstauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen | zur Kompostgabe zusätzlich bis zu 50 g HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne./m² |
| Polster- und Wildstauden, die kargen Boden bevorzugen | Kompost zur Anreicherung nicht sinnvoll |
| standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen | normalerweise kein Zusatzdünger |
| Gartenskabiose | im Garten keine zusätzliche Düngung nötig |
Wie du Stauden je nach Gruppe düngst, steht ausführlich im Abschnitt Düngen des Staudenratgebers.
Welche Nachbarn passen beim Düngen?
Prachtstauden bekommen jedes Frühjahr Kompost, die Gartenskabiose braucht keinen: Stehen beide gemischt, landet die Gabe zwangsläufig auch bei der Skabiose. In einer standortgerechten Artenauswahl für kalkhaltige Splitt- und Schotterflächen steht die Tauben-Skabiose neben Blutrotem Storchschnabel, Wiesen-Salbei, Zittergras und Wimper-Perlgras. Welche Pflanzen gut nebeneinander passen, kannst du vor dem Pflanzen nachschlagen und die Flächen dafür im Beetplaner aufteilen.
Skabiosen im Topf düngen
Im Topf kommt die erste Versorgung aus der Erde, denn auch torffreie Erden sind meist vorgedüngt. Ihre Ersatzstoffe können allerdings die Stickstoffverfügbarkeit einschränken, deshalb passt du das Nachdüngen an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an. Überwinternde Kübelpflanzen bekommen im Winter grundsätzlich keinen Dünger, mehr zu Erde und Gefäß findest du im Staudenratgeber unter Topf und Balkonkasten.
Mehr Blüten ohne mehr Dünger
Die Tauben-Skabiose blüht von Juni bis September, und verblühte Köpfe nimmst du ab, um die Blüte zu verlängern. Samenbildung kann bei vielen Stauden weitere Blüten vermindern, deshalb kann das Entfernen welker Blüten die weitere Blüte fördern. Welche Pflegeschritte die Skabiose vom Frühjahrsstart bis zur Winterruhe braucht, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Soll ein nährstoffarmer, leichter Boden mager bleiben, mulchst du mineralisch mit Splitt. Organischer Mulch würde dort unerwünscht zusätzliche Nährstoffe zuführen.
Skabiosen in Blumenwiese und Naturgarten
Die Tauben-Skabiose passt in Wildblumenwiesen, Kiesgärten und naturnahe Pflanzungen. Wer eine Rasenfläche zur Blumenwiese umstellt, lässt die Stickstoffdüngung weg, damit die Gräser nicht stärker gefördert werden als Kräuter und Blumen. Wie du Skabiosen in einen Naturgarten einbindest, erklärt der Ratgeber dazu.





