Landnelken vermehren: Stecklinge auswählen, schneiden und bewurzeln
- Stecklinge nur von gesunden Landnelken schneiden: Vegetativ vermehrte Pflanzen tragen dieselben Anlagen wie die Mutterpflanze.
- Krautige, noch nicht verholzte Triebe ohne Blüten und Knospen wählen; für Sommerstecklinge gelten 3 bis 4 Blattpaare als Orientierung.
- Blüten, Knospen und einen Teil der Blätter entfernen, dann in nährstoffarme, durchlässige Erde mit Sand oder Perlit stecken.
- Unter Folie warm und hell ohne direkte Sonne aufstellen und täglich lüften; krautige Sommerstecklinge können nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln bilden.
- Jungpflanzen etwa eine Woche abhärten; frostempfindlichere Sorten wie 'Chabaud' im Topf kühl und frostfrei überwintern.

Du hast eine Landnelke im Beet, deren Farbe dir gefällt, und möchtest genau diese Pflanze noch einmal haben? Dann ist der StecklingEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. der direkte Weg, denn vegetativ vermehrte Pflanzen tragen dieselben genetischen Anlagen wie ihre Mutterpflanze. Ich schneide dafür im Sommer kräftige Triebe ohne Blüten und Knospen und stelle sie unter eine Folienhaube. Die wichtigsten Entscheidungen fallen vor dem Stecken: bei der Mutterpflanze, bei der Wahl der Triebe und bei der Schnittführung.
Landnelke und Gartennelke sind zwei Namen für dieselbe Art, Dianthus caryophyllus aus der Gattung Dianthus. Bartnelke, Federnelke und Heidenelke gehören zur selben Gattung, sind aber eigene Arten.
Steckling oder Aussaat: Was passt zu dir?
Aus eigenen Samen wächst bei Landnelken nicht zwingend das nach, was gerade in deinem Beet blüht. Stammt deine Pflanze aus einer Hybridsorte, können die Nachkommen deutlich von der Mutterpflanze abweichen. Auch eine Mischung bringt beim Säen mehrere Farben: Die ‘Grenadin Mischung’ blüht gefüllt in Weiß-, Creme-, Rosa- und Rottönen. Willst du aus so einer Mischung eine einzelne Farbe behalten, führt der Weg deshalb über den Steckling, weil er die Anlagen seiner Mutterpflanze mitbringt.
Die Aussaat hat andere Stärken. Sie passt, wenn du noch keine eigene Mutterpflanze hast und neue Farben ausprobieren möchtest. Garten-Nelken werden von Mai bis Juli gesät. Riesen-Chabaud-Nelken säst du von Februar bis April im Haus aus. Sie blühen dann bereits im ersten Jahr. Die Saattermine vieler Stauden hast du im druckbaren Aussaatkalender für Stauden beisammen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Lehmige, sandige, kalkhaltige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale, alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Pflege
- Pflege
In feuchtem Klima auf Mehltau und Blattflecken achten.
- Düngung
Zurückhaltend düngen; die angebotenen Beet- und Kübelsorten von Mai bis Juli alle zwei Wochen düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Wann schneidest du Landnelken-Stecklinge?
Krautige Stecklinge von Beet- und Balkonpflanzen, die sich dafür eignen, schneidest du im Sommer. Gemeint sind Triebe, die noch nicht verholzt sind und weder Blüten noch Knospen tragen. Bei der Landnelke fällt diese Zeit mitten in die Blüte, denn sie blüht von Juni bis September. Du suchst deshalb gezielt Triebe ohne Knospenansatz und lässt die Blühtriebe stehen.
Mehr als das Datum zählt der Zustand des Triebs, und den prüfst du direkt an der Pflanze. Ich gehe dafür an einem Sommermorgen durchs Beet und markiere zuerst die Nelken, von denen ich schneiden will. Ob die bewurzelten Jungpflanzen später ins Beet dürfen oder im Topf überwintern, hängt an der Sorte. Das klärst du am besten schon vor dem Schneiden.
Ist die Mutterpflanze gesund genug?
Jeder Steckling ist ein Stück seiner Mutterpflanze. Deshalb verwendest du auch beim eigenen Nachbau ausschließlich gesundes Pflanzgut. Einige Krankheiten der Nelken erkennst du an Blättern und Trieben, bevor du schneidest.
Welken einzelne Triebe bei starker Sonne und vergilben ältere Blätter einseitig, kann das auf eine Fusarium-Welke hindeuten. Ist der Erreger erst in die Leitungsbahnen eingedrungen, lässt sich die Welke nicht mehr heilend bekämpfen. Von einer solchen Pflanze schneidest du keine Stecklinge.
Gelbliche Fleckchen, aus denen später rundliche oder längliche Pusteln mit braunem Sporenpulver werden, können auf Nelkenrost hinweisen. Violett beginnende Blattflecken mit braunem Zentrum sprechen möglicherweise für Alternaria. Bei Viruskrankheiten reicht Hinschauen nicht aus, weil ähnliche Symptome und Mischinfektionen keine sichere Unterscheidung erlauben. Bleibt ein Schadbild unklar, wählst du lieber eine andere Mutterpflanze.
Bevor ich schneide, drehe ich einige Blätter um. Weißlich gelbe Sprenkel und feine Gespinste auf der Unterseite können auf SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. hinweisen. Silbrige Flecken mit Kotspuren deuten möglicherweise auf Thripse. Klebriger HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. kann von Blattläusen stammen, versponnene Blätter und Knospen von Raupen des Mittelmeer-Nelkenwicklers. Trifft einer dieser Punkte zu, suche ich mir eine andere Pflanze.
Welche Triebe eignen sich als Steckling?
Ein guter Steckling kommt aus einem gesunden, kräftigen Trieb, der weder zu weich noch zu hart ist. Für krautige Sommerstecklinge geeigneter Beet- und Balkonpflanzen gelten Triebe mit 3 bis 4 Blattpaaren als Orientierung. Wie lang ein Kopfsteckling genau wird und wie viele Blätter er trägt, hängt von der Pflanzenart ab. Bei Landnelken zähle ich deshalb die Blattpaare, statt mit dem Lineal zu messen.
Ein Kopfsteckling ist ein Steckling aus der Triebspitze. Du schneidest also das obere Ende eines Triebs ab und steckst es zum Bewurzeln in Erde.
Ein Trieb mit dicker Knospe wirkt besonders kräftig und landet deshalb schnell im Stecktopf. Für Stecklinge wählst du aber Triebe ohne Blüten und Knospen. Sitzt doch eine kleine Knospe dran, entfernst du sie beim Vorbereiten.
Wie schneidest du Landnelken-Stecklinge richtig?
Ich schneide mit einem scharfen, sauberen Messer und setze den Schnitt knapp unter einem Blattpaar an. Hat das Werkzeug zuvor Erde von kranken Pflanzen abbekommen, reinigst du es, um das Verschleppen von Erregern zu begrenzen. Anschließend entfernst du Blüten, Knospen und einen Teil der Blätter, damit der Steckling weniger Wasser verdunstet. Die unteren Blattpaare kommen weg, die oberen bleiben stehen.
Am liebsten schneide ich morgens, lege die fertigen Stecklinge in den Schatten und stecke sie noch am selben Vormittag.
Ich beschrifte jedes Töpfchen mit Sorte und Schnitttag, bevor der erste Steckling hineinkommt. Stammt die Mutterpflanze aus einer Mischung, notiere ich zusätzlich ihre Blütenfarbe. Am blütenlosen Steckling ist sie ja nicht zu sehen.
Stecken, abdecken, bewurzeln: das Wichtigste in Kürze
Stecklingserde soll nährstoffarm und durchlässig sein, dafür mischst du Sand oder Perlit unter. Das Töpfchen braucht Abzugslöcher, und den Steckling setzt du so tief, dass er sicher steht.
Unter einer Folienabdeckung stehen die Stecklinge warm und hell, aber ohne direkte Sonne. Die Abdeckung kontrollierst du täglich auf Schwitzwasser und Schadstellen und lüftest dabei kurz. Krautige Sommerstecklinge geeigneter Beet- und Balkonpflanzen können nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln bilden.
Wann du umtopfst, richtet sich nach der Stärke der Bewurzelung und nicht nach dem Kalender. Die Handgriffe vom SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. bis zum Entwöhnen von der Haube findest du ausführlich in der Anleitung, wie Stecklinge und andere Vermehrungsmethoden bei Zierpflanzen gelingen.
Was tun, wenn Stecklinge keine Wurzeln bilden?
Nicht jeder Steckling bildet Wurzeln, deshalb schneide ich immer ein paar mehr, als ich Pflanzen brauche. Tut sich bei einem Steckling nichts, prüfst du zuerst das Ausgangsmaterial. Zu weiche Triebe, schon harte Triebe und Triebe mit Knospen sind keine guten Kandidaten.
Danach nimmst du den Platz unter die Lupe. Steht die Haube in praller Sonne, rückst du sie an einen hellen Ort ohne direkte Sonne. Sammelt sich darunter Schwitzwasser, lüftest du und suchst die Stecklinge nach Schadstellen ab. Welkt eine schon bewurzelte Jungpflanze, kippst du sie aus und siehst dir die Wurzeln an. Braune, faule oder vermorschte Wurzeln können auf eine Wurzelkrankheit hinweisen.
Kranke Stecklinge und befallene Pflanzenteile gehören in den Haus- oder Biomüll und nicht auf den Kompost. Im Gartenkompost entstehen möglicherweise keine Temperaturen, die Krankheitserreger sicher abtöten.
Wann kommen die jungen Landnelken ins Beet?
Ist die Bewurzelung kräftig, entscheidest du, ob die junge Landnelke in den Topf oder ins Beet kommt. Ich kippe dafür ein Töpfchen vorsichtig aus und schaue mir den Ballen an. Landnelken eignen sich auch für Topf und Kübel. Im Topf kannst du die Jungpflanze stutzen, das fördert einen gedrungenen, dicht verzweigten Wuchs, verlängert aber die Kulturzeit. Wer eine buschige Topfnelke möchte, nimmt die längere Kulturzeit in Kauf; wer schneller eine fertige Pflanze haben will, lässt die Spitze stehen.
Ob die Jungpflanzen den ersten Winter draußen verbringen, hängt an der Sorte. In einem Freilandversuch in Pillnitz starben bei einer Tiefsttemperatur von −16,5 °C die meisten ‘Chabaud’-Nelken ab. Die zweijährigen Typen ‘Grenadin’ und ‘Floristan’ überwinterten dort gut. Ihre Hauptblüte kam allerdings erst im zweiten Kulturjahr, im Pflanzjahr blühten sie nicht oder nur vereinzelt. Empfindlichere Gartensorten vertragen nur kurzzeitig etwa −10 °C. Landnelken im Topf überwinterst du kühl und frostfrei. Stecklinge einer ‘Chabaud’-Nelke behältst du deshalb im ersten Winter besser im Topf an einem kühlen, frostfreien Platz.
Bevor die Jungpflanzen ins Beet ziehen, härtest du sie etwa eine Woche ab. Sie stehen dann an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz im Freien. Den eigentlichen Umzug legst du auf einen bedeckten Tag mit wenig Wind, um Blattverbrennungen vorzubeugen.
Landnelken stehen am liebsten sonnig. Sie bevorzugen feuchten, gut durchlässigen und grobkörnigen Boden mit hohem Humusanteil. Wann genau du pflanzt, wie du das Beet vorbereitest und welche Abstände die Nelken brauchen, steht in der Anleitung, wie du Landnelken aussäst und die Jungpflanzen ins Beet setzt. Den Platz für die neuen Pflanzen kannst du vorher im Beetplaner auf deiner Fläche einzeichnen.
Wie pflegst du die jungen Landnelken weiter?
Verwelkte Blüten schneidest du regelmäßig ab. Bei der Sorte ‘Ikat’ verlängert das die Blüte, und bei Nelken allgemein schafft das Zurückschneiden verwelkter Triebe Platz für neue Blüten. In feuchtem Klima achtest du auf MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. und Blattflecken. Gießen, Schnitt, Stützen und Winterschutz im Jahreslauf findest du in der Anleitung, wie du Landnelken über die Saison pflegst.
Eine routinemäßige Düngung ist für Nelken nicht grundsätzlich nötig, und die Empfehlungen einzelner Anbieter gehen auseinander. Was Stauden allgemein an Nährstoffen brauchen, erklärt der Überblick, wie du Stauden düngst, von Kompost bis gar nicht.




