Ist die Lampionblume giftig? Welche Teile gefährlich sind und wie du sicher mit ihr gärtnerst
- Giftig sind an der Lampionblume die grüne Pflanze, vor allem unreife Beeren, und der Wurzelstock; sie können Magen-Darm-Beschwerden auslösen.
- Die als Obst verkaufte Kapstachelbeere ist Physalis peruviana und damit eine andere Art als die Lampionblume Physalis alkekengi.
- Bei Verdacht Pflanzenreste aus dem Mund entfernen, kein Erbrechen auslösen und den regionalen Giftnotruf anrufen.
- In einem Garten mit Kindern giftige Gewächse möglichst entfernen und Trockengestecke außer Reichweite aufstellen.

Im Herbst, wenn die Lampions in meiner Rabatte orange leuchten, höre ich am Gartenzaun immer wieder dieselbe Frage: Kann man die Beeren essen? Meine Antwort ist nein. Bei der Lampionblume sind die grüne Pflanze, vor allem die unreifen Beeren, und der Wurzelstock giftig. Spielen bei dir kleine Kinder oder liegt die Verwechslung mit der Physalis aus dem Obstregal nahe, brauchst du klare Regeln für den Umgang mit ihr.
Ist die Lampionblume giftig?
Ja. Giftig sind an Physalis alkekengi drei Teile: die grüne Pflanze, besonders die unreifen Beeren, und der Wurzelstock. Wer davon isst, kann Magen-Darm-Beschwerden bekommen. Verzichte deshalb auch auf kleine Kostproben.
Für den Alltag im Garten habe ich mir die Pflanzenteile so sortiert:
| Pflanzenteil | Einordnung für deinen Garten |
|---|---|
| Grüne Pflanze | giftig |
| Unreife Beeren | giftig, hier ist besondere Vorsicht angebracht |
| Wurzelstock | giftig, wichtig beim Teilen und Ausgraben |
| Beere im orangefarbenen Lampion | nicht probieren, die Farbe der Hülle ist keine Freigabe |
| Getrocknete Lampions | Deko, außer Reichweite von Kindern aufstellen |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; kann ohne angemessene Kontrolle lästig werden.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Beete und Rabatten sowie Bauerngärten, Stadt- und Hofgärten.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst eintopfen und leicht schattig im Frühbeet halten, bis sie gut etabliert sind.
- Düngung
Lampionblumen im Kübel von Juni bis Oktober regelmäßig mit Flüssigdünger versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Blumenrabatten und Beete.
Was ist die Lampionblume überhaupt?
Die Lampionblume, auch Blasenkirsche genannt, ist eine mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Pflanze und wird 60 bis 100 cm hoch. Ihre Lampions sind vergrößerte Kelchblätter, die nach der weißen Blüte die Beere umhüllen, und wie Blüte und Laternen der Lampionblume entstehen, zeigt ein eigener Ratgeber. Wie sie botanisch zu den übrigen Arten passt, findest du im Überblick, was bei den Exoten und Gemüse-Raritäten wächst.
Lampionblume oder Andenbeere: Wo liegt der Unterschied?
Die Physalis, die du als Obst kaufst, ist die Kapstachelbeere, auch Andenbeere genannt. Botanisch heißt sie Physalis peruviana und ist eine andere Art als die Lampionblume Physalis alkekengi. Beide tragen den Gattungsnamen Physalis, und genau das macht die Verwechslung so leicht.
Auch das Reifebild unterscheidet sich. Eine reife Andenbeere erkennst du an der bräunlichen Hülle und der goldgelben Beere darin. Bei der Lampionblume färben sich die Lampions während der Fruchtreife von Grün nach Rotorange. Wer die leuchtende Hülle für ein Reifezeichen der Obst-Physalis hält, verwechselt also gleich zweimal: die Art und das Signal.
„Physalis gibt es doch im Supermarkt, also ist die aus dem Garten auch essbar.“ Das stimmt nicht. Die als Obst verkaufte Kapstachelbeere ist Physalis peruviana, die Lampionblume dagegen Physalis alkekengi, und bei ihr sind grüne Pflanze, unreife Beeren und Wurzelstock giftig.
Kann man die Beeren der Lampionblume essen?
Ich rate dir davon ab, auch bei Beeren aus orangefarbenen Lampions. Die Hülle umschließt die Beere, sodass du ihren Zustand von außen nicht siehst. Gerade die unreifen Beeren sind aber giftig. Eine schöne Farbe am Lampion ist deshalb kein Grund, die Beere darin zu probieren.
Bei Zierpflanzen probiere ich grundsätzlich nichts, und die Lampionblume behandle ich als Zierpflanze. Wenn du Lust auf Physalis hast, greif zur Kapstachelbeere aus dem Obstregal. Rezepte mit Physalis setzt du mit dieser Frucht um, nie mit Beeren aus dem Staudenbeet.
Du pulst eine Beere aus dem Lampion, weil die Hülle so reif aussieht. Die Farbe zeigt, wie weit der Fruchtschmuck ist. Ob die Beere darin bedenkenlos wäre, sagt sie dir nicht.
Ist die Lampionblume eine Heilpflanze?
Rund um die Lampionblume tauchen Hinweise auf Tees, Tinkturen und Volksheilkunde auf. Im Garten zählt für mich, dass grüne Pflanze, unreife Beeren und Wurzelstock giftig sind, ganz gleich, wofür jemand sie nutzen möchte. Ich setze aus der Lampionblume deshalb weder Tee noch Tinktur an. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist eine Ärztin oder ein Arzt die richtige Anlaufstelle.
Lampionblume im Garten mit Kindern: Wie planst du sie ein?
Spielen kleine Kinder in deinem Garten, gilt für giftige Gewächse eine klare Linie: möglichst entfernen. Mit Kleinkindern würde ich diesen Schritt ernsthaft erwägen, bevor ich über Standorte nachdenke. Bleibt die Lampionblume, setzt du sie in eine Rabatte abseits von Sandkasten und Spielwiese. Kleinkinder behältst du beim Spielen im Garten ohnehin immer im Auge.
Die Lampions halten lange und eignen sich für Trockengestecke. Weil giftige Pflanzen sicher außerhalb der Reichweite von Kindern gehören, steht so ein Gesteck bei mir im Regal und nicht auf dem Couchtisch.
Bevor die Kinder in den Garten kommen:
- Liegen Beeren oder abgefallene Lampions unter der Pflanze? Aufsammeln.
- Liegen Blumenschere oder Handsäge herum? Wegräumen.
- Steht das Trockengesteck außer Reichweite?
- Nach der Gartenarbeit: Hände mit Seife unter fließendem Wasser waschen und sorgfältig abtrocknen.
Und Hund oder Katze?
Ich halte es deshalb wie bei Kindern: Beeren und Fruchtstände abräumen, Gestecke hoch stellen und bei Verdacht sofort die Tierarztpraxis anrufen.
Verdacht auf Vergiftung: Was tust du sofort?
Hatte ein Kind eine Beere oder ein Blatt im Mund, oder bist du dir nicht sicher, gehst du so vor:
- Entferne Pflanzenreste aus dem Mund.
- Löse kein Erbrechen aus.
- Ruf den regionalen Giftnotruf an und nenne den Pflanzennamen Physalis alkekengi.
Den Giftnotruf rufst du nicht erst an, wenn Beschwerden auftreten. Ein Anruf ist schon angebracht, wenn eine giftige Pflanze im Spiel ist oder du unsicher bist. Die Lampionblume gehört zu den giftigen Pflanzen, also wartest du nicht ab, ob es dem Kind schlecht wird.
Such die Nummer des Giftnotrufs für deine Region heraus und speichere sie im Handy, bevor im Herbst die Lampions leuchten.
Ausbreitung: Wie behältst du die Lampionblume im Griff?
Die Lampionblume ist mehrjährig. Sie kann verwildern und ohne Kontrolle lästig werden. Weil sie über Jahre bleibt und sich ausbreiten kann, legst du mit dem Pflanzplatz gleich fest, wo künftig giftige Pflanzenteile in deinem Garten wachsen. Wo sie an Stellen auftaucht, an denen ich sie nicht haben will, grabe ich sie mitsamt Wurzelstock aus und wasche danach die Hände.
Ich schneide die Lampions im September und Oktober für Gestecke ab und lese dabei abgefallene Beeren unter der Pflanze auf, damit nichts herumliegt, was Kinder aufheben könnten.
Standort, Pflege und Nachbarn kurz eingeordnet
Die Lampionblume wächst in der Sonne und im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. und mag gut durchlässigen Boden. Einen Pflichtschnitt braucht sie nicht; wer zurückschneiden möchte, macht das im Frühjahr. Schritt für Schritt erklärt ein eigener Ratgeber, wie du Lampionblumen im Beet pflanzt, gießt und mulchst.
Für Honigbienen ist ihr Nektar- und Pollenangebot gering. Was das für eine BienenweideAls Bienenweide bezeichnet man Blütenpflanzen, die Honig- und Wildbienen reichlich Nektar und Pollen bieten. Auch eine Fläche, die mit solchen Pflanzen bepflanzt oder eingesät ist, heißt Bienenweide. heißt, liest du im Beitrag, welchen Nutzen Lampionblumen für Honigbienen haben. Passende Nachbarn für die Rabatte findest du im Ratgeber, mit welchen Begleitpflanzen du die Lampionblume kombinierst.



