Mediterrane Köstlichkeiten mit Pflaumentomaten
- Pflaumentomaten sind fest und saftarm – ideal für Bruschetta, Sugo und alles, was nicht verwässern soll.
- Die Erntemonate für Pflaumentomaten reichen im Garten von Juli bis Oktober.
- Für Soßen kochen sie schneller sämig ein als saftige Sorten.
- Geröstet im Ofen sind sie fertig, wenn die Ränder leicht karamellisieren.
- Blanchieren und in Eiswasser abschrecken löst die Haut; eingekocht wird nach den BfR-Regeln.

Pflaumentomaten: die Mittelmeer-Tomate schlechthin
Fest, saftarm, konzentriert im Geschmack – Pflaumentomaten sind wie gemacht für die mediterrane Küche. Wo saftige Sorten Brot aufweichen und Soßen verwässern, spielen die länglichen Früchte ihre Stärken aus: auf der Bruschetta, im Sugo, auf dem Blech und im Vorratsglas. Dieser Ratgeber zeigt die Rezepte, die zu genau diesen Eigenschaften passen.
Was Pflaumentomaten in der Küche besonders macht
Die länglichen Früchte haben dicke Fruchtwände, wenige Kerne und wenig Saft – ihr Aroma ist dadurch weniger verdünnt, und beim Kochen muss kaum Wasser verdampfen, bevor die Soße sämig wird. Bekannte Vertreter des Typs sind Roma- und San-Marzano-Sorten.
Pflaumentomate ist der Typ, Roma eine bekannte Sortengruppe darin, San Marzano die berühmteste italienische Vertreterin. In der Küche verhalten sich alle drei ähnlich – fest, saftarm, ideal zum Kochen.
Ernährungsseitig genügt der Blick aufs Wesentliche: 100 g rohe Tomaten liefern etwa 17 kcal, der Farbstoff Lykopin wird aus erhitzten und zerkleinerten Früchten besser aufgenommen als aus rohen – und als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sind Tomaten eine gute Wahl, ein Heilmittel sind sie nicht. Das ganze Kurzporträt der Tomate samt Anbau und Sortenwelt bündelt der große Tomaten-Ratgeber.
Saison, Ernte und Lagerung in Kürze
Aus dem Garten reichen die Erntemonate für Pflaumentomaten von Juli bis Oktober; gelagert werden sie wie alle Tomaten bei Zimmertemperatur, wo sie sich 1 bis 2 Wochen halten – nicht im Kühlschrank. Alles Weitere zu Reifezeichen, schonendem Pflücken und Nachreifen steht im Ratgeber über die richtige Ernte und Lagerung von Pflaumentomaten. Und wer die Früchte künftig selbst ziehen will, findet Sortenwahl und Saisonfahrplan im Anbau-Ratgeber für Pflaumentomaten.
Der Auftakt: Bruschetta und Antipasti
Bruschetta ist das Schaufenster der Pflaumentomate: Weil die gewürfelten Früchte wenig Saft ziehen, bleibt das geröstete, mit Knoblauch abgeriebene Brot knusprig statt matschig. Die Würfel werden mit gehacktem Basilikum, gutem Olivenöl, Salz und Pfeffer vermengt. Ich lasse die Mischung kurz durchziehen, bevor sie aufs Brot kommt – so verbinden sich die Aromen.
Für Antipasti röstest du halbierte Früchte im Ofen und servierst sie lauwarm mit Kräutern und einem Faden Olivenöl.
In Öl eingelegte Tomaten sind kein Vorrat. Selbst angesetzte Öl-Antipasti bewahrst du gekühlt auf und verbrauchst sie spätestens am Tag nach der Herstellung – selbst hergestellte Gemüse- oder Kräuteröle werden grundsätzlich nicht auf Vorrat gelagert.
Salate und kalte Küche: kurz und knackig
Auch in Caprese und griechischem Bauernsalat punkten Pflaumentomaten, weil ihre festen Stücke das Dressing nicht verwässern; und eine Gazpacho bekommt mit den saftarmen Früchten eine dichtere, konzentriertere Basis als mit wässrigen Sorten. Die ganze Salat-, Suppen- und Gazpacho-Küche der kleinen Tomaten vertieft der Ratgeber über Buschtomaten in der Küche – hier bleibt der Fokus auf dem, was Pflaumentomaten besonders gut können: der warmen Küche und dem Vorrat.
Das Herzstück: Sugo, Soße und Ofentomaten
Die klassische Pastasoße braucht nur Zwiebel, Knoblauch, Olivenöl und gewürfelte Pflaumentomaten: anschwitzen, schmoren, offen köcheln lassen, bis die Früchte zerfallen sind und die Soße sämig vom Löffel läuft – dann abschmecken mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker. Weil die Früchte wenig Wasser mitbringen, geht das deutlich schneller als mit saftigen Sorten.
Für den Pizza-Sugo dünstest du grob gewürfelte Früchte mit Knoblauch und Oregano an und pürierst nur kurz. Ich püriere den Sugo grundsätzlich grob – ein paar Stücke dürfen bleiben, das wirkt auf der Pizza lebendiger als eine glatte Masse.
Und die gerösteten Ofentomaten: halbierte Früchte mit Olivenöl, Knoblauch und Thymian aufs Blech, in den heißen Ofen, bis die Ränder leicht karamellisieren und die Haut Falten wirft. Ich röste im Sommer regelmäßig ein Blech davon – die Hälfte landet auf Pasta, der Rest aufs Brot.
Verlass dich beim Schmoren auf Garzeichen statt auf die Uhr: Der Sugo ist fertig, wenn er sämig vom Löffel läuft und sich das Öl am Rand leicht absetzt. Wässrige Chargen brauchen einfach ein paar Minuten länger auf offener Flamme.
Aus dem Ofen: gefüllt und als Tarte
Ausgehöhlt und gefüllt – etwa mit Quinoa, Feta und Kräutern – behalten Pflaumentomaten dank der dicken Wände zuverlässig ihre Form. Für eine Tomaten-Tarte mit Ziegenkäse streiche ich zuerst eine dünne Schicht Senf auf den Teig, dann bleibt er unter den Fruchtscheiben knusprig; Thymian und ein Faden Olivenöl vollenden das Ganze. Beides schmeckt warm wie kalt.
Vorrat: den Mittelmeer-Sommer verlängern
Kein Tomatentyp ist dankbarer für die Vorratsküche. Trocknen: halbierte, leicht gesalzene Früchte bei niedriger Temperatur im Ofen oder Dörrgerät, bis sie ledrig, aber noch biegsam sind; trocken und luftdicht aufbewahrt sind sie ein Würzpaket für Pasta und Salate. Einfrieren: ganz, gewürfelt oder als geschmorte, passierte Basis – die schnellste Rettung für große Chargen. Einkochen: Beim Einkochen verwendest du ein geprüftes Rezept für genau deine Zubereitung, etwa dieses für reine Tomatensauce; Zutaten, Säurezugabe, Glasgröße, Einkochzeit und den zu deiner Höhenlage passenden Druck übernimmst du daraus unverändert.
Fazit: die richtige Tomate für die mediterrane Küche
Bruschetta, Sugo, Ofenblech, Vorratsglas – Pflaumentomaten sind die Arbeitstiere der Mittelmeerküche, gerade weil sie weniger Saft mitbringen. Nutz die Erntemonate von Juli bis Oktober für die warme Küche und den Vorrat, und der Sommer schmeckt bis in den Winter nach.





